{"id":28026,"date":"2013-04-27T13:30:25","date_gmt":"2013-04-27T11:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=28026"},"modified":"2013-04-27T13:31:49","modified_gmt":"2013-04-27T11:31:49","slug":"wasser-verband-moehlingruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wasser-verband-moehlingruppe\/","title":{"rendered":"Wasser-Verband Moehlingruppe"},"content":{"rendered":"<p><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START -->Die EU legt fest, wie unser <a title=\"Trinkwasser\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trinkwasser\/\">Trinkwasser<\/a> aufbereitet werden darf und welche Grenzwerte eingehalten werden m\u00fcssen.\u00a0Wer noch Zweifel hat, dass <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">Europarecht<\/a> seinen Alltag durchdringt, sollte sich bewusst machen, dass auch der t\u00e4gliche Dreh am Wasserhahn mit europ\u00e4ischen Regeln zu tun hat. F\u00fcr die Wasserwirtschaft von Bedeutung sind die EG-Richtlinie 98\/83\/EG &#8222;\u00dcber die Qualit\u00e4t von Wasser f\u00fcr den menschlichen Gebrauch&#8220;, <!--more-->die Wasserrahmenrichtlinie 2000\/60\/EG, wonach bis zum Jahr 2015 B\u00e4che, Fl\u00fcsse, Seen und K\u00fcstengew\u00e4sser sowie die Grundwasservorr\u00e4te &#8222;einen guten \u00f6kologischen Zustand&#8220; erreicht haben m\u00fcssen, und die Grundwasserrichtlinie 2006\/118\/EG. Umgesetzt werden diese Regelwerke durch das deutsche Wasserhaushaltsgesetz sowie die nationale Grundwasser- und Trinkwasserverordnung. Sie vollst\u00e4ndig zu erl\u00e4utern ist unm\u00f6glich, herausgegriffen seien daher einige Aspekte \u2013 und zwar am Beispiel der M\u00f6hlingruppe. Das ist ein Zweckverband, der rund 14 500 Einwohner der Gemeinden Schallstadt, Bollschweil, Ehrenkirchen und Pfaffenweiler sowie des Bad Krozinger Ortsteils Biengen mit Trinkwasser versorgt. Daf\u00fcr betreibt der Verband ein System von Quellfassungen, Leitungen, Pumpwerken, Verteilern und Beh\u00e4ltern, dessen Herzst\u00fcck und Schaltzentrale ein Mischbeh\u00e4lter oberhalb Ehrenkirchens an der S\u00fcdseite des Sch\u00f6nbergs ist. Die vier Kammern aus Stahlbeton k\u00f6nnen 3000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. 700 000 Kubikmeter Wasser durchlaufen ihn jedes Jahr. 500 000 Kubikmeter liefern Quellen am Schauinsland, weitere 100 000 Kubikmeter Quellen auf der Gemarkung Bollschweils und noch einmal 100 000 Kubikmeter kommen aus dem Wasserwerk Hausen der Badenova.<\/p>\n<div>\n<div id=\"zoneAdserverMrec\">\n<div id=\"helperAdserverMrec\"><noscript><\/noscript><\/p>\n<div id=\"beacon_21ea106eb2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/w.online-verlag-freiburg.de\/www\/delivery\/lg.php?bannerid=818&amp;campaignid=379&amp;zoneid=133625&amp;loc=1&amp;referer=http%3A%2F%2Fwww.badische-zeitung.de%2Fkreis-breisgau-hochschwarzwald%2Fklare-regeln-fuer-klares-wasser--71364790.html&amp;cb=21ea106eb2\" alt=\"\" width=\"0\" height=\"0\" \/>Ein Mix aus Quell- und Grundwasser speist also die Wasserversorgung der M\u00f6hlingruppe. Das Grundwasser aus Hausen, das bis zu 40 Jahre durch die Boden- und Kiesschichten des Schwemmf\u00e4chers der M\u00f6hlin unterwegs ist, hat einen vergleichsweise hohen Kalkgehalt. Das Quellwasser vom Schauinsland hingegen enth\u00e4lt relativ viel Kohlens\u00e4ure, weshalb es ents\u00e4uert werden muss. Das geschieht, indem das Wasser \u00fcber eine sogenannte Wellbahnanlage gesp\u00fclt wird. Dabei wird die Kohlens\u00e4ure durch Sauerstoff ersetzt und entweicht. Alternativ lie\u00dfe sich gebrannter Kalk zusetzen oder das Wasser k\u00f6nnte durch einen Filter laufen, der kalkreiche Marmorsandk\u00f6rner enth\u00e4lt. Denn: Kalk neutralisiert. Desinfiziert wird das Trinkwasser der M\u00f6hlingruppe durch Bestrahlung mit UV-Licht, was eine Chlorierung \u00fcberfl\u00fcssig macht.