{"id":144575,"date":"2026-01-11T08:48:13","date_gmt":"2026-01-11T07:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=144575"},"modified":"2026-01-22T09:14:41","modified_gmt":"2026-01-22T08:14:41","slug":"sonne-wandelt-klima-nicht-co2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sonne-wandelt-klima-nicht-co2\/","title":{"rendered":"Sonne wandelt Klima, nicht CO2"},"content":{"rendered":"<p>Sonne wie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/co2\/\">CO2<\/a> beeinflussen das Klima. Auf die Frage, warum in der Diskussion um den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimawandel\/\">Klimawandel<\/a> das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/menschengemacht\/\">CO2-Narrativ<\/a> dominiert, antwortet der Astrophysiker Willie Soon: &#8222;<em><strong>Weil man keine Gesetze gegen die Sonne machen kann \u2013 aber gegen CO2 schon.<\/strong><\/em> Das f\u00fchrt zu Steuern, Regulierungen und Eingriffen in die Energiepolitik. <!--more-->Seit den 1980er Jahren ist daraus ein komplexes Geflecht aus Subventionen, B\u00fcrokratien und Aktivistennetzwerken entstanden. Politik verlangt einfache Botschaften, Medien wollen Drama \u2013 und viele Wissenschaftler passen sich an. Der Atmosph\u00e4renphysiker Richard Lindzen nannte das den \u00abEisernen Dreieckseffekt\u00bb: Politik finanziert, Wissenschaft liefert, Medien verst\u00e4rken.&#8220;&#8220;<\/p>\n<p>Soon gilt als einer der f\u00fchrenden Klimawandel-Skeptiker weltweit. Er f\u00fchrte er den Nachweis, da\u00df die Sonne kein stabiler Motor, sondern ein ver\u00e4nderlicher Stern ist \u2013 mit messbaren Folgen f\u00fcr das Klima der Erde. Diese Folgen sind nach Auffassung des Wissenschaftlers relevant &#8211; im Gegensatz zum CO2. Die Theorie eines durch den Aussto\u00df von CO2 menschengemachten Klimawandels h\u00e4lt Soon f\u00fcr falsifiziert.<br \/>\n.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klima-forschung\/klimawissenschaft\/\">Wissenschaftlicher<\/a> bzw. erkenntnistheoretischer Fortschritt ist ein Prozess des\u00a0 wiederholten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nyt-erklaert-klimawahn-beendet\/\">Falsifizierens<\/a> von Pr\u00e4missen bzw. Annahmen der jeweiligen Theorien bzw. Modelle. Von daher gilt Wahrheit immer nur solange, bis sie falsifiziert worden ist. Klima als \u00fcberaus komplexes System l\u00e4\u00dft sich zwar in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/treibhaustheorie\/\">Prognosemodelle<\/a> fassen, deren Pr\u00e4missen jedoch sind (derzeit noch?) so vage, da\u00df sie der Falsifizierung nicht standhalten k\u00f6nnen.<br \/>\n11.1.2026<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Sonne wandelt Klima, nicht CO2&#8220;<br \/>\n=============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211;<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Astrophysiker Willie Soon: \u00abMan kann keine Gesetze gegen die Sonne machen\u00bb<\/strong><br \/>\nDer Astrophysiker Willie Soon erforscht seit Jahrzehnten den Einfluss der Sonne auf das Klima. Im Gespr\u00e4ch mit der Weltwoche erkl\u00e4rt er, warum er CO2 nicht als klimatischen Steuerungsfaktor betrachtet, wie politische und finanzielle Strukturen wissenschaftliche Erkenntnisse pr\u00e4gen und weshalb er trotz Anfeindungen weiterforscht.