{"id":10841,"date":"2012-09-12T21:06:05","date_gmt":"2012-09-12T19:06:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=10841"},"modified":"2012-09-12T21:10:12","modified_gmt":"2012-09-12T19:10:12","slug":"kappel-stadtteil-altlasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kappel-stadtteil-altlasten\/","title":{"rendered":"Kappel &#8211; Stadtteil &#8211; Altlasten"},"content":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Kappels Ortsvorsteher Hermann Dittmers<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, das im Moment in <a title=\"Kappel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/kappel\/\">Kappel<\/a> alles dominierende Thema ist die Altlastensanierung des Areals <a title=\"Neuhaeuser\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/neuhaeuser\/\">Stolberger Zink in Neuh\u00e4user<\/a>.<br \/>\nDittmers: Ein Thema das sehr komplex ist und sich schon seit Jahrzehnten hinzieht. Es handelt sich um zwei rechtlich getrennte Verfahren: Da geht es einmal um die Bebauung, f\u00fcr die das Stadtplanungsamt zust\u00e4ndig ist. Und es geht um die Sanierung der Altlasten unter Federf\u00fchrung des <a title=\"Umwelt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/\">Umweltschutzamtes<\/a>.<!--more--><br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Beginnen wir mit dem Bebauungsverfahren!<br \/>\nDittmers: Im Jahr 2006 beschloss die Stadt Freiburg nach einem umfangreichen Beteiligungsprozess der \u00d6ffentlichkeit &#8211; in Kappel auch unter Anh\u00f6rung des Ortschaftsrats und der B\u00fcrgerschaft &#8211; ihren Fl\u00e4chennutzungsplan FNP 2020. Damals wurden f\u00fcr die ganze Stadt und auch f\u00fcr Kappel Fl\u00e4chen ausgewiesen, die bebaut werden k\u00f6nnen. Weitere Fl\u00e4chen in unserem Ortsteil kommen u.a. aus landschaftsschutzrechtlichen Gr\u00fcnden nicht in Betracht. F\u00fcr Kappel waren es neben einer Teilfl\u00e4che auf dem Gewann \u201eWeihermatten\u201c, einer kleineren \u00a0Arrondierungsfl\u00e4che in der Ziegelmattenstra\u00dfe und einer Fl\u00e4che in H\u00f6he der Haltestelle \u201eAm Bannwald\u201c, hier vor allem das Stolberger-Zink-Gel\u00e4nde. Alle Gremien, also auch der Ortschaftsrat, waren sich damals einig, dass auf dem Stolberger-Zink-Areal nach erfolgter Sanierung als erstes von allen Fl\u00e4chen ein Wohnbaugebiet im Sinne einer Innenentwicklung entstehen soll. Das ist im Fl\u00e4chennutzungsplan festgeschrieben und wenn nun der Eigent\u00fcmer Antr\u00e4ge auf Sanierung und Bebauung und stellt, dann muss die Stadt diese pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Der Knackpunkt nun ist die Sanierung.<br \/>\nDittmers: Einer der Knackpunkte. Was die Sanierung angeht, so ist die dort wohnende und betroffene Bev\u00f6lkerung zurecht hoch sensibilisiert und es bleibt nicht aus, dass solche Debatten auch sehr emotional gef\u00fchrt werden. Ich nehme die gemachten Anregungen und ge\u00e4u\u00dferten Bef\u00fcrchtungen ernst. Es geht darum mindestens 45.000 Kubikmeter verseuchten Erdreichs zu entsorgen. Das Sanierungskonzept des Antragstellers basiert auf einem sogenannten \u201ebodenschutzrechtlichen Verfahren\u201c, wonach es m\u00f6glich ist, Altlastenfl\u00e4chen so zu sanieren, dass Teilfl\u00e4chen durch die Verlagerung verseuchten Erdreichs auf andere bereits belastete Teilfl\u00e4chen altlastenfrei werden. Genau dieses Verfahren soll angewandt werden. Schwermetallbelastetes Erdreich der Fl\u00e4che A soll auf die Fl\u00e4chen B und C transportiert, dort eingebaut und abgedichtet werden. Auf der dann sanierten Fl\u00e4che A k\u00f6nnte dann gebaut werden. Der B\u00fcrgerverein Neuh\u00e4user fordert jedoch ein \u201eabfallrechtliches Verfahren\u201c, da seiner Meinung nach mit der Verlagerung des belasteten Erdreichs eine Sonderm\u00fclldeponie entsteht. Deshalb, weil ein Teil der Fl\u00e4chen B und C, auf der das belastete Erdreich gelagert werden soll, gar nicht belastet sei.