{"id":150931,"date":"2026-06-29T22:03:14","date_gmt":"2026-06-29T20:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=150931"},"modified":"2026-06-29T23:01:09","modified_gmt":"2026-06-29T21:01:09","slug":"papst-leo-xiv-drohnenkrieg-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/papst-leo-xiv-drohnenkrieg-ki\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV: Drohnenkrieg, KI"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/leo\/\">Papst Leo XIV<\/a> geht mit der Zeit, d.h. von den H\u00f6hen der Transzendenz hinab zu den Menschen. In seiner ersten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/papst-leo-xiv-enzyklika-zur-ki\/\">Enzyklika &#8222;\u201eMagnifica Humanitas\u201c<\/a> f\u00fcr \u201eGro\u00dfartige Menschheit\u201c warnt er vor den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/informatik\/kuenstliche-intelligenz\/\">K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI)<\/a>, mit der die Konzerne von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/bigtech\/\">BigTech<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/bigdata\/\">BigData<\/a> \u00fcber ihre Software die kulturellen Wahrheiten definieren (Sinn des Lebens, Familie, &#8230;) und den Menschen als Maschine (Post-\/<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/transhumanismus\/\">Trans-Humanismus<\/a>) umbauen wollen. Mehr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/papst-leo-xiv-enzyklika-zur-ki\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Der Krieg vom &#8222;Gro\u00dfen, Langsamen und Teuren&#8220; (Flugzeugtr\u00e4ger, &#8222;Panzer , Artillerie) wird derzeit abgel\u00f6st durch den Krieg vom &#8222;Kleinen, Schnellen und Billigen&#8220; (FPV-Drohnen). In der Ukraine wie im Iran finden <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/drohnenkrieg\/\">Drohnenkriege<\/a> statt. Damit sei laut dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/papst-leo-xiv-der-brueckenbauer\/\">Papst<\/a> der auf der christlichen Morallehre fu\u00dfende &#8222;gerechte Krieg&#8220; \u00fcberholt. <!--more-->Dem widerspricht David Berger (1): &#8222;Die klassische katholische <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/friedensfaehig\/\">Friedensethik<\/a> hat auch im Zeitalter von Drohnen und Atomwaffen nichts von ihrer G\u00fcltigkeit verloren&#8220;.<\/p>\n<p>Mit der Theorie des gerechten Kriegs wird milit\u00e4rische Gewalt durch die Kirche nicht etwa gerechtfertigt, sondern im Gegenteil eingegrenzt: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/katholizismus\/\">Thomas von Aquin<\/a>. Zudem gr\u00fcndet der gerechte Krieg &#8222;Bellum justum&#8220; als Krieg eines Staates zwecks Selbstverteidigung auf dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturrecht\/\">Naturrecht<\/a>: Danach gehen sittliche Basics aus der Natur bzw. dem Wesen des Menschen selbst hervor. So ist Aggression Unrecht, Notwehr erlaubt und der Unschuldige gesch\u00fctzt. Der Krieg besitzt keinen moralischen Wert, wohl aber die Installierung einer gerechten Ordnung, die Frieden erm\u00f6glicht.<br \/>\n29.6.2026<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Papst Leo XIV: Drohnenkrieg, KI&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlage (1)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Drohnen, KI und Atomwaffen: Warum die Lehre vom gerechten Krieg nicht \u00fcberholt ist<br \/>\n<\/strong>von Dr. David Berger<br \/>\nPapst Leo XIV. h\u00e4lt die traditionelle Lehre vom gerechten Krieg angesichts moderner Waffensysteme f\u00fcr \u00fcberholt. Ein Blick in die katholische Naturrechtslehre und den Katechismus zeigt jedoch: Nicht die Grunds\u00e4tze haben ihre G\u00fcltigkeit verloren \u2013 sondern ihre Anwendung ist heute strenger denn je. Warum die klassische katholische Friedensethik auch im Zeitalter von Drohnen und Atomwaffen nichts von ihrer G\u00fcltigkeit verloren hat.