{"id":107918,"date":"2022-12-30T14:59:45","date_gmt":"2022-12-30T13:59:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=107918"},"modified":"2022-12-31T16:55:42","modified_gmt":"2022-12-31T15:55:42","slug":"guerot-endspiel-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/guerot-endspiel-europa\/","title":{"rendered":"Gu\u00e9rot: Endspiel Europa"},"content":{"rendered":"<p>Das Projekt <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/\">Europa<\/a> in der derzeitigen Form (EU als B\u00fcrokratie-Monster) ist gescheitert. Die Ursache sehen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/pleisweiler-gespraech-mit-guerot\/\">Ulrike Gu\u00e9rot<\/a> und Hauke Ritz in ihrem <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/europa-usa\/\">Buch &#8222;Endspiel Europa&#8220;<\/a> darin, da\u00df Europa seine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/deutsche-interessen\/\">eigenen Interessen<\/a> nicht formuliert habe zwischen den Interessen der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/us-geopolitik\/\">USA<\/a> und denen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/\">Russlands<\/a>. <!--more-->Europa habe &#8211; als Vasall der USA &#8211; der transatlantischen Orientierung zu sehr gehuldigt, gerade auch im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/\">Ukrainekonflikt<\/a>.<br \/>\n.<br \/>\nGu\u00e9rot sieht Europa, Russland und USA als drei Gro\u00dfm\u00e4chte bzw. Imperien, die ihre politischen Interessen verfolgen. Von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/nationalstaat\/\">Nationalstaaten<\/a> bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/volk\/\">V\u00f6lkern<\/a>, die eigene Interessen vertreten, ist im Buch keine Rede. Denn Nationalstaaten werden als Relikt fr\u00fcherer Jahrhunderte abgelehnt.<br \/>\nDass das Projekt des \u201eever closer\u201c-Europe, also des Zusammenschwei\u00dfens zum einen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/eu-zentralstaat\/\">gro\u00dfeurop\u00e4ischen Staat<\/a>, von Millionen B\u00fcrgern der bestehenden Nationalstaaten abgelehnt wird, sieht Gu\u00e9rot nicht (1). Nationalstaaten sind in dem von ihr ersehnten europ\u00e4ischen Imperium nur als Regionen vertreten.<br \/>\n.<br \/>\nWie die gr\u00fcn-linke Regierung in Berlin lehnt Gu\u00e9rot ein f\u00f6deralistisches <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa-der-vaterlaender\/\">&#8222;Europa der Vaterl\u00e4nder&#8220;<\/a> ab. Sie favorisiert ein Europa als zentralistische Union, mit unter- bzw. gleichgeschalteten Regionen, aber ohne souver\u00e4ne Nationen.<br \/>\nAnders als die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/ampel\/\">Ampel-Koalition<\/a> fordert Gu\u00e9rot ein sofortiges Ende der Waffenlieferungen f\u00fcr die Ukraine und der Sanktionen gegen Ru\u00dfland, um endlich der Diplomatie Raum f\u00fcr Friedensverhandlungen zu geben.<br \/>\nInsofern deckt das Buch &#8222;Endspiel Europa&#8220; von Ulrike Gu\u00e9rot die Zwiesp\u00e4ltigkeit, wenn nicht gar Verlogenheit der deutschen Ostpolitik auf: Das nach 75 Jahren Schuldbelastung sowieso schwindende deutsche Nationalbewu\u00dftsein soll &#8211; am besten per Regierungsbeschlu\u00df &#8222;von oben&#8220; &#8211; in ein europ\u00e4isches Nationalbewu\u00dfsein eingetauscht werden. Das erstarkte ukrainische Nationalbewu\u00dftsein &#8211; der &#8222;Heldenmut des ukrainischen Volkes&#8220; (Gr\u00fcne) mu\u00df mit Waffen unterst\u00fctzt werden &#8211; soll nach dem Ende des Ukrainekriegs &#8230; ja, was wohl &#8230;?