{"id":108769,"date":"2023-01-21T08:01:19","date_gmt":"2023-01-21T07:01:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=108769"},"modified":"2023-02-08T21:33:01","modified_gmt":"2023-02-08T20:33:01","slug":"direkte-demokratie-waehlerwille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/direkte-demokratie-waehlerwille\/","title":{"rendered":"Direkte Demokratie: W\u00e4hlerwille"},"content":{"rendered":"<p>Die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung w\u00fcnscht sich laut Umfragen eine andere <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/krisenpolitik\/\">Politik<\/a> als die, die wir derzeit haben. Zwischen der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/meinungsfreiheit\/\">eigenen Meinung<\/a> der B\u00fcrger und der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/ampel\/\">Regierungspolitik<\/a> tut sich eine zunehmende Kluft auf. Dies mag daran liegen, da\u00df viele B\u00fcrger bei der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlen2021\/\">Wahl<\/a> eher dem Mainstream folgen (siehe das Buch <em>&#8222;Intuition sticht Vernunft&#8220;<\/em> (1)). <!--more-->Oder aber daran, da\u00df die repr\u00e4sentative Demokratie das <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/wahlvolk\/\">Wahlvolk<\/a> nur alle vier Jahre zur Wahlurne bittet.<br \/>\nUm diese Kluft bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/spaltung\/\">Spaltung<\/a> abzubauen, schl\u00e4gt Prof Andreas Urs Sommer in seinem Buch <em>&#8222;Eine Demokratie f\u00fcr das 21. Jahrhundert &#8211; Warum die Volksvertretung \u00fcberholt ist und die Zukunft der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/direkte-demokratie\/\">direkten Demokratie<\/a> geh\u00f6rt&#8220;<\/em> eine Weiterentwicklung unseres demokratischen Systems vor (2). denn die freiheitlich-demokratische Grundordnung mu\u00df unbedingt erhalten bleiben.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Die eigene Meinung bei Wahlen hintanstellen (1):<\/em><br \/>\nLaut Demoskopie sprechen sich die B\u00fcrger mehrheitlich f\u00fcr kontrollierte Grenzen aus, gleichzeitig w\u00e4hlen sie aber Regierungen, die illegale Migration zulassen und f\u00f6rdern.<br \/>\nDie klare Mehrheit der Bev\u00f6lkerung spricht sich gegen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/gender\/\">Gender<\/a> aus, trotzdem erhalten vor allem solche Politiker ihre Stimmen, die Gender in allen gesellschaftlichen Bereichen &#8211; von der sexuellen Fr\u00fcherziehung in der Kita bis ins Seniorenheim &#8211; durchsetzen.<br \/>\n\u00dcber 80 % der B\u00fcrger halten am souver\u00e4nen Staat fest, aber bei der Bundestagswahl bringt das W\u00e4hlervotum eine Exekutive an die Macht, die Deutschland als Region in einem zentralisierten europ\u00e4ischen Staat aufgehen lassen wird (Wirtschaftsminister Habeck will dazu die Steuerhoheit m\u00f6glichst bald an Br\u00fcssel abgeben).<\/p>\n<p>Warum haben wir nicht die Politik, die sich die Mehrheit des Volkes laut Umfragen w\u00fcnscht? Wie kommt es, da\u00df die meisten B\u00fcrger nicht den Politikern ihre Stimme geben, die ihre pers\u00f6nliche Meinung, die sie auch in Umfragen kund tun, vertreten, sondern denjenigen, mit denen sie sich identifizieren k\u00f6nnen. Mit was identifizieren sie sich? Mit dem Mainstream, also mit dem, was in der Gesellschaft als &#8222;gut&#8220; gilt, Harmonie verspricht bzw. eine Ausgrenzung aufgrund eigener Kritik vermeidet. Zu dieser Erkenntnis gelangt Dr. Luise Sommer in ihrem Buch &#8222;Intuition sticht Vernunft &#8211; Wie entsteht Meinung?