{"id":121202,"date":"2024-03-01T11:32:57","date_gmt":"2024-03-01T10:32:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=121202"},"modified":"2024-03-01T11:34:33","modified_gmt":"2024-03-01T10:34:33","slug":"gewinn-steuerfrei-fuer-investition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gewinn-steuerfrei-fuer-investition\/","title":{"rendered":"Gewinn steuerfrei f\u00fcr Investition"},"content":{"rendered":"<p>Den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/mittelstandsunternehmen\/\">Mittelst\u00e4ndischen Unternehmen<\/a>, zu 94 % <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/personalunternehmen\/\">Personalunternehmen<\/a>, geht es schlecht. Steuerlast, hohe <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/energiekosten\/\">Energiekosten<\/a>, immer neue Vorschriften und B\u00fcrokratie beeintr\u00e4chtigen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Seit Jahren kommen Wirtschaftsf\u00f6rderungen eher den gro\u00dfen Konzerngesellschaften zugute, nicht aber den kleinen, zumeist inhabergef\u00fchrten Firmen.<!--more--><br \/>\n.<br \/>\nIm Jahr 1947 hatte Ludwig Erhard ein Programm der <em>&#8222;Steuerfreiheit des im Unternehmen verbleibenden Gewinns&#8220;<\/em> initiiert, nach dem eine Steuer nur auf den ausgesch\u00fctteten Teil des Gewinns f\u00e4llig wird. So f\u00f6rderte Ludwig Erhard Investitionen und Aufschwung im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/\">Mittelstand.<\/a><br \/>\nGenau dies fordert nun das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/selbststaendige\/\">Mittelstandsinstitut Niedersachsen<\/a> in dem unten dokumentierten Offenen Brief (1) an den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/volkswirtschaft\/\">Bundeswirtschaftsminister<\/a> sowie Bundesfinanzminister. In Zeiten von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/rezession\/\">Rezession<\/a> und sogar <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/schrumpfung\/\">schrumpfender<\/a> Volkswirtschaft m\u00fcssen Investitionen erleichtert werden &#8211; vor allem f\u00fcr die zahlreichen kleineren und mittleren Firmen.<br \/>\n1.3.2024<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8220; Gewinn f\u00fcr Investition steuerfrei &#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) &#8211;<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Offener Brief: Mittelstandsstiftung fordert Steuergerechtigkeit f\u00fcr den Mittelstand<\/strong><br \/>\nSehr geehrter Herr Bundesfinanzminister\/Bundeswirtschaftsminister,<br \/>\nwir haben mit Freude vernommen, dass Sie die Unternehmen steuerlich entlasten wollen.<br \/>\nUns liegt daran, dass nicht wieder \u2013 wie unter CDU-Regierungen \u2013 die steuerliche Entlastung nur den gro\u00dfen Kapitalgesellschaften zugutekommt, sondern den 94 Prozent Personalunternehmen, dem deutschen Mittelstand.<br \/>\nWie man das macht, hat uns Ludwig Erhard 1947 vorgemacht. Er hat sein Wirtschaftswunder vor allem damit erzielt, dass er durch <em><strong>\u201eSteuerfreiheit des im Unternehmen verbleibenden Gewinns\u201c nur die Aussch\u00fcttungen als Gewinn versteuert hat.<\/strong><\/em><br \/>\nWenn also mittelst\u00e4ndische Unternehmer ihren \u00dcberschuss im Unternehmen f\u00fcr Investitionen, Arbeitspl\u00e4tze und Wachstum ausgeben, wird mit den \u00dcbersch\u00fcssen investiert statt konsumiert, werden die Betriebe st\u00e4rker und bekommen vor allem die mittelst\u00e4ndischen Personalunternehmen Eigenkapital, das sie sonst nirgendwoher bekommen k\u00f6nnen.<br \/>\nAuch 1947 waren unsere Firmen kapitalschwach. Deshalb hat Ludwig Erhard nur als Gewinn besteuert, was dem Betrieb entnommen wurde, was den Betrieb verlie\u00df. Solang Ertr\u00e4ge im Betrieb blieben, blieben sie steuerfrei. Damals konnten die Betriebe mit Eigenkapital wachsen, was sie heute nicht mehr k\u00f6nnen, weil das Eigenkapital abgesteuert wird.