{"id":126152,"date":"2024-08-14T09:37:05","date_gmt":"2024-08-14T07:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=126152"},"modified":"2024-08-16T14:02:09","modified_gmt":"2024-08-16T12:02:09","slug":"eiserner-vorhang-saechsische-contra-vaatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/eiserner-vorhang-saechsische-contra-vaatz\/","title":{"rendered":"Eiserner Vorhang: S\u00e4chsische contra Vaatz"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWas unser Land braucht, ist ein eiserner Vorhang, vor dem sich die Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft schart, die zum konstruktiven Dialog bereit ist \u2026 Wer aber diese Dialog-Bem\u00fchungen nur torpedieren und sabotieren will \u2026 soll \u2026 im \u2026 Abseits verharren.\u201c<!--more--><br \/>\nDieses Statement wurde am 10.8.2024 in der in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresden<\/a> erscheinenden Zeitung &#8222;S\u00e4chsische&#8220; unter dem Titel \u201eRadikalisierung und Extremisierung: Reden allein reicht nicht mehr\u201c ver\u00f6ffentlicht (1) . Es wird also ein neuer &#8222;Eiserner Vorhang 2.0&#8220; gefordert, um Menschen mit abweichender Meinung auszugrenzen.<br \/>\nDagegen wendet sich der aus Th\u00fcringen geb\u00fcrtige <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/17-juni-1953-volksaufstand-ddr\/\">DDR-B\u00fcrgerrechtler<\/a> (sechs Monate DDR-Haft wegen abweichender Meinung) und langj\u00e4hrige CDU-Bundestagsabgeordnete <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/cdu-ade-review-arnold-vaatz\/\">Arnold Vaatz<\/a> in einem Offenen Brief (2).<br \/>\nVaatz, als CDU-Mitglied f\u00fcrwahr kein AfD-Sympathisant, kritisiert die Forderung, Andersdenkende durch die Einrichtung eines neuen innerdeutschen Eisernen Vorhangs <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/denunziation\/ausgrenzung\/\">auszugrenzen<\/a>, vehement:<br \/>\n.<br \/>\nDie AfD wird als &#8222;rechtsextreme AfD&#8220; abgetan, die die Demokratie ersetzen will durch &#8222;antiliberale Demokratie nach ungarischem Vorbild&#8220; bzw. &#8222;unterdr\u00fcckerische Autokratie wie die von Putin&#8220;. B\u00fcrgern, die diese Partei nahe stehen, wird generell unterstellt, sie seien &#8222;gar nicht an Konsensfinden interessiert&#8220;. Deshalb sollen sie durch einen medialen Vorhang diffamiert, ignoriert, totgeschwiegen, gemieden, isoliert und somit ausgegrenzt werden. Ein solcher Eiserner Vorhang -Vaatz moniert die Wortwahl, die in beklemmender Weise an den verlogenen &#8222;Antifaschistischen Schutzwall&#8220; des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/mauerfall1989\/\">DDR-Regimes vor 1989<\/a> erinnert &#8211; widerspricht dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/pluralismus\/\">Pluralismus<\/a> unserer Freiheitlichen-Demokratischen Grundordnung (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassung\/fdgo\/\">FDGO<\/a>), die m\u00fcndige B\u00fcrger braucht, die frei ihre auch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/abweichende-meinung\/\">abweichende Meinung<\/a> sagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-abschaffen\/\">Pro-und-Contra<\/a>-Format gilt als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">journalistisches<\/a> Juwel der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/diskussionskultur2023\/\">freien Diskussionskultur<\/a>. Die beiden in der Anlage dokumentierten Statements &#8222;Pro&#8220; der Zeitung S\u00e4chsische (Anlage (1)) und &#8222;Contra&#8220; des CDU-lers Arnold Vaatz (2) dienen als Beispiel zu diesem Format: Der B\u00fcrger kann sich mit der Lekt\u00fcre \u00fcber beide Seiten informieren und so selbst eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/\">eigene Meinung<\/a> bilden.