{"id":152107,"date":"2026-07-31T10:58:14","date_gmt":"2026-07-31T08:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=152107"},"modified":"2026-07-31T11:32:38","modified_gmt":"2026-07-31T09:32:38","slug":"muslim-zur-islamismus-debatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/muslim-zur-islamismus-debatte\/","title":{"rendered":"Muslim zur Islamismus-Debatte"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>&#8222;Wer in Deutschland frei beten will, muss daf\u00fcr eintreten, dass andere hier frei lieben k\u00f6nnen.&#8220;<\/strong><\/em> Diese Aussage entwickelt Mustafa Y\u00f6ntem induktiv und stellt sie als R\u00e9sum\u00e9e an das Ende seines gro\u00dfartigen Beitrags &#8222;CSD-Terror: Muslim zur Islamismus-Debatte&#8220; in der Berliner Zeitung vom 29.7.2026. <!--more-->Dieser dreiteilige Satz ist so gut formuliert und wichtig, da\u00df ich ihn deduktiv hier gleich zu Beginn bespreche:<br \/>\n.<br \/>\n1. Y\u00f6ntem wendet sich an alle in Deutschland lebenden Muslime, die ja alle &#8222;frei beten&#8220; wollen und auch k\u00f6nnen, da ihnen der Staat dazu seit \u00fcber 50 Jahren die Freiheit und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/sicherheit\/innere-sicherheit\/\">Sicherheit<\/a> gew\u00e4hrt. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Muslime dem deutschen Staat dankbar sein: &#8222;Vergi\u00df nie, ihnen daf\u00fcr zu danken&#8220; sagt Y\u00f6ntem&#8217;s in den 1970er Jahren als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/gastarbeiter\/\">Gastarbeiter<\/a> aus der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/deutschtuerken\/\">T\u00fcrkei<\/a> eingewanderte Gro\u00dfvater zum Berliner Enkel Mustafa.<\/p>\n<p>2. &#8222;andere hier frei lieben k\u00f6nnen&#8220;: Die Anderen sind die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/muslime\/nicht-muslime\/\">Nicht-Muslime<\/a>, also all die Andersgl\u00e4ubigen, Agnostiker, Atheisten und wie auch immer als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/gender\/lgbtq\/\">LGBTQ+<\/a> bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/maenner\/mann-frau\/\">Queer<\/a> orientierten Menschen, die gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/\">Grundgesetz<\/a> Toleranz und Respekt verdienen.<\/p>\n<p>3. Der Islam &#8222;mu\u00df daf\u00fcr eintreten&#8220;, die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassung\/fdgo\/\">FDGO<\/a>) in Deutschland zu erhalten und zu verteidigen. Auch Muslime haben von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/pluralismus\/\">Pluralismus<\/a>, Demokratie und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/rechtsstaat\/\">Rechtsstaat<\/a> profitiert, deshalb m\u00fcssen sie heute aktiv gegen den von Islamisten propagierten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-politik\/\">Politischen Islam<\/a> vorgehen. Die &#8222;Schweigende Mehrheit&#8220; (Noelle-Neumann) der B\u00fcrger ohne oder mit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migrationshintergrund\/\">Migrationshintergrund<\/a> darf in Zeiten des im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/islamogauchisme\/\">IslamoGauchisme<\/a> verb\u00fcndeten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-terror\/\">islamistischen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/linksterror\/\">linken Terrors<\/a> nicht mehr schweigen.