{"id":151046,"date":"2026-07-02T17:30:34","date_gmt":"2026-07-02T15:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=151046"},"modified":"2026-07-02T17:48:39","modified_gmt":"2026-07-02T15:48:39","slug":"betreute-hitze-statt-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/betreute-hitze-statt-sommer\/","title":{"rendered":"Betreute Hitze statt Sommer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/hitze\/\">Gluthitze<\/a> mit Rekordtemperaturen wegen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimawandel\/\">Klimawandel<\/a>. Doch im Jahr 2003 gab es in Freiburg 12 Tropenn\u00e4chte in Folge und 2026 waren es 14 &#8211; Rekord? Und zum Klima sollte man sich einfach mal mit \u201e5 Minutes that Destroy 30 Years of Climate Propaganda\u201c die Meinung des renommierten Wissenschaftlers und MIT-Professors Richard Lindzen<!--more--> anh\u00f6ren &#8211; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimabewegung-ende\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Im Br\u00fcsseler EU-Hauptquartier musste man im &#8222;13-st\u00f6ckigen Berlaymont-Geb\u00e4ude die Klimaanlage notabschalten \u2013 allerdings nur f\u00fcr die unteren sieben Etagen, in den B\u00fcros der 26 EU-Kommissare und von EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-kommission\/\">von der Leyen<\/a> blieb es k\u00fchl&#8220; (1). Da demonstriert die moderne Zweiklassengesellschaft der EU ihren <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/neo-feudalismus\/\">Neo-Feudalismus<\/a>.<\/p>\n<p>Dabei hassen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klima-religion\/\">Erd\u00fcberhitzungsfanatiker<\/a> die Klimaanlagen (1) &#8211; allerdings nur in der Theorie. In praxi sitzen die Business-Leute in voll klimatisierten Thinktank-B\u00fcros, w\u00e4hrend die Kinder, Kranken und Alten der \u00d6kobilanz zuliebe schwitzen. Was f\u00fcr eine verkehrte Welt, da eigentlich zu gelten hat: Vorsorge vor <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oekobilanz-auto-bahn-flug\/\">\u00d6kobilanz<\/a>, d.h. die vulnerablen Gruppen m\u00fcssten mit Klimaanlagen ausgestattet werden, w\u00e4hrend die anderen dem von ihnen propagierten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/menschengemacht\/\">CO2-menschengemachten<\/a> Klimawandels zuliebe leiden sollten.<\/p>\n<p>Viel bedrohlicher als die unsicheren <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimawandel\/\">Klimatheorien<\/a> ist die sichere Hitzeflaute (3): &#8222;Tags\u00fcber erzeugt Solar bei Sonnenschein zwei Drittel des Strombedarfs, der Wind leistet auf Grund der Flaute keinen nennenswerten Beitrag. Wenn dann die Sonne gegen Abend untergeht, muss diese Leistung komplett aus dem Backup-Kraftwerkspark erbracht oder importiert werden&#8220;. Derzeit mu\u00df bei Hitzeflaute t\u00e4glich regelbare Kraftwerksleistung (Gas, Kohle und \u00e4hnliche H\u00f6llenenergie) aktiviert werden, um uns vor dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/strom\/blackout\/\">Blackout<\/a> zu bewahren- eine kostspielige Angelegenheit.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, &#8222;der Sommer wird professionell begleitet. Man gewinnt den Eindruck, als k\u00f6nne in Deutschland kein Naturph\u00e4nomen mehr ohne institutionelle Betreuung stattfinden&#8220; (4). Medien und Politik haben die &#8222;Sommerangst&#8220; ausgerufen, die eine normale Jahreszeit in ein gesellschaftliches Problem verwandelt, das nur von Hitzeexperten mitsamt ihren Parteien und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/ngo-komplex\/\">NGOs<\/a> zu l\u00f6sen ist &#8211; im Dienste des staatlich betreuten B\u00fcrgers. Hauptsache <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klima-angst\/\">Angstmachen<\/a>. Der fr\u00fchere Sommer der Leichtigkeit wurde zum Sommer des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nudging\/\">Nudging<\/a> gemacht.