{"id":17108,"date":"2012-12-05T13:14:48","date_gmt":"2012-12-05T12:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=17108"},"modified":"2012-12-07T13:15:07","modified_gmt":"2012-12-07T12:15:07","slug":"littenweiler-stadtteilentwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/littenweiler-stadtteilentwicklung\/","title":{"rendered":"Littenweiler Stadtteilentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Dreisamt\u00e4ler:<strong> <\/strong>Prof. Haag, Sie sind als B\u00fcrgermeister des Dezernats V f\u00fcr Stadtentwicklung und Verkehrsplanung zust\u00e4ndig. Sie m\u00fcssen die Stadt als Ganzes sehen, aber auch die Bed\u00fcrfnisse der einzelnen Stadtteile im Blick haben. Ein Problem der Stadtteile wie <a title=\"Littenweiler\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/littenweiler\/\">Littenweiler<\/a> ist meist die Infrastruktur: k\u00f6nnen die Dinge des t\u00e4glichen Bedarfs noch im Stadtteil eingekauft werden oder bluten sie infrastrukturell aus? K\u00f6nnen Sie unseren Lesern erl\u00e4utern, welche Ziele und Konzept die Stadt Freiburg hier verfolgt?<!--more-->Haag: Wir haben ein Freiburger M\u00e4rkte- und Zentrenkonzept, <img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" alt=\"\" \/><br \/>\nmit dem wir zweierlei erreichen wollen. Wir wollen eine starke und attraktive Innenstadt und wir wollen Stadtteilzentren, die es den B\u00fcrgern erm\u00f6glicht, die Eink\u00e4ufe f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf fu\u00dfl\u00e4ufig oder mit dem Rad zu erledigen, also eine Stadt der kurzen Wege. Was wir nicht wollen, das sind M\u00e4rkte auf der gr\u00fcnen Wiese in den Au\u00dfenbereichen. Das regeln wir \u00fcber Bebauungspl\u00e4ne. Dieses Konzept f\u00fchrte dazu, dass wir in der Regel eine sehr gute Einzelhandelsversorgung in den Freiburger\u00a0 Stadtteilen haben. Einfach ist das allerdings nicht, denn generell ver\u00e4ndern sich die Einzelhandelsstrukturen in Richtung Zentralit\u00e4t. Die Verkaufsfl\u00e4chen werden immer gr\u00f6\u00dfer, viele Kleine ziehen sich aus der Fl\u00e4che zur\u00fcck \u2013 siehe Post, siehe Schlecker &#8211; und das Internet spielt bei dieser Entwicklung nat\u00fcrlich auch eine Rolle. Einzelhandelsstrukturen zu erhalten, wird immer schwieriger. F\u00fcr den Freiburger Osten ist das Zentrum Oberwiehre ein recht gutes Beispiel f\u00fcr die Schaffung eines neuen Versorgungsschwerpunkts. Nach anf\u00e4nglichem Widerstand ist das ZO inzwischen gut angenommen und f\u00fcr viele fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Und was bedeutet das jetzt f\u00fcr Littenweiler?<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Die Versorgungssituation in Littenweiler ist sehr gut. Es gibt immerhin zwei Edeka-M\u00e4rkte als Vollsortimenter, einen Discounter und viele kleinere Gesch\u00e4fte sowohl in der Alemannenstra\u00dfe als auch im Bereich der Endhaltestelle. Auch hat sich in Littenweiler ein Wochenmarkt mit regionalen Produkten etabliert, der von den B\u00fcrgern sehr gut angenommen wird. Das ist eben auch ein wichtiger Punkt. Das ganze lebt von der Akzeptanz der B\u00fcrgerschaft.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Ist denn inzwischen Bewegung in die \u00dcberplanung des Areals Bahnhofsvorplatz und PH-Parkplatz gekommen?