{"id":9880,"date":"2012-08-24T17:17:54","date_gmt":"2012-08-24T15:17:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=9880"},"modified":"2021-09-15T20:47:48","modified_gmt":"2021-09-15T18:47:48","slug":"suffizienz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/suffizienz\/","title":{"rendered":"Suffizienz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/krise\/konflikte\/schauinsland6bergstation-pan121115\/\" rel=\"attachment wp-att-15649\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15649\" title=\"schauinsland6bergstation-pan121115\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115.jpg 637w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/schauinsland6bergstation-pan121115-180x66.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wie-in-jedem-jahr-wie-immer\/\">Wie in jedem Jahr \u2013 wie immer<\/a>\u00a0(12.2.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/konsum\/\">Kleiderwahn f\u00fchrt zum \u201eKollaps des Systems\u201c: 60 Klamotten pro Kopf<\/a>\u00a0(5.2.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zeit-geld-konsum-fastenzeit\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zeit-geld-konsum-fastenzeit\/<\/a> (16.3.2017)<\/li>\n<li>Suffizienz statt Produktivit\u00e4t und Effizienz (21.10.2015)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zukunftsfaehigkeiten-suffizienz\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zukunftsfaehigkeiten-suffizienz\/<\/a> (10.2.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/einfach-leben-suffizienzpolitik\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/einfach-leben-suffizienzpolitik\/<\/a> (15.1.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/2014-wird-ein-gutes-jahr\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/2014-wird-ein-gutes-jahr\/<\/a>\u00a0(4.1.2014)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.online-adventskalender.info\/2012\/page.php?tag=3&amp;lang1=de\">https:\/\/www.online-adventskalender.info\/2012\/page.php?tag=3&amp;lang1=de<\/a>\u00a0Ist mehr wirklich mehr? (3.12.2012)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/suffizienz-sich-mit-dem-ausreichenden-begnuegen\/\">https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/suffizienz-sich-mit-dem-ausreichenden-begnuegen\/<\/a>\u00a0(1.9.2012)<\/li>\n<li>Angst vor Verlust treibt st\u00e4rker an als Gier auf Gewinn (27.11.2012)<\/li>\n<li>Suffizienz als konsequent gelebte Gelassenheit (26.11.2012)<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Die drei Strategien der Nachhaltigkeit:\u00a0Effizienz, Konsistenz und Suffizienz<\/li>\n<li>Begrenzen und Verteuern<\/li>\n<li>Buch: Weder Mangel noch \u00dcberma\u00df &#8211; Warum Suffizienz unentbehrlich ist<\/li>\n<li>\n<p align=\"left\">Wachstumsdebatte: Suffizienz als \u00dcberlebensfrage<\/p>\n<\/li>\n<li><a title=\"Dezentralisierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/dezentralisierung\/\">Dezentralisierung<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Effizienz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/effizienz\/\">Effizienz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/konsum\/\">Konsum<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Nachhaltigkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/nachhaltigkeit\/\">Nachhaltigkeit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Obsoleszenz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/obsoleszenz\/\">Obsoleszenz<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Rohstoffe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/rohstoffe\/\">Rohstoffe<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Sparsamkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/sparsamkeit\/\">Sparsamkeit als Prinzip<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Wegwerfkultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/wegwerfkultur\/\">Wegwerfkultur<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die