{"id":98404,"date":"2022-02-06T19:17:44","date_gmt":"2022-02-06T18:17:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=98404"},"modified":"2026-08-18T12:48:48","modified_gmt":"2026-08-18T10:48:48","slug":"afrika-helfersyndom","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-helfersyndom\/","title":{"rendered":"Afrika-Helfersyndom"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0\u00a0&gt;<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Afrika-Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-migration\/\">Afrika-Migration<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/\">Entwicklungshilfe<\/a> &gt;Afrika-Helfersyndrom<\/p>\n<div id=\"attachment_63482\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-63482\" class=\"size-full wp-image-63482\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/natursteinmauer1fr-pan161201-180x80.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-63482\" class=\"wp-caption-text\">15 Afrikaner aus Gambia und Nigeria bauen in Freiburg eine Trockenmauer in FR-Lehener Strasse mit Jochen Schmidt 1.12.2016<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">anklicken<\/span>\u00a0oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li>Thomas Sankara: Der Mann, der der Entwicklungshilfe gef\u00e4hrlich wurde (18.8.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afrikahilfe-knowhow-statt-geld\/\">Afrikahilfe: Knowhow statt Geld<\/a>\u00a0(16.8.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/seenotrettung\/\">Sea-Watch: Statt Seenotrettung: nein \u2013 K\u00e4mpfer nach Europa schleusen: ja<\/a>\u00a0(21.7.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/opferoekonomie\/\">Opfer\u00f6konomie: Der antisoziale Sozialstaat<\/a>\u00a0(25.5.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zusammenarbeit\/\">Ahmet Refii Dener zu Afrika: Deutschland zahlt, China investiert<\/a> (24.4.2026)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/humanitaere-hilfe-usaid-unrwa\/\">Humanit\u00e4re Hilfe USAid UNRWA<\/a>\u00a0(1.7.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/auslandshilfe\/\">Eine afrikanische Stimme zum R\u00fcckzug von USAID<\/a> (25.3.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/\">SPD-Ministerin Schulze: Kritik an Entwicklungshilfe \u201erechtsradikal\u201c und voller \u201eL\u00fcgen\u201c<\/a> (12.4.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zusammenarbeit\/\">\u201e20.000 wilde Elefanten f\u00fcr Deutschland\u201c \u2013 Botswana w\u00fctend auf Umweltministerin Lemke<\/a> (2.4.2024)<\/li>\n<li>Volker Seitz: Fernstenliebe ist leichter als N\u00e4chstenliebe (3.2.2022)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zusammenarbeit\/\">Afrika-Zusammenarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/sozialstaat\/opferoekonomie\/\">Opfer\u00f6konomie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Thomas Sankara: Der Mann, der der Entwicklungshilfe gef\u00e4hrlich wurde<\/strong><br \/>\n&#8222;Geld und westliche Nahrungsmittelhilfe blockieren die lokale Landwirtschaft&#8220;<br \/>\nIm Rahmen der offiziellen Unabh\u00e4ngigkeitsfeiern in Burkina Faso gab es am Donnerstag, dem 6. August, zum zehnten Mal eine Gedenkzeremonie f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten Thomas Sankara und seine zw\u00f6lf Weggef\u00e4hrten, die gemeinsam mit ihm ums Leben kamen. Thomas Sankara hatte die Machtinteressen Frankreichs und die \u201eguten Absichten\u201c der Helferindustrie empfindlich gest\u00f6rt. Das hatte Folgen.<br \/>\n.