{"id":101083,"date":"2022-05-21T10:09:07","date_gmt":"2022-05-21T08:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=101083"},"modified":"2022-05-26T15:03:26","modified_gmt":"2022-05-26T13:03:26","slug":"uwe-tellkamp-doku-in-3sat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uwe-tellkamp-doku-in-3sat\/","title":{"rendered":"Uwe Tellkamp &#8211; Doku in 3Sat"},"content":{"rendered":"<p>Die 90-min\u00fctige Doku \u201eDer Fall <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-diskussionskultur\/\">Uwe Tellkamp<\/a> \u2013 der Streit um die Meinungsfreiheit\u201c von Filmemacher Andreas Gr\u00e4fenstein in 3Sat am 18.5.2022 zeigt erfreuliches: Es gibt doch noch guten <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/\">Journalismus<\/a> in den <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/gez-medien\/\">GEZ-Medien<\/a>, der auf Recherche statt <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/framing\/\">Framing<\/a> setzt und Fakten bringt:<br \/>\n<!--more-->Standpunkte, Darstellungen und Erkl\u00e4rungen von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/migration-in-hartz4-tellkamp\/\">Uwe Tellkamp<\/a>, von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/buchhandel\/buchladen\/\">Susanne Dagen<\/a>, Paul Kaiser, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/maron\/\">Monika Maron<\/a>, Ingo Schulze, Heiki Ikkola, Jana Hensel, Frank Richter und der Journalisten Stefan Locke (FAZ) und Martin Machowecz (Die Zeit) werden in all ihrer Verschiedenheit unkommentiert pr\u00e4sentiert, so da\u00df der TV-Zuschauer frei von <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/nudging\/\">Nudging<\/a> selbst die tiefen Gr\u00e4ben zwischen den Intellektuellen unserer Gesellschaft wahrnehmen und sich seine eigene Meinung zum <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/literatur\/\">Literaturbetrieb<\/a> bilden kann. Dazu viele Bilder und Impressionen zu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/dresden\/\">Dresden<\/a>, dieser wundersch\u00f6nen und altehrw\u00fcrdigen Stadt.<br \/>\n.<br \/>\nDa\u00df so ein Film abseits von betreutem Denken, Einseitigkeit und Propaganda \u00fcberhaupt noch im \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt wird, grenzt an ein &#8222;kleines Wunder&#8220;, wie Klaus-R\u00fcdiger Mai anmerkt (siehe sein Beitrag unten).<br \/>\nEntsprechend w\u00fctend ist der Verri\u00df dieser Doku von den Linksjournalisten in SZ, Spiegel und DLF, in dem sich z.B. Matthias Dell im besten DDR-Zensorenstil echauffiert, da\u00df &#8222;Regisseur Andreas Gr\u00e4fenstein <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tellkamp-lau-linker-shitstorm\/\">Tellkamp<\/a> ohne Widerspruch zu Wort kommen lasse&#8220; &#8211; wie armselig besorgt ist solch ein Satz, schlie\u00dflich k\u00f6nne der unm\u00fcndige, dumme deutsche B\u00fcrger dem ja intellektuell nicht gewachsen sein.<br \/>\nDa verwundert es auch nicht, dass das ZDF angek\u00fcndigt hat, die 3Sat-Doku zwar wie geplant am 12. Juni zu senden, aber drastisch gek\u00fcrzt und erst um 0.35 Uhr. Haltung bzw. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/journalismus\/haltungsjournalismus\/\">Haltungsjournalismus<\/a> mu\u00df eben sein.