{"id":126872,"date":"2024-09-20T16:56:42","date_gmt":"2024-09-20T14:56:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=126872"},"modified":"2024-09-23T15:31:40","modified_gmt":"2024-09-23T13:31:40","slug":"die-friedensbewegung-schweigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/die-friedensbewegung-schweigt\/","title":{"rendered":"Die Friedensbewegung schweigt"},"content":{"rendered":"<p>So kann es nicht weitergehen. In der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/ukrainekrieg\/\">Ukraine<\/a> liegen sich ukrainische und russische junge Soldaten in Sch\u00fctzengr\u00e4ben gegen\u00fcber und warten darauf, die gleichaltrigen Jungens von gegen\u00fcber wie befohlen abzuknallen &#8211; ein Stellungskampf wie im 1. Weltkrieg (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ukraine-blutvergiessen-stoppen\/\">Verdun<\/a>). W\u00e4hrenddessen sind sich die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/militarismus\/\">Milit\u00e4rs<\/a> einig, <!--more-->da\u00df dieser Krieg von keiner Seite zu gewinnen ist.<br \/>\nDennoch liefert die Berliner <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/ampel\/\">Ampel-Regierung<\/a> auf Dr\u00e4ngen von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/nato\/\">NATO<\/a> und USA nach wie vor immer mehr und neue Waffen in das Kriegsgebiet. Und nun soll die Reichweitenbeschr\u00e4nkung von Raketen aus GBR wie USA, deren Missionsplanung komplett im Reach-Back bzw. Heimatland erfolgt, aufgehoben werden (1). Eine weitere tiefgreifende und gef\u00e4hrliche Eskalation.<br \/>\nBei alledem wei\u00df jeder: Ein Ende des Ukrainekriegs ist unumg\u00e4nglich, schon allein deshalb, da sich das machtpolitische Weltgeschehen von europ\u00e4ischen in den ostasiatischen Raum verlagert hat.<br \/>\n.<br \/>\n\u201eDiesen Krieg kann niemand gewinnen\u201c &#8211; so der fr\u00fchere Generalinspekteur der Bundeswehr, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kujat-niederlage-der-ukraine\/\">Harald Kujat<\/a>, mit Verweis auf die milit\u00e4rische Pattsituation (2). Zudem: \u201eEinen Krieg gewinnt man dann, wenn man die politischen Ziele erreicht, derentwegen man diesen Krieg f\u00fchrt\u201c . Und die urspr\u00fcnglichen Kriegsziele beider Seiten sind laut Kujat nicht mehr realistisch.<\/p>\n<p>Auch nach Kriegsende lastet auf der deutschen Bev\u00f6lkerung das Gef\u00fchl permanenter Kriegsn\u00e4he. Dagegen mu\u00df sich ziviler Widerstand der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/friedensbewegung2-0\/\">Friedensbewegung<\/a> regen.<\/p>\n<p>23 verlorene Jahre. Am 25.9.2001 hielt Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin im Deutschen Bundestag <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/putin\/\">eine Rede<\/a>, in der er &#8211; ankn\u00fcpfend an <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kriegsrhetorik-beenden-brief\/\">Michail Gorbatschows<\/a> &#8222;Neuem Denken&#8220; &#8211; die Bildung einer europ\u00e4ischen Sicherheitspartnerschaft von Lissabon bis zum Ural vorschlug bzw. anbot. Die Standing Ovations der Bundestagsabgeordneten wollten damals kein Ende nehmen. Die sp\u00e4ter folgende schroffe Ablehnung bezeichnete Horst Teltschik, der Architekt des Zehn-Punkte-Plans zur Deutschen Einheit, als den gr\u00f6\u00dften aussenpolitischen Fehler nach der Wiedervereinigung.