{"id":126811,"date":"2024-09-09T06:40:17","date_gmt":"2024-09-09T04:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=126811"},"modified":"2024-09-10T09:36:18","modified_gmt":"2024-09-10T07:36:18","slug":"deutsch-deutsches-miteinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deutsch-deutsches-miteinander\/","title":{"rendered":"Deutsch-deutsches Miteinander"},"content":{"rendered":"<p>Christa Wolf und J\u00fcrgen Habermas sind beide 1929 geboren und beide politisch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">links<\/a>. Im Jahr 1991 stellte die Ostschriftstellerin <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ost-west\/\">Christa Wolf<\/a> f\u00fcr beide deutschen Teilstaaten eine jahrzehntelange Anpassung an die Besatzungsm\u00e4chte (den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/us-geopolitik\/\">American way of life<\/a> bzw. den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/sozialismus\/\">Sozialismus<\/a>) fest <!--more-->und forderte, diese kritisch zu verarbeiten, da sie in der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-israel\/staatsraison\/\">BRD<\/a> wie in der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/ddr\/\">DDR<\/a> &#8222;eine intellektuelle und emotionale Befangenheit erzeugt&#8220; h\u00e4tten. J\u00fcrgen Habermas lehnte eine solche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/kritik\/\">Selbstkritik<\/a> in der ihm eigenen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/arroganz\/\">\u00dcberheblichkeit<\/a> strikt ab mit der Begr\u00fcndung, dass die bundesdeutsche \u201eWestorientierung (&#8230;) die Ein\u00fcbung in den aufrechten Gang\u201c gewesen sei. Damit hatte er die einseitige Einverleibung der DDR in die BRD professoral untermauert.<\/p>\n<p>Auch die Begleitumst\u00e4nde der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlen-ex-ddr\/\">Wahlen<\/a> Th\u00fcringen und Sachsen am 1. September 2024 mit teilweise so unterschiedlichen Bewertungen von Politik und Medien in den \u00f6stlichen und westlichen Bundesl\u00e4ndern zeigen, da\u00df man auf Christa Wolf seinerzeit h\u00e4tte h\u00f6ren sollen (1). Denn salopp ausgedr\u00fcckt: Nicht alles in der DDR war schlecht und nicht alles in der BRD war gut.<br \/>\n.<br \/>\nNach dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">Mauerfall 1989<\/a> wurde die gro\u00dfe Chance vertan, in einer breiten und sicher auch m\u00fchevollen<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/diskussionskultur2023\/\"> Diskussion<\/a> die Nachkriegsgeschichte in Ost und West aufzuarbeiten, um so zu einem gesamtdeutschen &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/consent-of-the-governed\/\">Consent of the Governed<\/a>&#8220; zu gelangen &#8211; einschlie\u00dflich der\u00a0 Abl\u00f6sung des provisorischen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/grundgesetz\/grundgesetz-neu\/\">Grundgesetzes<\/a> durch eine neue gesamtdeutsche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassung\/\">Verfassung<\/a>?<br \/>\n.<br \/>\nDie Deutschen in Ost und West, in den neuen und den alten Bundesl\u00e4ndern, m\u00fcssen miteinander reden, daran kommen sie auch \u00fcber 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht herum. Es w\u00e4re Aufgabe der Medien, eine solche innerdeutsche Diskussion anzuregen und \u00f6ffentlichkeitswirksam wie kritisch zu begleiten. Doch die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Mainstreammedien<\/a> sind &#8211; vom Westen dominiert &#8211; dazu leider nicht willens, da sie mit der willf\u00e4hrigen Berichterstattung \u00fcber die Machterhaltungspolitik der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/ampel\/\">Ampel-Regierung<\/a> voll und ganz besch\u00e4ftigt sind.