<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Dass bei diesem Areal f\u00fcr Littenweiler noch gute Entwicklung m\u00f6glich wird, ist offensichtlich. Wir sind als Stadt jedoch nur handlungsf\u00e4hig, wenn wir kooperative Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer haben. Und das war bisher nicht der Fall. Es laufen schon seit langem intensive Gespr\u00e4che mit dem Land und der Bahn. Gerade die Bahn bringt sich jedoch nicht so ein, wie es urspr\u00fcnglich verabredet war und kocht ihr eigenes S\u00fcppchen \u2026<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: \u2026 was darin gipfelte, dass die Bahn ein Grundst\u00fcck h\u00f6chstbietend ausgeschrieben hat \u2026<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Leider ja, daher mussten wir mit einem Aufstellungsbeschluss und dem Beschluss f\u00fcr ein Vorkaufsrecht reagieren. Damit sichern wir uns zun\u00e4chst Handlungsoptionen. Ob dies am Ende reicht, um zu einer guten Gesamtentwicklung zu kommen kann ich derzeit noch nicht absch\u00e4tzen, hoffe es aber sehr.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Die Littenweiler B\u00fcrger waren \u00fcber den jahrelangen Stillstand nicht ganz ungl\u00fccklich.<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Es gibt viele, die wollen, dass es bleibt, wie es ist. Viele sehen aber auch, dass hier Potential da w\u00e4re, Littenweiler aufzuwerten. Ein \u00c4rztehaus an dieser Stelle w\u00fcrde eine Aufwertung bedeuten. Und nat\u00fcrlich gibt es noch weiteres Konfliktpotential. Die Studenten der PH, die die Container entlang der H\u00f6llentalstra\u00dfe nutzen, sind \u00fcber die Entwicklung auch nicht begeistert. Wir unterst\u00fctzen allerdings die Studierenden in der Suche nach Ersatzr\u00e4umen. Ver\u00e4nderung bedeutet nicht immer, dass es f\u00fcr alle besser wird. Man muss aber das gro\u00dfe Ganze sehen. F\u00fcr mich ist das ZO ein Erfolgsbeispiel, das eine deutliche Ver\u00e4nderung brachte und inzwischen ein Gewinn f\u00fcr den Freiburger Osten ist. Klar ist aber auch, dass bei der Umgestaltung des Areals die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger beteiligt werden! Wir hatten ja schon mehrere Informationsveranstaltungen und B\u00fcrgerworkshops.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Wie sieht es mit der Planung aus, die Stadtbahnlinie bis zum Kappler Knoten zu verl\u00e4ngern?<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Die Planung f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der Stadtbahnlinie 1 bis zum Kappler Knoten plus Haltepunkt Bahnhof Littenweiler ist bis nach 2018 zur\u00fcckgestellt. Priorit\u00e4t haben drei andere Projekte: Die Stadtbahn bis Z\u00e4hringen ist bereits im Bau, die zur Messe wird im Fr\u00fchjahr n\u00e4chsten Jahres begonnen und f\u00fcr den Rotteckring ist der Start 2014 geplant. Zusammen mit der Stadtbahnverl\u00e4ngerung Littenweiler ist dann auch ein Park-and-Ride-Platz vorgesehen, der im Freiburger Osten fehlt und Littenweiler und Waldsee gut tun w\u00fcrde. Die Parksituation w\u00fcrde sich dadurch deutlich entspannen.\u00a0<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Welche Rolle spielt die H\u00f6llentalbahn f\u00fcr Littenweiler?<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Sie ist wichtig f\u00fcr Littenweiler. Mit ihr kommt man schnell und direkt in den Schwarzwald und an den Hauptbahnhof. Die H\u00f6llentalbahn ist mit die st\u00e4rkste Strecke im Land, die von Berufspendlern, Sch\u00fclern und Touristen genutzt wird. Sie ist ein Riesenerfolg f\u00fcr die Bahn und das Land. Damit das so bleibt, muss man auch etwas daf\u00fcr tun. Die Qualit\u00e4t muss stimmen. Deshalb ist das Konzept der Breisgau-S-Bahnkonzept 2020 der richtige Weg. Die H\u00f6llental soll ausgebaut werden, neues Wagenmaterial angeschafft und die Bahnh\u00f6fe barrierefrei gestaltet werden. In weiteren Schritten soll eine durchg\u00e4ngige Elektrifizierung nach Donaueschingen realisiert werden. Dieses Konzept bietet f\u00fcr Littenweiler und das Dreisamtal viele Chancen und spricht neue Zielgruppen f\u00fcr den Tourismus an. Wir arbeiten hier im Zweckverband an der Umsetzung und zwar Stadt, Landkreis und Land Hand in Hand.