{"id":146201,"date":"2026-02-25T18:16:28","date_gmt":"2026-02-25T17:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=146201"},"modified":"2026-04-18T21:42:32","modified_gmt":"2026-04-18T19:42:32","slug":"jugendliche-abgeordnete-in-bw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jugendliche-abgeordnete-in-bw\/","title":{"rendered":"Jugendliche Abgeordnete in BW"},"content":{"rendered":"<p>Zur <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/landtagswahl-bw-08-03-26\/\">Landtagswahl<\/a> in Baden-W\u00fcrttemberg am 8.3.2026 engagieren und bewerben sich zum Gl\u00fcck auch zahlreiche sehr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/jugend\/jungwaehler\/\">junge Kandidaten<\/a>. Nat\u00fcrlich fehlt es ihnen an KnowHow, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/beruf\/\">Berufserfahrung<\/a>, Professionalit\u00e4t usw. Dem gegen\u00fcber stehen aber <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Elan<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/jugend\/jugend-zukunft\/\">jugendliche Frische<\/a>. Und zudem tragen sie dazu bei, das doch erstaunlich hohe<!--more--> Durchschnittsalter der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parlament\/abgeordnete\/\">Abgeordneten<\/a> etwas zu senken.<\/p>\n<p>Hier sollen einige sehr junge <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wahl-ki-kirchzarten-260206\/\">Landtagsabgeordnete<\/a> in spe vorgestellt werden. Wir fangen an mit den beiden jeweils erst 20-j\u00e4hrigen Linus Kionka f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/fdp\/\">FDP<\/a> (Anlage (1)) und Sebastian Ruth (Anlage (2)) f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/afd\/afd-opposition\/\">AfD<\/a>.<br \/>\n25.2.2026<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Jugendliche Abgeordnete in BW&#8220;<br \/>\n===========================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (2)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) FDP-Kandidat und Parteichef: Der 20-j\u00e4hrige Linus Kionka, der in Freiburg-West antritt, hat eine Blitzkarriere hingelegt<\/strong><br \/>\nEr ist gerade mal 20 Jahre alt, voller Enthusiasmus und ohne Chance auf ein Mandat: Linus Kionka engagiert sich dennoch mit aller Kraft im Landtagswahlkampf, denn f\u00fcr seine<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/fdp\/\"> FDP<\/a> geht es um jede Stimme<br \/>\nMit vier Stunden Schlaf muss Linus Kionka derzeit \u00f6fter mal auskommen. Regale einr\u00e4umen in der Fr\u00fchschicht bei Lidl, dann Studium und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wahl-ki-kirchzarten-260206\/\">Wahlkampftermine<\/a>. &#8222;Und wenn man kurz vor Mitternacht von einer Podiumsdiskussion nach Hause kommt, braucht es eine Weile, bis man heruntergefahren ist&#8220;, sagt der Landtagskandidat der FDP f\u00fcr den Wahlkreis 47 Freiburg-West.<br \/>\nPolitik, sagt er, habe ihn immer interessiert. Politische Themen seien zu Hause diskutiert worden. Den fr\u00fcheren FDP-Vorsitzenden Christian Lindner fand und findet er auch heute noch beeindruckend. &#8222;F\u00fcr junge Leute waren seine Reden mitrei\u00dfend.