{"id":21418,"date":"2013-02-04T09:07:51","date_gmt":"2013-02-04T08:07:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=21418"},"modified":"2013-02-25T12:35:35","modified_gmt":"2013-02-25T11:35:35","slug":"uniklinik-ueberlastungsanzeigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uniklinik-ueberlastungsanzeigen\/","title":{"rendered":"Uniklinik Ueberlastungsanzeigen"},"content":{"rendered":"<p>Die Neubaupl\u00e4ne der <a title=\"Uniklinik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/uniklinik\/\">Uniklinik<\/a> sind gewaltig: Nun wird die Frage diskutiert, ob die Erweiterungen der Uniklinik gar auf Kosten des Personals der <a title=\"Pflege\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/pflege\/\">Pflege<\/a> realisiert werden sollen.\u00a0\u00a0Die Neubauten f\u00fcr\u00a0Kinderheilkunde, Krebsmedizin\u00a0 und Chirurgie kosten \u00fcber 400 Mio Euro, wovon das Land 200 Mio Euro tr\u00e4gt. 120 Mio Euro kann die Uniklinik selbst aufbringen, d.h.\u00a080 Mio Euro fehlen. Jetzt gibt es Bef\u00fcrchtungen, dass von den\u00a0derzeit 2800 Pflegekr\u00e4fte an der Uniklinik\u00a0 84 Kr\u00e4fte bzw. 3% wegfallen sollen, um die 80 Mio Euro zu &#8222;finanzieren&#8220;<br \/>\n.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Sollen Neubaupl\u00e4ne der Uniklinik auf Kosten des Personals realisiert werden?<br \/>\n<\/strong>Die Uniklinik Freiburg dr\u00fcckt auf die Sparbremse. Um die anstehenden teuren Bauma\u00dfnahmen zu finanzieren, werden kr\u00e4ftig Stellen eingespart \u2013 auch im Bereich der Pflege. Das anvisierte Ziel: eine Steigerung der Umsatzrendite von bisher etwa einem auf bis zu sieben Prozent und damit auf bis zu 42 Millionen Euro Jahresgewinn. &#8230;. Alles vom 23.1.2013 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/sollen-neubauplaene-der-uniklinik-auf-kosten-des-personals-realisiert-werden--68483832.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/sollen-neubauplaene-der-uniklinik-auf-kosten-des-personals-realisiert-werden&#8211;68483832.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Auch Pflegende geraten irgendwann an ihre Grenzen &#8211; Bleiben Sie gesund!<br \/>\n<\/strong>Seit 1999 arbeite ich als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Druck und Sorge, dass immer mehr Pflegestellen abgebaut werden, ist seit Beginn meiner beruflichen T\u00e4tigkeit eigentlich schon ein Normalzustand. Immer werden daf\u00fcr wichtige Gr\u00fcnde angef\u00fchrt, die letztendlich zu einer Verbesserung f\u00fchren sollen. Die Realit\u00e4t, die ich erlebe, ist aber eine andere. Ich erlebe, dass die Qualit\u00e4t der Patientenversorgung immer weiter abnimmt. Dabei wurde bereits eine Situation geschaffen, die die Grenze des Zumutbaren, f\u00fcr Patienten und Pflegende, immer wieder \u00fcberschreitet. Ein weiterer Abbau von Personalstellen im Pflegebereich ist nicht verantwortbar. Ganz im Gegenteil. In den meisten Bereichen m\u00fcssten mehr Pflegende eingestellt werden. Da schon jetzt t\u00e4glich \u00dcberlastanzeigen gestellt werden. Da durch \u00dcberlastung Fehler passieren. Da Grundbed\u00fcrfnisse von Patienten nicht oder nur nach Wartezeit erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. Da Ausbildung in der Praxis nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden kann, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Verbesserung