{"id":110713,"date":"2023-03-15T11:21:38","date_gmt":"2023-03-15T10:21:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=110713"},"modified":"2023-04-18T21:38:29","modified_gmt":"2023-04-18T19:38:29","slug":"konservativ-europas-neues-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/konservativ-europas-neues-volk\/","title":{"rendered":"Konservativ: Europas neues Volk"},"content":{"rendered":"<p>In seinem B\u00fcchlein &#8222;Das neue Volk&#8220; zeichnet der Historiker Simon Kiessling ein realistisches Bild Deutschlands. Erstens: Die ethnisch-kulturellen Deutschen werden zur Minderheit. Damit einher geht zweitens die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/selbsthass\/\">Autoaggression<\/a> der Linken auf alles <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-kaputt\/\">Deutsche<\/a>. Und Drittens: \u201eNur wer sich mit der Tatsache abfindet, <!--more-->da\u00df das Zeitalter des B\u00fcrgertums (die \u00c4ra des Liberalismus, der Epoche von Geist und Geld) unwiederbringlich verloren ist, und auch das Zeitalter des Arbeiters (der produktiven Klasse, der Demokratie) sich dem Ende neigt, kann jenen freien Blick auf die Wirklichkeit gewinnen, den die aktive Gestaltung einer Zukunft voraussetzt.\u201d F\u00fcr diese Gestaltung beschreibt Kiessling drei Strategien:<br \/>\n1) Die &#8222;b\u00fcrgerliche Revolte&#8220; durch die Leistungstr\u00e4ger, vertreten durch den libert\u00e4ren \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freie-marktwirtschaft\/\">Markus Krall<\/a>.<br \/>\n2) Die &#8222;Remigration&#8220; der Sozialmigranten, vertreten durch den \u00f6sterreichischen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/identitaet\/\">Identit\u00e4ren<\/a> Martin Sellner.<br \/>\n3) Die &#8222;Renovation des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/abendland\/\">Abendlands<\/a>&#8220; in Westeuropa, vertreten durch den belgischen Althistoriker <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/europa-kulturkreis\/\">David Engels<\/a>.<\/p>\n<p>Kiessling verwirft alle drei Strategien, da sie jeweils nur machtlose Minderheiten hegen. In Kurzform: <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutschland-verrecke\/\">Deutschland hat fertig<\/a>. Man habe sich vielmehr \u201evon dem sinnlosen Versuch zu l\u00f6sen, das alte, untergehende, untergehen wollende Volk zu erhalten\u201d. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/konservatismus\/\">Konservative<\/a>, die etwas wiederherstellen wollen, das zu einer abgelaufenen Epoche geh\u00f6rt, verlieren.<br \/>\nDeshalb stellt sich f\u00fcr Kiessling diese entscheidende Frage:<br \/>\n<em>\u201eWerden sich aus jener Biomasse, in die die alten V\u00f6lker sich transformieren (lassen), diejenigen heraussch\u00e4len und zusammenfinden, die sich von den Zerfallsgesellschaften abwenden, um ein neues, politisch handlungsm\u00e4chtiges Volk zu bilden?\u201d<\/em><br \/>\nEin europ\u00e4isches Volk von Konservativen, nationen\u00fcbergreifend \u00fcber alle Ethnien und Kulturen hinweg. Als Vision eines aktiven rechten Konservatismus und als Gegenpol zu den globalistischen Gleichheitsversprechen der Linken.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses &#8222;neue Volk&#8220; Europas beschreibt Kiessling u.a. folgende Merkmale:<br \/>\n\u2013 Bereitschaft, seine Lebensf\u00fchrung aus \u00fcberzeitlichen spirituellen Prinzipien abzuleiten.<br \/>\n\u2013 Entschlossenheit, das Private, die Familie, den Oikos, als staatsferne Sph\u00e4re zu behalten.<br \/>\n\u2013 Wunsch, in einem geordneten und \u00f6ffentliche Sicherheit garantierenden Staat zu leben<br \/>\n&#8211; \u201eunverstelltes Sittlichkeitsempfinden\u201d.