{"id":139086,"date":"2025-09-15T22:10:55","date_gmt":"2025-09-15T20:10:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=139086"},"modified":"2025-09-17T08:31:16","modified_gmt":"2025-09-17T06:31:16","slug":"kriegstuechtig-waffen-motivation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kriegstuechtig-waffen-motivation\/","title":{"rendered":"kriegst\u00fcchtig: Waffen Motivation"},"content":{"rendered":"<p>Bislang galt es, die nationale <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/souveraenitaet\/\">Souver\u00e4nit\u00e4t<\/a> Deutschlands zu verteidigen. Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/bundeswehr\/\">Bundeswehr<\/a> mu\u00df die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/verteidigung\/\">Verteidigungsbereitschaft<\/a> sichern, innerhalb der eigenen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/kontrollierte-grenzen\/\">Grenzen<\/a>. Durch &#8222;B\u00fcrger in Uniform&#8220; gem\u00e4\u00df den Wehrplicht-Prinzipien der &#8222;Inneren F\u00fchrung&#8220;. Nun ersetzt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) <!--more-->die Verteidigungsbereitschaft durch den Begriff der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegstuechtig\/\">Kriegst\u00fcchtigkeit<\/a>. Das ist korrekt, denn staatliche Selbstbehauptung impliziert Kriegst\u00fcchtigkeit.<br \/>\n.<br \/>\n<em>I. Die Waffen<\/em><br \/>\nKriegst\u00fcchtigkeit erfordert <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/waffen\/\">Waffen<\/a>. Im Beitrag &#8222;Viele K\u00f6pfe, wenig K\u00e4mpfer&#8220; (Tumult-magazine.net, Herbst 2025, S. 78-82) zeigt Bundeswehr-Major a.D. Reiner Fink ein desolates Bild zur geplanten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/nachruestung\/\">Nachr\u00fcstung<\/a> der Bundeswehr.<br \/>\nHier einige Stichworte:<br \/>\n&#8222;In den Jahren 2001 &#8211; 2024 sank die Anzahl der Kampflugzeuge von 423 auf 226 (-47%), die der Kampfpanzer von 2.398 auf 339 (-86%)&#8220;.<br \/>\n&#8222;Bestandsniveau erreichen dauert bei Kampfflugzeugen bis 2038, bei Kampfpanzern bis 2066 und bei Artilleriegesch\u00fctzen bis 2121 (!)&#8220;.<br \/>\n&#8222;Kosten der Panzer Leopard 2A8 ca 50 Milliarden Euro&#8220; insgesamt, allein zur Nachr\u00fcstung des Bestands.<br \/>\n&#8222;Leichtes Fahrzeug Caracal auf Plattform der Mercedes G-Klasse bei St\u00fcckkosten von 620.000 Euro. Zur Freude von Rheinmetall und deren Aktion\u00e4ren. Die Steuerzahler wundern sich \u00fcber solche Mondpreise&#8220;.<br \/>\n&#8222;Nach YouGov-Umfrage sind lediglich 11 Prozent der Deutschen bereit, ihr Land mit der Waffe zu verteidigen, w\u00e4hrend 24 Prozent die Absicht \u00e4u\u00dferten, das Land im Falle eines Krieges zu verlassen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Pistorius versetzt kritische Geister in den Ruhestand, und seine Pl\u00e4ne f\u00fcr den Umbau des Ministeriums lassen die Verkopfung st\u00e4rker werden und schw\u00e4chen den kritischen, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/militarismus\/\">milit\u00e4rischen Sachverstand<\/a>&#8222;.<br \/>\nEnde Stichworte.<br \/>\nDiese Kosten der geforderten Nachr\u00fcstung erreichen schwindelerregende H\u00f6hen und \u00fcbersteigen alle Vorstellungen.<br \/>\n.<br \/>\n<em>II. Die Soldaten<\/em><br \/>\nKriegst\u00fcchtigkeit erfordert neben Waffen auch technische F\u00e4higkeiten und psychisch-moralische Eigenschaften.<br \/>\nLetztere wurden der jungen Generation \u00fcber viele Jahre hinweg abtrainiert.\u00a0 Alles was mit Milit\u00e4r, Armee, Soldat usw. zu tun hat, wurde regelrecht verteufelt. Man singt &#8222;Nein, meine S\u00f6hne geb&#8216; ich nicht&#8220; von Reinhard Mey und &#8222;Es ist an der Zeit&#8220; von Hannes Wader. Wie soll man nun wehrlose Weicheier pl\u00f6tzlich zu harten Soldaten machen, wo derlei M\u00e4nnlichkeit doch jahrzehntelang als toxisch gebrandmarkt wurde? Und &#8211; ist dies \u00fcberhaupt erstrebenswert? Wird die junge Generation durch derlei pl\u00f6tzlich von oben ausgesprochene Umorientierung nicht komplett verunsichert?<\/p>\n<p>Damit kommt man zur Frage &#8222;Was verteidigen und wozu?&#8220;. Wehrmotiv und Kampfmoral? Der Fahneneid lautet: <em>&#8222;Ich schw\u00f6re, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.\u201c <\/em>F\u00fcr welches Deutschland sollen die Jungen k\u00e4mpfen? Und f\u00fcr welches deutsche Volk? Darf man das Wort &#8222;Volk&#8220; \u00fcberhaupt noch sagen? Sterben f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/\">Grundgesetz<\/a>?<br \/>\n.<br \/>\n<em>III. Die Eliten<\/em><br \/>\nWo sind die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/eliten\/\">Eliten<\/a>, die eine so rasch dahergesagte Zielsetzung namens Kriegsbereitschaft auch umsetzen? &#8222;Wir haben keine Eliten, die zu n\u00fcchternen Lagebeschreibungen, zu strategischem Denken und Abw\u00e4gung der eigenen, der deutschen Interessen in der Lage sind. Die heute f\u00fcr Kriegst\u00fcchtigkeit eintreten und sich in der Diskussion \u00fcber den Ukraine-Krieg als Falken bet\u00e4tigen, hielten Deutschland in den Jahren, als die Bahn noch p\u00fcnktlich fuhr und die Freib\u00e4der Oasen der Erholung waren, oftmals f\u00fcr \u201ezum Kotzen\u201c und geh\u00f6rten der \u201eSoldaten sind M\u00f6rder\u201c-Fraktion an&#8220; &#8211; so Thorsten Hinz in &#8222;Genug gestorben! Wehrpflichtdebatte &#8211; die Kriegst\u00fcchtigkeit der Selbstabwickler&#8220; (Anlage (1) unten).