dieser Missst\u00e4nde kann nicht durch eine Optimierung von Strukturen und Prozessen erreicht werden. Die Uniklinik wirbt mit optimaler pflegerischer Versorgung auf hohem Niveau. Selbstbestimmung und Menschlichkeit in der Versorgung werden betont. Dem kann ich nur zustimmen. Das ist genau das, was ich umsetzen m\u00f6chte. Die Grundvoraussetzung daf\u00fcr aber ist ausreichendes Personal. Meiner Meinung nach funktioniert dieses System in vielen Bereichen schon lange nur noch, weil sich viele kompetente und engagierte Pflegende weit \u00fcber das hinaus einsetzen, was eigentlich von ihnen erwartet werden kann. Weil sie sich der Sicherheit, der Gesundheit, der W\u00fcrde, der Selbstbestimmung und des Wohlbefindens der Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, verpflichtet f\u00fchlen. Der Menschen, an deren Seite sie, im Gegensatz zu Vorst\u00e4nden, Aufsichtsr\u00e4ten und Ministerinnen, tagt\u00e4glich stehen und f\u00fcr die sie Verantwortung tragen. Deren Not sie sehen und deren berechtigte Unzufriedenheit sie auffangen. Aber auch Pflegende sto\u00dfen irgendwann an ihre Grenzen. Diese Entwicklung betrifft jeden einzelnen von uns. Ob Pflegenden, derzeitigen und zuk\u00fcnftigen Patienten oder Zugeh\u00f6rigen. Darum bitte ich Sie, sagen Sie &#8222;Nein&#8220; zu weiterem Stellenabbau in der Pflege und zu dem im Moment geplanten Stellenabbau in der Uniklinik Freiburg. Zum Schluss kann ich Ihnen nur noch eines raten: Bleiben Sie gesund!<br \/>\n25.2.2013, Alexandra Siebler, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Palliativstation der Uniklinik Freiburg\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Klinikbewertungen.de &#8211; schlechtes Urteil f\u00fcr Uniklinik<\/strong><br \/>\nDie Uniklinik Freiburg ist mit 1 600 Betten, j\u00e4hrlich 66 000 station\u00e4ren und 400 000 ambulanten Patienten drittgr\u00f6\u00dfte Klinik in Deutschland. Von den 8000 Stellen entfallen d\u00fcrftige 1000 Vollzeitstellen auf Pflegekr\u00e4fte, viel zu wenig f\u00fcr eine ausreichende Patientenversorgung! Nach dem Willen des Klinikumvorstands sollen in s\u00e4mtlichen Bereichen weitere drei, zuz\u00fcglich k\u00fcnftiger Lohnsteigerungen nochmals mindestens zwei Prozent Stellen eingespart werden, weil man in den n\u00e4chsten Jahren 400 Millionen Euro in neue Kliniken investieren m\u00f6chte, mit Geld, das aufgrund chronischer Unterfinanzierung durch das Land nicht in ausreichender H\u00f6he zur Verf\u00fcgung steht. Kein privater H\u00e4uslebauer k\u00f6nnte sich so den Traum vom Eigenheim erf\u00fcllen. Aber der Klinikvorstand tr\u00e4umt weiter von \u00fcberdurchschnittlichem Profit mit noch mehr Betten, noch mehr gewinnbringenden station\u00e4ren und ambulanten Patienten, noch viel mehr \u00fcberfl\u00fcssigen Eingriffen mit immer weniger l\u00e4stigem Kostenfaktor = Personal, noch mehr Boni f\u00fcr den Vorstand, aber auch f\u00fcr Chef- und Ober\u00e4rzte&#8230;. Erreicht wird dies laut Siewert\/Keil in einem praxisfremden Rundbrief vom 30. Januar 2013 ans Klinikpersonal, indem (nicht n\u00e4her definierte) &#8222;Strukturen, Prozesse und Ergebnisse optimiert werden&#8220;, was zwangsl\u00e4ufig zu &#8222;effizienteren Arbeitsabl\u00e4ufen&#8220; und&#8220;besserer Patientenversorgung&#8220;, wohlgemerkt mit immer weniger \u00c4rzten und Pflegekr\u00e4ften f\u00fchren soll. Vom sekundenbruchteilschnellen HighTech-Fieberthermometer bis zum Pflegeroboter \u2013 ist das die L\u00f6sung? Unter <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.klinikbewertungen.