<br \/>\nSchlie\u00dflich trifft der Islamismus gerade auch die Muslime gleich dreimal, indem er <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinder-indoktrinierung\/\">Kinder indoktriniert<\/a>, friedliches Leben bedroht und anti-islamischen Hass sch\u00fcrt.<br \/>\n.<br \/>\n&#8222;Muslime schulden der Gesellschaft keine Kollektiventschuldigung f\u00fcr die Tat eines einzelnen Islamisten&#8220;. Y\u00f6ntem lehnt <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/erinnerungskultur\/kollektivschuld\/\">Kollektivschuld<\/a> ab und setzt dagegen die Verantwortung und Haltung des einzelnen Muslims. Die Abwehrhaltung, der islamistische Anschlag habe nichts mit dem Islam zu tun, sei ebenso falsch wie die Gleichsetzung von Islamismus und Islam. &#8222;Aber \u00fcber den zwischen beiden Reflexen liegenden Raum mu\u00df man sprechen&#8220;, d.h. je mehr sich die islamistischen Anschl\u00e4ge h\u00e4ufen, desto notwendiger sind die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Diskussion<\/a> und das Gespr\u00e4ch miteinander.<\/p>\n<p>Leider geht Y\u00f6ntem nicht auf die z.B. vom Freiburger Islamwissenschaftler <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/ourghi\/\">Abdel Ourghi<\/a> angesto\u00dfene Forderung ein, in den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/moscheen\/\">Moscheen<\/a> die Glaubenss\u00e4tze des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/koran\/\">Koran<\/a> kontextuell statt wortw\u00f6rtlich zu interpretieren und sich auf die friedlichen mekkanischen Suren zu konzentrieren. Leider scheinen die kriegerischen medinensischen Verse des Koran in deutschen Moscheen immer lauter verk\u00fcndet und gerade unter Jugendlichen immer weiter verbreitet zu werden. Auch die von Ahmet Refii Dener angeprangerten\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/islam-oder-islamismus\/\">Islam-Sch\u00fclerwohnheime<\/a> spielen eine Rolle<br \/>\n.<br \/>\nMustafa Y\u00f6ntem geht hart mit den so zahlreichen muslimischen Imamen, Lehrern und Eltern ins Gericht, die hierzulande &#8211; auch im Hinblick auf den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/islamist-anschlag-csd-berlin\/\">CSD<\/a> &#8211; verk\u00fcnden, diese &#8222;Minderheiten seien Feinde Gottes&#8220;. Damit d\u00fcrfte sich der Autor in der muslimischen Community viele Feinde schaffen. &#8222;Der schwule Nachbar und die lesbische Kollegin sind keine theologischen Streitfragen. Sie sind Menschen, Ihre Sicherheit und ihre Freiheit sind nicht verhandelbar.&#8220; Individuelle Freiheit und vor allem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/grundgesetz-meinungsfreiheit\/\">Meinungsfreiheit<\/a> gilt f\u00fcr Alle &#8211; in Deutschland, leider aber nicht in den meisten Herkunftsl\u00e4ndern der Migranten.<\/p>\n<p>Fazit: Der Textbeitrag von Mustafa Y\u00f6ntem &#8222;Ein Muslim zur Islamismus-Debatte&#8220; ist zu informativ und wertvoll, um ihn hinter der Bezahlschranke verschwinden zu lassen. Der Text sollte in den Schulen im Unterricht (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/ethik\/\">Ethik<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/religionsunterricht\/religionskunde\/\">Religionskunde<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islamunterricht\/\">Religionsunterricht<\/a>) Eingang finden und besprochen werden. Der Autor ist nicht ein autochthoner Besserwisser, sondern ein muslimischer Gastarbeiterenkel &#8211; auch deshalb d\u00fcrfte die Akzeptanz des Beitrag gro\u00df sein.