{"id":107365,"date":"2022-12-15T15:55:02","date_gmt":"2022-12-15T14:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=107365"},"modified":"2022-12-29T13:35:14","modified_gmt":"2022-12-29T12:35:14","slug":"friedensbewegung-ukrainekrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/friedensbewegung-ukrainekrieg\/","title":{"rendered":"Friedensbewegung Ukrainekrieg"},"content":{"rendered":"<p>Stell dir vor, es ist <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/\">Krieg<\/a>, und keiner geht f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/\">Frieden<\/a> auf die Stra\u00dfe. Auch nicht die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/friedensbewegung\/\">Friedensbewegung<\/a>. Der Schwur der Nachkriegsgeneration &#8222;Nie wieder Krieg!&#8220; wurde gewendet in &#8222;Wer nicht f\u00fcr das Gute k\u00e4mpft, \u00fcberl\u00e4\u00dft den Sieg dem B\u00f6sen&#8220;. Einer der wenigen Friedensbewegten, <!--more-->die vehement gegen den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/ukraine-frieden\/\">Ukrainekrieg<\/a> protestieren, ist der 82-j\u00e4hrige <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/frieden\/pazifismus\/\">Eugen Drewermann<\/a> mit seinen Reden <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/drewermann-rede-gegen-krieg\/\">&#8222;Gegen den Krieg&#8220;<\/a> am 21.5.2022, in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/ramstein\/\">Ramstein<\/a> und beim G7-Treffen in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/drewermann\/\">M\u00fcnster<\/a> am 3.11.2022.<br \/>\n.<br \/>\nAus welchen Gr\u00fcnden hat die Friedensbewegung geschwiegen und nicht mit <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/grundrechte-demo\/\">Demos<\/a>, Vortr\u00e4gen, Protestaktionen, Argumenten usw. Druck auf Politik, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/ngo\/\">NGOs<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/\">Kirchen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/mainstream\/\">Medien<\/a> ausge\u00fcbt, als<br \/>\n1) nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 das Projekt der Schaffung einer europ\u00e4ische Friedensordnung \u00fcberhaupt nicht in Angriff genommen wurde?<br \/>\n&#8222;Dann kollabierte die Sowjetunion und zusammen mit ihr die europ\u00e4ische Friedensbewegung. Es schien keinen Grund mehr zu geben, denn der Warschauer-Pakt, das Milit\u00e4rb\u00fcndnis der sogenannten kommunistischen Einflusssph\u00e4re wurde aufgel\u00f6st, nicht aber die NATO, die sich kurzfristig wegduckte, um niemanden auf bl\u00f6de Gedanken in Richtung Abschaffung zu bringen. Sie suchte im Stillen verzweifelt nach neuen Begr\u00fcndungszusammenh\u00e4ngen, um ihre Weiterexistenz zu rechtfertigen. Damals h\u00e4tten alle Alarmglocken schrillen m\u00fcssen, aber Europa befand sich in einem Freudentaumel \u00fcber das Ende des Kalten Kriegs, \u00fcber das Ende des Kommunismus, die Westdeutschen bekamen wie ein Geschenk des Himmels den Ostteil des Landes zur\u00fcck, die russischen Truppen zogen von dort ab, unbemerkt r\u00fcckten amerikanische Basen nach.&#8220; (1)<\/p>\n<p>2) die ukrainische Mini-Armee von 1990 an nach und nach zur heute kampfst\u00e4rksten Armee Westeuropas aufger\u00fcstet wurde?<\/p>\n<p>3) nach dem Jugoslawienkrieg (Bombardierung von Belgrad 1999) die &#8222;Regime change&#8220;-Politik von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/us-geopolitik\/\">USA<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europa\/nato\/\">NATO<\/a> einsetzte, bei der das Beseitigen von Regimen, die westlichen Werten nur mangelhaft gen\u00fcgten, als gutes und friedliebendes Werk galt und immer noch gilt?<br \/>\nDas Narrativ der NATO, ob ein Ende mit Schrecken nicht besser sei als Schrecken ohne Ende, war &#8222;der gro\u00dfe Knockout f\u00fcr die europ\u00e4ische Friedensbewegung im Jugoslawienkrieg, denn die NATO durfte dort unbehindert von jeglicher Friedensinitiative und Protestbewegung und vor allem mit breiter feministischer Unterst\u00fctzung, dem Vergewaltigungsnarrativ, frei schalten und walten, was das Zeug hielt. Der Friedensgedanke an sich ist damals vollkommen entwertet worden, denn die Linke, die immer den traditionellen Kern von Friedensbewegungen bildete, stand nicht auf gegen diesen Krieg, sondern sie zeigte Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr. Ein grauenhafter NATO-Triumpf, nunmehr auch die Moral f\u00fcr sich gewonnen zu haben. Von diesem Desaster hat sich die Friedensbewegung bis heute nicht erholt.