<br \/>\n2.7.2026<br \/>\nDieser Beitrag wurde ohne KI geschrieben.<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Betreute Hitze statt Sommer&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (4)<br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) Hitze: Zwei-Klassen-Gesellschaft bei EU in Br\u00fcssel<\/strong><br \/>\nNotabschaltung der Klimaanlagen im EU-Hauptquartier \u2013 aber nur f\u00fcr einfache Beamte<br \/>\nBei 34 Grad in Br\u00fcssel versagt die EU-Kommission bei der Organisation der eigenen Klima-Strategie: Sie musste in ihrem 13-st\u00f6ckigen Berlaymont-Geb\u00e4ude die Klimaanlage notabschalten \u2013 allerdings nur f\u00fcr die unteren sieben Etagen, in den B\u00fcros der 26 EU-Kommissare und von EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen blieb es k\u00fchl.<br \/>\n.<br \/>\n\u201eDas ist ja wie im Feudalismus\u201c, zitiert Politico einen EU-Beamten, der die Klimanlagen-Entscheidung der Kommissionsspitze deutlich kritisiert. Ein anderer sprach laut dem Politikmagazin von einer \u201eSchande\u201c. Intern wird die Entscheidung der EU-F\u00fchrung, 3000 Beamte in der aktuellen Hitzewelle ohne Klimaanlage schmoren zu lassen, aber selbst weiter in gek\u00fchlten B\u00fcros zu sitzen, als charakterlos bezeichnet.<br \/>\nAm Freitag ging ein dringender SMS-Alarm an die Mitarbeiter: \u201eBERL \u2014 URGENT \u2014 Due to extreme weather conditions, forced shut down of air cooling system from floor 1 to 7 for the rest of the day.\u201c Das 13-st\u00f6ckige Berlaymont ist Sitz von Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen im obersten Stockwerk sowie der B\u00fcros zahlreicher Kommissare ab der achten Etage.<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.6.2026 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/daili-es-sentials\/not-abschaltung-klima-anlagen-eu\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/daili-es-sentials\/not-abschaltung-klima-anlagen-eu\/<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>(2) 43,1 Grad \u2013 in Freiburg wurden bei der Hitzewelle Rekorde gebrochen<\/strong><br \/>\nLufttemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius in fast ganz Freiburg: Am hei\u00dfesten Ort, der Uniklinik, lag die Lufttemperatur gar bei 43,1 Grad. Und das war nicht der einzige Hitzerekord in der Stadt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n14 Tropenn\u00e4chte im Juni ist ein neuer Rekord<br \/>\nEs gibt noch weitere Rekorde: 14 Tropenn\u00e4chte in Folge hat Freiburg j\u00fcngst erlebt. In einer Tropennacht f\u00e4llt die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad Celsius. In den vergangenen zehn Jahren waren es maximal f\u00fcnf aufeinanderfolgende Tropenn\u00e4chte pro Jahr. &#8222;Im sogenannten Jahrhundertsommer 2003 gab es zw\u00f6lf Tropenn\u00e4chte in Folge&#8220;, so der Umweltmeteorologe Prof Andraes Christen , &#8222;damit haben wir dieses Jahr schon im Juni mehr aufeinanderfolgende Tropenn\u00e4chte als im August 2003&#8220;.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8222;Bei solcher Hitze kommen wir in kritischer Infrastruktur wie Schulen, Kitas, Krankenh\u00e4usern oder Pflegeheimen nicht mehr ohne Klimaanlagen aus&#8220;, so Christen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8230; Alles vom 2.7.2026 von Anika Maldacker bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/43-1-grad-in-freiburg-wurden-bei-der-hitzewelle-rekorde-gebrochen\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/43-1-grad-in-freiburg-wurden-bei-der-hitzewelle-rekorde-gebrochen<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>(3) Hitzeflaute \u2013 ein neuer Feind der Energiewende<\/strong><br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie neue Gefahr f\u00fcr die Energiewende hei\u00dft Hitzeflaute. Sie beschreibt ein Wetter, bei dem bei strahlendem Sonnenschein absolute Windstille herrscht. Hier liegt die Gefahr f\u00fcr das Netz haupts\u00e4chlich in den steilen Rampen der Solarstromerzeugung bei Sonnenaufgang und besonders bei Sonnenuntergang. Steile Rampen bedeutet, dass die \u00c4nderung der Leistung \u2013 das Absinken bei Sonnenuntergang \u2013 extrem schnell vor sich geht, da jedes Solarpaneel im Land sich gleich verh\u00e4lt. Da aber zu jeder Sekunde genau das produziert werden muss, was gerade verbraucht wird, m\u00fcssen die Kraftwerke, welche die Produktion \u00fcbernehmen, in der gleichen Geschwindigkeit hochgefahren werden, wie die Solarleistung abnimmt. Das bringt sie an ihre Grenzen.