<br \/>\nAls Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika \u201eMagnifica Humanitas\u201c https:\/\/philosophia-perennis.com\/2026\/05\/26\/zwischen-thomas-von-aquin-und-silicon-valley-die-erste-enzyklika-leos-xiv\/ erkl\u00e4rte, die traditionelle Lehre vom gerechten Krieg sei angesichts der modernen Kriegsf\u00fchrung \u201e\u00fcberholt\u201c, sorgte diese Aussage weit \u00fcber den kirchlichen Raum hinaus f\u00fcr Verwirrung. Auf der einen Seite erscheint der Wunsch nach einer Welt ohne Krieg angesichts atomarer Abschreckung, autonomer Waffensysteme und k\u00fcnstlicher Intelligenz zun\u00e4chst verst\u00e4ndlich und zutiefst christlich. Jeder Mensch guten Willens wird das Anliegen teilen, Gewalt m\u00f6glichst zu verhindern und den Frieden zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite konnte sich der Eindruck aufdr\u00e4ngen, dass diese \u2013 angesichts der katholischen Ethik- und Theologiegeschichte \u2013 bizarre erscheinende \u00c4u\u00dferung von Leo mehr seiner Aversion gegen Donald Trump und die Seinen und einer seltsamen Flower-Power-Sentimentalit\u00e4t geschuldet ist als rationalen \u00dcberlegungen.<br \/>\nDoch gerade weil der Friede ein so hohes Gut ist, verdient die Frage \u00fcber blo\u00dfe Gef\u00fchle hinaus eine sorgf\u00e4ltige ethische und theologische Pr\u00fcfung. Kann eine Lehre, deren Wurzeln bis in die V\u00e4terzeit zur\u00fcckreichen und die \u00fcber anderthalb Jahrtausende hinweg Bestandteil der katholischen Morallehre war, schlicht als \u201e\u00fcberholt\u201c bezeichnet werden? Oder liegt hier vielmehr eine Verwechslung zwischen den ewigen Prinzipien des Naturrechts und den geschichtlichen Bedingungen ihrer Anwendung vor?<\/p>\n<p>Frieden ist Frucht der Gerechtigkeit<br \/>\nFest steht unzweifelhaft zu aller erst: Die Kirche hat den Krieg niemals verherrlicht. Im Gegenteil: Seit den ersten Jahrhunderten betrachtete sie ihn als Folge der gefallenen Natur des Menschen. Dennoch hat sie nie gelehrt, jede Anwendung milit\u00e4rischer Gewalt sei schlechthin unmoralisch. Bereits der heilige Augustinus, also jener Mann, der als Vater des Ordens gilt, aus dem Leo hervorgegangen ist, formulierte den ber\u00fchmten Satz: \u201ePax omnium rerum tranquillitas ordinis: Der Friede ist die Ruhe der Ordnung.\u201c.<\/p>\n<p>Friede bedeutet demnach nicht einfach die Abwesenheit von Waffen oder Konflikten. Ein Friede, der auf Unterdr\u00fcckung, Terror oder dem Sieg des Unrechts beruht, ist kein wahrer Friede. Oder innenpolitisch und demokratisch gedacht: Ein gesellschaftlicher Friede, der auf Zensur und Einschr\u00e4nkung von Meinungsfreiheiten beruht, verdient diesen Namen nicht. Frieden setzt vielmehr eine gerechte Ordnung voraus. Genau an diesem Punkt setzt die klassische Lehre vom gerechten Krieg an.