<\/p>\n<p>Zu der von der Dresdner Zeitung ver\u00f6ffentlichten Bezeichnung &#8222;rechtsextreme AfD&#8220; drei Anmerkungen: 1) Ob die AfD ein Sammelbecken von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/extremismus\/rechtsextremismus\/\">Rechtsextremisten<\/a> ist und deshalb als Partei <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afd-verbot\/\">verboten<\/a> werden muss, dieses Urteil obliegt in unserem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/rechtsstaat\/\">Rechtsstaat<\/a> alleine dem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/verfassung\/bundesverfassungsgericht\/\">Bundesverfassungsgericht<\/a>.<br \/>\n2) Extremisten betrachten unsere FDGO als Feind, der zerst\u00f6rt bzw. hinter einen &#8222;Eisernen Vorhang&#8220; weggesperrt werden mu\u00df. Die S\u00e4chsische Zeitung ignoriert dabei die beiden anderen Formen von Extremismus, den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/extremismus\/linksextremismus\/\">Linksextremismus<\/a> und den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islamismus\/\">islam-motivierten Extremismus<\/a>.<br \/>\n3) Extremisten als Feinde der FDGO wollen diese zerst\u00f6ren, w\u00e4hrend Radikale als Gegner der FDGO das System ver\u00e4ndern bzw. reformieren wollen.<br \/>\n14.8.2024<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Eiserner Vorhang: S\u00e4chsische contra Vaatz&#8220;<br \/>\n=============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) und (2)<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) Radikalisierung und Extremisierung: Reden allein reicht nicht mehr<\/strong><br \/>\nNach jahrelangen B\u00fcrgerdebatten zeigt sich: All die Dialoge mit radikalisierten Menschen haben nichts zum Besseren ver\u00e4ndert. Ziehen wir die Konsequenzen.<br \/>\nFahren wir im Urlaub in die Berge oder ans Meer? Wer springt f\u00fcr die kranke Kinderbetreuung ein, wenn Vater und Mutter arbeiten m\u00fcssen? Sollen wir den lecken K\u00fchlschrank noch einmal reparieren oder einen neuen kaufen? Ob in der Familie, unter Freunden, in der Gesellschaft: Unser Miteinander funktioniert nicht ohne Dialog. M\u00fcssen wichtige Fragen gekl\u00e4rt oder auch nur unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse benannt werden, f\u00fchrt der Weg nur \u00fcbers Miteinander-Reden. Das ist im Leben genauso wie in der Demokratie.<br \/>\nNicht minder gilt f\u00fcr beide: Der blo\u00dfe Austausch von Meinungen gen\u00fcgt keineswegs, um auch gemeinsam L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme zu finden \u2013 das h\u00f6chste und wichtigste Ziel des Dialogs. Vor allem, wenn es ums Mitreden und Mitbestimmen geht, in der Gesellschaft, in unserem Land, im Austausch mit \u201eder Politik\u201c. Schlie\u00dflich beruht das Leben wie die Demokratie darauf, voneinander zu wissen, was wir f\u00fcr Vorstellungen vom Miteinander haben, was uns bewegt und belastet.