{"id":133143,"date":"2025-04-24T14:32:36","date_gmt":"2025-04-24T12:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=133143"},"modified":"2025-04-24T20:20:54","modified_gmt":"2025-04-24T18:20:54","slug":"junge-christen-als-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/junge-christen-als-minderheit\/","title":{"rendered":"Junge Christen als Minderheit"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/\">katholische<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/evangelisch\/\">protestantische<\/a> Kirche klagen weiter \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/kirchenaustritt\/\">Kirchenaustritte<\/a> &#8211; aus Protest gegen die Mi\u00dfbrauchsskandale wie auch gegen die links-<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/wokeismus\/\">woke<\/a> Politisierung der Kirchenoberen. Gleichzeitig entdecken immer mehr junge Menschen das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christentum\/\">Christentum<\/a> neu &#8211; oft ausserhalb der Amtskirchen.<br \/>\n<!--more-->Der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/schulen-islam\/\">muslimische<\/a> Machtanspruch erzeugt einen Druck, eine gegenl\u00e4ufige Bewegung, um &#8222;das Eigene zu definieren, zumindest aber erst einmal nach dem Eigenen zu fragen&#8220; (1). Und das Eigene unserer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-kultur\/\">Kultur<\/a> gr\u00fcndet nun mal auf dem Christentum. &#8222;Wozu TikTok, Karriere, Polyamorie, Genderseminar und nachhaltiger Wochenmarkt, wenn am Ende nur der Tod wartet?&#8220; (2). Diese Frage stellen sich Jugendliche im existenziellen Unbehagen und dann auch in theologischer Hinsicht.<br \/>\n.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/\">Christen<\/a> sind die am h\u00e4ufigsten aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/christenverfolgung\/\">Verfolgten<\/a> weltweit. Nach Angaben der International Society for Human Rights (ISHR) <a href=\"https:\/\/ishr.org\/\">https:\/\/ishr.org\/<\/a> bekennen sich 80 % der wegen ihres Glaubens Verfolgten zum Christentum.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben Allah und ihr habt nix&#8220; &#8211; so t\u00f6nt es auf den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/schulen-islam\/\">Schulh\u00f6fen<\/a>, wobei &#8222;ihr&#8220; in immer mehr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/unterricht\/\">Unterrichtsklassen<\/a> die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/minderheit\/deutsche-minderheit\/\">Minderheit<\/a> bilden. Das Problem dabei: Die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/minderheit\/\">Minderheiten<\/a>&#8211; bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/identitaetspolitik\/\">Identit\u00e4tspolitik<\/a> von SPD, Gr\u00fcne und Linke gilt f\u00fcr alle, aber nicht f\u00fcr deutsche Minderheiten. Und erst recht nicht f\u00fcr christliche.<br \/>\n24.4.2025<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Junge Christen als Minderheit&#8220;<br \/>\n=======================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (2)<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) Die Sensation, wenn junge Europ\u00e4er pl\u00f6tzlich nach dem Eigenen suchen<\/strong><br \/>\nDie Botschaft des Osterfestes vom neuen Leben reicht in die Gegenwart: Das schon halbtot gesagte Christentum erlebt eine unerwartete Bl\u00fcte. In manchen L\u00e4ndern in der Kirche, in Deutschland auch au\u00dferhalb. Die Gr\u00fcnde sollte man begreifen \u2013 aber auch das Ph\u00e4nomen selbst.