<\/p>\n<p>Oft wird der Eindruck erweckt, die Theorie des gerechten Krieges sei eine kirchliche Rechtfertigung milit\u00e4rischer Gewalt gewesen. Das Gegenteil trifft zu. Sie entstand gerade deshalb, um den Krieg m\u00f6glichst eng einzugrenzen. Der heilige Thomas von Aquin nennt in der Summa Theologiae drei Grundbedingungen: eine legitime Autorit\u00e4t, einen gerechten Grund und eine rechte Absicht. Sp\u00e4tere Moraltheologen erg\u00e4nzten diese Kriterien um die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Mittel, die begr\u00fcndete Aussicht auf Erfolg und den Grundsatz, dass alle friedlichen M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Dominikaner Dominicus Pr\u00fcmmer OP, dessen \u201eManuale Theologiae Moralis\u201c jahrzehntelang zu den wichtigsten Lehrb\u00fcchern katholischer Priesterseminare geh\u00f6rte, fasst den Grundgedanken pr\u00e4gnant zusammen: \u201eBellum est licitum tantum sub certissimis condicionibus: Ein Krieg ist nur unter ganz bestimmten, \u00e4u\u00dferst strengen Voraussetzungen erlaubt.\u201c<br \/>\nDamit wird deutlich: Die klassische Moraltheologie sucht nicht nach Gr\u00fcnden f\u00fcr den Krieg, sondern nach Gr\u00fcnden, ihn m\u00f6glichst zu verhindern.<\/p>\n<p>Naturrecht kennt kein Verfallsdatum<br \/>\nDer eigentliche Kern der Debatte liegt jedoch tiefer. Die katholische Morallehre gr\u00fcndet nicht auf wechselnden politischen Konstellationen, sondern auf dem Naturrecht. Naturrecht bedeutet, dass bestimmte sittliche Grundwahrheiten aus dem Wesen (der Natur) des Menschen selbst hervorgehen. Dass Unschuldige gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen, dass Aggression Unrecht ist oder dass Notwehr grunds\u00e4tzlich erlaubt sein kann, h\u00e4ngt nicht davon ab, ob Menschen mit Pfeil und Bogen, Musketen oder Hyperschallraketen k\u00e4mpfen. Gerade die gro\u00dfen Moraltheologen der Neuscholastik haben diesen Zusammenhang immer wieder betont.<\/p>\n<p>Der Dominikaner Benedictus Henricus Merkelbach schreibt in seiner \u201eSumma Theologiae Moralis\u201c, das Recht eines Staates auf Selbstverteidigung gr\u00fcnde unmittelbar im Naturrecht und im Auftrag des Staates, das Gemeinwohl zu sch\u00fctzen. Der Staat d\u00fcrfe Gewalt niemals aus Eroberungslust anwenden, wohl aber zur Abwehr schwerer Ungerechtigkeit. Auch der Jesuit Arthur Vermeersch unterstreicht in seiner Theologia Moralis, dass milit\u00e4rische Gewalt niemals Selbstzweck sei, sondern ausschlie\u00dflich dem Schutz der Gerechtigkeit dienen d\u00fcrfe.<br \/>\nGemeinsam ist allen diesen Autoren die \u00dcberzeugung: Nicht der Krieg besitzt moralischen Wert, sondern allein die Wiederherstellung einer gerechten Ordnung, aus der dann der Frieden hervorgeht.<\/p>\n<p>Moderne Waffen widerlegen die Lehre nicht<br \/>\nGerade hier liegt ein entscheidender Denkfehler vieler gegenw\u00e4rtiger Debatten. Die Entwicklung immer zerst\u00f6rerischerer Waffen und die Propaganda von allen Seiten, mit der wir \u00fcbersch\u00fcttet werden, die uns unf\u00e4hig macht zu entscheiden, wer die \u201eGuten\u201c und wer die \u201eB\u00f6sen\u201c sind, ver\u00e4ndert zweifellos die praktische Beurteilung konkreter Kriege. Je gr\u00f6\u00dfer die Gefahr unterschiedsloser Vernichtung und der einseitigen Positionierung, die uns selbst zu Kriegstreibern macht, desto schwieriger wird es, die Forderung der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit einzuhalten.<br \/>\nDoch daraus folgt nicht, dass die moralischen Prinzipien selbst ihre G\u00fcltigkeit verlieren. Im Gegenteil. Man k\u00f6nnte sogar sagen: Gerade weil moderne Waffen so zerst\u00f6rerisch geworden sind, best\u00e4tigt sich die Weisheit der klassischen Lehre. Wenn kaum noch ein milit\u00e4rischer Konflikt ihre strengen Voraussetzungen erf\u00fcllt, spricht das gegen die Art moderner Kriegsf\u00fchrung \u2013 nicht gegen die Lehre selbst.