&#8220; (1). Die eigene Meinung werde versteckt bzw. vor sich selbst einfach nicht zugelassen. Beispiel: Migration wird per se als Bereicherung bezeichnet, um nicht als Fremdenfeind zu gelten, da Migrantenkritik ja Hass und Hetze darstellt. In Befragungen hingegen gibt man \u00fcberwiegend Argumente vor, die gegen die Migration sprechen, wie Kriminalit\u00e4t, Wohnungsmangel, Kosten Sozialstaat, gescheiterte Integration, geringe Erwerbsquote und Frauenfeindlichkeit.<br \/>\n.<br \/>\nViele gehen sonntags in die Kirche, nicht weil sie &#8222;glauben&#8220;, sondern weil sie zeigen wollen, da\u00df sie dazugeh\u00f6ren.<br \/>\nEntsprechend w\u00e4hlen viele B\u00fcrger ihre gewohnten Parteien, nicht weil diese unbedingt ihre eigene Meinung vertreten, sondern weil sie zum Mainstream dazugeh\u00f6ren wollen.<br \/>\nFazit: \u00c4nderungen im Wahlverhalten hinken mit gro\u00dfem Zeitverzug der aktuellen Realit\u00e4t hinterher.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Die repr\u00e4sentative zur direkten Demokratie weiterentwickeln (2):<\/em><br \/>\nDie seit 1949 bestehende repr\u00e4sentative Demokratie einschlie\u00dflich der f\u00f6deralen Struktur der Bundesrepublik Deutschland hat sich bew\u00e4hrt. Sie hat uns \u00fcber 70 Jahre inneren Frieden beschert. Aber sie ist in die Jahre gekommen, dazu folgende Stichworte: Politikverdrossenheit, Parteienstaat, Medien versagen als 4. Macht, Berufspolitiker ohne Qualifikation, volksferne Volksvertreter, Experten und NGOs als 5. Macht, Aussch\u00fcsse statt Parlament, Kl\u00fcngel bzw. Korruption, B\u00fcrger als Untertan, Verordnungen statt Gesetzgebung.<br \/>\nWegweisende Entscheidungen zu gro\u00dfen Problemen wie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/kernkraft\/\">Kernkraft-Abkehr<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-schuldenunion\/\">EU-Haftung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/grenzoeffnung2015\/\">Grenz\u00f6ffnung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/lockdown-endlos\/\">Lockdown<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/gas\/nordstream2\/\">Gas-Embargo<\/a> und Ukraine-Kriegseintritt werden nicht mehr durch freie, geheime Abstimmungen ohne Fraktionszwang im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/bundestag\/\">Bundestag<\/a> getroffen, sondern am Parlament vorbei durch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/notverordnungen\/\">Notverordnungen<\/a> oder aber am Kabinettstisch. Das nachtr\u00e4gliche Absegnen in Bundestag wie Bundesrat macht nichts besser: Die gesetzgebende Gewalt obliegt dem Parlament. Nur das Parlament hat die Legislative inne.<br \/>\nDen B\u00fcrger als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/naivitaet\/infantilisierung\/\">&#8222;m\u00fcndigen B\u00fcrger&#8220;<\/a> in die Entscheidungsprozesse einbinden, dies kann nur die direkte Demokratie leisten. &#8222;Dass alle reden, wild durcheinander, beweist einen allgemeinen Partizipationswillen. Gerade verbale Brutalit\u00e4t ist der Versuch einer Selbsterm\u00e4chtigung&#8220; (2). Sommer wertet also den Internet-Journalismus der B\u00fcrger mit ihren unz\u00e4hligen Posts, Kommentaren und Beitr\u00e4gen als positives Zeichen hin zu einer direkten Demokratie. Aber: &#8222;Partizipation aller ist nur m\u00f6glich, wenn keiner die Weisheit mit L\u00f6ffeln gefressen hat, es kein Wahrheitsmonopol gibt&#8220;. Auch kein Wahrheitsmonopol, das durch links-ideologischen bzw. woken Moralismus gen\u00e4hrt wird.