<br \/>\nEbenso sollte der Text in den Moscheegemeinden und Koranschulen verbreitet werden &#8211; gerade auch an solchen, die von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/tuerkei\/ditib\/\">Ditib<\/a> kontrolliert werden.<\/p>\n<p>Dank an Herrn Mustafa Y\u00f6ntem f\u00fcr einen so wertvollen Textbeitrag, der ein gutes gesellschaftliches Miteinander und den Inneren Frieden in Deutschland f\u00f6rdert.<br \/>\n31.7.2026<br \/>\nDieser Beitrag wurde ohne KI geschrieben.<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Muslim zur Islamismus-Debatte&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (2)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) CSD-Terror &#8211; Ein Muslim zur Islamismus-Debatte<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eOhne Deutschlands Toleranz w\u00fcrden wir noch in Hinterh\u00f6fen beten\u201c<br \/>\n<\/strong>von Mustafa Y\u00f6ntem<br \/>\nNach dem Anschlag beim CSD reicht Verurteilung allein nicht aus. Queerfeindlichkeit muss \u00fcberall widersprochen werden. Ein Kommentar eines heterosexuellen Muslims.<br \/>\nVor einigen Jahren stand ich mit meinem Gro\u00dfvater vor der neu errichteten Zentralmoschee in K\u00f6ln. Er war in den Siebzigerjahren als t\u00fcrkischer Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und hatte seinen Lebensabend sp\u00e4ter wieder in seiner Heimat verbracht. Nun blickte er beeindruckt auf die Kuppel und die hohen Minarette dieses Geb\u00e4udes im Herzen einer deutschen Gro\u00dfstadt.<br \/>\nIch klopfte ihm auf die Schulter. \u201eAlles dank euch, Opa\u201c, sagte ich. Mein Gro\u00dfvater wandte den Blick von der Moschee ab und sah mich an. Dann sch\u00fcttelte er entschieden den Kopf. \u201eWir haben damit nichts zu tun, mein Junge.\u201c Er machte eine kurze Pause.<br \/>\n\u201eWenn die Deutschen nicht so tolerant gewesen w\u00e4ren, w\u00fcrden wir noch heute in Hinterh\u00f6fen beten.\u201c Dann sagte er einen Satz, dessen Bedeutung ich damals noch nicht verstand: \u201eVergiss nie, ihnen daf\u00fcr zu danken.\u201c<br \/>\n.<br \/>\nDankbarkeit f\u00fcr selbstverst\u00e4ndliche Freiheit?<br \/>\nDiese Dankbarkeit war mir bis dahin fremd gewesen. Ich bin in einem Deutschland geboren und aufgewachsen, in dem Moscheen zum Stadtbild dazugeh\u00f6ren. In dem ich ein Gotteshaus betreten, beten und mit Hunderten anderen Menschen das Freitagsgebet feiern kann. In dem ich gelernt habe, diese Freiheit f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich zu halten.<br \/>\nUnd auch die Sicherheit, mit der sie einhergeht. Anders als in Pakistan, im Jemen, in Afghanistan oder \u00c4gypten, wo Moscheen immer wieder zum Ziel innerislamischer, sektiererischer Gewalt werden, bin ich mit dem Vertrauen aufgewachsen, dass der deutsche Staat auch unsere Gottesh\u00e4user sch\u00fctzt. Dass niemand um sein Leben f\u00fcrchten muss, nur weil er gemeinsam mit anderen betet.<br \/>\nAm vergangenen Samstag wurde diese Freiheit im Herzen Berlins angegriffen \u2013 nicht die Freiheit der Muslime, sondern die Freiheit queerer Menschen. Eine Frau wurde get\u00f6tet, 29 Menschen wurden verletzt. Sie waren zum Christopher Street Day gekommen, um sichtbar zu sein, zu feiern und f\u00fcr ihre Rechte einzutreten. Nach gegenw\u00e4rtigem Ermittlungsstand gehen die Beh\u00f6rden von einem islamistischen Tatmotiv aus.