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/putin\/\">Putin ein Machtmensch<\/a>, der ein gro\u00dfes Russland beherrschen will. Der aber auch als Realpolitiker eingesehen hat, da\u00df allein die demografische Situation (wie in D geht auch in RU die Bev\u00f6lkerungszahl ohne Zuwanderung zur\u00fcck) die von der Ampel-Regierung herbeigeredete Expansion des russischen Territoriums nach Westen bis Berlin unm\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Nun befindet man sich &#8211; nach einem wie auch immer gestalteten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/ukraine-frieden\/\">Kompromi\u00dffrieden<\/a> des Ukrainekonflikts &#8211; demn\u00e4chst sicherheitspolitisch in einer \u00e4hnlichen Lage wie am 25.9.2001, wobei alles nur weitaus schwieriger ist: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wirtschaft\/sanktionen\/\">Sanktionen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/gas\/nordstream2\/\">Nordstream-Sabotage<\/a> durch USA\/Ukraine\/Polen, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/russland-bashing\/\">Russland-Bashing<\/a>, Putin als teuflischer \u00e4u\u00dferer Feind, Kalter Krieg, deutsche Aussenpolitik am Boden.<br \/>\nDennoch: &#8222;Verbessert&#8220; hat sich die Lage insofern, als das alte Europa nicht mehr der Nabel der Welt ist, sondern der ostasiatische Raum mit China und Indien. Die bipolare Weltordnung mit den USA als dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/us-geopolitik\/\">Hegemon<\/a> wird von einer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/multipolar\/\">multipolaren Ordnung<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/brics\/\">BRICS<\/a>, China) abgel\u00f6st. Europa wird immer unwichtiger, Deutschland als im Prozess der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/deindustrialisierung\/\">Deindustrialisierung<\/a> befindliches Land umso mehr &#8211; und gerade darin liegt die Chance zur Umsetzung des von Michail Gorbatschow angeregten &#8222;Neuen Denken&#8220;: Den Kalten Krieg beenden, ein gesamteurop\u00e4isches Sicherheitsb\u00fcndnis von Portugal bis Russland vereinbaren, die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/entspannungspolitik\/\">Entspannungspolitik<\/a> von Willy Brandt reaktivieren.<br \/>\nDoch so weit ist man nicht. Noch tobt der kalte wie hei\u00dfe Krieg. Dagegen mu\u00df sich endlich durch eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ukrainekrieg-friedensbewegung\/\">Friedensbewegung 2.0<\/a> breiter Protest bis hin zum zivilen Widerstand bilden (3). Dieser Protest von unten kann Wirkung zeigen, was auch Michail Gorbatschow 2017 best\u00e4tigt hat: \u201eIch erinnere mich gut an die lautstarke Stimme der Friedensbewegung gegen Krieg und Atomwaffen in den 1980er-Jahren. Diese Stimme wurde geh\u00f6rt!\u201c<br \/>\n.<br \/>\nIn der Nacht 26.\/27.9.1983 entschied <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/atom-nachruestung-hierzulande\/\">Stanislaw Petrow<\/a> im russischen Sicherheitszentrum bei Moskau auf Fehlalarm, als ein US-Atomangriff gemeldet wurde. Nach 20 bangen Minuten stellte sich heraus, da\u00df seine Entscheidung richtig war. Petrow verhinderte einen Atomkrieg USA-RU.<br \/>\nWird die von den USA befohlene und vom deutschen Kanzler in Washington akzeptierte Nachr\u00fcstung 2.0 im Jahr 2026 umgesetzt, dann kann sich diese Logik &#8222;Wer als erster schie\u00dft, stirbt als zweiter&#8220; wiederholen. Mit dem Unterschied, da\u00df die Vorwarnzeiten heute so kurz &#8211; nur 8 min bis Moskau &#8211; und die zu verarbeitenden Datenmengen so gro\u00df sind, dass man auf K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) angewiesen ist. Nicht mehr der Mensch Petrow wird entscheiden, sondern die KI. &#8222;Unsere Sicherheit h\u00e4ngt von KI ab&#8220; (Leo Ensel in (4)), also von Computersoftware. Und Software bzw. Programme k\u00f6nnen fehlerhaft sein.