{"id":19474,"date":"2013-01-04T17:21:06","date_gmt":"2013-01-04T16:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=19474"},"modified":"2013-01-04T17:21:06","modified_gmt":"2013-01-04T16:21:06","slug":"energiewende-dreiland-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energiewende-dreiland-2013\/","title":{"rendered":"Energiewende Dreiland 2013"},"content":{"rendered":"<p>Der gemeinn\u00fctzige Freiburger Umweltschutzverein <a title=\"Ecotrinova\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/ecotrinova\/\">ECOtrinova e.V<\/a>., der in der Region am s\u00fcdlichen Oberrhein auch <a title=\"Trirhena\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/trirhena\/\">rhein\u00fcberschreitend<\/a> t\u00e4tig ist, sieht f\u00fcr 2013 eine F\u00fclle von Aufgaben zu Energie und Umwelt auf die <a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Region <\/a>zukommen, d.h. auf ihre BewohnerInnen, Politik, Verwaltungen und Gewerbe. Die mit Abstand wichtigste Aufgabe der Region ist es, so Dr. Georg L\u00f6ser, Umweltexperte und Vorsitzender von ECOtrinova, das\u00a0<a title=\"AKW\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/\">AKW Fessenheim <\/a>und die in Deutschland und der <a title=\"Schweiz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/\">Schweiz<\/a> benachbarten Atomkraftwerke <!--more-->wie Philippsburg\/Rhein und Beznau, G\u00f6sgen, M\u00fchleberg &#8211; alle an der Aare &#8211; sowie Leibstadt\/Hochrhein fr\u00fcher als geplant, am besten sofort stillzulegen. Nur so\u00a0 werde die Region \u00fcberlebenssicherer und zukunftsf\u00e4higer. \u201eEin schwerer Unfall in den Atomkraftwerken kann die Bewohnbarkeit der Region und die Gesundheit, das Erbgut und die wirtschaftliche Existenz aller hier lebenden Menschen zuschwerst sch\u00e4digen oder vernichten.\u201c Das sei allgemein bekannt sp\u00e4testens seit den Atomkraft-Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011. \u201eWeil auch wenig wahrscheinliche Unf\u00e4lle kurzfristig beginnen k\u00f6nnen, muss vorher stillgelegt sein\u201c, so Dr. Georg L\u00f6ser zum Jahresbeginn 2013.<br \/>\nL\u00f6ser begr\u00fc\u00dft, dass der Trinationale Atomschutzverband TRAS den gerichtlichen Weg zur schnellen Stilllegung des AKW Fessenheim intensiv weiterverfolgt, auch weil bis zur Stilllegung nun die gef\u00e4hrlichste Zeit mit dem Atomkraftwerk bevorsteht, und sich nicht auf die Politik verl\u00e4sst. Die Politik der Region sieht ECOtrinova gefordert, der Gemeinde Fessenheim und den Nachbargemeinden, die vom Atomkraftbetreiber EDF ebenfalls finanziell au\u00dferordentlich \u201everw\u00f6hnt\u201c werden, auf die Zeit nach der Stilllegung mit Ansiedlung von Alternativ-Gewerbe f\u00fcr den \u00dcbergang vorzubereiten. Allerdings besteht bei der EDF eine beamten\u00e4hnliche Arbeitsplatzgarantie und bei der Stilllegung, beim Abbau und bei K\u00fchlung des Atomm\u00fclls ein weiterhin hoher Arbeitsbedarf im Kraftwerk. Die deutsche und schweizerische Politik sieht ECOtrinova auch gefordert, die Strombez\u00fcge aus dem AKW zu beenden. Das Elsass \u00fcbrigens kann sich, so L\u00f6ser, aus den bestehenden Wasserkraftwerken am Oberrhein mit Strom immer noch weitgehend selbst versorgen.