{"id":146827,"date":"2026-03-17T15:48:44","date_gmt":"2026-03-17T14:48:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=146827"},"modified":"2026-03-20T21:40:23","modified_gmt":"2026-03-20T20:40:23","slug":"habermas-96-jaehrig-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/habermas-96-jaehrig-verstorben\/","title":{"rendered":"Habermas 96-j\u00e4hrig gestorben"},"content":{"rendered":"<p>Der Soziologe und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/marxismus\/\">&#8222;West-Marxist&#8220;<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/philosophie\/\">J\u00fcrgen Habermas<\/a> ist m 14.3.2026 mit 96 Jahren in Starnberg gestorben. Laut <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/regierung2025\/\">Friedrich Merz<\/a> m\u00fcssen wir nun ohne Leuchtfeuer auskommen in der tosenden See von Energiemangel, Desindustrialisierung, Kriegsunt\u00fcchtigkeit und Strassenterror: <!--more-->\u201eJ\u00fcrgen Habermas war einer der bedeutendsten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/denker\/\">Denker<\/a> unserer Zeit. Seine analytische Sch\u00e4rfe pr\u00e4gte den demokratischen Diskurs in Deutschland und Europa und wirkte wie ein Leuchtfeuer in tosender See. Seine intellektuelle Eindringlichkeit und seine Liberalit\u00e4t werden uns fehlen.&#8220;<\/p>\n<p>Und von seiner intellektuellen Eindringlichkeit von Habermas zeugen S\u00e4tze wie dieser:<br \/>\n<strong><em>&#8222;Die Sprachvermittlung des Weltbezugs erkl\u00e4rt die R\u00fcckbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivit\u00e4t der Welt auf die Intersubjektivit\u00e4t der Verst\u00e4ndigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.&#8220;<\/em><\/strong><br \/>\nDer Bundeskanzler mag diesen Habermas&#8217;schen Satz ja verstanden haben, ich aber nicht. Und Sie, lieber Leser?<br \/>\nSir Karl Popper urteilte dem Habermas sein Geschw\u00e4tz so ein, als wenn Mondmenschen sprechen w\u00fcrden: <em>\u201eI can only say that when I read either Adorno or Habermas, I feel as if lunatics were speaking&#8220;<\/em> &#8211; mehr dazu in (1).<br \/>\n.<br \/>\nIn den fr\u00fchen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/68er\/\">1968er Jahren<\/a> hatten sich links-sozialistische <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/philosophie\/\">Philosophen<\/a> wie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/deutsch\/deutschunterricht\/\">Theodor W. Adorno<\/a>, Max Horkheimer, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/erinnerungskultur\/kollektivschuld\/\">Herbert Marcuse<\/a>, Erich Fromm oder auch J\u00fcrgen Habermas zur &#8222;Frankfurter Schule&#8220; zusammengetan, um als \u201eundogmatische Marxisten und wertkritische Kapitalismuskritiker&#8220; (Wikipedia) Hegel, Marx und Freud zu lobpreisen. Sie verschmelzten den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/marxismus\/\">Neomarxismus<\/a> und die Psychoanalyse zur Kritischen Theorie, um die Deutschen nach dem gelungenen Wiederaufbau mitsamt Wirtchaftswunder der erneuten Umerziehung zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/liedermacher\/lied\/\">Ab nun<\/a> waren die permanente Revolution a la Trotzki und der Marsch durch die Institutionen angesagt. Letzterer gelang bis zur <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">Mauer\u00f6ffnung 1989<\/a> bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/grenzoeffnung2015\/\">Grenz\u00f6ffnung 9\/2015<\/a> &#8211; Bildung (Universit\u00e4ten), Verwaltung (Beamten), Medien (\u00d6RR), Judikative (Gerichte), Zivilgesellschaft (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/ngo-komplex\/\">NGOs<\/a>), Legislative (Parteienstaat) und Regierung. Was mit diesem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/eliten\/eliten-netzwerk\/\">linken Marsch<\/a> angerichtet worden ist, zeigt sich heute &#8211; vor allem in der Bildungsmisere an Hochschulen (wo die Freiheit der Wissenschaften nicht mehr gew\u00e4hrleistet ist) und in Schulen (wo Grundsch\u00fcler nicht mehr richtig lesen, schreiben und rechnen k\u00f6nnen am Ende der 4. Klasse).