<\/p>\n<div id=\"attachment_10843\" style=\"width: 129px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kappel-stadtteil-altlasten\/dittmers1209\/\" rel=\"attachment wp-att-10843\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10843\" class=\"size-thumbnail wp-image-10843\" title=\"dittmers1209\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dittmers1209-119x180.jpg\" alt=\"\" width=\"119\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dittmers1209-119x180.jpg 119w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dittmers1209.jpg 426w\" sizes=\"auto, (max-width: 119px) 100vw, 119px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10843\" class=\"wp-caption-text\">B\u00fcrgermeister Hermann Dittmers von Freiburg-Kappel 8\/2012<\/p><\/div>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Topografisch ist eine solche Umlagerung tats\u00e4chlich kein leichtes Unterfangen, denn die Fl\u00e4chen B und C liegen am Berg.<br \/>\nDittmers: Wir stehen im Moment noch ganz am Anfang des Verfahrens. Was vorliegt, das ist ein Sanierungsplan, der den B\u00fcrgern auf einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde. Und wir haben mehrfach betont, dass die vorliegende Planung noch kein \u201efertiges Produkt\u201c ist. Klar ist, dass noch viele Fragen offen sind.<br \/>\nDiese Fragen betreffen u.a. die konkrete Ausf\u00fchrung: n\u00f6tig wird ein Verkehrskonzept, das kl\u00e4rt, wie der Aushub und das Anreicherungsmaterial auf die Fl\u00e4chen B und C gelangt, ohne die Anlieger \u00fcberm\u00e4\u00dfig zu belasten. N\u00f6tig ist auch ein Konzept zum Gesundheitsschutz der Anwohner w\u00e4hrend der Arbeiten und au\u00dferdem ein Standsicherheitsgutachten, das pr\u00fcft, ob das Abrutschen der geplanten Ablagerung auf der Hangfl\u00e4che B\/C wirklich auch in der Zukunft ausgeschlossen ist. Der Ortschaftsrat beschlie\u00dft in \u00f6ffentlichen Sitzungen. Wir haben bisher keinen Beschluss \u00fcber die Art des Sanierungsverfahrens gefasst. Wir setzen uns f\u00fcr ein transparentes Verfahren ein und daf\u00fcr, dass die B\u00fcrger fr\u00fchzeitig informiert und in alle Verfahrensschritte mit einbezogen werden.<br \/>\nDeshalb begr\u00fc\u00dfen wir es auch, dass die Stadt Dialogveranstaltungen plant, an denen das Umweltschutzamt, der B\u00fcrgerverein Neuh\u00e4user und neutrale Sachverst\u00e4ndige teilnehmen. Diese Gespr\u00e4che sollen im Oktober und November gef\u00fchrt werden. \u00a0<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Sie sagten vorhin, dass, was die Bebauung angeht, das Sanierungsverfahren nur einer der Knackpunkte sei.<br \/>\nDittmers: Nach Inkrafttreten des Fl\u00e4chennutzungsplans 2020 war angedacht, das Areal mit 80 bis 100 Wohneinheiten zu bebauen. Es gibt jedoch Leitlinien nach denen mit Grund und Boden sehr sparsam und ressourcenschonend umzugehen sei. Daneben sollen Innenentwicklungsfl\u00e4chen vor Au\u00dfenentwicklungsfl\u00e4chen genutzt werden.\u00a0Deshalb schl\u00e4gt der Bau- und Umlegungsausschuss eine verdichtete Bebauung mit bis zu 150 Wohneinheiten vor. Der Ortschaftsrat stimmte dieser Verdichtung unter zwei Bedingungen zu: dass das n\u00e4mlich mit den B\u00fcrgern im Sinne einer fr\u00fchzeitigen \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung besprochen und es als absolute Obergrenze festgeschrieben wird. Auch wiesen wir auf eine der Umgebung angepasste Bebauung hin. Mit dieser Zustimmung wurde jedoch kein verbindlicher Bebauungsplan aufgestellt. Am 10. Juli sollte dazu eine B\u00fcrgerinformation und der Beginn der Anh\u00f6rung der \u00d6ffentlichkeit im Sitzungssaal des Rathauses Kappel stattfinden. Weil der Sitzungssaal sich f\u00fcr die Anzahl der erschienenen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger als zu klein erwies, wurde die Veranstaltung abgebrochen und f\u00fcr den 27. September in der Mehrzweckhalle Kappel neu anberaumt.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: In Kappel gibt es aber auch noch andere kommunalpolitische Themen als Stolberger Zink. Als ich das Rathaus betrat, fiel mir der ver\u00e4nderte Eingangsbereich auf.<br \/>\nDittmers: Wir haben es geschafft, eine Dauerausstellung \u00fcber die 500-j\u00e4hrige Geschichte des Kappler Bergbaus im Rathaus zu installieren. Projektverantwortlich war der Kunst- und Kulturverein, der die Informationen ehrenamtlich gesammelt und chronologisch sauber aufbereitet hat. Dank dieses gro\u00dfen Engagements und vieler Sponsoren wurde es m\u00f6glich, dass im Rathaus nun elf gro\u00dfe Tafeln, die die Bergbaugeschichte in Wort und Bild darstellen, h\u00e4ngen. Es ist ein vollst\u00e4ndiger Abriss der Geschichte bis ins Jahr 2011. Ebenfalls mit aufgearbeitet ist die Zeit des Nationalsozialismus, w\u00e4hrend der in Kappel auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.