<\/p>\n<p>&#8222;Endspiel Europa&#8220; ist ein \u00e4u\u00dferst lesenswertes Buch, weil informativ (viele geschichtliche Fakten), ideenreich und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ulrike-guerot-diskurs-eingeengt\/\">kontrovers<\/a>. Gu\u00e9rot l\u00e4d ein zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/diplomatie\/\">Diplomatie<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/debatte\/\">Debatte<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Diskussionskultur<\/a>. Die Debatte mu\u00df allerdings offen und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/freiheit\/frei\/\">frei<\/a> gef\u00fchrt werden. Die derzeit von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/oerr\/\">\u00d6RR<\/a> und Mainstream-Medien praktizierte Ausgrenzung (Frau Prof. Ulrike Gu\u00e9rot ist pl\u00f6tzlich nicht mehr Talkshow-f\u00e4hig) setzt dem unverzichtbaren demokratischen Streit ein j\u00e4hes Ende. Traurig!<br \/>\n30.12.2022<br \/>\n.<br \/>\n<em>Ulrike Gu\u00e9rot, Hauke Ritz: Endspiel Europa. Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist und wie wir wieder davon tr\u00e4umen k\u00f6nnen.<br \/>\nWestend Verlag, Frankfurt am Main 2022,<br \/>\ngebunden, 208 Seiten, 20 Euro<\/em><br \/>\n.<br \/>\nEnde von Artikel &#8222;Gu\u00e9rot: Endspiel Europa&#8220;<br \/>\n==============================================================<br \/>\nBeginn von Anhang (1)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Das Mindset f\u00fcr den Superstaat<\/strong><br \/>\n<strong>Von Boris Kotchoubey.<\/strong><br \/>\nWas steckt da f\u00fcr ein Mindset hinter dem Wunsch nach einem europ\u00e4ischen Superstaat? In ihrem Buch \u201eEndspiel Europa\u201c gehen Ulrike Gu\u00e9rot und Hauke Ritz von Imperien aus statt von Nationalstaaten, von Eliten statt von V\u00f6lkern. Dies ist ein Versuch, den Versuch zu verstehen. Und ein Rat: Erst an M\u00e4usen testen.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nKeine Nationen, also auch keine Ukraine<br \/>\nDie Grundthese, dass die Nationalstaaten ein unn\u00f6tiger Rest der vorigen Jahrhunderte sind, bestimmt die Position der Autoren bis zur letzten Konsequenz. Was beim oberfl\u00e4chlichen Blick als \u201eantiukrainische\u201c Position erscheinen mag, ist nur eine logische Folge dieses Transnationalismus, denn die Ukraine k\u00e4mpft f\u00fcr ihre nationale Unabh\u00e4ngigkeit, was im Europa des 21. Jahrhunderts als reaktion\u00e4r gilt. Wenn die Autoren behaupten, die Ukraine sei eine k\u00fcnstliche Nation, geben sie gleich zu, dass dies f\u00fcr jede Nation stimme. Die Unterschiede zwischen West- und Ostukraine sind zwar gro\u00df, aber nicht gr\u00f6\u00dfer als zwischen Nord- und S\u00fcditalien \u2013 anderthalb Jahrhunderte nach der Vereinigung.<br \/>\nDie These \u00fcber die Ukraine als eine neue, erst im 21. Jahrhundert k\u00fcnstlich aufgebaute Nation widerspricht unter anderem der Aussage des damaligen Oberhaupts der Ukrainischen Kommunistischen Partei, Stanislaw Kosior, von 1928, dass der ukrainische Nationalismus im Moment \u201edie gr\u00f6\u00dfte Gefahr\u201c f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus darstelle. Wenn es vor fast 100 Jahren bereits einen so starken Nationalismus gab, dass er sogar den Sozialismus infrage stellen konnte, dann gab es auch offensichtlich die entsprechende Nation.