&#8220; Auch die Freiburger Bundestagsabgeordnete Claudia Raffelh\u00fcschen habe ihm imponiert, gerade auch wegen ihrer Haltung zur Generationengerechtigkeit. In der Freiburger FDP hat er nun eine Blitzkarriere hingelegt, wie sie nur in einer kleinen Partei m\u00f6glich ist. Nachdem Hartmut Hanke nach vielen Jahren den Vorsitz abgegeben hatte und Marianne Sch\u00e4fer nur f\u00fcr ein einj\u00e4hriges Intermezzo zur Verf\u00fcgung stand, habe er als stellvertretender Vorsitzender eine Nachfolge gesucht. Erfolglos. &#8222;Wenn sich niemand findet, mache ich es&#8220;, habe er gesagt. Trotz so mancher Vorbehalte wegen seines Alters.<br \/>\n15 Prozent der Stimmen, damit er \u00fcber die Landesliste in den Landtag einziehen k\u00f6nne, hat Linus Kionka ausgerechnet. Er erlebe, dass das Interesse gr\u00f6\u00dfer ist als bei der Bundestagswahl im Februar 2025; dass die Menschen offener, freundlicher seien als damals, als er sich am Wahlkampfstand Beleidigungen habe anh\u00f6ren m\u00fcssen: &#8222;Euch braucht&#8217;s doch gar nicht.&#8220; Es gebe wieder &#8222;vielf\u00e4ltiges Interesse an der FDP&#8220;. Allerdings: Die Freiburger Partei habe rund zehn Mitglieder verloren, vermutlich weil sich die Kreisversammlung f\u00fcr Amtsinhaber Martin Horn in der anstehenden Oberb\u00fcrgermeisterwahl am 26. April ausgesprochen habe. Unternehmer Achim Wiehle habe sich schlicht zu sp\u00e4t beworben. &#8222;Er h\u00e4tte Chancen auf Unterst\u00fctzung gehabt.&#8220; Die Jungen Liberalen haben sich jetzt f\u00fcr Wiehle positioniert.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlches<br \/>\nIn seiner Freizeit schwingt sich Linus Kionka gerne auf den Fahrradsattel und f\u00e4hrt mit Mountain-Bike oder Gravelbike durch den Kaiserstuhl oder ins Elsass. &#8222;Gerne auch mal 60 Kilometer am Tag.&#8220; Der 20-J\u00e4hrige spricht druckreif, ernsthaft und wie viele in seinem Alter sehr schnell, hat sich in die breite Themenpalette eingearbeitet und weist eine f\u00fcr Politikerinnen und Politiker typische Eigenschaft auf: Sie k\u00f6nnen Ereignisse zeitlich genau verorten. Er mag Reisen in die europ\u00e4ischen Metropolen, und zwar mit dem Zug. Und neben den B\u00fcchern f\u00fcrs Studium liest er (wirtschafts-)politisch-philosophische Werke. Seit 14 Jahren hat er einen Hund, mit dem zurzeit allerdings eher die Mutter zu tun hat.<\/p>\n<p>Wirtschaft und Bildung<br \/>\nDas allgemeing\u00fcltige Rezept f\u00fcr wirtschaftlichen Aufschwung nennt auch Kionka: weniger B\u00fcrokratie. Ihm schwebt eine Fachstelle vor, an die sich B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit Vorschl\u00e4gen wenden k\u00f6nnen, welche Gesetze oder Verordnungen verzichtbar w\u00e4ren. Wenn die Landesverwaltung innerhalb einer bestimmten Frist keine gegenteilige Begr\u00fcndung liefern kann, w\u00fcrden diese abgeschafft. &#8222;Entschlacken&#8220;, sagt er. Dann f\u00e4llt das Lieblingswort aller Liberalen und Konservativen: Technologieoffenheit \u2013 weniger Vorschriften, stattdessen sollten Wissenschaft und Marktwirtschaft \u00fcberlassen bleiben, was sich durchsetzt. Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland sollten schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Daf\u00fcr brauche es mehr Intensiv-Deutschkurse und schnellere Anerkennung von Berufsabschl\u00fcssen. Und es gelte, das Image des Handwerks zu verbessern. &#8222;Weg von diesem Zwang zum Abitur.