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Willie Wei-Hock Soon, geboren im malaysischen Kangar, ist ein Astrophysiker, der vor allem durch seine kontroversen Ansichten zum Klimawandel bekannt wurde. Nach einem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Southern California, das er 1991 mit einer Promotion abschloss, arbeitete Soon viele Jahre am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts. Seine Forschung konzentrierte sich urspr\u00fcnglich auf Sonnen- und Sternphysik, insbesondere auf die Aktivit\u00e4tszyklen der Sonne und deren m\u00f6gliche Auswirkungen auf das Klima der Erde. Er ist jetzt vor allem dadurch bekannt, dass er die Rolle der Sonne als entscheidenden Klimatreiber betont und den Einfluss menschlicher Treibhausgasemissionen auf die globale Erw\u00e4rmung als \u00fcbersch\u00e4tzt bezeichnet. Diese Haltung setzte ihn in direkten Gegensatz zum allgemein angenommenen wissenschaftlichen Konsens \u00fcber den menschengemachten Klimawandel.<\/em><br \/>\n<em>\u00a0<\/em><br \/>\n<em>Soon gilt als eine der zentralen Figuren der \u00abKlimaskeptiker\u00bb-Bewegung. Bef\u00fcrworter sehen in ihm einen Wissenschaftler, der gegen den Mainstream denkt und auf die Komplexit\u00e4t nat\u00fcrlicher Klimafaktoren hinweist. Seine Gegner hingegen betrachten ihn als Beispiel f\u00fcr den Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf die Klimadebatte und f\u00fcr den Missbrauch wissenschaftlicher Autorit\u00e4t zur politischen Argumentation. So steht Soon sinnbildlich f\u00fcr die Spannungen zwischen wissenschaftlicher Freiheit und den wirtschaftlichen und politischen Kr\u00e4ften, die die Klimadiskussion bis heute pr\u00e4gen.<\/em><br \/>\n.<br \/>\nWeltwoche: Herr Professor Soon, Sie behaupten seit Jahren, dass sich das Erdklima nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert und dass CO2 nicht der Haupttreiber ist. Was ist der Kern Ihres Arguments?<br \/>\nWillie Soon: Das Klima der Erde war schon immer einem st\u00e4ndigen Wandel unterworfen. Verschiebungen von Land- und Meeresfl\u00e4chen, tektonische Kr\u00e4fte \u2013 und vor allem die Sonne \u2013 bestimmen seine Dynamik. Die Sonne liefert 99,99 Prozent der Energie, die Wetter und Klima antreibt. Ohne sie g\u00e4be es keinen Wind, keine Meeresstr\u00f6mungen, keine Fotosynthese. Gemeinsam mit zwei Kollegen habe ich gezeigt, dass die besten empirischen Daten die Hypothese einer vom Menschen verursachten CO2-Erw\u00e4rmung nicht stichhaltig belegen. Nat\u00fcrliche Faktoren und solare Variabilit\u00e4t spielen eine weit gr\u00f6ssere Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weltwoche: Aber ist die Sonne nicht eine Art \u00abkonstanter Lichtschalter\u00bb?<br \/>\nSoon: Wer das behauptet, ignoriert die Messungen. Die Strahlung der Sonne schwankt \u2013 besonders im UV- und R\u00f6ntgenbereich. Diese Variationen beeinflussen die Atmosph\u00e4re, Luft- und Meeresstr\u00f6mungen sowie langfristige Klimamuster.<br \/>\n.<br \/>\nWeltwoche: Warum halten Sie die Fixierung auf CO2 f\u00fcr falsch?<br \/>\nSoon: Die CO2-Panik basiert nicht auf solider Wissenschaft. Temperatur- und Str\u00f6mungsmuster der letzten 150 Jahre stimmen weit besser mit Schwankungen der Sonnenaktivit\u00e4t \u00fcberein. Wo es ein CO2-Signal gibt, liegt es nach meiner Analyse unter der Nachweisgrenze. CO2 wird deshalb zu Unrecht als \u00abKlimagift\u00bb verteufelt, obwohl es die Fotosynthese antreibt, die Wassernutzung von Pflanzen verbessert und messbare Begr\u00fcnung bewirkt hat \u2013 sogar in trockenen Regionen. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Erde deutlich gr\u00fcner geworden, auch an W\u00fcstenr\u00e4ndern. Umgekehrt f\u00fchrten niedrige CO2-Werte in Eiszeiten zu kargen Bedingungen. Der aktuelle Anteil von CO2 in der Atmosph\u00e4re betr\u00e4gt 0,043 Prozent \u2013 keineswegs gef\u00e4hrlich, m\u00f6glicherweise sogar suboptimal f\u00fcr eine gedeihende Biosph\u00e4re.