{"id":140580,"date":"2025-10-24T17:48:21","date_gmt":"2025-10-24T15:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=140580"},"modified":"2025-10-25T14:00:31","modified_gmt":"2025-10-25T12:00:31","slug":"adenauer-und-merz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/adenauer-und-merz\/","title":{"rendered":"Adenauer und Merz"},"content":{"rendered":"<p>Ist es heute oder unter Konrad Adenauer leichter zu regieren? Friedrich Merz antwortete auf diese Frage in der FAZ so: &#8222;In aller Bescheidenheit: Vermutlich war es damals leichter. In der jungen Bundesrepublik konnte jede politische Entscheidung das Land nach der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten nur besser machen. <!--more-->Heute beobachten wir sehr viel Angst vor Ver\u00e4nderungen. Viele im Land f\u00fcrchten, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen k\u00f6nnte. Ich stelle das ohne jede Larmoyanz fest, aber Adenauer konnte viele Dinge auch deshalb durchsetzen, weil die Bev\u00f6lkerung damit fast immer Hoffnungen verband und sich diese Hoffnungen ja auch sehr schnell erf\u00fcllt haben\u201c (1).<br \/>\n.<br \/>\nDiese Antwort zeigt das beachtliche Ausma\u00df an Ignoranz, \u00dcberheblichkeit, Einbildung und Realit\u00e4tsferne der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kanzler-richtlinienkompetenz\/\">Kanzlerschaft<\/a> von Friedrich Merz. Hat Merz noch nie etwas geh\u00f6rt von den f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse unvorstellbar heftigen Richtungsk\u00e4mpfen im Bonner Bundestag um die Einf\u00fchrung der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freie-marktwirtschaft\/\">freien Marktwirtschaft<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/bundeswehr\/\">Wiederbewaffnung<\/a> und den Beitritt zur <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/nato\/\">Nato<\/a>? Vom Mut, Lagerwahlk\u00e4mpfe zu f\u00fchren und eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/mitte\/\">Mitte-Rechts-Koalition<\/a> mit wirklich deftig rechten Parteien zu bilden? Dagegen sehen die Mut- und Saftlosigkeit sowie die Unbest\u00e4ndigkeit (was heute gesagt wurde, wird \u00fcbermorgen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/wahlbetrug\/\">widerrufen<\/a>) von Friedrich Merz \u00e4u\u00dferst blass aus.<\/p>\n<p>Merz wurde im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/regierung2025\/\">Fr\u00fchjahr 2025 gew\u00e4hlt<\/a> mit dem wiederholten Versprechen auf Beendigung der Massenmigration (durch \u00dcbernahme von AfD-Positionen), Verzicht von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staat\/staatsschulden2025\/\">Neuverschuldung<\/a> (Einhaltung der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staat\/staatsschulden2025\/schuldenbremse\/\">Schuldenbremse<\/a>), Neuordnung der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/asyl\/asylrecht\/\">Asylgesetzgebung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-aufarbeitung\/\">Aufarbeitung<\/a> von Corona-Unrecht und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/energiewende\/\">Energiewende<\/a> (Gas, Kernkraft). Der Bruch aller dieser zentraler Wahlversprechen machten ihn unglaubw\u00fcrdig &#8211; die Umfragewerte zeigen es. Adenauer hingegen versprach nicht allzuviel, sondern handelte und k\u00e4mpfte &#8211; auch gegen die planwirtschaftlichen Utopien der SPD.