{"id":23851,"date":"2013-03-06T20:44:05","date_gmt":"2013-03-06T19:44:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=23851"},"modified":"2013-03-06T20:44:05","modified_gmt":"2013-03-06T19:44:05","slug":"buergerversammlung-stegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/buergerversammlung-stegen\/","title":{"rendered":"Buergerversammlung Stegen"},"content":{"rendered":"<p>Trotz Fu\u00dfball war die B\u00fcrgerversammlung in <a title=\"Stegen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stegen\/\">Stegens<\/a> Kageneckhalle mit \u00fcber 300 B\u00fcrgern enorm gut besucht. Die Tagesordnung war lang und die Anwesenden folgten \u00fcber drei Stunden lang konzentriert den Ausf\u00fchrungen des B\u00fcrgermeisters und mehrerer Fachreferenten zu den aktuellen politischen Themen der Gemeinde.<!--more--><\/p>\n<p>B\u00fcrgerversammlung I:<br \/>\nDie Innerortssanierung des Ortskerns<br \/>\nDie Innerortssanierung ist schon lange Jahre in Planung, doch jetzt wird es ernst: die Mittel aus den Sanierungsprogrammen von Land und Bund sind bereitgestellt und mit den Bauarbeiten soll in diesem Jahr noch begonnen werden. Ziel der Sanierung ist es, die Infrastruktur in Stegen zu erhalten und zu verbessern, so dass die Dinge des t\u00e4glichen Bedarfs im Ort und m\u00f6glichst fu\u00dfl\u00e4ufig eingekauft werden k\u00f6nnen. Mit der Errichtung eines Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses und der Erweiterung der Verkaufsfl\u00e4che soll der Standort eines Lebensmittelmarktes in Stegen langfristig zu gesichert werden. Gleichzeitig wird die Kirchzartener Stra\u00dfe umgestaltet. Das Konzept der Planung erl\u00e4uterte Pit M\u00fcller, Gewinner des Wettbewerbs und beauftragter Planer. Vorrangiges Ziel sei es, die Kirchzartener Stra\u00dfe, die momentan vom Stra\u00dfenverkehr dominiert wird, fu\u00dfg\u00e4ngerfreundlicher zu gestalten. Deshalb werde die Fahrbahn von 6.50 m auf 6.00m verschm\u00e4lert, was den Geh- und Radwegen zu Gute kommt. Die Randsteine werden verschwinden, so dass die Verkehrsraum barrierefrei und das Einkaufen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen problemlos m\u00f6glich sein wird. Eine vorausschauende und n\u00f6tige Ma\u00dfnahme, denn im Jahre 2040 werden 30 % der Bev\u00f6lkerung \u00fcber 65 sein! Gleichzeitig wird ein Orientierungssystem f\u00fcr Blinde und Sehbehinderte integriert, das beispielsweise Bushaltestellen oder Stra\u00dfen\u00fcberg\u00e4nge speziell markiert.<br \/>\nUm weg von der geradeaus f\u00fchrenden Durchfahrtsstra\u00dfe zu kommen weitete M\u00fcller zwei Bereich zu Pl\u00e4tzen auf: beim \u00d6Z wird der Wall entfernt, so dass eine r\u00e4umliche Weite und eine Blickbeziehung zum Dorfplatz entsteht. Der Bereich zwischen Rathaus und Rei\u00dfbeck ist ebenfalls als \u00fcberfahrbarer Platz konzipiert. K\u00fcnftig wird dort auch wieder der Haupteingang des Rathauses sein. Was die Parksituation und Warenanlieferung f\u00fcr den Lebensmittelmarkt angeht, so wird der Eingang des Friedhofs verlegt und neu gestaltet. Au\u00dferdem entf\u00e4llt die Bushaltestelle, die an die Einfahrt Dorfplatz verlegt wird. W\u00e4hrend f\u00fcr die Bewohner des neuen Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses und die Praxen Tiefgaragenpl\u00e4tze vorgesehen sind, sind f\u00fcr die Kunden der Gesch\u00e4fte oberirdische Stellpl\u00e4tze geplant. Neben den L\u00e4ngsparkpl\u00e4tzen entlang der Kirchzartener Stra\u00dfe wird es auch Querparkpl\u00e4tze im Bereich des Marktes geben. Der Geh- und Radweg ist dort gesplittet, dazwischen liegen die Querparkpl\u00e4tze. Das bedeutet, dass beim Ein- und Ausparken der Radweg \u00fcberfahren werden muss.