<br \/>\n.<br \/>\nDie Wahlen in Sachsen, Th\u00fcringen und Brandenburg zeigen, wie unterschiedlich die Menschen in Ost und West &#8222;ticken&#8220;. Mit dem 3. Oktober 1990 wurde dem Osten ohne irgendeine Abstimmung bzw. Bedenkzeit die bedingungslose Westbindung \u00fcbergest\u00fclpt (5). Es wurde vers\u00e4umt, die Westbindung und das transatlantische Verh\u00e4ltnis zu diskutieren, das Verh\u00e4ltnis zu Russland zu kl\u00e4ren und all dies in eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/grundgesetz-neu\/\">neue Verfassung<\/a> einzuarbeiten.<br \/>\n.<br \/>\nDie in D dominierende <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kriegsrhetorik-beenden-brief\/\">Kriegsrhetorik<\/a> mu\u00df endlich einer umfassenden Friedensrhetorik weichen. Diplomatie statt Waffengang.<\/p>\n<p><em><strong>Laut Infratest\/Dimap sind 84 % der Deutschen unzufrieden mit der Politik der Ampel, 78 % unzufrieden mit der von Bundeskanzler Scholz betriebenen Kriegspolitik und 77 % unzufrieden mit der Migrationspolitik.<\/strong><\/em> Schlechtere Werte konnten Demoskopen in den vergangenen 70 Jahren nicht liefern. Warum f\u00fchrt diese krasse Unzufriedenheit der Bev\u00f6lkerung zu keinerlei <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/friedensdemo\/\">Protesten<\/a> und Demonstrationen im \u00f6ffentlichen Raum. Warum schweigt die Friedensbewegung so beharrlich &#8211; zum inneren Frieden (t\u00e4glich kommen 500 Migranten illegal \u00fcber die Grenze) wie auch zum \u00e4u\u00dferen Frieden (t\u00e4glich sterben unz\u00e4hlige Soldaten wie Zivilisten im Ukrainekrieg)?<br \/>\nDieser Artikel ist auch erschienen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ansage.org\/die-friedensbewegung-schweigt\/\">https:\/\/ansage.org\/die-friedensbewegung-schweigt\/<\/a><br \/>\n20.9.2024<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Die Friedensbewegung schweigt&#8220;<br \/>\n=============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211; (4)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Ein kurzer Gedanke zur Reichweitenerh\u00f6hung britischer und amerikanischer Raketen im Ukraine-Krieg<\/strong><br \/>\nGro\u00dfbritannien hat die Reichweitenbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr seine der Ukraine gelieferten Storm-Shadow-Raketen aufgehoben. Die USA werden wohl schon bald nachziehen. Russlands Pr\u00e4sident Putin sieht das als direkte Kriegsbeteiligung der NATO-L\u00e4nder und k\u00fcndigte bereits Gegenma\u00dfnahmen an. https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121222#h02<br \/>\nIn Deutschland scheint die Gefahr, die durch diese Eskalation ausgeht, noch nicht angekommen zu sein. Dabei w\u00e4re es h\u00f6chste Zeit, jetzt auf die Bremse zu treten. Eine Aufhebung der Reichweitenbeschr\u00e4nkung w\u00e4re n\u00e4mlich in der Tat eine direkte Kriegsbeteiligung mit m\u00f6glicherweise schwerwiegenden Folgen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nWir halten fest: Es geht um britische und amerikanische Raketen, f\u00fcr die die Briten und Amerikaner die Zieldaten liefern und die von britischem und amerikanischem Personal programmiert werden. Die Ukraine ist \u201elediglich\u201c der Ort des Abschusses und ihr \u201eAbwehrkampf\u201c die \u00f6ffentlich vorgetragene Begr\u00fcndung. Wenn wir das beiseitelassen, handelt es sich um britische bzw. amerikanische Angriffe auf russisches Territorium.