{"id":30302,"date":"2013-05-17T10:16:57","date_gmt":"2013-05-17T08:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=30302"},"modified":"2013-05-17T10:26:58","modified_gmt":"2013-05-17T08:26:58","slug":"schlingnatter-am-kaiserstuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schlingnatter-am-kaiserstuhl\/","title":{"rendered":"Schlingnatter am Kaiserstuhl"},"content":{"rendered":"<p>Kriechtier des Jahres 2013 ist die Schlingnatter. Dabei handelt es sich um eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleine Schlangenart: Ausgewachsene Exemplare werden meist nur zwischen 60 und 75 Zentimeter lang. Und obwohl dieses Reptil am <a title=\"Kaiserstuhl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/kaiserstuhl\/\">Kaiserstuhl<\/a>\u00a0weit verbreitet ist, haben viele noch nie etwas von dieser <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">gesch\u00fctzten Art<\/a>\u00a0geh\u00f6rt.<!--more--><\/p>\n<p>Diese geringe Bekanntheit h\u00e4ngt damit zusammen, dass Schlingnattern durch ihre graubraune F\u00e4rbung gut getarnt sind und meist versteckt leben. Au\u00dferdem werden sie manchmal mit Kreuzottern verwechselt: Zwar haben Schlingnattern im Gegensatz zu Kreuzottern kein durchgehendes Zickzackband auf ihrem R\u00fccken, sondern in Reihen angeordnete, dunkle Flecken. Wenn sie sich bewegen, k\u00f6nnen diese Flecken aber wie ein Zackenmuster erscheinen. Gut auseinanderhalten lassen sich beide Arten durch einen Blick in die Augen: Die Pupillen der Schlingnatter sind rund, w\u00e4hrend die Kreuzotter \u2013 wie alle Vipern \u2013 senkrecht geschlitzte Pupillen hat. Schlingnattern sind w\u00e4rmeliebend, weshalb sie an sonnenreichen Stellen vorkommen \u2013 im Landkreis zum Beispiel am Kaiserstuhl und in der Vorbergzone, denn Weinberge mit Trockenmauern mag diese Art besonders gern. Sie lebt aber auch im Schwarzwald sowie im Oberrheingraben, etwa auf Schotterfl\u00e4chen und an Geb\u00fcschr\u00e4ndern. Schlingnattern sind f\u00fcr den Menschen ungef\u00e4hrlich: Sie k\u00f6nnen zwar bei Bedrohung zubei\u00dfen, ihr Biss ist jedoch ungiftig. Beim Beutefang bedienen sie sich einer besonderen Technik, auf die bereits ihr Name hindeutet: Gr\u00f6\u00dfere Tiere, beispielsweise M\u00e4use und Eidechsen, werden mehrfach umschlungen und dadurch in ihrer Atmung behindert oder erstickt. Die Schlingnatter z\u00e4hlt daher \u2013 wie beispielsweise auch Boas, die in Afrika und S\u00fcdamerika leben \u2013 zu den sogenannten W\u00fcrgeschlangen. Schlingnattern k\u00f6nnen bis zu 20 Jahre alt werden. Die Paarung findet vor allem im April und Mai statt, ab Mitte August werden die Jungen zur Welt gebracht \u2013 in d\u00fcnnen Eih\u00fcllen, aus denen sie sich w\u00e4hrend der Geburt befreien. Die kalte Jahreszeit \u00fcberstehen sie in geeigneten Winterquartieren \u2013 etwa in Mauerspalten, Holzstapeln oder Erdl\u00f6chern.<\/p>\n<div>\n<div id=\"zoneAdserverMrec\">\n<div id=\"helperAdserverMrec\">\n<div>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schlingnatter-am-kaiserstuhl\/schlingnatter-kaiserstuhl2012\/\" rel=\"attachment wp-att-30307\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-30307\" title=\"schlingnatter-kaiserstuhl2012\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/schlingnatter-kaiserstuhl2012-180x92.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"92\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/schlingnatter-kaiserstuhl2012-180x92.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/schlingnatter-kaiserstuhl2012.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wickelt ihre Beute ein: die Schlingnatter. Foto:\u00a0Reinhold\u00a0Treiber<br \/>\n\u00a0\u00a0\u00a0<br \/>\nMit der Wahl zum Reptil des Jahres 2013 m\u00f6chten Natursch\u00fctzer darauf aufmerksam machen, dass Schlingnatter-Lebensr\u00e4ume vielerorts selten geworden sind: Diese Schlangenart ben\u00f6tigt n\u00e4mlich ein abwechslungsreiches Mosaik mit Versteck- und Sonnenpl\u00e4tzen. Wo es eint\u00f6nig wird \u2013 zum Beispiel, weil alte Trockenmauern, Totholz und Steinh\u00e4ufen entfernt wurden \u2013 verschwindet sie schnell. Durch diesen Lebensraumverlust ist die Schlingnatter auch bei uns bedroht: In S\u00fcdbaden, so sch\u00e4tzen Experten, d\u00fcrfte sich ihre Zahl in den vergangenen 30 Jahren in etwa halbiert haben. Im Stadt- und Landkreis laufen deshalb zurzeit verschiedene Aktionen zur F\u00f6rderung dieser gesch\u00fctzten Art, beispielsweise am Kaiserstuhl: &#8222;Dort werden zahlreiche Trockenrasen auf Rebb\u00f6schungen gepflegt und gleichzeitig die f\u00fcr die Schlingnatter wichtigen Geb\u00fcsche und S\u00e4ume erhalten&#8220;, erl\u00e4utert <a title=\"Breisgau-Hochschwarzwald\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/breisgau-hochschwarzwald\/\">Reinhold Treiber vom Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald<\/a>. Au\u00dferdem seien am Winkelberg bei Ihringen sowie am Achkarrer Schlossberg alte Trockenmauern in Zusammenarbeit mit den Winzern ausgebessert und wiederhergestellt worden. &#8222;Sie sind ideale Verstecke f\u00fcr die Tiere.&#8220; Weitere Projekte gibt es am S\u00fcdrand des Nimbergs in der March sowie am Tuniberg, wo mehr offene, besonnte Bereiche geschaffen werden \u2013 an der zur Stadt Freiburg geh\u00f6renden S\u00fcdwestspitze des Tunibergs in erster Linie, um die Bedingungen f\u00fcr die Smaragdeidechse zu verbessern. &#8222;Da die Schlingnatter jedoch \u00e4hnliche Lebensraumanspr\u00fcche hat, sind diese Ma\u00dfnahmen auch f\u00fcr sie von Vorteil&#8220;, erkl\u00e4rt Stadtsprecher Toni Klein.<br \/>\n17.5.2013, Andreas Braun<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriechtier des Jahres 2013 ist die Schlingnatter. 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