{"id":21140,"date":"2013-01-31T21:40:09","date_gmt":"2013-01-31T20:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=21140"},"modified":"2013-01-31T21:40:09","modified_gmt":"2013-01-31T20:40:09","slug":"todtnau-dorf-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/todtnau-dorf-aktuell\/","title":{"rendered":"Todtnau &#8211; Dorf aktuell"},"content":{"rendered":"<p>Dorf aktuell: Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit <a title=\"Todtnau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/todtnau\/\">Todtnaus<\/a> B\u00fcrgermeister Andreas Wie\u00dfner. Herr Wie\u00dfner, der Winter ist in diesem Jahr nicht so ganz \u00fcberzeugend, der Schnee kam und ging und kam wieder<br \/>\nWie\u00dfner: <a title=\"Ski\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sport\/sportlern\/ski\/\">Alpines Skifahren <\/a>ist und war im gesamten Liftverbund die ganze Zeit m\u00f6glich! Die <a title=\"Feldberg-Seebuck\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/berge\/feldberg-seebuck\/\">Lifte am Feldberg<\/a>, in Todtnauberg, Muggenbrunn und <a title=\"Notschrei\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sport\/sportvereine\/notschrei\/\">Notschrei<\/a> sind alle in Betrieb und was die Zahlen angeht, stehen wir mit 4,3 Millionen Euro Umsatz und 2,9 Millionen Durchfahrten an den Drehkreuzen <!--more-->des gesamten Liftverbundes momentan sogar besser da, als in den Wintern 2009\/2010 und 2011\/2012. In der letzten Skisaison hatten wir einen Besucherrekord von 10.000 G\u00e4sten an einem einzigen Tag. Diese Zahl konnten wir trotz des h\u00f6heren Umsatzes in dieser Saison bisher noch nicht toppen. Aber am letzten Samstag in 2012 waren es auch immerhin 9000 Skifahrer.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Der Liftverbund ist also ein Erfolgsmodell?<br \/>\nWie\u00dfner: Ja! Er wird von \u00dcbernachtungs- als auch von Tagesg\u00e4sten sehr gut angenommen. Wir versuchen Angebote zu schaffen und zu optimieren, die im Sinne des Gastes sind, und das durchaus erfolgreich. Allerdings gibt es ein gro\u00dfes Manko, das zeigt sich immer wieder in Umfragen: die Parksituation muss verbessert werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Da geht es dann um das umstrittene Parkhaus \u2026 tut sich da etwas?<br \/>\nWie\u00dfner: Das Regierungspr\u00e4sidium hat unter der Leitung von Regierungspr\u00e4sidentin B\u00e4rbel Sch\u00e4fer eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie sich der Feldberg sporttouristisch weiterentwickeln soll. Die Themen Verkehr, Beschneiung, Infrastruktur und touristische Produktentwicklung stehen im Vordergrund und da geht es auch um die Parksituation. Neben den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, L\u00f6rrach und Waldshut sind dort auch die Landtagsabgeordneten der Wahlkreise L\u00f6rrach und Breisgau-Hochschwarzwald und die B\u00fcrgermeister der Gemeinden Todtnau, Feldberg, Titisee-Neustadt und St. Blasien vertreten, au\u00dferdem Verkehrsexperten und Vertreter des Naturschutzes. Ziel ist es f\u00fcr den engeren Feldbergbereich zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sungen zu erarbeiten. Mit von der Partie ist Professor Ralf Roth, Leiter der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln, der ein Gutachten zur nachhaltigen Sportentwicklung am Feldberg erstellt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Im Kern geht es letztlich darum, welche Zukunft der Skitourismus im Schwarzwald hat. Was erwarten Sie von der Arbeit der Kommission?