<br \/>\nGleichwohl: Der Beitrag kann hier noch in voller L\u00e4nge in der Videothek des ZDF gesehen werden: <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/kultur\/kulturdoku\/der-fall-tellkamp-film-100.html\">https:\/\/www.3sat.de\/kultur\/kulturdoku\/der-fall-tellkamp-film-100.html<\/a> . Und das lohnt, weil informativ.<br \/>\n21.5.2022<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/tellkamp\/\">Uwe Tellkamp: Der Schlaf in den Uhren<\/a>\u00a0(27.5.2022)<\/li>\n<\/ul>\n<p>.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>&#8222;Der Fall Tellkamp&#8220; auf 3sat: Regisseur Gr\u00e4fenstein \u00fcber seine Doku<\/strong><br \/>\n<em>&#8230; Herr Gr\u00e4fenstein, der Titel &#8222;Der Fall Tellkamp&#8220; klingt ja provokant. War es schwer, Uwe Tellkamp f\u00fcr diesen Film als Gespr\u00e4chspartner zu gewinnen?<\/em><br \/>\nAndreas Gr\u00e4fenstein: Man versucht immer, das Vertrauen zu gewinnen. Das ist bei allen Leuten, die man f\u00fcr einen Dokumentarfilm gewinnen m\u00f6chte, der Fall. Ich glaube, dass gerade hier der Schl\u00fcssel war, dass er verstanden hat, dass ich m\u00f6glichst vorurteilsfrei an das Thema herangehe, weil es mir darum ging, einen diskursiven Film zu machen. Ich habe ihn nicht gleich mit Vorurteilen, Vorhaltungen konfrontiert, sondern habe gesagt, dass wir einen Film machen, der offen ist und Positionen gegeneinanderstellt. Ich denke, dass das ein ganz wichtiger Punkt war.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Wie haben Sie ihn bei Ihrem ersten Zusammentreffen erlebt?<\/em><br \/>\nGr\u00e4fenstein: Bei dem ersten Zusammentreffen war auch Susanne Dagen dabei, und da gab es von vornherein eine recht gro\u00dfe Offenheit bei den beiden. Das ist f\u00fcr den Film nat\u00fcrlich gut, wenn die Bereitschaft da ist und das Vertrauen, dass man sich frei \u00e4u\u00dfern kann.<br \/>\n.<br \/>\n<em>Bei einer Diskussion zwischen Uwe Tellkamp und Durs Gr\u00fcnbein im Dresdener Staatstheater fiel der viel zitierte Satz: <strong>&#8222;Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern. \u00dcber 95 Prozent.&#8220;<\/strong> Daraufhin hatte sich der Suhrkamp Verlag von ihm erstmal distanziert. Tellkamp nimmt in Ihrem Film nochmal Stellung dazu. Was hat er Ihnen dazu gesagt?<\/em><br \/>\nGr\u00e4fenstein: Er ordnet das noch mal ein und sagt, dass die 95 Prozent nat\u00fcrlich nicht stimmen, aber dass es ihm darum gehe, dass wir die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten differenziert betrachten sollten. So verstehe ich ihn, dass das der Kern seiner Kritik ist.<br \/>\n&#8230; Alles vom 19.5.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Der-Fall-Tellkamp-auf-3sat-Regisseur-Graefenstein-ueber-seine-Doku,tellkamp134.html\">https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Der-Fall-Tellkamp-auf-3sat-Regisseur-Graefenstein-ueber-seine-Doku,tellkamp134.html<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Tellkamp-Doku in 3Sat: \u201eNiemals aufgeben. Das ist es.