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nObwohl die Autoren ihre betonte Sympathie f\u00fcr Russland vor allem mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Sachverhalten begr\u00fcnden, darf ich vermuten, dass diese Zuneigung dar\u00fcber hinaus tiefere theoretische Gr\u00fcnde hat: Nicht nur bedarf Russland im Gegensatz zu anderen osteurop\u00e4ischen Staaten keiner \u201e\u00dcberwindung des Nationalstaates\u201c, weil es ihn dort nie gab, sondern es hat seine Gegnerschaft zum westlichen Nationalstaat auch explizit in Diskurs gestellt.<br \/>\nDoch das Leben eines Schachmeisters besteht nicht aus einem einzigen Spiel. Wenn dieses verloren ist, k\u00f6nnen die begangenen Fehler analysiert und in der Zukunft \u00fcberwunden werden. So endet das Buch mit der Beschreibung des Zustands, von dem \u201ewir\u201c (die Europ\u00e4er im o.g. Sinne) trotz gegenw\u00e4rtiger R\u00fcckschl\u00e4ge tr\u00e4umen k\u00f6nnen: von der Aufl\u00f6sung der NATO und einem f\u00f6deralen europ\u00e4ischen Staat, in dem statt des gegenw\u00e4rtigen Vetorechts der obsoleten Staaten das Prinzip \u201eeine Person \u2013 eine Stimme\u201c (das dem f\u00f6deralen Prinzip widerspricht) herrscht. Dieser europ\u00e4ische Staat bildet dar\u00fcber hinaus eine Konf\u00f6deration mit Russland, wahrscheinlich mit gemeinsamen Streitkr\u00e4ften.<br \/>\n&#8230; Alles vom 26.12.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_mindset_fuer_den_superstaat\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/das_mindset_fuer_den_superstaat<\/a><\/p>\n<p><em>Boris Kotchoubey arbeitet als Professor f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Dieser Beitrag erschien zuerst bei Novo-Argumente<\/em>.<\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\nEine hervorragende Beschreibung und Einordnung des Buchinhaltes. Tats\u00e4chlich ist die \u201cever closer union\u201d, also die Bildung eines Vielv\u00f6lkerimperiums, erkl\u00e4rtes Ziel der EU und weiter Teile der Politik. Es ist u. a. das Ziel der Ampelparteien. Dass es nicht dem Wunsch der B\u00fcrger der Mitgliedsstaaten entspricht, interessiert wenig bis gar nicht.<br \/>\n26.12.2022, A.H.<\/p>\n<p>\u201cDie Grundthese, dass die Nationalstaaten ein unn\u00f6tiger Rest der vorigen Jahrhunderte sind, bestimmt die Position der Autoren bis zur letzten Konsequenz.\u201d\u2014- Ich sage es an dieser Stelle nochmals, obwohl ich wei\u00df, dass es hier einige gibt, die daf\u00fcr sorgen k\u00f6nnten, dass mein Kommentar vielleicht nicht erscheinen wird: Ulrike Gu\u00e9rot ist eine von Schwabs Marionetten! Und die Idee, dass \u201cNationalstaaten ein unn\u00f6tiger Rest der vorherigen Jahrhunderte\u201d seien, entspricht dem Plan der UNO und des WEF, eine Weltregierung zu etablieren.\u2014- \u201cAls Nicht-Politikwissenschaftler bin ich nicht bef\u00e4higt, die im Buch vorgestellte transnationale Sichtweise in einen theoretischen Rahmen genau einzuordnen.\u201d &#8211; Es wundert mich nicht, dass ein Psycholog so tut, als ob es sich bei einer weichen Wissenschaft um eine harte handele.<br \/>\n26,12,2.22, L.L.<\/p>\n<p>\u201cDoch bevor die Vision eines einheitlichen europ\u00e4ischen Staates in Konf\u00f6deration mit einer uneingeschr\u00e4nkten Autokratie im Leben von 450 Millionen Menschen implementiert wird, w\u00fcrde ich ausdr\u00fccklich raten, sie an M\u00e4usen zu testen.\u201d-K\u00f6stlich!<br \/>\n26.12.2022, P-N-.<\/p>\n<p>Ich kenne die Sichtweise Frau Guerots, die sie ja schon seit Jahren offen ausspricht. Ich habe dazu eine andere Sichtweise. Ich verstehe mich als \u00fcberzeugten Europ\u00e4er. Das ist so! Ich bin aber auch meiner Nation und Region verbunden, ja sogar ihr gegen\u00fcber verpflichtet. Vaterland und Nation sind, positiv gelebt, meines Erachtens extrem wichtig. Wieso bewundern wir die Standhaftigkeit der Ukraine im russischen Angriffskrieg? Wieso wurde Argentinien Fu\u00dfball Weltmeister? Genau! Das Vaterland und die Nation \u00fcberbr\u00fccken Gr\u00e4ben, heilen Wunden und machen gemeinsam stark. Nat\u00fcrlich immer nur dann, wenn es positiv gelebt wird.