<br \/>\nAdenauer h\u00e4tte sich einen derartigen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/wahlbetrug\/\">Wahlbetrug<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/consent-of-the-governed\/vertrauen\/\">Vertrauensbruch<\/a> niemals erlauben k\u00f6nnen, seine Widersacher von der SPD h\u00e4tten ihn gnadenlos abgestraft &#8211; Kurt Schumacher h\u00e4tte ihn weggefegt. Denn in Bonn funktionierte der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/parlament\/parlamentarismus\/\">Parlamentarismus<\/a> noch.<\/p>\n<p>&#8222;Friedrich Merz, der Kanzler in schwierigerem Fahrwasser als Adenauer? Es ist wohl kaum notwendig auszuf\u00fchren, dass das Bl\u00f6dsinn ist&#8220; &#8211; so klar kommentiert Max Mannhart von Apollo-News (3) die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/arroganz\/\">Arroganz<\/a> von Friedrich Merz.<\/p>\n<p>Karlheinz Wei\u00dfmann spricht vom &#8222;qualitativen Abstand&#8220; (4) zwischen Kanzler Adenauer und Kanzler Merz. Adenauer bewegte sich durch Tr\u00fcmmerlandschaften und tat etwas dagegen. Auch Merz ist mit Tr\u00fcmmern &#8211; Deindustrialisierung, Energiemangel, sozialer Unfrieden, usw. &#8211; konfrontiert, tut aber wenig dagegen, au\u00dfer die Schuld irgendwelchen \u00e4u\u00dferen (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/putin\/\">Putin<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/usa-trump\/\">Trump<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/brics\/\">Brics<\/a>, &#8230;) und inneren Feinden (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/opposition\/\">Opposition<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/mittelstandsunternehmen\/\">Mittelstand<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/direkte-demokratie\/\">direkte Demokratie<\/a>, &#8230;) zuzuschieben.<br \/>\n.<br \/>\nWenn Friedrich Merz auf dem Niveau von Konrad Adenauer stehen w\u00fcrde, dann kann die Antwort des heutigen Bundeskanzlers im Oktober 2025 nur so lauten:<br \/>\n<em>&#8222;Die Frage, ob Adenauer es leichter hatte zu regieren, beantworte ich mit einem klaren &#8222;nein&#8220;. Als sechster CDU-Bundeskanzler habe ich es zum Gl\u00fcck leichter als der Erste, aber das Problem heute ist im Grunde das gleiche wie damals vor 76 Jahren:<br \/>\nKonrad Adenauer hat 9\/1949-10\/1963 die freie, soziale Marktwirtschaft gegen die sozialistische Planwirtschaft durchgesetzt &#8211; geleitet von der \u00dcberzeugung, da\u00df dezentral auf den Mittelstand gest\u00fctzte Entscheidungen \u00f6konomischer sind als zentrale Planungen. Diese \u00dcberzeugung hat sich bewahrheitet und gilt heute noch &#8211; auch f\u00fcr mich: Unser Regierungssystem ist &#8211; bei allen Erfordernissen zu Korrekturen &#8211; das beste weltweit. Kein anderes System hat es bislang vermocht, seinen B\u00fcrgern so lange Freiheit und Wohlstand zu gew\u00e4hren wie die im demokratischen Rechtsstaat eingebettete freie, soziale Marktwirtschaft. <\/em><br \/>\n<em>Deshalb ist es ab 2\/2025 ist es meine Aufgabe, der bereits fortgeschrittenen Erosion der Marktwirtschaft durch linke Wirtschaftspolitik Einhalt zu gebieten: Erhalt des Privateigentums, unternehmerische Freiheit, Pluralismus der Meinungen, Verteidigung der im Grundgesetz verbrieften Rechte der B\u00fcrger als Abwehrrechte gegen den \u00fcbergriffigen und zu sehr wachsenden Staat.<\/em><br \/>\n<em>Konrad Adenauer hat gek\u00e4mpft, um die Marktwirtschaft einzuf\u00fchren. Und ich, Friedrich Merz, werde daf\u00fcr k\u00e4mpfen, sie zu erhalten bzw. zu restituieren.&#8220;<\/p>\n<p><\/em>Wunschdenken, leider &#8230;.