{"id":13137,"date":"2012-10-16T16:29:50","date_gmt":"2012-10-16T14:29:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=13137"},"modified":"2012-10-16T16:37:51","modified_gmt":"2012-10-16T14:37:51","slug":"deicheleweiher-elektrofischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deicheleweiher-elektrofischen\/","title":{"rendered":"Deicheleweiher Elektrofischen"},"content":{"rendered":"<p>Eine spektakul\u00e4re Aktion fand am 11.10.2012 \u00a0beim unteren <a title=\"See\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/see\/\">Deichelweiher<\/a> in der <a title=\"Oberwiehre\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/oberwiehre\/\">Oberwiehre<\/a> statt: Weil das Gew\u00e4sser demn\u00e4chst entschlammt wird, musste der Fischbestand umquartiert werden. Insgesamt wurden mehr als 4000 Tiere geborgen, von denen die allermeisten noch am gleichen Tag im Opfinger See ein neues Zuhause fanden. Die Kosten f\u00fcr die Sanierung des Weihers belaufen sich auf rund 25 000 Euro \u2013 Fischumzug inklusive. <!--more-->Fr\u00fcher wurden in ihm die &#8222;Deichele&#8220;, die h\u00f6lzernen Leitungen der alten Freiburger <a title=\"Hochwasser\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/hochwasser\/\">Wasserversorgung<\/a>, feucht gehalten, bevor sie verbaut wurden. Heute ist der untere Deicheleweiher Teil eines Naherholungsgebiets am Rand des Sternwalds \u2013 doch der Zahn der Zeit nagt an ihm. &#8222;Der Bach, der ihn speist, f\u00fchrt n\u00e4mlich Schlamm und Ger\u00f6ll mit sich, weshalb nur noch eine geringe Restwassermenge vorhanden ist&#8220;, erkl\u00e4rt Rathaussprecherin Martina Schickle auf BZ-Anfrage. Um das rund 70 Meter lange und 30 Meter breite Gew\u00e4sser zu retten, soll es \u2013 wie schon vor zwei Jahren der benachbarte obere Deicheleweiher \u2013 in zwei bis drei Wochen entschlammt werden. &#8222;Rund tausend Kubikmeter d\u00fcrften dabei wohl anfallen&#8220;, sch\u00e4tzt Landschaftsarchitektin Stephanie Lemper vom Garten- und Tiefbauamt (GuT). Der Schlamm wird erst untersucht, dann soll er im Sternwald, wo er herstammt, abgelagert werden. Zuvor mussten jedoch die Fische geborgen werden. Das hat Ingo Kramer vom Landesfischereiverband Baden \u00fcbernommen \u2013 mittels Elektrofischen (siehe Infobox). Da diese Methode nicht ungef\u00e4hrlich ist, waren besondere Schutzvorkehrungen n\u00f6tig: Biologe Kramer und sein Helfer Hubert L\u00f6ffler trugen isolierende Kleidung aus Gummi, mehrere GuT-Mitarbeiter passten auf, dass Spazierg\u00e4nger und Hunde dem unter Strom stehenden Wasser nicht zu nahe kamen \u2013 Kontakt damit kann n\u00e4mlich t\u00f6dlich verlaufen. Die Passanten zeigten Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme: &#8222;Ich finde das richtig, denn f\u00fcr die Fische ist diese Aktion letztlich ja lebensrettend&#8220;, sagte beispielsweise Anwohnerin Edeltraud Aichele. Das Ergebnis war durchaus beeindruckend: Rund 4000 Fische kamen zum Vorschein, die meisten davon kleine Rotaugen. Zur Ausbeute geh\u00f6rten aber auch ein f\u00fcnf Kilogramm schwerer Graskarpfen, rund 140 Schuppenkarpfen, 50 Flussbarsche und 30 Giebel. Auch neun Bitterlinge waren dabei, was indes \u00fcberraschte: &#8222;Diese Art ist n\u00e4mlich stark gef\u00e4hrdet und nach der europ\u00e4ischen FFH-Richtlinie gesch\u00fctzt&#8220;, erl\u00e4uterte Kramer.<br \/>\nW\u00e4hrend die anderen Fische in den Opfinger See umquartiert wurden, lie\u00df man die Bitterlinge im oberen Deicheleweiher wieder frei \u2013 ebenso knapp 100 gesch\u00fctzte Schwanenmuscheln und zwei Schmuckschildkr\u00f6ten. Letztere hatte Gisela Friederich vom Naturschutzbund zuvor geborgen. Dass Muscheln und Bitterlinge ins gleiche Gew\u00e4sser gesetzt wurden, hat folgenden Hintergrund: &#8222;Bitterlinge brauchen f\u00fcr ihre Entwicklung n\u00e4mlich Gro\u00dfmuscheln, in die sie ihre Eier ablegen&#8220;, erkl\u00e4rte Muschelfachmann Michael Pfeiffer.<\/p>\n<p><!-- RSPEAK_STOP --><strong>Elektrofischerei<\/strong><br \/>\nBei der Elektrofischerei handelt es sich um eine Fischfang-Methode mit Hilfe von Gleichstrom, der aus einem Generator kommt. Der Minuspol befindet sich dabei im Wasser, der Pluspol am Fangger\u00e4t, dem Kescher. Beim Eintauchen des Keschers in das Wasser wird der Stromkreis mittels Knopfdruck geschlossen. Die Fische sp\u00fcren das elektrische Feld und bewegen sich in Richtung des Keschers. Da der Strom sie bet\u00e4ubt, k\u00f6nnen sie leicht eingefangen werden. Beim Herausheben des Keschers aus dem Wasser wird der Stromfluss wieder unterbrochen, so dass die Bet\u00e4ubungszeit nur kurz ist und die Fische keinen Schaden nehmen. Die Elektrofischerei gilt als sanfte Fischfang-Methode. Sie wird f\u00fcr Bestandserhebungen und zum sogenannten Leerfischen von Gew\u00e4ssern eingesetzt. Um Menschen nicht zu gef\u00e4hrden, bedarf es besonderer Schutzvorkehrungen. Elektrisches Fischen ist ausschlie\u00dflich gepr\u00fcften Fachleuten erlaubt, au\u00dferdem muss dazu eine Genehmigung bei der Fischereibeh\u00f6rde eingeholt werden.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<br \/>\n16.10.2012, Andreas Braun<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine spektakul\u00e4re Aktion fand am 11.10.2012 \u00a0beim unteren Deichelweiher in der Oberwiehre statt: Weil das Gew\u00e4sser demn\u00e4chst entschlammt wird, musste der Fischbestand umquartiert werden. 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