<br \/>\n\u2013 Weigerung, als abh\u00e4ngiges, enteignetes, disponibles Gesellschaftsatom \u201eden Architekten des Great Reset zu Willen\u201d zu sein.<br \/>\n\u2013 Ziel, &#8222;Teil einer selbstbewussten wehrhaften Gemeinschaft und nicht eines neurotisch getriebenen Selbstbezichtigungskollektivs\u201d zu sein.<\/p>\n<p>Kiessling geht mit der zu passiven <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/rechtskonservative\/\">politischen Rechten<\/a> ins Gericht: &#8222;Eine politische Rechte, die sich dem Weg ins Offene verweigert, ersch\u00f6pft sich der Tendenz nach in einer reinen Kulturkritik, im klugen Deuten und Beklagen des sich beschleunigenden Verfalls einer permanent nach links abdriftenden Gesellschaft&#8220;.<\/p>\n<p>Kiessling bezieht sich auf Geschichtsphilosophen wie Julius Evola und Oswald Spengler, nach denen jede Kultur Phasen von Aufstieg, Bl\u00fcte und Niedergangs durcherlebt. Wobei der einmal in Gang gekommene Niedergang nicht aufzuhalten ist. Deshalb apelliert Kiesslang an die Bildung einer neuen europaweiter Allianz, um damit den substanziellen Kern des Abendlands zu erhalten. Diese Bildung mu\u00df von einem aktiven &#8211; er nennt ihn revolution\u00e4ren &#8211; Konservatismus getragen werden: &#8222;Der klassische Konservatismus befindet sich stets in der Defensive, agiert im Geiste einer musealen Restauration, kommt am Ende in die verquere Lage, sich einem au Verfall geeichten Sstem andienen zu wollen. Der revoluton\u00e4re Konservatismus hingegen will nicht Vergangenheiten wiederherstellen, sondern die Elemente der Vergangenheit sch\u00f6pferisch erweitern und aus dieser Erweiterung heraus eine neue Gegenwart hervortreiben&#8230; die Perspektive etwas zu schaffen, das zu bewahren und verteidigen sich lohnt.&#8220;<\/p>\n<p>Kiessling verbreitet Optimismus. Er meint, mit seinem rechtskonservativen Gegenmodell des &#8222;neuen Volkes&#8220; sei man in der Lage, den linken &#8222;Tiger der multiethnischen Gesellschaft zu reiten&#8220;, also der linken One-World-Agenda zu widerstehen.<br \/>\n15.3.2023<\/p>\n<p><em>Simon Kiessling: Das neue Volk,<\/em><br \/>\n<em>Kaplaken 83, 2022, ISBN 978-3-949041-83-0<\/em><br \/>\n<em>88 Seiten, 10 Euro<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Konservativ: Europas neues Volk&#8220;<br \/>\n========================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) bis\u00a0 (4)<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) Simon Kiessling: Das neue Volk<\/strong><br \/>\n&#8230; Die Rede ist von Simon Kie\u00dflings Streitschrift \u201eDas neue Volk\u201d, erschienen in der \u201eKaplaken\u201d-Reihe, einem handlichen, essayistisch b\u00fcndigen und anregenden Format. Der Historiker und Philosoph, der mit einer Studie \u00fcber die 68er promoviert wurde, beginnt seinen Essay mit einer Beschreibung der historischen Lage der Deutschen als Volk, deren Schonungslosigkeit wenig zu hoffen \u00fcbrigl\u00e4sst. Demzufolge haben die Deutschen keine Zukunft, sofern sie als ethnisch-kulturelle Einheit \u00fcberleben wollen; dazu gen\u00fcge ein Blick auf die Bev\u00f6lkerungsstatistiken. Den ethnisch-kulturellen Deutschen stehe unvermeidlich eine Minderheitenexistenz im ehemals eigenen Land bevor.<br \/>\nDiese Lage w\u00e4re schon heikel genug, wenn die \u00dcbriggebliebenen im Schnitt j\u00fcnger w\u00e4ren als die heutigen Almans und entschlossen, ihr Deutschsein weiter in die Zukunft zu tragen. Doch das Gegenteil sei der Fall \u2013 nicht nur in \u2019schland, sondern \u00fcberall im Westen \u2013: \u201eF\u00fcr die Menschen der sp\u00e4ten Zivilisationen stellt sich der progressive R\u00fcckbau der Kultur und ihrer geistig-institutionellen Formenwelt (Familie, Volk, Geschlechterordnung, Religion, Sittlichkeit, \u00c4sthetik, Staat und Nation) und die schlie\u00dfliche R\u00fcckkehr in einen geschichtslos-urmenschlichen Zustand nicht als Verlusterfahrung, sondern als universales Befreiungserlebnis dar.