\u201c<\/strong><br \/>\nDer Filmemacher Andreas Gr\u00e4fenstein hat \u00fcber zwei Jahre <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/repression\/\">Uwe Tellkamp<\/a> begleitet und an diesem Film gearbeitet. Herausgekommen ist eine Dokumentation, die an journalistische Standards erinnert, f\u00fcr die die \u00d6ffentlich-Rechtlichen einmal geachtet wurden, wof\u00fcr man ihnen auch Vertrauen entgegen brachte, bevor man dort den Aktivismus entdeckte, bevor man journalistische Standards, \u00fcberhaupt Objektivit\u00e4t aufk\u00fcndigte, weil Journalisten pl\u00f6tzlich ihre Aufgabe darin sehen, an der ideologischen Front zur Durchsetzung des guten Werkes, der Gro\u00dfen Transformation mitzuwirken.<br \/>\nSo stellt die Entstehung und Ausstrahlung dieses Film entweder ein kleines Wunder dar oder eine unentschuldbare Nachl\u00e4ssigkeit bei der Abnahme des Films. Letzteren Eindruck k\u00f6nnte man gewinnen, wenn man die w\u00fctenden Reaktionen von Deutschlandfunk und Deutschlandfunkultur, \u00fcbrigens vom selben Kritiker, wahrnimmt. So erbost sich Matthias Dell im besten DDR-Zensorenstil dar\u00fcber, dass der Film \u201eanalytisch und intellektuell\u201c versage, \u201eweil Regisseur Andreas Gr\u00e4fenstein Tellkamp ohne Widerspruch zu Wort kommen lasse\u201c. Das klingt als seien unsere Menschen \u2013 wie man in der DDR-F\u00fchrung zu sagen pflegte \u2013 noch nicht soweit, dass sie diesen Film ohne Anleitung der \u00f6ffentlichen Interpretationseliten richtig einordnen und ideologisch auch richtig zu verstehen im Stande sind.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDie Reaktion des Kritikers (Matthias Dell) von DLF und DLF Kultur schafft etwas, was der Film nicht wollte und nicht versuchte, er best\u00e4tigt Uwe Tellkamps Kritik, er best\u00e4tigt, dass Meinungskorridore existieren, nein mehr noch, er definiert sie, er macht sie transparent, er will bestimmen, was man im Fernsehen und im Rundfunk sagen darf und was nicht \u2013 und letztlich f\u00e4llt er damit auch Tellkamps Antipoden wie dem Autor Ingo Schulze in den R\u00fccken, in dem er die triste Realit\u00e4t hinter Schulzens Jovilialit\u00e4t zum Vorschein bringt.<br \/>\nMehr sollte man \u00fcber den Film nicht schreiben, denn er verdient es, dass ihn jeder selbst anschaut. W\u00e4re \u00f6ffentlich-rechtliches Fernsehen so wie diese Dokumentation, w\u00e4re sie nicht die Ausnahme, sondern die Regel, w\u00fcrde die Geb\u00fchrendebatte abflachen, denn dann w\u00fcrden die \u00d6ffentlich-Rechtlichen ihren Kultur, Bildungs- und Informationsauftrag erf\u00fcllen und nicht vor den selbstgestellten Ma\u00dfgaben der Gesinnung kapitulieren.<br \/>\nTellkamps Wort im Film: \u201eNiemals aufgeben. Das ist es\u201c, ist vielleicht die Botschaft, die seine Kritiker verst\u00f6rt, denn sie f\u00fcrchten sich davor, mit der Realit\u00e4t au\u00dferhalb der Funkh\u00e4user, au\u00dferhalb ihrer kleinen woken Innenstadtbezirke konfrontiert zu werden.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 19.5.2022 von Klaus-R\u00fcdiger Mai bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/tellkamp-doku-in-3sat-niemals-aufgeben-das-ist-es\/\">https:\/\/www.tichyseinblick.de\/feuilleton\/tellkamp-doku-in-3sat-niemals-aufgeben-das-ist-es\/<\/a><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\n<strong>Lieber Herr Mai, das haben sie hervorragend geschrieben \u2013 gro\u00dfartig.