<br \/>\nDieser Punkt wurde von den B\u00fcrgern kritisch gesehen und f\u00fchrte zu Diskussionen. Verwaltung und Gemeinderat halten diese L\u00f6sung f\u00fcr vertretbar, zumal sie mit den Fachbeh\u00f6rden und der Polizei abgestimmt sei. Da der Radweg in diesem Bereich f\u00fcr Radfahrer nicht verpflichtend sei, k\u00f6nnten sie auch auf die Stra\u00dfe ausweichen. Au\u00dferdem sei der Radweg mit seinen drei Metern Breite sehr \u00fcbersichtlich. Die Bauma\u00dfnahmen werden in Abschnitten durchgef\u00fchrt und da immer nur auf einer Stra\u00dfenseite gearbeitet wird, sei eine Sperrung der Stra\u00dfe nicht n\u00f6tig, so M\u00fcller.<\/p>\n<p>B\u00fcrgervesammlung II: Bebauungsplan Oberbirken<br \/>\nDa in Stegen keine Baupl\u00e4tze mehr zur Verf\u00fcgung stehen, wird in Oberbirken ein kleines Baugebiet ausgewiesen. Dipl.-Ing. Heinz-J\u00fcrgen Hartmann stellte den Bebauungsplan vor, der demn\u00e4chst rechtsg\u00fcltig wird. Geplant sind Einzel-, Doppelh\u00e4user und ein Mehrfamilienhaus. Da es sich um eine empfindliche Randlage handelt, orientieren sich die Firsth\u00f6hen am bestehenden Bestand. Insgesamt gesehen f\u00e4llt die \u00d6kobilanz mit der Ausweisung dieses Baugebietes negativ aus, deshalb werden Ausgleichsma\u00dfnahmen n\u00f6tig, die die Gemeinde mit Gew\u00e4sserentwicklungsma\u00dfnahmen am Eschbach t\u00e4tigt.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerversammlung III: Erweiterung des Gewerbeparks<br \/>\nDie Pl\u00e4ne f\u00fcr die Erweiterung des Gewerbeparks gehen ab dem 11. M\u00e4rz 2013 einen Monat lang in die Offenlage, in der die \u00a0B\u00fcrger noch einmal die M\u00f6glichkeit haben, Bedenken und Anregungen einzubringen.<br \/>\nDas Gewerbegebiet wird deutlich erweitert, B\u00fcrgermeister Kuster wies jedoch darauf hin, dass dies eine langfristige auf die n\u00e4chsten zehn oder f\u00fcnfzehn Jahre hin angelegte Planung sei. Die Erweiterung sei n\u00f6tig, weil ein ortsans\u00e4ssiger B\u00fcrger und Unternehmer seinen Betrieb in Stegen ansiedeln und damit Arbeitspl\u00e4tze in Stegen schaffen wolle. Dass es dadurch zu einer Verkehrszunahme komme, bezweifelt der B\u00fcrgermeister. Stegen sei eine Auspendlergemeinde und dadurch entstehe sehr viel Verkehr. Seien die Arbeitspl\u00e4tze vor Ort, k\u00f6nnten die Angestellten sogar zu Fu\u00df zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Auch hier werden aufgrund der negativen \u00d6kobilanz Ausgleichsma\u00dfnahmen n\u00f6tig. Biologisch wertvoll ist diese bisher landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che, weil dort rote und schwarze Milane vorkommen. Da das Gewerbegebiet jedoch nur schrittweise bebaut wird, fallen auch die Ausgleichsma\u00dfnahmen nur in Etappen an.<\/p>\n<p>B\u00fcrgervesammlung IV: Fl\u00e4chennutzungsplan Windenergie<br \/>\nDipl.-Ing. Eric Lippe vom B\u00fcro Faktor gr\u00fcn gab einen kurzen \u00dcberblick, was den Planungsstand angeht des Verfahrens angeht. Standorte auf Stegener Gemarkung sind das Streckereck, Flaunser und Brombergkopf. In den n\u00e4chsten Wochen und Monaten werden hierzu n\u00e4here artenschutzrechtliche Untersuchungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerversammlung V: Streifzug durch die Kommunalpolitik<br \/>\nDer demografische Wandel geht auch an Stegen nicht vorbei. Noch vor zehn Jahren wurden 70 Kinder im Jahr geboren, in 2012 waren es gerade mal 24. Die Alterspyramide verschiebt sich, der Anteil der \u00c4lteren wird mehr, der Anteil der J\u00fcngeren weniger. Hinzu kommt, dass die B\u00fcrger immer \u00e4lter werden. Deshalb ben\u00f6tige Stegen weitere Betreuungs- und Pflegeangebote. Kuster lobte ausdr\u00fccklich die Initiative des Vereins \u201eMiteinander Stegen e.V.