<br \/>\nUm das Andenken an Thomas Sankara lebendig zu erhalten, wurde der Bau eines Mausoleums mit insgesamt 14 Statuen angek\u00fcndigt. Zw\u00f6lf davon sollen Sankaras Wegbegleitern gewidmet werden, eine weitere dem \u201eEhrenpr\u00e4sidenten\u201c Jerry John Rawlings (Pr\u00e4sident von Ghana 1981\u20132001). (Wie sein Freund Sankara gab sich Rawlings volksnah, verzichtete auf Statussymbole und hatte wegen seiner am Gemeinwohl orientierten Politik einen Kultstatus bei der armen Bev\u00f6lkerung.) \u00dcberdies sollen auch eine Bibliothek und ein Amphitheater f\u00fcr 3.000 Personen entstehen. Der Staat \u00fcbernimmt 60 Prozent der Kosten von 180 Millionen Euro. Der verbleibende Rest soll \u00fcber Spenden der Bev\u00f6lkerung und der Diaspora zusammenkommen( \u201eMa brique pour Sankara\u201c\/\u201eMein Baustein f\u00fcr Sankara\u201c). Da er bis heute als Symbol f\u00fcr Integrit\u00e4t, Antikolonialismus und Patriotismus gilt, zweifle ich nicht, dass insbesondere die Diaspora es nicht an Unterst\u00fctzung fehlen lassen wird.<br \/>\nThomas Sankara wurde 1949 in der damaligen franz\u00f6sischen Kolonie Obervolta geboren. Wie sein Vater, der in der franz\u00f6sischen Armee gedient hatte, schlug er nach der Unabh\u00e4ngigkeit des Landes eine milit\u00e4rische Laufbahn ein. Er beteiligte sich an dem unblutigen Putsch seines Freundes Blaise Compaor\u00e9 und wurde 1983 der f\u00fcnfte Pr\u00e4sident Obervoltas. Er \u00e4nderte den Namen in Burkina Faso (Land der Aufrechten). 1987 wurde er mit Wissen seines Weggef\u00e4hrten Compaor\u00e9 umgebracht. Nach Sankaras gewaltsamem Tod wurde dieser zum Pr\u00e4sidenten ernannt und blieb es bis 2014, wo er durch einen Volksaufstand verjagt wurde. Heute wird Thomas Sankara in vielen afrikanischen L\u00e4ndern als Held gefeiert. Er hatte einen ehrlichen Reformwillen, der bis heute noch Millionen, vor allem junge Menschen in Afrika inspiriert.<\/p>\n<p><em><strong>Welche Reformen brachte Sankara auf den Weg?<\/strong><\/em><br \/>\nRadikaler Sparkurs: Er senkte die Geh\u00e4lter von Politikern, Beamten (inklusive seines eigenen Gehaltes ) und ersetzte Dienstwagen der Minister durch einfache Kleinwagen (Renault 5) ohne Fahrer.<br \/>\n( Sankara war von einem unbestreitbaren Idealismus geleitet. Er lie\u00df sich als Pr\u00e4sident nur das Gehalt eines Armee-Hauptmannes von 138.000 CFA-Francs ( ca. 450 US-Dollar) auszahlen.) Nach seinem Tod hinterlie\u00df er als pers\u00f6nlichen Besitz einen gebrauchten Renault 5, vier Fahrr\u00e4der und drei Gitarren.)<br \/>\nEine Bodenreform: Um die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung zu st\u00e4rken, verteilte er Land direkt an Kleinbauern. Durch Anbauprogramme und Bew\u00e4sserung steigerte er die nationale Produktion von Nahrungsmitteln, um teure Importe zu ersetzen.<br \/>\nF\u00f6rderung der Frauen in politischen \u00c4mtern und im Milit\u00e4r. Weibliche Genitalverst\u00fcmmelung, Kinderehe, Polygamie und Zwangsheirat wurden verboten.<br \/>\nDie l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung von 15 bis 50 Jahren erhielt ab 1986 Grundbildungsunterricht (l&#8217;Op\u00e9ration Alfa) in den lokalen Sprachen. Die Alphabetisierungsrate stieg in kurzer Zeit von unter 10 % auf \u00fcber 70 % in den betreuten Regionen. Gleichzeitig wurden Schulen und Basisgesundheitsstationen in den D\u00f6rfern aufgebaut. Mit einer gro\u00dfen Impfkampagne wurden innerhalb weniger Monate Kinder gegen Masern, Meningitis und Gelbfieber geimpft.<\/p>\n<p>Die lokale Produktion von Textilien, um Importe zu ersetzen, wurde gef\u00f6rdert. Es durfte ausschlie\u00dflich im Inland angebaute Baumwolle verwendet werden. Schul- und Milit\u00e4runiformen wurden gesetzlich auf heimische Baumwollstoffe umgestellt. Vor seinem Putsch produzierte Burkina Faso unter franz\u00f6sischer Kontrolle gro\u00dfe Mengen Baumwolle. Diese wurde billig und unverarbeitet nach Europa exportiert. Dort zu teurer Kleidung verarbeitet und zur\u00fcckverkauft. Die Franzosen halfen in ihren ehemaligen Kolonien nicht dabei, eigene Fabriken aufzubauen, sondern hielten auch Burkina Faso in einer dauerhaften Rolle als abh\u00e4ngiger Konsument westlicher Waren.<\/p>\n<p><em><strong>Billigte Frankreich die Ermordung?