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.klinikbewertungen.de<\/a> f\u00e4llt das Urteil der Patienten \u00fcber die Uniklinik Freiburg bereits heute (mit Ausnahme von wenigen einzelnen Teilbereichen) allenfalls durchschnittlich bis vernichtend aus. Bezeichnend ist, dass fast alle, auch sonst zufriedene Patienten die minderwertige Verpflegung sowie die mangelhafte Sauberkeit in den Krankenzimmern beklagen. Zur Erinnerung: Exakt in diesen Bereichen hat der Sparkurs seinen verheerenden Anfang genommen, Stellenk\u00fcrzungen, schlechtere Tarifvertr\u00e4ge, Teilprivatisierung. Speziell Herr Keil w\u00e4re in einem rein kommerziellen Krankenhaus besser aufgehoben, etwa bei der Helios-Klinik Breisach. Dort braucht er nur die Ums\u00e4tze der einzelnen Abteilungen zur Kenntnis zu nehmen und die mit den roten Zahlen kurzerhand dicht zu machen wie bereits Entbindungsstation und Notfallambulanz. Im Leitbild der Uniklinik (vor seiner Zeit) steht w\u00f6rtlich&#8220;der Mensch (welcher?) steht im Mittelpunkt unseres Handelns&#8220;. Und weiter, Papier ist ja so wertlos wie geduldig, wird sogar &#8222;eine bestm\u00f6gliche medizinische und pflegerische Versorgung&#8220; versprochen. Heute gelten andere Priorit\u00e4ten, Patienten und Personal sind egal, Hauptsache, die Kohle stimmt&#8230;<br \/>\n25.2.2013, Klaus Banzhaf, B\u00f6tzingen<\/p>\n<p><strong>20.000 Euro Bonus &#8211; aber nicht f\u00fcr die Pflegerkr\u00e4fte<\/strong><br \/>\nF\u00fcr einen pflegerischen Mitarbeiter der Uniklinik ist es doch sehr interessant zu wissen, dass manche Mitarbeiter der Klinik bis zu 20 000 Euro als Bonus bekommen k\u00f6nnen wenn man selber keine Cent zus\u00e4tzlich bekommt, egal wie viel man arbeitet, einspringt, Fortbildungen h\u00e4lt oder organisiert und so weiter. Davon abgesehen kann man sich dank Ihres Artikels ja auch ausrechnen, was die drei Personen so verdienen. Nach Adam Riese m\u00fcssten das also bei 7 x 14,28 (=100 Prozent) also zwischen 140 000 und 280 000 \u20ac Euro sein. Nicht schlecht Herr Specht!<br \/>\n25.2.2013, \u00a0Tobias Angele, Freiburg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Pflegekraft bekommt 1600 Euro netto<\/strong><br \/>\nSolange eine unverheiratete, examinierte Pflegefachkraft im 100% Schichtdienst mit 1600 EUR netto nach Hause geht, wird immer nur ein paar wirklich engagierte und idealistische Pflegekr\u00e4fte in den Kliniken geben. Hut ab vor denen, welche die anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen und sich danach ausbeuten lassen und trotzdem jeden Tag ihren Dienst tun. Das Verh\u00e4ltnis stimmt hier hinten und vorne nicht. Politiker und Klinikchefs ma\u00dfen sich an, Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend sie selbst nicht einmal hinter die Kulissen blicken k\u00f6nnen. Das geplante Streichen von Stellen an der Uniklinik Freiburg ist das beste Beispiel.\u00a0Der Mensch steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt. Vorst\u00e4nde sind sich ihrer Verantwortung nicht mehr bewusst und denken nur noch an ihre Bonizahlungen. Schlie\u00dflich m\u00fcssen auch sie sehen, wo sie bleiben, nicht wahr? Bei einem Jahresgehalt von 100.000 EUR und mehr schlie\u00dflich durchaus (nicht!) nachvollziehbar. Eine Pflegekraft bekommt keine Boni f\u00fcr jeden Patienten der sagt: hier lasse ich mich wieder behandeln. Sie bekommt keine Anerkennung f\u00fcr jede Bettpfanne, die sie leert und f\u00fcr jeden Angeh\u00f6rigen, den sie tr\u00f6stet.