&#8220; Das dreigliedrige Schulsystem h\u00e4lt er, der eine Gemeinschaftsschule besuchte, f\u00fcr das bessere. Er spricht sich f\u00fcr kleinere Schulklassen und mehr Sprachf\u00f6rderung in den Kitas aus. Die Meisterausbildung solle kostenfrei sein.<br \/>\n.<br \/>\nKlimaschutz und Verkehr<br \/>\nLinus Kionka hat kein Auto. Er nutzt die Breisgau-S-Bahn, und die sei besser als oftmals gedacht. Ein zweigleisiger Ausbau w\u00e4re toll, sagt er, wei\u00df aber, dass das auf absehbare Zeit unrealistisch ist. Ohne Wenn und Aber fordert er den Stadttunnel, weil er Anlieger der B31 entlaste und st\u00e4dtebauliche Entwicklung er\u00f6ffne. Dem Ausbau von Radwegen r\u00e4umt er nicht oberste Priorit\u00e4t ein. Da seien Freiburg und das Umland schon gut aufgestellt. Statt neuer Windr\u00e4der, die vergleichsweise wenig Strom produzierten und zu viel Unmut in den Gemeinden f\u00fchrten, pl\u00e4diert er f\u00fcr den schnellen Ausbau der Nord-S\u00fcd-Trassen, um Strom von den K\u00fcsten nach Baden-W\u00fcrttemberg zu transportieren. Er selbst findet Windr\u00e4der &#8222;gar nicht schlimm&#8220;. Die Anlagen auf dem Ro\u00dfkopf seien bereits so etwas wie Heimat. Ein gro\u00dfes Anliegen: Dach- und Fassadenbegr\u00fcnung. Damit sei viel zu erreichen.<\/p>\n<p>Landwirtschaft<br \/>\nBekanntlich beklagen besonders Landwirte zu viel B\u00fcrokratie. Kionka kann nach Gespr\u00e4chen auch ein paar konkrete Beispiele nennen, wie die &#8222;\u00fcbertriebene Dokumentationspflicht&#8220; f\u00fcr Vogelh\u00e4uschen an Rebh\u00e4ngen. Dabei gehe es um den Nachweis von Artenvielfalt, doch k\u00f6nne sich daraus ein Briefverkehr mit der Europ\u00e4ischen Kommission wegen ein paar Cent entwickeln. Um die Landwirtschaft zu entlasten, soll der Mindestlohn f\u00fcr Saisonarbeitskr\u00e4fte auf 80 Prozent reduziert werden. Das sei f\u00fcr osteurop\u00e4ische Verh\u00e4ltnisse immer noch sehr viel Geld.<\/p>\n<p>Digitalisierung<br \/>\nNat\u00fcrlich ist auch Linus Kionka f\u00fcr den schnelleren Ausbau des schnellen Internets. Zwischen Gottenheim und Freiburg gebe es nach wie vor zwei Funkl\u00f6cher, kann er von eigenen Erfahrungen berichten. Allerdings solle der chinesische Telekommunikationsausr\u00fcster Huawei aus Sicherheitsgr\u00fcnden au\u00dfen vor bleiben. Verwaltungen oder Institutionen sollten sich zusammenschlie\u00dfen statt st\u00e4ndig eigene Apps und Programme zu entwickeln. Das sei teuer und wenig effizient. An den Schulen sollte Digitalkompetenz als eigenes Fach eingef\u00fchrt werden, um die Kritikf\u00e4higkeit zu erh\u00f6hen, aber durchaus auch, um die kreativen M\u00f6glichkeiten zu zeigen. Eine Altersgrenze f\u00fcr die Social-Media-Kan\u00e4le von 14 oder 16 Jahren findet er &#8222;nicht verkehrt&#8220;.<\/p>\n<p>Wahlkreis<br \/>\nDivers sei sein Wahlkreis mit den westlichen Stadtteilen Freiburgs und den angrenzenden Gemeinden. St\u00e4dter und Landbewohner, so seine Erfahrung, schimpften oft auf die jeweils anderen. &#8222;Dabei geht es eigentlich beiden gut.&#8220; Doch klar, es gebe Verbesserungsbedarf. Kleine Ortschaften k\u00f6nnten mit kleineren Bussen in einem engeren Takt angebunden werden. &#8222;Dann braucht das Personal keinen Busf\u00fchrerschein.