{"id":12843,"date":"2012-10-11T20:03:55","date_gmt":"2012-10-11T18:03:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=12843"},"modified":"2012-10-11T22:05:55","modified_gmt":"2012-10-11T20:05:55","slug":"ebnet-bernhard-saenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ebnet-bernhard-saenger\/","title":{"rendered":"Ebnet &#8211; Bernhard Saenger"},"content":{"rendered":"<p>Ortsvorsteher von <a title=\"Ebnet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/ebnet\/\">Freiburg-Ebnet<\/a>, Bernhard S\u00e4nger, im Interview. Dreisamt\u00e4ler: Zarten feierte k\u00fcrzlich ganz gro\u00df das zehnj\u00e4hrige Jubil\u00e4um des R\u00fcckbaus der <a title=\"Zarten 10 Jahre ohne B31 \u2013 Fest 22. und 23.9.\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zarten-10-jahre-ohne-b31-fest-22-und-23-9\/\">B 31<\/a>. Hat Zarten mehr zu feiern als Ebnet?<br \/>\nS\u00e4nger: Nein. Zarten ist kein Durchgangsort mehr. Das ist die Frage, ob das Profit ist oder nicht. Meiner Meinung nach wirkt Zarten dadurch auch wie ein Geisterdorf. Aber um auf ihre Frage zur\u00fcckzukommen: in Ebnet findet am 24. Oktober eine Veranstaltung der ehemaligen Notgemeinschaft B 31 Ost mit <!--more-->allen damals politisch Verantwortlichen statt. Eingeladen sind Dr. B\u00f6hme, die beiden fr\u00fcheren Regierungspr\u00e4sidenten Dr. von Ungern-Sternberg und Norbert Nothelfer und nat\u00fcrlich auch die interessierte B\u00fcrgerschaft. Derzeit l\u00e4uft eine Ausstellung im Zentrum Oberwiehre \u00fcber die Geschichte der B 31. Diese Ausstellung ist in Ebnet ebenfalls zu sehen<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Auch wenn bis jetzt nicht gefeiert wurde: ein R\u00fcckblick \u201eZehn Jahre ohne B 31\u201c lohnt sich durchaus.<br \/>\nS\u00e4nger: Allerdings! Vor zehn Jahren hatte Ebnet etwa 2000 Einwohner, heute sind es 2600.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Das hei\u00dft, sie haben einen \u00fcberdurchschnittlichen Bev\u00f6lkerungszuwachs zu verzeichnen?<br \/>\nS\u00e4nger: Richtig! Der Bev\u00f6lkerungszuwachs ist die Folge der Verwirklichung der Baugebiete \u201eHornb\u00fchl\u201c und \u201eOrtsmitte\u201c. Die viel befahrene B 31 mit \u00fcber 35.000 Kraftfahrzeugen pro Tag zerschnitt den Ort und blockierte jegliche Entwicklung. In Ebnet herrschte Stillstand und an die Realisierung der im Fl\u00e4chennutzungsplan ausgewiesenen Baugebiete war nicht zu denken. Durch den R\u00fcckbau der Bundesstra\u00dfe ist Ebnet stark aufgewertet worden. Heute fahren ca. f\u00fcnf bis sechs Tausend Kraftfahrzeuge durch Ebnet, das ist ein gewaltiger Unterschied! Insofern brachte der R\u00fcckbau der B 31 Ebnet einen enormen Entwicklungsschub f\u00fcr Ebnet.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Wird Ebnet noch weiter wachsen?<br \/>\nS\u00e4nger: Ein moderates Wachstum wird m\u00f6glich sein. Es geht zuk\u00fcnftig jedoch nicht mehr um die Ausweisung ganzer Wohngebiete. Am Scheibenbergweg zum Beispiel wurde eine Erg\u00e4nzungssatzung beschlossen, die die Bebauung dort abrundet. Die ersten H\u00e4user sind zwischenzeitlich auch gebaut. F\u00fcr die Steinhalde gibt es nun endlich einen Bebauungsplan, mit dem man dem Wildwuchs ein Ende gesetzt hat. Davor wurde nach \u00a7 34 des Baugesetzbuches, der Orientierung am Bestand, gebaut und dadurch entstanden zum Teil Riesenkl\u00f6tze. Mit dem Bebauungsplan sind nun die Gr\u00f6\u00dfe der Geb\u00e4ude und der Abstand zum Wald klar geregelt.