\u00a0Es muss sich grundlegend etwas an der Einstellung der F\u00fchrungskr\u00e4fte \u00e4ndern. Der Fisch stinkt vom Kopf her! Liebe Entscheidungstr\u00e4ger, werden Sie sich Ihrer Verantwortung, mit der Sie ihre horrenden Geh\u00e4lter rechtfertigen, bewusst!<br \/>\n13.2.2013, Herbert Kuhn<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnf Punkte: Neubaupl\u00e4ne der Uniklinik nicht auf Kosten des Personals!<br \/>\n<\/strong>Sollen Neubaupl\u00e4ne der Uniklinik auf Kosten des Personals realisiert werden ? \u2013 Verwaltung bestreitet Zusammenhang. Diese \u00c4u\u00dferung kann man so nicht akzeptieren. Hierzu meine Meinung in f\u00fcnf Punkten:<br \/>\nPunkt 1: Warum ist es notwendig, die Rendite pro Jahr auf einen zweistelligen Millionenbetrag zu erh\u00f6hen? \u2013 Es ist unverst\u00e4ndlich, dass eine soziale Einrichtung, die kranke Menschen versorgt, auf eine Rendite im Millionenbereich umgestellt werden soll. Das Argument, zu wenig Geld vom Land Baden-W\u00fcrttemberg zu bekommen, ist eine unehrliche Darstellung, weil die Kreditzinsen heute extrem niedrig sind. So kann doch durch eine Zwischenfinanzierung der Bau fr\u00fcher begonnen werden, um sp\u00e4ter vom Land wieder Geld zu bekommen.<br \/>\nPunkt 2: Outsourcing von Fachabteilungen ist, wenn alle Kosten gerechnet werden, nicht billiger! \u2013 Es ergibt sich dadurch die M\u00f6glichkeit, mehr Arbeitsvertr\u00e4ge im Niedriglohn einzurichten. Die Besch\u00e4ftigten sind bei den Firmen besch\u00e4ftigt und nicht bei der Klinikverwaltung, damit gibt es mehr M\u00f6glichkeit, mit Kurzzeitkr\u00e4ften zu arbeiten. Das Outsourcing geht in die Richtung, immer mehr Menschen mit weniger Geld zu entlohnen, die dann \u00fcber das Sozialamt aufstocken m\u00fcssen, damit sie \u00fcberhaupt davon leben k\u00f6nnen.<br \/>\nPunkt 3: Die vorhandenen Pflegekr\u00e4fte k\u00f6nnen nicht weiter reduziert werden, weil sie schon jetzt total \u00fcberlastet sind. Immerhin brauchen Kranke Zuwendung und k\u00f6nnen nicht per Flie\u00dfbandarbeit versorgt, gepflegt und gesund gemacht werden. Auch k\u00fcrzere Wege bringen da nicht viel.<br \/>\nPunkt 4: Der Grund f\u00fcr diese Einsparungen liegt meines Erachtens darin begr\u00fcndet, dass die Direktoren und \u00c4rztlichen Leiter mehr Boni (zum Gehalt) bekommen sollen. Darum geht es doch immer, auch bei den Banken. Das Klinikum soll nur noch f\u00fcr Profit und nicht f\u00fcr die Gesundung der Menschen da sein.<br \/>\nPunkt 5: Es w\u00e4re besser gewesen, den Direktor Herrn Reinhold Keil nicht anzustellen, weil er das Krankenhaus in eine Fabrik umwandeln will. Es w\u00e4re gut, mal nachzufragen, was Herr Keil in fr\u00fcheren Arbeitsstellen schon angerichtet hat. In der Gesamtbetrachtung frage ich mich, wo bleibt denn hier das Wohlergehen des Menschen, alles was getan werden muss, ist die deutliche Verbesserung der Patientenversorgung.<br \/>\n13.2.2013, Christine Hermann, M\u00fcllheim<br \/>\n<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p><strong>Wir werden euch nicht mehr helfen k\u00f6nnen!