<br \/>\nWenn das keine direkte Kriegsbeteiligung ist, was ist soll es dann sein? Und genauso bewertet die russische F\u00fchrung die angek\u00fcndigte Reichweitenerh\u00f6hung. Gro\u00dfbritannien und die USA spielen mit dem Feuer. Wenn die Bundesregierung tats\u00e4chlich eine Eskalation des Krieges verhindern will, muss sie diesen Wahnsinn stoppen und sofort Druck auf ihre \u201eB\u00fcndnispartner\u201c aus\u00fcben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.9.2024 von Jens Berger bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121246\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121246<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(2) Kujat: \u201eDiesen Krieg kann niemand gewinnen\u201c<\/strong><br \/>\nEx-Generalinspekteur: Sorge vor weiterer Eskalation durch Freigabe neuer Raketen in der Ukraine \/ Verhandlungen ohne Vorbedingungen n\u00f6tig \/ Unterst\u00fctzung der Selenskij-Initiative durch Scholz ein \u201eIrrweg\u201c<br \/>\nDer fr\u00fchere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, warnt vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges. In einem Expertentalk mit Michael Clasen von der Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung beantwortete Kujat am Donnerstagabend (12. September) live die Fragen der Leser und Zuschauer. Dabei ging er auch auf die m\u00f6gliche Aufhebung der Reichweitebegrenzung von Raketen durch die USA und Gro\u00dfbritannien ein. Diese wird vom ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskij gefordert und derzeit diskutiert. Kujat, der bis 2005 Vorsitzender des NATO-Milit\u00e4rausschusses war, sieht darin einen \u201eerheblichen Eskalationsschritt zur Erh\u00f6hung der Kampfhandlungen\u201c.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nKujat richtete sein Augenmerk auf die Kriegsziele der beiden beteiligten Gro\u00dfm\u00e4chte USA und Russland, denn: \u201eEinen Krieg gewinnt man dann, wenn man die politischen Ziele erreicht, derentwegen man diesen Krieg f\u00fchrt.\u201c Die urspr\u00fcnglichen Kriegsziele beider Seiten seien nicht mehr realistisch. Russland sei dabei gescheitert, die weitere Ausdehnung der NATO zu stoppen und eine Pufferzone zu schaffen \u2013 dies zeige der Beitritt Schwedens und Finnlands. Der Westen sei aber seinerseits dabei gescheitert, Russland zu schw\u00e4chen. Kujat verwies auf den Aufschwung der Wirtschaft und die St\u00e4rkung der Streitkr\u00e4fte in Russland. \u201eDiesen Krieg kann niemand gewinnen\u201c, sagte Kujat, der immer wieder auf die Notwendigkeit von Realismus und Verhandlungen hinwies. Dies bedeute nicht, die Unterst\u00fctzung der Ukraine aufzugeben oder die Aggression Russlands zu negieren. Auch bei Verhandlungen m\u00fcsse der Westen die Ukraine unterst\u00fctzen.<br \/>\nLaut Kujat sind von beiden Seiten hohe H\u00fcrden f\u00fcr neue Verhandlungen aufgerichtet worden. Auf russischer Seite sei dies die Annexion von Teilen der Ukraine, auf ukrainischer Seite das Verbot von Verhandlungen mit Russland. \u201eEntscheidend ist deshalb, dass diese Vorbedingungen nicht aufrecht erhalten werden\u201c, sagte Kujat. Ein Ergebnis wie in Istanbul im April 2022 k\u00f6nne nicht mehr erzielt werden. Grund hierf\u00fcr sind f\u00fcr Kujat vor allem die Erfolge Russlands auf dem Schlachtfeld.