<br \/>\nIn England hat William Prince of Wales in der Armee gedient &#8211; Elite als Vorbild. Und wo bleiben die deutschen Eliten. Was hat z.B. das Wirtschafts-Elitenmitglied Robert Habeck mit seinem Vaterland zum Kotzen gemeint?<br \/>\n.<br \/>\n<em>III. Kriegswirtschaft<\/em><br \/>\nIn Deutschland wurde die Kriegsbereitschaft bislang prim\u00e4r unter dem Aspekt der Waffentechnologie und der Finanzierung diskutiert. Kriegswirtschaft hei\u00dft das neue und so altbekannte Zauberwort. Derzeit kostet die Bundeswehr 62,4 Mrd Euro im Jahr. Ab 2029 sollen 3,5 Prozent des BIP zur Verf\u00fcgung stehen. Dazu kommen all die oben erw\u00e4hnten\u00a0 Zusatzausgaben zur Ert\u00fcchtigung der Armee. Doch die Finanzen sind wahrscheinlich noch das kleinere Problem.<br \/>\nDenn: Die Soldaten und die Eliten fehlen. Angesichts dessen stellt die intendierte Kriegst\u00fcchtigkeit ein zus\u00e4tzliches Sicherheitsrisiko f\u00fcr Deutschland dar. Kann diese nicht f\u00fcr alles M\u00f6gliche in Dienst genommen und somit mi\u00dfbraucht werden? Soldaten nach Mali und sonstwo? Soldaten im Einsatz gegen Demonstrationen?<br \/>\n.<br \/>\n<em>IV. Migration\u00a0<\/em><br \/>\nZur Massenmigration seit 2015 zitiert Hinz in (1) einen Text aus DIE WELT: &#8222;Michael, Ulf und Hannes k\u00e4mpfen an der Ostfront oder sonstwo f\u00fcr \u201eUnsere Demokratie\u201c, w\u00e4hrend ihre schutzlos zu Hause gelassenen Frauen, Freundinnen und T\u00f6chter im Freibad von Ali, Karim und Omar sich unfreiwillig bespa\u00dfen lassen m\u00fcssen.<br \/>\nMan kann die Szene weiterspinnen: Die Eltern von Michael, Ulf und Hannes werden aus ihren kommunalen Wohnungen gewiesen, um Platz zu schaffen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus den Kriegsgebieten, in denen ihre S\u00f6hne gerade t\u00e4tig sind. Und falls Michael, Ulf und Hannes den Heldentod sterben, k\u00f6nnen Ali, Omar und Karim in ihre Position einr\u00fccken. Das w\u00e4re der Stoff f\u00fcr eine Neufassung der Euripides-Trag\u00f6die \u201eDie Troerinnen\u201c, die mit der Verlosung der trojanischen Kriegswitwen unter den griechischen Siegern beginnt.&#8220;<br \/>\nDies mag \u00fcberspitzt formuliert erscheinen. Gleichwohl ist zu fragen, warum das Problem der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-kriminalitaet\/\">Migration<\/a> bei den Diskussionen um die Kriegst\u00fcchtigkeit und die Aufr\u00fcstung der Bundeswehr komplett ausgeklammert wird.<br \/>\n.<br \/>\nHinsichtlich Waffentechnologie (Aufr\u00fcstung Bundeswehr) wie auch Manpower (Wehrmotivation und Kampfmoral) ist eine umfassende und ehrliche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/diskussion\/\">Diskussion<\/a> erforderlich. &#8222;Kriegst\u00fcchtigkeit in einem Staat, der sich im Zustand der Unzurechungsf\u00e4higkeit befindet und seine Selbstabwicklung betreibt, kann \u00fcber die zwangsweise Beteiligten nur Ungl\u00fcck bringen&#8220; (1).<br \/>\n.<br \/>\n\u201e<em><strong>Die Forderung nach Kriegst\u00fcchtigkeit versperrt den Weg zur Friedensf\u00e4higkeit<\/strong><strong>, die in einer immer bellizistischer werdenden Welt \u00fcberlebenswichtig wird<\/strong><\/em> \u201c \u2013 so der Freiburger Gernot Erler (81, SPD) als einer der Macher des SPD-Manifests <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/spd-manifest-friedenssicherung\/\">\u201eFriedenssicherung in Europa\u201c<\/a> vom 11.6.2025. Mehr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/spd-manifest-friedenssicherung\/\">hier<\/a>.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Fazit<\/em><br \/>\nKriegst\u00fcchtigkeit im Sinne der bisherigen Verteidigungsbereitschaft ist notwendig zum Erhalt der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t und Schutz der Grenzen. Kriegst\u00fcchtigkeit im Sinne der von Regierung geforderten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/nachruestung\/\">Nachr\u00fcstung<\/a> der Bundeswehr ist unrealistisch, da neben den finanziellen Mitteln vor allem die Soldaten und Eliten fehlen.\u00a0 Zudem w\u00fcrde sie die zwangsweise Umstellung der Volkswirtschaft auf <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/kriegswirtschaft\/\">Kriegswirtschaft<\/a> beinhalten, f\u00fcr die das Volk zuvor konkret im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/\">Parlament<\/a> oder direkt per B\u00fcrgerentscheid zu befragen ist.