{"id":16414,"date":"2012-11-28T22:10:32","date_gmt":"2012-11-28T21:10:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=16414"},"modified":"2012-11-28T22:11:15","modified_gmt":"2012-11-28T21:11:15","slug":"windenergie-im-dreisamtal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/windenergie-im-dreisamtal\/","title":{"rendered":"Windenergie im Dreisamtal"},"content":{"rendered":"<p>Im S\u00fcden Deutschlands und insbesondere in Baden-W\u00fcrttemberg sind im Vergleich zum Norden der Republik <a title=\"Wind\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/\">Windkraftanlagen<\/a> d\u00fcnn ges\u00e4t. Gerade mal 1 % der Stromproduktion kommt hier aus der Windkraft. Um den Ausstieg aus der Atomenergie und die Energiewende zu schaffen, verfolgt Baden-W\u00fcrttemberg nun das ambitionierte Ziel bis 2020 auf 10 % zu kommen. Daf\u00fcr m\u00fcssen 1200 Windr\u00e4der gebaut werden.<!--more--><br \/>\nNachdem hier im L\u00e4ndle die Nutzung der Windkraft unter der Regierung Teufel jahrelang blockiert wurde, hat sich der Wind f\u00fcr Windr\u00e4der in Baden-W\u00fcrttemberg gedreht. Mit dem \u201eWindenergie-Erlass Baden-W\u00fcrttemberg\u201c m\u00f6chte die gr\u00fcn-rote Regierung den Ausbau der Windkraft vorantreiben. Mit diesem Erlass wird au\u00dferdem die Planungshoheit, die bisher beim Regierungspr\u00e4sidium lag, in die Verantwortung der Kommunen gelegt. Deshalb erarbeitet der Gemeindeverwaltungsverband <a title=\"Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tal\/dreisamtal\/\">Dreisamtal<\/a>, in dem die Gemeinden Kirchzarten, Stegen, Buchenbach und Oberried zusammengeschlossen sind, derzeit den \u201eTeilfl\u00e4chennutzungsplan Windkraft\u201c, zu dem am vergangenen Donnerstag in Oberried eine Informationsveranstaltung als vorgezogene B\u00fcrgerbeteiligung stattfand.<br \/>\nEric Lippe vom B\u00fcro Faktorgr\u00fcn erl\u00e4uterte dem Publikum den Fl\u00e4chensuchprozess f\u00fcr Windkraftstandorte. Grundlage dieses Prozesses, der sich streng am \u201eWindenergie-Erlass\u201c orientiert, sind die Areale mit einer geeigneten Windh\u00f6figkeit von mindestens 5,3 m pro Sekunde. Werte, die darunter liegen, gelten als unwirtschaftlich.<br \/>\nIm weiteren Prozess wurden dann Tabu- und Restriktions-Kriterien, die ebenfalls im \u201eWindenergie-Erlass\u201c festgelegt sind, mit den windh\u00f6figen Standorten abgeglichen. Diese Kriterien betreffen vor allem den Natur- und Artenschutz. Bannw\u00e4lder oder Balzpl\u00e4tze von Auerh\u00fchnern sind f\u00fcr Windr\u00e4der tabu, auch wenn die Windh\u00f6figkeit ideal w\u00e4re.<br \/>\nWeitere Pr\u00fcfkriterien betreffen den L\u00e4rmschutz. Ausweisungszonen f\u00fcr Windr\u00e4der m\u00fcssen zu Siedlungsgebieten einen Abstand von 700 Metern einhalten, zu Wohnfl\u00e4chen im Au\u00dfenbereich 500 Meter. Das Ziel ist es, Konzentrationszonen f\u00fcr Windkraft auszuweisen, weil man eine B\u00fcndelung der Anlagen will. Deshalb fallen auch sehr kleine oder ung\u00fcnstig zugeschnittene Fl\u00e4chen heraus.<br \/>\n\u00dcbrig blieben nach diesem Prozess dreizehn m\u00f6gliche Ausweisungs-Zonen, mit denen jetzt in das Verfahren eingestiegen wird.\u00a0Das Verfahren stehe im Moment ganz am Anfang, betonte Wolfgang Dopfer vom B\u00fcro \u201efsp stadtplanung\u201c. B\u00fcrger, Fachbeh\u00f6rden und Verb\u00e4nde haben nun die M\u00f6glichkeit, Einwendungen zu erheben. Parallel dazu laufen weitere Artenschutz-Untersuchungen. In einem Abw\u00e4gungsprozess w\u00fcrden dann einzelne Konzentrationszonen festgelegt, mit denen dann in die formale B\u00fcrgerbeteiligung gegangen wird. Auch dann haben die B\u00fcrger wieder die M\u00f6glichkeit, Bedenken und Anregungen einzubringen. Nach einem neuerlichen Abw\u00e4gungsprozess erfolgt der Feststellungsbeschluss durch die Verbandsversammlung. Mit dem Ende des Verfahrens kann fr\u00fchestens Ende n\u00e4chsten Jahres gerechnet werden.<br \/>\nDie wenigen B\u00fcrger, die anwesend waren, zeigten sich entt\u00e4uscht dar\u00fcber, dass sich dieses Verfahren so lange hinzieht. Die vielen vorgegebenen Restriktionen lie\u00dfen au\u00dferdem eher den Eindruck eines Windkraft-Verhinderungsverfahrens entstehen. Angeregt wurde, den Abstand zur Bebauung im Au\u00dfenbereich auf 400 Meter zu reduzieren, um mehr und gr\u00f6\u00dfere Standorte zu erm\u00f6glichen. Moderne Anlagen w\u00fcrden die L\u00e4rmschutzgrenze problemlos einhalten k\u00f6nnen. Peter Gutzweiler, Gemeinderat aus Stegen, wies darauf hin, dass das Dreisamtal eine der sch\u00f6nsten Landschaften sei. Zielkonflikte seien vorprogrammiert und deshalb solle man den Abw\u00e4gungsprozess mit Ruhe und Bedacht durchf\u00fchren. Konflikte werden in der Tat nicht ausbleiben, denn die Gemeinde Hinterzarten hat schon Widerspruch gegen den Standort am Hinterwaldkopf eingelegt, da Windr\u00e4der dort die Sichtachse zum Feldberg beeintr\u00e4chtigten. Die Standorte, die in der Diskussion sind:<br \/>\n&#8211; Auf Stegener Gemarkung kommen das Streckereck, der Flaunser und der Brombergkopf in Betracht.<br \/>\n&#8211; In Buchenbach sind zwei Standorte im Visier: Hohwart und Ottenberg.<br \/>\n&#8211; Kirchzarten verf\u00fcgt nur \u00fcber wenige gut windh\u00f6fige Standorte, n\u00e4mlich Untergsand und Sonneck.<br \/>\n&#8211; Die meisten gut windh\u00f6figen Fl\u00e4chen liegen in Oberried: Truckenbach, Hundsr\u00fccken, Kohlwald, Toter Mann,<br \/>\n\u00a0 \u00a0Langimmiwald, und Hinterwaldkopf.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne liegen in den Rath\u00e4usern des Dreisamtals noch bis zum 7. Dezember 2012 aus. Solange k\u00f6nnen auch Anregungen und Bedenken vorgebracht werden.<br \/>\n28.11.2012, Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im S\u00fcden Deutschlands und insbesondere in Baden-W\u00fcrttemberg sind im Vergleich zum Norden der Republik Windkraftanlagen d\u00fcnn ges\u00e4t. Gerade mal 1 % der Stromproduktion kommt hier aus der Windkraft. 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