<br \/>\nDie Realit\u00e4t Deutschlands sieht wirtschaftlich (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/deindustrialisierung\/\">Deindustrialisierung<\/a>) wie sozial (Sicherheit) d\u00fcster aus. Es ist zu vermuten, da\u00df diese Realit\u00e4t von den ach so r\u00fcckst\u00e4ndigen Ostdeutschen eher erkannt wird von den Westlern, die in ihrer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/wohlstandsverlust\/\">Wohlstandverw\u00f6hnung<\/a> immer noch bequem eingelullt zu sein scheinen. Die derzeitigen Wahlen im Osten Deutschlands sollten als Weckruf verstanden werden, von allen, die h\u00fcben und dr\u00fcben der real existierenden Mauern &#8211; seien es <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/cdu\/brandmauer\/\">Brandmauern<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/diskussionskultur2023\/\">geistigen Mauern<\/a> &#8211; leben.<br \/>\n7.9.024<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Deutsch-deutsches Miteinander&#8220;<br \/>\n=============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211;<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Einig Land, mental gespalten<\/strong><br \/>\n<strong>Mit der Wiedervereinigung glaubten viele Westdeutsche, fortan den ganzen Staat zu repr\u00e4sentieren.<\/strong><br \/>\nvon Thorsten Hinz<br \/>\nKurz vor den Landtagswahlen lie\u00df eine Koryph\u00e4e vom <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/correctiv\/\">Medienportal Correctiv<\/a> via Twitter verlauten, der Westen solle \u201elieber \u00fcber eine Trennung\u201c von der ehemaligen DDR nachdenken: \u201eDie Tschechoslowakei hat es vorgemacht.\u201c Denn es k\u00f6nne nicht sein, da\u00df die r\u00fcckst\u00e4ndigen Ostdeutschen, \u201edie nur 1\/6 der Gesamtbev\u00f6lkerung stellen, mit der Westbindung das Erfolgsmodell der Bundesrepublik zerst\u00f6ren\u201c. Nach scharfen Reaktionen l\u00f6schte er den Tweet rasch wieder, doch lie\u00df er sich nicht mehr zur\u00fcckholen. Gl\u00fccklicherweise, denn er ist buchenswert, weil er eine verbreitete Stimmung widergibt, die sich teils in P\u00f6beleien, teils in Insinuationen Luft verschafft.<br \/>\nDer Spiegel stellt zum Beispiel regelm\u00e4\u00dfig auf dem Cover die \u00f6stlichen Bundesl\u00e4nder als hinterw\u00e4ldlerisch und als irgendwie nicht zugeh\u00f6rig dar. Die \u201eOssis werden nie Demokraten\u201c, schrieb Mathias D\u00f6pfner, der Chef des Axel-Springer-Konzerns, in einer seiner umnebelten n\u00e4chtlichen Mails. Die in Dresden erscheinende S\u00e4chsische Zeitung platzierte am 10. August den Leitartikel eines (aus dem Westen zugezogenen) Feuilletonredakteurs auf der Titelseite, der mit einer verzerrenden Kritik an der Pegida-Bewegung begann und in den Satz einm\u00fcndete. \u201eWas unser Land braucht, ist ein eiserner Vorhang, vor dem sich die Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft schart.\u201c Wobei nicht klar wurde, ob die Mehrheit sich mit dem R\u00fccken oder mit dem Gesicht zur Wand aufstellt und ob der Feind von hinten oder von vorn anst\u00fcrmt.<\/p>\n<p>Solche Trennungsphantasien sind l\u00e4ngst keine Einbahnstra\u00dfe mehr. Die Bundesrepublik wird von vielen B\u00fcrgern als ein Staat wahrgenommen, der das Scheitern zu seinem Programm gemacht hat. Eine explodierende Gewaltkriminalit\u00e4t, der Niedergang der Wirtschaft, die Zerr\u00fcttung der Infrastruktur, die Verdummung der Sch\u00fcler, die Abwanderung der Klugen und Talentierten ins Ausland, die von Analphabeten und religi\u00f6sen Fanatikern ersetzt werden, die direkt ins Sozialsystem einwandern \u2013 diese Tendenzen haben ihre Wurzeln in Ideologien und Diskursen, die im westlichen Teil des Landes kreiert wurden.