<\/p>\n<p>Es hat den Anschein, da\u00df die Debatte um Kriegswirtschaft und \u00e4u\u00dferen Feind (&#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/\">Russen<\/a> vor Berlin&#8220;) der Regierung zur Ablenkung von den gro\u00dfen Problemen im Inneren des Landes wie Migration, Deindustrialisierung usw. dient. Bundeskanzler Friedrich Merz f\u00e4hrt eben lieber in die USA (D als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/untertan\/\">gef\u00fcgiger<\/a> Untertan der USA) oder nach Br\u00fcssel (D als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/groessenwahn\/\">gr\u00f6ssenwahnsinniger<\/a> Financier der EU) als nach Duisburg oder Gelsenkirchen (D Realit\u00e4t: Merz m\u00f6ge als Frau verkleidet und ohne Bodygard dort mal abends spazieren gehen). Aber die gravierenden innenpolitischen Probleme t\u00fcrmen sich in Deutschland auf und m\u00fcssen zuerst gel\u00f6st werden.<br \/>\nAn der Errichtung einer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/europa-interessen\/\">gesamteurop\u00e4ischen<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/europa-kulturkreis\/\">Sicherheits- und Friedensordnung<\/a> von Lissabon bis zum Wladiwostok kommt niemand vorbei. Dies mu\u00df &#8211; in Ankn\u00fcpfung an die von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/europa-als-friedensmacht\/\">Willy Brandt<\/a> initiierte und weiterhin g\u00fcltige <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/entspannungspolitik\/\">Entspannungspolitik<\/a> &#8211; vorrangiges Ziel der deutschen Politik und vor allem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/diplomatie\/\">Diplomatie<\/a> sein. Aber wo sind die deutschen Diplomaten? Wo sind die deutschen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/pazifismus\/\">pazifistischen<\/a> Eliten bzw. Kulturbeflissenen? Entweder sie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/schweigen\/\">schweigen<\/a> oder es gibt sie nicht mehr. Dabei ist Diplomatie das Gebot der Stunde.<br \/>\nWas n\u00fctzt es, wenn wir jetzt f\u00fcr 50 Milliarden Euro neue Leopard-Kampfpanzer bestellen, die dann fr\u00fchestens im Jahr 2066 (siehe oben) &#8211; also in \u00fcber 20 Jahren &#8211; einsatzbereit w\u00e4ren? Wir m\u00fcssen jetzt sofort eine diplomatische <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/pazifismus\/\">Friedensoffensive<\/a> starten. Deshalb gilt: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/friedensfaehig\/\">Friedenst\u00fcchtigkeit<\/a> vor Kriegst\u00fcchtigkeit.<br \/>\n15.9.2025<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;kriegst\u00fcchtig: Waffen Motivation&#8220;<br \/>\n=============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (2)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Wehrpflichtdebatte: Die Kriegst\u00fcchtigkeit der Selbstabwickler<\/strong><br \/>\n<strong>Genug gestorben!<br \/>\n<\/strong>von Thorsten Hinz<\/p>\n<p>Nicht mehr blo\u00df abwehr- und verteidigungsbereit sollen die Deutschen sein, sogar kriegst\u00fcchtig sollen sie werden. Der Verteidigungsminister h\u00f6chstselbst hat diese Vokabel, die lange Zeit in Acht und Bann stand, in Umlauf gebracht. Ihr Gebrauch ist so banal wie bemerkenswert. Das Wort ist banal, weil ein Land, das sich behaupten, sich verteidigen, Feinde abwehren will, f\u00e4hig sein mu\u00df, kriegerische Angriffe mit gleichen Mitteln zur\u00fcckzuweisen oder \u2013 besser noch \u2013 potentielle Angreifer mit milit\u00e4rischer St\u00e4rke so zu beeindrucken, da\u00df sie gar keinen Angriff wagen.<br \/>\n<em><strong>Insofern ist die Kriegst\u00fcchtigkeit eine notwendige Funktion staatlicher Selbstbehauptung. Die Entschlossenheit, die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und die eigene politische Existenz zu verteidigen, definiert ihren Zweck.<\/strong> <\/em>Diese schlichte Erkenntnis hat man lange verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Die \u201ewertebasierte Au\u00dfenpolitik\u201c, die statt um Interessen und Einflu\u00dfsph\u00e4ren ausschlie\u00dflich um die Verwirklichung hehrer Ideale ringt und auf die Demonstration milit\u00e4rischer St\u00e4rke verzichten kann, war von Anfang an eine Chim\u00e4re und zeugte von Realit\u00e4tsverlust. Ihr noch das pinkfarbene Kleid des Feminismus \u00fcberzustreifen, war glatter Wahnsinn.<br \/>\nEs w\u00e4re ja sch\u00f6n, wenn der Abschied davon auf der Einsicht beruhte, da\u00df in den internationalen Beziehungen einerseits das Recht des St\u00e4rkeren wirksam ist, man andererseits das V\u00f6lkerrecht nicht f\u00fcr g\u00e4nzlich obsolet erkl\u00e4ren darf. Deutschland als eine im Abstieg begriffene Mittelmacht h\u00e4tte davon keinen Gewinn. Um aber effektiv auf sein Recht pochen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man Macht \u2013 und dazu geh\u00f6rt auch die Wehrhaftigkeit. Nur ist unsere politische Klasse unf\u00e4hig und unwillig, deutsche Interessen zu vertreten. Ihre Aktivit\u00e4ten f\u00fchren regelm\u00e4\u00dfig zu deren Besch\u00e4digung.<br \/>\nDas l\u00e4\u00dft bef\u00fcrchten, da\u00df die Verteidigung des eigenen Landes nicht der einzige, ja nicht einmal der Hauptzweck der geforderten Kriegst\u00fcchtigkeit ist. Von dieser ultimativen Zweckbestimmung abgel\u00f6st und als Prim\u00e4rtugend isoliert und hervorgehoben, kann die Kriegst\u00fcchtigkeit f\u00fcr alles M\u00f6gliche in Dienst genommen und mi\u00dfbraucht werden. Das sollte jeder, der jetzt die Wehrpflicht fordert, bedenken.