<br \/>\nDie <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/partei\/gruene\/\">Gr\u00fcnen<\/a> haben sich anfangs stets f\u00fcr strikte Einhaltung der Gewaltenteilung sowie f\u00fcr Volksabstimmungen und B\u00fcrgern\u00e4he eingesetzt. Warum wehrt sich die Partei heute vehement gegen die Einf\u00fchrung von Elementen der direkten Demokratie? Warum bem\u00fchen sie fast verzweifelt das Argument von Heinrich August Winkler, da\u00df Volksabstimmungen zu riskant seien f\u00fcr die heute ach zu komplexen Probleme? Warum schlie\u00dfen sich die anderen gro\u00dfen Parteien dem an? Geht es den Parteien letztendlich doch nur um Einflu\u00df und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/macht\/\">Macht<\/a>, um den Erhalt des immer weiter wuchernden und mit NGOs und Medien verwobenen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/staatsapparat\/\">Staatsapparats<\/a>? Und weniger um den &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/consent-of-the-governed\/\">Consent of the Governed<\/a>&#8222;?<br \/>\nUnsere repr\u00e4sentative Demokratie scheint am Scheidepunkt zu stehen: Entweder in Richtung direkte Demokratie oder in Richtung Totalitarismus.\u00a0 Ein einfaches Weiter-so wird es wohl kaum geben.<br \/>\n21.1.2023<br \/>\n.<br \/>\nEnde von Beitrag &#8222;Direkte Demokratie: W\u00e4hlerwille&#8220;<br \/>\n============================================================<br \/>\nBeginn von Anlagen (1) bis (3)<br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(1) \u201eDie Leute verbieten sich die eigene Meinung\u201c<\/strong><br \/>\nWarum haben wir nicht die Politik, die sich die Mehrheit des Volkes laut Umfragen w\u00fcnscht?Das fragte sich auch die Medizinerin Luise Sommer. In ihrem Buch &#8222;Intuition st\u00edcht Vernunft&#8220; pr\u00e4sentiert sic ihre zum Teil erstaunlichen Ergebnisse.<\/p>\n<p>Warum ist eine Mehrheit der Deutschen gegen die Einwanderungspolitik, aber w\u00e4hlt Parteien, die f\u00fcr diese verantwortlich sind? Wie entsteht eine Meinung und warum schl\u00e4gt Intuition meistens das Sachargument? Luise Sommer geht in ihrem neuen Buch diesen Fragen auf den Grund. Die JF hat sie f\u00fcr ein Interview getroffen.<br \/>\nFrau Dr. Sommer, eine klare Mehrheit der Deutschen lehnt unkontrollierte Masseneinwanderung ab, dennoch ist sie politische Realit\u00e4t. Warum?<br \/>\nLuise Sommer: Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. Um das herauszubekommen, habe ich beschlossen, die Menschen diesbez\u00fcglich zu fragen. Das Resultat meiner Erhebung best\u00e4tigt, der \u00fcberwiegende Teil der B\u00fcrger w\u00e4hlt eben nicht unbedingt die, die ihre Meinung vertreten, sondern die, mit denen sie sich identifizieren.<br \/>\nBedingt nicht das eine das andere?<br \/>\nSommer: Nein. Und ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist der erschreckte Ruf eines meiner Interviewpartner: \u201eO Gott, jetzt rede ich wie ein AfDler!\u201c Diese Diskrepanz zeigt sich auch, wenn nicht wenige Leute unangenehm \u00fcberrascht sind, wenn ihnen der Wahlomat sagt, die Partei ihrer Wahl sei die AfD. Fast alle von mir Befragten lie\u00dfen die politische Meinung, die sie eigentlich haben, vor sich selbst einfach nicht zu.<\/p>\n<p>Warum sollte man das tun?<br \/>\nSommer: Zum einen m\u00f6chte der Mensch vor der Gesellschaft als \u201egut\u201c dastehen \u2013 zum anderen auch vor sich selbst. Der Ausdruck \u201eGutmensch\u201c kommt nicht von ungef\u00e4hr. Der US-Sozialpsychologe Mark Leary spricht von unserem \u201eSociometer\u201c, das quasi best\u00e4ndig unser soziales Umfeld abtastet und uns vor Verhalten warnt, das uns au\u00dferhalb stellen k\u00f6nnten. Deshalb unterlassen wir es etwa, unsere wahre Meinung zu sagen, Kritik zu \u00e4u\u00dfern oder uns so zu verhalten, da\u00df wir Ansto\u00df erregen k\u00f6nnten. Das f\u00fchrt so weit, da\u00df Menschen von vornherein alles meiden, was auch nur potentiell zu Disharmonien f\u00fchren k\u00f6nnte, etwa Gespr\u00e4che \u00fcber Politik.