{"id":31640,"date":"2013-05-31T11:28:57","date_gmt":"2013-05-31T09:28:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=31640"},"modified":"2013-05-31T11:37:05","modified_gmt":"2013-05-31T09:37:05","slug":"wiedehopf-tuniberg-dank-nabu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wiedehopf-tuniberg-dank-nabu\/","title":{"rendered":"Wiedehopf Tuniberg dank Nabu"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1991 engagieren sich Natursch\u00fctzer des <a title=\"Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/nabu\/\">Nabu<\/a> ehrenamtlich daf\u00fcr, dass sich der <a title=\"Vogel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/vogel\/\">Wiedehopf<\/a> wieder am Tuniberg ansiedelt. Auch wenn es Erfolge beim Artenschutz gibt, von Entwarnung kann keine Rede sein: Allein in Europa sind nach wie vor 25 Prozent der heimischen Tierarten vom Aussterben bedroht. Dass sich seltene <a title=\"Flora\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/flora\/\">Pflanzen<\/a> und <a title=\"Tiere\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/\">Tiere<\/a> halten k\u00f6nnen oder sogar wieder vermehrt haben, ist dem unabl\u00e4ssigen, oft jahrelangen Bem\u00fchen von <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">Naturschutzgruppen<\/a> zu verdanken. <!--more--><br \/>\nEine Erfolgsgeschichte ist, was sich seit 2005 am Tuniberg abspielt. Seitdem br\u00fctet in dieser intensiv genutzten Kulturlandschaft wieder der Wiedehopf \u2013 15 Jahre nachdem das Regierungspr\u00e4sidium Freiburg ein Schutzprogramm f\u00fcr den Vogel eingeleitet hat. Mit rund 400 Brutpaaren in ganz Mitteleuropa z\u00e4hlt der Wiedehopf zu den seltensten Vogelarten. Nach Rote-Liste-Kriterien gilt f\u00fcr ihn in Deutschland seit 2009 die Gef\u00e4hrdungsstufe &#8222;stark bedroht&#8220;, zuvor die h\u00f6chste Gef\u00e4hrdungsstufe &#8222;vom Aussterben bedroht&#8220;. Ohne das ehrenamtliche Engagement von Artensch\u00fctzern w\u00e4re ihm das auch passiert. 1990 wurden in ganz S\u00fcdbaden noch 15 Brutpaare gez\u00e4hlt, f\u00fcnf davon existierten am Kaiserstuhl. Am Tuniberg aber war der amselgro\u00dfe, auff\u00e4llig gefiederte Vogel ganz verschwunden.<br \/>\nDass er sich am Tuniberg wieder angesiedelt hat, ist in erster Linie Franz Nagel aus Opfingen zu verdanken. Er ist Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Freiburg und hat von 1991 an Nistk\u00e4sten angebracht, ersetzt oder repariert und sauber gehalten. Er war es auch, der die erste Brut auf Merdingens Gemarkung nachgewiesen hat. Seit 2005 ist die Population stetig gewachsen, im Vorjahr sind zwischen Gottenheim und Freiburg-Munzingen 66 K\u00fcken gro\u00df geworden, 2012 sogar 85. Wegen der Fr\u00fchjahrsk\u00e4lte sieht es in diesem Jahr allerdings nicht so g\u00fcnstig aus. Nach Einsch\u00e4tzung von Christian Stange, der im Auftrag des Regierungspr\u00e4sidiums das Schutzprogramm leitet, ist die Population aber stabil.