{"id":11897,"date":"2012-09-28T16:43:43","date_gmt":"2012-09-28T14:43:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=11897"},"modified":"2012-10-01T19:25:04","modified_gmt":"2012-10-01T17:25:04","slug":"umfairteilen-de-auch-in-freiburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umfairteilen-de-auch-in-freiburg\/","title":{"rendered":"Umfairteilen.de auch in Freiburg"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Umfairteilen \u2013 Reichtum besteuern!&#8220; ist das Motto des bundesweiten Aktionstages am 29.9.2012, zu dem mehr als 20 zivilgesellschaftliche Organisationen mobilisieren. Auch in Freiburg hat sich ein breites B\u00fcndnis von Attac, Verdi, und &#8222;Freiburger B\u00fcndnis gegen Sozialabbau&#8220; gegr\u00fcndet, das den Aktionstag vor Ort vorbereitet. &#8222;F\u00fcr eine echte <a title=\"Lohn\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/lohn\/\">Umverteilung<\/a> von Reich zu Arm auf die Stra\u00dfe zu gehen \u2013 die Zeit daf\u00fcr ist \u00fcberreif. Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander \u2013 auch bei uns in Freiburg&#8220;, sagt Franz Fai\u00dft vom lokalen Unterst\u00fctzerkreis. <!--more-->Von 11.30 Uhr an wird es einen Infostand von Attac am Augustinerplatz geben. Um 12 Uhr ist Treffpunkt in der Weberstra\u00dfe vor der Mayer-Bank am Friedrichring. Symbolisch sollen Gelds\u00e4cke &#8222;erobert&#8220; und durch die Kaiser-Joseph-Stra\u00dfe und die Gerberau auf den Augustinerplatz getragen werden, um diese dort symbolisch f\u00fcr \u00f6ffentliche Ausgaben und zum Abbau \u00f6ffentlicher Schulden zur Verf\u00fcgung zu stellen. Um 13.30 Uhr findet hier dann auch die Abschlusskundgebung statt mit Christoph Lienkam von Attac und G\u00fcnter Rausch.\u00a0<br \/>\n<a title=\"\" href=\"https:\/\/www.umfairteilen.de\/start\/staedte\/Freiburg\" target=\"_blank\">https:\/\/www.umfairteilen.de\/start\/staedte\/Freiburg<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.runder-tisch-freiburg.de\">www.runder-tisch-freiburg.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zins- anstelle Verm\u00f6gensbesteuerung<\/strong><br \/>\nHaben sich diese Demonstranten eingentlich einmal diese einfache, aber sehr schwer zu beantwortende Frage gestellt: &#8222;Was ist Verm\u00f6gen eigentlich wert?&#8220;<br \/>\nImmobilie 1 Mio bewertet.<br \/>\nBarverm\u00f6gen 1 Mio.<br \/>\nWenn ich von letzterem 10 % abgeben mu\u00df, bin ich liquide. Es tut weh, aber es ergibt keine H\u00e4rten. Wenn ich von einem Immobilienwert 10% abgeben mu\u00df: Woher soll mans nehmen? Entweder verkauft man die Immobilie oder mu\u00df anderswo noch liquide Mittel zur Verf\u00fcgung haben. Entsprechend wurde auch einmal geurteilt, da\u00df die Verm\u00f6genssteuer aus dem Ertrag erwirtschaftbar sein mu\u00df. Wieso nicht (h\u00f6here) Steuer auf Zinseinnahmen, h\u00f6herer Spitzensteuersatz, etc.. Man sollte liquide Mittel besteuern. Also warum Verm\u00f6genssteuer? Weils vielleicht so plakativ klingt?<br \/>\nMartin Rotzinger, 30.9.2012<\/p>\n<p><strong>Die \u00e4rmeren 90% werden konsequent \u00e4rmer gerechnet<\/strong><br \/>\nVerm\u00f6gen entsteht nicht, wenn man viel verdient, sondern wenn man mehr verdient als man ausgibt. Das meiste Verm\u00f6gen ist in Unternehmenswerten gebunden. Insoweit ist eine Konzentration von Verm\u00f6gen bei den wenigen erfolgreichen Unternehmern v\u00f6llig nat\u00fcrlich. Die nicht erfolgreichen Unternehmer stehen daf\u00fcr mit g\u00e4nzlich leeren H\u00e4nden da. Bei den Demonstranten stellt sich daher die Frage, was sie mit ihrem Geld gemacht haben. Welche beruflichen Anstrengungen sie unternommen haben, um eventuell auch auf einer selbst\u00e4ndigen Basis ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und dazu noch anderen, die keine ganz so gro\u00dfen Begabungen haben, eine Arbeitsstelle geschaffen zu haben. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man um 5 Uhr Feierabend haben m\u00f6chte. Wenn man Samstags und Sonntags ins Freibad oder zum Skifahren gehen m\u00f6chte, und das verdiente Geld dort ausgibt, statt es auf die Privatbank zu tragen. Manchen sind andere Dinge viel wichtiger als immer nur an das (eigene) Unternehmen zu denken. Nur sollten diejenigen dann nicht nur die Vorteile der Schaffer und Sparer besteuern, sondern auch die eigenen. Daher sollten f\u00fcr den Anfang Demonstrationen f\u00fcr Verm\u00f6genssteuern vergn\u00fcgungssteuerpflichtig werden. Am Rande. In der deutschen Verm\u00f6gensstatistik fliesen zwar die privat erworbenen Pensionsanspr\u00fcche der Selbst\u00e4ndigen ein, nicht aber die gesetzlichen Rentenanspr\u00fcche. W\u00fcrden gesetzliche wie private Rentenanspr\u00fcche behandelt, erg\u00e4be sich ein viel ausgeglicheneres Verm\u00f6gensbild. In der Schweiz ist das anders. Dort liegt das durchschnittliche Verm\u00f6gen dadurch aber bei 140.000 \u20ac und nicht bei 40.000 \u20ac wie in Deutschland. Nur will die Schweiz nicht zwanghaft nachweisen, dass es einem Teil der Bev\u00f6lkerung so viel schlechter geht als den anderen.<br \/>\nIch ziehe meine Daten aus dem Global Wealth Report, den k\u00fcrzlich die Allianz ver\u00f6ffentlicht hat (Seite 64).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.allianz.com\/media\/press\/documents\/Global-Wealth-Report-2012-deutsch.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/www.allianz.com\/media\/press\/documents\/Global-Wealth-Report-2012-deutsch.pdf<\/a><br \/>\nEs mag sein, dass bei Ihrer Quelle zus\u00e4tzlich das Immobilieneigentum einbezogen wurde, und die Unterschiede daher r\u00fchren. Sie weisen darauf hin, dass es nicht um das Durchschnittsverm\u00f6gen sondern um die Verm\u00f6gensverteilung geht. Bei so einer Betrachtung ist es aber besonders wichtig, dass auch das ganze Verm\u00f6gen in die Betrachtung mit einfliest. 43% der Deutschen wohnen in ihrer eigenen Immobilie. Das selbstgenutzte Immobilienverm\u00f6gen wird bei der Verm\u00f6gensverteilung nicht ber\u00fccksichtigt. Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland basiert auf einem Umlageverfahren. Dennoch hat jeder Einzahler einen eigentumsrechtlich gesch\u00fctzten Anspruch auf Auszahlung einer sp\u00e4teren Altersrente, die nach seinen Einzahlungen bemessen ist. Auch diese eigentumsrechtlichen Anspr\u00fcche haben einen Barwert flie\u00dfen aber nicht in die Berechnung der Verm\u00f6gensverteilung ein. Das hei\u00dft, dass zwar fast alle Deutschen einen gesetzlichen Rentenanspruch haben, und es sich dabei um ein erhebliches Verm\u00f6gen handelt, dieser Verm\u00f6genswert aber bei der Verteilung des Reichtums gar nicht ber\u00fccksichtigt wird. 43% der Deutschen haben selbstgenutztes Wohneigentum, das im Durchschnitt auch einen erheblichen Wert darstellt, wird aber bei der Verm\u00f6gensverteilung ebenfalls au\u00dfen vor gelassen. <em>Die \u00e4rmeren 90%, die nur \u00fcber 46% des ber\u00fccksichtigten Verm\u00f6gens verf\u00fcgen, werden damit konsequent \u00e4rmer gerechnet als sie sind.<\/em> Die Studien zur Verm\u00f6gensverteilung sind zur Beurteilung einer gerechten Verteilung des Reichtums unseres Landes in etwa so aussagekr\u00e4ftig wie Studien zur Verteilung von Goldbesitz in privaten Haushalten. Unser Staat kommt deshalb an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit, weil er das Geld immer schneller ausgibt, als die B\u00fcrger es erwirtschaften k\u00f6nnen. Im Jahr 2012 werden die B\u00fcrger so viele Steuern bezahlen wie noch nie zuvor. Das Steueraufkommen ist seit Rot-Gr\u00fcn weit schneller gestiegen als die Inflationsrate. Selbst das Aufkommen der Einkommenssteuer hat sich besser entwickelt als die Geldentwertung, trotz angeblich massiver Steuersenkungen f\u00fcr die Reichen. Herr Blum Sie und Ihre politischen Gesinnungsgenossen werden den Staat immer an die Grenze der finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit treiben. Selbst wenn Verm\u00f6gens- und Einkommenssteuern bei 100% liegen, werden Sie mit dem Geld nicht auskommen, weil Sie l\u00e4ngst von einer Grundsicherung tr\u00e4umen, in der jeder das gleiche bekommt, und keiner mehr was leistet.<br \/>\nRainer Brombach, 30.9.2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Umfairteilen \u2013 Reichtum besteuern!&#8220; ist das Motto des bundesweiten Aktionstages am 29.9.2012, zu dem mehr als 20 zivilgesellschaftliche Organisationen mobilisieren. 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