<br \/>\nDoch das nackte \u201eGut, dass wir dar\u00fcber geredet haben\u201c bringt auf Dauer nichts und niemanden wirklich weiter. Erst recht nicht unser Land. Und nach Jahren des permanenten Dialogs auch und gerade in Sachsen dar\u00fcber, wie sich die gesellschaftlichen Polarisierungen und Br\u00fcche, die Radikalisierungen und verbalen Entgrenzungen des Gegeneinanders wieder einhegen und zur\u00fcckf\u00fchren lassen in ein Miteinander, muss man leider konstatieren: Diese in den Dialog gesetzten Hoffnungen sind geschwunden.<\/p>\n<p>Welle von Debatten- und Dialogforen<br \/>\nZehn Jahre sind seit der Geburt von Pegida vergangen und seit dem Beginn einer wahren Welle von Debatten- und Dialogforen. Ihr Ziel war der Austausch und das Zueinanderfinden, organisiert von Vereinen, Gemeinden, Kirchen, zivilgesellschaftlichen Institutionen und der Politik, bis hinauf zum beharrlich \u201emit allen\u201c redenden Ministerpr\u00e4sidenten. Das Fazit all dieser Bem\u00fchungen f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus: Nichts, wirklich gar nichts ist seither im Miteinander besser geworden. Im Gegenteil. Aus zwei Hauptgr\u00fcnden, die unmittelbar zusammenh\u00e4ngen.<br \/>\nNicht nur die liberale Demokratie beruht darauf, dass sich neben dem blo\u00dfen Meinungsaustausch auch Einvernehmen zwischen Regierenden und Regierten herstellen l\u00e4sst. Immer offensichtlicher wird jedoch, dass gewisse gesellschaftliche Gruppen gar nicht (mehr) am Zueinander- und Konsensfinden interessiert sind. Zwar ist es verst\u00e4ndlich, dass gerade in Zeiten einer Vielzahl tats\u00e4chlicher und gef\u00fchlter Krisen Unsicherheit, Angst, Frustration und auch Wut wachsen. Zugleich f\u00fchrt das etliche Menschen direkt in die Radikalisierung, in den Extremismus, die totale Verweigerung des Miteinanders, die freiwillige Selbstabspaltung von der Mehrheitsgesellschaft.<\/p>\n<p>Radikalisierung wird immer \u00fcbergriffiger<br \/>\nUnd die Auffangbecken der Extremen schwillen an. Sie werden bereitgestellt durch Organisationen, die die liberale Demokratie per Systemsturz durch eine antiliberale Demokratie nach ungarischem Vorbild ersetzen wollen. Oder gleich eine unterdr\u00fcckerische Autokratie wie die von Putin. Zu diesen Organisationen z\u00e4hlen die rechtsextreme AfD genauso wie die reichsb\u00fcrgerlichen, faschistischen und neonazistischen Freien Sachsen; sogar sie haben hier rund 100.000 Anh\u00e4nger.<br \/>\nDiese Radikalisierung und Extremisierung greift um sich und wird immer \u00fcbergriffiger. Das m\u00fcndet inzwischen regelm\u00e4\u00dfig in eine aggressive Bedrohung der demokratisch denkenden und handelnden Mehrheit. Angriffe auf Wahlhelfer und Politiker sind ebenso an der Tagesordnung wie Einsch\u00fcchterungen bei Veranstaltungen, von Kundgebungen f\u00fcr Demokratie bis zu Popkonzerten. F\u00fcr konstruktiven Dialog haben diese Radikalisierten nur noch Spott \u00fcbrig.<br \/>\nDer zweite Grund ist deren einseitige Aufk\u00fcndigung der Grundvoraussetzungen f\u00fcr jeden Dialog: Faktentreue, Respekt, Fairness. Stattdessen werden Fakten kurzerhand geleugnet und Tatsachen zu L\u00fcgen erkl\u00e4rt, wird attackiert, niedergeredet und auf dialogbereit ausgestreckte H\u00e4nde gespuckt. Auch Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer muss oft genug erleben, dass Leute, denen er sich zum Austausch stellt, ihn lediglich an- und niederschreien und ihm ihren Hass endlich mal pers\u00f6nlich vor die F\u00fc\u00dfe erbrechen wollen.<br \/>\nWas also tun?