<br \/>\nWehrhaftigkeit und Kriegst\u00fcchtigkeit ersch\u00f6pfen sich nicht in der Verf\u00fcgung \u00fcber moderne Waffen. Es braucht neben technischen F\u00e4higkeiten auch psychische und moralische Eigenschaften: Disziplin, die Bereitschaft, sich unterzuordnen, k\u00f6rperliche und seelische Belastbarkeit \u2013 vulgo: H\u00e4rte \u2013, Kameradschaftlichkeit, Entschlu\u00dfkraft; im Extremfall auch Skrupellosigkeit, n\u00e4mlich die Bereitschaft zu t\u00f6ten. Das sind Eigenschaften, die eben noch als \u201etoxische M\u00e4nnlichkeit\u201c verteufelt und der nachwachsenden Generation in Deutschland abtrainiert wurden. Nur eine Kulturrevolution k\u00f6nnte diese Entwicklung eventuell umkehren.<\/p>\n<p>Damit kommt man zu der Frage nach der Kampfmoral beziehungsweise dem Wehrmotiv: Wof\u00fcr soll der deutsche Soldat sein Leben riskieren? W\u00e4hrend der Friedensbewegung in den 1980er Jahren machte der S\u00e4nger Hannes Wader das Lied \u201eEs ist an der Zeit\u201c popul\u00e4r. Darin sinniert der S\u00e4nger auf einem Soldatenfriedhof in der Champagne am Grab eines 18j\u00e4hrigen, namenlosen, 1916 gefallenen Soldaten: \u201eJa, auch Dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es mit uns heute immer noch tun. Und Du hast ihnen alles gegeben: Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.\u201c Noch einmal die Frage: Wof\u00fcr sollen heute deutsche Soldaten ihre Jugend, ihre Kraft, ihr Leben \u2013 also alles, was sie haben \u2013 hergeben?<br \/>\nIm offiziellen Internet-Auftritt der Bundeswehr hei\u00dft es: \u201eWir. Dienen. Deutschland.\u201c Der Fahneneid wird noch deutlicher: \u201eIch schw\u00f6re, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.\u201c Doch alles f\u00fcr Deutschland zu geben, das w\u00e4re SA- und Nazi-Sprache und damit ein Fall f\u00fcr die emp\u00f6rungsbereiten Medien, f\u00fcr den Milit\u00e4rischen Abschirmdienst, f\u00fcr den Staatsanwalt.<br \/>\nAber gut, es geht heute um kein metaphysisches, kein heiliges Deutschland, nicht mehr um H\u00f6lderlins \u201eO heilig Herz der V\u00f6lker, o Vaterland! Allduldend, gleich der schweigend Mutter Erd\u2018\u201c, nicht um das von den Nazis verdorbene Deutschland, in dem \u201eF\u00fcr F\u00fchrer, Volk und Vaterland\u201c gestorben wurde, sondern f\u00fcr das neue, das beste Deutschland aller Zeiten, das Bundesrepublik hei\u00dft und dessen Identit\u00e4t vom Grundgesetz bestimmt wird.<br \/>\nSterben also f\u00fcr das Grundgesetz? Doch f\u00fcr welches? F\u00fcr dasjenige, aus dem der unerm\u00fcdliche Inlandsgeheimdienst im Wochentakt ein neues verfassungsfeindliches Delikt unterhalb der Strafbarkeitsgrenze extrahiert? Die Grenzen dieses grundgesetzlich definierten Deutschlands lassen sich laut Ex-Kanzlerin \u00fcberhaupt nicht sch\u00fctzen, womit ein Kernelement des Staates \u2013 das Territorium \u2013 und mit ihm logischerweise auch gro\u00dfe St\u00fccke vom Recht und der Freiheit des deutschen Volkes aufgegeben wurden.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr die innere Sicherheit, die Sozialsysteme, den Wohnungsmarkt, das Bildungs- und das kulturelle Niveau, f\u00fcr den Zustand des allt\u00e4glichen Lebensumfeldes sind bekannt. Im Grundgesetz-Deutschland k\u00f6nnen Personen mit Migrationshintergrund eine eigenst\u00e4ndige deutsche Kultur bestreiten \u2013 wie anders dagegen die Kultur der T\u00fcrkei! \u2013 oder die Deutschen als \u201eKartoffeln\u201c verh\u00f6hnen und werden daf\u00fcr mit Staats\u00e4mtern belohnt.<br \/>\nKriegst\u00fcchtig werden f\u00fcr das Recht der Wehrfl\u00fcchtigen aus der Ukraine? F\u00fcr die Freiheit der eingeb\u00fcrgerten Kalifat-Anh\u00e4nger, die offen bekennen, da\u00df sie einen Gottesstaat in Deutschland f\u00fcr die beste L\u00f6sung halten, was \u00fcbrigens die Abschaffung des Grundgesetzes impliziert. Die zwar Staatsb\u00fcrger sind, aber keine Kameraden sein k\u00f6nnen, weil niemand wei\u00df, gegen wen sie im Ernstfall ihre Waffen richten w\u00fcrden, sollte es der Regierung einfallen, Deutschlands Freiheit im Osten oder wieder mal am Hindukusch verteidigen zu lassen.<br \/>\nBetroffen w\u00e4re vor allem der m\u00e4nnliche Teil der d\u00fcnnen biodeutschen Alterskohorten, die den Laden wirtschaftlich am Laufen halten, immer h\u00f6here Sozial- und Steuerlasten schultern, das B\u00fcrgergeld f\u00fcr den nicht endenden Strom der Zuwanderer erarbeiten sollen. Zu guter Letzt sollen sie f\u00fcr die sch\u00f6ne neue Welt, die ihnen die Politik offeriert, am Ende noch ihr Leben einsetzen.<br \/>\nUnd was ist mit den AfDlern und all den anderen, die als \u201eRechte\u201c kenntlich gemacht worden sind und denen man heute als potentielle Gef\u00e4hrder \u201eUnserer Demokratie\u201c die Waffen abnimmt? Gelten sie als wehrunw\u00fcrdig? Oder werden sie im Kriegsfall zur Bew\u00e4hrung in Strafbataillone gesteckt und in Himmelfahrtskommandos verheizt? So viele offene Fragen gibt es.