&#8220;(1)<\/p>\n<p>4) Pr\u00e4sident Selenskij die Abkommen Minsk I und II nach 2014 nicht umgesetzt hat und stattdessen eine Art von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/ukraine-russland\/\">B\u00fcrgerkrieg<\/a> mit 14.000 Toten gegen russischsprachige Ukrainer im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/donbass\/\">Donbass<\/a> gef\u00fchrt hat?<\/p>\n<p>5) sich immer deutlicher eine westliche <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/moral2015\/doppelmoral\/\">Doppelmoral<\/a> zeigte, nach der im Jugoslawienkrieg das V\u00f6lkerrecht gilt, im Ukrainekrieg hingegen nicht. Dazu folgender Protokollauszug des Treffens von Putin mit Scholz am 15.2.2022, also nur neun Tage vor dem russischen Einmarsch am 24.2.2022:<br \/>\n&#8222;Scholz erg\u00e4nzt:<br \/>\n\u201eIch will gerne noch einmal sagen, dass ich glaube, dass es in Jugoslawien eine etwas andere Situation gab. Es gab die Gefahr eines V\u00f6lkermordes. Das musste verhindert werden. Ich bin froh, dass wir mittlerweile eine friedliche Entwicklung haben und dass die L\u00e4nder des Balkans alle jeweils aus sich heraus eine eigene Perspektive in Richtung der Europ\u00e4ischen Union gefunden haben. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.\u201c<br \/>\nDarauf spontan Putin:<br \/>\n\u201eGestatten Sie mir, Folgendes nachzuschieben: Nach unserer Einsch\u00e4tzung ist es so, dass das, was im Donbass geschieht, heute V\u00f6lkermord ist.\u201c (1)<br \/>\nDaraufhin schwieg Olaf Scholz. Was h\u00e4tte er auch entgegnen k\u00f6nnen?<br \/>\n.<br \/>\n6) die Ampel-Regierung nach dem 24.2.2022 die Zeitenwende ausrief und die Friedensrhetorik der Nachkriegszeit seit 1949 (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/entspannungspolitik\/\">Entspannungspolitik<\/a>) durch eine <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/bellizismus\/\">Kriegsrhetorik<\/a> ersetzte mit &#8222;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/deutsche-interessen-statt-moral\/\">Russland ruinieren<\/a>&#8220; (Baerbock), <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/wirtschaft\/sanktionen\/\">Sanktionen<\/a> und Lieferung <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/keine-schweren-waffen-liefern\/\">schwerer Waffen<\/a> in die Ukraine?<br \/>\n.<br \/>\nWer gegen den Krieg ist, mu\u00df einen Plan f\u00fcr den Frieden als Abwesenheit von Krieg haben. Einen solchen Plan mu\u00df die Friedensbewegung erarbeiten und anbieten (2). Sonst wird sie unglaubw\u00fcrdig.<br \/>\nSeit der Franz\u00f6sischen Revolution ist Krieg die Regel und Frieden die Ausnahme. Mu\u00df dies so weitergehen?<\/p>\n<p>Auch die EU-L\u00e4nder f\u00fchren den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/\">Ukrainekrieg<\/a> als Stellvertreterkrieg: Niemand hierzulande mu\u00df seine Einberufung bef\u00fcrchten. Niemand mu\u00df Angst haben, an die Front transportiert werden. Diese tr\u00fcgerische Situation ist doch der ideale Zeitpunkt f\u00fcr die Friedensbewegung, endlich aktiv zu werden, um sicherzustellen, dass dies nicht doch geschieht. Oder sind wir bald so weit? Friedrich Merz (CDU) forderte gestern im Bundestag, deutsche Leopard-Panzer an die Front zu schicken.<br \/>\n15.12.2022<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/katholisch\/drewermann\/\">Eugen Drewermann in Lahnstein: Von Krieg zu Frieden<\/a> (28.10.2022)<\/p>\n<p>.<br \/>\nEnde des Artikels &#8222;Friedensbewegung Ukrainekrieg&#8220;<br \/>\n=========================================<br \/>\nBeginn der Anlagen (1) und (2)<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>(1) Knockout f\u00fcr die Friedensbewegung<\/strong><br \/>\nDer Widerstand gegen die Kriegslogik wirkt derzeit kraftlos \u2014 wie es scheint, will die russische Seite den Frieden nicht um jeden Preis, die westliche indes will ihn \u00fcberhaupt nicht.