<br \/>\n26.12.2022, H.N.<\/p>\n<p>Diese antiliberalen und totalit\u00e4ren Tr\u00e4ume der Autoren werden niemals realisierbar sein. Zum Thema muss ich einfach das hervorragende Buch \u201d EIN EUROPA DAS ES NICHT GIBT\u201d von Dominik GEPPERT empfehlen ! Das macht Hoffnung !<br \/>\n26.12.2022, S.E.<\/p>\n<p><strong>Europa der Vaterl\u00e4nder<\/strong><br \/>\nLet\u2019s face it: Wir in der EU sind alle Vasallen der USA! Wer nicht spurt, der wird liquidiert, sanktioniert, oder dem wird die Pipeline gesprengt! Eine wahre Europ\u00e4ische Union gemeinsam mit Russland k\u00f6nnte tats\u00e4chlich das erreichen, was die EU immer als ihr Ziel propagierte, aber niemals ernsthaft daf\u00fcr eintrat: den Frieden in Europa zu sichern. Nat\u00fcrlich gibt es den gigantischen Kulturraum von Lissabon bis Wladiwostok &#8211; es ist die Klammer des Christentums, der Aufkl\u00e4rung, der Literatur, der K\u00fcnste und der Philosophie. Die T\u00fcrkei, Syrien und Afghanistan geh\u00f6ren da nicht dazu, denn der Islam wird immer nur eines bedeuten: Spaltung, Unterwerfung, Anti-Aufkl\u00e4rung. Freiheit, b\u00fcrgerliche Liberalit\u00e4t und Menschenrechte dagegen m\u00fcssen die Grundlage bilden f\u00fcr diesen Zusammenschluss, sonst h\u00e4tte er keinen Bestand. Da aber diese nicht zu denken sind ohne Demokratie und Selbstbestimmung, wird es den Superstaat nicht geben k\u00f6nnen ohne die Nationalstaaten. Denn nur sie gew\u00e4hren echte Selbstbestimmung, Liberalit\u00e4t und Demokratie im \u00fcberschaubaren Rahmen. Alles dar\u00fcber ist &#8211; wie wir in Br\u00fcssel erleben &#8211; Dirigismus, Anma\u00dfung und unbez\u00e4hmbare Korruption. Europa muss zu allererst die Fesseln Washingtons abwerfen, um zu einem Europa der Vaterl\u00e4nder, der Nationalstaaten zusammenzufinden.<br \/>\n26.12.2022, A.Sch<\/p>\n<p>Ulrike Guerots Idee von einer einzigen europ\u00e4ischen Republik scheint erledigt. Ihr jetziger Zustandsbericht Europas ist nicht besser. Zumindest ist Guerots gesellschaftliches Mindset immer interessanter Natur und regt zum Nachdenken an und l\u00e4\u00dft Synapsen arbeiten. Ihr bedingungslos zu folgen, keine Option.<br \/>\n26.12.2022, K.D.<\/p>\n<p>Wer auch immer die Nationen aufl\u00f6sen und ein \u201cgeeintes\u201d Europa als Staatsgebilde formen will, den kann ich nicht als Demokraten ernst nehmen. Insofern h\u00e4tte das Buch kaum mehr als ein paar Zeilen Verriss verdient. Aber es dient offensichtlich dazu, alle \u201cPutinversteher\u201d mit zu verrei\u00dfen und wird daher gern ausf\u00fchrlich abgehandelt. ___ Das Problem ist nur, dass die beiden Autoren nun einmal in mancher Hinsicht \u00e4hnliches wollen wie unsere tats\u00e4chlichen \u201cwestlichen\u201d Anf\u00fchrer, ob nun in Amerika oder Br\u00fcssel. Jenseits wie diesseits des Atlantik werden Grenzen zerbr\u00f6selt und massive Einwanderung in Invasions-Umf\u00e4ngen regelrecht produziert, gerade um die eigenen Nationen zu zerst\u00f6ren. W\u00e4hrend gleichzeitig die Grenzen im Donbas f\u00fcr sakrosankt erkl\u00e4rt werden. Dieser Widerspruch ist so evident und so eklatant, den kann man nur totschweigen und die Kritiker als amoralisch diffamieren. ___ Dass die Geschichte der irgendwie \u201crussischen\u201d Staaten komplex ist und die Krim insoweit nicht so eindeutig zuzuordnen, geschenkt. Ein Zugang zum Schwarzen Meer ist allerdings so