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nKujat erinnerte auch an die Vorgeschichte, an der er als Vorsitzender des NATO-Russland-Rates beteiligt war. Damals habe man versucht, einen Ausgleich zwischen dem Westen und Russland zu erzielen. Als Wendepunkte bezeichnete er zwei Daten. Zum einen die K\u00fcndigung des ABM-Vertrags durch die USA im Jahr 2002 und zum anderen den Versuch von Pr\u00e4sident George W. Bush 2008, die Ukraine und Georgien mit \u201eBrachialgewalt\u201c in die NATO zu holen. Bis heute sei keine Einladung an die Ukraine ausgesprochen worden, dem B\u00fcndnis beizutreten, erkl\u00e4rte Kujat. Daf\u00fcr ist ein einstimmiges Votum aller Mitgliedstaaten erforderlich.<br \/>\n&#8230; Alles vom 15.9.2024 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0105\">https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0105<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(3) Ohne Druck von unten wird sich nichts \u00e4ndern! \u2013 Warum wir dringend eine kraftvolle \u201eFriedensbewegung 2.0\u201c brauchen<\/strong><br \/>\n&#8230;<br \/>\nEine neue Friedensbewegung, so wie ich sie mir w\u00fcnsche, eine \u201eBreite Koalition der Vernunft\u201c <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121234\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109418<\/a> , w\u00fcrde hier wieder ankn\u00fcpfen. Sie w\u00fcrde versuchen, alle bereits existierenden Antikriegsaktivit\u00e4ten lose zu b\u00fcndeln. Sie w\u00fcrde, heute extrem wichtig!, auf Augenh\u00f6he und in wechselseitigem Respekt den Dialog mit den Klimasch\u00fctzern der jungen Generation suchen.<br \/>\nSie w\u00fcrde anstreben, sich zu internationalisieren. Nach dem Prinzip \u201eAlle Menschen, die ein sofortiges Ende des Krieges in der Ukraine und nachhaltige Deeskalation zwischen dem Westen und Russland wollen, sollten sich \u2013 ungeachtet aller anderen Differenzen \u2013 zusammenschlie\u00dfen.\u201c Und zwar nicht nur in die anderen L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union hinein, sondern bis in die Ukraine, nein: bis nach Russland! Sie w\u00fcrde die B\u00fcrger aller L\u00e4nder dazu ermuntern, sich den neuen und alten Feindbildern zu verweigern und statt dessen die direkten Kontakte von Mensch zu Mensch auf s\u00e4mtlichen Ebenen wieder aufzubauen und zu pflegen.<br \/>\nUnd sie w\u00fcrde, solange der Krieg dauert, die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure \u2013 alle Menschen auf beiden Seiten der Front, die das Morden, das Zerst\u00f6ren nicht mitmachen wollen \u2013 mit offenen Armen empfangen.<br \/>\n.<br \/>\nSie w\u00fcrde schlie\u00dflich \u00fcber den blutigen Krieg in der Ukraine hinausdenken und sich auf der politischen Ebene f\u00fcr eine Neue Entspannungspolitik, f\u00fcr einen \u201eHelsinki-Prozess 2.0\u201c, sprich: f\u00fcr eine komplette Neujustierung der gesamten Europ\u00e4ischen Sicherheitsstruktur unter gleichberechtigter Einbeziehung Russlands einsetzen. F\u00fcr eine Friedensordnung, die den Kernsatz der \u201eCharta von Paris\u201c vom November 1990 \u201eSicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden\u201c wieder zu ihrem zentralen Dreh- und Angelpunkt macht.<br \/>\nUnd sie w\u00fcrde sich im Verbund mit Organisationen wie der 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten internationalen Kampagne ICAN oder den \u00c4rzten gegen den Atomkrieg (IPPNW) f\u00fcr ein weltweites Verbot von Atomwaffen einsetzen. ICAN hat es nicht nur geschafft, dass mittlerweile 93 Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet und 69 Staaten ihn ratifiziert haben \u2013 es arbeiten hier auch vergleichsweise viele, bestens informierte junge Menschen mit. Im optimalen Falle k\u00f6nnte ICAN der ideale Katalysator f\u00fcr ein zeitgem\u00e4\u00dfes \u201a\u00d6kopax\u2018, sprich: f\u00fcr eine sachlich l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Ann\u00e4herung von Klimaschutz- und Friedensbewegung sein.