<br \/>\nMachen wir uns also nichts (mehr) vor: Wer solche Menschen, die sich freiwillig von der demokratischen Zivilgesellschaft ins antidemokratische Aus abgesetzt und dort ihre wahre Heimat gefunden haben, trotz deren H\u00e4me, Hass und ausgeh\u00e4rteter Verweigerungshaltung immer noch per Dialog zum konstruktiven Miteinander bewegen will, ist nicht nur unbeirrbar, sondern auch unbelehrbar.<br \/>\nWas also tun? Mit denen nicht mehr reden? Doch \u2013 um gegenzuhalten. Aber nicht mehr, um einen Konsens zu erzielen, weil das, wie sich klar zeigt, v\u00f6llig vergeblich geworden ist. Auch wenn es keine Brandmauer zur rechtsextremen AfD gibt: Was unser Land braucht, ist ein eiserner Vorhang, vor dem sich die Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft schart, die zum konstruktiven Dialog bereit ist und gemeinsam L\u00f6sungen f\u00fcr die gro\u00dfen Herausforderungen unserer Zeit finden will. Wer aber diese Dialog-Bem\u00fchungen nur torpedieren und sabotieren will und sich darin auch nicht beirren l\u00e4sst, darf und soll gerne im selbst gew\u00e4hlten Abseits verharren. Auch das muss eine freiheitliche Demokratie respektieren.<br \/>\n&#8230; Alles vom 10.8.2024 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/sachsen\/reden-allein-reicht-nicht-mehr-6031819-plus.html\">https:\/\/www.saechsische.de\/sachsen\/reden-allein-reicht-nicht-mehr-6031819-plus.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Die S\u00e4chsische Zeitung wurde an die SPD-anteilige Madsack-Gruppe verkauft und mit der Leipziger Volkszeitung zusammengelegt. Beide werden nun von Hannover aus geschrumpft und gesteuert.<\/em><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) \u201eVergewaltigungen unserer Demokratie\u201c: DDR-B\u00fcrgerrechtler kritisiert medialen Umgang mit der AfD<\/strong><br \/>\nIn einem offenen Brief formuliert der DDR-B\u00fcrgerrechtler und ehemalige CDU-Abgeordnete Arnold Vaatz scharfe Kritik an dem Umgang mit Andersdenkenden. Dass Medien gar einen \u201eEisernen Vorhang\u201c gegen die AfD etablieren wollen, zeige eine unzumutbare \u201eVergewaltigung\u201c der Demokratie. &#8230;<br \/>\nVaatz musste wegen seines unerm\u00fcdlichen Kampfes f\u00fcr die Freiheit Ende 1982 sechs Monate in Haft verbringen. Er kennt die Gefahren repressiver Regierungen, die Andersdenkende auch mit juristischen Mitteln auf Abstand halten wollen. Dass die AfD, immerhin eine \u201edemokratische Partei\u201c, jetzt als Dialogverweigerer dargestellt wird \u2013 wie es die S\u00e4chsische tut \u2013, obwohl sie lediglich wie zahlreiche weitere unliebsame Akteure gegen eine \u201evergewaltigte Demokratie\u201c anzutreten versucht, kritisiert Vaatz mit aller Sch\u00e4rfe. Apollo News ver\u00f6ffentlicht den vollst\u00e4ndigen Brief, der als Reaktion auf den erw\u00e4hnten Meinungsbeitrag der S\u00e4chsischen, mit dem Titel \u201eRadikalisierung und Extremisierung: Reden allein reicht nicht mehr\u201c, wahrzunehmen ist, in voller L\u00e4nge.<\/p>\n<p>Offener Brief von Arnold Vaatz an die Zeitung S\u00e4chsische<br \/>\n&#8222;Sehr geehrte Personen,<br \/>\n(ich spreche Sie so an, weil ich mich nicht durch die fr\u00fcher \u00fcbliche Anrede \u201eSehr geehrte Damen und Herren\u201c in die Nesseln setzen will).<br \/>\nEs geh\u00f6rt zu den undankbareren Aufgaben eines Demokraten, sich auch gegen Unrecht zu wenden, das Menschen geschieht, deren Auffassungen man ablehnt.<br \/>\nMir geht es so mit jenen, die seit dem 24. Februar 2022 explizit oder implizit als Lautsprecher der russischen Banditenregierung agieren und daran arbeiten, in dieser Frage die Opfer-T\u00e4ter-Relation ins Gegenteil zu verkehren. Dazu geh\u00f6rt unter vielen anderen auch die AfD, die ich aber trotzdem f\u00fcr eine demokratische Partei halte, nur eben schon deshalb nie w\u00e4hlen k\u00f6nnte.