{"id":28590,"date":"2013-05-02T08:49:45","date_gmt":"2013-05-02T06:49:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=28590"},"modified":"2015-01-10T11:01:33","modified_gmt":"2015-01-10T10:01:33","slug":"hoenes-steuerhinterziehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/hoenes-steuerhinterziehung\/","title":{"rendered":"Hoene\u00df &#8211; Steuerhinterziehung"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt zwei Uli Hoene\u00df, eigentlich drei. Einer ist der seri\u00f6se konservative Gesch\u00e4ftsman, beim FC Bayern, bei unserer Wurstfabrik. Der zweite Uli Hoene\u00df ist auch privat sehr konservativ, nur klassische Geldanlagen, wenn Aktien, dann halte ich sie minderstens drei bis zehn Jahre. Dieser Uli Hoene\u00df ist wie Warren Buffet, er denkt langfristig und strategisch. Und dann gibt es den dritten Uli Hoene\u00df, <!--more-->der dem Kick nachgejagt ist, der ins gro\u00dfe Risiko ging. Vielleicht steckt dahinter auch die Sehnsucht, die Wirklichkeit zu vergessen, auszubrechen. Das geht an der B\u00f6rse gut. &#8230;.<br \/>\nKomplettes Interview mit Uli Hoene\u00df &#8222;Da begann f\u00fcr mich die H\u00f6lle&#8220; vom 2.5.2013 bitte lesen auf <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2013-05\/uli-hoeness-steuern-schuld\">https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2013-05\/uli-hoeness-steuern-schuld<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0Er sollte sich zur\u00fcckziehen<\/strong><br \/>\n<em>Zu: &#8222;Hafterleichterung f\u00fcr Uli Hoene\u00df \u2013 In der Logik des Strafvollzugs&#8220;, Leitartikel von Thomas Fricker (Politik, 3. Januar):<\/em><br \/>\nWas mir fehlt, ist die Verurteilung dessen, was Hoene\u00df getan hat. Den Staat um 28,5 Millionen Euro zu betr\u00fcgen, ist Diebstahl an uns allen. Wenn man das Strafma\u00df ins Verh\u00e4ltnis zu der hinterzogenen Summe setzt, g\u00e4be es f\u00fcr eine Steuerhinterziehung von 10 000 Euro eine Haftstrafe von zehn Sekunden, und man w\u00e4re nach zwei Sekunden Freig\u00e4nger! In was f\u00fcr einer Welt leben wir eigentlich, in der ein verurteilter Straft\u00e4ter, welcher 28,5 Millionen gestohlen hat, bei einer Mitgliederversammlung des FC Bayern M\u00fcnchen mit stehenden Ovationen gefeiert wird? Wo der Mann in der Jugendarbeit eingesetzt werden soll? Was f\u00fcr ein Vorbild! Jahrelang hat Hoene\u00df den Moralapostel gegeben, er sollte Reue zeigen und sich zur\u00fcckziehen.<br \/>\n10.1.2015, Klaus Winterhalter, Freiamt<br \/>\n<strong>Bundesliga-Polizeieins\u00e4tze bezahlt der Staat, nicht der Bundesligavereinspr\u00e4sident<\/strong><br \/>\nDer Fall des mutma\u00dflichen Steuerhinterziehers Hoene\u00df hat eine im Vergleich zu anderen m\u00f6glichen Steuers\u00fcndern nicht unwichtige Besonderheit. Seit Jahren versucht die (aus Steuermitteln finanzierte!) \u00d6ffentliche Hand, die Vereine an den f\u00fcr Polizisten teilweise nicht ungef\u00e4hrlichen Bundesligaeins\u00e4tzen finanziell zu beteiligen. Die Vereinspr\u00e4sidenten haben es bislang geschafft, diese Bewachungsaufgabe beim Steuerzahler zu belassen. Gleichzeitig vermindert aber einer der daf\u00fcr verantwortlichen Pr\u00e4sidenten dem Staat \u2013 in diesem Fall dem Freistaat Bayern \u2013 der seine Polizei bezahlen muss, die finanzielle Grundlage!