<br \/>\nDie formlos gewordene Masse empfindet eine innere Befriedigung darin, all dasjenige zu vernichten, was Ausdruck einer geschichtlich gewordenen Verfeinerung oder Differenzierung ist und \u00fcber ein basales, primitives, vorgeschichtliches Dasein hinausgeht. Von w\u00fctendem Eifer erf\u00fcllt, rei\u00dft sie jene sorgf\u00e4ltigen Distinktionen ein, die die Kulturen errichtet haben, um die M\u00e4chte der Verwilderung fernzuhalten.\u201d<br \/>\nDer \u201eam Ende eines hochkulturellen Zyklus stehende Typus Mensch, der die Entkopplung von Geschichte als Befreiung und \u201aMenschwerdung\u2019 erlebt\u201d, m\u00fcsse jeden Versuch von Bewahrung \u201eals innerlich wesensfremd und existenziell verabscheuungsw\u00fcrdig empfinden\u201d.<br \/>\nDaraus erkl\u00e4re sich auch der t\u00e4glich an Heftigkeit zulegende Rausch der kulturellen Autoaggressionen. Ob sie nun die Denkm\u00e4ler \u201ewei\u00dfer Suprematisten\u201d st\u00fcrzen, Kunstwerke aussondern, B\u00fccher und Lieder zensieren oder umschreiben, christliche Symbole aus dem \u00f6ffentlichen Raum entfernen: Immer zielten die Linken und Woken auf die Zerst\u00f6rung der wei\u00dfen, westlichen Identit\u00e4t. \u201eJeder Migrant, der die deutschen Grenzen \u00fcberschreitet und jeder (indigene) Jugendliche, der Pubert\u00e4tsblocker einnimmt oder sich einer Geschlechtsumwandlung unterzieht, stellt sich ihnen als ein Sieg \u00fcber das t\u00f6dlich geha\u00dfte Eigene dar, dass aus der Welt verschwinden mu\u00df.\u201d<br \/>\nSo weit, so bekannt, so deprimierend.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nLeser *** meint: \u201eDer Beitrag zum Thema Neues Volk, Multi-Ethnicity und die genannten Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Entstehung des \u201aProtovolkes\u2019 beschreibt wunderbar die USA. Das untenstehende Photo (&#8222;If you look around the room, you see AURORA. You see white, black, Latino, Indian, Asian. This ist AURORA &#8230;&#8220;) h\u00e4ngt in dem B\u00fcro von Richard Irwin, des B\u00fcrgermeisters von Aurora, der zweitgr\u00f6ssten Stadt in Illinois. Sein Ausspruch ist dort nicht nur Lippenbekenntnis \u2013 die sehr multi-ethnisch Stadt funktioniert tats\u00e4chlich prima und prosperiert. In Umfragen wird Aurora (200.000 Einwohner) immer als eine \u201ahappy city\u2019 und lebenswert bezeichnet. Und tats\u00e4chlich treffen wir dort Menschen sehr vieler Ethnien \u2013 und alle folgen den genannten Ankn\u00fcpfungspunkten.<br \/>\n&#8230; Alles vom 12.3.2023 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2023\/03\/12-maerz-2023\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2023\/03\/12-maerz-2023\/<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Simon Kiessling: Selbstaufgabe einer Zivilisation<\/strong><br \/>\nSozusagen als Vorl\u00e4ufer zu &#8222;Das neue Volk&#8220; ist das Buch \u201eSelbstaufgabe einer Zivilisation?