<br \/>\nWie\u00dfner: Wir sind hier eine der st\u00e4rksten Tourismusdestinationen des Landes und zwar sowohl in Bezug auf den Winter- als auch auf den Sommertourismus. Ich w\u00fcnsche mir, dass das Land uns in dieser Hinsicht den R\u00fccken st\u00e4rkt. Denn der Tourismus ist \u00a0ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region, an dem sehr viele Arbeitspl\u00e4tze und Existenzen h\u00e4ngen. Ich erhoffe mir konkrete Ergebnisse, die dann auch zur Umsetzung kommen und zwar mit finanzieller Unterst\u00fctzung des Landes. Unabh\u00e4ngig davon hat die Alpincenter Todtnau Feldberg GmbH einen Bauantrag f\u00fcr ein Parkhaus in Todtnau-Fahl gestellt, um den G\u00e4sten, die von Basler Seite anreisen am Fu\u00dfe des Feldbergs parkm\u00e4\u00dfig bereits versorgen zu k\u00f6nnen. Das Parkhaus soll gegen\u00fcber der Talstation der Rothaus-Abfahrt errichtet werden. Die Planungen daf\u00fcr laufen nun seit etwa sechs Jahren. Jetzt haben wir einen offiziellen Bauantrag gestellt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wie soll dieses Parkhaus finanziert werden \u2013 das ist ja der gro\u00dfe Knackpunkt am Feldberggipfel.<br \/>\nWie\u00dfner: Die Frage stellt sich noch nicht. Erst einmal wird jetzt gekl\u00e4rt, ob das Projekt genehmigungsf\u00e4hig ist. Der n\u00e4chste Schritt ist die Finanzierung.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Aber sie haben sich \u00fcber die Finanzierung doch sicher schon Gedanken gemacht!<br \/>\nWie\u00dfner: Wir kl\u00e4ren nat\u00fcrlich auch, ob das Projekt zuschussf\u00e4hig ist, beispielsweise im Rahmen der Tourismusf\u00f6rderung. Die nicht durch Zusch\u00fcsse gedeckten Kosten sollten von den Nutzern des Parkhauses finanziert werden. Ob \u00fcber Parkgeb\u00fchren oder \u00fcber die Skikarten muss diskutiert werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: F\u00fcr Todtnau spielt jedoch nicht nur Ski alpin eine gro\u00dfe Rolle \u2026<br \/>\nWie\u00dfner: \u2026 auch der Skilanglauf gewinnt immer mehr an Bedeutung! Das Nordic Center mit seinen Loipen und dem Biathlon-Stadion am Notschrei entwickelt sich ganz hervorragend! Mit \u00fcber 4200 Mitgliedern ist der Verein Notschrei-Loipe, dem auch die Dreisamtalgemeinden angeh\u00f6ren, fest in der Region verankert. Inzwischen konnte sich die DSV Nordic-Ski-Schule unter der Leitung von Reiner Kiefer dort etablieren, die spezielle Angebote f\u00fcr Profisportler oder Firmen aus unterschiedlichen Branchen entwickelt. Demn\u00e4chst durchl\u00e4uft die U 23 Fu\u00dfballmannschaft der TSG 1899 Hoffenheim ein Trainingslager. Inzwischen gibt es auch einen Ski- und Materialverleih, viele Kursangebote, die Parkplatzsituation wurde deutlich verbessert und im Loipenhaus wird jetzt das Dachgeschoss noch ausgebaut. Dort entstehen sechs Zimmer mit drei\u00dfig Betten, die \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schulklassen bieten, die am Programm \u201eTicket to Nature\u201c, das vom Institut f\u00fcr Natursport und \u00d6kologie an der Deutschen Sporthochschule K\u00f6ln in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sicherheit im Skisport und dem Umweltbeirat des Deutschen Skiverbandes organisiert wird, teilnehmen. Das Besondere am Nordic Center Notschrei ist, dass es Landkreis- und Kommunen-\u00fcbergreifend getragen wird!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wie ist der Diskussionsstand in Sachen \u201eBiosph\u00e4rengebiet\u201c?<br \/>\nWie\u00dfner: Wir befinden uns noch in einer Phase, in der wir uns \u00fcber Vor- und Nachteile informieren. Nach deren Abw\u00e4gung werden wir dann eine Entscheidung treffen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Welche Argumente stehen im Raum?