{"id":22277,"date":"2013-02-14T18:29:46","date_gmt":"2013-02-14T17:29:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=22277"},"modified":"2013-02-14T18:32:10","modified_gmt":"2013-02-14T17:32:10","slug":"bekassine-vogel-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bekassine-vogel-2013\/","title":{"rendered":"Bekassine &#8211; Vogel 2013"},"content":{"rendered":"<p>Zum Vogel des Jahres 2013 hat der Naturschutzbund Deutschland (<a title=\"Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/nabu\/\">Nabu<\/a>) die Bekassine gek\u00fcrt. Dabei handelt es sich um eine Schnepfenart \u2013 also um einen Watvogel mit langem Schnabel, der in Feuchtgebieten lebt und am Boden br\u00fctet. Im <a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Landkreis<\/a> soll das braun gefiederte und vor allem in der D\u00e4mmerung aktive Tier demn\u00e4chst durch naturschutzfachliche Pflegema\u00dfnahmen gef\u00f6rdert werden. <!--more-->\u00dcber die in etwa taubengro\u00dfe Bekassine gibt es viel Spannendes zu berichten \u2013 zum Beispiel, dass ihr rund sieben Zentimeter langer Schnabel wie ein technisches Perfektionsger\u00e4t eingesetzt wird: Sein Oberteil ist n\u00e4mlich vorne biegsam, so dass er sich bei der Nahrungssuche gut in den weichen Sumpfboden bohren l\u00e4sst. Kleine Beutetiere kann die Bekassine verschlucken, ohne ihren Schnabel aus der feuchten Erde ziehen zu m\u00fcssen.<br \/>\nAu\u00dferdem vollf\u00fchren die gesch\u00fctzten V\u00f6gel akrobatische Kunstfl\u00fcge und geben besondere Laute von sich: Werden sie aufgeschreckt, rufen sie meistens &#8222;\u00e4tsch&#8220; und machen sich mit rasend schnellem Fl\u00fcgelschlag im Zickzack auf und davon. Und manchmal meckern sie sogar: Bei der Balz spreizen die M\u00e4nnchen im Sturzflug die \u00e4u\u00dferen Schwanzfedern ab, wobei durch den Wind ein besonderes Ger\u00e4usch entsteht, das sich in etwa wie das Meckern einer Ziege anh\u00f6rt. Deshalb wird die Bekassine auch &#8222;Himmelsziege&#8220; genannt. Zum Motzen hat die Bekassine indes auch allen Grund: Durch das Trockenlegen von Feuchtwiesen und Mooren schwindet ihr Lebensraum n\u00e4mlich zusehends. In Deutschland gibt es daher nur noch rund 6000 Brutpaare \u2013 etwa halb so viel wie vor 20 Jahren, die meisten davon in Norddeutschland. Eine weitere Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang ist, dass dieser Zugvogel in vielen L\u00e4ndern bejagt wird.<br \/>\nIm Stadt- und Landkreis gilt die Bekassine mittlerweile als Rarit\u00e4t: &#8222;Vermutlich d\u00fcrfte sie im 19. Jahrhundert in den Dreisamniederungen und an einigen anderen Stellen gebr\u00fctet haben, inzwischen ist sie dort als Brutvogel aber nicht mehr bekannt&#8220;, sagt Felix Bergmann vom Nabu-Bezirksverband S\u00fcdbaden. Allerdings mache die Bekassine im Fr\u00fchjahr und Herbst auf dem Weg von und zu ihren Winterquartieren an manchen Stellen bei uns Rast: &#8222;Zur Zugzeit von September bis November und dann wieder von Februar bis April taucht sie unter anderem auf den Mengener Wiesen sowie im Naturschutzgebiet Humbr\u00fchl bei Freiburg-Waltershofen auf&#8220;, nennt der Biologe zwei Beispiele. Neben verschiedenen Baggerseen in der Rheinebene und dem alten Rhein selbst k\u00e4men als Rastpl\u00e4tze f\u00fcr die Bekassine etwa das Naturschutzgebiet Hochdorfer Wiesen sowie besonders nasse Feuchtgebiete bei March-Neuershausen in Betracht. &#8222;Leider sind derartige Fl\u00e4chen inzwischen jedoch oftmals verbuscht und daher f\u00fcr die in offenen Bereichen lebende Bekassine nicht mehr interessant&#8220;, erkl\u00e4rt Biologe Reinhold Treiber vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Breisgau-Hochschwarzwald. F\u00fcr 2013 plane man in enger Zusammenarbeit mit den J\u00e4gern aufwertende Pflegema\u00dfnahmen: &#8222;Schilffl\u00e4chen, die derzeit noch mit Erlen und Weiden zugewachsen sind, werden wieder ge\u00f6ffnet&#8220;, erl\u00e4utert der LEV-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Dadurch st\u00fcnden dem Vogel des Jahres im Landkreis zuk\u00fcnftig wieder mehr geeignete Rastbiotope zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><!-- RSPEAK_STOP -->Naturschutzorganisationen und andere Verb\u00e4nde stellen jedes Jahr mehrere Tier- und Pflanzenarten in den Mittelpunkt der Betrachtung &#8211; vom Einzeller bis zum Vogel des Jahres, den es bereits seit 1971 gibt. Diese Aktionen dienen vor allem dazu, auf gef\u00e4hrdete Arten und deren Lebensr\u00e4ume aufmerksam zu machen. Mitunter geht es aber auch darum, eher unbekannte Lebewesen und deren Biologie einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit vorzustellen. Rund 20 der in etwa 30 Organismen des Jahres 2013 kommen auch im Landkreis vor.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<br \/>\n14.2.2013, Andreas Braun<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Vogel des Jahres 2013 hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) die Bekassine gek\u00fcrt. 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