\u201c von Simon Kiessling einzuordnen. darin konstatiert der Historiker und Philosoph , da\u00df \u201edie linke kulturrevolution\u00e4re Agenda (der Globalisten) von \u201aGender Mainsteaming\u201a, \u201aNo Border\u201a und \u201aOne World\u201a zur uneingeschr\u00e4nkt vorherrschenden Ideologie des Westens aufgestiegen ist, die andere politische Ordnungsvorstellungen lautstark \u00fcbert\u00f6nt und immer weniger bereit ist, diese neben sich zu tolerieren\u201c. Mit dem Aufstieg dieser linken Ideologie geht \u2013 begleitet von NWO, Political Correctness und Cancel Culture \u2013 der Abstieg des Konservativen einher. Auf der Suche nach den Gr\u00fcnden geht Kie\u00dfling in seinem Buch weit in die Geschichte zur\u00fcck: Sp\u00e4tantike Zivilisation, Christentum, R\u00f6merzeit, Aufkl\u00e4rung, \u2026<br \/>\nMehr dazu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbstaufgabe-einer-zivilisation\/\">hier<\/a> (Selbstaufgabe) und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kulturverlust\/\">hier<\/a> (Kulturverlust).<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(3) Das Ende der r\u00f6mischen Republik \u2013 eine Analogie zu unserer Gegenwart?<\/strong><br \/>\n<strong>Simon Kiessling mit &#8222;Das neue Volk&#8220; kn\u00fcpft an diese Analogie an<\/strong><br \/>\nDie auch aus meiner Sicht d\u00fcstere innen- und au\u00dfenpolitische Situation unserer Tage f\u00fchrt in rechtskonservativen Kreisen oftmals zu an der Geschichtsphilosophie Oswald Spenglers (1880-1936) und dessen Werk \u201eDer Untergang des Abendlandes\u201c orientierten Katastrophenerwartungen, in denen der heutige Verfall des westlichen Kulturkreises in einer Analogie zum Ende des westr\u00f6mischen Reiches im f\u00fcnften Jahrhundert unserer Zeitrechnung gesehen wird.<br \/>\nAls ein herausragendes Beispiel f\u00fcr eine solche Perspektive nenne ich hier das j\u00fcngst erschienene Buch \u201eDas neue Volk\u201c von Simon Kie\u00dfling. Kie\u00dfling sieht dort den gesamten Kampf um die Erhaltung der westlichen Zivilisation und ihrer V\u00f6lker als bereits gescheitert an und setzt seine verbleibende Hoffnung auf die M\u00f6glichkeit, dass in ihrer ethnischen Zusammensetzung deutlich ver\u00e4nderten \u201eEurop\u00e4ern\u201c in ferner Zukunft \u00e4hnliche Neuanf\u00e4nge gelingen k\u00f6nnten wie im Fr\u00fchmittelalter bei der Gr\u00fcndung Venedigs, das zwar kein direkter Nachfahre des antiken Roms war, aber dennoch eine gewisse Kontinuit\u00e4t verk\u00f6rpern konnte.<br \/>\nHierzu muss zun\u00e4chst als Kritikpunkt angemerkt werden, dass derartig langfristige Perspektiven mit Notwendigkeit den zeitlichen Rahmen von konkreten politischen Ideen und Handlungsvorschl\u00e4gen sprengen. Hinzu kommt allerdings etwas, das ich als noch sehr viel wichtiger einstufe und deshalb in diesem Artikel n\u00e4her behandeln m\u00f6chte: Autoren wie Kie\u00dfling berufen sich auf Spenglers \u201eUntergang des Abendlandes\u201c, haben aber anscheinend das Buch nicht wirklich gelesen und verstanden. F\u00fcr Spengler ist zwar das antike Rom gleichsam die Blaupause f\u00fcr das Entstehen, Bl\u00fchen und Vergehen aller gro\u00dfen Weltkulturen, zu denen auch unsere eigene westlich-europ\u00e4ische Zivilisation, eben das \u201eAbendland\u201c geh\u00f6rt. Spengler sieht aber die r\u00f6mische Analogie zu seiner und auch unserer Gegenwart keineswegs in der Endphase des R\u00f6merreiches, sondern in einer sehr viel fr\u00fcheren Epoche, n\u00e4mlich dem ersten vorchristlichen Jahrhundert, in dem nach schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen und B\u00fcrgerkriegen die r\u00f6mische Republik durch eine neue Staatsform, das sogenannte Prinzipat, ersetzt wurde, das man als eine Quasi-Monarchie unter einem Kaiser (Augustus) beschreiben kann.