{"id":132382,"date":"2025-03-30T09:42:58","date_gmt":"2025-03-30T07:42:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=132382"},"modified":"2025-04-28T13:37:52","modified_gmt":"2025-04-28T11:37:52","slug":"zeitfenster-zu-frieden-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zeitfenster-zu-frieden-in-europa\/","title":{"rendered":"Zeitfenster zu Frieden in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 1989 hatte der russische Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kriegs-versus-friedensrhetorik\/\">Michail Gorbatschow<\/a> ein Zeitfenster zur Wiedererlangung der deutschen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">Wiedervereinigung<\/a> ge\u00f6ffnet. Walter Kohl hat es umgehend genutzt, wenige Zeit sp\u00e4ter w\u00e4re das Fenster wieder geschlossen worden. Zu Jahresbeginn 2025 hat der amerikanische Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/usa-trump\/\">Donald Trump<\/a> ein Zeitfenster <!--more-->zur Errichtung einer gesamteurop\u00e4ischen Sicherheits- und Friedensordnung ge\u00f6ffnet. Auch dieses Zeitfenster gilt es zu erkennen und zu nutzen.<br \/>\n.<br \/>\nMit dem \u00dcbergang der unipolaren zur multipolaren Weltordnung (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/brics\/\">BRICS<\/a>) und der gleichzeitigen Ausrichtung der US-Aussenpolitik auf <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/china\/\">China<\/a> als strategischem Rivalen hat sich Trump von der seit dem 2. Weltkrieg geltenden <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/brzezinski-doktrin-nato-d-ru\/\">Brzezi\u0144ski-Doktrin<\/a> <em>\u201eD und RU d\u00fcrfen niemals zusammenarbeiten\u201c<\/em> de fakto verabschiedet. Auch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/vance\/\">JD Vance<\/a> hat mehrfach sein Mi\u00dffallen gegen\u00fcber der engen Kooperation von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/russland-china\/\">China mit Russland<\/a> kund getan. Trump hat kein Interesse an einer Fortsetzung des Ukrainekriegs, zumal er mit einem Deal (Ukraine neutral ohne Krim und Donbass) die Bodensch\u00e4tze und das Getreide der Ostukraine f\u00fcr die USA sichern kann.<br \/>\nDas alte Europa wird zunehmend unwichtig f\u00fcr die USA, interessant sind nur einzelne Deals.<br \/>\n,<br \/>\nMit der Absage an Brzezi\u0144ski ergibt sich f\u00fcr Europa und besonders f\u00fcr Deutschland pl\u00f6tzlich eine gro\u00dfe Chance: Die in den 1970er Jahren so erfolgreiche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/entspannungspolitik\/\">Entspannungspolitik<\/a> von Willy Brandt kann endlich fortgef\u00fchrt werden: <em>&#8222;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein\u201c<\/em>, dessen diplomatische Bem\u00fchungen auf die Errichtung einer gesamteurop\u00e4ischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur von Portugal bis Russland gerichtet sein m\u00fcssen. Nach dem Ende des Ukrainekriegs mu\u00df <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/friedensgebot\/\">Frieden<\/a> auf die Agenda. Hat sich nicht endlich gezeigt, da\u00df Europa nicht zum Krieg taugt, sondern allein zum Frieden? In Russland wie Deutschland fehlen die jungen M\u00e4nner (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/youth-bulges\/\">Youth Bulges<\/a>) und nur 10 % von ihnen sind in Deutschland \u00fcberhaupt bereit, das Land mit der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/waffen\/\">Waffe<\/a> zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/verteidigung\/\">verteidigen<\/a>.<br \/>\n.<br \/>\nBei seiner <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/putin\/\">Rede am 25.9.2001<\/a> im Deutschen Bundestag hatte Wladimir Putin die zu schaffende gesamteurop\u00e4ische Friedensarchitektur angesprochen. Nun sind 24 Jahre nutzlos zerronnen und die Welt hat sich immer mehr vom Frieden entfernt.