\u00a0Wir k\u00f6nnen nun auf Wunsch f\u00fcr Gruppen und Schulklassen eine F\u00fchrung mit Vortrag anbieten. Diese Dauerausstellung ist ein Teil des Gesamtkonzeptes \u201eInnengestaltung Rathaus und Neugestaltung Rathausplatz\u201c. Auch die Arbeitspl\u00e4tze der Ortsverwaltung wurden und werden noch modernisiert und vor allem haben wir jetzt ein PC-Netzwerk, was das Arbeiten f\u00fcr meine Mitarbeiter hier erleichtert und effektiver macht.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Und dann nehmen Sie auch die Gestaltung des Rathausplatzes in Angriff?<br \/>\nDittmers: Seit 2011 sind wir Eigent\u00fcmer aller Grundst\u00fccke und konnten in diesem Jahr mit der konkreten Planung beginnen. Auch hier war uns B\u00fcrgerbeteiligung wichtig. Wir haben deshalb zwei Sitzungen durchgef\u00fchrt. In einer ersten Sitzung luden wir nur die direkt betroffenen Anlieger ein und in einer zweiten wurde die gesamte B\u00fcrgerschaft informiert. Dieser gestufte Prozess war meines Erachtens gut. Unser Konzept stie\u00df im Wesentlichen auf Zustimmung. Abstimmungsbedarf hinsichtlich detaillierter Ausgestaltungen gibt es immer. Ein Diskussionspunkt ist die vor dem Platz verlaufende Gro\u00dftalstra\u00dfe, die wir gerne mit in die Platzgestaltung einbeziehen w\u00fcrden, um den Verkehr \u00fcber visuelle Ma\u00dfnahmen zu verlangsamen und zu beruhigen. Wir haben f\u00fcr den st\u00e4dtischen Doppelhaushalt 2013\/14 einen Antrag auf Finanzierung des Rathausplatzes gestellt. Wir w\u00fcrden ihn gerne anl\u00e4sslich des 40-j\u00e4hrigen Eingemeindungsjubil\u00e4ums im Jahr 2014 fertigstellen. Diese Idee habe ich bei der Stadt vorgetragen und ich bin durchaus auf offene Ohren gesto\u00dfen. Wenn der Rathausplatz saniert wird, dann soll auch der Zugang zum Rathaus so gestaltet werden, dass Menschen mit Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen problemlos ins Rathaus kommen k\u00f6nnen. Als schnelle, unkomplizierte \u00dcbergangsl\u00f6sung lie\u00df ich am Treppenaufgang eine Klingel mit Gegensprechanlage anbringen, so dass Menschen, die im Rollstuhl oder mit Rollator kommen, sich anmelden und abgeholt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Es tut sich also viel in Ihrem Ortsteil! Im vergangenen Jahr war auch der Friedhof ein Thema \u2026<br \/>\nDittmers: Das war ein gro\u00dfes und wichtiges Thema! Die Stadt hat \u00fcber 200.000 Euro in den Friedhof investiert: die Standfestigkeit der Mauern wieder hergestellt, Wege saniert und nun ein Urnengrabfeld angelegt. Urnenbestattungsm\u00f6glichkeiten gab es in Kappel schon immer, neu ist jetzt ein Urnenfeld mit kleinen Grabplatten auf einer Wiese mit B\u00e4umen entlang des Reichenbaches. Die Grabpflege er\u00fcbrigt sich dadurch. Das kommt einer Gesellschaft entgegen, die immer mobiler wird. Im Rahmen dieser Sanierung wurde auch der \u201eSeraphische Christus\u201c von Benedikt Schaufelberger aufgestellt. Schaufelberger war ein in Kappel lebender, \u00fcberregional bekannter K\u00fcnstler. Das Kunstwerk, das seine Familie uns dankenswerterweise zur Verf\u00fcgung stellt, steht unweit seines Grabes.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, ich bedanke mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\nF\u00fcr den Dreisamt\u00e4ler unterhielt sich Dagmar Engesser mit dem Ortsvorsteher Kappels, Hermann Dittmers.<br \/>\n12.9.2012, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Kappels Ortsvorsteher Hermann Dittmers Dreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, das im Moment in Kappel alles dominierende Thema ist die Altlastensanierung des Areals Stolberger Zink in Neuh\u00e4user. Dittmers: Ein Thema das sehr komplex ist und sich schon seit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kappel-stadtteil-altlasten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[207,355,50,203,68],"tags":[169,287],"class_list":["post-10841","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bergwerk","category-buergerinitiativen","category-dreisamtal","category-recycling","category-umwelt","tag-mull","tag-neubau"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10841\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}