<\/strong><\/em><br \/>\nDurch seine extremen Sparma\u00dfnahmen (K\u00fcrzung der Geh\u00e4lter, Abschaffung von teuren Dienstwagen und sonstiger Privilegien) verlor er R\u00fcckhalt bei seinen fr\u00fcheren Mitstreitern. Sie sahen ihre eigene Macht gef\u00e4hrdet. Frankreich unter Fran\u00e7ois Mitterrand sah seine Vormachtstellung in Westafrika gef\u00e4hrdet. Nachbarstaaten wie die C\u00f4te d\u2019Ivoire f\u00fcrchteten das \u00dcbergreifen der Revolution auf ihr Land. Es wird vermutet, dass Frankreich den Putsch und die Ermordung von Thomas Sankara billigte. Zahlreiche historische Indizien und Zeugenaussagen deuten auf eine aktive Rolle oder zumindest logistische Sch\u00fctzenhilfe des damaligen franz\u00f6sischen Auslandsgeheimdienstes DGSE und des ber\u00fcchtigten afrikanischen Netzwerkes von Jacques Foccart (Francafrique) hin. Jedenfalls war Mitterrand nicht ungl\u00fccklich, dass Blaise Campaor\u00e9 sofort die Macht \u00fcbernahm und viele Reformen Sankaras r\u00fcckg\u00e4ngig machte. Beispiel: Sankaras striktes Verbot f\u00fcr den Import westlicher Konsumg\u00fcter und Lebensmittel schadete den franz\u00f6sischen Exporten. Der gehorsame Partner Campaor\u00e9 machte diese Verbote r\u00fcckg\u00e4ngig. Compaor\u00e9 regierte das Land f\u00fcr 27 Jahre mit harter Hand, bis er 2014 aufgrund von Volksprotesten das Land fluchtartig mithilfe Frankreichs in Richtung C\u00f4te d\u2019Ivoire verlassen musste. Ein Milit\u00e4rgericht in Burkina Faso verurteilte Campaor\u00e9 2022 \u2013 in Abwesenheit \u2013 f\u00fcr seine Rolle bei der Ermordung Sankaras und seiner 12 Mitarbeiter und Leibw\u00e4chter zu lebenslanger Haft.<\/p>\n<p><em><strong>Wie hat die Entwicklungshilfeindustrie auf Thomas Sankara reagiert?<\/strong><\/em><br \/>\nSankara lehnte die klassische Entwicklungshilfe und Kredite als Werkzeuge des Neokolonialismus ab. Die Gebergemeinschaft reagierte mit diplomatischem Druck und wirtschaftlichen Sanktionen, da er die Strukturanpassungsprogramme des IWF ablehnte und stattdessen auf Eigenst\u00e4ndigkeit und nationale Selbstversorgung setzte. Der IWF, die Weltbank und westliche Regierungen wie Frankreich sahen in ihm eine Bedrohung f\u00fcr ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss in Westafrika.<br \/>\nVon Frankreich unterst\u00fctzte Nachbarl\u00e4nder wie die C\u00f4te d\u2019Ivoire und Togo erschwerten den Transit von G\u00fctern von und nach Burkina Faso. Als Binnenland war es existenziell auf deren H\u00e4fen angewiesen. Im sogenannten Weihnachtskrieg 1985 mit dem Nachbarland Mali um den mineralienreichen Agacher-Streifen (die vermuteten Mineralien waren allerdings nicht so ertragreich wie erhofft) unterst\u00fctzte vor allem Frankreich Mali in diesem Grenzkonflikt politisch und logistisch, um Sankaras Milit\u00e4rregierung zu schw\u00e4chen. Der Streit wurde 1986 vor dem IGH in Den Haag verhandelt und das Gebiet wurde zu gleichen Teilen aufgeteilt.<br \/>\nUnmittelbar nach der Ermordung von Thomas Sankara akzeptierte Campaor\u00e9 die Bedingungen der ausl\u00e4ndischen Geber. Damit kehrte das Land zu den Programmen der Weltbank und des IWF zur\u00fcck, und auch die GTZ (heute GIZ) er\u00f6ffnete ein offizielles B\u00fcro in Ouagadougou.<\/p>\n<p><em><strong>Warum war Thomas Sankara f\u00fcr die Entwicklungshilfe-Gesch\u00e4fte gef\u00e4hrlich?<\/strong><\/em><br \/>\nThomas Sankara war f\u00fcr die klassische Entwicklungshilfeindustrie gef\u00e4hrlich, weil er durch konkrete Erfolge bewies, dass ein afrikanisches Land ohne ihre Gelder, ohne ihre \u201eExperten\u201c und ohne ihre Kredite nicht nur \u00fcberleben, sondern sich auch bescheiden entwickeln kann. Indem er die Geber \u00fcberfl\u00fcssig machte, entzog er ihnen die moralische und politische Existenzberechtigung und bedrohte ein bis heute hochprofitables System.