<br \/>\nDie Leistungskurve einer Solaranlage sieht aus wie ein Haifischzahn<br \/>\nDie tiefere Ursache ist, dass bereits heute viel zu viel Solarleistung installiert wurde. Tags\u00fcber erzeugt Solar bei Sonnenschein zwei Drittel des Strombedarfs, der Wind leistet auf Grund der Flaute keinen nennenswerten Beitrag. Wenn dann die Sonne gegen Abend untergeht, muss diese Leistung komplett aus dem Backup-Kraftwerkspark erbracht oder importiert werden. Die Leistungskurve einer Solaranlage sieht aus wie ein Haifischzahn. So mussten beispielsweise am 19. Juni 2026 zwischen 14 und 18 Uhr mehr als 50 Gigawatt konventionelle Leistung angefahren werden. Dies bringt die Regelgeschwindigkeit eines Netzes an ihre Grenzen. Sollte der Backup-Kraftwerkspark nicht schnell genug hoch- oder heruntergefahren werden k\u00f6nnen, droht wieder der Blackout.<br \/>\nAus den genannten Gr\u00fcnden spielen die Preise an der Stromb\u00f6rse komplett verr\u00fcckt. Innerhalb von zehn Stunden schwankten sie zwischen minus 500 Euro und plus 500 Euro pro Megawattstunde. Normal waren bis vor Kurzem ca. 60 Euro pro Megawattstunde. Und nicht nur Deutschland ist davon betroffen, die Extremschwankungen wirken sich auch auf die Nachbarl\u00e4nder aus. Wie lange werden die das noch mitmachen?<br \/>\nJedes neue Windrad und Solarpaneel versch\u00e4rft die Lage. Bis 2030 ist geplant, die \u00dcberkapazit\u00e4t der \u201eErneuerbaren\u201c auf das Vierfache des t\u00e4glichen Bedarfs zu erh\u00f6hen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen nach dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz bis 2030 weitere 7 GW Kohlekraftwerke abgeschaltet werden \u2013 genau aus der regelbaren Kraftwerksleistung, die uns derzeit w\u00e4hrend einer Hitzeflaute jeden Nachmittag vor dem Blackout bewahrt.<\/p>\n<p>Energiepolitik aus Tr\u00e4umen, Illusionen, Fata Morganas und Gr\u00f6\u00dfenwahn<br \/>\nAuf diese Verh\u00e4ltnisse ist weder das Netz vorbereitet, noch sind die notwendigen neuen regelbaren Kraftwerke vorhanden oder gar die Wasserstoffwirtschaft, welche ja die \u201e\u00dcbersch\u00fcsse\u201c verarbeiten soll. Man fragt sich unwillk\u00fcrlich, ob in der Bundesnetzagentur nicht doch noch ein paar altgediente Ingenieure arbeiten, die sich trauen, ihrem gr\u00fcnen Chef M\u00fcller zu sagen, mit welchem Feuer er spielt.<br \/>\nDie vier gr\u00f6\u00dften Feinde des Sozialismus in der DDR waren laut Volksmund: Fr\u00fchling, Sommer, Herbst und Winter. Die Energiewende war eine Missgeburt, erdacht von Leuten, die die Kirchhoffschen Gesetze nicht kennen. Sie bastelten eine sozialistische Energiepolitik aus Tr\u00e4umen, Illusionen, Fata Morganas und Gr\u00f6\u00dfenwahn und nannten sie \u201eEnergiewende\u201c. Und wie es bei sozialistischen Projekten eben so ist, sind die Hauptfeinde wieder die vier Jahreszeiten, wobei bei der Energiewende noch die Dunkelflaute, Hellbrise und Hitzeflaute dazukommen. Es bleibt eben alles ganz anders beim Aufbau des Sozialismus.<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.6.2026 von Manfred Haferburg bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/hitzeflaute_ein_neuer_feind_der_energiewende\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/hitzeflaute_ein_neuer_feind_der_energiewende<\/a><\/p>\n<p><em>Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg:<\/em><br \/>\n<em>\u201eAtomenergie \u2013 jetzt aber richtig \u2013 Wie die \u201ad\u00fcmmste Energiepolitik der Welt\u2018 abgewendet werden kann\u201c von , Achgut Edition 2024, hier bestellbar.