{"id":26437,"date":"2013-04-01T17:03:01","date_gmt":"2013-04-01T15:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=26437"},"modified":"2013-04-06T17:31:28","modified_gmt":"2013-04-06T15:31:28","slug":"unsere-muetter-unsere-vaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/unsere-muetter-unsere-vaeter\/","title":{"rendered":"Unsere Muetter, unsere Vaeter"},"content":{"rendered":"<p>Mit seinem <a title=\"Film\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/film\/\">Film<\/a>\u00a0&#8222;Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter&#8220; will der 53-j\u00e4hrige Nico Hofmann dazu beitragen, dass Enkel, Gro\u00df- und Urenkel ihre Vorfahren besser verstehen.\u00a0Der 15 Mio teure dreiteilige Antikriegsfilm, der die Geschichten von f\u00fcnf Berliner Freunden zur Zeit des <a title=\"Juden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/\">Zweiten Weltkriegs<\/a>\u00a0erz\u00e4hlt,\u00a0fand sein Publikum:\u00a025 % TV-Marktanteil und 7,2 bzw. 6,2 Mio Zuschauer in den ersten beiden Folgen. Nico Hofmanns Hoffnung hat sich erf\u00fcllt.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Nicht nur Gut und B\u00f6se<br \/>\n<\/strong>&#8222;Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter&#8220; hat \u00fcberzeugt, weil der Film auf eine Klassifizierung verzichtete. &#8230;. Diese Ambivalenz, das bewusste Vermeiden, jemanden als Nur-T\u00e4ter oder Nur-Opfer zu klassifizieren, wurde in &#8222;Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter&#8220; bildm\u00e4chtig in Szene gesetzt: mit schonungslosen, brutalen Bildern. Dass so viele Fernsehzuschauer sich dieser Wucht aussetzten, und das \u00fcber drei Abende, begleitet von nicht-fiktionalen Formaten wie Dokus und Talkshows, ist eine gute Nachricht. Nicht nur f\u00fcr Produzent Nico Hofmann. Das Reden mit M\u00fcttern und V\u00e4tern, Gro\u00dfm\u00fcttern und Gro\u00dfv\u00e4tern k\u00f6nnte nun leichter fallen. Hoffentlich.<br \/>\nAlles von Heidi Ossenberg vom 21.3.2013 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/nicht-nur-gut-und-boese--70221821.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/nicht-nur-gut-und-boese&#8211;70221821.html<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Es darf doch langsam der Weg zur Wahrheit auch \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg gesucht werden<\/strong><br \/>\nIn den achtziger Jahren habe ich \u2013 bis dahin vor allem mit dunklen Seiten unserer deutschen Geschichte besch\u00e4ftigt \u2013 zum ersten Mal von den Pogromen gelesen, die Polen ihren aus dem Grauen des Holocaust zur\u00fcckgekehrten polnischen Landsleuten antaten. Dem Morden der Nazis in den KZs entkommen, erwartete viele in ihrem Heimatland der sichere Tod. Mitgef\u00fchl mit den \u00dcberlebenden? Fehlanzeige. Gerechtigkeit f\u00fcr die, die alles bis auf das nackte Leben verloren hatten? Keine Spur. Die Polen selbst setzen sich seit einigen Jahren mit ihrem eigenen, tief verwurzelten Judenhass auseinander. Und ich meine, inzwischen darf auch ein deutscher Film dies thematisieren, ohne sich wieder der allseits beliebten, weil so einfachen, polemischen Anti-Deutschland-Demagogie aussetzen zu m\u00fcssen. Es darf doch langsam der Weg zur Wahrheit auch \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg gesucht werden. Und der mordende Antisemitismus in Polen wurde so lange verschwiegen, dass er nun nicht mehr l\u00e4nger wegzuschweigen ist.<br \/>\nDass es auf beiden Seiten Mutige und Gerechte gab, wissen wir alle. Dass es auf beiden Seiten die M\u00f6rder und die Mitl\u00e4ufer und diejenigen gab, denen die &#8222;Endl\u00f6sung der Judenfrage&#8220; gerade recht war, wissen wir auch. Sagen wir es also auch. Ohne gegenseitige Anklage. Aber auch endlich ohne uns gegenseitig den Mund zu verbieten.<br \/>\n6.4.2013, Margit Wolf, Denzlingen<br \/>\nBeitrag von Ulrich Kr\u00f6kel (Kultur, 27. M\u00e4rz 2013):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kultur-sonstige\/polnischer-botschafter-protestierte--70421712.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kultur-sonstige\/polnischer-botschafter-protestierte&#8211;70421712.html<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Grauen sa\u00df so tief, da blieb nur Schweigen<br \/>\n<\/strong>Unsere Enkel sollen ihre Ahnen sicher nicht verachten, und das werden sie auch nicht, wenn sie verstehen, wie dankbar sie den Ahnen, wie die Schreiberin uns nennt \u2013 ich bin 80 Jahre alt und z\u00e4hle dazu \u2013 sein d\u00fcrfen, dass wir alles getan haben, um zu verhindern, dass nachfolgende Generationen die Schrecken eines Krieges erleben. Die M\u00e4nner und Frauen, die diese Zeit erlebt haben, konnten einfach nicht dar\u00fcber reden, daf\u00fcr sa\u00df das Grauen zu tief und Therapeuten, die die Heimkehrer h\u00e4tten betreuen k\u00f6nnen \u2013 wie heute die Freiwilligen, die sich f\u00fcr Kriegseins\u00e4tze melden \u2013 gab es nicht. Es blieb nur das Schweigen.<br \/>\nAlso, wenn Ihr k\u00f6nnt, redet jetzt noch dar\u00fcber und verhindert, dass je wieder ein Krieg verherrlicht wird und Eure Enkel mit blumengeschm\u00fcckten Bajonetten in die H\u00f6lle des Krieges marschieren. Es geht immer nur um Macht und Geld f\u00fcr eine kleine Gruppe.<br \/>\n6.4.2013, Maria Sowa, Freiburg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Film half, die Ahnen besser zu verstehen<br \/>\n<\/strong>Frau Steinborn fragt sich, ob der Film &#8222;Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter&#8220; dazu dienen sollte, dass Enkel, Gro\u00df- und Urenkel ihre Ahnen verurteilen und verachten sollen. Nein, er verhalf vielmehr dazu, sie besser zu verstehen, und damit auch uns selber. Und das ist gut so!<br \/>\n6.4.2013, Rita Fritz, Waldshut<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem Film\u00a0&#8222;Unsere M\u00fctter, unsere V\u00e4ter&#8220; will der 53-j\u00e4hrige Nico Hofmann dazu beitragen, dass Enkel, Gro\u00df- und Urenkel ihre Vorfahren besser verstehen.\u00a0Der 15 Mio teure dreiteilige Antikriegsfilm, der die Geschichten von f\u00fcnf Berliner Freunden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs\u00a0erz\u00e4hlt,\u00a0fand sein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/unsere-muetter-unsere-vaeter\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,80],"tags":[337,420],"class_list":["post-26437","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-medien","tag-historie","tag-juden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26437"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26437\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}