\u201c, der schon viel ehrenamtlich bewegt habe und langfristig ein Haus mit Tagesbetreuung und Pflegeangeboten plane.<br \/>\nDie Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule ist komplett saniert, bleibt die Hoffnung, dass sie trotz r\u00fcckg\u00e4ngiger Sch\u00fclerzahlen dem Dorf erhalten bleibt.<br \/>\nDie Kindergarten- und Kleinkindbetreuung habe Stegen sehr fr\u00fch in Angriff genommen, so dass die Gemeinde hier sehr gut dastehe. Stegen unterst\u00fctze zudem den Tageselternverein Dreisamtal-Hochschwarzwald.<br \/>\nSeit 2012 gibt es auf den Friedh\u00f6fen mit g\u00e4rtnergepflegten Grabfeldern ein neues erweitertes Angebot<br \/>\nStegen verf\u00fcgt jetzt endlich \u00fcber eine DSL-Breitband-Internetversorgung als wichtige Infrastruktur f\u00fcr die Einwohner.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerversammlung VI: B\u00fcrgerfragen<br \/>\nWarum ist Stegen noch nicht entschuldet?<br \/>\nStegen stehe nicht schlecht da, was die Pro-Kopf-Verschuldung angehe, so der B\u00fcrgermeister. Zwar beliefe sich die Pro-Kopf-Verschuldung f\u00fcr Abwasser- und Wasserversorgung auf \u00fcber 500,- Euro, jedoch wurde in den letzten Jahren viel investiert und insgesamt arbeitet dieser Bereich \u00fcber die Geb\u00fchren kostendeckend. Bei den 287,- Euro pro Kopf im allgemeinen Haushalt, m\u00fcsse man sehen, dass damit auch Fotovoltaik-Anlagen finanziert worden seien, mit denen auch Einnahmen erwirtschaftet werden. Schulden seien also nicht gleich Schulden! Und dann gibt es noch die 698,- Euro als Beteiligung an der Badenova. Damit jedoch bringe sich die Gemeinde in die Energiepolitik ein und unterst\u00fctze einen regionalen Energieversorger, der auf dem Weg ist, zu 100% regenrative Energie zu produzieren und zu verkaufen und auf Atomstrom zu verzichten.<\/p>\n<p>Wann leistet Stegen endlich seinen Beitrag zur Energiewende?<br \/>\nStegen brauche sich nicht zu verstecken, so Kuster. Auf fast allen gemeindeeigenen Geb\u00e4uden w\u00e4ren Fotovoltaik-Anlagen installiert \u2013 auf dem Schulgeb\u00e4ude sei es aus statischen Gr\u00fcnden leider nicht m\u00f6glich gewesen. Die Geb\u00e4ude rund um das Rathaus werden mit Nahw\u00e4rme aus einer Holzpelletanlage versorgt und die Stra\u00dfenbeleuchtung sei auf LED-Technik umgestellt, was sehr viel Energie einspare.<\/p>\n<p>Warum leistet sich Stegen zwei Ortschaftsr\u00e4te und -verwaltungen?<br \/>\nBei der Kreis- und Gemeindereform 1973 wurde vertraglich festgeschrieben, dass die Ortschaftsr\u00e4te nur sich selbst aufl\u00f6sen k\u00f6nnen. Der Gemeinderat kann diesen Beschluss gar nicht fassen.<\/p>\n<p>Warum braucht Stegen sowohl f\u00fcr den Kernort als auch f\u00fcr die Ortsteile eigene Feuerwehrh\u00e4user und das bei 4500 Einwohnern?<br \/>\nDas Feuerwehrwesen ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und er, Kuster sei froh, dass diese Aufgabe ehrenamtlich von den drei Wehren mit 80 Freiwilligen geleistet werde. Eine Berufsfeuerwehr k\u00e4me die Gemeinde teurer als die Unterhaltung dieser drei Standorte. Au\u00dferdem w\u00fcrden die Schulungsr\u00e4ume der Feuerwehr im B\u00fcrgerhaus Wittental oder im Vereinshaus multifunktional genutzt! Allerdings habe die Feuerwehr Nachwuchssorgen und deshalb g\u00e4be es im Herbst einen Tag der offenen T\u00fcr aller drei Wehren.<br \/>\n6.3.2013, Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Fu\u00dfball war die B\u00fcrgerversammlung in Stegens Kageneckhalle mit \u00fcber 300 B\u00fcrgern enorm gut besucht. 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