<br \/>\nStell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht f\u00fcr den Frieden auf die Stra\u00dfe! Obwohl die blutige Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland nun schon fast ein Jahr andauert, konnten Friedensbewegungen weder in den direkt beteiligten L\u00e4ndern noch im Westen bisher an Fahrt aufnehmen. Als Folge herrscht die Kriegslogik allenthalben. Der Autor betrachtet die Friedensfrage zun\u00e4chst aus der Perspektive \u201eunserer\u201c, der westlichen Hemisph\u00e4re. Da ist festzustellen, dass die Friedensbewegung seit ihrer Glanzzeit in den 80ern schrittweise zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurde. Der Jugoslawien-Einsatz, der 11. September 2001, die gro\u00dfen Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr und jetzt die Parteinahme gegen den \u201eAggressor Putin\u201c \u2014 immer unwahrscheinlicher schien es, dass sich der Schwur der Nachkriegsgeneration: \u201eNie wieder Krieg!\u201c w\u00fcrde realisieren lassen. Warum eigentlich nicht? Globalstrategisch geht es um die Ausl\u00f6schung jeder ernst zu nehmenden Konkurrenz beziehungsweise jedes Gegengewichts zur NATO-Allianz. Leider fallen auch die meisten \u201eNormalb\u00fcrger\u201c immer wieder auf das wohlfeile Argument herein, wenn die Seite des Guten nicht k\u00e4mpfe, \u00fcberlasse sie dem B\u00f6sen das Feld. Der Krieg dauere nur deshalb so lange, weil der Gegner \u2014 hier also Putin \u2014 nicht aufh\u00f6re, so brutal zu sein und \u201euns\u201c zu immer st\u00e4rkerer Gegenwehr zu zwingen. So wird das Blutvergie\u00dfen nie enden. Ein R\u00fcckblick auf die j\u00fcngere Geschichte, wie sie der Autor hier liefert, ist zugleich eine Aufforderung an die Menschen, diese krude Logik zu durchbrechen und wieder eine machtvolle Friedensbewegung auf die Beine zu stellen.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDer Ukrainekrieg l\u00e4uft nicht so, wie der vereinigte Westen sich das vorgestellt hat. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind im Milit\u00e4rtechnischen, in Fehleinsch\u00e4tzungen des Gegners, in der Fragilit\u00e4t der europ\u00e4ischen L\u00e4nder zu sehen, die eine Einigkeit geradezu flehentlich beschw\u00f6ren, die in der Realit\u00e4t aus den verschiedensten, vor allem historischen Gr\u00fcnden nicht vorhanden ist. Nur eins brauchen die NATO-Strategen derzeit nicht zu f\u00fcrchten, eine breite, starke Friedensbewegung. Dabei w\u00e4re die Gelegenheit bei diesem Krieg besonders g\u00fcnstig.<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.12.2022 von Peter Zakrasky bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/knockout-fur-die-friedensbewegung\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/knockout-fur-die-friedensbewegung<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>(2) Christlicher Pazifismus: Von den Gr\u00e4ueln in der Ukraine \u00fcberrollt<\/strong><br \/>\nDie christliche Friedensbewegung wurde von den Gr\u00e4ueln in der Ukraine \u00fcberrollt. Die Ratlosigkeit wird deutlich in Stuttgart. Gerold K\u00f6nig, der Bundesvorsitzende der Katholischen Friedensbewegung Pax Christi, sagt: \u201eWir haben die Antworten nicht. Dieser Angriffskrieg hat uns als Pax Christi-Bewegung in das pazifistische Herz getroffen, mittenrein.\u201c<br \/>\nEr fordert eine Waffenruhe, um der Diplomatie eine Chance zu geben. Dabei sei auch der Papst als Vermittler gefragt. Eine massive Aufr\u00fcstung der Ukraine lehnt Pax Christi klar ab:<br \/>\n\u201eSchwere Waffen sind nicht die L\u00f6sung. Hinter jeder Waffe steht ein Mensch, und vor jedem Kanonenrohr stehen ganz viele Menschen. Das sind Visionen, Tr\u00e4ume, Hoffnungen, die mit einem Schlag vernichtet werden, und das darf nicht sein.\u201c<br \/>\nDer Ruf nach immer mehr Waffen werde ihm in Deutschland zu laut, sagt der Pax Christi-Mann K\u00f6nig: Es greife eine Kriegsrhetorik um sich. Was also ist aus Sicht der Friedensbewegung zu tun?<br \/>\n\u201eWir m\u00fcssen jetzt im Krieg den Frieden vorbereiten. Wir m\u00fcssen in Politik und Kirche wirken. Dass sich Russen und Ukrainer auf Augenh\u00f6he und auf Herzensh\u00f6he begegnen k\u00f6nnen. Dabei helfen Waffen \u00fcberhaupt nicht.\u201c<br \/>\n&#8230; Alles vom 29.5.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/christliche-friedensbewegung-krieg-ukraine-pazifismus-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/christliche-friedensbewegung-krieg-ukraine-pazifismus-100.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht f\u00fcr den Frieden auf die Stra\u00dfe. Auch nicht die Friedensbewegung. 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