{"id":100234,"date":"2022-04-16T20:09:52","date_gmt":"2022-04-16T18:09:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=100234"},"modified":"2022-04-17T21:37:49","modified_gmt":"2022-04-17T19:37:49","slug":"leihmutterschaft-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/leihmutterschaft-verbieten\/","title":{"rendered":"Leihmutterschaft verbieten"},"content":{"rendered":"<p>Leihmutterschaft ist in vielen amerikanischen Bundesstaaten sowie in <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/russland\/\">Russland<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/ukraine\/\">Ukraine<\/a> legal. Es handelt sich um drei Gruppen von K\u00e4ufern: Entweder um heterosexuelle <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/single\/\">Einzelpersonen<\/a> oder Paare, bei denen die <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/frauen-freiheit\/\">Frauen<\/a> unfruchtbar sind, um Frauen, die aus medizinischen Gr\u00fcnden kein eigenes <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/baby\/\">Kind<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/gender\/sexualbiologie\/\">bekommen k\u00f6nnen<\/a> bzw. wollen, <!--more-->oder um homosexuelle M\u00e4nner (Paare wie Singles).<br \/>\nAlle drei bezahlen \u201eLeihm\u00fctter\u201c als Geb\u00e4rende, um deren Geb\u00e4rmutter zu \u201emieten\u201c und dann deren bzw. ihr Neugeborenes zu kaufen.<br \/>\nGalt die Leihmutterschaft bislang als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">linkes<\/a> Projekt (<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderarmut\/\">Kinderarmut<\/a>, Kinderwunsch, <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/kinderlos\/\">Kinderlosigkeit<\/a>), so wenden sich &#8211; von den USA ausgehend &#8211; zunehmend auch <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/feminismus\/\">Feministinnen<\/a> dagegen (siehe Beitrag unten).<br \/>\n17.4.2022<br \/>\n.<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Leihmutterschaft: Frauen als Brutk\u00e4sten, Kinder als Waren<\/strong><br \/>\nIch betrachte jedoch den Verkauf und Kauf von Babys als unmoralisch.<br \/>\n&#8230;.<br \/>\nDie meisten Menschen denken, dass solche Leihmutterschaftsvereinbarungen politisch korrekt, fortschrittlich, zum Wohle schwuler M\u00e4nner und unfruchtbarer Menschen sind und einen Akt des Altruismus darstellen.<br \/>\nDoch endlich erheben immer mehr Feministinnen ihre Stimme gegen diese Branche. Marie-Josephe Devillers und Ana-Luana Stoicea-Deram sind die Herausgeberinnen eines neuen Buches: Towards the Abolition of Surrogate Motherhood: International Coalition for the Abolition of Surrogate Motherhood (\u201eZur Abschaffung der Leihmutterschaft: Internationale Koalition f\u00fcr die Abschaffung der Leihmutterschaft\u201c), erschienen 2022 im australischen feministischen Verlag Spinifex. Das Buch ist \u201eallen Leihm\u00fcttern, die bei der Leihmutterschaft gestorben sind, und allen verlassenen Kindern, die durch Leihmutterschaft geboren wurden\u201c gewidmet.<br \/>\nJa, das sind k\u00e4mpferische Worte, wenn man bedenkt, welchen Blick die vorgesehenen Vertragseltern\/Kunden auf sich selbst und das Leben in der oberen Mittelschicht haben, das sie ihren Kindern bieten wollen. Die sechzehn Autoren dieses schl\u00fcssigen und \u00fcberzeugenden Sammelbandes stammen aus acht L\u00e4ndern. Der Band wird in diesem Jahr auch auf Franz\u00f6sisch und auf Spanisch erscheinen.