<br \/>\n&#8230; Alles vom 14.1.2023 von Jens Woitas bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/wir-selbst.com\/2023\/01\/14\/das-ende-der-romischen-republik-eine-analogie-zu-unserer-gegenwart\/\">https:\/\/wir-selbst.com\/2023\/01\/14\/das-ende-der-romischen-republik-eine-analogie-zu-unserer-gegenwart\/<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>(4) Volk ist vorbei &#8211; Das neue Volk<\/strong><br \/>\n<strong>Mit den richtigen Einwanderern gegen den Great Reset k\u00e4mpfen<\/strong><br \/>\nWerner Olles<br \/>\nDie Lage der politischen Rechten hierzulande ist prek\u00e4r, man zweifelt mehr und mehr an der effektlosen Dauerkritik an einem System, das trotz aller Verwerfungen und eines politischen F\u00fchrungspersonal, das jeder Beschreibung spottet, offenbar das Geheimnis der ewigen Stabilit\u00e4t entdeckt hat. Neue Konzepte m\u00fcssen also her, da das deutsche Volk nun rasend schnell zur Disposition steht.<\/p>\n<p>Simon Kie\u00dfling, Germanist und Philosoph, der mit einer Studie \u00fcber die antiautorit\u00e4re Revolte der 68er promoviert hat, pr\u00e4sentiert in seinem B\u00fcchlein \u201eDas neue Volk\u201c L\u00f6sungen, die auf den ersten Blick verf\u00fchrerisch erscheinen, bei n\u00e4herem Anschein jedoch viel von ihrem Glanz verlieren. Man hat zwar Dialektik studiert, ja sogar dar\u00fcber promoviert, aber um f\u00fcr Intellektualit\u00e4t Werbung zu machen, ist offenbar nichts trivial genug. Der Rezensent, der sich die alte\/neue Gesellschafts- und Klassenanalyse nicht ausreden lassen will, bedauert dies, denn Kie\u00dfling scheitert auf eine wirklich tragische Weise an seinem Sujet.<\/p>\n<p>Denn w\u00e4hrend die Bundesrepublik mit ihrer Kakistokratie (Herrschaft der Schlechtesten) auf der schiefen Ebene ihrer Begehrlichkeiten immer tiefer ins Dekadente und Degenerierte rutscht und sich etwas anbahnt, an dem man eigentlich nicht mehr partizipieren m\u00f6chte, geschieht im Weltma\u00dfstab das, was Heidegger ein \u201eEreignis\u201c oder eine \u201eErscheinung\u201c nennt: Die Geschichte wird jetzt wahr und kommt zu ihrer Vollendung. Doch statt einer Metakritik dieses inneren Zusammenhangs von moderner Geschichte und gesellschaftlichem Ganzen, damit dieser Zusammenhang von Aufkl\u00e4rung und Gegenaufkl\u00e4rung, Moderne und Antimoderne deutlich wird, schl\u00e4gt man sich lieber auf die bessere, lichtere Seite, um nicht den \u201eDunkelm\u00e4nnern\u201c des C\u00e4sarismus zu verfallen. Dieser wird dann auch nur mit ein paar S\u00e4tzen gestreift.<\/p>\n<p>Die moderne Verwertung der biologischen Hardware des Menschen treibt \u00fcppige Bl\u00fcten, und die \u201eb\u00fcrgerliche Pers\u00f6nlichkeit\u201c, das hat Kie\u00dfling richtig erkannt, \u00e4ndert daran nicht die Bohne. Die starken Gef\u00fchle von Spenglers \u201ekulturellem Seelentum\u201c werden den Untergang des Abendlandes, mit dem es \u00fcbrigens bereits am 4. August 1914 unwiderruflich vorbei war, nicht aufhalten, ob mit oder ohne David Engels\u2019 Hesperialismus. Als Reich der institutionalisierten L\u00fcgen ist Europa geistig und moralisch nicht mehr zu retten. In den identit\u00e4ren Erweckungsges\u00e4ngen (Reconquista) manifestiert sich ein Mobilisierungsaufruf in der Tradition chiliastischer Selbstmobilisierung. Die Instrumentalisierung des Fremdkulturellen durch den Vorgang des Assimilierens und Archaisierens dient jedoch lediglich der negativen Selbstdefinition, denn was angeeignet wird, entspricht immer dem eigenen Mangel.<\/p>\n<p><em>Simon Kie\u00dfling: Das neue Volk. Kaplaken 83. Verlag Antaios. Schnellroda 2022, gebunden, 88 Seiten, 10 Euro<\/em><br \/>\n&#8230; Alles vom 14.4.2023 bitte lesen in der JF 16-34, Seite 21<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem B\u00fcchlein &#8222;Das neue Volk&#8220; zeichnet der Historiker Simon Kiessling ein realistisches Bild Deutschlands. Erstens: Die ethnisch-kulturellen Deutschen werden zur Minderheit. 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