{"id":29011,"date":"2013-05-08T09:52:17","date_gmt":"2013-05-08T07:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=29011"},"modified":"2013-06-13T20:28:03","modified_gmt":"2013-06-13T18:28:03","slug":"stunde-der-gartenvoegel-nabu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stunde-der-gartenvoegel-nabu\/","title":{"rendered":"Stunde der Gartenvoegel &#8211; Nabu"},"content":{"rendered":"<div id=\"container\">\n<div id=\"content\">\n<div>\n<div id=\"fontScale\">\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen ist <a title=\"Nabu-Vogelzaehlung Spatz Meise\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nabu-vogelzaehlung-spatz-meise\/\">Vogelz\u00e4hlen<\/a> in den <a title=\"Garten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/garten\/\">G\u00e4rten<\/a> angesagt: Von\u00a0Donnerstag, 9.5.2013 bis Sonntag, 12. Mai 2013 l\u00e4dt der <a title=\"Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/nabu\/\">Naturschutzbund Deutschland (Nabu)<\/a> zur &#8222;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8220;\u00a0ein. <a title=\"BZ\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/zeitung\/bz\/\">BZ<\/a>-Mitarbeiter Andreas Braun befragte den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Nabu-Bezirksverbands S\u00fcdbaden, Felix Bergmann, zu dieser Aktion.<!--more--><\/p>\n<p><em>Die Stunde der Gartenv\u00f6gel gibt es nun schon seit acht Jahren. Welche Erkenntnisse hat man in dieser Zeit gewonnen<\/em>?<br \/>\nBergmann: F\u00fcr wissenschaftlich fundierte Aussagen ist es noch zu fr\u00fch. Gleichwohl stellen wir bei manchen Arten einen st\u00e4ndigen R\u00fcckgang fest, etwa bei der Mehlschwalbe. Der Grund daf\u00fcr liegt h\u00f6chstwahrscheinlich am geringer werdenden Brutplatzangebot an Geb\u00e4uden. Bei der Amsel ist die Bestandsentwicklung ebenfalls negativ, wof\u00fcr vermutlich das von einem Virus ausgel\u00f6ste Amselsterben verantwortlich ist. Es gibt aber auch einige wenige Arten, bei denen ein deutlicher Anstieg im Siedlungsraum zu verzeichnen ist \u2013 etwa die Ringeltaube und der Eichelh\u00e4her.<br \/>\n<em>Warum sind diese beiden Arten in St\u00e4dten und D\u00f6rfern im Kommen?<\/em><br \/>\nBergmann: Dar\u00fcber kann man im Moment nur spekulieren. Wahrscheinlich hat sich das Nistplatz- oder das Nahrungsangebot, vielleicht auch beides, dort f\u00fcr sie verbessert. Wir sind gespannt, ob sich dieser Trend fortsetzen wird. Auch aus diesem Grund sind die bei der Stunde der Gartenv\u00f6gel erhobenen Daten so wichtig.<br \/>\n<em>Durch die K\u00e4lte im M\u00e4rz gab es unl\u00e4ngst ja einen regelrechten Zugstau: Hausrotschw\u00e4nze, Buchfinken und andere Arten haben auf dem Weg zur\u00fcck in ihre Brutgebiete l\u00e4ngeren Zwischenhalt hier eingelegt und waren teilweise in gro\u00dfer Anzahl zu sehen. Sind deshalb jetzt mehr V\u00f6gel bei uns als sonst?<\/em><br \/>\nBergmann: Das ist nicht zu erwarten, weil die genannten Arten durch das schlechte Wetter lediglich f\u00fcr kurze Zeit aufgehalten wurden, ihre Reise inzwischen also fortgesetzt haben. Grund f\u00fcr die Unterbrechung war wohl vor allem eine Nahrungsknappheit, da die V\u00f6gel zum Weiterflug Energie ben\u00f6tigen: Gerade insektenfressende Arten wie der Zilpzalp oder auch Schwalben finden bei kaltem Wetter n\u00e4mlich nicht gen\u00fcgend Nahrung, um ausreichend Energie f\u00fcr den Weiterflug zu tanken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stunde-der-gartenvoegel-nabu\/bergmann-felix-nabu130505\/\" rel=\"attachment wp-att-29012\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-29012\" title=\"bergmann-felix-nabu130505\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/bergmann-felix-nabu130505-172x180.jpg\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/bergmann-felix-nabu130505-172x180.jpg 172w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/bergmann-felix-nabu130505.jpg 433w\" sizes=\"auto, (max-width: 172px) 100vw, 172px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Felix Bergmann mit einem Steinkauz. Bild: Andreas Braun<\/p>\n<p><em>Apropos Nahrungsknappheit: Ist F\u00fcttern um diese Jahreszeit noch sinnvoll?