<br \/>\nHeute macht man sich Gedanken \u00fcber die ganz alten Bebauungspl\u00e4ne im Ortskern von Ebnet. Dort gibt es gro\u00dfe Grundst\u00fccke, die wenig bebaut sind. Es geht darum, M\u00f6glichkeiten der \u00dcberbauung zu pr\u00fcfen, die der Forderung nach zeitgem\u00e4\u00dfem Wohnen und nach Innenverdichtung gleicherma\u00dfen gerecht werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Die erh\u00f6hte Bev\u00f6lkerungszahl kommt sicherlich auch der Infrastruktur zugute.<br \/>\nS\u00e4nger: Bildungsm\u00e4\u00dfig stehen wir recht gut da! Wir haben einen kirchlichen Kindergarten mit 75 Kindern, der gerade erst saniert und erweitert wurde, damit auch Kleinkindbetreuung angeboten werden kann. Wir haben au\u00dferdem eine Grundschule, die jetzt zwei Jahre alt ist und schon r\u00e4umlich an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft. Die Kernzeitbetreuung musste in die Dreisamhalle ausgelagert werden. Es gibt weiter das Kinderlernhaus mit etwa 60 Kindern, in dem Kindergarten- und Grundschulkinder in einer Einrichtung gemeinsam lernen, und es gibt einen Waldorfkindergarten in der Papierm\u00fchle und einen Waldkindergarten im Welchental.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wenn man sich die Einwohnerzahl anschaut, dann ist der Bestand dieser Einrichtungen ja auch gesichert!<br \/>\nS\u00e4nger: Aber zu einer guten Infrastruktur geh\u00f6rt auch eine gute Einkaufsm\u00f6glichkeit. F\u00fcr einen Supermarkt reicht die Einwohnerzahl nach wie vor nicht aus. Deshalb m\u00fcssen wir versuchen, unseren Minimarkt am Freitag auszubauen, damit das Angebot ausgeweitet und vielf\u00e4ltiger wird. Wichtig ist f\u00fcr Ebnet auch die Tankstelle. Die Struktur der Tankstelle wird sich sicher auch \u00e4ndern. Wo sie heute noch Benzin verkauft, wird das in Zukunft vielleicht Strom oder Wasserstoff sein. Ich bin froh, dass der Betreiber der Tankstelle Hermann Blattmann die Bed\u00fcrfnisse des Dorfs im Auge hat. Man kann dort inzwischen alles f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf kaufen. Und erw\u00e4hnen will ich auch, dass Hermann Blattmann den Wochenmarkt auf seinem Grundst\u00fcck zul\u00e4sst und die St\u00e4nde mit Strom versorgt.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: In dem Geb\u00e4ude der Tankstelle gibt es ja dann auch noch die Poststelle und den Pflegedienst \u2013 alles sehr wichtige Infrastruktureinrichtungen f\u00fcr einen Ort.<br \/>\nS\u00e4nger: Au\u00dferdem haben wir einen Arzt, einen Zahnarzt, Physiotherapeuten und nicht zu vergessen einen B\u00e4cker, ein kleines Cafe, Friseur, Kosmetik und Fu\u00dfpflege in unserem Ortsteil \u2013 ohne Zweifel bedeutsam f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t der Bewohner hier. Ich sehe auch noch sehr viel Potential in den Ebneter Bauernh\u00f6fen. Es w\u00e4re eine Bereicherung, wenn in Hofl\u00e4den noch mehr Lebensmittel f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf verkauft w\u00fcrden. Ich gehe davon aus, dass sich hier in Zukunft noch einiges tut.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Die Infrastruktur ist das eine, das andere ist das Vereinsleben.<br \/>\nS\u00e4nger: Ebnet ist ein sehr lebendiger Ort und wird durch die kulturellen und sportlichen Vereine gepr\u00e4gt. Die Vereine sind alle sehr in der Jugendarbeit engagiert. Sorgenkind ist derzeit der Sportverein, der aufgrund stockender Verhandlungen beim Grunderwerb weiter auf das neue Sportgel\u00e4nde, das oberhalb von Ebnet neben der Annakapelle errichtet werden soll, wartet. Auch die kirchlichen Jugendgruppen sind sehr aktiv.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Einen Namen hat sich ja vor allem der Ebenter Kultursommer gemacht.