<\/strong><br \/>\nDas wird diesem Film, dieser Dokumentation gerecht. Als ich diese auf 3sat angeschaut habe, dachte ich, was f\u00fcr eine gelungenes Werk. So sollte Journalismus in den \u00d6ffentlich-Rechtlichen wieder funktionieren. Kulturzeit war mal meine regelm\u00e4\u00dfige Lieblingssendung, heute durch die \u201ewoken\u201c Journo-Blasen vollkommen versaut, Monothemen in Monomeinungen versunken und am Ende kommentiert der ewige 3sat-Soziologe Armin Nassehi.<br \/>\n20.5.2022, M.R.<\/p>\n<p><strong>Andreas Gr\u00e4fenstein&#8217;s herausragende Doku \u00fcber Tellkamp<\/strong><br \/>\nAndreas Gr\u00e4fenstein ist eine herausragende Dokumentation \u00fcber den Menschen Uwe Tellkamp gelungen, wobei zugleich erkl\u00e4rt wird, was die &#8222;Wiedervereinigung&#8220; f\u00fcr viele B\u00fcrger der DDR an zerst\u00f6rten Hoffnungen und zwangsl\u00e4ufig damit einhergehenden Entt\u00e4uschungen mit sich brachte (Teil 1 bis 2). Wohltuend ist das Fehlen jeglicher belehrender Kommentare aus dem Off. Sehr anr\u00fchrend war f\u00fcr mich die Lesung von Tellkamp aus seinem B\u00fcchlein &#8222;Das Atelier&#8220; im Buchhaus Loschwitz, als er mit den Tr\u00e4nen k\u00e4mpfte. Wer wenig Zeit f\u00fcr alle Teile der Dokumentation aufbringen kann, sollte sich vielleicht auf die Teile 3 bis 5 konzentrieren.<br \/>\nNicht alle Rezensenten sind \u00fcbrigens so demagogisch verblendet und hasserf\u00fcllt wie Matthias Dell vom Belehrsender &#8222;Deutschlandfunk&#8220;, denn in der FAZ und sogar der SZ wurde die Dokumentation anerkennend besprochen.<br \/>\n20.5.2022, Wol<\/p>\n<p><strong>Hab es gesehen und damit seit langem im \u00d6RR was politisches gesehen.<\/strong><br \/>\nWar auch bass erstaunt, dass dieser Film durch die Zensur kam. Deutlich wurde auch das hilflose Gestammel der Gegner von Tellkamp, welche kaum in der Lage waren, ihre Standpunkte verst\u00e4ndlich darzulegen. Tellkamp ist viel wortgewaltiger im Dialog als in seinem Roman.<br \/>\n20.5.2022, T.B.<\/p>\n<p><strong>Die Meinungsmacher wirken in dem Film wie permanent auf der Hut<\/strong><br \/>\n\u2013 vor dem falschen Wort, der Grenz\u00fcberschreitung, dem unbotm\u00e4\u00dfigen Gedanken. Dagegen Herr Tellkamp: Unverstellt, seiner Berufung treu und anger\u00fchrt vom Leben selbst \u2013 und daher glaubw\u00fcrdig. Ohne K\u00fcnstler wie ihn oder auch ohne Frau Dagen und Frau Maron w\u00e4re das geistige Klima komplett steril und auf Linie. Ein Alptraum.<br \/>\n20.5.2022, P.L.<\/p>\n<p><strong>Die 3Sat Dokumentation ist sehr eindrucksvoller Szeneeinblick.<\/strong><br \/>\nDer Zuschauer merkt, dass sich die Macher bem\u00fchen die Attit\u00fcde des Haltungsjournalismus bewusst zu z\u00fcgeln, und \u201eBr\u00fccken zu bauen\u201c, indem sie Einsicht in beide Seiten der Frakturlinie zu geben. Es wird offen zugestanden, dass es zu einer Entfremdung zwischen der Welt des Journalismus, Politik &amp; Kulturbetriebs einerseits und grosser Teile der Bev\u00f6lkerung andererseits gegeben hat. Auch wenn ein reichlich gn\u00e4diger Unterton herrscht.<br \/>\nDies zuzugeben und dem Gegen\u00fcber Gespr\u00e4chsraum einzur\u00e4umen ist ein anerkennenswerter Schritt in die richtige Richtung zur Ann\u00e4herung. Allerdings ist das Journalismus-Raumschiff noch viel weiter von der Bev\u00f6lkerung entfernt, als es denkt. Aber Erkenntnis ist ja ein erster Schritt.