<br \/>\n24.10.2025<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Adenauer und Merz&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (4)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Merz im Interview: &#8222;\u201eWir wollen die st\u00e4rkste konventionelle Armee in Europa aufbauen\u201c<\/strong><br \/>\nBundeskanzler Friedrich Merz sieht das vorl\u00e4ufige Ende der regelbasierten Ordnung. Er spricht von Grenzen der Integration in Europa und setzt auf die Nationalstaaten.<br \/>\n.<br \/>\nHerr Bundeskanzler, als die CDU vor 80 Jahren gegr\u00fcndet wurde, lag Deutschland wirtschaftlich und moralisch am Boden, blickte aber mit Zuversicht nach vorn. Jetzt geht es uns relativ gut, aber wir gucken zunehmend bang in die Zukunft. In welcher Zeit ist es leichter zu regieren f\u00fcr einen Kanzler?<br \/>\n&#8230; Alles vom 17.10.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/merz-im-interview-wir-wollen-die-staerkste-konventionelle-armee-in-europa-aufbauen-110737192.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/merz-im-interview-wir-wollen-die-staerkste-konventionelle-armee-in-europa-aufbauen-110737192.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(2) F\u00fchrung aus Beton: Wie der Kanzler dem Land die Ver\u00e4nderung verweigert<\/strong><br \/>\nFriedrich Merz wollte die AfD halbieren, nun halbiert sie ihn. Seine Brandmauer steht f\u00fcr eine Partei, die Stabilit\u00e4t mit Stillstand verwechselt. Ein Kommentar.<br \/>\nenn Argumente fehlen, die Angst vor der \u00dcberforderung w\u00e4chst und das Vertrauen schwindet, hilft nur Abschottung. Oder in anderen Worten: eine Mauer. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sie an diesem Montag nicht errichtet, sondern mit Beton ausgegossen. Damit entspricht er dem Sinnbild eines Politikers, der Stabilit\u00e4t mit Stillstand verwechselt und einer klaren Leitlinie folgt: lieber einmauern, als das Land zu bewegen.<br \/>\n&#8230; Alels vom 21.10.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/merz-li.10001606\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/merz-li.10001606<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(3) Flucht der gro\u00dfen M\u00e4nner<\/strong><br \/>\nFriedrich Merz erkl\u00e4rt, er habe es schwerer als Konrad Adenauer. Das Herbeiphantasieren einer historischen Rolle ist der letzte argumentative Strohhalm dieser bisher vor allem belanglosen Koalition.<br \/>\nFriedrich Merz kann man beim Zusammenbrechen zusehen, in einem Absatz allein.<br \/>\nVon der FAZ wird er gefragt, ob es leichter w\u00e4re, heute zu regieren oder unter Konrad Adenauer. Daraufhin antwortet Merz: \u201eIn aller Bescheidenheit: Vermutlich war es damals leichter.<br \/>\nIn der jungen Bundesrepublik konnte jede politische Entscheidung das Land nach der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten nur besser machen. Heute beobachten wir sehr viel Angst vor Ver\u00e4nderungen. Viele im Land f\u00fcrchten, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen k\u00f6nnte. Ich stelle das ohne jede Larmoyanz fest, aber Adenauer konnte viele Dinge auch deshalb durchsetzen, weil die Bev\u00f6lkerung damit fast immer Hoffnungen verband und sich diese Hoffnungen ja auch sehr schnell erf\u00fcllt haben.