<br \/>\nDer Krieg ist die \u00e4u\u00dferste Form der Feindschaft. Die eigene Todesbereitschaft und die Entschlossenheit, Menschen auf der anderen Seite zu t\u00f6ten, kann nur, so Carl Schmitt, \u201eaus der seinsm\u00e4\u00dfigen Behauptung der eigenen Existenzform gegen\u00fcber einer ebenso seinsm\u00e4\u00dfigen Verneinung dieser Form\u201c gerechtfertigt werden. Eine solche Verneinung w\u00e4re zum Beispiel das Kalifat, dessen Anh\u00e4nger in Deutschland jedoch als in die deliberative Demokratie eingemeindet gelten, solange sie nicht zum gewaltsamen Umsturz aufrufen. Etwas anderes zu behaupten, w\u00e4re islam- und damit verfassungsfeindlich, was nur zeigt, wie biegsam die \u201eWerte\u201c sind, die die Verfassungssch\u00fctzer zu verteidigen vorgeben. In deren Namen junge Menschen zum Sterben auszuschicken, w\u00e4re nach Carl Schmitt ein \u201emanifester Betrug\u201c.<br \/>\nAm Anfang m\u00fcssen die politische Kompetenz und intellektuelle Bef\u00e4higung stehen, seine Feinde eigenst\u00e4ndig zu identifizieren. \u201eL\u00e4\u00dft (ein Volk) sich von einem Fremden vorschreiben, wer sein Feind ist und gegen wen es k\u00e4mpfen darf oder nicht, so ist es kein politisch freies Volk mehr und einem anderen System ein- oder untergeordnet\u201c, schrieb Carl Schmitt. Seine Soldaten sind dann System-S\u00f6ldner.<\/p>\n<p>Heute ist noch weniger Verla\u00df auf die Bef\u00e4higung unseres politisch-medialen Komplexes. Es ist eine schauerliche Vorstellung, da\u00df die Entscheidung \u00fcber Milit\u00e4reins\u00e4tze und \u00fcber das Leben deutscher Soldaten in den H\u00e4nden ihrer Vertreter liegt. Anders gesagt: Wir haben keine Eliten, die zu n\u00fcchternen Lagebeschreibungen, zu strategischem Denken und Abw\u00e4gung der eigenen, der deutschen Interessen in der Lage sind. Die heute f\u00fcr Kriegst\u00fcchtigkeit eintreten und sich in der Diskussion \u00fcber den Ukraine-Krieg als Falken bet\u00e4tigen, hielten Deutschland in den Jahren, als die Bahn noch p\u00fcnktlich fuhr und die Freib\u00e4der Oasen der Erholung waren, oftmals f\u00fcr \u201ezum Kotzen\u201c und geh\u00f6rten der \u201eSoldaten sind M\u00f6rder\u201c-Fraktion an.<br \/>\nDie Berufung gleich dreier inkompetenter Damen \u2013 Ursula von der Leyen, Annegret Kramp-Karrenbauer, Christine Lambrecht \u2013 an die Spitze des Verteidigungsministeriums war eine glatte Verh\u00f6hnung des Soldatentums und eine Absage an eine vernunftgesteuerte Sicherheits- und Au\u00dfenpolitik. Der aktuelle Minister Pistorius ist bef\u00e4higter, doch einem Helmut Schmidt kann er nicht das Wasser reichen. Der h\u00e4tte niemals vor dem Berliner Bendlerblock die Regenbogenflagge hissen lassen.<br \/>\nAngesichts dieser Verwirrung wird die angestrebte Kriegst\u00fcchtigkeit zu einem zus\u00e4tzlichen Sicherheitsrisiko f\u00fcr Deutschland. Was haben die bisherigen Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr seit 1992 \u2013 auf dem Balkan, in Mali, Niger, S\u00fcdsudan und Afghanistan \u2013 uns \u00fcberhaupt eingebracht au\u00dfer 119 Gefallenen, zahlreichen Verwundeten, dauerhaft Gesch\u00e4digten und Traumatisierten? Wir haben nun den Hindukusch in unseren St\u00e4dten; die afghanische Diaspora in Deutschland ist eine der gr\u00f6\u00dften weltweit und n\u00e4hert sich der halben Million.<br \/>\nDer gesch\u00e4tzte Althistoriker Egon Flaig hat in verschiedenen Medien den Mangel an Wehrwillen und Opferbereitschaft der Deutschen kritisiert. In der \u201eKulturzeit\u201c des Senders 3sat erkl\u00e4rte er: \u201eDie Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, das hei\u00dft als Mitglieder des Gemeinwesens, die eventuell geopfert werden f\u00fcr das Gemeinwesen, die geopfert werden f\u00fcr die Aufrechterhaltung unseres Lebens, so, wie wir es weiterpflegen wollen \u2013 dieser Wille, dieses Opfer auch bringen zu wollen, ist ein Schmerzliches.\u201c<br \/>\nNun, \u201e(unser) Leben, so, wie wir es weiterpflegen wollen\u201c, gibt es nicht mehr. Es wird geradezu \u201eseinsm\u00e4\u00dfig\u201c verneint von einer politischen Klasse, die einerseits Kriegst\u00fcchtigkeit und Abwehrbereitschaft fordert und andererseits jede Woche ein neues trojanisches Pferd in die Stadt einl\u00e4\u00dft.<br \/>\nFlaigs Formulierung \u201egeopfert werden\u201c dr\u00fcckt en passant eine d\u00fcstere Wahrheit aus: Der soldatische Opfertod f\u00fcr ein \u201eGemeinwesen\u201c, das von seinen Eliten aufgegeben wurde und seine Selbstabwicklung betreibt, w\u00e4re auf der kollektiven wie individuellen Ebene ein finaler Entfremdungsakt \u2013 der tragische Schlu\u00dfpunkt geschichtlicher, kultureller, politischer Selbstaufgabe.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlich kampflustigen Text in der Welt hatte ein Leser in der Kommentarfunktion sinngem\u00e4\u00df wie folgt persifliert:<br \/>\nMichael, Ulf und Hannes k\u00e4mpfen an der Ostfront oder sonstwo f\u00fcr \u201eUnsere Demokratie\u201c, w\u00e4hrend ihre schutzlos zu Hause gelassenen Frauen, Freundinnen und T\u00f6chter im Freibad von Ali, Karim und Omar sich unfreiwillig bespa\u00dfen lassen m\u00fcssen.