<\/em><br \/>\nBergmann: Nach Auffassung des Nabu eher nicht. Wichtig ist jetzt vor allem, dass es gen\u00fcgend Brutpl\u00e4tze gibt, die oft knapp sind. Mit der Schaffung eines naturnahen Gartens, der vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten bietet, l\u00e4sst sich unseren V\u00f6geln daher deutlich mehr helfen als durch weiteres F\u00fcttern.<br \/>\n<em>Der Nabu benennt regelm\u00e4\u00dfig einen Vogel des Jahres. Geben die Ergebnisse der Z\u00e4hlaktion auch Aufschluss dar\u00fcber, ob Hilfsma\u00dfnahmen f\u00fcr diese und andere gef\u00e4hrdeten Arten Erfolg gebracht haben?<\/em><br \/>\nBergmann: Der Gartenrotschwanz zum Beispiel war 2011 Vogel des Jahres, dennoch sind seine Best\u00e4nde in Baden-W\u00fcrttemberg weiter r\u00fcckl\u00e4ufig. Damit sie sich erholen k\u00f6nnen, m\u00fcssen Streuobstwiesen als der wichtigste Lebensraum dieser Art besser gesetzlich gesch\u00fctzt werden.<br \/>\n8.5.2013, Andreas Braun<\/p>\n<p>Vom 10. bis 12. Mai findet dieses Jahr wieder die bundesweite Aktion des Naturschutzbundes &#8222;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8220; statt. In ganz Deutschland beobachten und dokumentieren Naturfreunde an diesem Wochenende heimische Gartenv\u00f6gel. Vom Vogelkenner bis zum Vogelneuling kann jeder mitmachen. Man muss einfach nur eine Stunde lang die vorbei fliegenden V\u00f6gel z\u00e4hlen und notieren. Weitere Informationen unter <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.nabu.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.nabu.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0Vogelz\u00e4hlung Ergebnisse: Haussperling vor Amsel vor Kohlmeise<\/strong><\/p>\n<p>Vor einem Monat hat die vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) organisierte Z\u00e4hlaktion &#8222;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8220; stattgefunden. Dabei wurden in Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald insgesamt 5163 V\u00f6gel aus 76 Arten gemeldet, etwa gleich viele waren es 2012. Das Rennen machte wie schon im Vorjahr der Haussperling. Die Silbermedaille geht an die Amsel, deren Best\u00e4nde sich nach einem krankheitsbedingten Einbruch wieder stabilisiert haben. Verlierer sind viele Zugv\u00f6gel, die unter Nahrungsknappheit litten.<\/p>\n<p>Trotz des schlechten Wetters an den Aktionstagen wurden sowohl die Anzahl der gesichteten V\u00f6gel als auch die Teilnehmerzahl vom Vorjahr \u00fcbertroffen: Deutschlandweit haben rund 46 000 Naturfreunde insgesamt 1,1 Millionen V\u00f6gel gemeldet. Besonders stark \u2013 um rund 22 Prozent \u2013 stieg die Beteiligung in Baden-W\u00fcrttemberg, wo mehr als 4600 Menschen zirka 105 000 V\u00f6gel beobachtet haben.<br \/>\nAuf dem Siegertreppchen landeten \u2013 sowohl beim landesweiten Ergebnis als auch in Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald \u2013 Haussperling, Amsel und Kohlmeise. Eine besondere Aussagekraft hat dabei das gute Abschneiden der Amsel, von der in vielen G\u00e4rten mehr Exemplare als vor einem Jahr gez\u00e4hlt wurden und die sich in Freiburg um einen Platz verbessern konnte: 2011 und 2012 waren in S\u00fcdwestdeutschland n\u00e4mlich hunderttausende Exemplare einem aus Afrika eingeschleppten Virus zum Opfer gefallen, vor allem am n\u00f6rdlichen Oberrhein. &#8222;Die neuen Zahlen zeigen nun, dass sich die Amselbest\u00e4nde gl\u00fccklicherweise wieder gefestigt haben&#8220;, sagt Nabu-Vogelexperte Stefan Bosch.