<\/p>\n<p>\u201eGew\u00fcnschte Meinung spielt eine Rolle\u201c<br \/>\nAber das ist keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Abweichen der durchschnittlichen Wahlergebnisse von der durchschnittlichen Volksmeinung, denn in der Wahlkabine ist man allein, kann also v\u00f6llig folgenlos sein Kreuzchen setzen.<br \/>\nSommer: So funktioniert das ja auch bis zu einem gewissen Grad. So war etwa unser B\u00fcrgermeister sehr best\u00fcrzt, als die AfD 25 Prozent bekam. Diese \u201eNazis\u201c, wie er sagt, waren ihm vorher nicht aufgefallen. Wenn aber andererseits beim gemeinsamen Ausf\u00fcllen der Briefwahlzettel zu Hause die Stimme f\u00fcr die AfD doch zu einer f\u00fcr die Gr\u00fcnen wird, hat das \u201eSociometer\u201c ganze Arbeit geleistet.<br \/>\nDazu kommt das genannte zweite Moment, die gew\u00fcnschte Meinung des Menschen von sich selbst: Wenn wir uns gewisse Ansichten strikt selbst verbieten, f\u00fchrt das zu Stillstand im Denken und wir beginnen, unsere eigene Meinung abzulegen und die der Gruppe zu \u00fcbernehmen \u2013 und schlie\u00dflich erscheint uns unsere urspr\u00fcngliche Ansicht als moralisch verwerflich. Der amerikanische Moralpsychologe Jonathan Haidt spricht deshalb davon, da\u00df \u201eMoral binds and blinds\u201c, \u201e(uns) bindet und blind macht\u201c.<\/p>\n<p>Und diese Mechanismen haben Sie auch beobachtet?<br \/>\nSommer: Er wurde mir von meinen Gespr\u00e4chspartnern immer wieder demonstriert, in Form sich widersprechender Aussagen. Sie haben sich also, oft unverz\u00fcglich, selbst korrigiert, in Richtung \u201eguter Mensch\u201c, der sie sein wollten.<\/p>\n<p>L\u00e4\u00dft sich dieser Mechanismus durchbrechen?<br \/>\nSommer: Selten, weil unser \u201eSociometer\u201c uns weit st\u00e4rker kontrolliert als unser Verstand. Dazu kommt, da\u00df unsere Intuition diesen sogar f\u00fcr ihre Zwecke instrumentalisiert. Joshua Greene, ein weiterer US-Psychologe, beschreibt diesen Proze\u00df so: \u201eWir alle haben starke Gef\u00fchle, die uns sagen, was getan und was nicht getan werden darf. Doch der Sinn dieser Gef\u00fchle ist (uns) nicht offensichtlich. Und so bauen wir uns \u2013 mit Hilfe einiger kreativer Denker \u2013 eine rational einleuchtende Geschichte zusammen.\u201c<br \/>\nSind Sie also etwa der Meinung, wir sollten nur Kriegsfl\u00fcchtlinge, keine Wirtschaftsmigranten aufnehmen, finden Sie sich schnell in der politischen Gesellschaft jener wieder, die man als fremdenfeindlich, rassistisch etc. beschimpft. Da Sie das nicht wollen, wechseln Sie ins Lager derer, die jeden aufnehmen. Da das aber nicht zu Ihrer Meinung pa\u00dft, l\u00f6sen Sie das Problem unbewu\u00dft, indem Sie nur noch Informationen wahrnehmen, die irgendwie zu best\u00e4tigen scheinen, da\u00df jeder, der ins Land kommt, auch vor Krieg und Bomben flieht.<br \/>\nWenn das so funktioniert, welchen Sinn haben dann noch politische Argumente?<br \/>\nSommer: Keinen entscheidenden, wichtiger sind die geschilderten Mechanismen. Und die Richtung, in die sie wirken, ist vom \u201eMainstream\u201c abh\u00e4ngig, also von den in der Gesellschaft vorherrschenden und von den Medien verbreiteten Narrativen. Diese sind es, die bei den meisten Leuten entscheiden, mit wem sie sich identifizieren und folglich wen sie w\u00e4hlen. Und sie k\u00f6nnen dann auch mal \u2013 das klingt hart \u2013 Nationalsozialismus oder Kommunismus hei\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eB\u00fcrger verhalten sich gegens\u00e4tzlich zu eigenen Ansichten\u201c<br \/>\nWas hei\u00dft das, zum Beispiel f\u00fcr die AfD?