{"id":150543,"date":"2026-06-19T20:35:47","date_gmt":"2026-06-19T18:35:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=150543"},"modified":"2026-06-19T20:45:01","modified_gmt":"2026-06-19T18:45:01","slug":"zweimal-russland-1941-und-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zweimal-russland-1941-und-2026\/","title":{"rendered":"Zweimal Ru\u00dfland: 1941 und 2026"},"content":{"rendered":"<p>Zum 85. Jahrestag der sog. Operation Barbarossa am 22. Juni 1941 titelt der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Spiegel<\/a> &#8222;Unser Krieg gegen Ru\u00dfland&#8220; &#8211; eine schlimme <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-geschichte\/\">Geschichtsklitterung<\/a>. Denn Hitlers Vernichtungskrieg richtete sich nicht nur gegen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/\">Russland<\/a>, sondern gegen die Sowjetunion mit ihren zahlreichen V\u00f6lkern. <!--more-->Besonders leitragend waren <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/russland-ukraine\/\">Ukraine<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/grenzen\/grenze-belarus\/\">Belarus<\/a>, Modawien, Estland, Lettland und Litauen.<\/p>\n<p>Die Millionen Opfer dieser damaligen Sowjetrepubliken ignoriert die Titelstory des Spiegels. Dazu Ruprecht Polenz (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cdu\/cdu-ende\/\">CDU<\/a>). \u201eFalsche Schlagzeile: Es war ein Angriffskrieg gegen die Sowjetunion. Das genau zu benennen ist wichtig, damit die ukrainischen und belarussischen Opfer des deutschen \u00dcberfalls nicht vergessen werden\u201c, lautet sein Kommentar auf der Plattform LinkedIn. Auch der Journalist und Osteuropa-Experte Ingo Petz reagierte auf selber Plattform ver\u00e4rgert. \u201ePeinlich, peinlich, werter DER SPIEGEL! Lieber mal dekoder.org lesen, dann w\u00e4re das nicht passiert!\u201c (1).<br \/>\nWas bezweckt der Spiegel mit dieser Fokussierung auf Ru\u00dfland? Oder schreiben beim Spiegel nur Hobby-Historiker. Jedenfalls ist die Emp\u00f6rung in der Ukraine und den baltischen Staaten gro\u00df und verst\u00e4ndlich.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Nach dem Ru\u00dfland von 1941 nun zum Ru\u00dfland heute:<\/em><br \/>\nDer Oberbefehlshaber der NATO in Europa, US-General Alexus Grynkewich, nimmt zum Ukrainekrieg Stellung:<em><strong> &#8222;Russland sucht keinen Konflikt. &#8230; Weil sie wissen, dass sie keinen Erfolg h\u00e4tten, werden sie ein solches Risiko nicht eingehen\u201c<\/strong><\/em> (2). Die Milit\u00e4rs der NATO halten also nichts vom Framing der Berliner Regierungspolitiker, Ru\u00dfland plane im Jahr 20xx einen Angriff auf Deutschland, Diese Behauptung entpuppt sich als \u201eBedrohungsl\u00fcge\u201c mit dem Zweck, von der innenpolitischen Lage in Deutschland abzulenken und Milliarden f\u00fcr die Aufr\u00fcstung der Bundeswehr zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Zu erinnern ist einmal mehr an das Diktum der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/entspannungspolitik\/\">Entspannungspolitik<\/a> von Willy Brandt: &#8222;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein\u201c, das auch heute noch g\u00fcltig ist. Mehr denn je und insbesondere gegen\u00fcber Ru\u00dfland. Bildung und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/diplomatie\/\">Friedensdiplomatie<\/a> anstelle von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/panzer\/\">Panzern<\/a> (wenn schon Waffen, dann besser <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/drohnenkrieg\/\">Drohnentechnologie<\/a> incl. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/wissenschaft\/informatik\/\">Informatik<\/a>) und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegstuechtig\/\">Kriegsrhetorik<\/a>.