{"id":20232,"date":"2013-01-16T17:22:30","date_gmt":"2013-01-16T16:22:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=20232"},"modified":"2013-01-16T17:39:14","modified_gmt":"2013-01-16T16:39:14","slug":"hauptfriedhof-naju-lebensraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/hauptfriedhof-naju-lebensraum\/","title":{"rendered":"Hauptfriedhof Naju Lebensraum"},"content":{"rendered":"<p>Der <a title=\"Friedhoefe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/friedhoefe\/\">Hauptfriedhof<\/a> ist nicht nur ein Ort, an dem unz\u00e4hlige Menschen ihre letzte Ruhest\u00e4tte gefunden haben: Vielen Pflanzen und Tieren bietet er dar\u00fcber hinaus ein Zuhause. Auff\u00e4lligste Tiergruppe sind die <a title=\"Vogel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/vogel\/\">V\u00f6gel<\/a>, um sie k\u00fcmmert sich die Kinder- und Jugendgruppe des <a title=\"Naju\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/nabu\/naju\/\">Freiburger Naturschutzbundes (Naju)<\/a>. Bei der Nistk\u00e4sten-Kontrolle sto\u00dfen die Nachwuchs-<a title=\"Umwelt 1912 \u2013 1972 \u2013 2012\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umwelt-1912-1972-2012\/\">Umweltsch\u00fctzer<\/a> immer h\u00e4ufiger auf tote Jungv\u00f6gel.<!--more--> Daf\u00fcr d\u00fcrften mehrere Gr\u00fcnde verantwortlich sein. Neugierig suchen Malte Mohrbacher (12), Micha Conrady (8) und Moritz Herlyn (9) bei der Naju-Aktion auf dem Hauptfriedhof zwischen den Gr\u00e4bern nach Spuren des Lebens. Und sie werden f\u00fcndig: Eine Feuerwanze, die es sich in einem leeren Schneckenhaus gem\u00fctlich gemacht hat, f\u00e4llt den Jungs ebenso auf wie Efeubeeren: &#8222;Sie sind im Winter eine wichtige Nahrung f\u00fcr V\u00f6gel&#8220;, erkl\u00e4rt ihnen Gisela Friederich, die langj\u00e4hrige Leiterin der Naju.<\/p>\n<p>Besonderes Interesse gilt an diesem Tag den 40 Nistk\u00e4sten auf dem Gel\u00e4nde der park\u00e4hnlichen Anlage: Sie m\u00fcssen ges\u00e4ubert werden, damit Meisen und Co. im Fr\u00fchjahr dort wieder neue Nester errichten k\u00f6nnen. Seit 26 Jahren nimmt sich die Naju dieser Arbeit an, wof\u00fcr die Kinder auch von der Stadt gelobt werden: &#8222;Die jungen Natursch\u00fctzer tragen dazu bei, dass der Hauptfriedhof ein wichtiger Lebensraum ist&#8220;, betont der stellvertretende Leiter des Garten- und Tiefbauamts, Martin Leser. Viele Besucher w\u00fcrden den Friedhof als Ort sch\u00e4tzen, an dem sich die Natur gut beobachten l\u00e4sst. Gleich beim \u00d6ffnen des ersten Nistkastens erleben die Kinder jedoch eine traurige \u00dcberraschung: Zum Vorschein kommen n\u00e4mlich alte Eier und mehrere tote Kohlmeisen-Jungv\u00f6gel, die erst kurz vor dem Ausfliegen gestorben sein m\u00fcssen. &#8222;Leider kommt so etwas immer h\u00e4ufiger vor&#8220;, klagt Gisela Friederich. Die pensionierte Biologie-Lehrerin ist daher auch nicht sonderlich erstaunt, als in der n\u00e4chsten Nisthilfe abermals verlassene Eier gefunden werden, diesmal vom Kleiber: &#8222;Seit 2008 haben wir in diesem Kasten n\u00e4mlich kontinuierlich Fehlbruten&#8220;, entnimmt sie ihren Aufzeichnungen.<br \/>\nM\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr den zunehmenden Trend an verlassenen Gelegen und toten Jungv\u00f6geln gibt es mehrere. So d\u00fcrften St\u00f6rungen w\u00e4hrend der Brutaufzucht und Nahrungsknappheit ebenso eine Rolle spielen wie Beutegreifer: etwa Marder und Katzen, denen die Elterntiere w\u00e4hrend der F\u00fctterungsperiode zum Opfer fallen. F\u00fcr wesentlich h\u00e4lt Gisela Friederich den Einsatz von giftigem Schneckenkorn und anderen Pestiziden: &#8222;Obwohl das laut Friedhofssatzung verboten ist, greifen manche Leute wohl immer noch auf diese Mittel zur\u00fcck&#8220;, vermutet sie. Um Klarheit zu erhalten, sollen die gefundenen Kadaver nun im Tierhygienischen Institut untersucht werden.<br \/>\nAngesichts der toten Jungv\u00f6gel ist auch Bernhard Keller, Leiter des Eigenbetriebs Friedh\u00f6fe, beunruhigt: &#8222;Wir sind sehr an den Untersuchungsergebnissen interessiert&#8220;, betont er. Allerdings glaube er nicht, dass die Totfunde mit Schneckenkorn zu tun haben, da dies nicht zum Nahrungsspektrum von Meisen geh\u00f6re.<br \/>\nIndes h\u00e4lt man bei der Stadt einen Zusammenhang mit den Raupen des Buchsbaumz\u00fcnslers f\u00fcr m\u00f6glich: Deren Futterpflanze, der Buchsbaum, besitzt n\u00e4mlich giftige Inhaltsstoffe, die von den Raupen beim Fressen aufgenommen werden und \u00fcber die Nahrungskette m\u00f6glicherweise auch an V\u00f6gel weitergegeben werden. Zudem, so Rathaussprecher Toni Klein, sei nicht auszuschlie\u00dfen, dass die bei der Z\u00fcnsler-Bek\u00e4mpfung eingesetzten Spritzmittel f\u00fcr die toten Jungv\u00f6gel verantwortlich sein k\u00f6nnten.<br \/>\n16.1.2013, Andreas Braun<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p><strong>Lebensraum Hauptfriedhof<br \/>\n<\/strong>Der 27 Hektar gro\u00dfe Freiburger Hauptfriedhof wurde 1872 gegr\u00fcndet und verf\u00fcgt \u00fcber knapp 35000 Grabstellen. J\u00e4hrlich gibt es dort zirka 1000 Bestattungen. Als innerst\u00e4dtische Gr\u00fcnfl\u00e4che hat er zugleich auch wichtige \u00f6kologische Funktionen: Beispielsweise als Staub- und L\u00e4rmfilter, der das Klima der umliegenden Wohngebiete positiv beeinflusst. Au\u00dferdem beherbergt der Hauptfriedhof eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt: Allein rund hundert Moosarten und rund 30 bis 35 Brutvogelarten kommen dort vor. Da die Tiere die N\u00e4he des Menschen gewohnt sind, lassen sich viele von ihnen \u2013 etwa Eichh\u00f6rnchen \u2013 gut beobachten.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hauptfriedhof ist nicht nur ein Ort, an dem unz\u00e4hlige Menschen ihre letzte Ruhest\u00e4tte gefunden haben: Vielen Pflanzen und Tieren bietet er dar\u00fcber hinaus ein Zuhause. 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