<br \/>\n<\/strong>In der Uniklinik gab es in den Jahren 2011 und 2012 mehr als 1000 \u00dcberlastanzeigen. Aber was hei\u00dft das? Durch chronische Unterbesetzung im Pflegebereich und zus\u00e4tzlich durch Urlaub, Krankheitsf\u00e4lle und dadurch, dass schwangere Frauen nicht mit infekti\u00f6sen Patienten arbeiten d\u00fcrfen, entstehen Situationen, in denen bei septischen Patienten, Monitorpatienten, Patienten mit mehreren Chemotherapien, die unter \u00dcbelkeit und Durchfall leiden, verwirrten Patienten, die stationsfl\u00fcchtig sind, um sich schlagenden Patienten, fixierten oder hilflosen Patienten, die sich nicht selbst melden k\u00f6nnen und in Not geraten, Notf\u00e4llen auf Station, die eine Wiederbelebung oder Beatmung erfordern, nicht mehr ad\u00e4quat reagiert werden kann. So liegen Patienten im Einzelfall mehr als f\u00fcnf Stunden in ihrem eigenen Kot, Medikamente k\u00f6nnen nicht rechtzeitig gegeben, oder ein Sterbender kann nicht begleitet werden. All dies steht in den \u00dcberlastanzeigen. Das Pflegepersonal muss das alles aushalten und geht oft genug mit einem schlechten Gewissen und der Hoffnung nach Hause, dass nicht noch Schlimmeres passiert. Wie kann so etwas \u00fcber Jahre und in dieser H\u00e4ufigkeit bestehen? Ist diese Situation niemandem bekannt? Doch! \u00dcberlastanzeigen werden der Pflegedienstleitung gemeldet. Der Personalrat hat schon vor Jahren eine \u00dcberlastkommission eingerichtet und dr\u00e4ngt massiv darauf, dass hier Abhilfe geschaffen wird, sprich, mehr Personal eingestellt wird. Der Vorstand des Klinikums wird regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Situation informiert. Und was tut er? Zehn Prozent der Pflegestellen sollen zus\u00e4tzlich eingespart werden. Wir werden euch, den Kranken, nicht mehr helfen k\u00f6nnen! Und dem Vorstand ist nicht mehr zu helfen.<br \/>\n4.2.2013,\u00a0Besch\u00e4ftigte des Klinikums aus verschiedenen Bereichen: Daniela Feigl, Freiburg, Angelika Ries und weitere Unterzeichner <!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p><strong>Nur die Spitze des Eisbergs<br \/>\n<\/strong>1000 \u00dcberlastungsanzeigen in einem Jahr sind nur die Spitze vom Eisberg. Zig \u00dcberlastungsanzeigen werden nicht geschrieben:<br \/>\n&#8211; \u00a0da es von Vorgesetzten und Kollegen nicht gerne gesehen wird;<br \/>\n\u2013 da man nach acht Stunden Multitasking ohne vern\u00fcnftige Pause und Toilettengang abends um 22.30 Uhr<br \/>\n\u00a0\u00a0 einfach nur noch nach Hause will;<br \/>\n\u2013 man ja nicht jeden Tag eine schreiben kann.<br \/>\nWas nutzt der Uniklinik dieser Neubau, wenn es keine Pflegekr\u00e4fte mehr gibt, die darin arbeiten k\u00f6nnen, weil sie ausgebrannt sind? Was nutzt den Patienten dieser Neubau, wenn man sie nur noch als wirtschaftlichen Fall behandelt? Wer am Personal spart, spart am falschen Ende! Solange ein Krankenhaus sich als wirtschaftliches Unternehmen sieht und nicht als Ort, an dem kranke Menschen Hilfe, Zuwendung und kompetente pflegerische und \u00e4rztliche Versorgung erfahren, solange leidet der Mensch unmittelbar und direkt. Die Bedingungen f\u00fcr die Pflegekr\u00e4fte und die Patienten werden zusehends unmenschlicher und ethisch immer weniger vertretbar. Daf\u00fcr sollten die, die Personalpolitik an der Uniklinik machen, die Verantwortung \u00fcbernehmen.