<br \/>\nDie Herausgeberinnen pr\u00e4sentieren eine klare Geschichte von \u201euralten Leihmutterschaftsvereinbarungen\u201c in China, Korea und Japan, die darauf abzielten, \u201eum jeden Preis Erben zu produzieren\u201c, bis hin zum zeitgen\u00f6ssischen feministischen Widerstand gegen das, was Andrea Dworkin als \u201ereproduktive Prostitution\u201c bezeichnete und was Margaret Atwood, Gena Corea, Barbara Katz Rothman, Rita Arditti, Renate Klein und Shelley Minden bef\u00fcrchteten, dass es zum Verschwinden der Menschheit f\u00fchren w\u00fcrde. Die Technologien, die als \u201ebefreiend\u201c angesehen werden, d\u00fcrfen andererseits die biologische Mutterschaft ausradieren, zum Nachteil der mittellosen Frauen, die als \u201eLeihm\u00fctter\u201c arbeiten. Sie schlie\u00dfen mit den Worten: \u201eWenn wir akzeptieren, dass Menschen als Ergebnis eines Vertrags geboren werden und Objekte eugenischer Selektion sind; wenn wir akzeptieren, dass der Verkauf von Neugeborenen im Rahmen von Eigentumsrechten stattfindet, dann verzichten wir auf die Menschenrechte von Frauen und Kindern.\u201c<br \/>\n&#8230;.<br \/>\n\u00dcber die ukrainischen \u201eLeihm\u00fctter\u201c, die gezwungen wurden, ihre \u201eLeihmutter\u201c-Schwangerschaften in einem Kriegsgebiet fortzusetzen (Leihmutterschaft ist in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern illegal, und wenn diese Frauen fliehen w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie verhaftet werden), wurde ebenfalls berichtet.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/health\/archive\/2022\/03\/russia-invasion-ukraine-surrogate-family\/623327\/\">https:\/\/www.theatlantic.com\/health\/archive\/2022\/03\/russia-invasion-ukraine-surrogate-family\/623327\/<\/a><br \/>\nIm M\u00e4rz wurde in den Nachrichten sowohl den verzweifelten Vertragseltern als auch den schwangeren Frauen, die in Luftschutzkellern leben, Mitgef\u00fchl entgegengebracht.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2022\/03\/12\/world\/europe\/ukraine-surrogate-mothers-babies.html\">https:\/\/www.nytimes.com\/2022\/03\/12\/world\/europe\/ukraine-surrogate-mothers-babies.html<\/a><br \/>\n&#8230;<br \/>\nRenate Klein macht deutlich, welche sichtbaren, aber v\u00f6llig untersch\u00e4tzten Sch\u00e4den die Leihmutterschaft verursacht. Sie sieht in der Leihmutterschaft eine \u201eVerletzung der Menschenrechte der leiblichen Mutter, der Eizellspenderin und des entstehenden Kindes\u201c. Das Gesch\u00e4ft reduziert Frauen auf \u201eBr\u00fcterinnen, leere Gef\u00e4\u00dfe\u201c und Kinder auf \u201eWaren\u201c.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16.4.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/leihmutterschaft_Frauen_als_Brutkaesten_Kinder_als_Waren\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/leihmutterschaft_Frauen_als_Brutkaesten_Kinder_als_Waren<\/a><\/p>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst bei 4W:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/4w.pub\/feminist-backlash-is-finally-building-against-surrogacy\/\">https:\/\/4w.pub\/feminist-backlash-is-finally-building-against-surrogacy\/<\/a><\/p>\n<p><em>Dr. Phyllis Chesler ist emeritierte Professorin f\u00fcr Psychologie und Frauenforschung und Autorin von zwanzig B\u00fcchern, darunter die Bestseller \u201eWomen and Madness\u201c (1972), \u201eWoman\u2019s Inhumanity to Woman\u201c (2002, 2009), \u201eAn American Bride in Kabul\u201c (2013), \u201eA Family Conspiracy: Honor Killing\u201c (2018), \u201eA Politically Incorrect Feminist\u201c (2018) and \u201eRequiem for a Female Serial Killer\u201c (2020). Sie ist Mitbegr\u00fcnderin der Association for Women in Psychology, des National Women\u2019s Health Network und der Original Women of the Wall. Sie ist Autorin von vier Studien zum Thema Ehrenmord (Femizid), gibt eidesstattliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Frauen ab, die auf der Flucht vor Ehrenmord sind und Asyl suchen; ist im Editorial Board von Dignity: A Journal of Analysis of Exploitation and Violence; und ist Senior Fellow beim Investigative Project on Terrorism, sowie Fellow beim Middle East Forum und dem Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy.<\/em><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\nSehr \u00fcberzeugend und was mir am besten gef\u00e4llt; es muss kein religi\u00f6ses Argument herhalten f\u00fcr die Ablehnung der Leihmutterschaft.<br \/>\n16.4.2022, G.Q.<\/p>\n<p><strong>Mutter-Kind Bindung<\/strong><br \/>\nEin Kind ist kein Hund und erst recht kein Spielzeug das man sich nach Belieben zu -und wieder weglegt. Ansonsten sei auf die Goldene Regel f\u00fcr Gl\u00e4ubige oder den darauf basierenden Kantschen Imperativ verwiesen. Eine Gesellschaft die mit Leihm\u00fcttern arbeitet und das Waisentum zur Norm macht wird jedoch sowieso nicht \u00fcberleben. Denn, sie zehrt von einer wenigstens weitestgehenden funktionierenden Mutter-Kind Bindung das hat die Natur so eingerichtet. Zu viele Abweichungen wird eine Gesellschaft hier nicht verkraften. Mutter Kind Bindung ist ein biologischer offenkundiger Fakt an dem man sich nicht ungestraft vergreift, sei es durch Leihm\u00fctter, oder auch das Auslagern von Kindern in Kindergrippen als gesellschaftliche Norm Es gibt 2 erschreckende Experimente die zeigen was passiert wo keine \u201cLiebe&#8220;Zuwendung erfolgt: 1. Harlow Experiment: Affen die nur eine Drahtmutter mit Milch hatten waren schwer gest\u00f6rt u. nicht nur das, sie wurden hernach dem eigenen Nachwuchs nicht mehr gerecht und verhielten sich laut meiner Lehrer, diesem gegen\u00fcber bizarr ( sie als eine Art \u201cFu\u00dfball\u201d betrachtend) . D.h. die fehlende Zuwendung oder Bindung an eine Mutter \u00fcbertrug sich auf die n\u00e4chste Generation. Wobei allerdings beim Menschen die Beziehungsst\u00f6rung so tief sein d\u00fcrfte dass ein derart gest\u00f6rtes Wesen von vornherein Beziehungsunf\u00e4hig sein d\u00fcrfte. An diesem extremen Beispiel erkennt man den Stellenwert den die Zuwendung hat und naturbedingt erf\u00e4hrt der Mensch normalerweise das h\u00f6chste Ma\u00df an Zuwendung biologisch bedingt durch die leibliche Mutter. Wer mit Tieren zu tun wei\u00df um die Bereitschaft einer Tiermutter ihr Kind um jeden Preis u. jede Gefahr zu verteidigen.<br \/>\n16.4.2022, G.K.<\/p>\n<p><strong>kommerzielle Leihmutterschaft<\/strong><br \/>\nGanz vorweg, kommerzielle Leihmutterschaft lehne ich aus tiefstem Inneren ab. Wenn man das auf Adoptionen ausdehnt, wird es schwierig. Um es einmal pragmatisch zu formulieren, in fr\u00fcheren Zeiten war der fr\u00fche Tod von M\u00fcttern\/Eltern nicht ungew\u00f6hnlich und die L\u00f6sung, Kinder zu anderen Familien zu geben, reine Notwendigkeit. Das Leid von Waisen oder Stiefkindern zieht sich quer durch unsere Kulturgeschichte. Die Aufnahme durch liebevolle Ersatzeltern wurde sentimentalisiert wie unm\u00f6gliche Liebesgeschichten mit gl\u00fccklichem Ausgang. Jedes Jahr werden allein in diesem Land hunderttausend Kinder abgetrieben und S\u00e4uglinge direkt nach der Geburt get\u00f6tet. Und dann ist es nicht m\u00f6glich, den Kinderwunsch von Paaren ohne Leihmutterschft zu erf\u00fcllen?. Abgesehen davon, wer einem kleinen Kind oder gar einem S\u00e4ugling Gewalt antut, hat seinen Austritt aus menschlicher Existenz selbst erkl\u00e4rt, Entschuldigungen gibt es daf\u00fcr nicht.