<\/em><br \/>\n<em>Manfred Haferburg wurde 1948 im ostdeutschen Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig gr\u00f6\u00dften AKW in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter \u00c4u\u00dferungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohensch\u00f6nhausen. Nach der Wende k\u00fcmmerte er sich f\u00fcr eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer. Aber im Dunkeln leuchten kann er immer noch nicht. Als die ehemalige SED als Die Linke in den Bundestag einzog, beging er Bundesrepublikflucht und leckt sich seither im Pariser Exil die Wunden. In seiner Freizeit arbeitet er sich an einer hundertj\u00e4hrigen holl\u00e4ndischen Tjalk ab, mit der er auch manchmal segelt. Im KUUUK-Verlag ver\u00f6ffentlichte er seinen auf Tatsachen beruhenden Roman \u201eWohn-Haft\u201c mir einem Vorwort von Wolf Biermann.<\/em><br \/>\n.<\/p>\n<p>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/kontrafunk-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-130778\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/kontrafunk-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"105\" \/><\/a><br \/>\n<strong>(4) Thoms Hartung: Sommerangst in Germany &#8211;<\/strong><br \/>\n<strong>Die Farce um den Hitzesommer &#8211; The Heatwave Farce<\/strong><br \/>\nDr. Thomas Hartung kommentiert den \u201eHitzesommer\u201c, der uns auch im Juni als apokalyptisch und brandgef\u00e4hrlich verkauft wird.<br \/>\n9.6.2026<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YDBJbEUXsJ4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YDBJbEUXsJ4<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ERvsBn_X2Ew\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ERvsBn_X2Ew<\/a><br \/>\nWenn irgendwann einmal Historiker die Bundesrepublik der 2020er-Jahre beschreiben, werden sie vermutlich annehmen, Deutschland sei von einer Kombination aus W\u00fcstensturm, Heuschreckenplage und Meteoriteneinschlag heimgesucht worden. Tats\u00e4chlich geht es um einen Sommertag im Ruhrgebiet. Im nordrhein-westf\u00e4lischen Recklinghausen l\u00e4dt das \u201eHitzeaktionsb\u00fcndnis\u201c zum \u00f6ffentlichen Aktionstag. B\u00fcrger sollen sich vor einem Einkaufszentrum versammeln, Sonnenh\u00fcte aufsetzen und gemeinsam \u201eEin Bett im Kornfeld\u201c oder \u201eAn Tagen wie diesen\u201c singen. So m\u00f6chte man auf die gesundheitlichen Folgen steigender Temperaturen aufmerksam machen. Man muss den Organisatoren zugutehalten: Wenigstens haben sie Humor. Vielleicht sogar unbeabsichtigt. Doch genau darin liegt die Pointe unserer Zeit. Fr\u00fcher war der Sommer eine Jahreszeit. Heute ist er ein politisches Handlungsfeld. Fr\u00fcher freute man sich \u00fcber Sonne. Heute wird man sensibilisiert. Fr\u00fcher fuhr man ins Freibad. Heute zum Hitzeaktionstag. Und irgendwo zwischen Sonnencreme und Schlager-Flashmob ist aus dem Wetter eine Weltanschauung geworden. Die Taz hat daf\u00fcr sogar einen Begriff gefunden: \u201eSommerangst\u201c. Allein dieses Wort verdient einen Ehrenplatz im Museum deutscher Gegenwartspsychologie. Sommerangst! Man stelle sich vor, man h\u00e4tte den Menschen vor f\u00fcnfzig Jahren erkl\u00e4rt, dass ihre Enkel eines Tages Angst vor einem sonnigen Juni entwickeln w\u00fcrden!