offensichtlich strategisch zwingend, aus Moskauer Sicht, dass die Interessen der milit\u00e4rischen Supermacht auch nicht einfach negiert werden k\u00f6nnen. Geostrategie und Realpolitik existieren, auch wenn das gro\u00dfkotzige Schachspielen im besprochenen Buch abwegig ist. _ Mit Italien und Brandenburg als Vergleich zu kommen, scheint mir so oder so etwas billig. Da \u00fcberw\u00e4ltigt das taktische Ziel den intellektuellen Anspruch \u2026 ___ Revolutionen von mehr oder weniger autonomen Kr\u00e4ften aus den V\u00f6lkern heraus zu leugnen ist offensichtlicher Unfug. Aber generell zu leugnen, dass in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten reichlich Nachhilfe von US-M\u00e4chten geleistet wurde, auch in der Ukraine, ist neben der Spur. Und wozu \u00fcberhaupt? War es etwa nicht f\u00fcr eine \u201cGute Sache\u201d?<br \/>\n26.12.2022, B.M.<\/p>\n<p>Schwerer Text, geht ans Eingemachte.<br \/>\nHier einige unzusammenh\u00e4ngende Gedanken:<br \/>\n(1) Die heterogene Geographie hat die Bildung eines gro\u00dfen europ\u00e4ischen Staates sehr stark gehemmt. Es gab Ans\u00e4tze, z.B. das Reich der Karolinger, Napoleonische Kriege, &#8230; .<br \/>\n(2) Dennoch hat das relative kleine Europa von ungef\u00e4hr 1500 bis 1914 eine dominierende Rolle in der Welt gespielt. Wissenschaft, Technik, Aufkl\u00e4rung, Rechtsstaat, Industrie, Wohlstand, &#8230; sind zum gr\u00f6\u00dften Teil europ\u00e4ische Errungenschaften, die Grundlagen der modernen Zivilisation. Eine wichtige Ursache hierf\u00fcr (aber nicht die einzige, z.B. ist auch das Klima wichtig) war der permanente Konkurrenzkampf der \u201ckleinen\u201d europ\u00e4ischen Staaten gegeneinander.<br \/>\n(3) Sehr gro\u00dfe homogene Reiche neigen dazu, unter einer feudalen Herrschaft-Klasse zu erstarren. Die Herrschaft dieses \u201cAdels\u201d beruht nicht auf Leistung, die immer wieder erneut erbracht werden muss, sondern auf Privilegien, die durch Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung gesichert werden. Das System wird totalit\u00e4r und ineffizient. Die EU\/Eurozone entwickelt sich in diese Richtung: Ein absolutistischer Beamtenapparat \u00fcbernimmt die Macht.<br \/>\n(4) Kleine Staaten m\u00fcssen \u201cfit\u201d und effizient bleiben, wenn sie sich behauten wollen.<br \/>\n(5) Es gibt heute eine weltweite Tendenz zu gro\u00dfen, \u201ctotalen\u201d Staaten (aka sozialistisch, kollektivistisch), die strukturell \u00e4hnlich sind (chinesisches Modell?). Das ist m.E. eine Folge objektiver Kr\u00e4fte und Zw\u00e4nge: \u00dcberbev\u00f6lkerung, Umweltprobleme (M\u00fcll, eventuell Klimaerw\u00e4rmung, &#8230; ), partielle Ressourcenverknappung, intensiver Welthandel und starke Vernetzung (Information, Energie, Rohstoffe, &#8230; ) aufgrund moderner Technologie, Existenz von Kernwaffen, &#8230; (die Ursachen sind ein eigenes Thema).<br \/>\nKein einziges Land ist heute noch autark, jeder braucht alle m\u00f6glichen Rohstoffe und Fertigprodukte. Die gro\u00dfe Gefahr ist, dass sich Orwell\u2019sche Monster-Staaten etablieren. Wenn sie erst etabliert sind, ist es zu sp\u00e4t.<br \/>\n26.12.2022, T.B.