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Inzwischen ist es beschlossen: das SC-Stadion wird neu gebaut und bleibt nicht in Waldsee.<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Ein Gutachten zeigt, dass am Standort Schwarzwaldstra\u00dfe zwar ein bundesligataugliches Stadion realisiert werden k\u00f6nnte, jedoch nur zu unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Kosten. Diese Zukunftsperspektive w\u00e4re da, aber der Aufwand steht in keiner Relation zu m\u00f6glichen Nutzen und Mehreinnahmen. Vor allem weil dort die Auflage einer Begrenzung von maximal 25.000 Zuschauer besteht. Das ist der Tatsache geschuldet, dass das Stadion direkt an einem Wohngebiet liegt. Deshalb ist die Aussage der Stadt, dass der Standort Schwarzwaldstra\u00dfe ersetzt wird. Wir pr\u00fcfen derzeit verschiedene Standortvarianten. Ziel ist es, den SC in Freiburg zu halten und ihm eine gute Perspektive zu bieten. Der SC braucht ein bundesligataugliches Stadion und er darf sich auch nicht \u00fcberschulden, so dass kein Geld mehr f\u00fcr den Spielbetrieb da ist. Fu\u00dfball ist nach wie vor eine Boom-Sportart. Obwohl die Ums\u00e4tze schon hoch sind, ist immer noch was drin und wir m\u00fcssen Schritt halten mit anderen St\u00e4dten, um konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Christian Streich w\u00fcnscht sich, dass das neue Stadion heimelig wird.<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Wir h\u00e4ngen nat\u00fcrlich alle am Stadion an der Dreisam. Das ist ein St\u00fcck Freiburger Geschichte und Identit\u00e4t. Wenn man die Bilder im Fernsehen mit dem Ro\u00dfkopf im Hintergrund sieht, dann hat das Atmosph\u00e4re. Klar, ein Neubaustadion wird n\u00fcchterner werden, und von den Schwarzwaldh\u00e4ngen weiter weg sein, weil es irgendwo im Westen der Stadt erbaut werden wird. Dort existieren einfach andere Fl\u00e4chenangebote und Verkehrserschlie\u00dfungsm\u00f6glichkeiten. Erst brauchen wir jedoch einen Standort, \u00fcber Heimeligkeit k\u00f6nnen wir dann sprechen, da finden wir mit Christian Streich eine L\u00f6sung.<br \/>\n<strong>Dreisamt\u00e4ler<\/strong>: Wie w\u00fcrden Sie Littenweiler als Stadtteil charakterisieren?<br \/>\n<strong>Haag<\/strong>: Littenweiler ist ein Stadtteil, der ein sehr eigenes Gepr\u00e4ge bewahrt hat. Littenweiler hat Charakter mit einem sch\u00f6nen Zentrum und einer wundersch\u00f6nen Lage. Littenweiler ist einer unserer sch\u00f6nsten Stadtteile, wobei wir in Freiburg viele sch\u00f6ne Stadtteile haben. Man kann dort sehr gut wohnen und sich wohlf\u00fchlen, was Umfragen immer wieder belegen.\u00a0<br \/>\n5.12.2012, Dagmar Engesser im Gespr\u00e4ch mit Prof. Dr. Haag\u00a0, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreisamt\u00e4ler: Prof. Haag, Sie sind als B\u00fcrgermeister des Dezernats V f\u00fcr Stadtentwicklung und Verkehrsplanung zust\u00e4ndig. Sie m\u00fcssen die Stadt als Ganzes sehen, aber auch die Bed\u00fcrfnisse der einzelnen Stadtteile im Blick haben. Ein Problem der Stadtteile wie Littenweiler ist meist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/littenweiler-stadtteilentwicklung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[456,283,157],"tags":[287,167,112],"class_list":["post-17108","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bebauung","category-littenweiler","category-oeffentlicher-raum","tag-neubau","tag-quartier","tag-stadtplanung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17108\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}