<br \/>\nK\u00fcrzlich erschien unter Ihrem Impressum ein Beitrag mit dem Titel \u201eRadikalisierung und Extremisierung: Reden allein reicht nicht mehr\u201c.<br \/>\nEs hei\u00dft dort sinngem\u00e4\u00df, seit Pegida h\u00e4tte es Wellen von Dialogforen gegeben, aber nichts sei besser geworden, \u201eAuffangbecken\u201c der Extremen schw\u00f6llen an, die \u201eRadikalisierung und Extremisierung w\u00fcrde immer \u00fcbergriffiger\u201c, die \u201edemokratisch denkende[] und handelnde[] Mehrheit\u201c w\u00fcrde attackiert (zum Beispiel von der AfD) und niedergeredet, es w\u00fcrde \u201eauf dialogbereite H\u00e4nde gespuckt\u201c (Ich werde zu zeigen versuchen, dass dies sogar stimmt, aber nicht auf die Weise, die Ihre Zeitung vermutlich meint) \u2013 das Reden also br\u00e4chte nichts mehr. Man habe es jahrelang vergeblich versucht.<\/p>\n<p>Wer diesen Artikel liest, und den selbstgerechten Hass und die w\u00fctende Hetze gegen Andersdenkende wahrnimmt, in die sich dieser Beitrag von Satz zu Satz weiter hineinsteigert, rechnet damit, dass die Conclusio am Ende nur auf eine Art Endl\u00f6sung des AfD-Problems im Sinne der Vorstellungen des \u201eSt\u00fcrmer\u201c hinauslaufen kann oder wenigstens in die Forderung nach einer allgemeinen Verhaftung politisch Abweichender, wie sie jene antidemokratische Partei praktizierte, deren Bezirksorgan Ihre Zeitung einmal war und deren Wiederaufstieg unter mehreren neuen Namen Sie in den letzten vierunddrei\u00dfig Jahren wohlwollend begleiteten. Beides bleibt zum Gl\u00fcck aus, weder Nazi- noch DDR-Vergleiche sind also angebracht, denn kurz vor dem vom Leser mit Spannung erwarteten ultimativen Vorschlag Ihrer Zeitung, wie denn nun das gegen die von Ihnen ausgemachten Demokratiefeinde wirkende Wundermittel auszusehen habe, schreiben Sie in Ihrer fast mitleiderregenden Hilflosigkeit:<\/p>\n<p>\u201eWas unser Land braucht, ist ein Eiserner Vorhang, vor dem sich die Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft schart, die zum konstruktiven Dialog bereit ist \u2026 Wer aber diese Dialog-Bem\u00fchungen nur torpedieren und sabotieren will \u2026 soll \u2026 im \u2026 Abseits verharren.\u201c Also zun\u00e4chst Entwarnung: Nicht mal ein Wahlrechtsentzug f\u00fcr Falschw\u00e4hler schwebt ihnen vor. Sie wollen also die Abgrenzung von Ihren Gegnern durch eine Sprach\u00e4nderung wirkm\u00e4chtiger machen. Ihre donnernden Worte gipfeln in der Forderung, den Begriff \u201eBrandmauer\u201c durch den Begriff \u201eEiserner Vorhang\u201c zu ersetzen. Heute ist der 13. August. Warum w\u00e4hlen Sie als Ersatz f\u00fcr die Brandmauer nicht den Begriff \u201eantifaschistischer Schutzwall\u201c? Damit kann man hierzulande erstens mehr anfangen und zweitens unterstreicht er doch die von Ihnen reklamierte Lauterkeit Ihrer Gesinnung!<\/p>\n<p>Das wirklich Faszinierende Ihres Artikels ist aber weder der Schaum vorm Mund, mit dem er geschrieben wurde, noch der kl\u00e4gliche Platzpatronenschuss, in dem sich die Kanone entl\u00e4dt. Es geht mir um etwas anderes. Ich schreibe diesen offenen Brief in Verzweiflung dar\u00fcber, mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit Sie unsere Demokratie, f\u00fcr die ich meine Lebenszeit eingesetzt, f\u00fcr die ich in der Zeit der DDR einen Teil meiner verbliebenen Freiheit geopfert und meine k\u00f6rperliche Unversehrtheit riskiert habe, verh\u00f6hnen, vergewaltigen und pervertieren.