<br \/>\n.<br \/>\nZwischen Kollektivschuld und Verantwortung<br \/>\nSeit dem Anschlag wird wieder die Frage gestellt, wann und wie sich Muslime von Islamisten distanzieren. Ein Kollege forderte von denjenigen, die den Islam in diesem Land repr\u00e4sentieren, eine unmissverst\u00e4ndliche Distanzierung. Ich bin kein Funktion\u00e4r eines islamischen Verbandes. Ich kenne den T\u00e4ter nicht. Ich trage keine Verantwortung f\u00fcr seine Entscheidung, Menschen zu ermorden. Muslime schulden der Gesellschaft keine Kollektiventschuldigung f\u00fcr die Tat eines einzelnen Islamisten.<br \/>\nAber das bedeutet nicht, dass wir nichts schulden. Wir schulden eine Haltung. Wir schulden die unmissverst\u00e4ndliche Verurteilung des islamistischen Terrors. Und wir schulden die Bereitschaft, \u00fcber die Bedingungen zu sprechen, unter denen seine Ideologie gedeihen kann \u2013 auch dann, wenn dieses Gespr\u00e4ch unbequem wird. Zwischen Kollektivschuld und Verantwortung liegt ein entscheidender Unterschied.<br \/>\nKollektivschuld macht Menschen f\u00fcr Taten verantwortlich, die sie nicht begangen haben. Verantwortung fragt danach, was sie tun k\u00f6nnen, damit sich solche Taten nicht wiederholen. Es reicht deshalb nicht, nach jedem Anschlag zu erkl\u00e4ren, die Tat habe mit dem Islam nichts zu tun. Ebenso falsch w\u00e4re es, den Islam mit dem Islamismus gleichzusetzen oder Millionen friedliche Muslime unter Generalverdacht zu stellen.<br \/>\nAber zwischen diesen beiden Reflexen \u2013 der pauschalen Anklage von au\u00dfen und der reflexhaften Abwehr von innen \u2013 liegt ein Raum, den wir zu lange gemieden haben. In diesem Raum m\u00fcssen wir \u00fcber Queerfeindlichkeit sprechen.<br \/>\n.<br \/>\nQueerfeindlichkeit beginnt vor dem Terror<br \/>\nQueerfeindlichkeit beginnt nicht erst, wenn ein Fahrzeug in eine Menschenmenge rast. Sie beginnt dort, wo M\u00e4nner ihre M\u00e4nnlichkeit beweisen wollen, indem sie andere erniedrigen. Wo Prediger oder selbsternannte TikTok-Gelehrte Menschen auf eine vermeintliche S\u00fcnde reduzieren. Wo aus einer religi\u00f6sen \u00dcberzeugung die Rechtfertigung wird, anderen ihre W\u00fcrde, ihre Sichtbarkeit oder ihre gleichen Rechte abzusprechen.<br \/>\nNicht jeder religi\u00f6se Konservatismus ist Islamismus. Und nicht jeder Muslim muss in theologischen Fragen dieselben Auffassungen vertreten. Ein freiheitlicher Staat verlangt keine innere Zustimmung zu jedem Lebensentwurf. Er verlangt aber die Anerkennung, dass jeder Mensch das gleiche Recht besitzt, diesen Lebensentwurf frei und sicher zu leben.<br \/>\nEin queerer Mensch braucht unsere religi\u00f6se Zustimmung nicht, um in W\u00fcrde leben zu d\u00fcrfen. Der schwule Nachbar oder die lesbische Kollegin sind keine theologischen Streitfragen. Sie sind Menschen. Ihre Sicherheit und ihre Freiheit sind nicht verhandelbar.<br \/>\nMuslimische Eltern, Lehrer, Imame und Verbandsvertreter d\u00fcrfen deshalb nicht erst dann laut werden, wenn aus Verachtung Gewalt geworden ist. Sie m\u00fcssen widersprechen, wenn \u201eschwul\u201c als Beleidigung gebraucht wird. Wenn Jugendliche im Internet lernen, Minderheiten seien Feinde Gottes. Wenn eine Ideologie ihnen einredet, sie m\u00fcssten zwischen ihrem Glauben und der offenen Gesellschaft w\u00e4hlen.<br \/>\n.