<\/p>\n<p>Erst 1956 haben die internationalen Banken, Kanzler Adenauer klarzumachen verstanden, dass Finanzierung ihre Dom\u00e4ne sei, dass sich die Betriebe nicht mit Eigenkapital, sondern mit Fremdkapital \u2013 Krediten der Banken \u2013 finanzieren m\u00fcssten. So wurden dann nicht mehr nur Aussch\u00fcttungen, sondern alle auch betriebsinternen \u00dcbersch\u00fcsse besteuert und haben unsere Betriebe seitdem ihre Eigenkapitalquote von 80 Prozent auf bis zu 17 Prozent verloren, sind damit \u00fcberwiegend Bankensklaven geworden.<\/p>\n<p>Seit Basel II aber sind die 94 Prozent Personalunternehmen unserer Wirtschaft zus\u00e4tzlich diffamiert, weil die Person des Inhabers nicht mehr Kreditmerkmal ist, nur noch das Sachverm\u00f6gen. Dies trifft vor allem die dynamischsten Wirtschaftszweige unserer EDV-Dienstleistungen u.a.&lt;<br \/>\nWenn nun der Gewinnbegriff wieder nur auf Aussch\u00fcttungen reduziert w\u00fcrde,<br \/>\n&#8211; k\u00f6nnte die Eigenkapitalquote und damit die innere St\u00e4rke unserer Personalunternehmen wieder steigen,<br \/>\n&#8211; w\u00fcrde damit Wirtschaftswachstum statt Konsum gef\u00f6rdert (k\u00f6nnte ein neues \u201eWirtschaftswunder\u201c damit erzielt werden),<br \/>\n&#8211; w\u00fcrde der derzeitige Pessimismus des Mittelstandes m\u00f6glicherweise wieder zum Optimismus gewandelt<br \/>\n&#8211; und w\u00e4re diese Gewinnbegriffs\u00e4nderung letztlich nur eine Stundung von Steuern, weil ja irgendwann (sp\u00e4testens bei Verkauf des Unternehmens) die \u00dcbersch\u00fcsse zur Steuer anfallen.<br \/>\n&#8211; Die Stundung w\u00fcrde kurzfristig einen Ausfall bis zu 37 Milliarden Euro bedeuten, sich aber durch Wachstum in den n\u00e4chsten Jahren wieder reduzieren. Die Steuerstundung k\u00f6nnte also mit einem \u201eWachstumsfonds\u201c haushaltsneutral finanziert werden.<br \/>\n.<br \/>\nWas unter Ludwig Erhard das Wirtschaftswunder gebracht hat, k\u00f6nnte auch heute wiederum zum Wirtschaftswunder werden, weil die Reduzierung des Gewinnbegriffs auf Aussch\u00fcttungen entscheidende volkswirtschaftliche Vorteile bringen w\u00fcrde:<br \/>\n&#8211; dass die gewinntr\u00e4chtigsten Betriebe auch am meisten wachsen k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211; dass aus dem Umsatz zuerst Investitionen, Arbeitspl\u00e4tze und Wachstum finanziert werden k\u00f6nnen, statt dass die Steuer sie zuerst abzieht,<br \/>\n&#8211; dass die Eigenkapitalquoten unserer Betriebe wieder aus der Gefahrenzone der Rezession herauswachsen und mit Eigenkapital wieder stabil werden k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211; dass die inzwischen steuerrechtlich komplizierteste Gewinnermittlung wieder vereinfacht w\u00fcrde, es n\u00e4mlich auf Abschreibungsdauer (Scheingewinne) und auf Verrechnungss\u00e4tze nicht mehr ankommt, weil nicht innerbetriebliche Vorg\u00e4nge, sondern nur der ausgesch\u00fcttete Gewinn steuerrelevant ist,<br \/>\n&#8211; dass auch bei internationalen Konzernen die nationalen Aussch\u00fcttungen entscheiden, sie also steuerlich nicht mehr fl\u00fcchten k\u00f6nnen<br \/>\n&#8211; und dass daf\u00fcr nahezu alle Subventionen gestrichen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Nach Untersuchungen des Mittelstandsinstituts Niedersachsen haben 84 Prozent der befragten Unternehmer angegeben, dass sie damit einverstanden w\u00e4ren, h\u00f6here Einkommenssteuers\u00e4tze f\u00fcr die Betriebsentnahmen zu akzeptieren, wenn ihnen daf\u00fcr die Selbstfinanzierung des Betriebes mit Eigenkapital durch Steuerschonung der im Betrieb intern behaltenen Betriebsmittel wie vor 1956 gestattet w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Eine Konzentration des steuerlichen Gewinnbegriffs auf die entnommenen bzw. ausgesch\u00fctteten