<\/p>\n<p>Meiner m\u00f6glicherweise veralteten Auffassung zufolge hat es n\u00e4mlich beispielsweise nichts mit Demokratie zu tun, die Spielregeln derselben dann zu \u00e4ndern, wenn diese einer Partei zugutekommen k\u00f6nnten, die man nicht mag. Ebenso wie auch ein Fu\u00dfballschiedsrichter nicht mitten im Spiel die Regeln \u00e4ndern darf, weil die falsche Mannschaft zu gewinnen droht. Gezielte Beeintr\u00e4chtigungen der Arbeitsf\u00e4higkeit demokratisch gew\u00e4hlter Abgeordneter, Eingriffe in die Gesch\u00e4ftsordnung und die hergebrachte Praxis der Volksvertretungen wie die Abschaffung der Rolle des Alterspr\u00e4sidenten, die Verweigerung parlamentarischer \u00c4mter oder die R\u00fcckg\u00e4ngigmachung von demokratischen Abstimmungen in Landtagen auf Bitten von Bundeskanzlern sind keine Bagatellen, keine Unsch\u00f6nheiten am Rande, sondern unfassbar skandal\u00f6se und jahrzehntelang nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene Vergewaltigungen unserer Demokratie. Dass sich hieran auch die Partei beteiligt hat, der ich angeh\u00f6re, die gro\u00dfartige und traditionsreiche CDU, erf\u00fcllt mich mit Scham und Zorn.<\/p>\n<p>Nicht minder unfassbar ist aber auch der Zustand der steuer\u00e4hnlich zwangsfinanzierten \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien, die ihren Sendeauftrag permanent und systematisch missachten, indem sie sich fernab jeglicher politischer Neutralit\u00e4t bewegen, sich ausschlie\u00dflich als Anwalt des linken bis gr\u00fcnen politischen Lagers bet\u00e4tigen, dabei Hass und Hetze in Nazisprache (\u201eBlinddarm der Gesellschaft\u201c) bis hin zur Ermunterung zum Totschlag gegen Andersdenkende (\u201eNazis keulen\u201c) verbreiten und sich mit Personal bef\u00fcllen, dessen durch Umfragen ermittelte Wahlpr\u00e4ferenzen diese politische Einseitigkeit zementieren.<\/p>\n<p>Nein, es ist nicht die Demokratie, von der sich so viele Menschen abwenden, wie Sie insinuieren. Die Menschen, die Sie meinen, wenden sich nicht ab von der Demokratie, sie setzen sich f\u00fcr sie ein. Sie wenden sich deshalb ab von der vergewaltigten Demokratie, von einer \u201eDemokratie\u201c, die diesen Namen immer weniger verdient. Sie wenden sich ab von den Vergewaltigern der Demokratie, die deren Regeln missachtet haben und es fort und fort weiter tun.<\/p>\n<p>Nun kann ich beim besten Willen nicht erkennen, dass die AfD zu diesen Regelbrechern z\u00e4hlt. Die Partei mag Auffassungen vertreten, die man nicht teilt. Und ich habe oben beschrieben, weshalb ich sie nicht teile. Sie mag Fakten verdrehen, wie es im Fall von Corona die Regierungsparteien systematisch getan haben. Aber es ist eben nicht die AfD, aus der ich fortw\u00e4hrend den Ruf nach Brandmauern und Eisernen Vorh\u00e4ngen h\u00f6re. Nicht die AfD ist es also, die den Dialog mit den selbsternannten Demokraten abgebrochen und \u201eauf dialogbereite H\u00e4nde gespuckt hat\u201c. Aber wer ist es dann?