<\/p>\n<p>Zwischen Pazifismus und Militarismus<br \/>\nDie katholische Tradition hat auch hier den typisch katholischen Mittelweg gew\u00e4hlt (via catholica semper via media incedit\u201c, Garrigou-Lagrange) stets zwei Extreme abgelehnt. Sie verwarf den Militarismus, der Gewalt zum politischen Instrument erhebt. Ebenso wenig bekannte sie sich jedoch zu einem absoluten Pazifismus, der jede Anwendung staatlicher Gewalt unabh\u00e4ngig von den Umst\u00e4nden ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Der Kapuziner Heribert Jone formuliert in seiner weit verbreiteten Katholischen Moraltheologie, die soeben neu aufgelegt wurde, der Staat habe nicht nur das Recht, sondern unter Umst\u00e4nden sogar die Pflicht, seine B\u00fcrger gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen. Wer auf diese Pflicht verzichte, verletze unter Umst\u00e4nden selbst das Gemeinwohl. Diese \u00dcberlegung besitzt bis heute gro\u00dfe Aktualit\u00e4t. Und das nicht nur im Hinblick auf den Krieg, sondern den immer gef\u00e4hrlicher werdenden Alltag in den von der Massenmigration \u00fcberschwemmten L\u00e4ndern.<br \/>\nEin Staat tr\u00e4gt Verantwortung f\u00fcr das Leben seiner B\u00fcrger. Er darf sie nicht schutzlos einer Aggression preisgeben. Dieser Gedanke findet sich bereits beim Propheten Jesaja und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte katholische Soziallehre. Frieden ohne Wahrheit wird zur Illusion. Frieden ohne Gerechtigkeit bleibt instabil. Frieden ohne Ordnung endet fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in neuer Gewalt.<\/p>\n<p>Johannes Paul II und der \u201eKatechismus der Katholischen Kirche\u201c<br \/>\nAuch Johannes Paul II., der wohl entschiedenste Friedenspapst des 20. Jahrhunderts, hat niemals bestritten, dass Staaten ein Recht auf legitime Selbstverteidigung besitzen. Gerade weil er die Schrecken des Krieges aus eigener Erfahrung kannte, unterschied Johannes Paul II. sorgf\u00e4ltig zwischen Angriffskrieg und legitimer Verteidigung.<\/p>\n<p>Diese Differenzierung \u00fcbernimmt bis heute ausdr\u00fccklich auch der \u201eKatechismus der Katholischen Kirche\u201c. Entgegen der h\u00e4ufig anzutreffenden Behauptung hat die Kirche die Lehre vom gerechten Krieg dort keineswegs aufgegeben, sondern sie unter den Bedingungen der modernen Welt pr\u00e4zisiert und noch strenger gefasst. In den Nummern 2307 bis 2317 greift der Katechismus die klassische Tradition des bellum iustum auf, wie sie von Augustinus und Thomas von Aquin entwickelt wurde. Danach ist milit\u00e4rische Gewalt nur dann sittlich zul\u00e4ssig, wenn der von einem Angreifer verursachte Schaden dauerhaft, schwerwiegend und sicher ist, alle friedlichen Mittel nachweislich ausgesch\u00f6pft wurden, eine begr\u00fcndete Aussicht auf Erfolg besteht und der Einsatz der Waffen nicht gr\u00f6\u00dfere \u00dcbel hervorruft als jene, die abgewehrt werden sollen. Gerade die moderne Zerst\u00f6rungskraft von Atomwaffen, Raketen und autonomen Waffensystemen verleiht dem Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit dabei besonderes Gewicht. Zugleich erinnert der Katechismus daran, dass die Entscheidung \u00fcber den Einsatz milit\u00e4rischer Gewalt der legitimen staatlichen Autorit\u00e4t obliegt, die ihrerseits an die unver\u00e4nderlichen Ma\u00dfst\u00e4be des Naturrechts gebunden bleibt. Ebenso wenig wie das Recht auf Notwehr jede Form von Gewalt rechtfertigt, erlaubt auch ein gerechter Verteidigungskrieg beliebige Mittel. Deshalb verurteilt der Katechismus ausdr\u00fccklich Angriffe auf die Zivilbev\u00f6lkerung, die vors\u00e4tzliche Zerst\u00f6rung ganzer St\u00e4dte sowie jede Form von V\u00f6lkermord und h\u00e4lt unmissverst\u00e4ndlich fest: \u201eNicht alles ist erlaubt zwischen Kriegf\u00fchrenden\u201c (KKK 2313).