&#8220; Schrecklich findet er, dass einige Stadtteile wie Weingarten und Haslach einen schlechten Ruf h\u00e4tten. Sein Vorschlag: mehr Durchmischung. Ein gr\u00f6\u00dferer Mix von Miet- und Eigentumswohnungen. Um die Mieten zu d\u00e4mpfen, helfe nur bauen. Statt Mietendeckel fordert er Deregulierung. Dann regle das der Markt. F\u00fcr den Stadtteil Dietenbach solle die Verwaltung auf die &#8222;Tube dr\u00fccken, und sich nicht um jede Maus k\u00fcmmern&#8220;. Er spricht sich f\u00fcr eine &#8222;handlungsf\u00e4hige Polizei&#8220; aus, bleibt aber dann doch bei den liberalen Positionen: keine Rasterfahndung, keine Vorratsdatenspeicherung und keine KI-gesteuerte Gesichtserkennung bei der Video\u00fcberwachung, die sich der neue Freiburger Polizeipr\u00e4sident Norbert Schneider vorstellen kann, sollte das Modellprojekt in Mannheim funktionieren. Doch der junge Politiker fragt sich: &#8222;Wo k\u00e4men wir da hin?&#8220;<br \/>\n.<br \/>\nLinus Kionka II<br \/>\nGeboren in Breisach am 7. Juni 2005, aufgewachsen in Ihringen. Linus Kionka besuchte die dortige Gemeinschaftsschule, machte den Realschulschulabschluss und legte an der Freiburger Max-Weber-Schule mit ihrem Schwerpunkt Wirtschaft das Abitur ab. Seit Herbst 2024 studiert er VWL an der Universit\u00e4t Freiburg. W\u00e4hrend seiner Schulzeit absolvierte er ein Praktikum im Wahlkreisb\u00fcro der damaligen Freiburger FDP-Bundestagsabgeordneten Claudia Raffelh\u00fcschen, und eine Woche nach dem Bruch der Ampelkoalition Ende 2024 hospitierte er in Berlin beim damaligen Parlamentarischen Staatssekret\u00e4r Jens Brandenburg, ebenfalls FDP. In Freiburg war er Vorsitzender der Jungen Liberalen, von November 2024 an war er stellvertretender Vorsitzender auch im Kreisverband, seit vergangenem November ist er Kreisvorsitzender. Im April 2025 wurde er einstimmig zum Kandidaten f\u00fcr die Landtagswahl nominiert.<br \/>\n&#8230; Alles vom 17.2.2026 von Uwe Mauch bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fdp-kandidat-und-parteichef-der-20-jaehrige-linus-kionka-der-in-freiburg-west-antritt-hat-eine-blitz\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fdp-kandidat-und-parteichef-der-20-jaehrige-linus-kionka-der-in-freiburg-west-antritt-hat-eine-blitz<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<a href=\"mailto:linus.kionka@fdp-freiburg.de\">linus.kionka@fdp-freiburg.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fdpbw.de\/\">https:\/\/www.fdpbw.de\/<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(2) Sebastian Ruth (AfD) m\u00f6chte die soziale Frage von rechts l\u00f6sen<\/strong><br \/>\nDer 20-j\u00e4hrige Sebastian Ruth aus Breisach stammt aus einem links-gr\u00fcnen Elternhaus. Nun will er als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/afd\/afd-engagement\/\">Direktkandidat f\u00fcr die AfD<\/a> in den Landtag einziehen<br \/>\nBei ihm zu Hause wurde immer schon viel diskutiert, erz\u00e4hlt Sebastian Ruth. &#8222;Mein Elternhaus ist hochpolitisch, da ging es oft hei\u00df her.&#8220; Sein Vater sei Gr\u00fcnen-W\u00e4hler, die Mutter eher links orientiert. Er selbst habe anfangs &#8222;gelieb\u00e4ugelt mit Sahra Wagenknecht&#8220; und sich f\u00fcr ihr B\u00fcndnis BSW engagiert. &#8222;Aber es war doch nicht genau das, was ich wollte. Das BSW m\u00f6chte die soziale Frage von links l\u00f6sen, ich will sie von rechts l\u00f6sen. Ich m\u00f6chte es patriotischer und konservativer&#8220;, sagt Ruth.