<\/p>\n<p>Mit der Stilllegungspflicht verbunden sieht ECOtrinova die Aufgabe, die Energiewende in der ganzen Region schnell voranzutreiben, besonders im Bereich elektrische Energie. Hier hat die Region die Chance, mit <strong>drei S\u00e4ulen<\/strong> das Problem anzupacken:<br \/>\nAm schnellsten geht es, die Heizkessel und Strom verbrauchenden Heizungen in der Region umgehend zu ersetzen durch \u201estromerzeugende Heizungen\u201c, auch <a title=\"Kraft-Waerme-Kopplung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kraft-waerme-kopplung\/\">Blockheiz\u00adkraftwerke (BHKW<\/a>) genannt oder wie L\u00f6ser es umschreibt \u201eB\u00fcrgerheizkraftwerke\u201c. In Freiburg und Umland gibt es \u00fcber 200 solcher Anlagen in kleiner und gr\u00f6\u00dferer Variante von einem oder wenigen Kilowatt elektrischer Leistung meist in Privath\u00e4usern und Kleingewerbe bis hin zu mehreren 1000 Kilowatt etwa in Freiburg-Weingarten. \u201eDas m\u00fcssen m\u00f6glichst schon in 2013 \u00fcber 1000 Anlagen werden, in der trinationalen Region \u00fcber 10.00\u201c, w\u00fcnscht sich ECOtrinova. Der Verein hat es \u00fcber einen Gemeinderatsbeschluss von 2010 erreicht, dass die Stadt Freiburg im Herbst 2012 f\u00fcr den 23.000-Einwohner-Stadtteil Wiehre das auf andere Stadtteile und Kommunen \u00fcbertragbare Projekt \u201eKraftwerk Wiehre\u201c startete. Hier wird, geleitet von der Energieagentur Regio Freiburg, zusammen mit ECOtrinova, den B\u00fcrgervereinen des Stadtteils und weiteren Partnern in Absprache mit dem Handwerk und badenova genau in dieser Richtung vorangegangen. Wegen der steigenden Strompreise lohnen sich BHKW ab Jahresbeginn 2013 umso mehr, wenn der BHKW-Strom \u00fcberwiegend selbst verbraucht wird.<br \/>\n\u00dcbrigens kann, so L\u00f6ser, das in BHKWs \u00fcberwiegend eingesetzte Erdgas perspektivisch durch erneuerbare Gase wie Wasserstoff und solches <a title=\"Power-to-Gas\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/power-to-gas\/\">Methan<\/a> ersetzt werden, das vor allem aus k\u00fcnftig zeitweise \u00fcbersch\u00fcssigem Solar- und Windstrom hergestellt wird. ECOtrinova hofft, dass es Badenova und Partnern 2013 gelingt, \u00e4hnlich wie von anderen Tr\u00e4gern in Stuttgart und im Emsland schon 2012 durchgef\u00fchrt, auch in Freiburg oder in der Region eine Demonstrationsanlage dazu in Betrieb zu nehmen. L\u00f6ser geht davon aus, dass die \u201eChance BHKW\u201c auch im Elsass und in der Nordwestschweiz mehr aufgriffen wird. W\u00e4hrend z.B. im Kanton Basel Stadt bereits einige gr\u00f6\u00dfere und kleine Heizkraftwerke seit jeher bestehen, k\u00f6nnen z.B. in Colmar und Strasbourg gro\u00dfe Heizkessel f\u00fcr Fernw\u00e4rme, Stadtheizung und viele Wohnblocks kurzfristig mit Heizkraftanlagen erg\u00e4nzt oder ersetzt werden. Das wurde z.B. in D\u00e4nemark schon Mitte der 1980er Jahre sehr schnell als nationale Aktion durchgef\u00fchrt.<br \/>\nWeil BHKWs auch Kohlestrom mitverdr\u00e4ngen, sind sie gleichzeitig eine sehr g\u00fcnstige, auch sehr kosteng\u00fcnstige\u00a0 Klimaschutzma\u00dfnahme. Der Kohlendioxidaussto\u00df kann mit BHKW-Bonus sogar deutlich niedriger liegen als der Solarw\u00e4rme und Holz zuzu\u00adrechnende, wie es nicht nur die k\u00fcrzliche Studie des Klimab\u00fcndnis Freiburg f\u00fcr die Stadt Freiburg ergab. \u201eHeizkesselersatz ohne BHKW behindert den Klimaschutz und den Atomenergieausstieg\u201c, so L\u00f6ser kurz und b\u00fcndig<\/p>\n<p><strong>Die zweite S\u00e4ule<\/strong>, so der ECOtrinova-Vorsitzende, bilden Stromeinsparung, <a