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/marxismus\/\">Habermas<\/a> ist der Wegbereiter des herrschaftsfreien Diskurses, der zur linken <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gesinnungsdiktatur\/\">Gesinnungs- und Meinungshegemonie<\/a> f\u00fchrte, die heute die \u00f6ffentliche und ver\u00f6ffentlichte Meinung pr\u00e4gt. Und dessen politischen Enkel daf\u00fcr gesorgt haben, da\u00df die CDU von der rechten Mitte weit nach links ger\u00fcckt ist, um dort links von der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cdu\/brandmauer\/\">Brandmauer<\/a> zu \u00fcberleben (3). Wenn Merz diesen Habermas nun als &#8222;Leuchtfeuer&#8220; lobt, dann hat er damit nicht begriffen, dass er &#8222;in der tosenden See&#8220; mit seiner CDU scheitern wird.<br \/>\n.<br \/>\nJ\u00fcrgen Habermas, der die Aufl\u00f6sung von Deutschland in Europa vehement bef\u00fcrwortete, beschuldigte <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">1989<\/a> alle Westler, die sich f\u00fcr die deutsche Einheit aussprachen, in einem ZEIT-Artikel des \u201eDM-Nationalismus\u201c. Er sah den Zusammenbruch der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/ddr\/\">DDR<\/a> und das Streben nach einem ungeteilten Staat als Hindernis an auf dem Weg, Deutschlands <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nation\/national\/\">Nationalit\u00e4t<\/a> in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-zentralstaat\/\">Europa<\/a> aufgehen zu lassen.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Zweimalige gute Erinnerungen an J\u00fcrgen Habermas:<\/em><br \/>\nI. Habermas propagierte drei Einsichten, die sich jenseits seiner doch umschweifenden Satzbildung kurz so fassen lassen (5):<br \/>\n1. Das Politische vom Privaten trennen<br \/>\n2. Es gibt auch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/faschismus-ist-nicht-nur-rechts\/\">Linksfschismus<\/a> und<br \/>\n3. Ausreden lassen (herrschaftsfreier Diskurs)<\/p>\n<p>II. Das Zwiegespr\u00e4ch zwischen J\u00fcrgen Habermas und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/papst\/\">Papst Benedikt<\/a>, in dem der Papst ihn vielleicht &#8222;zum Klingen&#8220; (4) gebracht hat, vielleicht aber auch auf das ihm zukommende intellektuelle Ma\u00df zurechtgestutzt hat. &#8222;Vielleicht gibt Gott ihm in seiner unerme\u00dflichen G\u00fcte jetzt die M\u00f6glichkeit, religi\u00f6s ein wenig &#8222;musikalischer&#8220; zu werden&#8220; &#8211; so einer der vielen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/marxismus\/\">Kommentare zum Tode von J\u00fcrgen Habermas<\/a>. Er ruhe in Frieden.<br \/>\n17.3.2026<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Habermas 96-j\u00e4hrig gestorben&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (4)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Habermas gestorben<\/strong><br \/>\nEs tickert gerade rum: J\u00fcrgen Habermas, Nachz\u00fcgler der Frankfurter Schule, ist gestorben. Schade. Ich h\u00e4tte ihm gerne gesagt, f\u00fcr wie bl\u00f6d ich das alles halte. Ein Geschw\u00e4tzakrobat, Linkenpriester, eine Schl\u00fcsselfigur der alles vernichtenden 68er.