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliches<br \/>\nGeboren ist Sebastian Ruth in Freiburg-Landwasser. W\u00e4hrend seiner Grundschulzeit zog die Familie nach Breisach. Dort besuchte er die Gemeinschaftsschule. Hier machte er erste &#8222;negative Erfahrungen&#8220; in Sachen Bildungspolitik, wie er erz\u00e4hlt. Er spricht vom &#8222;Gleichheitswahn der Linken&#8220;: Diejenigen, die besondere F\u00f6rderung br\u00e4uchten, bek\u00e4men sie an der Gemeinschaftsschule nicht, und die guten Sch\u00fcler w\u00fcrden aufgehalten, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p>Nach dem Realschulabschluss und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Kindergarten begann Sebastian Ruth eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, die er aber in der Probezeit abbrach, weil sie ihm nicht lag. Stattdessen begann er eine Lehre zum Kaufmann f\u00fcr Gro\u00df- und Au\u00dfenhandelsmanagement. Hier f\u00fchle er sich angekommen und habe sehr gute schulische Leistungen. Im Mai ist Abschlusspr\u00fcfung.<br \/>\nein Interesse an der Politik entwickelte sich mit 13, 14 Jahren, wie er erz\u00e4hlt. &#8222;In der Schule fand ich F\u00e4cher wie Geschichte und Gemeinschaftskunde besonders interessant. Themen, die sich um moralische und ethische Gesichtspunkte drehen.&#8220; In seiner Schulzeit sei Migration ein gro\u00dfes Thema gewesen. &#8222;Da gab es Jugendgruppen, die negativ aufgefallen sind, eine aggressive Stimmung verbreitet haben&#8220;, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p>Richtig politisiert hat sich Sebastian Ruth nach eigenen Angaben in der Corona-Zeit. &#8222;Die fiel genau in meine Jugend. Da will man doch eigentlich frei sein und sich ausleben, und da f\u00fchlte ich mich extrem stark in meiner Freiheit eingeschr\u00e4nkt.&#8220; Ruth wendete sich der Corona-kritischen Szene in Freiburg zu und lernte dort AfD-Vertreter kennen. Zun\u00e4chst blieb es jedoch bei einem Kennenlernen, und Ruth sah sich eher zur eingangs erw\u00e4hnten Politik von Sahra Wagenknecht hingezogen. Doch auch weil er diese f\u00fcr &#8222;zu gem\u00e4\u00dfigt in der Migrationspolitik&#8220; hielt und mit deren &#8222;Au\u00dfenpolitik nicht d&#8217;accord&#8220; war, ging er letztlich zur AfD.<br \/>\nNach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr trat er der Partei bei. &#8222;Dann ging alles ganz schnell&#8220;, erz\u00e4hlt er. AfD-Kreissprecherin Martina B\u00f6swald sei auf ihn aufmerksam geworden. &#8222;Sie findet, dass ich was im K\u00f6pfchen habe und dass ich gut reden kann&#8220;, sagt Ruth. Mit seinen 20 Jahren k\u00f6nne er die junge Generation widerspiegeln. So wurde der Auszubildende vergangenen Sommer als Beisitzer in den Vorstand des AfD-Kreisverbands Breisgau-Hochschwarzwald gew\u00e4hlt. &#8222;Und dann wurde ich Direktkandidat f\u00fcr die Landtagswahl.&#8220;<\/p>\n<p>Wirtschaft und Bildung<br \/>\n&#8222;B\u00fcrokratie, Regulierungswahn, zu hohe Energiekosten \u2013 die Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen sind v\u00f6llig unwirtschaftlich und f\u00fchren dazu, dass diese entweder abwandern, wenn sie es sich leisten k\u00f6nnen, oder aber Insolvenz anmelden m\u00fcssen&#8220;, sagt Ruth. Seine Partei habe da viele L\u00f6sungen parat. Eine davon sei das &#8222;Sunset-Prinzip&#8220;: &#8222;Wir fordern, dass Regeln alle zehn Jahre \u00fcberpr\u00fcft werden. Werden sie nicht gebraucht, werden sie abgeschafft.