<br \/>\nFreiheit ist kein Tauschgesch\u00e4ft<br \/>\nViele Menschen aus der queeren Community haben in den vergangenen Jahren an der Seite von Muslimen gestanden. Sie haben gegen antimuslimischen Hass demonstriert, sich gegen pauschale Verd\u00e4chtigungen gewehrt und daran erinnert, dass Minderheitenrechte unteilbar sind. Das sollte nicht vergessen werden. Aber es darf auch nicht die Begr\u00fcndung f\u00fcr unsere Solidarit\u00e4t sein. Queere Menschen haben nicht deshalb ein Recht auf Schutz, weil sie Muslime in der Vergangenheit unterst\u00fctzt haben. Sie haben dieses Recht, weil es ihnen zusteht. Freiheit ist kein Tauschgesch\u00e4ft. Sie verlangt keine Vorleistung.<br \/>\nWenn wir ohne Angst eine Moschee betreten und mit Hunderten Menschen beten k\u00f6nnen, dann muss ein schwules Paar ohne Angst Hand in Hand durch Berlin gehen k\u00f6nnen. Wenn wir erwarten, dass der Staat unsere Gottesh\u00e4user sch\u00fctzt, m\u00fcssen wir verlangen, dass er auch einen CSD sch\u00fctzt.<br \/>\nUnd wir m\u00fcssen genauer hinschauen, wenn dieser Schutz versagt. Ein Rechtsstaat kann nicht jeden Anschlag verhindern. Aber er muss erkl\u00e4ren, wie ein den Beh\u00f6rden bekannter Gef\u00e4hrder, den ein Analyseinstrument des Bundeskriminalamts bereits als Hochrisikoperson eingestuft hatte, dennoch eine solche Tat begehen konnte. Diese Aufkl\u00e4rung ist keine Instrumentalisierung des Anschlags. Sie ist eine Verpflichtung gegen\u00fcber den Get\u00f6teten, den Verletzten und ihren Angeh\u00f6rigen.<br \/>\n.<br \/>\nTerror n\u00e4hrt sich von Angst<br \/>\nIslamisten behaupten, im Namen der Muslime zu handeln. Tats\u00e4chlich verbreiten sie unter Muslimen die gr\u00f6\u00dften \u00c4ngste.<br \/>\nDie erste dieser \u00c4ngste beginnt leise. Islamistische Propaganda richtet sich l\u00e4ngst gezielt an junge Menschen. \u00dcber soziale Netzwerke erreicht sie ihre Kinderzimmer, vereinfacht die Welt in Gl\u00e4ubige und Ungl\u00e4ubige und verspricht Zugeh\u00f6rigkeit, wo Jugendliche nach Identit\u00e4t, Orientierung und Anerkennung suchen. Der Berliner Verfassungsschutz bezeichnet diese Propaganda inzwischen als einen zentralen Radikalisierungstreiber.<br \/>\nIslamisten m\u00fcssen heute keine Moschee und kein Jugendzentrum betreten, um junge Muslime zu erreichen. Ein Smartphone gen\u00fcgt. Prediger, Influencer und anonyme Kan\u00e4le liefern einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Sie erkl\u00e4ren Jugendlichen, wer angeblich zu ihnen geh\u00f6rt und wer ihr Feind ist. Sie verwandeln pers\u00f6nliche Unsicherheit in religi\u00f6se Gewissheit und das Gef\u00fchl, nicht dazuzugeh\u00f6ren, in Wut auf die Gesellschaft.<br \/>\nDavor f\u00fcrchten sich viele muslimische Eltern: dass ihre Kinder in eine Welt hineingezogen werden, zu der sie selbst keinen Zugang mehr haben. Dass sie die Ver\u00e4nderung erst bemerken, wenn sich die Sprache am Esstisch ver\u00e4ndert, Freunde pl\u00f6tzlich als Ungl\u00e4ubige gelten und die eigene Familie als zu angepasst oder gar als Verr\u00e4ter betrachtet wird.<br \/>\n.<br \/>\nGewalt kennt am Ende nur K\u00f6rper<br \/>\nDie zweite Angst ist lauter. Wir Muslime stehen bei einem Anschlag nicht au\u00dferhalb der Menge. Wir besuchen den CSD und treffen dort Freunde. Wir gehen zu Fu\u00dfballspielen und auf Weihnachtsm\u00e4rkte. Meine Mutter liebt die Kartoffelpuffer, meine Nichte den Kinderpunsch. Sie stehen dort zwischen allen anderen.