<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.9.2024 von Leo Ensel bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121234\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121234<\/a><br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(4) Dr. Leo Ensel: &#8222;Wir werden kriegsbereiter gemacht&#8220;<\/strong><br \/>\nKonfliktforscher Dr. Leo Ensel fragt: Wo bleibt der Aufschrei? Deutschland r\u00fcstet auf, l\u00e4sst die USA Marschflugk\u00f6rper stationieren, die das Land zur Zielscheibe machen. Die B\u00fcrger schauen apathisch zu. Keine Spur von der Friedensbewegung der 80er Jahre. Warum ist das so? Warum engagieren sich die Klimaj\u00fcnger nicht auch f\u00fcr den Frieden? Wo ist \u201e\u00d6ko-Pax\u201c der fr\u00fchen Gr\u00fcnen geblieben? Ensel, dessen Forschungen sich auf den post-sowjetischen Raum konzentrieren, erinnert au\u00dferdem an den Fast-Atomkrieg 1983, der nur dank einer Reihe von Zuf\u00e4llen von einem einzigen Mann verhindert wurde. Durch immer modernere Waffensysteme w\u00fcrde wahrscheinlich k\u00fcnftig die Entscheidung \u00fcber den roten Knopf bei K\u00fcnstlicher Intelligenz liegen. \u201eDann h\u00e4ngt unser Wohl und Wehe von Automaten ab\u201c, so Ensel.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.9.2024 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/punkt-preradovic.com\/wir-werden-kriegsbereiter-gemacht-mit-dr-leo-ensel\/\">https:\/\/punkt-preradovic.com\/wir-werden-kriegsbereiter-gemacht-mit-dr-leo-ensel\/<\/a><br \/>\noder<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6abBq503V-A\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6abBq503V-A<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(5) Fremdeln mit der Westbindung: Die Umerziehung der Ossis ist gescheitert<\/strong><br \/>\nDie Westintegration geh\u00f6rt zum Kern des Selbstverst\u00e4ndnisses der alten Bundesrepublik. Das ist im Osten anders. Betrachtung eines gro\u00dfen Missverst\u00e4ndnisses.<br \/>\nEine starke, fr\u00fch gefestigte Bindung schafft Urvertrauen. So ausgestattet gelingt es Partnern, in ihrer Beziehung mit Stress umzugehen sowie positive Gef\u00fchle zu teilen. Was f\u00fcr Familien, Kleinkinder, Freunde oder Gesch\u00e4ftsleute gilt, trifft nicht minder auf das weite Feld der internationalen Beziehungen zu. Man denkt nur nicht st\u00e4ndig dar\u00fcber nach. Aber in diesen Wochen f\u00e4llt etwas exorbitant auf: die Schwierigkeiten des Ostens mit der Westbindung.<br \/>\nSie wurde dem Osten in der besinnungslosen Zeit nach dem 3. Oktober 1990 ohne Federlesen \u00fcbergest\u00fclpt. Die Bedeutung dieses Teils der \u00dcberf\u00fchrung des untergegangenen Staates Ost war der gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit nicht bewusst \u2013 wohl aber den Einheitsgestaltern West. Warum wohl wollten Sch\u00e4uble und Kohl die schnelle Einheit nach Artikel 23 des Grundgesetzes, also den Beitritt statt der Vereinigung Gleichberechtigter wie es der Artikel 146 vorsieht?<br \/>\nWestbindung \u2013 ohne Debatte festgezurrt<br \/>\nMan kann doch nicht im Ernst glauben, der k\u00fcrzere Querfeldeinweg in die Einheit sei aus R\u00fccksichtnahme auf die DDR-B\u00fcrger gew\u00e4hlt worden, die schnell ins Reich von Konsum und Freiheit eintreten wollten. Schaut man sich an, was den neuen Bundesb\u00fcrger nach der Einheit zugemutet wurde \u2013 das Abr\u00e4umen der DDR-Wirtschaft durch die Treuhand, die Millionen Arbeitslosen, das Umst\u00fclpen von Gesundheits- und Bildungswesen, die Nichtanerkennung von Berufsabschl\u00fcssen, der Exodus der Jugend und so fort \u2013 dann kann man getrost ausschlie\u00dfen, dass der Verzicht auf den l\u00e4ngeren, demokratischen Einigungsprozess nach Artikel 146 aus R\u00fccksichtnahme geschah. Der Artikel besagt, das Grundgesetz verliere \u201eseine G\u00fcltigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist\u201c. Das w\u00e4re alle Anstrengung wert gewesen und gilt \u00fcbrigens bis heute.