<br \/>\nIn nur vier Jahren erreichte Sankara durch massive Mobilisierung der Bev\u00f6lkerung, den Bau von Bew\u00e4sserungsanlagen und die Verteilung von Land an Kleinbauern eine nahezu vollst\u00e4ndige Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln. Das zeigte, dass das Land nicht auf ausl\u00e4ndische Nahrungshilfe angewiesen war. Sankara warnte eindringlich vor Krediten von Weltbank und IWF, weil viele Staaten, die diese Kredite annahmen, ihre Bildungs- und Gesundheitssysteme drastisch k\u00fcrzen mussten (Strukturanpassungsprogramme), um Schulden zu bedienen. Entwicklungshilfe war f\u00fcr ihn ein Instrument geopolitischer Kontrolle und L\u00e4hmung der Eigeninitiative. Er war \u00fcberzeugt, dass, wer die Ern\u00e4hrung seiner Bev\u00f6lkerung nicht selbst kontrollieren konnte, erpressbar sei (Entzug von Nahrungsmittelhilfe wie Getreide, Hirse und Reis\u00fcbersch\u00fcssen sowie Krediten). Er bewies, dass jahrelange westliche Nahrungsmittelhilfe nicht die Rettung vor dem Hunger war, sondern die Ursache daf\u00fcr, dass die lokale Landwirtschaft nie eigenst\u00e4ndig wachsen konnte.<\/p>\n<p>Klassische Entwicklungshilfe funktioniert noch heute so, dass ein Gro\u00dfteil der Gelder in Form von Geh\u00e4ltern an westliche Berater, Gutachter und Projektleiter zur\u00fcckflie\u00dft. Sankara setzte stattdessen auf das Wissen und die Arbeitskraft der eigenen Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nSind die Pers\u00f6nlichkeiten Thomas Sankara und Paul Kagame vergleichbar?<br \/>\nBeide, Thomas Sankara und Paul Kagame (Ruanda), gelten als disziplinierte, machtbewusste Reformer und beide haben die klassischen Erpressungsmechanismen der Betreuungsindustrie erfolgreich ausgehebelt. Beide fordern oder forderten eine Mobilisierung aus eigener Kraft. Eine echte Unabh\u00e4ngigkeit und wirtschaftlicher Fortschritt k\u00f6nnen nicht durch Millionenhilfen bzw. heute Milliardenhilfen von au\u00dfen entstehen, sondern durch inneren Reformwillen und die strikte Bek\u00e4mpfung von Korruption.<br \/>\nHelferorganisationen werden in Ruanda strikt kontrolliert und m\u00fcssen ihre Budgets sowie Zielsetzungen gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden transparent offenlegen. Hilfe wird nur dann geduldet, wenn sie Kapazit\u00e4ten vor Ort aufbaut, anstatt Abh\u00e4ngigkeiten zu zementieren. (In der \u00f6konomischen Realit\u00e4t f\u00fcttert in vielen afrikanischen L\u00e4ndern auch heute noch die \u201eHilfsindustrie\u201c eine l\u00e4hmende Wohlfahrtsmentalit\u00e4t und Korruption.)<br \/>\nBeide Staatschefs betonen bzw. betonten, dass internationale Entwicklungshilfe und Kredite keine Akte der N\u00e4chstenliebe sind, sondern Werkzeuge der politischen Kontrolle.<br \/>\nWenn Entwicklungshilfe an die Durchsetzung westlicher Gendervorstellungen oder gesellschaftlicher Programme gekoppelt wird, st\u00f6\u00dft dies inzwischen in weiten Teilen Afrikas auf Ablehnung. Ebenso w\u00e4chst die Kritik an westlichen Klimaprojekten gewaltig und wird von afrikanischen \u00d6konomen (z.B. James Irungu Mwangi aus Kenia) zunehmend als eine Form des \u201egr\u00fcnen Kolonialismus\u201c oder \u201eKlimaschutz-Imperialismus&#8220; angeprangert.<br \/>\nAlles vom 18.8.2026 von Volker Seitz bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/thomas_sankara\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/thomas_sankara<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Volker Seitz: Fernstenliebe ist leichter als <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/christliche-naechstenliebe\/\">N\u00e4chstenliebe<\/a><\/strong><br \/>\nDer australische Moralphilosoph Peter Singer, Professor in Princeton, wurde anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung seines Buches \u201eEffektiver Altruismus\u201c Suhrkamp, 2021 von der S\u00fcddeutschen Zeitung interviewt. Das von dem Journalisten Niklas Elsenbruch gef\u00fchrte Gespr\u00e4ch (SZ vom 16. Dezember 2021, Seite 12) ist spannend zu lesen. Auch wenn ich Singer entschieden widersprechen m\u00f6chte.\u00a0Seine Kernaussagen:\u00a0\u201eIch w\u00fcrde niemanden verurteilen, der einem Hungernden vor der eigenen Haust\u00fcr hilft, das ist eine menschliche Reaktion, die wir normalerweise r\u00fchmen. Aber besser w\u00e4re es, den anderen zu helfen.\u201c Und: \u201eTrotzdem gehen allein in den USA noch 90 Prozent aller Spenden an Organisationen, die nur im Inland arbeiten. Das hat mit Effektivit\u00e4t wenig zu tun. Hier m\u00f6chte ich eine Ver\u00e4nderung sehen.