<br \/>\nWeiter zugegeben, dass es zu diesem Zugest\u00e4ndnis des Journalismus wohl nicht ohne die offenbar sehr z\u00e4hen Rechts\/Links-Reibereien auf den Stra\u00dfen in Dresden gekommen w\u00e4re. Wessis, die daheim wegen anderer Aspekte ebenso mit den Anfeindungen des Haltungs-Betriebs hadern, h\u00e4tten mit scharfz\u00fcngigen Leserbriefen wohl nicht einen vergleichbaren Eindruck hinterlassen.<br \/>\nMein Fazit an Tellkamp ist die Best\u00fcrzung \u00fcber die ausgefeilte, hoch-arbeitsteilige Schlagkraft des alimentierten \u201eHaltungsbetriebs\u201c der sich in einem sakralen Weltanschauungskampf gegen \u201eRechts\u201c w\u00e4hnt. \u00c4hnlich einer selbstgef\u00e4lligen Jagdgesellschaft mit dem Werkzeugkasten der Sozialpsychologie treibt man Menschen \u00fcber Hitwords, Kontaktschuld, seek&amp;destroy, Markieren, Deplatforming, also in summa \u201ecancel culture\u201c in den \u201esozialen Tod\u201c. Die Ironie f\u00e4llt wohl kaum auf, dass eine Anti-NS-Serie \u201eDer stumme Tod\u201c zum Titel tr\u00e4gt. Keine Parallelen?<br \/>\nDas d\u00fcrfen nicht nur Anh\u00e4nger rechter Submilieus erfahren, sondern inzwischen auch medizinisch\/sozial\/pflegerisches Fachpersonal!<br \/>\nDie Ehrenamtlichen dieser Treibjagd zeigen intellektuelle Anspruchlosigkeit, denn sie scheint die inflation\u00e4re Verteilung des Attributs \u201eRechts\u201c selbst gar nicht zu st\u00f6ren, oder als widerspr\u00fcchlich aufzufallen. Offenbar bemerken sie auch nicht den Kontrast zu ihrem kognitiven Bezugspunkt: ihre Gegner touchieren den historischen NS in den seltensten F\u00e4llen. Meist sind sie Konservative, Liberale, Arbeitgeber \u2013 und neuerdings einzelne Berufsgruppen. Ein neuer NS w\u00e4re abgesehen von anderen Aspekten allein demographisch unm\u00f6glich.<br \/>\nOder leistet man sich die definitorische Vergr\u00f6berung, im Bewu\u00dftsein seiner hegemonialen Position an den lange herbei-gesehnten Hebeln der Gesellschaftsgestaltung, und f\u00e4hrt ganz bewusst mit der metaphorischen Planierraupe durch die Lebenswelt der vermeintlichen Gegner, um eine \u201eNeue (rote) Gesellschaft\u201c zu errichten? Schon wieder mal?<br \/>\nWeiter haben sie die Tugend und den moralischen Anspruch klassischer linker Faschismuskritiker verloren, denn sie bedienen sich der Methoden, deretwegen sie ihre \u201eGegner\u201c erst zur Gefahr erkl\u00e4rten. Fr\u00fcher war \u201elinks\u201c untrennbar verbunden mit Pazifismus, Gewalt- und Kriegsverbot, und daher moralisch \u00fcberlegen. \u201eRechts\u201c wurde abgelehnt, weil es f\u00fcr Krieg und Aggression stand. Hannah Arendt w\u00e4re wohl angeekelt gewesen von den Gewaltorgien der Antifa-Milizen.<br \/>\nSchliesslich straucheln sie ob ihres Anspruchs auf Deutungshoheit, welcher Hochmut, Masslosigkeit, mangelnde Weisheit und oberfl\u00e4chliche Bildung offenbart. Der moralische \u201eR\u00fcbe-ab\u201c-Furor vernichtet, fern von demokratischen Spielregeln und aufkl\u00e4rerischen Anspr\u00fcchen, b\u00fcrgerliche Existenzen. Von dieser Wut ist dringend abzuraten, denn gem\u00e4ss Karma f\u00fchrt Gutes zu Gutem, ebenso anders herum. Jedes Ma\u00df und Ziel wird heute \u00fcberschritten.