&#8220; In eine \u00e4hnliche Richtung ziele das &#8222;One in, two out&#8220;-Prinzip. F\u00fcr die Einf\u00fchrung eines neuen Gesetzes m\u00fcssen zwei alte Gesetze abgeschafft werden. &#8222;Nur so k\u00f6nnen wir eine ernsthafte Verschlankung schaffen.&#8220; Gespart werden m\u00fcsse auch bei Beamten und im \u00f6ffentlichen Dienst. Die Automobilindustrie k\u00f6nne mit dem &#8222;Buy BW&#8220;-Programm gef\u00f6rdert werden. &#8222;Alle \u00f6ffentlichen Unternehmen und Beh\u00f6rden des Landes sollen Automobile aus Baden-W\u00fcrttemberg kaufen. Das gibt es in vielen L\u00e4ndern, und die Aufregung deswegen halte ich f\u00fcr v\u00f6llig aufgesetzt&#8220;, so Ruth.<\/p>\n<p>In der Bildungspolitik sieht Ruth mehrere Hebel, um gegen den Fachkr\u00e4ftemangel vorzugehen. Zum einen solle ein deutlich st\u00e4rkerer Fokus auf die MINT-F\u00e4cher Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gelegt werden. Zudem m\u00fcsse die Grundschulempfehlung verpflichtend sein, findet Ruth. &#8222;Lehrer k\u00f6nnen die schulischen Leistungen der Kinder besser einsch\u00e4tzen als die Eltern&#8220;, sagt er. Wenn alle aufs Gymnasium gingen und dann &#8222;alle studieren, funktioniert eine Volkswirtschaft nicht mehr&#8220;. &#8222;Wir brauchen Leute, die mit den H\u00e4nden arbeiten. Meister statt Master&#8220;, lautet der Slogan seiner Partei.<\/p>\n<p>Auch inhaltlich m\u00fcsse der Schulunterricht \u00fcberarbeitet werden. Im Fach Geschichte sieht Ruth &#8222;einen einseitigen Fokus auf die NS-Zeit gesetzt. Wir sollten diese Zeit auf gar keinen Fall verdr\u00e4ngen. Aber unsere Geschichte ist deutlich gr\u00f6\u00dfer&#8220;. Zudem sollten Gender-Themen keinen so gro\u00dfen Raum einnehmen. &#8222;Andere Familienformen muss man nat\u00fcrlich nicht ausschlie\u00dfen. Wir haben kein Problem mit Homosexualit\u00e4t&#8220;, so Ruth. Doch der Fokus m\u00fcsse auf der traditionellen Familie liegen, &#8222;denn die Geburtenrate zeigt, dass wir zu wenig Kinder in unserem Land haben&#8220;.<\/p>\n<p>Klimaschutz und Verkehr<br \/>\n&#8222;Ich leugne den Klimawandel nicht&#8220;, sagt Sebastian Ruth. Umweltschutz sei Heimatschutz, und deshalb m\u00fcsse man in der Heimat damit anfangen. Konkret hei\u00dfe das beispielsweise, dass man Wildruhegebiete ausbauen und mehr Mischw\u00e4lder schaffen sollte. Es gehe um Aufforstung und eine Gestaltung der W\u00e4lder f\u00fcr Wildtiere \u2013 &#8222;wir nehmen zu viel und geben zu wenig&#8220;.<\/p>\n<p>Der 20-J\u00e4hrige ist \u00d6PNV-Nutzer und pendelt mit der Breisgau-S-Bahn zur Berufsschule nach Freiburg. &#8222;Die S1 ist bereits jetzt massiv \u00fcberf\u00fcllt.&#8220; Daher fordert Ruth: &#8222;Wir brauchen einen Ausbau der Lokomotive, und es muss eine Ausbildungsoffensive f\u00fcr Lokf\u00fchrer gestartet werden.&#8220; Gleichzeitig spiele der Individualverkehr eine wichtige Rolle. &#8222;Wir d\u00fcrfen die Verkehrstr\u00e4ger nicht gegeneinander ausspielen.&#8220; Stra\u00dfen m\u00fcssten ausgebaut und so Kommunen entlastet werden. &#8222;Auch wollen wir eine Deckelung im Anwohnerparken.&#8220; Denn mit hohen Kosten f\u00fcr das Anwohnerparken w\u00fcrden die gesch\u00e4digt, die arbeiten gingen und ihr Auto f\u00fcr die Fahrtwege ben\u00f6tigten.