<br \/>\nMan kann die Szene weiterspinnen: Die Eltern von Michael, Ulf und Hannes werden aus ihren kommunalen Wohnungen gewiesen, um Platz zu schaffen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus den Kriegsgebieten, in denen ihre S\u00f6hne gerade t\u00e4tig sind. Und falls Michael, Ulf und Hannes den Heldentod sterben, k\u00f6nnen Ali, Omar und Karim in ihre Position einr\u00fccken. Das w\u00e4re der Stoff f\u00fcr eine Neufassung der Euripides-Trag\u00f6die \u201eDie Troerinnen\u201c, die mit der Verlosung der trojanischen Kriegswitwen unter den griechischen Siegern beginnt.<br \/>\nDie Frage, die H\u00f6lderlin im \u201eGesang des Deutschen\u201c aufwarf, st\u00f6\u00dft im Grundgesetz-Deutschland genauso bitter auf wie vor 225 Jahren: \u201eWo ist dein Delos, wo dein Olympia, Da\u00df wir uns alle finden am h\u00f6chsten Fest? Doch wie err\u00e4t der Sohn, was du den Deinen, Unsterbliche, l\u00e4ngst bereitest?\u201c Die Insel Delos war f\u00fcr die Griechen ein mythischer Ort, nach der \u00dcberlieferung wurden hier Apollon und Artemis geboren. Sie beherbergte neben Delphi den ber\u00fchmtesten Apollonkult Griechenlands.<br \/>\nWo w\u00e4re das deutsche Delos, die spirituelle Mitte, wo die Toten der grundgesetzdeutschen Kriegst\u00fcchtigkeit die posthume Ehre erfahren w\u00fcrden, die ihnen geb\u00fchrte? Im Schinkelbau der Neuen Wache in Berlin, der Zentralen Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft etwa? Wohl kaum. Vor dem geistigen Auge sieht man unwissende, ungediente Entscheidungstr\u00e4ger, die mit aufgesetzter Betroffenheitsmiene Kr\u00e4nze niederlegen, w\u00e4hrend drau\u00dfen das Antifa-Gebr\u00fcll \u201eDeutsche T\u00e4ter \u2013 keine Opfer\u201c erschallt und Dragqueens die Regenbogen-Polonaise tanzen. Besser also, wenn man sich an das Lied von Reinhard Mey aus dem Jahr 1986 h\u00e4lt: \u201eNein, meine S\u00f6hne geb\u2019 ich nicht\u201c.<\/p>\n<p>Um zur\u00fcck zum Ausgangspunkt zu kommen. Wehr- und Kriegst\u00fcchtigkeit sind f\u00fcr den Selbsterhalt eines Staates unverzichtbar. Doch die Bundesrepublik ist kein normaler Staat. Zum Zweck der Re-Normalisierung aber k\u00f6nnten amtierende Politiker ihrer Lieblingsbesch\u00e4ftigung nachgehen und ein Zeichen setzen, indem sie sich ein Beispiel nehmen an William, Prince of Wales, dem britischen Thronfolger, der in seinen jungen Jahren in der Armee diente. Der k\u00fcnftige K\u00f6nig als erster Diener seines Staates!<br \/>\nW\u00e4re das nicht ein Vorbild f\u00fcr deutsche Politiker, die die Verwaltung \u201eUnserer Demokratie\u201c als ihr Exklusivrecht beanspruchen? Auf diese Weise k\u00f6nnten sie vorf\u00fchren, da\u00df sie bereit sind, f\u00fcr ihre Werte und Ideale im Ernstfall mit eigenem Gut und Blut einzustehen und gleichzeitig f\u00fcr das Staatsvolk ein Vorbild abzugeben. Also, zun\u00e4chst einmal eine Wehrdienst-Verpflichtung f\u00fcr die jungen Demokratie-Helden der etablierten Parteien, f\u00fcr die Amthors, Banaczaks, Dzienus\u2019, K\u00fchnerts usw.<br \/>\nBis es soweit ist, mu\u00df gelten, was K\u00e4the Kollwitz dem Schriftsteller Richard Dehmel entgegnete, der am 22. Oktober 1918 im sozialdemokratischen Vorw\u00e4rts zu einer letzten milit\u00e4rischen Kraftanstrengung aufgerufen hatte: \u201eEs ist genug gestorben! Keiner darf mehr fallen! Ich berufe mich gegen Richard Dehmel auf einen Gr\u00f6\u00dferen [Goethe], welcher sagte: \u2018Saatfr\u00fcchte sollen nicht vermahlen werden\u2019.\u201c<br \/>\nKriegst\u00fcchtigkeit in einem Staat, der sich im Zustand der Unzurechnungsf\u00e4higkeit befindet und seine Selbstabwicklung betreibt, kann \u00fcber die zwangsweise Beteiligten nur Ungl\u00fcck bringen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 5.9.2025 von Thorsten Hinz bitte lesen in der JF 37\/25, Seite 18<br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Wof\u00fcr sollen Wehrpflichtige k\u00e4mpfen und sterben?<\/strong><br \/>\nIn letzter Zeit hallen martialische Appelle durch die \u00d6ffentlichkeit jenes Bestdeutschlands, aus dessen Dreckecken man noch vor kurzem die letzten Spuren toxischer M\u00e4nnlichkeit wegzuk\u00e4rchern versuchte. Pl\u00f6tzlich aber ist von Milliarden f\u00fcr die R\u00fcstung die Rede, von modernen Waffen und allgemeiner Wehrpflicht, und der Verteidigungsminister verlangt sogar \u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c von jenen Almans, denen es zugleich bei Strafe verwehrt ist, die Grenzen ihres Landes oder ihre Frauen vor gewaltt\u00e4tigen Migranten zu sch\u00fctzen. Kriege m\u00fcssen nicht mehr verhindert, sondern gewonnen werden, ruft es aus den Lautsprechern, ohne dass im bis weit \u00fcber die Mitte reichenden linken Teil des Parlaments ein pazifistisches Gejaule anh\u00f6be; Friedensbewegte sind Nazis (\u201ePutinversteher\u201c), und Waffen geh\u00f6ren endlich wieder in Krisengebiete, wo sie schlie\u00dflich dringend ben\u00f6tigt werden. Sogar die Gr\u00fcnen m\u00f6chten deutsche Truppen an die Ostfront schicken. Landauf, landab hallt der Ruf: Die Russen sind unser Ungl\u00fcck! Sie sollen sie nicht haben, die bunte woke Krim!