<br \/>\nNun hat sich die Haltungs-Avantgarde mittels Corona-Politik ungebeten in die medizinische Fachwelt gedr\u00e4ngt, schl\u00e4gt um sich, vernichtet Existenzen und verpfuscht mit ihrer blinden Dogmatik das Berufsfeld der Heilberufst\u00e4tigen.<br \/>\n20.5.2022, H.H.<\/p>\n<p><strong>Interessant, wie der \u00d6R-Sender 3Sat den Angriff auf das Ladengesch\u00e4ft<\/strong><br \/>\ndes Buchhauses Loschwitz und die existenzbedrohende Zerst\u00f6rung der B\u00fccher durch linke Gewaltt\u00e4ter einordnet:<br \/>\n\u201eIm selben Jahr (2021) drohte die Lage zu eskalieren: Eine Butters\u00e4urebombe wurde ins Buchhaus Loschwitz geworfen.\u201c<br \/>\nDieser Anschlag war nach Ansicht dieser Journalisten nur die Drohung einer Eskalation. Richtig ernst wird es also erst beim Angriff auf Personen?<br \/>\n20.5.2022, Kae<\/p>\n<p><strong>Kann diese Dokumentation nur empfehlen.<\/strong><br \/>\nSie zeigt am Mikrokosmos Dresden exemplarisch die Zerrissenheit unseres Landes. Die Dokumentation lebt vom Originalton der Exponenten unterschiedlicher politischer Positionen, die weitgehend unkommentiert nebeneinander gestellt werden und so ganz unmittelbar auf den Zuschauer einwirken, der sich so selbst ein Bild von der geistigen Verfasstheit dieses Landes machen kann. Lediglich ein Zeit- Journalist mit unmittelbarem Bezug zum Thema und den handelnden Personen der Dokumentation tritt als weitgehend differenzierender Kommentator der Vorg\u00e4nge und Aussagen rund um Tellkamp auf, allerdings ohne auf das heute \u00fcbliche Klipp- Schul- Niveau abzusinken.<br \/>\nZu guter Letzt gibt es auch einen Brandanschlag auf eine Buchhandlung, also Hass und Gewalt- allerdings von Links\u2026<br \/>\nFazit: Sehr sehenswert!!!<br \/>\n20.5.2022, Sch<\/p>\n<p><strong>Es ist eine wunderbare Dokumentation,<\/strong><br \/>\nnicht zuletzt auch wegen der Landschaftsaufnahmen um Dresden, insbesondere von Dresden-Loschwitz, der Heimat der Buchh\u00e4ndlerin Susanne Dagen. Ihr Buchhaus ist der Treffpunkt der angegriffenen \u201eNeurechten\u201c. Tellkampf, als Autor nat\u00fcrlich stark gepr\u00e4gt von den Erfahrungen der DDR-Diktatur, k\u00e4mpft f\u00fcr seine \u00dcberzeugung, die untergegangene Meinungsfreiheit (Man kann alles sagen, wird aber daf\u00fcr ausgegrenzt und ge\u00e4chtet.)wiederherzustellen. Man m\u00f6chte ihm manchmal mehr Ruhe in seinen \u00c4u\u00dferungen w\u00fcnschen, aber Tellkamp`s k\u00e4mpferisches Auftreten zeigt neben seinem starken Willen, das Schlechte zum Guten zu ver\u00e4ndern, auch seine inneren Verwundungen. F\u00fcr mich ist Tellkamp ein durch und durch ehrlicher Mensch. \u00dcbernehmen wir seine Worte \u201eNiemals aufgeben. Das ist es.\u201c in dem Sinne, dass wir uns einem neuen kommunistischen System nicht unterwerfen. Und nat\u00fcrlich, lesen wir seine B\u00fccher und kaufen sie, wem es m\u00f6glich ist, im Loschwitzer Buchhaus von S. Dagen.<br \/>\n20.5.2022, M.V.