<br \/>\n4.5.2013, Prof Dr. Lutz J\u00e4ger, Freiburg<br \/>\n<strong>\u00dcberschuldete gro\u00dfe Fussballclubs retten, da systemrelevant<\/strong><br \/>\nMilliarden hin, Hoene\u00df her \u2013 die gro\u00dfen Sportclubs m\u00fcssen gerettet werden, koste es, was es wolle, denn sie sind systemrelevant. Wenn in den vielen, schon jetzt am Rand stehenden Staaten auch noch diese Zerstreuung, Hochgef\u00fchl und Gemeinschaft stiftenden S\u00e4ulen wegbrechen, ist nicht nur in <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">Europa<\/a> der Teufel los. Besonders in der Krise sind Brot und Spiele systemstabilisierende Mittel. In den s\u00fcndhaft teuren Stadien werden Woche f\u00fcr Woche die zu gottgleichen Idolen aufgebauschten Gladiatoren enthusiastisch gefeiert. Doping hin, Bestechung her \u2013 nach den Milliardeneins\u00e4tzen der Sponsoren, den verkauften Karten und der Ger\u00e4uschkulisse zu schlie\u00dfen, geht es jeweils um alles: Wer schie\u00dft die meisten Tore, wer steht an der Tabellenspitze? Beim Sport geht es nat\u00fcrlich auch um Freude an der Bewegung und um Leidenschaft. Vor allem aber geht es auch hier um Kohle. Wer in die Vereine investiert, will Rendite, wer Millionen f\u00fcr Werbung ausgibt, will Umsatz machen, wer \u00fcber den Rasen jagt und die Knochen hinh\u00e4lt, will Bares sehen. Der Manager will eine goldene Nase und der Wettjunkie mindestens den Einsatz zur\u00fcck. &#8222;Nach Golde dr\u00e4ngt, am Golde h\u00e4ngt \u2013 doch alles&#8220;: Goethe kannte sich aus, und auch wir kennen das. Bedenklich, aber gerade noch hinnehmbar. Wenn aber das Geld die Welt regiert, die Profiteure des Raubtierkapitalismus vor den Augen von Millionen Hungernden ihren Reichtum verprassen, Menschen und Natur r\u00fccksichtslos ausbeuten, das Recht brechen und Kriege anzetteln, ist die Geduld vieler am Ende. Wenn egomane Hasardeure die Zukunft der folgenden Generationen verspekulieren oder fundamentalistische Religionsf\u00fchrer Hass statt Liebe predigen, ist Schluss mit lustig. Dann kommt die Frage auf, wer sind diese Herren der Welt, die von niemandem gew\u00e4hlt wurden?<br \/>\n4.5.2013, Volker O&#8217;Barden, L\u00f6rrach<\/p>\n<p><strong>Justiz und Gesellschaft &#8211; zwei Seiten<\/strong><br \/>\nDas eine ist die juristische Bewertung des Sachverhalts. Und hier wird sich Uli H\u00f6ne\u00df &#8211; wie alle anderen Menschen auch &#8211; der Justitz stellen m\u00fcssen. Das andere ist die Wirkung seines Fehlers auf seine Rolle in der Gesellschaft. Als Manager, als Unternehmer, als Repr\u00e4sentant verschiedener Organisationen, als Vorbild. Und hier wird sich zeigen, wie reif unsere Gesellschaft im Umgang mit F\u00e4llen wie dem des Uli H\u00f6ne\u00df ist. Haben Pers\u00f6nlichkeiten des \u00f6ffentlichen Lebens im Falle der Aufdeckung von Betrug oder Vertuschung verbissen versucht den Schein aufrecht zu erhalte, ihre Rollen weiter zu spielen, zeigt sich Uli H\u00f6ne\u00df von der menschlichen Seite und gesteht ehrlich seinen Fehler ein. Das verdient Respekt. Ich glaube ihm. Und ich hoffe, dass die Gesellschaft, die Medien und der sportliche und politische Gegner das auch tun und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit walten lassen.