<\/p>\n<p>Mir ist das einmal aufgefallen, wie sehr sie dem hinterherlaufen, als sich in einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht der Vorsitzende nicht mehr am Gesetz, sondern an den Thesen von Habermas orientierte und den auch zitierte. Sp\u00e4testens da war mir klar, dass die Geisteswissenschaften eine Klapsm\u00fchle sind und Habermas einer ihrer Dompteure.<\/p>\n<p>Das sind solche Leute, die aus Steuermitteln bezahlt werden und deren Gerede endlos wuchert, sich selbstreferentiell immer weiter verst\u00e4rkt, ohne auch nur einmal verifiziert, empirisch an der Realit\u00e4t gemessen zu werden. Eigentlich nur Eskalateure beliebigen Geschw\u00e4tzes.<br \/>\nSo ein Dummenf\u00fctterer, von dem sich die Dummen gern f\u00fcttern lassen.<\/p>\n<p>Solche, die sich f\u00fcr Sinn, Konsistenz, Nachpr\u00fcfbarkeit, Richtigkeit nicht interessieren, sondern die das gedrechselte Geschwurbel beeindruckt und die die Rede allein danach beurteilen, ob sie das gew\u00fcnschte, das ideologisch passende Ergebnis liefert.<\/p>\n<p>Ein Idiotensurfer, der es ausnutzte, dass es an der Universit\u00e4t genug Idioten gibt, um ihr Professur zu sein.<\/p>\n<p>Ein Messias derer, die mit der Empirie, der Natur, den Sinnesorganen nichts anfangen k\u00f6nnen und einen Vorschw\u00e4tzer brauchen, von dem sie plagiieren k\u00f6nnen. Ein Lieferant des Plagiationszirkus, den man Geisteswissenschaft nennt. Ein Mensch, der anscheinend sein ganzes Leben lang nie ernstlich gearbeitet, aber viele aufgewiegelt hat.<br \/>\nFalls mir jetzt jemand unterstellt, ich w\u00fcrde einen Toten beschimpfen: Nein. Ich beschimpfe nicht Habermas. Ich beschimpfe die Habermas-Anh\u00e4nger.<br \/>\nIm Prinzip n\u00e4mlich war Habermas auch nichts anderes als ein Influencer, ein Camgirl mit den technischen Mitteln seiner Zeit: Er liefert einen konsumgierigen Publikum einfach das, was das h\u00f6ren will. Nicht Habermas war das Problem. Sondern seine Anh\u00e4nger. Leute, die solche Leute feiern. Er gilt als einer, der die Sozialwissenschaft wesentlich beeinflusst hat. Es erw\u00e4hnt aber keiner, dass die Sozialwissenschaft unter diesem Einfluss zu einer Klapsm\u00fchle, zum Versorgungsamt der Unf\u00e4higen geworden und verbl\u00f6det ist.<\/p>\n<p>Update: Eine Leserin schreibt dazu:<br \/>\nMir ist k\u00fcrzlich beim Aufr\u00e4umen die Fotokopie des Briefes vom 28.4.1970 von Prof. Sir Karl Popper an Professor Aron (wei\u00df nicht, wer das war) in die H\u00e4nde gefallen. (Diesen Brief gibt\u2019s auch im Internet unter \u201estephenhicks.org\u201c, Ph.D., zu sehen.) Daraus zitiere ich:<br \/>\n\u201eI can only say that when I read either Adorno or Habermas, I feel as if lunatics were speaking. I have translated some of their German sentences into simple German. It turns out to be either trivial or tautological or sheer pretentious nonsense. [\u2026] There seems to be an interesting law: bad and pretentious language drives out good and simple language. And once human language is destroyed, we shall return to the beasts. [\u2026]\u201c<br \/>\nDem Urteil schlie\u00dfe ich mich an! Das \u00fcbliche Soziologen- und Philosophensyndrom: Hinter komplizierter Sprache wird versteckt, dass sie entweder gar nichts oder nur Bekanntes, Dummes oder Selbstwiderspr\u00fcchliches zu sagen haben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.3.2026 von Hadmut Danisch bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2026\/03\/14\/habermas-gestorben\/\">https:\/\/www.danisch.de\/blog\/2026\/03\/14\/habermas-gestorben\/<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) J\u00fcrgen Habermas mit 96 Jahren verstorben!<\/strong><br \/>\nIch g\u00f6nne jedem so ein derart reifes Lebensalter \u2013 in Gesundheit. Bei J. Habermas war es aber mit der geistigen Gesundheit von Beginn an und durchgehend nicht gut bestellt. So meine unma\u00dfgebliche Meinung. Aber auch die Ansicht vieler wirklich intellektueller Zeitgenossen unserer, seiner Generation.