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAber was in den Jahrzehnten vor 1989 und genauso danach von den USA (und der Nato) ausgegangen war, l\u00e4sst sich nicht vergessen. Klar, man hatte als Ossi seine anstrengenden Erfahrungen mit der Sowjetunion, man wusste um die im Zweifel brutale Machtpolitik \u2013 ob 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in Prag, 1979 in Afghanistan etc. Aber die Liste der von den USA ausgehenden Gewaltakte und Menschenrechtsverletzungen war doch unvergleichlich l\u00e4nger. Hier einige Stichworte: Vietnam, Kuba, Chile, Nicaragua, Granada, Irak, Belgrad, Afghanistan, Abu Ghraib, Guant\u00e1namo, Libyen. Wohl kein einziges Land Lateinamerikas, dem Hinterhof der USA, blieb von Diversion und Intervention verschont. 1959 \u201einkorporierten\u201c die USA nach Jahrzehnten widerrechtlicher Besetzung Hawaii als 50. Bundesstaat, in den Augen vieler Einwohner eine illegale Annexion. Dass einem das Beispiel beim Nachdenken \u00fcber die Krim in den Sinn kommt, hat gute Gr\u00fcnde. Und die Pershing-Raketen in der BRD waren auch auf die DDR gerichtet.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDer Osten und die Friedensfrage<br \/>\nIch behaupte: Dies ist eine Folge des Versuchs, im Osten einen Identit\u00e4tswechsel zu erzwingen. Wollt ihr nicht die Westbindung bejubeln, habt ihr Zweifel, so seid ihr Putin-Knechte, Antidemokraten, Diktaturs\u00fcchtige. So ungef\u00e4hr lauten die Vorw\u00fcrfe. Das kann nicht gut ausgehen. Hat man die Ostler nicht gerade f\u00fcr ihre Friedliche Revolution gelobt? Waren nicht Friedensgebete in DDR-Kirchen gro\u00dfartige Veranstaltungen gewesen? Wer den Aufn\u00e4her \u201eSchwerter zu Pflugscharen\u201c trug, wagte (zur Freude der BRD-Politik) mutigen Widerstand gegen das SED-Regime. Heute soll Frieden ein Unwort sein. Nun wehren sich die Leute auch dagegen mit ihrer Wahlstimme.<br \/>\nIm Westen h\u00f6rt man immer wieder, man habe anfangs geglaubt, die Ossis seien selbstverst\u00e4ndlich ganz genauso wie man selbst. Das waren sie nicht, noch nie \u2013 \u00f6stlich der Elbe herrschten seit Jahrhunderten andere Verh\u00e4ltnisse, das hatten auch die paar Jahrzehnte st\u00e4rkerer deutscher Zentralstaatlichkeit unter Kaiser, Republik und F\u00fchrer nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen. Die Umerziehung ist gescheitert. Der Osten liegt im Osten \u2013 so banal und so bedeutungsschwer ist das.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.9.2024 von Maritta Adam-Tkalec bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/meldungen\/0105\">https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/fremdeln-mit-der-westbindung-die-umerziehung-der-ossis-ist-gescheitert-li.2255045<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So kann es nicht weitergehen. In der Ukraine liegen sich ukrainische und russische junge Soldaten in Sch\u00fctzengr\u00e4ben gegen\u00fcber und warten darauf, die gleichaltrigen Jungens von gegen\u00fcber wie befohlen abzuknallen &#8211; ein Stellungskampf wie im 1. Weltkrieg (Verdun). 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