drei Strategien der Nachhaltigkeit:\u00a0Effizienz, Konsistenz und Suffizienz\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em>Effizienz<\/em> will mehr aus den Ressourcen herausholen, Effizienzsteigerungen als Ziel gebietet die wirtschaftliche Logik. Die <em>Konsistenz<\/em> als Vereinbarkeit von Natur und Technik ist Kennzeichen der Industrial Ecology. Effizienz und Konsistenz zielen ab auf\u00a0die Erhaltung und sogar Steigerung des materiellen Wohlstandes. Mit der <em>Suffizienz<\/em> als dem &#8222;Sichbegn\u00fcgen mit dem Ausreichenden&#8220;\u00a0tut man sich schon schwerer, da sie auf ein\u00a0weniger materiell denn kulturell bestimmtes Verst\u00e4ndnis von Wohlstand abzielt &#8211; Suffizienz betrifft unser Verhalten, also die Einsicht des Einzelnen und einen\u00a0Wandel der Lebensstile.<br \/>\nTechnologie wie auch das Verhalten sind zu \u00e4ndern. Mit der Energiewende mu\u00df das gesamte Energiesystem umgestellt werden, weg von Atomkraft,\u00a0Kohle, \u00d6l und Erdgas, hin zu erneuerbaren Energiequellen &#8211; gewaltige Anforderungen an Effizienz und Konsistenz. Dar\u00fcber hinaus wird es noch gewaltiger: Auch unsere Bed\u00fcrfnisse m\u00fcssen mit Grenzen versehen,\u00a0neue Gewohnheiten gebildet und das Nichtbeanspruchen von Energiedienstleistungen verbindlich gemacht werden. Damit wird auch Suffizienz zum Gegenstand politischer Regelsetzungen.<br \/>\nEffizienz in Kombination mit Suffizienz ist besonders wirksam, wie z.B. beim Emissionshandel mit periodisch abgesenkter Obergrenze (Cap): Der Cap verteuert die Kilowattstunde und zwingt zu mehr Energieproduktivit\u00e4t und\u00a0 zur Verkleinerung der Motoren und Anlagen.<br \/>\nZum Erreichen der Klimaziele bzw. CO2-Einsparung m\u00fcssen Effizienz und Konsistenz durch Minderverbrauch von Energie erg\u00e4nzt\u00a0bzw. politisch durch Begrenzung und Preissteuerung durchgesetzt werden. Energiesuffizienz gibt Probleme auf:\u00a0Wie stark l\u00e4\u00dft sich der Energiebedarf\u00a0mindern? Soziale Auswirkungen? Werden wirklich die\u00a0Aren weniger hart getroffen als die Reichen? \u00d6kosteuern? Was ist im EU-Rahmen zu l\u00f6sen und was national?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Begrenzen und Verteuern<\/strong><\/p>\n<p>Werden wir unser Verhalten \u00e4ndern, uns suffizient verhalten, uns mit dem Ausreichenden begn\u00fcgen? Das Ausreichende ist abgeleitet am Vermeiden des Zuviel. Das Zuviel ist sch\u00e4dlich, da es andere wichtige Bed\u00fcrfnisse oder Ziele beeintr\u00e4chtigt. Dies wird leicht \u00fcbersehen, da die Beeintr\u00e4chtigung sich erst in der Zukunft auswirkt. Man kann also auch sagen, dass suffizientes Handeln aus dem Vermeiden des zuk\u00fcnftigen Schadens besteht. Wie auch immer &#8211; Suffizienz ist immer ein Gewinn: F\u00fcr den Einzelnen im reiferen Selbst, f\u00fcr den Privathaushalt im Beitrag des Konsums zu einem erf\u00fcllten Leben und f\u00fcr die Unternehmung in den besseren Zukunftschancen.<\/p>\n<p>Das bekannteste Instrument der Suffizienz sind die \u00d6kosteuern, \u00fcber deren Umfang, Nutzen und Ertrag, Schw\u00e4chen und Auswirkungen es breite Diskussionen gibt. Bei aller notwendigen Abw\u00e4gung wird die Besteuerung fossiler Energie unverzichtbar sein, wobei f\u00fcr ihre Akzeptanz entscheidend ist, die st\u00e4rkere Belastung der sozial Schwachen auszugleichen.<br \/>\nIm Verkehr ist Suffizienz unentbehrlich, weil dort am l\u00e4ngsten fossile Energie ben\u00f6tigt wird:\u00a0Begrenzung des Flottenverbrauchs der Autobauer.