<br \/>\nDie Johann-Wolfgang-Goethe-Universit\u00e4t aus dem verkommenen Frankfurt r\u00fchmte einst Habermas als: \u201eder wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart und einer der weltweit meistzitierten Intellektuellen.\u201c<br \/>\nMein Nachruf wird von seinen Verehrern und Geistesgenossen gewiss als b\u00f6sartig angesehen werden, denn ich halte mich mal moralisch unkorrekt nicht an das \u201ede mortuis nihil nisi bene!\u201c und sondere mein Gift ab.<\/p>\n<p>Sprache bei Habermas<br \/>\nIn der ZEIT fand ich vor etwa 6 Jahren, zu seinem 90ten Geburtstag folgenden Beitrag; es geht um die \u201eSprache\u201c bei Habermas: \u201eIhre reife Gestalt gewinnt Habermas\u2019 Analyse der Struktur der Sprache mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns aus dem Jahr 1981. Durch eine kreative Aneignung der sprachphilosophischen Str\u00f6mungen des 20. Jahrhunderts entwirft er eine pragmatische Theorie der Bedeutung, die die Einseitigkeiten ihrer Vorg\u00e4nger zu korrigieren verspricht. Nicht das Wort, nicht der Satz, sondern die an andere adressierte \u00c4u\u00dferung gilt Habermas als die grundlegende Einheit sprachlichen Sinns.\u201c<br \/>\nHaben Sie das begriffen? Ich nicht! Das stammt von einem gewissen Martin Seel, der \u201eals Vertreter der \u201edritten Generation\u201c der Frankfurter Schule\u201c etikettiert wird.<br \/>\nAber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen: \u201eDie Sprachvermittlung des Weltbezugs erkl\u00e4rt die R\u00fcckbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivit\u00e4t der Welt auf die Intersubjektivit\u00e4t der Verst\u00e4ndigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.\u201c Gaga? Nein, Habermas!<br \/>\nHabermas\u00b4 Hauptwerk hei\u00dft: \u201eDie Theorie des kommunikativen Handelns\u201c und zusammengefasst lautet Habermas\u00b4 philosophische Zentralthese: Die Welt ist kommunikatives Handeln! L\u00e4sst man sich das durch den Kopf gehen, versteht man G\u00fcnter Maschkes \u00e4tzende Bemerkung, dass die Habermas\u2019sche Theorie \u00bbschnell, bequem und t\u00e4glich durch die Abendnachrichten erledigt wird.\u00ab<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDer ganz gewiss bedeutende Philosoph Karl Popper geriet einst ins Visier von Adorno und dessen Z\u00f6gling Habermas im Rahmen des sog. Positivismusstreits.<br \/>\nPopper benutzte diesen Streit, um sich \u201eGegen die gro\u00dfen Worte\u201c zu wenden und unterzog einzelne \u00c4u\u00dferungen von Habermas seiner Deutung, mit \u00dcbersetzung ins Deutsche.<br \/>\nPopper zitiert dazu aus dem Faust:<br \/>\n\u201eMich dr\u00e4ngt\u00b4s, den Grundtext aufzuschlagen,<br \/>\nMit redlichem Gef\u00fchl einmal<br \/>\nDas heilige Original<br \/>\nIn mein geliebtes Deutsch zu \u00fcbertragen.\u201c<br \/>\nHier ein Auszug des Habermas\u00b4schen Schwulst in der \u00dcbertragung durch Carl Popper:<br \/>\nH.: Die gesellschaftliche Totalit\u00e4t f\u00fchrt kein Eigenleben oberhalb des von ihr Zusammengefa\u00dften, aus dem sie selbst besteht.<br \/>\nP.: Die Gesellschaft besteht aus den gesellschaftlichen Beziehungen.<\/p>\n<p>H.: Sie produziert und reproduziert sich durch ihre einzelnen Momente hindurch.<br \/>\nP.: Die verschiedenen Beziehungen produzieren irgendwie die Gesellschaft.<\/p>\n<p>H.: Adorno begreift die Gesellschaft in Kategorien, die ihre Herkunft aus der Logik Hegels nicht verleugnen.<br \/>\nP.: Adorno verwendet eine an Hegel erinnernde Ausdrucksweise.