\u201c<br \/>\nFriedrich Merz, der Kanzler in schwierigerem Fahrwasser als Adenauer? Es ist wohl kaum notwendig auszuf\u00fchren, dass das Bl\u00f6dsinn ist \u2013 dass Konrad Adenauer nahezu alle gro\u00dfen Programme seiner Amtszeit von der Westbindung bis zur Wiederbewaffnung gegen enormen, heute unvorstellbaren Gegenwind und gegen klare Mehrheiten in der Bev\u00f6lkerung durchgesetzt hat; dass das Wirtschaftswunder auf einem historischen Alleingang nahe am politischen Suizid von Ludwig Erhard basiert. Die Gesellschaft der Nachkriegszeit war weitaus perspektivloser, die Richtung, in die das Land steuerte, war weitaus unklarer \u2013 und das intellektuelle Format, das n\u00f6tig war, in diesen Wirren eine Vision zu entwickeln, war weitaus gr\u00f6\u00dfer. Heute ist eigentlich jedem recht klar, was passieren muss und wird \u2013 es tut nur keiner, aus Bequemlichkeit und aus Angst. Ironisch, dass ausgerechnet Friedrich Merz in seiner selbstmitleidigen Selbst\u00fcberh\u00f6hung die historische Leistung der ersten Generation der CDU derart kleinredet.<\/p>\n<p>Larmoyanz, das neue Lieblingswort von Merz, kann nat\u00fcrlich auch in dieser Ausf\u00fchrung nicht fehlen. Am Samstag wagt Merz dann den n\u00e4chsten Adenauer-Vergleich. Er schw\u00f6rt seine Partei auf die Brandmauer ein: \u201eDas ist eine Partei, die mit der Tradition von Konrad Adenauer brechen will\u201c. Ironisch, wenn man bedenkt, dass Adenauer die genannten gro\u00dfen Leistungen f\u00fcr Deutschland gerade deshalb erbringen konnte, weil er mit der SRP koalierte, einer Partei, die jedenfalls weit rechts der AfD stand. Er koalierte mit ihr, um eine Koalition mit der SPD zu vermeiden, die eben vor dem Godesberger-Programm und damit der Wandlung in die Mitte stand. Merz hingegen koaliert mit einer SPD, die, wenn man es genau nimmt, l\u00e4ngst auf dem Weg zur\u00fcck hinter das Godesberger Programm ist.<br \/>\nIronisch ist auch, dass Friedrich Merz das Statement einleitet mit den Worten: \u201eEs gibt zwischen der AfD und der CDU keine Gemeinsamkeiten\u201c. Das ist nat\u00fcrlich offensichtlicher Nonsens und ein Satz, der den ganzen Realit\u00e4tsverdr\u00e4ngungs-Marathon einf\u00e4ngt, unter dem dieses Land leidet.<br \/>\nDoch mit ewigen Spr\u00fccheklopfen wird sich die Schieflage im politischen System nicht beheben lassen. In Sachsen-Anhalt steht die AfD bei 40 Prozent \u2013 wie will man weitermachen? Man will warten, bis es zu sp\u00e4t ist, ganz einfach.<br \/>\nGanz nebenbei r\u00e4umt man dieser Tage dann aber noch auf unerkl\u00e4rliche Art und Weise die gro\u00dfen, traditionsreichen Linien der Union ab. Joachim \u201eJoe\u201c Wadephul meint etwa: \u201eEs waren Menschen aus der T\u00fcrkei, die das Wirtschaftswunder m\u00f6glich gemacht und Deutschland mit aufgebaut haben\u201c. Eine ahistorische Aussage, schlie\u00dflich war es objektiv gesehen einfach andersherum: Durch das Wirtschaftswunder entstanden so viele Arbeitspl\u00e4tze, dass man 1961 ein Anwerbeabkommen mit der T\u00fcrkei schloss. Das Wirtschaftswunder verdankt Deutschland ganz im Wesentlichen der pers\u00f6nlichen Lebensleistung von Ludwig Erhard.<\/p>\n<p>F\u00fcr Friedrich Merz ist die Flucht in eine verquere Betrachtung der Geschichte seine wenig erfolgversprechende Rettungsstrategie. Gleichsam versucht diese Regierung, ihrer relativ belanglosen und bis dato niemals mutigen Politik einen Nimbus des Historischen zu verleihen. Sei es Friedrich Merz, der hartn\u00e4ckig, aber ohne jeden Anflug eines Beweises behauptet, er h\u00e4tte die NATO gerettet, sei es ein B\u00fcrgergeld-Ref\u00f6rmchen, das man als neue Agenda 2010 verkaufen will, oder die Rhetorik, die den Eindruck erwecken will, diese Regierung sei die letzte Verteidigungslinie in der Sp\u00e4tphase einer neuen Weimarer Republik.