<br \/>\nSuffizienz bei der Ern\u00e4hrung. Der Verbrauch mit 88 kg pro Person und\u00a0Jahr von billigen und schlechtem Fleisch aus Massentierhaltung mu\u00df sinken, ggf. \u00fcber eine Fleischsteuer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Buch: Weder Mangel noch \u00dcberma\u00df &#8211; Warum Suffizienz unentbehrlich<\/strong><strong>\u00a0ist<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Weder Mangel noch \u00dcberma\u00df \u2013 diese Formel fordert materielle Teilhabe f\u00fcr alle ein, sucht und vertritt zugleich aber\u00a0 streitbar die Begrenzung des Wohlstandes auf ein rechtes Ma\u00df. Sie fasst damit das Anliegen dieses Buches pr\u00e4gnant zusammen. Der Autor warnt vor L\u00f6sungen, die allein auf technologische Effizienz bauen, ganz gleich wie attraktiv und intelligent sie sein m\u00f6gen. Denn sie werden in ihrer Durchsetzung und Wirkung \u00fcbersch\u00e4tzt und\u00a0 verhindern weder \u00dcberma\u00df noch ungerechte Verteilung. Dagegen hilft Suffizienz (von lat. sufficere \u2013 ausreichen) als Strategie zur ma\u00dfvollen Ressourcennutzung unsere Bed\u00fcrfnisse auf das menschliche Ma\u00df zu konzentrieren. Doch wie lernen Gesellschaften das? Was steht dem Wandel zur Zukunftsf\u00e4higkeit im Wege? Wie l\u00e4sst er sich f\u00f6rdern? Hierzu entsteht gerade eine gesellschaftliche Debatte und auch Entscheidungstr\u00e4ger stellen sich den Themen Wachstum und Wohlstand zunehmend kritisch.<br \/>\nAls Dr. Manfred Linz zum Team des Wuppertal Instituts in dessen Anfangsjahren stie\u00df, hatte er seine &#8222;Broterwerbslaufbahn&#8220; bereits hinter sich: Er studierte Theologie und Sozialwissenschaften, war wissenschaftlicher Assistent an der Universit\u00e4t Hamburg sowie leitender Rundfunkredakteur beim NDR und WDR. Seit 20 Jahren nun befasst sich Manfred Linz am Wuppertal Institut mit dem Thema \u00d6ko-Suffizienz und Lebensqualit\u00e4t. Im M\u00e4rz diesen Jahres wurde Dr. Manfred Linz 85 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat das Wuppertal Institut eine Sammlung seiner wichtigsten\u00a0Aufs\u00e4tze heraus, die Manfred Linz in dem Buch &#8222;Weder Mangel noch \u00dcberma\u00df &#8211; Warum Suffizienz unentbehrlich ist&#8220; zusammengestellt hat.\u00a0Manfred Linz,\u00a0\u00a0 Weder Mangel noch \u00dcberma\u00df &#8211; Warum Suffizienz unentbehrlich ist&#8220;<br \/>\nOekom Verlag, Sept 2012,\u00a0\u00a0146 Seiten, 19,95 EUR,\u00a0ISBN 978-3-86581-399-2 <a href=\"https:\/\/www.wupperinst.org\/info\/entwd\/index.html?beitrag_id=2085\">https:\/\/www.wupperinst.org\/info\/entwd\/index.html?beitrag_id=2085<\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Von nichts zu viel &#8211; Suffizienz geh\u00f6rt zur Zukunftsf\u00e4higkeit<br \/>\nWuppertal Institut Nr. 125, Dezember 2002<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wupperinst.org\/uploads\/tx_wibeitrag\/WP125.pdf\">https:\/\/www.wupperinst.org\/uploads\/tx_wibeitrag\/WP125.pdf<\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Wachstumsdebatte: Suffizienz als \u00dcberlebensfrage<\/strong><\/p>\n<p>Allein mit Effizienz und neuen Technologien l\u00e4sst sich das Energie- und Klimaproblem nicht l\u00f6sen. Nach den g\u00e4ngigen Energiewende- und Klimaschutzszenarien sind bei einer geschickten Politik keine Einschnitte im Lebensstandard zu erwarten. Doch ohne den Konsum von fossilen Kraft- und Brennstoffen sowie von Fleischprodukten zu begrenzen, ist die Wende nicht zu schaffen. Auch wenn politische Mehrheiten f\u00fcr eine Suffizienzstrategie noch nicht absehbar sind, m\u00fcssen die Grundlagen daf\u00fcr jetzt erarbeitet werden.<br \/>\nManfred Linz, Wuppertal Institut., mehr auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sonnenseite.com\/Zukunft,Wachstumsdebatte-+Suffizienz+als+Ueberlebensfrage,17,a21992.html\">https:\/\/www.sonnenseite.com\/Zukunft,Wachstumsdebatte-+Suffizienz+als+Ueberlebensfrage,17,a21992.html<\/a><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Durchschnittsdeutscher besitzt 10.000 pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde: Klamotten, M\u00f6bel, Schuhe, N\u00e4hnadeln, Kaffeel\u00f6ffel, Kugelschreiber, Seifen, Schrauben, &#8230;. Und es werden immer