<br \/>\nS\u00e4nger: Der Ebneter Kultursommer hat sich inzwischen etabliert und ist unverzichtbarer Bestandteil f\u00fcr den Freiburger Osten und das Dreisamtal geworden. Ich hoffe, dass der Kultursommer fortgesetzt werden kann und die noch bestehenden Probleme mit Auflagen und Bestimmungen gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Aber auch der Kirchenchor, der vor 175 Jahren gegr\u00fcndet wurde, hat sich einen Namen gemacht.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass der Schlosssteg von Ebnet nach Littenweiler marode ist, jetzt ist er erneuert.<br \/>\nS\u00e4nger: Das ging unb\u00fcrokratisch und sehr schnell \u00fcber die B\u00fchne. Im August letzten Jahres wurde festgestellt, dass der Steg marode ist und vergangene Woche war Einweihung des neuen Steges.<br \/>\nDank engagierter Ingenieure bei der Stadt war die Verbindung nur zwei Wochen lang gesperrt, n\u00e4mlich w\u00e4hrend der Phase des Wiederaufbaus. Ansonsten konnte der Steg mit Einschr\u00e4nkungen die ganze Zeit genutzt werden. Es ist ein eleganter und sch\u00f6ner Steg geworden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Was steht denn noch auf der kommunalpolitischen Tagesordnung?<br \/>\nS\u00e4nger: Nach wie vor steht die Umgestaltung der Schwarzwaldstra\u00dfe auf H\u00f6he des Schlosses an. Der \u00f6stliche Teil der Stra\u00dfe ist ja schon zur\u00fcckgebaut, das westliche Teilst\u00fcck fehlt noch. Hier geht es auch darum, was mit der Schlossmauer geschieht, ob sie ge\u00f6ffnet wird oder nicht. Der R\u00fcckbau der Stra\u00dfe war schon zweimal im Haushalt. Allerdings hatten andere Dinge Vorrang. Ein anderes Gro\u00dfprojekt ist die energetische Sanierung der Dreisamhalle.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Wie konkret sind die Sanierungspl\u00e4ne und was w\u00fcrde die Sanierung denn kosten?<br \/>\nS\u00e4nger: Die Dreisamhalle stammt aus den 70 er Jahren, hat ein uraltes Heizungssystem und null W\u00e4rmed\u00e4mmung. Die Ma\u00dfnahme soll in den n\u00e4chsten Doppelhaushalt aufgenommen werden und wird ca. 3,6 Millionen Euro kosten. Wenn das Geb\u00e4ude richtig saniert wird, dann hat man f\u00fcr die n\u00e4chsten 40 bis 50 Jahre Ruhe. Es w\u00e4re eine Investition in die Zukunft von der alle etwas haben. Diese Ma\u00dfnahme hat f\u00fcr uns Priorit\u00e4t, die Stra\u00dfe ist ja befahrbar, da besteht kein Handlungsbedarf.<br \/>\nWir h\u00e4tten nat\u00fcrlich auch gerne eine Rathaus-Erweiterung und zwar nach Osten, damit B\u00fcrgersaal und Trauzimmer gr\u00f6\u00dfer werden. Energetisch ist das Rathaus nicht gerade auf den neusten Stand und bei einem Um- oder Anbau m\u00fcsste auch \u00fcber einen behindertengerechten Zugang des Rathauses nachgedacht werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr S\u00e4nger, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\nDagmar Engesser, 10.10.2012, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>Das Team der Ortsverwaltung Ebnet. Von links oben nach rechts unten: Andreas Birkle, Gerold Wonlarlarski, Bernhard S\u00e4nger, Ulrike Schw\u00f6rer, Karin Hauser, Wolfgang Frey<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ortsvorsteher von Freiburg-Ebnet, Bernhard S\u00e4nger, im Interview. Dreisamt\u00e4ler: Zarten feierte k\u00fcrzlich ganz gro\u00df das zehnj\u00e4hrige Jubil\u00e4um des R\u00fcckbaus der B 31. Hat Zarten mehr zu feiern als Ebnet? S\u00e4nger: Nein. Zarten ist kein Durchgangsort mehr. 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