<br \/>\nSommer: Angesichts meiner Ergebnisse, die sich mit dem decken, was namhafte Psychologen sagen \u2013 einige habe ich genannt \u2013, mu\u00df ich feststellen, da\u00df die AfD ihre Lage durch Auftreten und Aussagen leider mitverschuldet hat \u2013 mitverschuldet deshalb, weil sie zus\u00e4tzlich auch noch einer intensiven Negativdarstellung durch Institutionen, Medien und konkurrierende Parteien ausgesetzt ist. Diese beschreiben das selbst mit \u201enicht berichten \u2013 und wenn dann nur Schlechtes\u201c. Mein Rat w\u00e4re daher, endlich den Wunsch der B\u00fcrger zum \u201eGutsein\u201c ernst zu nehmen und auf als absto\u00dfend empfundene Aussagen zu verzichten. Wer meint, er m\u00fcsse nicht auf Sympathien jenseits seiner Kernw\u00e4hlerschaft achten, der wird W\u00e4hler, die man inhaltlich auf seiner Seite hat, dennoch nicht f\u00fcr sich mobilisieren k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.1.2023 von Luise Sommer bitte lesen in der JF 3\/2023, Site 3<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<em>Luise Sommer:<\/em><br \/>\n<em>Intuition sticht Vernunft &#8211; Wie entsteht Meinung?<\/em><br \/>\n<em>43 Interviews zu Migration in Schwaben. <\/em><em>171 Seiten<\/em><br \/>\n<em>GHV, Gerhard Hess Verlag 2022, ISBN 978-3-87336-750-0.<\/em><br \/>\n<em>17,80 Euro<\/em><br \/>\n.<br \/>\n<em>Dr. Luise Sommer: Die Tiermedizinerin, geboren 1950 in Ahaus\/Westfalen, aufgewachsen in Unterfranken, ver\u00f6ffentlichte die B\u00fccher \u201eEine friedliche Migration wie viele zuvor auf der Welt. Der Fall Deutschlands \u2013 Fakten, Wunschdenken, Zukunftszenarien\u201c (2020) und \u201eIntuition sticht Vernunft. Wie entsteht Meinung? 43 Interviews zu Migration in Schwaben\u201c.<\/em><br \/>\n.<br \/>\nEinige Kommentare:<br \/>\n<strong>Meinungsbildung: &#8222;Sich eine Meinung zu bilden\u201c<\/strong><br \/>\nZu der hier behandelten Frage, wie \u00fcberhaupt Meinung entsteht, erlaube ich mir, einen Teil zur Beantwortung beizutragen. Fr\u00fcher sprach man auch davon, \u201esich eine Meinung zu bilden.\u201c Das setzt einiges voraus.<br \/>\nAls Basisr\u00fcstzeug zuallererst eine Bildung, etwas, das heute an Schulen nur noch rudiment\u00e4r vermittelt wird und das ein ger\u00fcttelt Ma\u00df eigener Bildungsanstrengungen in Form von Lesen, Studieren, Nachdenken, Abw\u00e4gen usw. voraussetzt, also geistige T\u00e4tigkeiten, die man selbst erbringen mu\u00df, um sich eine fundierte Meinung zu schwierigen Sachverhalten zu bilden.<br \/>\nDas kann anstrengend und manchmal sogar schmerzhaft sein, weshalb sich die meisten diesen M\u00fchen entziehen, denn im kollektiven Freizeitpark ist \u201eSpa\u00dfhaben\u201c oberste Priorit\u00e4t und bevorzugter Lebenszweck.<br \/>\nInfolgedessen \u00fcberlassen die denkfaulen Massen diese Anstrengungen gerne anderen. Das hei\u00dft, Meinung wird heute gemacht, und zwar von einer allgegenw\u00e4rtigen Meinungsindustrie, deren Meinungsmacher sich entweder staatlicher Einflu\u00dfnahme oder politisch korrekter Gleichschaltung unterworfen haben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 3.2.2023 von Matthias Schneider, Speyer bitte lesen in JF 6\/23, Seite 27<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Lemming-Menschen?<\/strong><br \/>\nAls n\u00e4chstes sollte Frau Luise Sommer herausfinden, weshalb sie sich eine vom Mainstream abweichende Meinung erlaubt und die Testpersonen nicht. Wahrscheinlich wird die Antwort mit der Genetik der Menschen zu tun haben. Es gibt vermutlich den Lemming-Menschen und den kritischeren Menschen-Typ. Die Mehrheit sind die Lemminge. Die folgen allem und jedem solange es nur die Mehrheit tut. Lemminge halt.<br \/>\n20.1.2023, T.A.<br \/>\n.<br \/>\nPropaganda, Vorurteile und Verurteilungen durch die Mainstream-Medien<br \/>\nIm Anfang des Gespr\u00e4chs erw\u00e4hnt Frau Sommer, dass die meisten der Befragten, denen anscheinend u.a. auch der Wahlomat vorgelegt wurde, dadurch erkennen mussten: ihre Meinung w\u00fcrde am Ehesten der der AfD entsprechen.