mehr, wir sammeln an, horten, kaufen, ordnen ein, schleppen an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Suffizienz statt Produktivit\u00e4t und Effizienz<\/strong><br \/>\nUm der Wachstumsfalle zu entkommen, sollte auch die Landwirtschaft diese b\u00e4uerlichen Grundwerte wieder lernen, r\u00e4t der Ethiker Thomas Gr\u00f6bly. Beim Erntedankgespr\u00e4ch am 25.September 2015 erkl\u00e4rte er,<br \/>\nAus Ernten und Essen ist ein gro\u00dfes, gewaltt\u00e4tiges Gesch\u00e4ft entstanden, das von Wenigen kontrolliert wird. Frei ist in diesem neoliberalen System nur, wer im Handel die gr\u00f6\u00dfte Macht hat. Der globale Agrarfreihandel ist also ein Etikettenschwindel. Der ideale Konsument in diesem System ist der, der alles kaufen muss, also abh\u00e4ngig ist. Diese Art von Marktwirtschaft setzt nicht nur Bauern unter Druck, sondern Natur, Forschung, Demokratie und arme L\u00e4nder ebenso.<br \/>\nWachstum ist das Credo (Glaubensbekenntnis) dieses Systems, das auch die Landwirtschaft voll im Griff hat. Doch die Steigerung der Produktivit\u00e4t f\u00fchrt \u00fcber mehr Menge zu Preisdruck und in die Wachstumsfalle, im Volksmund &#8222;Wachsen und Weichen&#8220;. Effizienz hei\u00dft deshalb das neue Schlagwort, was hei\u00dft, dass mit weniger Input (an Ressourcen) das Wachstum gesichert werden soll. Aber auch diese Rechnung geht nicht auf, weil mehr neue (gr\u00fcne) Produkte wiederum zu mehr Ressourcenverbrauch (neudeutsch Reboundeffekt) und Preisdruck f\u00fchren. Beispielsweise stecken Biolandbau wie Energiewende an dieser Stelle in der Wachstumsfalle.<br \/>\nDer Ausweg aus der Wachstumsfalle beginnt mit der Akzeptanz unserer beschr\u00e4nkten Ressourcen. Die wichtigste Ressource ist der Boden, von dem wir unsere Nahrung ernten. Ist die Trockenheit in den letzten Monaten eine Warnung? Oder auch die neue V\u00f6lkerwanderung? Im Interesse unserer Welt bleibt nichts anderes \u00fcblich, <strong>die gewaltt\u00e4tigen Konzepte der Produktivit\u00e4t und Effizienz durch Suffizienz abzul\u00f6sen<\/strong>. Suffizienz bedeutet Entschleunigung und Entkommerzialisierung oder ein Lebensstil mit dem rechten Ma\u00df. Der Trend zum lokalen Essen darf also nicht Werbung im globalen Handel bleiben. Hoffnung machen hier die Bewegungen aus den St\u00e4dten vom G\u00e4rtnern bis zu vielen neuen Formen sozialer Landwirtschaft (Urban Gardening), die dem Ernten neue Wertsch\u00e4tzung geben. Anstatt dem Wettbewerb im globalen Handel nachzulaufen, gilt es, neue suffiziente Lebensstile mitzugestalten.<br \/>\n21.10.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Suffizienz als konsequent gelebte Gelassenheit<\/strong><\/p>\n<p>Vor 700 Jahren f\u00fchrte Meister Eckhart das Wort &#8222;Gelassenheit&#8220; (damals geschrieben gelazenheit) in die deutsche Sprache ein. Gelassen kommt von lassen. Dinge, die bisher die eigene Lebensweise pr\u00e4gten, hinter sich lassen, von Gewohnheiten loslassen, sie sein lassen, unterlassen, das eigene Ego loslassen, sich losl\u00f6sen, wie um Ballast abzuwerfen. Dazu schreibt Meister Eckart der Gelassenheit eine zweite Bedeutung zu: Mit dem Loslassen der materiellen Dinge schafft man Freiraum, um sich auf etwas Neues\u00a0einlassen zu k\u00f6nnen mit einer immaterieller Dimension: &#8222;Lausche auf das Wunder!&#8220; Man erh\u00e4lt Zugang zur F\u00fclle des Seins, zur Gl\u00fcckseligkeit\u00a0 bzw. Beatitudo.<br \/>\nDer Todtnauberger Philisoph Martin Heidegger hat\u00a0den Versuch unternommen, die Gelassenheit ins 20.Jahrhundert zu \u00fcbertragen. Er f\u00fcgt dem Loslassen sowie Einlassen von Meister Eckhart eine dritte Dimension hinzu: Die Dinge um uns herum, also die Umwelt, schonen, d.h. in ihrem Wesen belassen. Er sieht den Menschen als H\u00fcter des Seins. Dieses Belassen ist f\u00fcr Heidegger kein Absturz in die Kargheit noch in die Verelendung. Das \u00dcberfl\u00fcssige und Zerst\u00f6rerische aus dem eigenen Leben streichen ist kein Absturz. &#8222;Der Verzicht nimmt nicht.