<br \/>\nWie\u00dfner: Derzeit geht es eher um die Kl\u00e4rung offener Fragen. Betroffen sind \u00fcber drei\u00dfig Kommunen, allein das impliziert einen langwierigen Prozess. Biosph\u00e4rengebiete sind unterteilt in drei Zonen: Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen. F\u00fcr uns ist wichtig, was in diesen Zonen m\u00f6glich ist, welchen Nutzen oder welche Chancen sie f\u00fcr die Natur, f\u00fcr den Tourismus und f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bieten \u2013 oder auch welche Nachteile. Dabei geht es f\u00fcr mich auch um die Entwicklungschancen der Bev\u00f6lkerung im l\u00e4ndlichen Raum und was die Klassifizierung \u201eBiosph\u00e4rengebiet\u201c f\u00fcr unsere Stadtentwicklung bedeutet. Denn nach der Sanierung Stadtmitte S\u00fcd rund um das Rathaus wollen wir die Stadtentwicklung in Richtung Landesstra\u00dfe weiter voranbringen. Dort gibt es viele Industriebrachen und ein wichtiges Ziel ist es, die Feuerwehr aus der Stadtmitte heraus zu verlagern. Eine Frage wird sein, ob sich, wenn wir Biosp\u00e4hrengebiet sind, die Chancen daf\u00fcr verbessern oder verschlechtern.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wie sehen Todtnaus Finanzen denn aus?<br \/>\nWie\u00dfner: Finanziell stehen wir wesentlich besser da als erwartet, dank guter Gewerbesteuereinnahmen und eines erneuten Rekordergebnisses aus dem Stadtwald. Im Jahr 2012 konnten wir 720.000,- Euro Reingewinn erzielen. So wie es aussieht, kommen wir sowohl in 2011 als in 2012 ohne Kredite aus und k\u00f6nnen sogar tilgen!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Landauf, landab wird die Ausweisung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Windr\u00e4der diskutiert.<br \/>\nWie\u00dfner: Auch Todtnau hat in der letzten Gemeindratssitzung beschlossen, einen Teilfl\u00e4chennutzungsplan \u201eWindenergie\u201c aufzustellen. Es geht darum, Fl\u00e4chen zu finden, die sinnvoll und wirtschaftlich sind. Gleichzeitig muss dies im verantwortlichen Umgang mit der Natur und dem Tourismus geschehen. Wir haben vier oder f\u00fcnf m\u00f6gliche Fl\u00e4chen in Bezug auf Windh\u00f6figkeit und wenn dort Windr\u00e4der erbaut werden, dann sind die Anlagen vielleicht h\u00f6her als der Feldberg. Ein B\u00fcro wird diese Standorte nun genauer untersuchen und wir werden uns mit unseren Nachbargemeinden, insbesondere mit Sch\u00f6nau, abstimmen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: H\u00f6re ich bei Ihnen Ressentiments gegen Windr\u00e4der heraus?<br \/>\nWie\u00dfner: Wir setzen als Kommune auf die Nutzung regenerativer Energien und zwar umfassend. Wir wollen keine einseitige Fixierung auf Windenergie. Deshalb erstellt die Stadt Todtnau zusammen mit der Energieversorgung Oberes Wiesental (EOW), dem Energiedienst Rheinfelden und der Badenova ein umfassendes Klimaschutz- und Energiekonzept. Untersucht werden alle Energiearten und B\u00fcrgerbeteiligung hat dabei eine Schl\u00fcsselfunktion. Deshalb werden mehrere Energiewerkst\u00e4tten stattfinden, zu denen die B\u00fcrger eingeladen sind. Im \u00dcbrigen ist Todtnau schon auf einem sehr guten Weg! Das Sanierungsgebiet rund um das Rathaus wird \u00fcber einer Hackschnitzelanlage mit regenerativer Energie versorgt. Au\u00dferdem bietet die EOW, die zu 52 % in st\u00e4dtischer Hand ist, schon lange Strom aus 100% Wasserkraft an. Todtnau ist eine der wasserkraftwerksreichsten Gemeinden Deutschlands, sie finden auf unserer Gemarkung \u00fcber drei\u00dfig Wasserkraftwerke, die zwischen 4 und 6,5 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Wie\u00dfner, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\n31.1.2013, Dagmar Engesser im Interview mit B\u00fcrgermeister Andreas Wie\u00dfner, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorf aktuell: Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Todtnaus B\u00fcrgermeister Andreas Wie\u00dfner. 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