<br \/>\n4.2.2013, Rita Lamm, Krankenschwester, Merzhausen<\/p>\n<p><strong>Gutachterkosten kann man einsparen<br \/>\n<\/strong>Kann eine Krankenversorgung ohne ausreichendes Personal funktionieren? Nein! Sie gelingt nur von Mensch zu Mensch. Die Krankenversorgung l\u00e4sst sich nicht verwaltungstechnisch am Computer steuern, sie ist auch kein Rechenspiel. Gutachterkosten kann man deshalb einsparen. Die extreme Personalsituation in der Pflege ist seit langem bekannt. Wie gesundheitsgef\u00e4hrdend sie sich entwickelt, zeigen die steigenden \u00dcberlastungsanzeigen. So grenzt es, meiner Auffassung nach, schon fast an Menschenrechtsverletzung, wenn der Kaufm\u00e4nnische Direktor des Universit\u00e4tsklinikums mit Stellenstreichungen die Situation versch\u00e4rft, anstatt seiner F\u00fcrsorgepflicht nachzukommen. Hinzu kommt, dass in der Pflege \u00fcberwiegend Frauen t\u00e4tig sind, das hei\u00dft auch Ausf\u00e4lle durch Schwangerschaft und Mutterschutz sind unumg\u00e4nglich und versch\u00e4rfen die Situation. Eine Gender-Datenerhebung w\u00fcrde dieses verdeutlichen \u2013 mit der Konsequenz einer Stellenerweiterung. Das gleiche betrifft auch die anderen Bereiche (K\u00fcche, Labor, Reinigung), in denen \u00fcberwiegend Frauen t\u00e4tig sind. Es f\u00e4llt auf, dass frauenintensive Bereiche zum Einsparen ausgew\u00e4hlt wurden. Der Arbeitsumfang bleibt \u00fcberall gleich. Wird er den verbleibenden Kolleginnen aufgelastet? Oder soll die Qualit\u00e4t nachlassen beziehungsweise Leistungen nicht mehr erbracht werden? Dann betrifft es auch uns, den Patienten.\u00a0Eine umfassende Patientenversorgung betrifft alle Bereiche. Die besonderen Anforderungen eines Klinikums an K\u00fcche, Labor und Reinigung sind zu beachten. Stadt und Gemeinden, B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen sollten ein besonderes Auge auf die Krankenversorgung haben und ein Mitspracherecht, wenn es um Einsparungen geht. Kranke Patientinnen und Patienten haben nicht die Kraft, daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen.<br \/>\n4.2.2013, Mechthild Weiner, Ettenheim<\/p>\n<p><strong>Auszubildende kompensieren fehlende examinierte Pflegekr\u00e4fte<br \/>\n<\/strong>In Anbetracht des Fachkr\u00e4ftemangels wird m\u00f6glichst viel Nachwuchs ausgebildet. Die Massen der Sch\u00fcler sto\u00dfen auf eine nicht zufriedenstellende Ausbildungssituation auf den Stationen. Durch schlechte personelle Besetzung k\u00f6nnen die Auszubildenden nicht nur nicht ausreichend ausgebildet werden, sondern sie werden als Ersatz f\u00fcr fehlendes Pflegepersonal gesehen und kompensieren dadurch fehlende examinierte Pflegekr\u00e4fte. Stress, \u00dcberforderung und mangelnde Kontrolle bedingt durch Zeitnot k\u00f6nnen zu gef\u00e4hrlichen Situationen f\u00fcr die zu betreuenden Patienten f\u00fchren, die immense psychische und physische Belastung der Auszubildenden und des examinierten Pflegepersonals nicht zu vergessen. Die Gesundheit des Patienten und die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten darf nicht wegen Mangelbesetzung gef\u00e4hrdet sein. Um so be\u00e4ngstigender ist die angek\u00fcndigte Stelleneinsparung um etwa 100 Stellen. Jeder m\u00f6chte seine Lieben und sich selbst im Krankenhaus gut versorgt wissen, weshalb das Thema von allgemeinem Interesse ist. Daher bitten wir um Aufmerksamkeit.