<br \/>\nEU-Europa mu\u00df reagieren und von Kriegs- auf <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/europa-als-friedensmacht\/\">Friedenspolitik<\/a> umschalten. Aktive und kreative <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/diplomatie\/\">Diplomatie<\/a> wird gebraucht und ein Adieu an all die &#8222;schlafwandlerischen politischen Eliten und Mainstreammedien&#8220; (2), die in Berlin wie Br\u00fcssel daf\u00fcr sorgen, da\u00df es mit Europa als Spielball anderer weiter <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/niedergang\/\">bergab<\/a> geht: &#8222;Die politischen Entscheider &#8230; sind transatlantisch gepr\u00e4gt. Es k\u00f6nnte sich, wenn es um einen Wandel gehen soll,\u00a0 um eine Lost-Generation handeln, die nicht imstande ist. sich den neuen Realit\u00e4ten anzupassen &#8211; es fehlt schlichtweg an geistiger Flexibilit\u00e4t&#8220;. Warum k\u00f6nnen sich diese politischen Entscheider mitsamt den ihr hoff\u00e4hrigen Mainstreammedien nicht durchringen, ein zivilgesellschaftliches Vorhaben wie das &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/european-peace-project-9-mai\/\">European Peace Project<\/a>&#8220; zu unterst\u00fctzen, obwohl es nicht von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cduspdgruene\/\">CDUSPDGr\u00fcne<\/a> initiiert worden ist?<br \/>\n.<br \/>\nIn seinem Buch schreibt Hauke Ritz (siehe (2) unten), dass &#8222;Russland nur in den Westen integrierbar gewesen w\u00e4re, wenn die USA Europa in die Unabh\u00e4ngigkeit entlassen h\u00e4tten&#8220;. Inzwischen hat Trump das geschafft.<br \/>\n.<br \/>\nEU-Europa mu\u00df lernen, die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-interessen\/\">eigenen Interessen<\/a> zu formulieren und durchzusetzen &#8211; und diese m\u00fcssen nicht unbedingt identisch sein mit den US-Interessen. Beispiel:<br \/>\nEs ist im Interesse der USA, wenn Deutschland massiv aufr\u00fcstet und ca 60 % der Waffen von Amerika einkauft. Und es ist andererseits im Interesse von Deutschland, wenn durch eine Verflechtung der Wirtschaftsbeziehungen mit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-russland\/\">Russland<\/a> diese Aufr\u00fcstungsprogramme hinf\u00e4llig werden.<br \/>\n30.3.2025<br \/>\nDieser Beitrag ist auch erschienen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ansage.org\/das-zeitfenster-fuer-europa-als-friedensmacht-ist-noch-offen\/\">https:\/\/ansage.org\/das-zeitfenster-fuer-europa-als-friedensmacht-ist-noch-offen\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/frieden-nach-ende-ukrainekrieg\/\">Frieden nach Ende Ukrainekrieg<\/a>\u00a0(28.4.2025)<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Zeitfenster zu Frieden in Europa&#8220;<br \/>\n========================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (2)<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) Weltgeschichte im Zeitraffer: Wo bleibt EU-Europa? \u2013 Sechs Szenarien<\/strong><br \/>\n&#8230;<br \/>\nDer Aspekt des Krieges in und um die Ukraine und seiner Beendigung unter welchen Bedingungen spielt auch f\u00fcr die k\u00fcnftige Entwicklung EU-Europas \u2013 angesichts des Stellvertretercharakters des Krieges \u2013 und somit auch f\u00fcr Europa eine zentrale Rolle. Im Folgenden sollen einige Szenarien holzschnittartig dargestellt werden. Diese Szenarien sind weder ersch\u00f6pfend noch zwingend, zeigt die Geschichte doch immer wieder, wie komplex, wie viele Graustufen es zwischen schwarz und wei\u00df gibt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\n5. Szenario \u2013 Ende der europ\u00e4ischen Integration: EU-Europa unterst\u00fctzt die Ukraine weiterhin massiv. Dennoch verliert die Ukraine den Krieg (siehe Szenario 3 \u2013 Niederlage der Ukraine). Obschon EU-Europa sehr viel in die Unterst\u00fctzung der Ukraine als auch in die eigene Militarisierung investiert hat, wird weltweit, aber auch innerhalb der EU deutlich, das EU-Europa kein ernstzunehmender Sicherheitsgarant ist. Das Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten schwindet. Die ersten EU-Mitgliedsstaaten orientieren sich zun\u00e4chst verdeckt, dann immer offener auf die Trump-Administration, in der Hoffnung auf einen bilateralen US-Schutzschirm.