<br \/>\nDa kann schon der Gedanke auftauchen, vom Osten aus einen Schnitt zu machen: Die Milliardentransfers, auf die der Westen verweist, k\u00f6nnten dann als deutsch-deutsche Kriegsfolgelastenbereinigung verrechnet werden. Im \u00fcbrigen m\u00fc\u00dfte ein fairer Trennungsbeschlu\u00df die \u00dcbernahme von Messerm\u00e4nnern, Gruppenvergewaltigern, Genderprofessor:innen, vernagelten Extremismusforschern, Demokratiexperten und sonstigen Kollateralsch\u00e4den von Wokeness und Multikulti durch den Weststaat mit einschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Gewi\u00df, die Pro-Kopf-Wertsch\u00f6pfung liegt im Osten noch um ein Viertel unter der des Westens, doch es ist vorstellbar, da\u00df mittelfristig eine West-Ost-Wanderung von Personen und von Betrieben stattfindet, die der zunehmenden Politisierung ihres Alltags und der erstickenden B\u00fcrokratie entgehen wollen. Nicht nur viele Ost-, auch Westdeutsche sehnen sich danach, von den herrschenden Politik- und Medienlemuren befreit zu werden.<\/p>\n<p>Nun gut, das sind alles Wolkenschiebereien, aber solche Phantasien verweisen darauf, da\u00df die Wiedervereinigung, die in Wahrheit ein Beitritt des Ostens zum Westen beziehungsweise seine \u00dcbernahme war, politisch und psychologisch weitgehend mi\u00dflungen ist. Der westdeutsche Teilstaat glaubte das Ganze zu sein und hat sich daran verhoben. Nun drohen beide Teile in den Abgrund zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Dazu eine Begebenheit aus der Kulturszene, welche die bundesdeutsche \u00dcberhebung gut illustriert. Ende 1991 nahm J\u00fcrgen Habermas an einer Veranstaltung der (Ost-)Akademie der K\u00fcnste in Berlin teil. Bei dieser Gelegenheit \u00fcbergab die Schriftstellerin Christa Wolf ihm ein Arbeitspapier mit Thesen f\u00fcr eine Vereinigung mit der Schwesterakademie im Westteil der Stadt. Darin war von einer zu \u00fcberwindenden Anpassung der beiden deutschen Teilstaaten an ihre jeweiligen Vorm\u00e4chte die Rede. Diese Anpassung h\u00e4tte sowohl in der DDR wie in der Bundesrepublik \u201eeine intellektuelle und emotionale Befangenheit erzeugt\u201c, die zu einer Entfremdung von der einst einheitlichen deutschen Kultur gef\u00fchrt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter sandte Habermas an Christa Wolf einen geharnischten Brief, in dem er das Papier als \u201egut gemeinten, aber kurzschl\u00fcssigen Appell\u201c abkanzelte. Keineswegs h\u00e4tten die Biographien im Westen sich unter \u201edeformierenden Einschr\u00e4nkungen\u201c vollzogen, vielmehr sei die bundesdeutsche \u201eWestorientierung (&#8230;) die Ein\u00fcbung in den aufrechten Gang\u201c gewesen. Keineswegs geh\u00f6rten die zwei deutschen Nachkriegsgeschichten zum selben \u201ePaar Schuhe\u201c.<\/p>\n<p>Die harsche Absage war um so bemerkenswerter, weil Wolf wie Habermas sich ausdr\u00fccklich zum linken und antifaschistischen Lager z\u00e4hlten, beide 1929 geboren waren und der sogenannten Flakhelfergeneration angeh\u00f6rten. W\u00e4hrend die Ost-Schriftstellerin, die im Jahr zuvor im sogenannten \u201eLiteraturstreit\u201c als politisch naiv und ideologische Irrl\u00e4uferin kritisiert worden war, sich zur Notwendigkeit der Selbstkorrektur bekannte, wies der West-Philosoph die Zumutung strikt zur\u00fcck. Die DDR-Pop-Band Silly fa\u00dfte damals die Konstellation in das Bild vom reichen Westbr\u00e4utigam, der seine heruntergekommene Ost-Braut heimf\u00fchrt (\u201eDie Schlampe und der Held\u201c) und sie an die Kandare nimmt: \u201eUnd wenn es ihr zu eng wird \/ im s\u00fcndhaft teuren Kleid \/ sagt er: Sei still, und sch\u00e4m Dich \/ f\u00fcr Deine Vergangenheit.\u201c<\/p>\n<p>Inzwischen ist der Lack der Westherrlichkeit fast g\u00e4nzlich abgeplatzt. G\u00fcnter Maschke hatte ihn bereits vor vierzig Jahren als falschen Flitter entlarvt. Seine S\u00e4tze \u00fcber die intellektuelle Flakhelfer-Generation im Westen, die zur Zeit der Wiedervereinigung tonangebend war, sind nach wie vor klassisch: \u201eDiese Generation, zu jung, um die Pr\u00fcgel zu verstehen, die sie empfing, wurde ein Opfer der Gemeinschaftskundewelt, der Care-Pakete, der amerikanischen Stipendien f\u00fcr \u2018Demokratiewissenschaft\u2019 (Politologie) und der Legende vom britischen Parlament. Die sch\u00f6ne neue Welt, die die Vertreter dieser Generation nach Blut und Dreck erschauen d\u00fcrfen, wurde von der einen Fraktion von ihr sp\u00e4ter als realisiert wahrgenommen, von der anderen aggressiv eingefordert. (\u2026) Die einen wollen die Nationvergessenheit und die Unterwerfung stabilisieren, die anderen wollen die Nationvergessenheit und die Unterwerfung versch\u00e4rfen.