<br \/>\nDoch an dieser Koalition ist bis dato rein gar nichts historisch, au\u00dfer ihrer Ignoranz. Es ist eine Koalition des Verschleppens und Vertagens, des fl\u00fcchtigen \u00dcbermalens und bestenfalls des Stopfens der offensichtlichsten Lecks. Die eigene \u00dcberh\u00f6hung entkoppelt diese Regierung nur weiter von der Realit\u00e4t \u2013 und mit ihrer Anma\u00dfung gegen\u00fcber den wirklich gro\u00dfen Figuren der CDU demontiert man sich selbst. Friedrich Merz sehnt sich nach der eigenen Gr\u00f6\u00dfe vor der Geschichte \u2013 die wenigsten gro\u00dfen M\u00e4nner haben ihre Gr\u00f6\u00dfe allerdings auf der Flucht gefunden.<br \/>\n&#8230; Alles vom 19.10.2025 von Max Mannhart bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/apollo-news.net\/flucht-der-groen-mnner\/\">https:\/\/apollo-news.net\/flucht-der-groen-mnner\/<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(4) Merz und Adenauer: &#8222;der qualitative Abstand&#8220;<\/strong><br \/>\nDer Kanzler hat zu Beginn eines Interviews (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. Oktober) in \u201ealler Bescheidenheit\u201c festgestellt, da\u00df es sein Amtsvorg\u00e4nger Adenauer in der unmittelbaren Nachkriegszeit \u201eleichter\u201c hatte als er. Denn in \u201eder jungen Bundesrepublik konnte jede politische Entscheidung das Land nach der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten nur besser machen. [\u2026]<br \/>\nAdenauer konnte viele Dinge auch deshalb durchsetzen, weil die Bev\u00f6lkerung damit fast immer Hoffnungen verband und sich diese Hoffnungen ja auch sehr schnell erf\u00fcllt haben. Nehmen Sie schon zuvor die W\u00e4hrungsreform: Innerhalb von wenigen Tagen waren die Gesch\u00e4fte voll. Die Politik konnte Grundsatzentscheidungen treffen, da lag ein wei\u00dfes Blatt Papier vor ihnen. Vor mir liegt heute kein wei\u00dfes Blatt Papier. Wir haben es in Teilen mit einer blockierten Republik zu tun.\u201c<br \/>\nWas Merz hier zur Nachkriegsgeschichte vortr\u00e4gt, ist noch gr\u00f6\u00dferer Unsinn als die Aussage des Au\u00dfenministers zum Thema \u201eWiederaufbau\u201c durch t\u00fcrkische Gastarbeiter. Der Gedanke jedenfalls, da\u00df W\u00e4hrungsreform und zukunftsfrohe Bev\u00f6lkerung einst daf\u00fcr sorgten, da\u00df sich die Dinge mehr oder weniger von selbst regelten, ist absurd. Deutschland war zu Zeiten Adenauers durch einen Krieg verw\u00fcstet, die \u00fcberlebende Bev\u00f6lkerung zum Teil vertrieben, deportiert, immer noch in Gefangenschaft, der verbliebene Rest des Staatsgebiets geteilt, die Bundesrepublik permanent vom Osten bedroht. Es bestand ein au\u00dferordentlich kostspieliges Besatzungsregime, die W\u00e4hrungsreform brachte keineswegs sofort den Wirtschaftsaufschwung.<br \/>\nVielmehr hatte das erste Kabinett Adenauer mit steigenden Preisen und steigenden Arbeitslosenzahlen zu k\u00e4mpfen, und der Kanzler hielt es keineswegs f\u00fcr ausgeschlossen, da\u00df man ihn in n\u00e4herer Zukunft als \u201eKollaborateur\u201c der Siegerm\u00e4chte aus dem Amt jagen w\u00fcrde (Schumachers Vorwurf, er sei kein \u201eKanzler der Deutschen\u201c, sondern ein \u201eKanzler der Alliierten\u201c, kam ja nicht von ungef\u00e4hr). Ein so schimpfliches Schicksal ist ihm erspart geblieben, aber allein die M\u00f6glichkeit zeigt, wie gro\u00df der qualitative Abstand zwischen der Situation, in der sich Merz befindet, und der Situation, in der sich Adenauer befand, gewesen ist.<br \/>\n&#8230; Alles vom 24.10.2025 von Karlheinz Wei\u00dfmann bitte lesen ain der JF 44\/25, Seite 15<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es heute oder unter Konrad Adenauer leichter zu regieren? Friedrich Merz antwortete auf diese Frage in der FAZ so: &#8222;In aller Bescheidenheit: Vermutlich war es damals leichter. 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