\u201c<\/p>\n<p>Meine Sicht ist, nach jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem Thema \u2013 besonders in Afrika und Armenien \u2013, genau entgegengesetzt. Dieses Bestreben, sich um alles in der Welt zu k\u00fcmmern, gern aber den engsten Bereich zu vernachl\u00e4ssigen, erschlie\u00dft sich mir nicht. Mildt\u00e4tigkeit beginnt zuhause. Als ich in Afrika t\u00e4tig war, galt das nat\u00fcrlich auch f\u00fcr mir bekannt gewordene Bed\u00fcrftige. Alle meine Bekannten haben ebenso gehandelt.<\/p>\n<p>Der \u201eHungernde vor meiner Haust\u00fcr\u201c (in Deutschland oder anderswo) ist mir wichtiger als weit entfernte N\u00f6te. Je weiter weg ein Problem, desto interessanter ist es f\u00fcr unsere Helfer. Au\u00dferdem ist es nat\u00fcrlich einfacher, etwas f\u00fcr \u201edie Armen\u201c zu tun (als abstrakter Begriff) als f\u00fcr \u201eden Armen\u201c.<\/p>\n<p>Wenn Hilfe mehr schadet als nutzt<br \/>\nVielleicht sollte die S\u00fcddeutsche dem altruistischen Professor eine \u00dcbersetzung des in derselben Zeitung erschienenen Essays der ausgewiesenen Afrika-Kennerin Judith Raupp \u201eWenn Hilfe mehr schadet als nutzt\u201c zukommen lassen (SZ 8.\/9. Januar 2022, Seite 22). Frau Raupp ist seit \u00fcber zehn Jahren in Goma im Osten der DR Kongo t\u00e4tig und bildet dort Journalisten aus. Die freie Journalistin Raupp beschreibt sehr anschaulich \u201ewie wenig bei jenen ankommt, deren Lebensbedingungen dadurch [Entwicklungshilfe] besser werden sollen. Und, dass gut gemeinte Hilfe manchmal sogar Schaden anrichten kann.\u201c Und: \u201eNach Jahrzehnten humanit\u00e4rer und entwicklungspolitischer T\u00e4tigkeit ist das Verh\u00e4ltnis zwischen einem Teil der Bev\u00f6lkerung und ausl\u00e4ndischen NGOs zerr\u00fcttet. Die Helfer kommen und gehen, doch Armut und Gewalt bleibt.\u201c<\/p>\n<p>Seit ich mich mit Entwicklungshilfe, besonders in Afrika, besch\u00e4ftige, gibt es \u2013 entgegen der Behauptungen der Profiteure aus dem \u201ehumanit\u00e4r-industriellen Komplex\u201c \u2013 nur eine unwillige Wirkungsmessung der \u00f6ffentlichen Gelder. Mit der Wahrheit ist es auch bei der Reform der Entwicklungshilfe so eine Sache. Die immer wieder suggerierte Wirkungsbeobachtung durch Monitoring und Evaluation hat sich eben nicht in der Breite etabliert. Aber erfolgreich ist jede Hilfe nur, wenn sie Eigendynamik und Gestaltungswillen ausl\u00f6st. Um dies zu \u00fcberpr\u00fcfen, brauchen wir eine unabh\u00e4ngige Wirksamkeitskontrolle nach Art des Rechnungshofes. Es geht nicht darum, wie viel Geld man in der Entwicklungshilfe ausgibt, sondern darum, wo und bei wem es landet, ob es eine bessere Politik bewirkt.<\/p>\n<p>Riesige Probleme sehe ich in den intransparenten Strukturen der \u201eHelferindustrie\u201c, die Marketing betreibt und selbst davon profitiert. Sie haben den Drang, unbedingt helfen zu wollen. Aber ein \u00dcberma\u00df an Hilfe l\u00e4hmt die Betroffenen, statt ihnen zu helfen. Der stetige Zuwachs an Mitteln ist zu einem Zwangskorsett geworden. Ich kenne sehr wenige afrikanische Regierungen, die f\u00fcr ihre Probleme eigene L\u00f6sungen erarbeiteten. Warum auch? Die Geber stehen doch Schlange, um helfen zu d\u00fcrfen. Ich pl\u00e4diere daf\u00fcr, nur noch dort zu helfen, wo Eigenleistungen kontrolliert eingebracht werden und wo die Initiative \u2013 anders als oft heute \u2013 von den Regierenden ausgeht. Was v\u00f6llig anderes sind nat\u00fcrlich kleine, private Initiativen.<\/p>\n<p>Einzig die Katastrophenhilfe, aber auch da nur bedingt, hat den Betroffenen etwas gebracht. Wir sind gut beraten, Katastrophenhilfe von Entwicklungshilfe zu unterscheiden, was nat\u00fcrlich impliziert, dass man dem armen Schlucker, der gerade ohne eigene Schuld sein Haus verloren hat, unmittelbar hilft \u2013 ob an der Ahr oder am Limpopo. Aber das ist ja genau nicht die Entwicklungshilfe.