<br \/>\n.<br \/>\nWeltwoche: Was bestimmt die Konzentrationswerte?<br \/>\nSoon: Seit den 1940er Jahren weiss man, dass Schwankungen der Sonnenaktivit\u00e4t und der Erdbahnkonfiguration die Eis- und Warmzeiten der letzten 2,5 Millionen Jahre beeinflussten. Satellitendaten zeigen, dass die Sonne keine stabile Strahlungsquelle ist. Diese Energieschwankungen k\u00f6nnen sogar biologische Prozesse \u2013 vielleicht genetische Mutationen \u2013 beeinflussen. \u00c4hnliches l\u00e4sst sich auch bei anderen sonnen\u00e4hnlichen Sternen beobachten.<br \/>\n.<br \/>\nWeltwoche: Sie verweisen oft auf das Maunder-Minimum. Was lehrt uns das?<br \/>\nSoon: Es war eine Phase extrem geringer Sonnenaktivit\u00e4t, etwa von 1645 bis 1715. In dieser Zeit gab es fast keine Sonnenflecken \u2013 die Sonne war ungew\u00f6hnlich ruhig. Diese Phase fiel mit der Kleinen Eiszeit zusammen: Gletscher wuchsen, die Themse fror, Chroniken berichten von grosser K\u00e4lte. Das weist auf eine Kopplung zwischen Sonnenaktivit\u00e4t und Klima hin. Wir verstehen die magnetischen Zyklen der Sonne \u2013 etwa den elfj\u00e4hrigen Zyklus und die \u00dcberg\u00e4nge in Ruhephasen \u2013 noch nicht vollst\u00e4ndig, aber die beobachteten Zusammenh\u00e4nge sind robust und global.<\/p>\n<p>Weltwoche: Wenn die Sonne so wichtig ist, warum dominiert dann das CO2-Narrativ?<br \/>\nSoon: Weil man keine Gesetze gegen die Sonne machen kann \u2013 aber gegen CO2 schon. Das f\u00fchrt zu Steuern, Regulierungen und Eingriffen in die Energiepolitik. Seit den 1980er Jahren ist daraus ein komplexes Geflecht aus Subventionen, B\u00fcrokratien und Aktivistennetzwerken entstanden. Politik verlangt einfache Botschaften, Medien wollen Drama \u2013 und viele Wissenschaftler passen sich an. Der Atmosph\u00e4renphysiker Richard Lindzen nannte das den \u00abEisernen Dreieckseffekt\u00bb: Politik finanziert, Wissenschaft liefert, Medien verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Weltwoche: Ergeben sich daraus bestimmte Tendenzen?<br \/>\nSoon: Leider haben viele wissenschaftliche Institutionen in den letzten Jahrzehnten eine alarmistische Einheitsmeinung angenommen. Kritiker werden ausgegrenzt. Klimapolitik dient zunehmend \u00f6konomischen und ideologischen Zielen, nicht der objektiven Forschung. Ein positives Zeichen immerhin gibt es aber: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/klima-wahrheit\/\">Bill Gates<\/a> hat j\u00fcngst eingesehen, dass man das Klima nicht durch die Regulierung von CO2 steuern kann. Stattdessen will er sich nun auf Anpassung konzentrieren \u2013 darauf, menschliches Leid durch extreme K\u00e4lte oder Hitze zu mindern. Das ist eine begr\u00fcssenswerte Entwicklung.<\/p>\n<p>Weltwoche: Seit der Industrialisierung steigen CO2 und Temperatur parallel.<br \/>\nSoon: Korrelation bedeutet nicht Kausalit\u00e4t \u2013 und \u00fcbrigens ist die Korrelation gar nicht so stark. Trotz massiven Emissionssenkungen etwa in den USA oder Grossbritannien steigen die CO2-Konzentrationen weiter. Das zeigt, wie wichtig nat\u00fcrliche R\u00fcckkopplungen sind. Auch wenn CO2 etwas beitr\u00e4gt, dominiert es nicht.<\/p>\n<p>Weltwoche: Wurde das w\u00e4hrend des Covid-Lockdowns best\u00e4tigt?<br \/>\nSoon: Ja. Denn trotz einem weltweiten R\u00fcckgang der Emissionen stieg die CO2-Konzentration weiter. Das beweist: Der Mensch emittiert zwar, doch der Nettoeffekt wird von riesigen Austauschen zwischen Ozeanen, Biosph\u00e4re und Atmosph\u00e4re \u00fcberlagert. CO2 ist kein Klimathermostat.