{"id":11745,"date":"2012-09-27T13:47:41","date_gmt":"2012-09-27T11:47:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=11745"},"modified":"2012-09-28T10:12:26","modified_gmt":"2012-09-28T08:12:26","slug":"umweltpreis-an-solarforscher-bett-und-lerchenmueller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umweltpreis-an-solarforscher-bett-und-lerchenmueller\/","title":{"rendered":"Umweltpreis an Solarforscher Bett und Lerchenmueller"},"content":{"rendered":"<p>Der mit\u00a0500000 Euro dotierte Deutsche <a title=\"Umwelt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/\">Umweltpreis<\/a> geht 2012 h\u00e4lftig an die Freiburger <a title=\"Solar\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/solar\/\">Solar-Experten<\/a> Dr. Andreas Bett (50) und Hansj\u00f6rg Lerchenm\u00fcller (45) f\u00fcr <a title=\"Forschung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/forschung\/\">Forschungen<\/a>\u00a0im Bereich der Photovoltaik von der Idee bis hin zum Industrieprodukt. Bett ist stellvertretender Leiter des\u00a0Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE und Lerchenm\u00fcller Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Soitec Solar GmbH\u00a0in Freiburg (fr\u00fcher Concentrix), die die Erfindungen serienreif machte. Mit\u00a0ihrer\u00a0Konzentrator-Technologie lassen sich Modul-Wirkungsgrade von 30 Prozent erreichen. &#8222;Damit ist die Energieausbeute rund doppelt so gro\u00df wie bei herk\u00f6mmlicher Silizium-Technologie&#8220;, so Lerchenm\u00fcller.\u00a0 &#8222;Wir sind damit ein Zeugnis daf\u00fcr, wie der Technologietransfer aus der Forschung in die <a title=\"Industrie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/\">Industrie<\/a> gelingen kann und neue qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze entstehen k\u00f6nnen&#8220;, sagte Bett.<!--more--><\/p>\n<p><strong>T\u00fcftler-Duo Bett\/Lerchenm\u00fcller schafft Technologietransfer und qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze<br \/>\n<\/strong>Die Entwicklungen der Konzentrator-PV seien vom Fraunhofer ISE, f\u00fcr das Bett seit 1987 an Solarzellen geforscht habe, ma\u00dfgeblich mitbestimmt worden. Lerchenm\u00fcller sei dort f\u00fcr Wirtschaftlichkeits-, Markt- und Technologieanalysen verantwortlich gewesen. Seine Aufgabe sei es gewesen abzusch\u00e4tzen, wie aussichtsreich die Projekte der Kollegen sein k\u00f6nnten. \u00dcberzeugt vom Potenzial der neuen Technologie habe er 2005 die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des vom Fraunhofer ISE ausgegr\u00fcndeten Start-Up-Unternehmens Concentrix \u2013 heute Soitec Solar \u2013 angenommen und begonnen, die Konzentrator-PV-Module serienreif zu machen. Brickwedde: \u201eDie Geschichte des T\u00fcftler-Duos ist Zeugnis daf\u00fcr, wie der Technologietransfer aus der Forschung in die Industrie gelingen kann und neue qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze entstehen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/123artikel33547_335.html\">https:\/\/www.dbu.de\/123artikel33547_335.html<\/a>\u00a0, 27.9.2012<\/p>\n<div><strong>&#8222;Symbiose von \u00d6konomie und \u00d6kologie&#8220; mit Spitzen-Umwelttechnik m\u00f6glich<br \/>\n<\/strong>Brickwedde ging bei der Bekanntgabe der Preistr\u00e4ger auch auf die wirtschaftlichen Probleme der PV-Produktion in Deutschland ein, die durch Dumpingpreise der chinesischen Konkurrenz verursacht worden seien, aber nicht gleichbedeutend seien mit einer generellen Krise der Solarenergie weltweit. Auch die Energiewende sei kein nationales