<\/p>\n<p>Kritiker aus Afrika haben keine Chance<br \/>\nDas Afrika-Bild wird von den sich selbst erhaltenden Hilfswerken und Helfern, die die Hilfe als Lebensjob betreiben, gepr\u00e4gt. Afrikanische Kritiker (nur eine kleine Auswahl) wie Axelle Kabou (Kamerun), Moeletsi Mbeki (S\u00fcdafrika), die \u00d6konomen George Ayittey (Ghana) und Themba Sono (S\u00fcdafrika), die Filmregisseure Jean-Marie T\u00e9no (Kamerun) und Aristide Tarnagda (Burkina Faso) sowie die Literaten Meja Mwangi (Kenia), Teju Cole, Wole Soyinka (beide Nigeria) und Jos\u00e9 Eduardo Agualusa (Angola) stehen mit ihren Einw\u00e4nden gegen die sogenannte Hilfe auf verlorenem Posten. Zu viele verdienen gut daran und niemand wird f\u00fcr das Versagen verantwortlich gemacht. Wir sollten endlich auf die Afrikaner h\u00f6ren, die die Entwicklung ihrer L\u00e4nder vorantreiben wollen und die uns sagen: \u201eEntwicklungshilfe ist in vielen L\u00e4ndern nicht die L\u00f6sung, sondern das Problem.\u201c<\/p>\n<p>Das Samariterverhalten des Nordens schw\u00e4cht oder zerst\u00f6rt die Anreize der Empf\u00e4nger zu eigenen Anstrengungen. Mit unserem Dauermitleid verst\u00e4rken wir nur eine Sozialhilfementalit\u00e4t. Theorien wie die der Benachteiligung Afrikas wegen der Tropenlage sind wenig stichhaltig, andere Kontinente mit \u00e4hnlichen Problemen haben den Sprung geschafft.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen weg von dem westlichen Helfersyndrom, hin zur Besinnung z.B. auf Afrikas eigene St\u00e4rken. St\u00e4ndig wachsende Geldstr\u00f6me von au\u00dfen l\u00f6sen die Armutsprobleme nicht, im Gegenteil. Die Umverteilung von Nord nach S\u00fcd zerst\u00f6rt Anreize, versch\u00fcttet oft lokale Potenziale und verf\u00fchrt gute Leute dazu, ihr Gl\u00fcck in der Entwicklungshilfe statt im Unternehmertum zu suchen. Wir m\u00fcssen uns Afrika ungezwungener n\u00e4hern, den Afrikanern zutrauen, dass sie ihre Schwierigkeiten selbst l\u00f6sen k\u00f6nnen. Fragen sollten wir uns, in Deutschland, in Europa, warum wir alle so scharf darauf sind, dass Subsahara weiter am Entwicklungstropf h\u00e4ngt. Viele Afrikaner sehen mittlerweile das westliche Gutmenschentum als militanten Egoismus. Wir sollten uns nicht berufen f\u00fchlen, das Leid \u00fcberall in der Welt zu lindern. Es \u00fcberfordert uns.<\/p>\n<p>Ich erwarte auch von keinem Afrikaner, sich mit meinen m\u00f6glichen Problemen zu besch\u00e4ftigen (auf die Idee kommt er aber auch gar nicht erst). Ich habe immer versucht, eher in meinem kleinen Bereich etwas Gutes zu tun. Dieses Bestreben des Moralphilosophen Peter Singer, sich um alles in der Welt zu k\u00fcmmern, gern aber den engsten Bereich zu vernachl\u00e4ssigen, ist mir v\u00f6llig fremd. Je \u00e4lter ich geworden bin, um so fassungsloser stehe ich vor der stets ge\u00e4u\u00dferten (und wohl von vielen auch geglaubten) Behauptung, man k\u00f6nne von au\u00dfen in anderen L\u00e4ndern Erhebliches bewegen, auch wenn die st\u00e4rksten politischen und wirtschaftlichen Kr\u00e4fte (und auch die Mentalit\u00e4ten) in den betreffenden L\u00e4ndern in ganz andere Richtungen gehen. Ich will ja nicht abstreiten, dass manche Projekte Menschen geholfen haben, aber es wird nie gegengerechnet, wie nachhaltig diese Erfolge sind und was das verehrte Gastland alles tut, um diese Nachhaltigkeit im Keim zu ersticken. Nach \u00fcber sechzig Jahren Unabh\u00e4ngigkeit in Afrika und jetzt zwei Generationen von Afrikanern, die dem kolonialen Joch entronnen sind und die segensreichen Auswirkungen der Selbstregierung genie\u00dfen d\u00fcrfen, halte ich es f\u00fcr unglaublich d\u00e4mlich, verlogen oder f\u00fcr letztlich rassistisch, zu meinen, das Resultat dieser sechzig Jahre entspr\u00e4che nicht dem, woran \u201edie Afrikaner\u201c selbst tatkr\u00e4ftig gearbeitet h\u00e4tten. Rassistisch, weil man ihnen quasi genetisch Dummheit oder zumindest Unm\u00fcndigkeit unterstellt.<\/p>\n<p>Paul Kagame, dessen Land Ruanda als Modellstaat f\u00fcr Afrika gesehen wird, spricht es deutlich aus: <em><strong>\u201eAfrika braucht keine Babysitter. Je weniger sich die Welt um Afrika k\u00fcmmert, umso besser geht es Afrika.