<\/p>\n<p>Weltwoche: Sie nennen den IPCC \u00abselektiv\u00bb. Wie meinen Sie das?<br \/>\nSoon: Von der grossen Bandbreite wissenschaftlicher Studien werden nur bestimmte Modelle bevorzugt, andere marginalisiert. Das erzeugt den Eindruck von Gewissheit, wo Unsicherheit herrscht. Wissenschaftliche Integrit\u00e4t verlangt das Offenlegen von Unsicherheiten und das Testen konkurrierender Hypothesen. Stattdessen erhalten wir politische Berichte mit wissenschaftlicher Maske.<\/p>\n<p>Weltwoche: Warum st\u00fctzen viele Medien und Akademiker dennoch die CO2-These?<br \/>\nSoon: Weil sie politisch n\u00fctzlich ist. Autorit\u00e4t ersetzt keine Beweise. Wissenschaftliche Wahrheit entsteht nicht durch Abstimmung, sondern durch wiederholbare Beobachtung und Theorie. Beunruhigend ist, dass Regierungen und Organisationen zunehmend die Vorstellung verbreiten, das Klima m\u00fcsse statisch bleiben.<\/p>\n<p>Weltwoche: Engt das den wissenschaftlichen Diskurs ein?<br \/>\nSoon: Ja. Statt Argumenten h\u00f6rt man Anschuldigungen. Universit\u00e4ten, die kontroverse Sprecher ausladen, lehren Studierende, dass Konsens wichtiger sei als Wahrheit \u2013 das ist fatal.<br \/>\nWeltwoche: Welche Rolle spielen die Medien?<br \/>\nSoon: Viele Berichte setzen auf Moral und Drama. Unsicherheit verkauft sich schlecht, Nuancen noch schlechter. So entsteht eine Medienphysik des \u00abglobalen Siedens\u00bb, die mit Messungen wenig zu tun hat.<\/p>\n<p>Weltwoche: Wie beurteilen Sie Klimamodelle?<br \/>\nSoon: Modelle sind n\u00fctzlich, aber sie enthalten viele Annahmen \u2013 etwa zu Wolken, Aerosolen oder Turbulenzen. Das Anpassen an historische Daten verbessert nicht automatisch die Prognose. Modelle m\u00fcssen an Beobachtungen getestet werden.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p>Weltwoche: Was w\u00fcnschen Sie sich von Politik und von Medien?<br \/>\nSoon: Von den Medien w\u00fcnsche ich mir Differenzierung statt Alarmismus. Von der Politik erwarte ich Forschungsfreiheit, Resilienz, Technologiefreundlichkeit und Investitionen in Infrastruktur. Vor allem aber: Demut vor der Komplexit\u00e4t der Natur. Denn man kann, wie gesagt, keine Gesetze gegen die Sonne machen \u2013 man kann sie nur besser verstehen und Entscheidungen treffen, die realistisch, klug und menschlich sind.<br \/>\n&#8230; Alles vom 3.12.2025 mit Willie Soon bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/weltwoche.de\/story\/man-kann-keine-gesetze-gegen-die-sonne-machen\/\">https:\/\/weltwoche.de\/story\/man-kann-keine-gesetze-gegen-die-sonne-machen\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Willie Soon, 60, promovierte 1991 an der University of Southern California und forschte anschliessend am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Seit fast vier Jahrzehnten untersucht er die Aktivit\u00e4tszyklen der Sonne. Aus dieser Arbeit entstand ein Datensatz, der zeigt: <strong>Die Sonne ist kein stabiler Motor, sondern ein ver\u00e4nderlicher Stern \u2013 mit messbaren Folgen f\u00fcr das Klima der Erde<\/strong>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonne wie CO2 beeinflussen das Klima. Auf die Frage, warum in der Diskussion um den Klimawandel das CO2-Narrativ dominiert, antwortet der Astrophysiker Willie Soon: &#8222;Weil man keine Gesetze gegen die Sonne machen kann \u2013 aber gegen CO2 schon. 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