&#8220; schrieb er 1953.<br \/>\nMit den drei Dimensionen &#8222;Loslassen des Ego&#8220;, &#8222;Sich einlassen auf Neues&#8220; und &#8222;Die Umwelt belassen&#8220; r\u00fcckt die Gelassenheit in den Horizont der <a title=\"Nachhaltigkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/nachhaltigkeit\/\">Nachhaltigkeit<\/a> mit seinen Aspekten Konsistenz, Effizienz und Suffizienz. Was denn ist\u00a0<em>Suffizienz<\/em>\u00a0als das &#8222;Sichbegn\u00fcgen mit dem Ausreichenden&#8220; anderes als konsequent gelebte Gelassenheit. Meister Eckart w\u00fcrde sich freuen: \u00d6kologen und Umweltsch\u00fctzer des 21.Jahrhunderts als Verfechter seiner 700j\u00e4hrigen Gelassenheit.<br \/>\n26.11.2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angst vor Verlust treibt st\u00e4rker an als Gier auf Gewinn<\/strong><\/p>\n<p>Der Raubbau an den <a title=\"Rohstoffe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/rohstoffe\/\">Rohstoffen<\/a> geht weltweit ungebremst weiter und die damit verbundene Jagd nach den knapper werdenden Recourcen macht uns krank. Die Ersch\u00f6pfung der Rohstofflager geht einher mit Einsch\u00f6pfungszust\u00e4nden der Gesellschaft &#8211; individuell mit Stress und Burnout wie auch kollektiv mit Demokratie- und\u00a0Politikverdrossenheit\u00a0 Jeder kennt &#8222;Peak-Oil&#8220;, jeder sp\u00fcrt: &#8222;So kann es nicht weitergehen&#8220;.<br \/>\nDer Nobelpreistr\u00e4ger Daniel Kahnemann ist der Ansicht, dass weniger die Gier nach noch mehr Gewinn uns leitet und\u00a0antreibt, sondern mehr die Angst vor dem Verlust. Und Verlustangst kennt jeder: Der Beamte auf seine \u00fcberh\u00f6hten Pension, der Transfergewohnte auf Hartz IV, der Mobile auf seinen 170 PS starken 6-Zylinder-Pkw, der Warmduscher auf seine allmorgendliche 5-Minuten-Bew\u00e4sserung, der Vielflieger auf seine vier Urlauben pro Jahr, der Social-Media-Elektroniker\u00a0auf seine Stand-by-Umgebung, wir sind in unserem Anspruchsdenken gefangen.<\/p>\n<p>Hat Kahnemann recht, dann kommt der Suffizienz als dem\u00a0&#8222;Sichbegn\u00fcgen mit dem Ausreichenden&#8220; heute eine zentrale Bedeutung zu zur \u00dcberwindung der Verlustangst. Vermeiden, Reduzieren und Einsparen sind Schl\u00fcssel jeder Nachhaltigkeitsstrategie. Das Zerst\u00f6rerische und \u00dcberfl\u00fcssige aus dem eigenen Leben streichen bzw. erst gar nicht erzeugen, erleichtert und befreit. Das \u00fcberh\u00f6hte Anspruchsdenken hinterfragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in jedem Jahr \u2013 wie immer\u00a0(12.2.2021) Kleiderwahn f\u00fchrt zum \u201eKollaps des Systems\u201c: 60 Klamotten pro Kopf\u00a0(5.2.2021) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zeit-geld-konsum-fastenzeit\/ (16.3.2017) Suffizienz statt Produktivit\u00e4t und Effizienz (21.10.2015) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/zukunftsfaehigkeiten-suffizienz\/ (10.2.2014) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/einfach-leben-suffizienzpolitik\/ (15.1.2014) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/2014-wird-ein-gutes-jahr\/\u00a0(4.1.2014) https:\/\/www.online-adventskalender.info\/2012\/page.php?tag=3&amp;lang1=de\u00a0Ist mehr wirklich mehr? (3.12.2012) https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/suffizienz-sich-mit-dem-ausreichenden-begnuegen\/\u00a0(1.9.2012) Angst vor Verlust treibt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/suffizienz\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":2250,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9880","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9880"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94829,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9880\/revisions\/94829"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}