<\/p>\n<p>H.: Er begreift Gesellschaft als Totalit\u00e4t in dem streng dialektischen Sinne, der es verbietet, das Ganze organisch aufzufassen nach dem Satz: es ist mehr als die Summe seiner Teile;<br \/>\nP.: Er sagt daher (sie) nicht, da\u00df das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile;<\/p>\n<p>H.: Ebensowenig aber ist Totalit\u00e4t eine Klasse, die sich umfangslogisch bestimmen lie\u00dfe durch ein Zusammennehmen aller unter ihr befa\u00dften Elemente.<br \/>\nP.: Ebensowenig ist (sie) das Ganze eine Klasse von Elementen.<\/p>\n<p>H.: die Totalit\u00e4t der gesellschaftlichen Lebenszusammenh\u00e4nge\u2026<br \/>\nP.: Wir alle stehen irgendwie untereinander in Beziehung \u2026<\/p>\n<p>H.: Theorien sind Ordnungsschemata, die wir in einem syntaktisch verbindlichen Rahmen beliebig konstruieren.<br \/>\nP.: Theorien sollten nicht ungrammatisch formuliert werden; ansonsten kannst Du sagen, was Du willst.<\/p>\n<p>H.: Sie erweisen sich f\u00fcr einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit f\u00fcgt.<br \/>\nP.: Sie sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar, wenn sie an wendbar sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/klonovsky\/\">Michael Klonovsky<\/a> \u00e4tzte in diesem Kontext \u00fcber Habermas: \u201eSein Werk wurde in alle Weltsprachen \u00fcbersetzt \u2013 au\u00dfer ins Deutsche.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/altmod.de\/2026\/03\/juergen-habermas-mit-96-jahren-verstorben\/8213\/\">https:\/\/altmod.de\/2026\/03\/juergen-habermas-mit-96-jahren-verstorben\/8213\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(3) Ausgerechnet Union adelt Vordenker der Wokeness<\/strong><br \/>\nWie CSU und CDU vor ihren Gegnern M\u00e4nnchen machen \u2013 sogar postum<br \/>\n&#8230;<br \/>\nIch halte Habermas f\u00fcr einen der wesentlichen Wegbereiter jener linken Meinungshegemonie, die Deutschland heute fest im Griff hat. Nicht weil er ein Agitator war \u2014 das war er nicht. Sondern weil er als wichtigster Vertreter der \u201eFrankfurter Schule\u201c dem Linkssein philosophische W\u00fcrde verlieh, die weit \u00fcber blo\u00dfe Politik hinausging. Sein Kerngedanke: Vernunft zeigt sich im herrschaftsfreien Diskurs, im Ringen um das bessere Argument. Klingt gut. Das Problem: Wer den Diskurs definiert, definiert auch, wer darin legitimerweise sprechen darf \u2014 und wer nicht. Seine geistigen Erben haben diese Lizenz ausgiebig genutzt. Die Cancel Culture, die Sprachregulierung, der akademisch-mediale Komplex, der unliebsame Stimmen systematisch ausgrenzt \u2014 das ist kein Verrat an Habermas. Das ist seine Blaupause, konsequent zu Ende gedacht.<br \/>\nUnd nun das Bemerkenswerte: Ausgerechnet Friedrich Merz eilte ans Mikrofon, um dem Mann zu huldigen, dessen geistige Enkel der CDU seit Jahren das Leben schwer machen. Seine Worte: Habermas habe \u201ewie ein Leuchtfeuer in tosender See\u201c gewirkt.<br \/>\nMan m\u00f6chte fragen: Hat Merz je einen Satz von Habermas gelesen? Oder ist die Bereitschaft, jeden vom rot-gr\u00fcnen Establishment als \u201egro\u00df\u201c deklarierten Denker reflexartig zu adeln, inzwischen einfach CDU-Standardprogramm?<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.3.2026 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/reitschuster.de\/post\/ausgerechnet-die-union-adelt-vordenker-der-wokeness\/\">https:\/\/reitschuster.de\/post\/ausgerechnet-die-union-adelt-vordenker-der-wokeness\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(4) Joseph Ratzinger brachte J\u00fcrgen Habermas zum Klingen<\/strong><br \/>\nSein Austausch mit dem sp\u00e4teren Papst geh\u00f6rte zu den bemerkenswertesten Dialogen zwischen Glauben und Philosophie: Zum Tod des gro\u00dfen Philosophen J\u00fcrgen Habermas (+96).