<br \/>\nDa kommen wir zu Ihnen: Die Wahl der Metapher \u201eEiserner Vorhang\u201c schlie\u00dft ja eines grunds\u00e4tzlich aus: Einen Dialog durch diesen Vorhang hindurch. Wozu sonst verlangt man Eisen als Material? Sie rufen die von Ihnen so bezeichnete \u201edemokratische Zivilgesellschaft\u201c auf, sich \u201evor\u201c dem geforderten Eisernen Vorhang zu \u201escharen\u201c, und das, was Sie \u201eDialog\u201c nennen, nur noch unter sich zu f\u00fchren. Sie verlangen mithin statt eines Dialoges einen Monolog. Das ist nichts anderes als der Ausschluss der Leute hinter dem Eisernen Vorhang von der politischen Willensbildung. Diesen unterstellen Sie den Willen, das, was Sie f\u00e4lschlicherweise \u201eDialog-Bem\u00fchungen\u201c nennen, torpedieren und sabotieren zu wollen. Dabei sind Sie es, die verlangen, dass jenem Dialog, f\u00fcr den einzutreten Sie sich br\u00fcsten, per Brandmauer oder neuerdings Eisernem Vorhang einen Riegel vorgeschoben wird.<\/p>\n<p>Nein: Es sind diejenigen, die Brandmauern und eiserne Vorh\u00e4nge fordern und schon mit dem GEBRAUCH DIESER WORTE den Dialog f\u00fcr beendet erkl\u00e4ren, f\u00fcr den sie uns gleichzeitig weismachen wollen, einzutreten oder eingetreten zu sein. Auch wenn das partout nicht in Ihre K\u00f6pfe will: Es sind SIE, und nicht Ihre Gegner, die permanent und systematisch der Verletzung und Pervertierung von elementaren Regeln der Demokratie das Wort reden und die Polarisierung der Gesellschaft durch Dialogverbote vertiefen, Hass und Feindschaft sch\u00fcren und Millionen von Menschen von der politischen Willensbildung auszuschlie\u00dfen versuchen.<\/p>\n<p>Mir bleibt nun noch, mich bei Ihnen sehr f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung Ihres oben genannten Artikels zu bedanken. Er z\u00e4hlt zu den aufschlussreichsten und insofern wertvollsten Niederschriften \u00fcber die regierende Geisteshaltung in unserem Land, die ich kenne. Ich habe den Link dazu vielfach geteilt und hoffe, er findet eine Millionenleserschaft, um die demokratiefeindliche und totalit\u00e4re Gesinnung, die Ihr Blatt pr\u00e4gt, allgemein bekannt zu machen.&#8220;<br \/>\n13.8.2024, Arnold Vaatz<br \/>\nEnde Offener Brief<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.8.2024 bitte lesen auf&#8216;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/apollo-news.net\/vergewaltigungen-unserer-demokratie-ddr-brgerrechtler-kritisiert-medialen-umgang-mit-der-afd\/\">https:\/\/apollo-news.net\/vergewaltigungen-unserer-demokratie-ddr-brgerrechtler-kritisiert-medialen-umgang-mit-der-afd\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas unser Land braucht, ist ein eiserner Vorhang, vor dem sich die Mehrheit der demokratischen Zivilgesellschaft schart, die zum konstruktiven Dialog bereit ist \u2026 Wer aber diese Dialog-Bem\u00fchungen nur torpedieren und sabotieren will \u2026 soll \u2026 im \u2026 Abseits verharren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[181,13,80],"tags":[697,749,682,720,626,662,438],"class_list":["post-126152","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buergerbeteiligung","category-kultur","category-medien","tag-ddr","tag-diskussionskultur","tag-freiheit","tag-medien","tag-partei","tag-werte","tag-zeitung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/126152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=126152"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/126152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126208,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/126152\/revisions\/126208"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=126152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=126152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=126152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}