title=\"Effizienz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/effizienz\/\">effizienterer Einsatz <\/a>von Strom sowie Ersatz von Strom bei Elektroheizungen durch W\u00e4rme aus BHKW und Nahw\u00e4rme: \u201eStromeinsparung gerade auch bei einkommensschwachen Haushalten ist eine schnelle Methode, die Stromrechnung zu senken. Denn nicht auf den Preis der Kilowattstunde kommt es in der Hauptsache an, sondern auf den Rechnungsbetrag, und der hat zwei Faktoren, die Anzahl der Kilowattstunden mal Preis pro Kilowattstunde einschlie\u00dflich Steuern, Abgaben und Umlagen.\u201c ECOtrinova w\u00fcnscht, dass die guten Freiburger Erfahrungen mit Stromsparen bei solchen Haushalten in 2013 bei allen betroffenen durchgef\u00fchrt werden. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen und sollen auch alle anderen Verbraucher einschlie\u00dflich Gewerbe, Land und Kommunen die meist recht wirtschaftlichen Stromsparma\u00dfnahmen bei sich ab 2013 beschleunigen, wie die EU es j\u00fcngst den Staaten auferlegt hat,\u00a0 und so beizutragen zur Energiewende mit Atomausstieg und Klimaschutz.<\/p>\n<p><strong>Die dritte S\u00e4ule<\/strong> ist mehr im Gespr\u00e4ch als die beiden ersten: Der Strom aus erneuerbaren Energien. Hier sieht ECOtrinova die trinationale Region gefordert, alle Arten der Erneuerbaren voranzutreiben: kein Neubau, keine Dachrenovierung, keine L\u00e4rmschutzwand ohne Solarstromanlage, keine Biomasseabf\u00e4lle ohne Nutzung als Biogas oder auf andere Methode in Heizkraftanlagen mit Ber\u00fccksichtigung der N\u00e4hrstoffkette. Ein trinationales Programm f\u00fcr die \u00d6kologisierung und Modernisierung sowie gew\u00e4sser\u00f6kologisch optimierte Wiederinbetriebnahme von Wasserkraftanlagen bildet einen weiteren wichtigen, derzeit oft untersch\u00e4tzten Beitrag f\u00fcr die Stromerzeugung in der Region. Nicht zuletzt mit der Windenergie kommt ein sehr wichtiger \u201eBrennstoffsparer und Klimasch\u00fctzer\u201c nun verst\u00e4rkt auf die Region Freiburg und\u00a0 trinationale Region zu. Im Verbund mit der erneuerbaren Energien und Speicherkraftwerken w\u00fcnscht sich ECOtrinova ein erneuerbares \u201evirtuelles Kombikraftwerk\u201c in der Region, dies mit den Blockheizkraftwerken als tragendes Element im Winterhalbjahr.<\/p>\n<p>4.1.2013, Dr. Georg L\u00f6ser, Vorsitzender <a title=\"Ecotrinova\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/ecotrinova\/\">ECOtrinova e.V<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&#8212;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gemeinn\u00fctzige Freiburger Umweltschutzverein ECOtrinova e.V., der in der Region am s\u00fcdlichen Oberrhein auch rhein\u00fcberschreitend t\u00e4tig ist, sieht f\u00fcr 2013 eine F\u00fclle von Aufgaben zu Energie und Umwelt auf die Region zukommen, d.h. auf ihre BewohnerInnen, Politik, Verwaltungen und Gewerbe. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energiewende-dreiland-2013\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,11,173,132,68],"tags":[193,151],"class_list":["post-19474","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energie","category-regio","category-sparsamkeit","category-strom","category-umwelt","tag-bhkw","tag-erneuerbare-energien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19474"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19474\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}