<br \/>\nDoch die Sommerangst erf\u00fcllt einen wichtigen Zweck. Sie verwandelt einen normalen Zustand in ein gesellschaftliches Problem. Und gesellschaftliche Probleme ben\u00f6tigen bekanntlich Experten, Aktionspl\u00e4ne, Netzwerke, F\u00f6rdermittel und B\u00fcndnisse. Deshalb gibt es heute nicht einfach warmes Wetter. Es gibt Hitzeereignisse. Es gibt Hitzeschutzkonzepte. Es gibt Hitzebeauftragte. Es gibt Hitzeaktionsb\u00fcndnisse. Und wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis die erste kommunale Stabsstelle f\u00fcr temperaturbezogene Teilhabe eingerichtet wird. Besonders faszinierend ist dabei die deutsche Liebe zum Aktionsb\u00fcndnis. F\u00fcr nahezu jedes Thema existiert inzwischen eine Allianz, ein Netzwerk oder ein Forum. Demokratienetzwerke retten die Demokratie. Diversit\u00e4tsbeauftragte f\u00f6rdern Vielfalt. Nachhaltigkeitsagenturen organisieren Nachhaltigkeit. Und nun wird der Sommer professionell begleitet. Man gewinnt den Eindruck, als k\u00f6nne in Deutschland kein Naturph\u00e4nomen mehr ohne institutionelle Betreuung stattfinden. Die eigentliche Leistung besteht nicht darin, Probleme zu l\u00f6sen, sondern sie zu bewirtschaften. Denn jede Struktur ben\u00f6tigt einen Zweck. Und dieser Zweck muss regelm\u00e4\u00dfig neu begr\u00fcndet werden. Der Sommer eignet sich daf\u00fcr hervorragend. Er erscheint jedes Jahr zuverl\u00e4ssig wieder.<\/p>\n<p>Besonders poetisch wirkt die Liedauswahl in Recklinghausen. \u201eEin Bett im Kornfeld\u201c als Beitrag zum Hitzeschutz. J\u00fcrgen Drews h\u00e4tte wahrscheinlich selbst nicht geahnt, dass sein Schlager einmal Teil kommunaler Klimapolitik werden w\u00fcrde. W\u00e4hrenddessen wird die Klimakrise regelm\u00e4\u00dfig als existenzielle Herausforderung der Menschheit beschrieben. Die Welt steht angeblich am Abgrund. Kipppunkte drohen. \u00d6kosysteme kollabieren. Und die deutsche Antwort lautet: Mitsingen. Es hat etwas zutiefst R\u00fchrendes. Andere Zivilisationen errichteten Kathedralen. Deutschland organisiert einen Flashmob. Doch vielleicht erf\u00fcllt das Ganze eine tiefere gesellschaftliche Funktion. Der moderne Mensch hat viele traditionelle Bindungen verloren. Kirchen leeren sich. Vereine schrumpfen. Familien werden kleiner. Gemeinschaft wird seltener. Der Klimadiskurs f\u00fcllt diese Leerstelle zunehmend aus. Fr\u00fcher gab es Bittprozessionen gegen D\u00fcrre und Unwetter. Heute gibt es Hitzeaktionstage. Fr\u00fcher zog man mit Gesang durch die Stra\u00dfen. Heute ebenfalls. Nur dass die Liturgie inzwischen von kommunalen B\u00fcndnissen organisiert wird. Und wie jede Religion kennt auch diese ihre Heiligen, ihre Propheten und ihre Bu\u00df\u00fcbungen. Statt der sieben Tods\u00fcnden gibt es den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck. Statt der Beichte die Klimabilanz. Statt der Wallfahrt den Aktionstag.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann Hitze f\u00fcr \u00e4ltere Menschen gef\u00e4hrlich sein. Nat\u00fcrlich sollte man ausreichend trinken und den Schatten aufsuchen. Vern\u00fcnftige Menschen tun das seit Jahrhunderten. Doch genau deshalb wirkt die gegenw\u00e4rtige Dramatisierung so eigent\u00fcmlich. Sie behandelt Erwachsene wie eine Bev\u00f6lkerung, die ohne p\u00e4dagogische Begleitung nicht mehr zwischen Sonne und Hitzschlag unterscheiden kann. Vielleicht ist das eigentliche Problem also gar nicht die Temperatur. Vielleicht ist es die Vorstellung, dass jeder Lebensbereich politisch betreut, erkl\u00e4rt und moralisch aufgeladen werden muss. <em><strong>Der Sommer war einmal die Jahreszeit der Leichtigkeit. Heute produziert er Aktionspl\u00e4ne.<\/strong><\/em> Und w\u00e4hrend die B\u00fcrger \u201eAn Tagen wie diesen\u201c anstimmen, k\u00f6nnte man fast nostalgisch werden. Nicht wegen des Liedes. Sondern wegen einer Zeit, in der ein Sommertag einfach nur ein Sommertag war.<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.6.2026 von Dr. Thomas Hartung bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ERvsBn_X2Ew\">https:\/\/kontrafunk.radio\/de\/sendung-nachhoeren\/politik-und-zeitgeschehen\/kontrafunk-aktuell\/kontrafunk-aktuell-vom-8-juni-2027<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gluthitze mit Rekordtemperaturen wegen Klimawandel. Doch im Jahr 2003 gab es in Freiburg 12 Tropenn\u00e4chte in Folge und 2026 waren es 14 &#8211; Rekord? 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