<br \/>\nEinige Vogelarten litten unter dem kalten Fr\u00fchling: Besser als in den Vorjahren schnitten mehrere Finkenarten ab: Der Buchfink zum Beispiel kletterte in der Region gleich um drei R\u00e4nge nach oben und taucht landesweit erstmals in den &#8222;Top Ten&#8220; auf Platz neun auf. Aber auch der Gr\u00fcnfink legte deutlich zu \u2013 und das, obwohl diese Art immer wieder an einer Infektionskrankheit verendet, die an verunreinigten Futterstellen \u00fcbertragen wird. Woran dieser auff\u00e4llige Finkenzuwachs liegt, ist letztlich unklar: &#8222;Vielleicht sind wegen der langen K\u00e4lte mehr Buchfinken als sonst im Siedlungsraum geblieben&#8220;, nennt Felix Bergmann vom Nabu-Bezirksverband S\u00fcdbaden eine Erkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeit. Au\u00dferdem sei im vergangenen Winter vermutlich l\u00e4nger gef\u00fcttert worden als sonst, wovon K\u00f6rnerfresser \u2013 zu ihnen z\u00e4hlen die Finken \u2013 profitiert haben d\u00fcrften.<br \/>\nAuf den hinteren Pl\u00e4tzen gibt es ebenfalls Gewinner \u2013 etwa den Eichelh\u00e4her, der sich abermals verbessern konnte. Aktuell belegt diese vorwiegend in W\u00e4ldern lebende Art in Freiburg den 21., im Landkreis sogar den 15. Rang. &#8222;Wir stellen schon seit einiger Zeit fest, dass dieser bunt gezeichnete Vogel immer h\u00e4ufiger in St\u00e4dten und D\u00f6rfern auftaucht&#8220;, erl\u00e4utert Biologe Bergmann. Dies gelte auch f\u00fcr die Ringeltaube, die allerdings noch einige Pl\u00e4tze hinter dem Eichelh\u00e4her liegt. &#8222;Offensichtlich kommen beide Arten mit dem menschlichen Umfeld gut zurecht&#8220;, meint Bergmann.<br \/>\nLandesweit r\u00fcckl\u00e4ufig sind die Zahlen bei insektenfressenden Zugvogelarten wie etwa dem Hausrotschwanz, der im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald um zwei, im Stadtkreis Freiburg sogar um vier Pl\u00e4tze (von sieben auf elf) zur\u00fcckfiel: &#8222;Wegen des kalten Fr\u00fchlings haben sie zu wenig Nahrung gefunden&#8220;, erl\u00e4utert Stefan Bosch. In der Breisgau-Metropole wurden au\u00dferdem deutlich weniger Mauersegler als vor einem Jahr gesichtet: Mit 168 Exemplaren (Vorjahr: 270) fiel diese 2012 in Freiburg noch auf Platz zwei liegende Vogelart dort auf den vierten Rang zur\u00fcck. Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass Mauersegler sogenannte Schlechtwetterfluchten machen, sich bei K\u00e4lte und Regen also vor\u00fcbergehend nach S\u00fcden zur\u00fcckziehen.<br \/>\nEine weitere Besonderheit des Mauerseglers ist, dass er an Geb\u00e4uden br\u00fctet \u2013 ebenso wie die Mehlschwalbe, deren Best\u00e4nde sich landesweit gleichfalls minimiert haben. Da sie gesch\u00fctzt ist, d\u00fcrfen ihre Nester nicht zerst\u00f6rt werden. &#8222;Gegen den herunterrieselnden Kot hilft das Anbringen eines Bretts, am besten rund einen halben Meter unter den Nestern&#8220;, empfiehlt Felix Bergmann.<br \/>\nFolgende Arten belegten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und der Stadt Freiburg die ersten zehn Pl\u00e4tze: 1. Haussperling (1054), 2. Amsel (532), 3. Kohlmeise (427), 4. Rabenkr\u00e4he (254), 5. Blaumeise (253), 6. Mehlschwalbe (251), 7. Mauersegler (245), 8. Star (232), 9. Elster (217), 10. Buchfink (207). Dazu kommen 66 weitere Vogelarten mit 1491 Exemplaren.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<br \/>\n13.6.2013, Andreas Braun<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den n\u00e4chsten Tagen ist Vogelz\u00e4hlen in den G\u00e4rten angesagt: Von\u00a0Donnerstag, 9.5.2013 bis Sonntag, 12. Mai 2013 l\u00e4dt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zur &#8222;Stunde der Gartenv\u00f6gel&#8220;\u00a0ein. 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