{"id":105144,"date":"2022-10-10T08:20:35","date_gmt":"2022-10-10T06:20:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=105144"},"modified":"2022-10-11T09:52:23","modified_gmt":"2022-10-11T07:52:23","slug":"gender-zum-nachdenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gender-zum-nachdenken\/","title":{"rendered":"Gender zum Nachdenken"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/gender\/\">Gender<\/a> ist &#8222;in&#8220;. \u00dcbers Gendern wird viel <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/gender\/gender-sprache\/\">geschrieben<\/a>. Lustiges: &#8222;Gender ist <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/feminismus\/\">Befreiung der Frau<\/a>&#8222;. Nachdenklichmachendes: &#8222;Gender soll die Bev\u00f6lkerung davon ablenken, sich mit den eigentlichen Problemen zu besch\u00e4ftigen&#8220;. Besorgniserregendes: &#8222;Deutschland hat mehr Hochschullehrst\u00fchle f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nein-zum-gender-deutsch\/\">Gender<\/a> als f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/soziologie-teurer-als-physik\/\">Physik<\/a>&#8222;. <!--more-->Realistisches: &#8222;78 % der Deutschen <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sich-gegen-das-gendern-wehren\/\">lehnen das Gendern ab<\/a>.&#8220;.<br \/>\n.<br \/>\nEinen \u00e4u\u00dferst informative und zugleich ironische Beitrag zu Gender liefert <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/klonovsky\/\">Michael Klonovsky<\/a>, einer der wohl <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/inkompetenz-statt-bildung\/\">gebildetsten<\/a> und kreativsten Denker und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/denker-drewermann-klonovsky\/\">Autoren<\/a> im heutigen Deutschland. Ein kleiner Auszug unten. Zum kompletten Lesen hier:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/gendern-ist-vor-allem-haesslich\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/gendern-ist-vor-allem-haesslich<\/a>.<br \/>\nOder zum Anh\u00f6ren hier:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/heute-abend-in-diesem-theater-2\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/heute-abend-in-diesem-theater-2<\/a> .<br \/>\n10.10.2022<\/p>\n<p>.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Klonovsky: &#8222;Ich gehe heute Abend zum Italiener&#8220;<\/strong><br \/>\n&#8230; Das einzige, in desto enervierender Indolenz vorgetragene Argument der feministischen \u201eSprachkritiker\u201d lautet bekanntlich, Frauen w\u00fcrden durch das generische Maskulinum unsichtbar gemacht, also diskriminiert. Es ist aber gerade das Hauptmerkmal dieses generischen Maskulinums, dass es sich auf ganze Gruppen ohne Geschlechtsdifferenzierung bezieht: Lehrer, Sportler, Spinner. Die Sexusneutralit\u00e4t ergibt sich aus dem Modus der Wortbildung. Im Deutschen kann an jeden Verbstamm das Suffix \u2011er angeh\u00e4ngt werden, und schon hat man ein Substantiv, das eine Gruppe bezeichnet, deren Geschlechtsneutralit\u00e4t bei nichtbelebten Gegenst\u00e4nden (Bohrer, Tr\u00e4ger, Schraubenzieher, T\u00fcr\u00f6ffner) noch niemand bezweifelt hat. W\u00e4re -er eine m\u00e4nnliche Nachsilbe analog zum weiblichen -in, m\u00fcsste man beide einfach austauschen k\u00f6nnen, um aus dem m\u00e4nnlichen Bohrer die weibliche Bohrin zu schaffen. Offenkundig funktioniert das nicht.<br \/>\nDie Id\u00e9e fixe, das Deutsche trage ungerechte Vorstellungen in unsere K\u00f6pfe, indem es uns zu viel M\u00e4nnliches und zu wenig Weibliches sehen lasse, ist gleichwohl der unhinterfragte Standard in allen Diskussionen. \u201eWir lesen \u201aein Arzt\u2019 \u2013 und vor dem inneren Auge erscheint: ein Mann\u201c, schreibt das Magazin GEO in einem Themenheft. Beweise? \u00dcberfl\u00fcssig.<br \/>\nWenn ich lese: \u201eDeutscher im Sinne des Grundgesetzes ist\u2026\u201c, erscheint dann das Bild eines Mannes vor meinem inneren Auge? Nein. Wenn mir jemand erz\u00e4hlt, der H\u00f6rsaal sei voller Studenten gewesen, denke ich da vor allem an M\u00e4nner? Nein. Wenn ich lese: \u201eIn dieser Gegend siedelten Germanen vom Stamm der Cherusker\u201c, dann denke ich an beide Geschlechter. Wenn ich aber lese: \u201eDie Germanen schlugen die R\u00f6mer im Teutoburger Wald\u201c, denke ich an M\u00e4nner. Deswegen sagt ja auch kein Mensch: Germaninnen und Germanen \u00fcberfielen R\u00f6merinnen und R\u00f6mer im Teutoburger Wald. Es k\u00e4mpfen derzeit \u00fcbrigens auch nicht Ukrainerinnen und Ukrainer gegen Russinnen und Russen, und es kommt auch kein Journalist auf den Gedanken, das zu schreiben. Und au\u00dfer ein paar Narren kommt auch niemand darauf, ich h\u00e4tte eben nur m\u00e4nnliche Journalisten gemeint.