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nMit Weihnachten verbindet sich das Wort Hoffnung, mit Ostern die Vorstellung des neuen Lebens, der Wendung, wirklich geschehen, aber nicht schon vorher abgesichert durch eine Garantie. Womit wir von der biblischen Geschichte zur Gegenwart \u00fcbergehen, in der sich gerade eine Wende besichtigen l\u00e4sst, die vor einem Jahrzehnt die wenigsten f\u00fcr wahrscheinlich gehalten h\u00e4tten. In Frankreich erlebten die Priester zu Aschermittwoch einen Ansturm vor allem junger Gottesdienstbesucher, der alle Zahlen der vergangenen Jahrzehnte \u00fcbertraf.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.rfi.fr\/en\/france\/20250413-tiktokchristian-the-catholic-influencers-bringing-young-people-into-the-fold\">https:\/\/www.rfi.fr\/en\/france\/20250413-tiktokchristian-the-catholic-influencers-bringing-young-people-into-the-fold<\/a><br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie Stadt Wien erhebt das religi\u00f6se Bekenntnis beispielsweise an den Volks- und Mittelschulen der Stadt. Dort bekennen sich aktuell 41,2 Prozent der Sch\u00fcler zum Islam, 34,5 Prozent zum Christentum, 23 Prozent geben an, keinem Bekenntnis zu folgen. In den Schulen \u2013 auch in Deutschland \u2013 l\u00e4sst sich ablesen, wohin sich die Gesellschaft in den n\u00e4chsten Jahrzehnten entwickelt. Die Ausbreitung des Islam, der muslimische Machtanspruch \u2013 beides wirkt zur\u00fcck. Der Druck, den der Islam im Westen aus\u00fcbt, erzeugt eine gegenl\u00e4ufige Bewegung, ein Bed\u00fcrfnis, das Eigene zu definieren, zumindest aber erst einmal nach dem Eigenen zu fragen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDass die Spitzen der deutschen Amtskirchen regelrecht eine Verlegenheit vor dem Eigenen und Eigentlichen zelebrieren, bedeutet aber nicht, dass es diese Suchbewegung in Deutschland nicht g\u00e4be. Sie findet nur woanders statt. Zu den von Johannes Hartl organisierten Glaubensfesten kommen regelm\u00e4\u00dfig mehr als zehntausend Menschen zusammen. <a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/buecher\/die-kirche-muss-senden-oder-sie-wird-enden\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/buecher\/die-kirche-muss-senden-oder-sie-wird-enden\/<\/a> Hartl, selbst Katholik, betreibt seit einigen Jahren ein \u00f6kumenisches Gebetshaus in Augsburg. Nach seinen Sch\u00e4tzungen stammt etwa ein F\u00fcnftel von denjenigen, die das Haus besuchen, aus einer v\u00f6llig atheistischen Umgebung. Mit dem blo\u00dfen Bed\u00fcrfnis nach Spiritualit\u00e4t l\u00e4sst sich diese Erscheinung nicht angemessen beschreiben. Spiritualit\u00e4t lie\u00dfe sich auch im Sufismus oder Buddhismus finden. Es geht denen, die aus einer kirchenfernen Zone aufbrechen, um woanders anzukommen, eben auch um die Frage nach der Kultur, zu der sie immer noch geh\u00f6ren.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nNiemand sollte dieses neue Interesse an Glauben und Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl als fest gebuchte Entwicklung betrachten, die man sowieso schon habe kommen sehen. Dialektik l\u00e4sst sich nicht vorausberechnen. Wenn junge Leute aus v\u00f6llig kirchenfernen Elternh\u00e4usern nach dem Christentum fragen, ohne dass Medien und Parteien ihnen diese Suche nahelegen, dann geschieht das Gegenl\u00e4ufige, das Sensationelle, das man erst einmal vorsichtig betasten m\u00f6chte, um sich nicht zu irren. Paul Tillich definierte das Religi\u00f6se einmal als das, \u201ewas den Menschen unbedingt angeht\u201c. Unbedingt, das hei\u00dft eben: losgel\u00f6st von allen bekannten Bedingungen. Publico w\u00fcnscht allen Lesern ein frohes Osterfest.