\u201c<br \/>\n<\/strong><\/em><br \/>\n&#8230; Alles vom 3.2.2022 von Volker Seitze bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/fernstenliebe_ist_leichter_als_naechstenliebe\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/fernstenliebe_ist_leichter_als_naechstenliebe<\/a><\/p>\n<p><em>Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen f\u00fcr das deutsche Ausw\u00e4rtige Amt t\u00e4tig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und \u00c4quatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er geh\u00f6rt zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Bestsellers \u201eAfrika wird armregiert\u201c. Die aktualisierte und erweiterte 11. Auflage erschien am 18. M\u00e4rz 2021. Volker Seitz publiziert regelm\u00e4\u00dfig zu afrikanischen Themen und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge (z.B. \u201eWas sagen eigentlich die Afrikaner\u201c, ein Afrika-ABC in Zitaten).<\/em><\/p>\n<p>Einige Kommentare:<br \/>\n<strong>&#8230; das Unm\u00fcndigmachen<\/strong><br \/>\nD\u2019accord. Paternalismus dient immer vor allem dem Paternalisten. Ich empfehle da dringend Thomas Sowell, der das Unm\u00fcndigmachen der Schwarzen in den USA durch die Scheinhilfe staatlicher Sozialpolitik sehr klug aufdr\u00f6selt &#8211; oder Shelby Steeles \u201cWhite Guilt &#8211; How Black and Whites Together destroyed the Promises of the Civil Rights Era\u201d. Singer ist nicht ganz bei Trost. Ein b\u00f6sartiger Scharlatan. Andere Menschen k\u00fcnstlich in Abh\u00e4ngigkeit zu bringen, um sich selbst moralisch aufzuwerten, d\u00fcrfte eben das sein, womit Gesinnungsathleten sich ihren Platz im dritten Kreis der H\u00f6lle sichern. Verlogener geht es kaum.<br \/>\n3.2.2022 C.E.<\/p>\n<p><strong>\u201eAfrika braucht keine Babysitter.<\/strong><br \/>\nJe weniger sich die Welt um Afrika k\u00fcmmert, umso besser geht es Afrika.\u201c Sehe das auch so. Man hat Afrika zum ewigen Versorgungsfall erkl\u00e4rt. Es garantiert ein tolles Gef\u00fchl, seine abgetragene Kleidung f\u00fcr die \u201carmen Negerlein\u201d in Afrika zu spenden. Dabei zerst\u00f6rt das Zeug ganze Wirtschaftszweige. Da m\u00fcssen afrikanische Schneider, F\u00e4rber und Weber mit Tonnen von westlichem Gratis-Kleiderm\u00fcll konkurrieren. Wie soll da eine solide, eigenst\u00e4ndige Wirtschaft entstehen? Das ist in fast allen Bereichen \u00e4hnlich. Wie soll so afrikanisches Selbstbewusstsein entstehen? Bill Gates sagte einmal, man m\u00fcsse die Afrikaner impfen, um das Problem der \u00dcberbev\u00f6lkerung zu l\u00f6sen. Nein, er will nicht mit Impfungen t\u00f6ten, er will die Lebenserwartung von Kindern durch seine Impfungen erh\u00f6hen und hofft, dass die Afrikaner dann weniger Kinder in die Welt setzen werden. Eine naive Hoffnung, denn in Afrika gelten viele Kinder als Reichtum und als Lebensversicherung im Alter. Der Westen versorgt sie ja, so die fatale Annahme. Wenn die vielen Kinder nicht versorgt werden, ist halt \u201cder Westen\u201d schuld. Diese Annahme f\u00f6rdert die \u00dcberbev\u00f6lkerung noch! Afrika muss Eigenverantwortung \u00fcbernehmen! Afrika hat auch fruchtbare Regionen und begehrte Bodensch\u00e4tze. Die m\u00fcssen l\u00e4nder\u00fcbergreifend ihre Kapazit\u00e4ten selbst nutzen, die eigene Korruption bek\u00e4mpfen und ihre afrikanischen Angelegenheiten afrikanisch regeln. \u201cLiebe deinen N\u00e4chsten, wie dich selbst.\u201d N\u00e4chstenliebe setzt Eigenliebe voraus, erst dann kann man den N\u00e4chsten wirklich lieben und dann den Fernsten. Die christliche N\u00e4chstenliebe ist aus der Tora abgeleitet, wo sie sogar auf das eigene Volk reduziert ist: \u201eAn den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht r\u00e4chen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst. Ich bin JHWH.\u201c (Lev 19,18) W\u00fcrde das Prinzip so weltweit beherzigt, h\u00e4tten wir weniger Probleme.<br \/>\n3.2.2022, Th.Sch.