<br \/>\n4.2.2013, Die Jugend- und Auszubildendenvertretung der Uniklinik Freiburg: Johanna Heine, Julian Seiler, Joschka Buttkus, Florian Rothenbacher, Tim Scheper, Florian Lerch, Dennis Johl, Katrin Wache<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr das Pflegepersonal wird es immer schwieriger<\/strong><br \/>\nMit ihrer Arbeit tragen Pflegende dazu bei, dass die Pflegequalit\u00e4t und die Patientensicherheit gesichert sind. So werden Kosten, die durch Komplikationen zu l\u00e4ngeren Krankenhausaufenthalten f\u00fchren und f\u00fcr die davon betroffenen Menschen ebenfalls unangenehm sind, vermieden. Je weniger Pflegepersonal auf einer Station eingesetzt wird, umso h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu vermehrten Komplikationen und Todesf\u00e4llen kommt. Dies wurde in internationalen Studien nachgewiesen. F\u00fcr das Pflegepersonal wird es immer schwieriger, seiner Verantwortung gegen\u00fcber den Patienten und Patientinnen gerecht zu werden. Aber die Verantwortung tr\u00e4gt nicht nur das Personal an der Basis, sondern auch die verantwortlichen F\u00fchrungspersonen, die die Entscheidungen treffen und umsetzen. Patienten und Patientinnen sind die Leidtragenden der Sparma\u00dfnahmen.<br \/>\n4.2.2013, Silke Neuhorst, Pfaffenweiler<\/p>\n<p><strong>Vollautomatisch, ohne humanoiden Kontakt<br \/>\n<\/strong>Man kann nur hoffen, dass es in den neuen Geb\u00e4uden dann gen\u00fcgend Flie\u00dfb\u00e4nder, Schleusen und &#8222;Waschstra\u00dfen&#8220; f\u00fcr Patienten gibt, in denen diese vollautomatisch und ohne humanoiden Kontakt gepflegt werden k\u00f6nnen. Die seelische Betreuung \u00fcbernehmen dann Bandansagen \u2013 nat\u00fcrlich von Profis mit angenehmer Stimme gesprochen \u2013, da das Gros des Ex-Pflegepersonals aus dieser dann &#8222;Sch\u00f6nen Neuen Welt&#8220; sehenden Auges verburnoutet wurde.<br \/>\nLeiden wird nicht nur der gute Ruf der Uniklinik, sondern leiden werden auch und vor allem die Menschen dort.<br \/>\n4.2.2013, Chris Pollmann, Freiburg<\/p>\n<p><strong>Engagement verdient h\u00f6chsten Respekt<\/strong><br \/>\nNur weiter so! In einigen Jahren gibt es dank der Personaleinsparungen nur noch Patienten, denn das derzeitige Pflegepersonal ist dann ebenfalls unter den Kranken. Aber vielleicht \u00fcbernehmen ja dann die, die verantwortlich sind f\u00fcr die K\u00fcrzungen, die Pflege? Unter den gegenw\u00e4rtigen Lohn- und Arbeitsbedingungen noch ein so gro\u00dfes und anspruchsvolles Engagement zu zeigen, wie es das Pflegepersonal tut, verdient h\u00f6chsten Respekt und Anerkennung und m\u00fcsste so manchen der nur auf Gewinn fixierten leitenden Direktoren besch\u00e4men und umdenken lassen.<br \/>\n4.2.2013, Christa Kapp M\u00e4nnlin, Freiburg <!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neubaupl\u00e4ne der Uniklinik sind gewaltig: Nun wird die Frage diskutiert, ob die Erweiterungen der Uniklinik gar auf Kosten des Personals der Pflege realisiert werden sollen.\u00a0\u00a0Die Neubauten f\u00fcr\u00a0Kinderheilkunde, Krebsmedizin\u00a0 und Chirurgie kosten \u00fcber 400 Mio Euro, wovon das Land 200 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uniklinik-ueberlastungsanzeigen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[158],"tags":[47],"class_list":["post-21418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesund","tag-klinik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21418\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}