<br \/>\nEs beginnt ein Wettlauf europ\u00e4ischer Staaten um die Gunst der USA. Die EU wird zwar nicht offiziell aufgel\u00f6st, aber EU-Br\u00fcssel verliert zunehmend an Handlungskompetenzen, da die Mitgliedsstaaten ihr Heil in der eigenen Souver\u00e4nit\u00e4t suchen. Diese Entwicklung wird dann als R\u00fcckkehr zum Leitbild des \u201eEuropas der Vaterl\u00e4nder\u201c der \u00d6ffentlichkeit verkauft, tats\u00e4chlich jedoch wird die europ\u00e4ische Integration in erheblichem Ma\u00dfe r\u00fcckabgewickelt. Die NATO selbst spielt f\u00fcr die USA keine wesentliche Rolle mehr \u2013 Artikel 5 des NATO-Statuts verkommt zur Lyrik. Die NATO wird zwar ebenfalls nicht offiziell aufgel\u00f6st, verabschiedet sich aber in die Passivit\u00e4t.<br \/>\nEinige, insbesondere osteurop\u00e4ische Staaten setzen auf Ann\u00e4herung und Ausgleich mit Russland in der Hoffnung, dass dies angesichts der neuen Realit\u00e4ten ihrer eigenen Sicherheit zutr\u00e4glicher als ein Konfrontationskurs ist. EU-Europa als Gestaltungsakteur findet nicht statt. Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten bewegen sich in ihrer politischen Souver\u00e4nit\u00e4t in dem Spektrum zwischen Mittelmacht (Deutschland, Frankreich, Polen und Italien) und wenig relevanten Staaten auf der internationalen B\u00fchne.<\/p>\n<p>Wahrscheinlichkeit: Dieses Szenario erachte ich als nicht unwahrscheinlich. Eine R\u00fcckkehr zur Nationalstaatlichkeit wie im 19. Jahrhundert wird es zwar nicht werden, aber EU-Br\u00fcssel wird politisch-operativ weitgehend irrelevant werden. Einige EU-Staaten werden untereinander bi-, tri- oder multilateral ggf. unter R\u00fcckgriff auf EU-Strukturen enger miteinander kooperieren, andere eher nicht. Die jeweilige neue nationalstaatliche Ausrichtung einiger EU-Mitgliedsstaaten (beispielsweise Ungarn, die Slowakei, aber auch Polen, Rum\u00e4nien und Bulgarien) auf die USA und Russland stellt eine Flucht in die neuen internationalen Realit\u00e4ten dar.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nFazit:<br \/>\nDie dargestellten sechs Szenarien sind, wie bereits ausgef\u00fchrt, weder absolut so zu sehen noch alternativlos, da die Wirklichkeit viel komplexer ist, als dass sie durch Szenarien ad\u00e4quat erfasst werden k\u00f6nnte. Die Szenarien sind jedoch Ausdruck m\u00f6glicher Entwicklungen auf der Grundlage der gegenw\u00e4rtigen, von mir erfassten Faktenlage. Und die Faktenlage sieht zumindest f\u00fcr EU-Europa, was die Anpassungsf\u00e4higkeit an die realpolitischen Entwicklungen betrifft, nicht wirklich gut aus.<br \/>\nEU-Europa droht, sofern es seinen Binnenzerfall noch abzuwenden vermag, nur noch in der zweiten weltpolitischen Liga zu spielen. Das hei\u00dft auch, dass die Gro\u00dfm\u00e4chte der ersten Liga die neuen Spielregeln der k\u00fcnftigen Weltordnung im Wesentlichen bestimmen werden. Der alte Kontinent, \u00fcber Jahrhunderte das Zentrum der Weltpolitik, w\u00fcrde in die Peripherie rutschen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 31.3.2025 von Alexander Neu bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130968\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=130968<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Vom Niedergang des Westens zur Feindschaft mit Russland<\/strong><br \/>\nDeutschland besa\u00df zur Zeit des Mauerfalls kein \u00f6ffentliches Bewusstsein von der Gestaltbarkeit der Welt. Ganz anders die USA, deren Hegemonie seither ausgebaut wurde und hierzulande als naturgegeben akzeptiert wird. Europ\u00e4ische Werte wie Diplomatie und Verst\u00e4ndigung, die aus der eigenen kriegerischen Geschichte erwuchsen, gerieten unter die R\u00e4der. Hauke Ritz zeichnet in seinem aktuellen Buch den Niedergang des Westens \u2013 mit Deutschland an zentraler Stelle \u2013 nach. Er spricht von einem \u201ekolonialisierten Bewusstsein der Europ\u00e4er\u201c und einer \u201efast kindlichen Unreife\u201c der US-Au\u00dfenpolitik. Multipolar ver\u00f6ffentlicht Ausz\u00fcge.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nRussland war zwar in den 1990er-, 2000er- und 2010er Jahren bereit, eine Allianz mit dem Westen einzugehen. Und die Angebote Moskaus, Russland k\u00f6nne selbst der NATO beitreten (7) und immer engere wirtschaftliche Verflechtungen mit der EU eingehen, ja sogar akzeptieren, dass \u201eirgendwann in der Zukunft Br\u00fcssel unsere gemeinsame Hauptstadt ist\u201c, (8) waren durchaus ernst gemeint.