- Diese wurde dann aber gerne und \u201enat\u00fcrlich\u201c erschrocken dementiert! Dies zeigt aber doch auch, wie das vorgegebene Meinungsbild, bewirkt durch Propaganda und Vorurteilen und Verurteilungen durch die Mainstream-Medien, ausschlaggebend ist. Schlie\u00dflich will ja kaum jemand zu den h\u00f6chst \u201eVerachtenswerten und zu Verteufelnden\u201c z\u00e4hlen. Dies hat sich anscheinend parteipolitisch so festgesetzt, da\u00df der Zuspruch zu dieser Partei zu W\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst und das Meinungsbild verschiebt.<br \/>\nHinzu kommt bestimmt auch, dass eine offene und ehrliche Debatte oder ehrliche Kritik in den \u00f6ffentlich rechtlichen Medien und Systemgazetten praktisch nicht stattfindet. Frau Sommer hatte bei den Antworten auch festgestellt, dass manche Widersp\u00fcche in sich auftauchten, aber so nicht wahrgenommen wurden. Man k\u00f6nnte da annehmen, da\u00df bei den nur 42 Befragten(!) eine vern\u00fcnftige Wahrnehmung eines gesamten Zusammenhangs kaum erkannt wurde. Schlie\u00dflich will man ja zu den Guten geh\u00f6ren.<br \/>\n20.1.2023, E.S.<br \/>\n.<br \/>\nNa endlich, ein vern\u00fcnftiges Buch\/Statement zum Thema \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c,<br \/>\nVertriebene, Illegale und Legale. Wir sind nun \u00fcberwiegend christlich gepr\u00e4gte Menschen und nehmen herzlich gern wirkliche Heimatvertriebene in Deutschland auf, die Schmarotzer jedoch nicht. Die CDU\/CSU\/SPD\/Gr\u00fcne\/usw., ausgenommen die AFD haben alle Fl\u00fcchtlinge seit 2015 herzlich ins reiche Deutschland eingeladen. Wirtschaftliche Vorteile haben hiervon doch nur die Schlepper.<br \/>\nDas Problem: Z.B. 1* CSU, immer CSU, so ist es halt, weil die etablierten Parteien dieses Thema unterdr\u00fccken, verniedlichen, \u201ewir BIO-Deutschen sterben aus\u201c und verheimlichen.<br \/>\n20.1.2023, Mat<br \/>\nEnde Kommentare<br \/>\n.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Abschied von der repr\u00e4sentativen Demokratie<\/strong><br \/>\nDer Schweizer Andreas Urs Sommer, Philosophie-Professor an der Universit\u00e4t Freiburg, h\u00e4lt ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr das Modell der direkt-partizipatorischen Demokratie. Er versteht darunter die &#8222;direkte Teilhabe an allen relevanten politischen Entscheidungen&#8220;. Sein Buch ist theoretisch-konzeptionell und sprachlich anspruchsvoll, aber anregend und weitblickend. Wer denkt, dass da ein Schweizer dem Referendumsmodell seiner Heimat huldigt, liegt falsch, denn das geht Sommer nicht weit genug \u2013 93 Prozent aller Gesetze in der Eidgenossenschaft treten ohne Referendum in Kraft, direkte Demokratie ist dort &#8222;kein Ersatz, sondern eine Erg\u00e4nzung parlamentarischer Demokratie&#8220;.<br \/>\nSommer will aber, dass alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Politik unmittelbar mitgestalten, nicht nur die Gew\u00e4hlten. Nicht jeder m\u00fcsse an jeder Abstimmung teilnehmen, das Individuum k\u00f6nne sich &#8222;selektiv einklinken&#8220;. Aber &#8222;die Demokratie braucht eine direkt-partizipatorische Zukunft, damit wir lernen zu entscheiden, M\u00f6glichkeiten abzuw\u00e4gen und M\u00f6glichkeiten zu ergreifen&#8220;. Die Gesamtheit der B\u00fcrger k\u00f6nne an die Stelle der Berufspolitiker treten, da diese jenseits ihres Fachwissens &#8222;keinen allgemeinen Erleuchtungsvorsprung&#8220; h\u00e4tten und &#8222;den Experten der jeweiligen Fraktionen in ihrem Stimmverhalten ziemlich konsequent folgen&#8220;.