<\/p>\n<p>Der Katechismus best\u00e4tigt damit einerseits das naturrechtlich begr\u00fcndete Recht und unter Umst\u00e4nden sogar die Pflicht eines Staates, seine B\u00fcrger gegen einen ungerechten Angreifer zu sch\u00fctzen, macht andererseits aber ebenso deutlich, dass jeder Krieg nur als \u00e4u\u00dferstes Mittel zur Wiederherstellung eines gerechten Friedens in Betracht kommen kann. Denn der Friede bleibt nach katholischem Verst\u00e4ndnis, wie der Katechismus unter Bezugnahme auf Jesaja formuliert, das \u201eWerk der Gerechtigkeit und die Frucht der Liebe\u201c (KKK 2304).<br \/>\nDie Lehre vom gerechten Krieg ist deshalb keine Legitimation milit\u00e4rischer Gewalt, sondern ein au\u00dferordentlich strenger moralischer Ma\u00dfstab, der den R\u00fcckgriff auf bewaffnete Gewalt auf eng begrenzte Ausnahmef\u00e4lle beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Die katholische Kirche lebt aus der Kontinuit\u00e4t ihrer Lehre<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich entwickelt sich das Verst\u00e4ndnis einzelner Fragen weiter. Doch Entwicklung bedeutet Vertiefung, nicht Widerspruch. Wenn heute gesagt wird, die Lehre vom gerechten Krieg sei \u201e\u00fcberholt\u201c, entsteht leicht der katastrophale Eindruck, als habe sich die Kirche \u00fcber viele Jahrhunderte hinweg in einer fundamentalen Frage der Morallehre geirrt. Eine solche Schlussfolgerung w\u00e4re mit dem katholischen Verst\u00e4ndnis der Lehrentwicklung schwer vereinbar. Treffender w\u00e4re daher eine andere Formulierung: Nicht die Lehre vom gerechten Krieg ist \u00fcberholt. \u00dcberholt ist vielmehr die Vorstellung, moderne Kriege k\u00f6nnten leichtfertig gef\u00fchrt werden, ohne die strengen Anforderungen des Naturrechts zu verletzen.<\/p>\n<p>Die Kirche wird niemals aufh\u00f6ren d\u00fcrfen, f\u00fcr den Frieden einzutreten. Gerade in einer Welt atomarer Bedrohung muss sie mit prophetischer Klarheit gegen Krieg, Aufr\u00fcstung und Gewalt sprechen. Dies tut Papst Leo ohne Zweifel auf bewundernswerte Weise. Doch sein gr\u00f6\u00dfter Beitrag zum Frieden besteht nicht darin, jahrhundertealte moralische Grunds\u00e4tze preiszugeben. Sein eigentlicher Auftrag ist es vielmehr, die unver\u00e4nderlichen Prinzipien des Naturrechts immer neu auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit anzuwenden.<\/p>\n<p>Die klassische Lehre vom gerechten Krieg geh\u00f6rt zu diesen Prinzipien. Sie ist keine Kriegsideologie, sondern eine Ethik der \u00e4u\u00dfersten Zur\u00fcckhaltung. Sie sch\u00fctzt nicht die Gewalt, sondern den Frieden; nicht den Angreifer, sondern den Bedr\u00e4ngten; nicht die Macht, sondern das Recht. Gerade deshalb erscheint sie in den gegenw\u00e4rtigen Zeiten primitivster Kriegstreiberei (Frieden gibt\u00b4s nur auf dem Friedhof \u2013 Friedrich Merz) vielleicht aktueller denn je.<br \/>\n,,, Alles vom 28.6.2026 von David Berger bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2026\/06\/28\/drohnen-ki-und-atomwaffen-warum-die-lehre-vom-gerechten-krieg-nicht-ueberholt-ist\/\">https:\/\/philosophia-perennis.com\/2026\/06\/28\/drohnen-ki-und-atomwaffen-warum-die-lehre-vom-gerechten-krieg-nicht-ueberholt-ist\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV geht mit der Zeit, d.h. von den H\u00f6hen der Transzendenz hinab zu den Menschen. 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