\u201c<br \/>\nKetzerisch gefragt: Konnte es denn \u00fcberhaupt anders kommen? Bei der Suche nach einer Antwort werden die strukturellen Parallelen zwischen der Bundesrepublik und der DDR deutlich, die \u2013 anders als Habermas meinte \u2013 durchaus existierten. Zu den ersten Schriftstellern, die nach Deutschland zur\u00fcckkehrten, geh\u00f6rte der Kommunist und einstige Expressionist Johannes R. Becher. Sein 1946 erschienener Band \u201eHeimkehr\u201c enth\u00e4lt eine eindrucksvolle, tief empfundene Deutschland-Lyrik. \u201eMeiner Heimat Sch\u00f6nheit\u201c, \u201eEs war ein stilles Land\u201c, \u201eDu heilig-sch\u00f6nes Land\u201c, lauten einiges charakteristische \u00dcberschriften. Einen H\u00f6hepunkt des Bandes bildet die Strophe: \u201eDeutschland meine Trauer, Land im D\u00e4mmerschein, Himmel Du mein blauer, Du mein Fr\u00f6hlichsein.\u201c<\/p>\n<p>Aber diese nationale Lyrik blieb bei der jungen Generation, die den Krieg \u00fcberlebt hatte, ohne Wirkung und Echo. Der DDR-Literaturwissenschaftler Werner Mittenzwei (Jahrgang 1927) begr\u00fcndete das damit, da\u00df \u201eEntt\u00e4uschung und Verzweiflung\u201c das Nationalgef\u00fchl aufgezehrt hatten. \u201eEs hatte zuviel Tribut gefordert, deshalb verlor es seine unwiderstehliche Anziehungskraft.\u201c Bechers Deutschland-Lyrik \u201eweckte nur Erinnerungen, und die waren bitter\u201c. Deshalb wurde sie als \u201eNekrolog\u201c empfunden. Das Nationalgef\u00fchl mu\u00dfte zu den \u201eKriegsopfern\u201c gerechnet werden. \u201eDie Deutschen waren auf diese Weise nicht zu gewinnen, nicht zu neuer Bereitschaft mitzurei\u00dfen.\u201c<br \/>\nDas galt f\u00fcr die Flakhelfergenerationen im Westen wie im Osten. Sie identifizierten sich mit dem, was die jeweiligen Sieger ihnen boten: in der Bundesrepublik den American Way of Life, im Osten den Glauben an den Sozialismus. Letzterer ging 1989 unter, doch der siegreiche Widerpart war deshalb nicht ins endg\u00fcltige Recht gesetzt und schon gar nicht identisch mit den Interessen des wiedervereinten Landes. Es bestand durchaus die Aufgabe, gemeinsam ein gel\u00e4utertes Nationalgef\u00fchl zu rekonstruieren. Das wurde von Leuten wie Habermas blockiert, der darin nur den Versuch sah, \u201euns wieder in den deutschen Sumpf einzutauchen\u201c.<br \/>\nDie Westbindung bzw. -orientierung wird nicht, wie es vern\u00fcnftig w\u00e4re, als eine politische Option verstanden, deren Vorteile, Risiken und Nebenwirkungen st\u00e4ndig neu abgewogen werden m\u00fcssen, sondern sie ist zum ins Metaphysische reichenden Glaubensbekenntnis geworden, das keine kritische Sichtung erlaubt. Dieser Dogmatismus f\u00fchrt zu politischer Naivit\u00e4t und Blindheit, welche Habermas und der eingangs zitierte Correctiv-Lemur miteinander teilen. So l\u00e4\u00dft sich sogar die Sprengung einer wichtigen Energieleitung durch fremde M\u00e4chte als freundschaftlicher Klaps interpretieren, der den Verirrten wieder auf den richtigen Weg bringt. Der selbstzerst\u00f6rerische Widersinn, der in dieser Konditionierung liegt, wird im Osten aus historischen Gr\u00fcnden sch\u00e4rfer empfunden als im Westen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 6.9.2024 von Torsten Hinz bitte lesen in der JF 37\/24, Seite 13<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christa Wolf und J\u00fcrgen Habermas sind beide 1929 geboren und beide politisch links. 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