<\/p>\n<p>Grammatisches und biologisches Geschlecht haben nur bedingt \u2013 und auf den gesamten Wortschatz gerechnet ziemlich wenig \u2013 miteinander zu tun. Insofern ist auch die Formulierung falsch, Frauen seien im generischen Maskulinum \u201emitgemeint\u201d. Wie der Linguist Peter Eisenberg festh\u00e4lt, ist der(!)jenige, der das generische Maskulinum verwendet, \u201evom Bezug auf ein nat\u00fcrliches Geschlecht befreit\u201d. Diese Elementartatsache der Sprache, die niemand geschaffen hat, sondern die ein Resultat der kulturellen Evolution ist, wie jede Sprache, wie Sprache \u00fcberhaupt, ist durch die feministische Unterstellung umetikettiert worden, grammatikalische Maskulina seien \u201em\u00e4nnliche Worte\u201d und das generische Maskulinum sei quasi sprachlich geronnenes Patriarchiat.<\/p>\n<p>Diese H\u00fctchenspielerinnen wollen dem Publikum weismachen, ein grammatikalischer Mechanismus namens Genus sei eine \u201estrukturelle\u201d Diskriminierung der Frauen, denn wenn die gesamte Gesellschaft, wenn jede Br\u00fccke, jeder Turm, jede Formel, jede Wissenschaft, jedes Sportger\u00e4t, jedes Werkzeug, jede Institution, jede Firma, jedes Jobprofil, jede Sexualpraktik, ja sogar das Klima Frauen diskriminiert, dann kann das in der Sprache ja unm\u00f6glich nicht der Fall sein. \u201eDas Maskulinum\u201d, schreibt Eisenberg, zuletzt Professor f\u00fcr deutsche Sprache der Gegenwart an der Universit\u00e4t Potsdam, \u201ewurde regelrecht sexualisiert.\u201d<\/p>\n<p>Auf diese Weise ist die geschlechtsneutrale Gruppenbezeichnung \u201eB\u00fcrger\u201d in die Bezeichnung aller m\u00e4nnlichen B\u00fcrger umgemogelt worden \u2013 als ob der \u201eB\u00fcrgersaal\u201d nicht allen 64 Geschlechtern offenst\u00fcnde \u2013, und jeder politische Redner begr\u00fc\u00dft die Frauen im Publikum inzwischen zweimal, wenn er die \u201elieben B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger\u201c anspricht. Wer behauptet, es gebe keinen fundamentalen Unterschied zwischen den Aussagen: <em><strong>\u201eIch gehe heute Abend zum Italiener\u201d<\/strong><\/em> und <em><strong>\u201eIch gehe heute Abend zur Italienerin\u201d<\/strong><\/em>, der will Ihnen eine B\u00e4rin aufbinden (im Fall zwei k\u00f6nnte es sich \u00fcbrigens empfehlen, eine Pariserin einzustecken).<br \/>\n&#8230; Alles von Michael Klonovsky vom 6.10.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/gendern-ist-vor-allem-haesslich\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2022\/10\/gendern-ist-vor-allem-haesslich\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/deutsch\/sprache\/\">Michael Klonovsky: Gender und \u201eSprache ist Wohnung\u201c<\/a> (6.10.2022)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/gesellschaft\/untertan\/\">Michael Klonovsky: \u201eDie Deutschen haben sich daran gew\u00f6hnt \u2026\u201c<\/a>\u00a0 (6.10.2022)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gender ist &#8222;in&#8220;. \u00dcbers Gendern wird viel geschrieben. Lustiges: &#8222;Gender ist Befreiung der Frau&#8222;. Nachdenklichmachendes: &#8222;Gender soll die Bev\u00f6lkerung davon ablenken, sich mit den eigentlichen Problemen zu besch\u00e4ftigen&#8220;. Besorgniserregendes: &#8222;Deutschland hat mehr Hochschullehrst\u00fchle f\u00fcr Gender als f\u00fcr Physik&#8222;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,96,13,98],"tags":[552,572,461,722],"class_list":["post-105144","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-dichter","category-kultur","category-literatur","tag-buch-2","tag-dichter-2","tag-gender","tag-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105144"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":105184,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105144\/revisions\/105184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}