{"id":22845,"date":"2013-02-22T19:09:19","date_gmt":"2013-02-22T18:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=22845"},"modified":"2013-02-22T19:09:19","modified_gmt":"2013-02-22T18:09:19","slug":"fleisch-verbraucher-regionales","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fleisch-verbraucher-regionales\/","title":{"rendered":"Fleisch Verbraucher Regionales"},"content":{"rendered":"<p>Freiburg diskutiert: Was ist uns gutes <a title=\"Vegetarisch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/vegetarisch\/\">Fleisch<\/a> wert? &#8211; <a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regionales<\/a> als Gegenbewegung.\u00a0Pferdefleisch &#8211; und kein Ende. Das Thema dominiert seit Tagen die \u00f6ffentliche Debatte. Ohne Frage: Die <a title=\"Nahrungsmittelverschwendung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/abfall\/nahrungsmittelverschwendung\/\">Fleischpanscher<\/a> sind kriminell. Doch statt hysterisch nach mehr Kontrollen zu verlangen, sollte sich der <a title=\"Verbraucher\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/\">Verbraucher<\/a>\u00a0auch selbst hinterfragen.\u00a0\u00a0<br \/>\nMan muss erstaunt sein, dass es anscheinend immer noch Leute gibt, <!--more-->die sich bei jedem neuen Nahrungsmittel-Skandal emp\u00f6ren, als h\u00e4tte es so etwas noch nie gegeben. Vom Rinderwahn \u00fcber Dioxin-Eier, Antibiotika-Gefl\u00fcgel bis hin zum Gammelfleisch sind Lebensmittelskandale doch fast schon ein St\u00fcck Alltag. Nun ist es also\u00a0 billiges Pferdefleisch, das unter dem Etikett des teureren Rindfleischs verkauft wird. Fleischpanscher haben daran verdient und den machtlosen Verbraucher betrogen. F\u00fcr Axel Mayer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der<a title=\"BUND\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/bund\/\"> BUND<\/a>-Regionalgesch\u00e4ftsstelle in Freiburg, tr\u00e4gt Letzterer jedoch auch Mitschuld: &#8222;Wer sich f\u00fcr 1,49 Euro Fertig-Lasagne kauft, muss sich nicht wundern, wenn ihn das Billigprodukt anwiehert.&#8220;<br \/>\nEin paar Fakten: Der Fleischkonsum in unserer Gesellschaft befindet sich auf einem \u00e4u\u00dferst hohen &#8211; Kritiker w\u00fcrden sagen ungesunden &#8211; Niveau: 85 Prozent der Deutschen essen nahezu jeden Tag Fleisch. Mit rund 60 Kilogramm pro Jahr essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in wirtschaftlich weniger entwickelten L\u00e4ndern. \u00dcber die schlechte \u00d6kobilanz dieser Angewohnheit macht sich kaum jemand Gedanken. Vielmehr herrscht beim Durchschnittsverbraucher eine Es-muss-billig-sein-Mentalit\u00e4t. Dass diese Erwartungshaltung und die daraus resultierende Preiskampfpolitik das eigentliche Problem sind, das hinter dem\u00a0 Pferdefleischskandal steht, geht in der hysterischen Debatte fast unter.<br \/>\nIn Freiburg, dessen Bewohner bekanntlich den Ruf genie\u00dfen, beim Essen etwas genauer hinzuschauen und &#8211; in frankophiler Tradition &#8211; f\u00fcr Schmackhaftes etwas mehr ausgeben, sieht man sich gerne als Speerspitze einer Verbraucher-Gegenbewegung: regional, saisonal und nicht industriell soll sein, was auf den Tisch kommt. Dieses Bewusstsein findet immer mehr Anh\u00e4nger.<br \/>\n&#8222;Wenn wir ehrlich sind, folgt Nahrungsmittelskandal auf Nahrungsmittelskandal, alle sechs Monate wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben&#8220;, sagt Axel Mayer. Er sieht die Politik unter Zugzwang: &#8222;Es gen\u00fcgt nicht, wenn sich die Industrie selbst zu Kontrollen verpflichtet, auch der Staat muss noch viel st\u00e4rker kontrollieren. Und es muss mehr Transparenz her.&#8220; Auf der anderen Seite m\u00fcsse die kleine und mittlere Landwirtschaft, wie es sie in S\u00fcdbaden gibt, gest\u00e4rkt werden.<br \/>\nMartin Armbruster, beim BadischenLandwirtschaftlichen Hauptverband (<a title=\"BLHV\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/blhv\/\">BLHV<\/a>) f\u00fcr Erzeuger- und Marktfragen zust\u00e4ndig, ist der Ansicht, dass die Gesetze wie auch die Kontrollen ausreichend seien. &#8222;Schlie\u00dflich wurde der Betrug ja durch eine Kontrolle aufgedeckt. Bei entsprechender krimineller Energie werden sich immer irgendwelche Schlupfl\u00f6cher finden&#8220;, ist er \u00fcberzeugt. Kritischer sieht er die radikale Entfernung des Verbrauchers vom Lebensmittel tierischen Ursprungs. &#8222;Wenn hier mehr Bewusstsein vorhanden w\u00e4re, w\u00fcrde sich auch das Konsumverhalten \u00e4ndern&#8220;, ist er \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Der Bezug zum Tier ist auch f\u00fcr Bertold Disch, Obermeister der Fleischer-Innung in Freiburg, ein wichtiger Punkt &#8211; wenn auch aus anderer Perspektive: &#8222;Unsere Fleischereibetriebe schlachten entweder selbst oder beziehen ihr Fleisch von Quellen, die sie genau kennen.&#8220; Dass solches Fleisch nicht zum Discounterpreis zu haben ist, m\u00fcsse der Verbraucher nachvollziehen k\u00f6nnen. &#8222;Ich frage mich immer, warum immer noch so viele Menschen die billigen Preise f\u00fcr Fleisch nicht hinterfragen. Im Gegenteil: Wenn die Leute ein Kotelett f\u00fcr unter zwei Euro sehen, sagen sie: Das ist aber g\u00fcnstig. Wenn man denen aber einen neuen Mercedes zum Preis eines gebrauchten Kleinwagens anbieten w\u00fcrde, w\u00fcrden sie denken, irgendwas kann hier nicht stimmen&#8220;, erl\u00e4utert Disch.\u00a0 Sven Meyer<br \/>\n22.2.2013, Sven Meyer, <a href=\"https:\/\/www.freiburger-wochenbericht.de\">www.freiburger-wochenbericht.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiburg diskutiert: Was ist uns gutes Fleisch wert? &#8211; Regionales als Gegenbewegung.\u00a0Pferdefleisch &#8211; und kein Ende. Das Thema dominiert seit Tagen die \u00f6ffentliche Debatte. Ohne Frage: Die Fleischpanscher sind kriminell. 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