<br \/>\n2.5.2013, Seitenhieb<\/p>\n<p><strong>Kleinkind-Haltung<\/strong><br \/>\nIch finde dieses ganze: &#8222;Ich habe einen Fehler gemacht, bitte seht mir das nach!&#8220; Ges\u00e4usel auch nur scheinheilig.<br \/>\nW\u00e4re er nicht erwischt worden, s\u00e4he er das wahrscheinlich nie als Fehler an. Das ist eigentlich so eine Kleinkind-Haltung: Wenn die Mama oder der Papa einen auf frischer Tat ertappen, dann merkt man: Autsch, es zieht Schimpfe und Strafen nach sich, also ist es b\u00f6se. Der Mann ist aber 61 und sollte l\u00e4ngst einen moralischen Kompass haben, was man auch \u00dcber-Ich nennt, er sollte also wissen, was Recht ist und was sich geh\u00f6rt und was nicht. Deshalb g\u00f6nne ich ihm die schlaflosen N\u00e4chte, ich denke, er mit seinem offenbar gerne erhobenen Zeigefinger war da ziemlich gnadenlos, wenn andere aus existenzielleren Gr\u00fcnden schlaflose N\u00e4chte hatten.<br \/>\n2.5.2013, Gloria<br \/>\n<strong>M\u00fcnchner Ex-OB Ude:\u00a0&#8222;Hoene\u00df konnte den Hals nicht vollkriegen&#8220;<br \/>\n<\/strong>Erstmalig nach seiner Verabschiedung als OB von M\u00fcnchen \u00e4u\u00dfert sich Christian Uhde zu Hoene\u00df: &#8222;Ursprung ist die blanke Geldgier eines Profifu\u00dfballvereins, der in Gestalt seines Managers den Hals nicht vollkriegen konnte&#8220;, sagte Ude dem SPIEGEL. Als Oberb\u00fcrgermeister habe er Hoene\u00df &#8222;in all den Jahren als sch\u00e4rfsten Eintreiber von Steuergeldern erlebt. Nicht f\u00fcr den Fiskus, sondern vom Fiskus. F\u00fcr den FC Bayern.&#8220;\u00a0Ihm\u00a0sei Hoene\u00df ihm niemals &#8222;als Vertreter moralischer Qualit\u00e4ten aufgefallen&#8220;. Hoene\u00df zeichne sich durch &#8222;eine klare, einfache Weltsicht&#8220; und ein &#8222;typisches Freund-Feind-Denken&#8220; aus, sagte Ude: &#8222;Er hat immer eine gro\u00dfe Solidarit\u00e4t und Hilfsbereitschaft f\u00fcr seine Anh\u00e4nger gezeigt, aber er war auch immer ein Patriarch mit dem Anspruch: F\u00fcr mein soziales Engagement haben alle dankbar und unterw\u00fcrfig zu sein. Und wer das nicht ist, der ist mein Feind.&#8220; Dass Hoene\u00df Anfang Mai\u00a0bei seiner Abschiedsrede vor Mitgliedern des FC Bayern\u00a0von &#8222;Hass&#8220; sprach, den er seit Bekanntwerden seiner missgl\u00fcckten Selbstanzeige versp\u00fcrt habe, bezeichnet Ude als &#8222;bemerkenswert&#8220;. Er habe Uli Hoene\u00df &#8222;sehr oft berechtigt siegen sehen. Aber nicht ein einziges Mal mit Anstand und Gelassenheit verlieren&#8220;.<br \/>\nChristian Uhde, Ex-OB von M\u00fcnchen, 19.5.2014, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\">www.spiegel.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt zwei Uli Hoene\u00df, eigentlich drei. Einer ist der seri\u00f6se konservative Gesch\u00e4ftsman, beim FC Bayern, bei unserer Wurstfabrik. 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