<br \/>\n16.4.2022, H.K.<\/p>\n<p>Na, da gibt es doch Gemeinsamkeiten zwischen USA und Russland; darauf kann man doch aufbauen \ud83d\ude09 Nur die islamischen Staaten wollen mit der \u00d6konomisierung der Mutterschaft nicht mitmachen. Sind die also moralisch vorbildlich? In diesem Punkt wohl schon.<br \/>\n16.4.2022, RmP<br \/>\nEnde Kommentare<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Leihm\u00fctter in der Ukraine -Deutschlands exportiertes Dilemma<\/strong><br \/>\nSchwangere Leihm\u00fctter sollen in der Ukraine bleiben, Babys liegen in Luftschutzbunkern. Eine Situation, an der auch Deutschland eine Mitschuld tr\u00e4gt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nSie sollen trotz des Krieges nicht ins Ausland gehen, denn das k\u00f6nnte ihre Lage erheblich erschweren. Also bleiben sie im Kriegsgebiet. Dass sie das m\u00fcssen, daf\u00fcr ist neben anderen L\u00e4ndern auch Deutschland verantwortlich. Denn Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nDie internationale Leihmutterschaft und Deutschlands Umgang damit ist nicht erst ein Problem, seitdem Babys und Schwangere in Bunkern sitzen m\u00fcssen. Der Krieg in der Ukraine wirft nur erneut ein Schlaglicht darauf. Die deutsche Argumentation, dass Leihmutterschaft wegen Frauenrechten und Menschenw\u00fcrde verboten geh\u00f6re, wird unterlaufen durch die Tatsache, dass mittels Schlupfl\u00f6chern zugelassen wird, die Praxis ins Ausland zu verlagern. Das ist scheinheilig. Ausbeutung bleibt auch dann Ausbeutung, wenn sie in der Ukraine stattfindet.<br \/>\nIn der aktuellen Situation sollte die Sicherheit der schwangeren Frauen und der Neugeborenen aus der Ukraine Priorit\u00e4t haben. Ausnahmeregelungen m\u00fcssen her: beispielsweise ein b\u00fcrokratisch unaufwendiger und beschleunigter Adoptionsprozess, damit die austragenden Frauen nach Deutschland fliehen k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch auch langfristig muss das Thema angegangen werden. Kommerzielle Reproduktion ist f\u00fcr viele ungewollt kinderlose Menschen die einzige vorstellbare M\u00f6glichkeit, ein biologisch eigenes Kind zu haben (wobei in der Ukraine das Beauftragen einer Leihmutter wohlgemerkt nur verheirateten heterosexuellen Paaren gestattet ist). Aber diese M\u00f6glichkeit h\u00e4ngt eben meist zusammen mit einem gro\u00dfen sozio\u00f6konomischen Gef\u00e4lle zwischen Wunsch\u00adeltern und Leihmutter, welches Ausbeutung beg\u00fcnstigt. Umso mehr, wenn das Gesch\u00e4ft mit Menschen aus \u00e4rmeren Regionen gemacht wird.<br \/>\n&#8230; Alles vom 22.3.2022 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/taz.de\/Leihmuetter-in-der-Ukraine\/!5839089\/e\">https:\/\/taz.de\/Leihmuetter-in-der-Ukraine\/!5839089\/e<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leihmutterschaft ist in vielen amerikanischen Bundesstaaten sowie in Russland und der Ukraine legal. 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