<br \/>\nDoch war von Anfang an klar, dass mit dem Eintritt Russlands sich die westliche Welt selbst h\u00e4tte fundamental \u00e4ndern m\u00fcssen. Mit dem russischen Staat h\u00e4tte ein Akteur am Tisch Platz genommen, der die Prozesse der kulturellen Transformation nicht wie die Politiker Deutschlands, Italiens und Frankreichs als nat\u00fcrliche Prozesse hinnahm und akzeptierte, sondern jemand, der sie aus eigener machtpolitischer Erfahrung kannte und entsprechend auch zur Diskussion gestellt h\u00e4tte. Russland w\u00e4re deshalb nur in den Westen integrierbar gewesen, wenn die bis dahin verdeckt ausge\u00fcbte kulturpolitische Macht der USA zu einem gemeinsamen politischen Inhalt der gesamten Allianz geworden w\u00e4re, was wiederum Diskussionsprozesse angesto\u00dfen h\u00e4tte, die zu einer ver\u00e4nderten Bewertung und damit auch Politik h\u00e4tten f\u00fchren m\u00fcssen.<br \/>\nDies wiederum bedeutet, dass Russland nur in den Westen integrierbar gewesen w\u00e4re, wenn die USA Europa in die Unabh\u00e4ngigkeit entlassen h\u00e4tten. Damit aber w\u00e4ren die USA nicht l\u00e4nger das administrative Zentrum des Westens gewesen. In gewisser Weise h\u00e4tte dies die Aufl\u00f6sung beziehungsweise Neusch\u00f6pfung des Westens bedeutet. Statt einer unipolaren Struktur, deren Zentrum in den USA lag, w\u00e4re eine tripolare Struktur mit drei Zentren entstanden, deren Mitte allerdings Europa gebildet h\u00e4tte. Mit diesem neuen Europa h\u00e4tten sich sowohl Russland als auch die USA nur auf dem Weg einer partnerschaftlichen Beziehung verbinden k\u00f6nnen. Der Westen h\u00e4tte sich in den gr\u00f6\u00dferen europ\u00e4ischen Kulturraum transformieren m\u00fcssen, um Russland zu integrieren. In diesem gr\u00f6\u00dferen europ\u00e4ischen Kulturraum, der dann wirklich von Vancouver bis Wladiwostok gereicht und aus drei unabh\u00e4ngigen Zentren bestanden h\u00e4tte, h\u00e4tten die USA dann gleichberechtigte Beziehungen zur EU und zu Russland pflegen m\u00fcssen.<br \/>\nBis zum 24. Februar 2022 war Russland ein Land gewesen, das sich der europ\u00e4ischen Kultur tief verbunden gef\u00fchlt hatte, in gewisser Weise einen europ\u00e4ischen Traum besa\u00df und das Wohlergehen Europas w\u00fcnschte, ja zu ihm beitragen wollte. Diesen Freund versto\u00dfen und m\u00f6glicherweise dauerhaft verloren zu haben, indem man wie einst die oberste Heeresleitung im Ersten Weltkrieg die Abtrennung der Ukraine von Russland plante, ist die vielleicht dramatischste Fehlentscheidung Europas in seiner gesamten Geschichte.<br \/>\nWie weit Russland jetzt durch seine Integration in das neue B\u00fcndnissystem der BRICS-Staaten sich von Europa entfernen wird, bleibt abzuwarten. Der in den letzten 300 Jahren vorherrschende ausschlie\u00dfliche Bezug Russlands auf Europa wird sich aber wohl so schnell nicht wieder herstellen. Allerdings lassen sich kulturelle Pr\u00e4gungen nur \u00fcber Generationen und nicht kurzfristig ver\u00e4ndern, weshalb die M\u00f6glichkeit einer erneuten, auf der gemeinsamen Kultur begr\u00fcndeten Allianz der Staaten der EU mit Russland immer noch denkbar ist.<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.3.2025 von Hauke Ritz bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/niedergang-des-westens\">https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/niedergang-des-westens<\/a><\/p>\n<p><em>Hauke Ritz:<\/em><br \/>\n<em>Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas<\/em><br \/>\n<em>Promedia, 272 S. 23 Euro<\/em><br \/>\n.<br \/>\n\u00dcber den Autor: Hauke Ritz, Jahrgang 1975, studierte allgemeine und vergleichende Literatur- sowie Religions- und Kulturwissenschaften an der FU und HU Berlin. Er unterrichtete unter anderem an der Universit\u00e4t Gie\u00dfen und der Lomonossow-Universit\u00e4t Moskau. Gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/guerot\/\">Ulrike Gu\u00e9rot<\/a> ver\u00f6ffentlichte er 2022 das Buch \u201eEndspiel Europa\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1989 hatte der russische Pr\u00e4sident Michail Gorbatschow ein Zeitfenster zur Wiedererlangung der deutschen Wiedervereinigung ge\u00f6ffnet. Walter Kohl hat es umgehend genutzt, wenige Zeit sp\u00e4ter w\u00e4re das Fenster wieder geschlossen worden. 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