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.4.2025 von Alexander Wendt bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.publicomag.com\/2025\/04\/die-sensation-wenn-junge-europaeer-ploetzlich-nach-dem-eigenen-suchen\/\">https:\/\/www.publicomag.com\/2025\/04\/die-sensation-wenn-junge-europaeer-ploetzlich-nach-dem-eigenen-suchen\/<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Bekehrung per Gitarrenriff \u2013 Wie Popkultur dem Glauben den Weg ebnet<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend sich die Kirchen selbst abschaffen, entdecken junge Menschen den Glauben neu \u2013 nicht immer in der Liturgie, sondern im Metal, in Filmen und auf TikTok.<\/p>\n<p>Man stelle sich folgende Szene vor: Ein Jugendlicher, schwarzes Bandshirt, lange Haare, AirPods in den Ohren, starrt in der S-Bahn aus dem Fenster. Was h\u00f6rt er? Bach? Eine Predigt? Einen Bibel-Podcast? Nat\u00fcrlich nicht. Es sind die donnernden Gitarrenriffs von Sabaton, jener schwedischen Metal-Band, die sich mit martialischer Inbrunst historischen Schlachten widmet. In diesem Moment explodieren Trommeln und Ch\u00f6re in epischer Breite: \u201eIn the name of God \u2013 for the grace, for the might of our Lord!\u201c Kein Kirchenchor, kein katholischer M\u00e4nnerverein, sondern Stadionrock im besten Sinne.<br \/>\nWird dieser junge Mann nun zum Christentum bekehrt? Kaum. Sabaton ist keine Missionsgesellschaft, sondern eine Musikmaschine mit martialischer \u00c4sthetik. Und doch geschieht etwas Seltsames: Je mehr Jugendliche sich solchen Erz\u00e4hlformen hingeben \u2013 seien es Metal-Epen, tiefsinnige Filme oder TikTok-Ph\u00e4nomene mit spirituellem Einschlag \u2013 desto \u00f6fter berichten sie von einer Wiederentdeckung des Glaubens. Nicht weil sie ihn direkt suchen, sondern weil sie ihn auf Umwegen finden. In Momenten, wo Popkultur auf Sinn trifft, wird aus Unterhaltung pl\u00f6tzlich Transzendenz.<br \/>\n.<br \/>\nDie Sinnfrage \u2013 leise gestellt, laut beantwortet<br \/>\nWomit wir beim wahren Kern dieser Entwicklung w\u00e4ren: der Sinnfrage. Es ist kein Zufall, dass junge Menschen heute auf der Suche sind. Sie wachsen auf in einer Welt der Entwurzelung. Ihre Identit\u00e4t ist fluide, ihre Zukunft prek\u00e4r, ihre Geschichte dekonstruiert. Das Einzige, was ihnen bleibt, ist die permanente Wahlfreiheit \u2013 und damit die Einsamkeit, die aus grenzenlosen M\u00f6glichkeiten erw\u00e4chst.<br \/>\nIrgendwann kommt der Moment, in dem diese Generation sich fragt: Wozu das alles? Wozu TikTok, Karriere, Polyamorie, Genderseminar und nachhaltiger Wochenmarkt, wenn am Ende nur der Tod wartet? Diese Frage schleicht sich ein \u2013 nicht als theologisches Traktat, sondern als existenzielles Unbehagen. Sie w\u00e4chst in stillen Momenten, in gebrochenen Beziehungen, in der Erfahrung von Verlust. Und dann, eines Tages, trifft sie auf ein kulturelles Werk, das ihr Tiefe verleiht.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie Kirchen w\u00e4ren gut beraten, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nicht um Popkultur nachzu\u00e4ffen, sondern um ihre spirituelle Kraft zu verstehen. Vielleicht ist es am Ende der Gitarrenriff, der das Herz \u00f6ffnet. Oder ein Satz aus einem Fantasy-Roman. Oder ein TikTok-Video. Die Wege des Herrn, so hei\u00dft es, sind unergr\u00fcndlich. Und manchmal sind sie ziemlich laut.<br \/>\n&#8230; Alles vom 21.4.2025 von Silvia Venturini bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/bekehrung-per-gitarrenriff-popkultur-und-glaube\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/bekehrung-per-gitarrenriff-popkultur-und-glaube\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die katholische und protestantische Kirche klagen weiter \u00fcber Kirchenaustritte &#8211; aus Protest gegen die Mi\u00dfbrauchsskandale wie auch gegen die links-woke Politisierung der Kirchenoberen. 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