<\/p>\n<p>Landwirtschaft<br \/>\n&#8222;Die Landwirtschaft ist das R\u00fcckgrat unserer Nation&#8220;, sagt Ruth. Die heimische Landwirtschaft m\u00fcsse gesch\u00fctzt werden. F\u00fcr landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen soll es ein Vorkaufsrecht zur landwirtschaftlichen Nutzung geben. Kritik \u00e4u\u00dfert Ruth am Mercosur-Abkommen. Die hiesigen Landwirte d\u00fcrften nicht dem globalen Wettbewerb ausgesetzt werden. Zudem m\u00f6chte er die Selbstbestimmung der Landwirte st\u00e4rken statt sie zu &#8222;g\u00e4ngeln und zu drangsalieren&#8220;.<\/p>\n<p>Digitalisierung<br \/>\nZur Infrastruktur z\u00e4hlt Sebastian Ruth auch die digitale Infrastruktur. Der Glasfaserausbau m\u00fcsse vorrangig f\u00fcr das Gewerbe stattfinden. K\u00fcnstlicher Intelligenz stehe seine Partei positiv gegen\u00fcber, &#8222;aber sie muss reguliert sein. Am Ende der Entscheidungskette muss immer ein Mensch stehen&#8220;, so Ruth. Wenn bei Verwaltungen und Beh\u00f6rden KI eingesetzt werde, k\u00f6nnten Stellen eingespart werden. Wichtig sei, dass Sch\u00fcler schon in der Schule den richtigen Umgang mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) lernten.<\/p>\n<p>Wahlkreis<br \/>\nAuf die wichtigsten Themen in seinem Wahlkreis angesprochen, f\u00e4llt Sebastian Ruth als erstes die j\u00fcngst in Freiburg eingef\u00fchrte Verpackungssteuer ein \u2013 &#8222;eine Unversch\u00e4mtheit, sie ist gegen die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft gerichtet und belastet die Gastronomie&#8220;, sagt Ruth.<br \/>\nIn seinem Wahlkreis brennt ihm zum anderen das Thema Bildung auf den N\u00e4geln. Das fange an beim Sanierungsbedarf der Schulen, &#8222;da br\u00f6ckelt der Putz von der Decke&#8220;, geht \u00fcber eine verpflichtende Vorschulklasse f\u00fcr all jene, die kein Deutsch sprechen, bis zur Einf\u00fchrung der Schuluniform und der R\u00fcckkehr von mehr Leistung und Disziplin in den Schulen.<\/p>\n<p>Wichtig ist ihm auch das Thema Migration. Zum einen m\u00fcssten die Grenzen besser gesch\u00fctzt werden, so Ruth. Zum anderen solle eine striktere Abschiebepolitik verfolgt werden. &#8222;Da darf man den Rechtsstaat nicht schleifen lassen.&#8220;<br \/>\n&#8230; Alles vom 24.2.2026 von Nikola Vogt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/sebastian-ruth-afd-moechte-die-soziale-frage-von-rechts-loesen\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/sebastian-ruth-afd-moechte-die-soziale-frage-von-rechts-loesen<\/a><\/p>\n<p>Im Fokus der BZ: Alle Kandidatenportr\u00e4ts finden Sie im Online-Dossier unter<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/landtagswahl-baden-wuerttemberg-2026-wahlkreis-freiburg-1\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/landtagswahl-baden-wuerttemberg-2026-wahlkreis-freiburg-1<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<a href=\"mailto:sebastian.ruth@afd-bw.de\">sebastian.ruth@afd-bw.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/afd-bw.de\/\">https:\/\/afd-bw.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg am 8.3.2026 engagieren und bewerben sich zum Gl\u00fcck auch zahlreiche sehr junge Kandidaten. Nat\u00fcrlich fehlt es ihnen an KnowHow, Bildung, Berufserfahrung, Professionalit\u00e4t usw. Dem gegen\u00fcber stehen aber Elan und jugendliche Frische. 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