<\/p>\n<p>Der beschriebene \u201cTransnationalismus\u201d<br \/>\nist die vollkommen ahistorische Idee eines durch und durch autorit\u00e4ren Geistes. Wir haben in Europa gute 1.000 Jahre \u201cNationbuilding\u201d hinter uns. Dieser Proze\u00df war keine autorit\u00e4re Kreation von Eliten sondern ist im Bewu\u00dftsein der V\u00f6lker entstanden, unabh\u00e4ngig von den jeweiligen Staatsgebilden. So haben sich z.B. Bayern, Sachsen, Preu\u00dfen, Kurpf\u00e4lzer sich bez\u00fcglich ihrer \u201cNationalit\u00e4t\u201d als \u201cDeutsche\u201d empfunden, mit gemeinsamer Hochsprache, Kultur, Geschichte. Ebenso war es in Italien, Frankreich und den anderen europ\u00e4ischen Nationen. Die Ausbildung von Nationalstaaten war dann der letzte Schritt. Wer glaubt, 1.000 Jahre Geschichte mit einem autorit\u00e4ren Herrschaftsakt beiseite wischen zu k\u00f6nnen, ist &#8211; sehr wohlwollend formuliert &#8211; eine Utopist. Auf demokratischem Wege w\u00e4re nicht im Traum daran zu denken. Der \u201cgemeinsame Raum von Lissabon bis Wladiwostok\u201d ist eine vollkommen irre Idee. Denn dieser \u201cRaum\u201d ist weder ethnisch noch kulturell, sprachlich, historisch auch nur ansatzweise homogen. Er w\u00e4re ein rein geographisches Kunstgebilde ohne jeden, \u00fcber den blo\u00dfen Handel hinaus gehenden, inneren, d.h. kulturellen Zusammenhalt. Ein solches Imperium w\u00e4re v\u00f6llig \u00fcberdehnt, es k\u00e4me einem Wunder gleich, es \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zusammen halten zu k\u00f6nnen. Wie solche Kunstgebilde funktionieren, kann man an den postkolonialen Staaten Afrikas, Asiens oder an der Sowjetunion betrachten. So etwas l\u00e4\u00dft sich nur mit blanker Gewalt zusammen halten.<br \/>\n26.12.2022, R.Sch.<\/p>\n<p>Ulrike Gu\u00e9rot ist eine typische Globalistin \/ Imperialistin im Sinne von Hans-Georg Maa\u00dfen. Gu\u00e9rot propagiert die Abschaffung der europ\u00e4ischen Nationalstaaten, die Aufl\u00f6sung der nationalen Kulturen, Identit\u00e4ten durch eine schrankenlose Massenmigration (Kolonialismus, V\u00f6lkermord, Ethnozid). Obwohl sie die europ\u00e4ischen Nationalstaaten ablehnt, regte sie im Rahmen der Migrationskrise die Schaffung fremder nationaler St\u00e4dte wie Neu-Damaskus, Neu-Aleppo f\u00fcr Syrer, Neu-Kandahar f\u00fcr Afghanen, auf europ\u00e4ischem Boden an, wo sie nach den Gesetzen ihrer Heimatl\u00e4nder leben k\u00f6nnten (Scharia, Steinigung). Ulrike Gu\u00e9rot arbeitet mit Robert Menasse und Jakob Augstein am Projekt \u201cEuropa der Regionen\u201d; Europa soll statt in Nationalstaaten in Regionen aufgel\u00f6st werden. Ich sehe das als einen Vorwand um den B\u00fcrger weiter zu entm\u00fcndigen und um den EU-Zentralismus zu st\u00e4rken. Ihr Mindset ist typisch f\u00fcr die globalistisch gesinnte polit-mediale Elite. Egal ob transatlantisch oder pro-russisch gesinnt. Ich sehe den totalit\u00e4ren Globalismus als die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Gegenwart an. Gro\u00dfe, un\u00fcbersichtliche, globalistische Imperien lassen sich nur diktatorisch regieren. Das ist bei Russland und China offensichtlich, bei der USA ist die Diktatur subtiler verh\u00fcllt.<br \/>\n26.12.2022, T.S.<\/p>\n<p>Man darf vermuten, dass diese antinationale oder imperiale Ideologie, nicht zu verwechseln mit dem Imperialismus der (potentiellen) Weltmaechte, vor allem oder fast nur in Deutschland derart ausgepr\u00e4gt ist. Der Unterschied besteht lediglich in der Ausrichtung nach Ost oder West. Bei den gruenen J\u00fcngern des Herrn Schwab geht es Richtung Westen, zum Hegemon und hier seiner aktuellen Elite, bei Frau Guerot offenbar nach Osten. Insoweit darf bezweifelt werden, dass es den jeweiligen Apologeten um \u201cEuropa\u201d geht. Ihr Imperium ist groesser gedacht, leider immer in Verbindung mit der Herrschaft entweder von West oder Ost, denn beide sehen sich nicht als gleich mit dem, was man Europa nennt. Die nationale Aufl\u00f6sung ist, soweit ersichtlich, einstweilen und nicht zufaellig auf Menschen aus Deutschland, nicht zu verwechseln