<\/p>\n<p>Das Land ohne Grenzen, das Land ohne Volk (aber mit flexibler Bev\u00f6lkerung vulgo Staatsvolk), das Land ohne M\u00e4nnlichkeit (au\u00dfer der importierten), ohne Tradition, ohne positiven Selbstbezug, ohne allgemein akzeptierte Fahne und Hymne, ohne Entscheidungsgewalt \u00fcber seine Au\u00dfenpolitik, soll also \u201ekriegst\u00fcchtig\u201c werden. F\u00fcr jeden Deutschl\u00e4nder im wehrtauglichen Alter bzw. f\u00fcr die Eltern k\u00fcnftiger Rekruten stellt sich zwangsl\u00e4ufig die Frage: Wof\u00fcr sollten deutsche Wehrpflichtige k\u00e4mpfen und ernstfalls sterben?<\/p>\n<p>Schauen wir, was der Fahneneid dazu sagt: <em>\u201eIch schw\u00f6re, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.\u201c<\/em> (Die Frage, welcher Gott, thematisieren wir ganz am Schluss.) Der Bundesrepublik dienen und das deutsche Volk verteidigen, das sind, wie der mediengeschulte Zeitgenosse wei\u00df, nur bedingt deckungsgleiche Unternehmungen. F\u00fcr das deutsche Volk zu k\u00e4mpfen, das w\u00e4re, wenn nicht zum habeckschen Kotzen, so doch vor allem gar nicht m\u00f6glich, denn ein deutsches Volk gibt es nicht, Volk ist ein Konstrukt, Deutschland ist bunt, und wer tats\u00e4chlich f\u00fcr das deutsche Volk k\u00e4mpfen wollte, w\u00e4re ein Fall f\u00fcr den hinter den Linien operierenden Verfassungsschutz. K\u00e4mpfen und sterben f\u00fcr das deutsche Staatsvolk also?<br \/>\nWir wissen, dass wegen seiner Unterscheidung zwischen ethnisch-kulturellem deutschen Volk und Staatsvolk ein Berliner Politik-Professor Lehrverbot erhalten hat, doch wenn es ums m\u00f6gliche Sterben geht, k\u00f6nnte der eine oder andere rechtsversiffte Rekrutenklauspeter monieren, dass er nicht f\u00fcr die Neudeutschen und Doppelstaatler und wom\u00f6glich sogar f\u00fcr die illegal im Lande Weilenden bzw. Lungernden sein Leben riskieren m\u00f6chte, womit sich seine Ausmusterung wegen ideologischer Unzuverl\u00e4ssigkeit zwingend aufdr\u00e4ngte \u2013 ein sperrangelweit offenstehendes Fluchttor f\u00fcr Verweigerer, Def\u00e4tisten und Willkommenskraftzersetzer! Bevor der Bundestag die Wehrpflicht einf\u00fchrt, muss er daf\u00fcr sorgen, dass, wie in der DDR, wo nicht alles schlecht war, eine Verweigerung des Wehrdienstes strafrechtliche Konsequenzen hat, was in \u2019schland mittlerweise hie\u00dfe: Wer nicht den Regierungsparteien dienen will, der soll eben den Messerm\u00e4nnern im Knast dienen.<\/p>\n<p>So weit muss es nicht kommen, Genossen, wir haben doch die besseren Argumente als die Def\u00e4tisten! Wie w\u00e4re es mit der Parole: K\u00e4mpfen (und sterben) f\u00fcr Deutschland? Das w\u00e4re die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Schnittmenge zwischen Bundesrepublik und deutschem Volk. W\u00fcrde unser einstweilen noch virtueller Wehrdienstleistender (m\/w\/d) sein Leben \u2013 also praktisch Alles \u2013 f\u00fcr Deutschland geben? (Ja\/nein\/wei\u00df nicht.)<\/p>\n<p>Deutschland? Aber wo liegt es? Ich wei\u00df das Land nicht zu finden. Seine Grenzen sind zwar im Atlas markiert, aber in der Realit\u00e4t existieren sie nicht mehr, jeder darf sie passieren, der sich in einer der gro\u00dfen orientalischen Sprachen oder afrikanischen Idiome als verfolgt und bed\u00fcrftig ausgibt, in Teilen des Landes wird nicht mehr deutsch, sondern arabisch, t\u00fcrkisch, afghanisch oder rotationsbalkanesisch gesprochen und gelebt. Warum soll man f\u00fcr ein Land k\u00e4mpfen (und sterben), dessen sogenannte Eliten wollen, dass es von der Karte verschwindet, um sich im n\u00e4chsth\u00f6heren gesamtmenschheitlichen Gro\u00dfenganzen (ohne die Russen) aufzul\u00f6sen, mitsamt seiner endlich von allem V\u00f6lkischen (au\u00dfer dem Fremdv\u00f6lkischen) ges\u00e4uberten Bev\u00f6lkerung?<\/p>\n<p>Allerdings: In Deutschland, so flexibel und por\u00f6s zugleich seine Grenzen auch sein m\u00f6gen, f\u00fcr Deutschland zu k\u00e4mpfen, das k\u00f6nnte einem Rekruten vielleicht schmackhaft gemacht werden. In der Ukraine f\u00fcr Deutschland zu k\u00e4mpfen (und zu sterben) h\u00e4tte ein gewisses historisches Geschm\u00e4ckle. F\u00fcr Deutschland um die Krim zu k\u00e4mpfen (und zu sterben), das ging ja, trotz einer beeindruckenden Performance, schon einmal schief. Und damals sollte die Krim nach dem Sieg immerhin deutsch oder wenigstens deutsch verwaltet werden, wovon heute keine Rede mehr ist. Wenn die Bundeswehr, theoretisch, morgen auf der oder um die Krim oder um gewisse bis vor kurzem zur Ukraine geh\u00f6renden Oblaste k\u00e4mpfte oder wenigstens ein paar Taurus-Raketen gen Russland entsendete, w\u00fcrde sie dann dort die Freiheit des deutschen Volkes tapfer verteidigen, so wahr ihr Gott helfe?