<br \/>\nSeit 2010 koordiniert Claus Krieger aus Freiburg-Tiengen die Aktivit\u00e4ten am Tuniberg, wobei Franz Nagel nach wie vor mithilft und Klaus Dumpert, der auch in Tiengen wohnt, und Werner Wonka aus March-Holzhausen sich ebenfalls engagieren. Das Interesse Kriegers f\u00fcr den Artenschutz kommt nicht von ungef\u00e4hr: Von 1975 bis zu seinem Ruhestand 2009 unterrichtete der 66-J\u00e4hrige die F\u00e4cher Biologie und Chemie am Freiburger Goethegymnasium. Vielen Sch\u00fclergenerationen hat er dabei Herausforderungen des Umweltschutzes vermittelt. Seit mehr als 30 Jahren geh\u00f6rt er dem Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) an, seit diesem Jahr auch dem Nabu. Von 1977 bis 1989 war er im Naturschutzbeirat der Stadt Freiburg engagiert, 2011 hat ihn das st\u00e4dtische Umweltamt zum ehrenamtlichen Naturschutzwart f\u00fcr den Tuniberg bestellt. Der Bereich z\u00e4hlt zu den \u00f6kologisch wertvollsten Gebieten im Breisgau. Unter anderem gibt es hier die gr\u00fcnschillernde Smaragdeidechse, aber auch extrem seltene Wildbienen. Es sind B\u00f6schungen und L\u00f6ssw\u00e4nde, die sich zu Refugien seltener Arten entwickelt haben.<\/p>\n<p>2011 hat auch der Bienenfresser, der in L\u00f6ssw\u00e4nden seine Brutr\u00f6hren anlegt, nach hundertj\u00e4hriger Abwesenheit erstmals wieder am Tuniberg genistet. Weiter ist seit einigen Jahren auch das Schwarzkehlchen wieder anzutreffen. &#8222;Die B\u00f6schungen sind unverzichtbar als R\u00fcckzugsr\u00e4ume&#8220;, erkl\u00e4rt Claus Krieger. Es macht ihn zufrieden, daran mitwirken zu k\u00f6nnen. In dieser Jahreszeit ist er viel drau\u00dfen, er beobachtet die Brutst\u00e4tten, macht Aufzeichnungen, gibt der Umweltverwaltung Hinweise, wo sich ein Habitat aufwerten lie\u00dfe und ist im Gespr\u00e4ch mit den Winzern und Landwirten. Denn sie tragen dazu bei, dass die V\u00f6gel wieder da sind. Sie stellen ihre Fl\u00e4chen f\u00fcr Nisthilfen zur Verf\u00fcgung. Derzeit sind 51 K\u00e4sten f\u00fcr Wiedehopfe platziert. Eindringlich appelliert Krieger an Naturfreunde, Nisthilfen zu umgehen, um die Tiere nicht zu beunruhigen.<br \/>\nDer Wiedehopf z\u00e4hlt zu den H\u00f6hlenbr\u00fctern. Von Natur aus legt er seine Eier vorzugsweise in verlassene, noch weich gepolsterte Spechtl\u00f6cher, wie sie an B\u00e4umen auf Streuobstwiesen vorkommen. Solche B\u00e4ume aber waren nach den gro\u00dffl\u00e4chigen Flurneuordnungen am Tuniberg in den 1960er Jahren verschwunden. Abgesehen davon schadete dem Insektenfresser der Einsatz von Insektengiften. Eng wurde das Nahrungsangebot auch durch den R\u00fcckgang der Viehhaltung, weil dadurch die Wiesen umgepfl\u00fcgt wurden. Auf Wiesen aber findet der Wiedehopf seine Leibspeise. Das sind unterirdisch lebende Grillen (Werren), Engerlinge von Mai- und Junik\u00e4fern sowie die Larven von Nachtfaltern, die er mit seinem langen gebogenen Schnabel aus dem Boden zieht. In den beiden vergangenen Jahrzehnten hat sich die Nahrungsgrundlage jedoch wieder erheblich verbessert, weil die Winzer \u2013 der Weinbau dominiert die Nutzung am Tuniberg \u2013 die Rebzeilen begr\u00fcnen und auf Insektizide verzichten.<br \/>\n31.5.2013, Silvia Faller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1991 engagieren sich Natursch\u00fctzer des Nabu ehrenamtlich daf\u00fcr, dass sich der Wiedehopf wieder am Tuniberg ansiedelt. 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