<br \/>\nEin Fahrzeug, das in eine Menschenmenge rast, fragt nicht nach Religion oder Sexualit\u00e4t. Eine Klinge unterscheidet nicht zwischen Christen, Juden, Muslimen. Der Terrorist mag seine Opfer nach einem Feindbild ausw\u00e4hlen. Die Gewalt selbst kennt am Ende nur K\u00f6rper<\/p>\n<p>Und dann gibt es die dritte Angst. Sie kommt, wenn die Sirenen verstummt sind. Es ist die Angst vor der Vergeltung. Vor jenen, die nach einem islamistischen Anschlag nicht mehr zwischen dem T\u00e4ter und Millionen unbeteiligten Muslimen unterscheiden wollen. Die in einer Frau mit Kopftuch, einem Mann vor einer Moschee oder Jugendlichen in einer Shisha-Bar keine Mitb\u00fcrger mehr sehen, sondern Stellvertreter des Attent\u00e4ters.<br \/>\nDiese Angst ist schwer auszusprechen, weil sie leicht wie eine Verschiebung der Opferrolle wirken kann. Nach diesem Anschlag sind die Ermordete, die Verletzten und die queere Gemeinschaft die unmittelbar Betroffenen. Daran darf kein Zweifel bestehen.<br \/>\nUnd doch geh\u00f6rt zur zerst\u00f6rerischen Wirkung des Islamismus auch dies: Islamisten liefern denjenigen Bilder, die Millionen Muslime schon immer zu Fremden, Verd\u00e4chtigen oder Feinden erkl\u00e4ren wollten. Jeder islamistische Anschlag gibt dem antimuslimischen Hass neue Nahrung.<br \/>\nSo trifft der Islamist uns dreimal. Er versucht, unsere Kinder zu verf\u00fchren. Er bedroht unser gemeinsames Leben. Und er hinterl\u00e4sst einen Verdacht, unter dem am Ende diejenigen stehen, die seine Ideologie am meisten verabscheuen. Auch deshalb m\u00fcssen Muslime den Islamismus bek\u00e4mpfen Nicht, um sich ihre Zugeh\u00f6rigkeit zu verdienen. Nicht, um sich von einer angeblichen Kollektivschuld freizusprechen. Sondern weil diese Ideologie unsere Familien, unsere Nachbarn und die Gesellschaft angreift, in der wir selbst frei leben.<br \/>\n.<br \/>\nWas wir der Freiheit schulden<br \/>\nMein Gro\u00dfvater w\u00e4re entsetzt, wenn er sehen k\u00f6nnte, was Islamisten im Namen unserer Religion zerst\u00f6ren. Er w\u00fcrde sehen, wie sie das Vertrauen besch\u00e4digen, das Generationen von Muslimen aufgebaut haben. Wie sie junge Menschen vergiften. Wie sie Angst in Stra\u00dfen tragen, in denen wir alle leben.<br \/>\nHeute w\u00fcrde ich meinem Gro\u00dfvater in einem Punkt widersprechen. Die M\u00f6glichkeit, eine Moschee zu bauen und seine Religion auszu\u00fcben, ist kein Geschenk der Mehrheit an eine Minderheit. Grundrechte sind keine Gef\u00e4lligkeiten. Wir m\u00fcssen niemandem dankbar daf\u00fcr sein, dass uns gew\u00e4hrt wird, was uns als B\u00fcrgern dieses Landes zusteht.<br \/>\nUnd doch hatte er etwas verstanden, was ich damals noch nicht begriff. Freiheit bleibt nur bestehen, wenn diejenigen, die sie f\u00fcr sich beanspruchen, sie auch f\u00fcr andere verteidigen. Die Dankbarkeit meines Gro\u00dfvaters war keine Unterwerfung, sondern die Erkenntnis, dass Freiheit eine Verpflichtung ist. Wer in Deutschland frei beten will, muss daf\u00fcr eintreten, dass andere hier frei lieben k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.7.2026 von Mustafa Y\u00f6ntem bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/berliner-muslim-nach-csd-anschlag-ohne-deutschlands-toleranz-wuerden-wir-noch-in-hinterhoefen-beten-10243516\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/berliner-muslim-nach-csd-anschlag-ohne-deutschlands-toleranz-wuerden-wir-noch-in-hinterhoefen-beten-10243516<\/a><br \/>\n<em>.