<\/p>\n<p>Das versucht man uns bekanntlich zu suggerieren, und Vergleichbares tat man schon vorher, als die Bundeswehr die deutsche Freiheit bzw. die afghanische Zivilgesellschaft am Hindukusch verteidigte, nicht sehr erfolgreich, wie wir wissen, gleichwohl mit enormen Kosten und mit dem Begleitmalheur, dass inzwischen ca. 400.000 afghanische Schutzsuchende in \u2018schland siedeln, von denen allein 2024 ca. jeder achte als Straftatverd\u00e4chtiger den Willkommenszoll entrichtete. Womit sich die Frage weniger stellt als vielmehr dem Frager z\u00e4hnefletschend ins Gesicht springt, wof\u00fcr deutsche Soldaten eigentlich in Afghanistan gek\u00e4mpft haben (und gestorben sind). Daf\u00fcr, dass tausende afghanische Straft\u00e4ter nu halt da sind? Genau! Daf\u00fcr. Im Namen der Verteidigung der Bundesrepublik und der Freiheit des deutschen Volkes.<\/p>\n<p>Auch wenn der Ukrainer gesitteter ist als der wilde Paschtune oder der Talib, bekommen wir die Kurve von der Verteidigung der Freiheit des deutschen Volk zu jener des ukrainischen nicht, indem wir beides als deckungsgleich fingieren, weil das ohnehin niemand glaubt. Wenn deutsche Soldaten Seit an Seit mit internationalen europ\u00e4ischen Kontingenten in der Ukraine den Westen gegen die asiatischen Horden verteidigen sollten, diesmal ohne \u00c4rmeladler, muss es dabei um etwas anderes, Gr\u00f6\u00dferes gehen als nur um Deutschland und das deutsche Staatsvolk. N\u00e4mlich um die \u201eeurop\u00e4ischen Werte\u201c! Was das ist? Nun, \u00e4h, Liberalismus, Toleranz, Diversity und Inklusion. Also offene Grenzen zum Beispiel, Massenmigration ins europ\u00e4ische Wertesystem, bis es quietscht, kontinentales multiethnisches Massenkuscheln, Antirassismustrainings in Firmen und Beh\u00f6rden, Christopher Street Day in den deutschen Grenzen vom November 1942, LGBTQI-Saturnalien, Regenbogenfahnen vor allen Beh\u00f6rden, postkolonialistischer Schuldkult, die unsterbliche Idee des Marxismus-Sozialismus, Weltklimarettung, CO2-Besteuerung, Grundrecht auf Abtreibung, Frauenquoten, Migrantenquoten, Gendersprache, freie Geschlechtswahl, Tag der offenen Moschee, elektronische \u00dcberwachung der B\u00fcrger via Digital Service Act und (in \u2019schland) durch den Inlandsgeheimdienst, Meldestellen, Trusted Flagger, Kampf gegen Rechts, Transformation der Demokratie in \u201eunsere Demokratie\u201c vulgo Zivilgesellschaft, \u00fcberhaupt Transformation der V\u00f6lker und Nationen in die Brave New EU. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Daf\u00fcr kann man schon mal in die Ukraine marschieren. (Vor meinem inneren Ohr ert\u00f6nt nicht die Fanfare aus Liszts \u201ePr\u00e9lude\u201d, sondern die Udo-Lindenberg-Adaption von Feine Sahne Fischfilet \u201eSonderzug nach Cherson\u201d, und die Transenstimme aus der Berliner U\u2011Bahn verk\u00fcndet: \u201eDer Queerfeeindlichkeit in den von den Russen besetzten Oblasten wurden empfindliche Artillerie- und Drohnenschl\u00e4ge versetzt.\u201d)<br \/>\n.<br \/>\n<em>\u201eDas Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen\u201c<\/em> &#8211; Welches Recht?<br \/>\nWem das zu allgemein ist, wir haben ja auch noch das Grundgesetz. Dulce et decorum est, f\u00fcrs Grundgesetz zu sterben! Allerdings bekommt man dann dessen jeweils n\u00e4chste \u00c4nderung nicht mehr mit, und niemand wird sich erinnern, f\u00fcr welche Fassung einer ins Gras gebissen hat. Oder ob er ausschlie\u00dflich f\u00fcr Artikel 1 \u00fcber die Wupper ging. \u201eDas Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen\u201c, gebietet der Fahneneid, der vielleicht, wer wei\u00df, bald von Peter und Malte auf die Regenbogenfahne geleistet wird, w\u00e4hrend Karim und Mahmud auf den Koran schw\u00f6ren. Welches Recht ist gemeint? Das Recht der Regierungsparteien, die politische Konkurrenz verbieten zu lassen? Das Selbstbestimmungsrecht (also nicht der Deutschen, sondern der Transsexuellen)? Das Recht der Regierung, in Notf\u00e4llen \u2013 pandemischen, klimatischen, kriegerischen, fiskalischen, oppositionsbedingten \u2013 die Grundrechte au\u00dfer Kraft zu setzen? Das Recht des Staates, Meldestellen f\u00fcr falsche Ansichten einzurichten und NGOs auf die Opposition anzusetzen? Ich schw\u00f6re, das Recht und die Freiheit vertrauensw\u00fcrdiger Hinweisgeber tapfer zu verteidigen!<br \/>\nAber gut, werden wir ganz praktisch, nehmen wir an, der Russe dringt, neuerlich \u00fcber die Seelower H\u00f6hen kommend, auf Berlin vor, und Sie oder Ihre Kinder (m\/w\/d) werden zur Verteidigung des Reichstages (und der Graffitis darin) eingesetzt. Oder des Kanzleramts. Oder der Gr\u00fcnen-Zentrale, wo Britta Ha\u00dfelmann und Katharina Dr\u00f6ge dem Ruf \u201eFrau, komm!\u201d entgegenfiebern. F\u00e4nde ein solcher Einsatz wenigstens Ihre Zustimmung?<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.9.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/09\/37917\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/09\/37917\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bislang galt es, die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands zu verteidigen. Die Bundeswehr mu\u00df die Verteidigungsbereitschaft sichern, innerhalb der eigenen Grenzen. 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