<br \/>\nDie Begegnung zwischen dem Philosophen J\u00fcrgen Habermas und dem Theologen sowie sp\u00e4teren Papst Benedikt XVI. geh\u00f6rt zu den bemerkenswertesten geistigen Dialogen der j\u00fcngeren europ\u00e4ischen Ideengeschichte. Zwei Denker, die aus sehr unterschiedlichen Traditionen stammen \u2013 der eine aus der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, der andere aus der katholischen Theologie \u2013 begegneten einander mit einer bemerkenswerten intellektuellen Wertsch\u00e4tzung.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.3.2026 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.die-tagespost.de\/kultur\/feuilleton\/joseph-ratzinger-brachte-juergen-habermas-zum-klingen-art-273023\">https:\/\/www.die-tagespost.de\/kultur\/feuilleton\/joseph-ratzinger-brachte-juergen-habermas-zum-klingen-art-273023<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(5) Danke, J\u00fcrgen Habermas &#8211; f\u00fcr drei Einsichten<\/strong><br \/>\nDer Philosoph und Soziologe war einer der gro\u00dfen Denker der Bundesrepublik. Ich bin ihm insbesondere f\u00fcr drei Einsichten dankbar, die mein eigenes Denken pr\u00e4gten.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n1. Das Politische hat im Privaten nichts verloren<br \/>\nIn Habermas&#8216; verschwurbelter Ausdrucksweise klingt das nat\u00fcrlich etwas anders. Er sprach von der \u201eKolonisierung der Lebenswelt\u201c durch die zweckrationalen Systeme und meinte damit, dass die politischen Konstrukte des Staates, der Wirtschaft und des Rechtssystems immer st\u00e4rker in die Privatsph\u00e4re der Menschen vordringen und sie mit ihrer starren, lebensfremden Logik konfrontieren.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n2. Es gibt einen linken Faschismus<br \/>\nLetztlich wollte es Habermas dann doch nicht so gemeint haben. Aber verb\u00fcrgt ist, dass er die radikale Agitation linker Studentengruppen als \u201eLinksfaschismus\u201c bezeichnet hat. Nur die eigene Meinung gelten lassen, Andersdenkende niederbr\u00fcllen oder am besten gleich ganz mundtot machen \u2013 diese autorit\u00e4re Intoleranz ist typisch f\u00fcr die Linke. Habermas hatte das schon fr\u00fch erkannt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n3. Jemanden nicht ausreden lassen, ist asozial<br \/>\nUnd jemanden gar nicht zu Wort kommen lassen, noch viel mehr. Vielleicht hat Habermas gerade aus seiner Erfahrung mit der linken Diskussions(un)kultur, mit ihren Sprech- und Denkverboten, seine Idee vom \u201eherrschaftsfreien Diskurs\u201c entwickelt. Damit beschrieb er eine ideale Sprechsituation, bei der alle Beteiligten auf Augenh\u00f6he miteinander kommunizieren k\u00f6nnen sollen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 18.3.2026 von Hans Scheuerlein bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/danke_juergen_habermas\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/danke_juergen_habermas<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soziologe und &#8222;West-Marxist&#8220; J\u00fcrgen Habermas ist m 14.3.2026 mit 96 Jahren in Starnberg gestorben. Laut Friedrich Merz m\u00fcssen wir nun ohne Leuchtfeuer auskommen in der tosenden See von Energiemangel, Desindustrialisierung, Kriegsunt\u00fcchtigkeit und Strassenterror:<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,96,13],"tags":[751,649,463,338],"class_list":["post-146827","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-dichter","category-kultur","tag-bildung","tag-links","tag-tod","tag-uni"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146827"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":146967,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146827\/revisions\/146967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}