mit Deutschen, beschr\u00e4nkt. Sie speist sich aus dem Sozialismus der Eliten in leicht unterschiedlicher Auspr\u00e4gung, die einen deutlich feudaler als die anderen und kulturell gegens\u00e4tzlich, und der quasisuizidalen Intention der psychisch gest\u00f6rten Menschen mit dem permanenten schlechten Gewissen und dem Wunsch nach Strafe und Erloesung. Dass die Elite, zu der a auch Frau Guerot gehoert, als Ideologin mit individuellen Befindlichkeiten nichts anfangen kann bzw glaubt, besser zu wissen, was der Mensch will als er selbst, ist ein essentielles Merkmal jeder und ganz besonders dieser Ideologie und entspricht dem Ueberlegenheitsgefuehl der elit\u00e4ren Mitglieder bezogen auf die Masse. Der Begriff \u201cExperiment\u201d ist uebrigens seit einiger Zeit, auch bezogen auf eine Population oder Gesellschaft ,durchaus wieder salonf\u00e4hig. Nicht nur das. Die diversen Versuche laufen, spaetestens seit und durch Merkel, nicht nur technisch und sozial, sondern auch medizinisch. Frau Guerot duerfte sich lediglich an der \u201cWestbindung \u201cst\u00f6ren, denn ansonsten hat sie, was die Aufl\u00f6sung des Nationalen und konkret des Deutschen betrifft keinen Grund zur Klage. Renitent sind lediglich die Anderen<br \/>\n26.12.2022, R.N.<\/p>\n<p>Herr Kotchoubey ist zu loben, dass er dieses wichtige Buch relativ sachlich und fundiert rezensiert, auch wenn er eine ganz andere Sicht vertritt. Denn die Autoren, insbesondere die Professorin aus Bonn, sehen sich aktuell massiven Verleumdungen und \u00c4chtungen ausgesetzt &#8211; interessanterweise \u00fcberwiegend aus einem bestimmten linken Milieu bis hin zu Mainstream-Journalisten. Jedoch: er lehnt zu Unrecht ein spezifisch eurasisches Vers\u00f6hnungskonzept mit Russland ab. Er \u00fcbersieht: die USA verfolgen am Ende des Tages stets nur eigene Interessen. Das vergisst Herr Kotchoubey, und mit ihm die breite Mehrheit der (deutschen) Politik, Medien und auch Bev\u00f6lkerung. Nachdem \u201cDeutschland am Hindukush\u201d verteidigt wurde (Ergebnis nach 20 Jahren?), nachdem arabische L\u00e4nder zu failed states mit Millionen Toten gebombt wurden, l\u00e4uft nun erneut die Kriegspropaganda (Kriegsfolge: bis kein Ukrainer mehr lebt?). Die einzigen Champagner-Korken knallen bei den Falken und den Aktieninhabern der US-Milit\u00e4rindustrie, die immer irgendeinen Krieg brauchen, momentan eben idealerweise in der Ukraine. Diesen Krieg werden sie solange wie m\u00f6glich zu verl\u00e4ngern wissen &#8211; dass ihnen das Schicksal von Millionen Zivilisten egal ist, haben sie schon in den Kriegen gegen die arabisch-islamischen L\u00e4nder bewiesen.<br \/>\n26.12.2022, C.S.<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt Europa in der derzeitigen Form (EU als B\u00fcrokratie-Monster) ist gescheitert. Die Ursache sehen Ulrike Gu\u00e9rot und Hauke Ritz in ihrem Buch &#8222;Endspiel Europa&#8220; darin, da\u00df Europa seine eigenen Interessen nicht formuliert habe zwischen den Interessen der USA und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/guerot-endspiel-europa\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,195,14],"tags":[26,489,372,667,525,705],"class_list":["post-107918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-eu","category-global","tag-deutsch","tag-european-union","tag-euro","tag-krieg","tag-politik","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107918"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107947,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107918\/revisions\/107947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}