Thema, sondern m\u00fcsse vielmehr als globales Projekt gesehen werden, f\u00fcr das die s\u00fcdeurop\u00e4ischen und nordafrikanischen L\u00e4nder mit ihrer intensiven und kontinuierlichen Sonneneinstrahlung wichtige Partner seien. Um dieses Gemeinschaftsprojekt zu bef\u00f6rdern, brauche es aus Deutschland \u201edie Forscher, Ingenieure, Techniker, T\u00fcftler und Erfinder, die bereit sind, in Risiken zu gehen\u201c. Brickwedde: \u201eWenn wir weltweit st\u00e4rker auf erneuerbare Energien umsteigen wollen, brauchen wir die modernste, beste, innovativste Umwelttechnik aus Deutschland.\u201c Dass mit einer deutschen Spitzen-Umwelt-Technologie ein erfolgreiches internationales Vermarkten und eine \u201eSymbiose von \u00d6kologie und \u00d6konomie\u201c m\u00f6glich seien, h\u00e4tten die Umweltpreistr\u00e4ger 2012 bewiesen.<\/div>\n<div>\n<p><strong>Deutscher Umweltpreis der DBU: unabh\u00e4ngige Expertenjury empfiehlt Preistr\u00e4ger<br \/>\n<\/strong>Mit dem 2012 zum 20. Mal verliehenen <strong>Deutschen Umweltpreis der DBU<\/strong> \u2013 dem unabh\u00e4ngigen, mit 500.000 Euro h\u00f6chstdotierten Umweltpreis Europas \u2013 werden Leistungen ausgezeichnet, die vorbildlich zum Schutz und Erhalt der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden. Er richtet sich an Personen, Firmen und Organisationen. Es k\u00f6nnen Projekte, Ma\u00dfnahmen oder Lebensleistungen einer Person pr\u00e4miert werden. Kandidaten f\u00fcr den Deutschen Umweltpreis werden der DBU vorgeschlagen. Berechtigt dazu sind etwa Arbeitgeberverb\u00e4nde und Gewerkschaften, Kirchen, Umwelt- und Naturschutzverb\u00e4nde, wissenschaftliche Vereinigungen und Forschungsgemeinschaften, das Handwerk und Wirtschaftsverb\u00e4nde. Selbstvorschl\u00e4ge sind nicht m\u00f6glich. Eine vom DBU-Kuratorium ernannte Jury, besetzt mit unabh\u00e4ngigen und herausragenden Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und gesellschaftlichen Gruppen, empfiehlt dem DBU-Kuratorium die Preistr\u00e4ger f\u00fcr das jeweilige Jahr. Das DBU-Kuratorium f\u00e4llt die Entscheidung.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\">www.dbu.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein perfektes Team: Andreas Bett und Hansj\u00f6rg Lerchenm\u00fcller <\/strong><\/p>\n<p>Die beiden Freiburger Solarforscher Andreas Bett und Hansj\u00f6rg Lerchenm\u00fcller werden mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet. Zusammen mit G\u00fcnther Cramer, dem Mitbegr\u00fcnder des Solarwechselrichter-Herstellers SMA in Kassel, teilen sich die beiden den mit 500 000 Euro h\u00f6chstdotierten Umweltpreis Europas. Dieser wird allj\u00e4hrlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Deren Stiftungskapital in H\u00f6he von fast 1,3 Milliarden Euro wurde von der Bundesregierung im Jahr 1990 aus dem Erl\u00f6s des Verkaufs der bundeseigenen Salzgitter AG bereitgestellt. DBU-Generalsekret\u00e4r Fritz Brickwedde bezeichnete die beiden Freiburger Preistr\u00e4ger als ein Team aus einem &#8222;genialen Solarzellenentwickler&#8220; und einem &#8222;erfahrenen Unternehmerkopf&#8220;. Beide zusammen h\u00e4tten mit ihren wegweisenden technischen Entwicklungen und pers\u00f6nlichem Einsatz in der Photovoltaik weltweit Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt.<br \/>\nDer geb\u00fcrtige Furtwanger Andreas Bett kam nach einem Studium der Physik, Mathematik und Sportwissenschaft in Freiburg im Jahr 1988 ans Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme (ISE), wo er seit 2009 stellvertretender Institutsleiter ist. Im Jahr 1993 begann der heute 50-J\u00e4hrige dort mit der Erforschung von hocheffizienten D\u00fcnnschichtsolarzellen. Dabei arbeitete Bett bald eng mit seinem Kollegen Lerchenm\u00fcller zusammen. Der heute 45-J\u00e4hrige kam nach einem Studium der Physik in Karlsruhe im Jahr 1995 ans ISE und baute dort das Arbeitsgebiet &#8222;Solarthermische Kraftwerke&#8220; auf. Zugleich befasste er sich mit Wirtschaftlichkeits-, Markt- und Technologieanalysen f\u00fcr hochkonzentrierende Photovoltaiksysteme.<br \/>\nIm Jahr 2005 gr\u00fcndeten Bett und Lerchenm\u00fcller die Firma Concentrix Solar GmbH in Freiburg (heute: Soitec), die seither die am ISE entwickelte Technik industriell nutzt. Lerchenm\u00fcller wurde deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Als die Firma im Dezember 2009 in den franz\u00f6sischen Halbleiterkonzern Soitec integriert wurde, \u00fcbernahm Lerchenm\u00fcller den Posten des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der Tochtergesellschaft Soitec Solar GmbH, die heute in Freiburg eine Fertigungslinie mit einer j\u00e4hrlichen Produktionskapazit\u00e4t von 70 Megawatt betreibt. Mit der Freiburger Concentrix-Technik ist Soitec inzwischen eines der weltweit f\u00fchrenden Unternehmen im Sektor photovoltaische Stromerzeugung mit geb\u00fcndeltem Sonnenlicht. Der Trick: Man konzentriert das Sonnenlicht 500-fach und braucht deshalb nur eine entsprechend geringere Fl\u00e4che an Solarzellen. Soitec nutzt Zellen mit einem Durchmesser von gerade drei Millimeter. Da man f\u00fcr diese also sehr wenig Material braucht, kann man teure Zellen h\u00f6chster Effizienz verwenden. Es handelt sich dabei um sogenannte Mehrfachsolarzellen, auch Stapelzellen genannt, die aus Gallium-Indium-Phosphid, Gallium-Indium-Arsenid und Germanium bestehen. Jede Schicht dieser Zellen nutzt einen speziellen Teil des Sonnenspektrums besonders effizient, das macht die gesamte Zelle so ertragreich. Vor drei Jahren erzielte das Team um Bett damit im Labor einen Wirkungsgrad von 41,1 Prozent \u2013 damals Weltrekord. Eingebettet ins Modul erreicht die Concentrix-Technik heute einen Wirkungsgrad von etwa 30 Prozent. Die Anlagen sind vor allem f\u00fcr s\u00fcdlichere L\u00e4nder geeignet, da sie anders als konventionelle Module nur das direkte, nicht das diffuse Sonnenlicht nutzen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie stets dem Gang der Sonne nachgef\u00fchrt werden, womit der klassische Einsatz auf D\u00e4chern ausscheidet; die Technik ist geeignet f\u00fcr gro\u00dfe Kraftwerkparks.<br \/>\nMit finanzieller Hilfe der DBU errichteten Bett und Lerchenm\u00fcller im Jahr 2006 ihr erstes Pilotkraftwerk im spanischen Lorca. Es folgten Anlagen mit zusammen mehr als zehn Megawatt in 14 weiteren L\u00e4ndern auf vier Kontinenten, unter anderem in den USA, Italien, \u00c4gypten, S\u00fcdafrika und China. Derzeit baut die Firma im kalifornischen San Diego eine weitere Fertigung. Die Zusammenarbeit von ISE und Soitec besteht unterdessen fort. Mit einem mehr als 50-k\u00f6pfigen Team arbeitet Bett weiterhin daran, die Effizienz von Mehrfachsolarzellen zu verbessern.<br \/>\nBernward Janzing, 28.9.2012<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der mit\u00a0500000 Euro dotierte Deutsche Umweltpreis geht 2012 h\u00e4lftig an die Freiburger Solar-Experten Dr. Andreas Bett (50) und Hansj\u00f6rg Lerchenm\u00fcller (45) f\u00fcr Forschungen\u00a0im Bereich der Photovoltaik von der Idee bis hin zum Industrieprodukt. 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