<br \/>\nF\u00fcr Sommer ist die &#8222;Amateurisierung der Politik&#8220; deshalb &#8222;das eigentliche Gebot der Stunde&#8220;. Derweil sollen Berufspolitiker moderieren und &#8222;Entscheidungshelfer&#8220; sein. Wie aber soll der B\u00fcrger mehr Zeit in die Politik investieren, wenn er doch Geld verdienen muss? Sommer schl\u00e4gt hier das bedingungslose Grundeinkommen vor.<br \/>\nDass eine Ver\u00e4nderung notwendig ist, begr\u00fcndet er mit den Krisen der Demokratie, die &#8222;nichts anderes als die Krise der Repr\u00e4sentation&#8220; seien. &#8222;Die Zeit starrer Stellvertretung&#8220; sei vorbei. Und: &#8222;Die Ideologie des Repr\u00e4sentativismus ist eine ernste Krankheit moderner Staatlichkeit.&#8220; Sommer glaubt denn auch, dass die Parteien an Bedeutung verloren haben, sie seien &#8222;in einer fluiden Welt&#8220; thematisch einfach zu wenig dynamisch. Im direkt-partizipatorischen System w\u00e4ren sie nicht mehr als &#8222;ein bescheidenes Hilfsmittel&#8220;.<br \/>\n&#8230; Alles vom 20.1.2023 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/abschied-von-der-repraesentativen-demokratie--238129224.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/abschied-von-der-repraesentativen-demokratie&#8211;238129224.html<\/a><\/p>\n<p><em>Andreas Urs Sommer, geboren 1972, wurde nach dem Studium der Philosophie, Kirchen- und Dogmengeschichte und Deutschen Literaturwissenschaft 1998 in Basel, G\u00f6ttingen und Freiburg an der Universit\u00e4t Basel promoviert und habilitierte sich 2004 an der Universit\u00e4t Greifswald, wo er mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Assistent t\u00e4tig war. 1998\/99 war er Visiting Research Fellow an der Princeton University, 2001 Visiting Fellow an der University of London. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universit\u00e4t Mannheim ist er seit 2008 Wissenschaftlicher Kommentator der Werke Nietzsches an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit Sitz an der Universit\u00e4t Freiburg im Breisgau, Professor am dortigen Philosophischen Seminar und Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung in Naumburg.<br \/>\n<\/em>\u00a0.<br \/>\nAndreas Urs Sommer<br \/>\nEine Demokratie f\u00fcr das 21. Jahrhundert:<br \/>\nWarum die Volksvertretung \u00fcberholt ist und die Zukunft der direkten Demokratie geh\u00f6rt<br \/>\nHerder Verlag Freiburg, 15.8.2022<br \/>\n272 Seiten, 20 Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung w\u00fcnscht sich laut Umfragen eine andere Politik als die, die wir derzeit haben. Zwischen der eigenen Meinung der B\u00fcrger und der Regierungspolitik tut sich eine zunehmende Kluft auf. Dies mag daran liegen, da\u00df viele B\u00fcrger bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/direkte-demokratie-waehlerwille\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[181,36,13,80,157,9,171,172],"tags":[71,633,749,682,626,793,631,500],"class_list":["post-108769","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buergerbeteiligung","category-engagement","category-kultur","category-medien","category-oeffentlicher-raum","category-soziales","category-verbraucher","category-zukunft","tag-burgerentscheid","tag-demokratie","tag-diskussionskultur","tag-freiheit","tag-partei","tag-rechtsstaat","tag-staat","tag-wahl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=108769"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108769\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":109470,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/108769\/revisions\/109470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=108769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=108769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}