<\/p>\n<p><strong>\u201cGesch\u00e4ft\u201d moraltriefender Aktivisten<\/strong><br \/>\nDieser Beitrag lenkt erneut den Blick darauf, dass die Entwicklungshilfe ein l\u00e4stiges Thema ist und deshalb zum \u201cGesch\u00e4ft\u201d moraltriefender Aktivisten werden konnte. Die \u00f6ffentliche Argumentation erfolgt moralbetont, die \u201cMenschlichkeit\u201d gebiete Hilfe, \u201cgerade wir Deutsche\u201d h\u00e4tten die Verpflichtung, Bu\u00dfe zu tun f\u00fcr die Verbrechen des Kolonialismus. Wenig differenzierte Ladenh\u00fcter, die deutlich machen, wie gering die Bereitschaft ist, aus Fehlern zu lernen oder einen kritischen Diskurs zuzulassen!<br \/>\nDass im Rahmen einer intransparenten globalistischen Kungelei der M\u00f6chtegern-Weltordner vom Schlage eines Gy\u00f6rgy Soros und seinen \u00fcberall auf der Welt agierenden NGOs Afrika geopolitischen und wirtschaftspolitischen Interessen geopfert wird, ist ein schlimmer aber berechtigter Verdacht! Die u.U. jahrzehntelang aktiven \u201cUN-Missionen\u201d zeigen das deutlich! Ein Doppelblindversuch steht naturgem\u00e4\u00df nicht zur Verf\u00fcgung, um diesen Verdacht zu erh\u00e4rten. Ob \u201cEntwicklungshilfe\u201d tats\u00e4chlich hilft, muss angezweifelt werden. Ich bin ersch\u00fcttert, dass heutige \u201cEntwicklungszusammenarbeit\u201d abertausende Ranger, Wildtiersch\u00fctzer, Abenteurer deutscher Zunge ern\u00e4hrt, deren \u201cEndpunkte\u201d nicht ausformuliert sind. Es ist auch nicht auszuschlie\u00dfen, dass nation building durch UN-Truppen neue Probleme, Feindseligkeiten und Stammesfehden hervorruft. Diese Art der \u201cEntwicklungshilfe\u201d erschwert ganz sicher eigene Entwicklungen der autochtonen Bev\u00f6lkerung oder macht sie g\u00e4nzlich unm\u00f6glich. Dass das ewig so bleiben wird, daf\u00fcr sorgen Berufsaltruisten wie die \u201c\u00c4rzte ohne Grenzen\u201d oder Fair-Trade-Konzerne und uferlos proliferierende NGOs. An Dr. Albert Schweizer, der heute gern als rassistischer Sonderling und verkappter Kolonialist \u201cangeschw\u00e4rzt\u201d wird, will sich niemand orientieren. Ich w\u00fcrde mich nicht wundern, sollten die Impftruppen des heiligen Bill Gates auch auf dem afrikanischen Kontinent ganz altruistisch unterwegs sein. Das Framing lautet \u201cFair Trade\u201d &#8211; von dieser Marke leben Weltkonzerne!<br \/>\n3.2.2022, A.R.<\/p>\n<p><strong>China &#8211; Leistung<\/strong><br \/>\nMan m\u00fcsste sich ja zur Abwechslung mal Gedanken machen, so wie die erzkommunistischen Kapitalisten aus China, wie man die Wirtschaft und die Menschen in Afrika voranbringt, in dem man sie dort unterst\u00fctzt, wo sie beginnen etwas leisten zu wollen und Freude an der Autonomie empfinden.<br \/>\nUnd nicht nur Geld zu verteilen, das man nie verdient hat, so wie die Entwicklungshelfer und Menschheitserl\u00f6ser aus Doitschland, die als Prediger des Guten, Wahren, Sch\u00f6nen durch die Lande ziehen. Gerd M\u00fcller war in diesem Zusammenhang ein besonders freigiebiger CSU-Politiker. Man suche nach \u201cgerd m\u00fcller youtube rede englisch\u201d.<br \/>\n3.2.2022, f.H.<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0\u00a0&gt;Afrika\u00a0&gt;Afrika-Migration &gt;Entwicklungshilfe &gt;Afrika-Helfersyndrom &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: Bitte\u00a0anklicken\u00a0oder runterscrollen Thomas Sankara: Der Mann, der der Entwicklungshilfe gef\u00e4hrlich wurde (18.8.2026) Afrikahilfe: Knowhow statt Geld\u00a0(16.8.2026) Sea-Watch: Statt Seenotrettung: nein \u2013 K\u00e4mpfer nach Europa schleusen: ja\u00a0(21.7.2026) Opfer\u00f6konomie: Der antisoziale Sozialstaat\u00a0(25.5.2026) Ahmet Refii Dener &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-helfersyndom\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":29664,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-98404","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98404"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":152820,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/98404\/revisions\/152820"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}