<br \/>\n20.6.2026<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Zweimal Ru\u00dfland: 1941 und 2026&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (3)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) \u201eUnser Krieg gegen Russland\u201c: Emp\u00f6rung \u00fcber Spiegel-Cover zum \u00dcberfall auf die Sowjetunio<\/strong>n<br \/>\n&#8230;<br \/>\nBesonders heftig f\u00e4llt die Kritik aus der Ukraine-Szene und von Osteuropa-Experten aus. Dort wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass die Gleichsetzung von Russland und der Sowjetunion historische Realit\u00e4ten verzerrt. Millionen Ukrainer, Belarussen, Balten, Moldauer und Angeh\u00f6rige anderer V\u00f6lker der Sowjetunion geh\u00f6rten zu den Opfern des deutschen Vernichtungskrieges.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAuch der ehemalige Bild-Reporter Julian R\u00f6pcke kritisierte den Spiegel scharf. \u201e\u201aUnser Krieg gegen Russland\u2018, titelt der Spiegel, wissend, dass sich die damalige Nazi-Operation gegen die Sowjetunion zum gr\u00f6\u00dften Teil im heutigen Polen, Belarus, der Ukraine, Moldawien, Estland, Lettland und Litauen abgespielt hat. Aber was macht man nicht alles, um noch ein paar Bl\u00e4tter zu verkaufen \u2026 Bitter.\u201c<br \/>\nHistoriker verweisen regelm\u00e4\u00dfig darauf, dass das heutige Belarus und die Ukraine zu den am st\u00e4rksten vom deutschen Vernichtungskrieg betroffenen Regionen \u00fcberhaupt geh\u00f6rten. Ein gro\u00dfer Teil der K\u00e4mpfe, Massaker und Besatzungsverbrechen fand auf ukrainischem und belarussischem Gebiet statt.<br \/>\nNoch sch\u00e4rfer ging der ehemalige Gr\u00fcnen-Politiker Volker Beck mit dem Spiegel ins Gericht. \u201eSeid Ihr eigentlich ungebildet oder machen Praktikanten bei Euch die Titel? \u201aUnser Krieg gegen Russland\u2018? Was war w\u00e4hrend des II. Weltkrieges in der Ukraine &amp; Belarus? Friede? Starker Reiseverkehr? Oder Krieg &amp; Massenmord?\u201c<br \/>\nVersehen oder bewusste Provokation?<br \/>\nDie Reaktionen im Netz verdeutlichen wenige Tage vor dem Jahrestag, wie sensibel das Thema inzwischen geworden ist. Gerade seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor \u00fcber vier Jahren wird in Expertenkreisen verst\u00e4rkt dar\u00fcber diskutiert, inwieweit traditionelle deutsche Erinnerungsmuster zu stark auf Russland fokussiert sind und andere Nationen der ehemaligen Sowjetunion in den Hintergrund dr\u00e4nge<br \/>\n&#8230; Alles vom 19.6.2026 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/spiegel-unser-krieg-gegen-russland-kritik-sowjetunion-ukraine-historiker-10113509\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/spiegel-unser-krieg-gegen-russland-kritik-sowjetunion-ukraine-historiker-10113509<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>(2) \u201eRussland sucht keinen Konflikt\u201c: NATO-Befehlshaber gibt Entwarnung \u2013 ARD und ZDF verschweigen das<\/strong><br \/>\nRussland wird ein solches Risiko nicht eingehen\u201c \u2013 das sagt US-General Alexus Grynkewich zu an die Wand gemalten Angriffen Russlands auf ein NATO-Land. Der US-General ist der (tats\u00e4chliche) Oberbefehlshaber der NATO in Europa und er widerspricht damit Behauptungen der militaristischen \u201eZeitenwende\u201c. Trotzdem \u2013 oder gerade deswegen \u2013 lassen Tagesschau und Heute-Journal die \u00c4u\u00dferungen bisher einfach unter den Tisch fallen. Das nennt man Propaganda durch Weglassen. Ein Kommentar von Tobias Riegel.<br \/>\nDer (tats\u00e4chliche) Oberbefehlshaber der NATO, der US-General Alexus Grynkewich, hat vor einigen Tagen bei der Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin interessante \u00c4u\u00dferungen zu Russland get\u00e4tigt, wie die Berliner Zeitung schreibt:<br \/>\n&#8222;\u201aRussland sucht keinen Konflikt.