Ertr\u00e4ge h\u00e4tte zus\u00e4tzliche Vorteile:<br \/>\n&#8211; sie w\u00fcrde die den Mittelstand \u00fcberproportional bedrohende Basel-Regelung entsch\u00e4rfen (Kreditbasis sind nur Kapitalg\u00fcter),<br \/>\n&#8211; sie l\u00e4ge auch im Interesse der Gewerkschaften, die mit den Gewinnen der Betriebe vor allem Arbeitspl\u00e4tze schaffen wollen,<br \/>\n&#8211; sie w\u00fcrde unser Steuerrecht erheblich vereinfachen, weil es bei allen Unternehmenstypen allein noch auf die Aussch\u00fcttung ankommt,<br \/>\n&#8211; ein auf die Aussch\u00fcttungen reduzierter Gewinnbegriff w\u00fcrde die Investitionen jedes Betriebes steuerlich verschonen und damit einen wirtschaftlichen Aufschwung geben. Damit w\u00fcrde das Argument entsch\u00e4rft, dass Betriebsertr\u00e4ge den Unternehmern zugutek\u00e4men. Sie k\u00e4men vor allem dem Betrieb zugute.<br \/>\n&#8211; Letztlich ist der auf Aussch\u00fcttung konzentrierte Gewinnbegriff kein Steuererlass, sondern nur eine Steuersenkung. Irgendwann kommen die Gewinne immer in den Griff des Finanzamtes, irgendwann wird n\u00e4mlich ausgesch\u00fcttet, letztlich bei Verkauf oder Erbfall.<br \/>\n.<br \/>\nDie Auswirkungen des auf Aussch\u00fcttungen begrenzten Gewinnbegriffs unter Ludwig Erhard haben gezeigt, dass dies die billigste und wirksamste Mittelstandsf\u00f6rderma\u00dfnahme ist. Und die Konjunktur wird nun einmal nicht von den sechs Prozent Kapitalgesellschaften, sondern von den mehr als 94 Prozent mittelst\u00e4ndischen Personalunternehmen unserer Wirtschaft gemacht,<br \/>\n<em><strong>Wenn schon unsere Unternehmen mit den h\u00f6chsten Energie-, B\u00fcrokratie- und Sozialkosten der Welt belastet sind, m\u00fcssten sie wenigstens steuerlich nicht noch zus\u00e4tzlich benachteiligt sein, um im internationalen Wettbewerb \u00fcberhaupt mithalten zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Nach empirischen Befunden der Mittelstands\u00f6konomie gibt es kein billigeres und wirkungsvolleres Besch\u00e4ftigungs- und Konjunkturprogramm als die Konzentration des Gewinnbegriffs auf Aussch\u00fcttungen. Solange eben die Betriebe nicht aussch\u00fctten, werden sie mit ihren Rohertr\u00e4gen investieren, Arbeitspl\u00e4tze schaffen, sich vergr\u00f6\u00dfern und damit volkswirtschaftliches Wachstum f\u00fcr alle garantieren \u2013 genau das, was wir jetzt in der Krise brauchen.<br \/>\nDer Unterzeichner und das Mittelstandsinstitut Niedersachsen stehen Ihnen f\u00fcr jede Erl\u00e4uterung dieses Vorschlages gerne zur Verf\u00fcgung. Nutzen Sie die Chance der Krise, in welcher ohnehin keine gro\u00dfen Gewinne anfallen, also eine \u00c4nderung des Gewinnbegriffs am leichtesten durchzusetzen w\u00e4re.<br \/>\nUnd weil diese kleine Gewinnbegriffs\u00e4nderung schon einmal ein Wirtschaftswunder in Deutschland gebracht \u2013 sich also in der Praxis bewiesen hat \u2013, sollten wir diese bew\u00e4hrte Ma\u00dfnahme vor allen anderen erneut wieder einsetzen.<\/p>\n<p>&#8230; Alles vom 1.3.2024 von Eberhard Hamer bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedesachsen.de\">https:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedesachsen.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Eberhard Hamer (* 15. August 1932 in Mettmann) ist ein deutscher \u00d6konom. Sein Schwerpunkt ist die Mittelstands\u00f6konomie. In den 1970er Jahren gr\u00fcndete er das privat gef\u00fchrte Mittelstandsinstitut Niedersachsen in Hannover und ver\u00f6ffentlichte \u00fcber 20 B\u00fccher zum Thema Mittelstand. Hamer erhielt 1986 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, zu 94 % Personalunternehmen, geht es schlecht. Steuerlast, hohe Energiekosten, immer neue Vorschriften und B\u00fcrokratie beeintr\u00e4chtigen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit. 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