<\/em><br \/>\n<em>Mustafa Y\u00f6ntem ist als Fellow beim Berliner Verlag sowie bei der IMG t\u00e4tig. Im Product Management gestaltet er schwerpunktm\u00e4\u00dfig Projekte im Bereich \u201eProgrammatic Advertising\u201c. Seine praktische Expertise erweitert er durch sein Studium an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<\/em><strong>(2) Liberaler Islam kaum organisiert<\/strong><br \/>\nSeitens des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-liberal\/\">liberalen Islam<\/a> (Reform-Islam <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/tibi\/\">Bassam Tibi<\/a>, s\u00e4kularer Islam) vernimmt man kaum kritische Stellungsnahmen zum islamistischen Terror in Deutschland. Ein Grund hierf\u00fcr: Je orthodoxer, fanatischer, strenger und islamistischer (Muslimbr\u00fcder, IS) der praktizierte Islam ist, desto besser ist er in Verb\u00e4nden (Ditib, ZDM, &#8230;) bzw. Vereinen organisiert und institutionalisiert.<br \/>\nDie Anh\u00e4nger des eher liberalen, s\u00e4kularen bzw. reform-offenen Islam hingegen sind kaum organisiert, obwohl sie sch\u00e4tzungsweise 80 % der in Deutschland lebenden Muslime umfassen. Deshalb auch die Schwierigkeiten bei der Besetzung der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islamkonferenz\/\">Islam-Konferenz<\/a> , die letztendlich auch ihr Scheitern bewirkt haben.<br \/>\nDem friedlichen liberalen Islam fehlen also die Sprachrohre, um sich gegen den Terror im Namen Allah&#8217;s zu wenden. Eine Ausnahme ist Mustafa Y\u00f6ntem, der mit dem Beitrag &#8222;Ohne Deutschlands Toleranz w\u00fcrden wir noch in Hinterh\u00f6fen beten\u201c (siehe Anlage (1) oben) auf den Berliner CSD-Anschlag Stellung nimmt. Ein ausgezeichneter Text, der nachdenklich macht. Und gleichzeitig auch Hoffnung macht, da\u00df wahrscheinlich doch die meisten Muslime derart friedfertige Meinungen vertreten und Gewalt im Namen welcher\u00a0 Religion auch immer strikt ablehnen.<br \/>\n31.7.2026<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wer in Deutschland frei beten will, muss daf\u00fcr eintreten, dass andere hier frei lieben k\u00f6nnen.&#8220; Diese Aussage entwickelt Mustafa Y\u00f6ntem induktiv und stellt sie als R\u00e9sum\u00e9e an das Ende seines gro\u00dfartigen Beitrags &#8222;CSD-Terror: Muslim zur Islamismus-Debatte&#8220; in der Berliner Zeitung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/muslim-zur-islamismus-debatte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,181,52,36,155,60,61,157,19],"tags":[749,520,732,861,725,421,869,488,832,850],"class_list":["post-152107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-buergerbeteiligung","category-einewelt","category-engagement","category-integration","category-jugend","category-kinder","category-oeffentlicher-raum","category-religion","tag-diskussionskultur","tag-frieden","tag-gewalt","tag-indoktrinieren","tag-integration","tag-islam","tag-islamismus","tag-child","tag-religion","tag-terror"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152107"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152107\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":152112,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152107\/revisions\/152112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=152107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=152107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}