<\/p>\n<p><strong>Danke f\u00fcr Ihre Kritik \u2013 macht Lust, die Doku anzuschauen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/kultur\/kulturdoku\/der-fall-tellkamp-film-100.html\">https:\/\/www.3sat.de\/kultur\/kulturdoku\/der-fall-tellkamp-film-100.html<\/a><br \/>\nUnd hier die Kritik Dells zum \u201eumstrittenen\u201c Autor: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/der-fall-tellkamp-3sat-doku-von-andreas-graefenstein-ueber-den-skandal-autor-dlf-kultur-16f0408b-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/der-fall-tellkamp-3sat-doku-von-andreas-graefenstein-ueber-den-skandal-autor-dlf-kultur-16f0408b-100.html<\/a><br \/>\n20.5.2022, Kas<\/p>\n<p><strong>Politp\u00e4dagogen<\/strong><br \/>\nIch habe mir die Doku in voller L\u00e4nge angeguckt, ganz hervorragend.<br \/>\nDass den Politp\u00e4dagogen vom Fernsehen das so durchgerutscht ist, kann man kaum glauben. Aber es ist auch sehr deprimierend zu sehen, was in Deutschland abgeht. Alle offiziellen Institutionen dieses Landes agieren wie eine einzige gro\u00dfe Stasizentrale.<br \/>\n20.5.2022, Tub<\/p>\n<p><strong>1989 gab es ein Versprechen an uns alle.<\/strong><br \/>\nF\u00fcr uns Ossis war es ein neues, f\u00fcr die Wessis ein erneuertes. Das Versprechen einer freien, demokratischen, auf der Grundlage des Humanismus und der Menschenrechte stehenden Gesellschaft, die alles das m\u00f6glich macht, sch\u00fctzt und sichert, was 40 Jahre nicht m\u00f6glich war und mit F\u00fc\u00dfen getreten wurde. Dieses Versprechen war so stark, dass der allm\u00e4chtige Apparat der DDR sang- und klanglos zusammengebrochen ist, weil er dem nichts entgegensetzen konnte.<br \/>\nDer Umgang mit Tellkamp zeigt lehrbuchhaft was von diesem Versprechen geblieben ist. Er zeigt, wie die schlimmsten Eigenschaften des Deutschen, Rechthaberei, Leithammelei und Pedanterie, wieder die Oberhand gewonnen haben. Ironie, Humor, die Lust an der intellektuellen Auseinandersetzung, die auch Grobes verkraftet, z\u00e4hlen nicht mehr. Unsere Welt darf kein Tummelplatz f\u00fcr die unterschiedlichsten Ansichten mehr sein. Es ist sehr, sehr schade, zu sehen was nach 30 Jahren Wiedervereinigung, nach den gr\u00f6\u00dften Hoffnungen und der Freiheit der 90iger Jahre, aus Deutschland mittlerweile geworden ist.<br \/>\nLetztlich f\u00fchrt das alles nur dazu, dass sich immer mehr Menschen der \u00d6ffentlichkeit entziehen und sich von der Idee einer gemeinsamen Gesellschaft abkehren.<br \/>\n20.5.2022, Dok<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 90-min\u00fctige Doku \u201eDer Fall Uwe Tellkamp \u2013 der Streit um die Meinungsfreiheit\u201c von Filmemacher Andreas Gr\u00e4fenstein in 3Sat am 18.5.2022 zeigt erfreuliches: Es gibt doch noch guten Journalismus in den GEZ-Medien, der auf Recherche statt Framing setzt und Fakten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uwe-tellkamp-doku-in-3sat\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,100,99,181,96,13,98,80],"tags":[552,572,749,682,710,439,722,720,780],"class_list":["post-101083","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-buch","category-buchhandel","category-buergerbeteiligung","category-dichter","category-kultur","category-literatur","category-medien","tag-buch-2","tag-dichter-2","tag-diskussionskultur","tag-freiheit","tag-gez","tag-journalist","tag-literatur","tag-medien","tag-rechts"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101083"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101264,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101083\/revisions\/101264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}