\u2018 (\u2026) \u201aIch habe die Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt\u2018, sagte der General. Russland verstehe, dass die Nato ein Verteidigungsb\u00fcndnis sei und \u00fcber \u201aeine Reihe asymmetrischer Vorteile\u2018 verf\u00fcge. Deshalb werde Moskau das Risiko eines Angriffs auf B\u00fcndnisstaaten nicht eingehen. \u201aMein Job ist es, sicherzustellen, dass Russland versteht, dass es keinen Erfolg haben wird, falls es etwas in den baltischen Staaten versucht\u2018, sagte Grynkewich laut Financial Times. \u201aWeil sie wissen, dass sie keinen Erfolg h\u00e4tten, werden sie ein solches Risiko nicht eingehen.\u2018\u201c<br \/>\n.<br \/>\nDie \u00c4u\u00dferungen von Grynkewich stehen in starkem Widerspruch zu dem, was uns viele deutsche Politiker, Journalisten und \u201eMilit\u00e4rexperten\u201c aktuell glauben machen wollen. Die verbreiten seit Monaten intensiv die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegstreiber\/\">\u201eBedrohungsl\u00fcge\u201c<\/a>, also die Behauptung, dass Russland im Jahr 20XX NATO-L\u00e4nder angreifen k\u00f6nnte\/w\u00fcrde. Diese Behauptung ist durch kein einziges seri\u00f6ses Kriterium gedeckt: weder durch die jeweiligen Milit\u00e4rbudgets noch durch nachvollziehbare Schilderungen zu Russlands Motiven f\u00fcr solch einen Schritt und auch nicht durch \u00c4u\u00dferungen von offizieller russischer Seite. Die einzige \u201eDaseinsberechtigung\u201c dieser Behauptung ist ihre sture Wiederholung auf allen Kan\u00e4len.<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung der deutschen Militaristen von der russischen Angriffslust auf die NATO ist durch diese Wiederholung hierzulande total dominant. Sie in Zweifel zu ziehen, kommt der Blasphemie gleich und wird mit h\u00e4rtester Diffamierung geahndet (wenn man nicht gerade US-General ist). Diese Abwehrhaltung ist aus Sicht der Militaristen nachvollziehbar, schlie\u00dflich beruht die ganze \u201eZeitenwende\u201c auf der Behauptung vom drohenden russischen Angriff auf ein NATO-Land \u2013 und damit Ausgaben in Milliardenh\u00f6he, von denen wiederum zahlreiche Akteure profitieren.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.6.2026 von Tobias Riegel bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152333\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=152333<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(3) Maa\u00dfen: Nato wei\u00df das, will aber Russland provozieren<\/strong><br \/>\n&#8230; Alexus Grynkewich, Chef des US European Command der NATO, erkl\u00e4rte j\u00fcngst, Russland strebe keinen Konflikt an. L\u00fcgt Merz?<br \/>\nIch gehe davon aus, dass der Chef des US European Command sehr gut unterrichtet ist. Wenn er sich \u00f6ffentlich so klar \u00e4u\u00dfert, hat er sich jedes Wort genau \u00fcberlegt. Und ich teile seine kluge und \u00fcberlegte Einsch\u00e4tzung: Russland strebt keinen Konflikt mit der NATO an. Ich sehe keine Anzeichen daf\u00fcr, dass Russland von sich aus einen Krieg gegen die NATO oder Deutschland f\u00fchren will.<br \/>\nStattdessen beobachte ich, wie Deutschland und andere europ\u00e4ische NATO-Staaten permanent \u00d6l ins Feuer gie\u00dfen. Die eigentliche Gefahr liegt in der Verantwortungslosigkeit europ\u00e4ischer Politiker, die Russland durch ihre Haltung provozieren k\u00f6nnten. Ich wei\u00df nicht, auf welche Quellen sich Herr Merz st\u00fctzt, wenn er eine hohe Konfliktbereitschaft Russlands behauptet. Zutreffend k\u00f6nnen diese Quellen jedenfalls kaum sein.<br \/>\n&#8230; Alles vom 17.6.2026 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.alexander-wallasch.de\/maassen-notizen\/maassen-sachsen-anhalt-kann-ein-vorbild-fuer-deutschland-werden\">https:\/\/www.alexander-wallasch.de\/maassen-notizen\/maassen-sachsen-anhalt-kann-ein-vorbild-fuer-deutschland-werden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 85. Jahrestag der sog. Operation Barbarossa am 22. Juni 1941 titelt der Spiegel &#8222;Unser Krieg gegen Ru\u00dfland&#8220; &#8211; eine schlimme Geschichtsklitterung. 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