<br \/>\nDas Wasser wird regelm\u00e4\u00dfig auf Keime untersucht. Damit ist schon viel gesagt \u00fcber die rechtlichen Vorgaben. &#8222;Sie schreiben vor, welche Materialien mit Wasser in Ber\u00fchrung kommen und welche Stoffe und Verfahren die Wasserversorger anwenden d\u00fcrfen, um das Wasser aufzubereiten&#8220;, erkl\u00e4rt Klaus Rhode, Leiter des Fachbereichs Wasser bei der Badenova, von deren Ingenieuren sich die M\u00f6hlingruppe seit 1997 fachlich beraten l\u00e4sst. Von ihnen unterst\u00fctzt hat dieser Zweckverband auch einen Ma\u00dfnahmenkatalog f\u00fcr Notf\u00e4lle erarbeitet, was ebenfalls nach EU-Recht vorgeschrieben ist. Weiter sind laufende bakteriologische Untersuchungen des Rohwassers und des fertigen Trinkwassers n\u00f6tig. Die M\u00f6hlingruppe macht das sechs Mal im Jahr; der Rhythmus h\u00e4ngt von der Wassermenge ab, die ein Versorger abgibt. Die Freiburger Badenova etwa, die mit 13,7 Millionen Kubikmetern ungleich mehr Wasser allein an die Freiburger verkauft, untersucht das Wasser w\u00f6chentlich auf Keime. Eine chemisch-physikalische Untersuchung erfolgt bei der M\u00f6hlingruppe einmal im Jahr. Dabei werden rund 50 Werte ermittelt, beispielsweise wie hoch der Gehalt an Pflanzenschutzmitteln, Schwermetallen oder Radioaktivit\u00e4t ist. Bestimmte Grenzwerte m\u00fcssen eingehalten werden.<br \/>\nNat\u00fcrlich folgt die Bereitstellung von Trinkwasser in Deutschland nicht erst seit dem Erlass der EG-Richtlinie 98\/83\/EG Regeln. Der traditionell hohe nationale Standard wirkte sogar als Impulsgeber f\u00fcr das europ\u00e4ische Recht. Erst 2012 haben das Bundesgesundheitsministerium und das Umweltbundesamt im Bericht zur Trinkwasserqualit\u00e4t festgestellt, dass das Wasser, das deutsche Haushalte erreicht, zu 99 Prozent den gesetzlichen Auflagen entspricht und nur sehr selten Grenzwerte \u00fcberschritten sind. Die europ\u00e4ische Richtlinie beschreibt Mindestanforderungen, die sicherstellen sollen, dass Trinkwasser &#8222;keine Mikroorganismen, Parasiten und Stoffe jedweder Art in einer Konzentration enth\u00e4lt, die eine potenzielle Gef\u00e4hrdung der menschlichen Gesundheit darstellt&#8220;.Bereits 1913 ver\u00f6ffentlichte der Vorg\u00e4nger des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW), einer technisch-wissenschaftlichen Vereinigung, der die \u00f6ffentlichen Ver- und Entsorger angeh\u00f6ren, Vorschriften f\u00fcr die Ausf\u00fchrung und Ver\u00e4nderung von Wasserleitungsanlagen, die sp\u00e4ter als technische Vorschriften und Richtlinien Wasser daherkamen und 1940 zur Grundlage einer DIN-Norm wurden. Bis heute gibt der DVGW regelm\u00e4\u00dfig verbindliche Regelwerke heraus, die den aktuellen Stand der Technik und die gesetzlichen Vorgaben fortschreiben, auch ist er f\u00fcr die Normung und Zulassung von Verfahren und Materialien zust\u00e4ndig. Er setzt sozusagen das europ\u00e4ische und nationale Recht um.<br \/>\n27.4.2013, Silvia Faller<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU legt fest, wie unser Trinkwasser aufbereitet werden darf und welche Grenzwerte eingehalten werden m\u00fcssen.\u00a0Wer noch Zweifel hat, dass Europarecht seinen Alltag durchdringt, sollte sich bewusst machen, dass auch der t\u00e4gliche Dreh am Wasserhahn mit europ\u00e4ischen Regeln zu tun &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wasser-verband-moehlingruppe\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[179,242],"tags":[241,484],"class_list":["post-28026","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-markgraeflerland","category-wasser","tag-grundwasser","tag-kommune"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28026"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28026\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}