{"id":96326,"date":"2021-11-25T10:47:28","date_gmt":"2021-11-25T09:47:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=96326"},"modified":"2025-11-21T10:33:49","modified_gmt":"2025-11-21T09:33:49","slug":"freiburg1944heute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/freiburg1944\/freiburg1944heute\/","title":{"rendered":"Freiburg1944heute"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Regio\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/\">Regio<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Orte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/\">Orte<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/\">Freiburg<\/a> &gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/freiburg1944\/\">Freiburg1944<\/a> &gt;Freiburg1944heute<\/p>\n<div id=\"attachment_96332\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-96332\" class=\"size-full wp-image-96332\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-muenstertal-stohren-nebel21nov11pan.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-muenstertal-stohren-nebel21nov11pan.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-muenstertal-stohren-nebel21nov11pan-180x80.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><p id=\"caption-attachment-96332\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom Schauinsland \u00fcber Stohren und M\u00fcnstertal ins neblige Rheintal 11\/2021<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bomben-auf-freiburg-27-11-1944\/\">Bomben auf Freiburg 27.11.1944<\/a> (21.11.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/herdern\/\">B\u00fcrgerverein Herdern ehrt Hans Sigmund f\u00fcr sein Lebenswerk<\/a>\u00a0(7.10.2025)<\/li>\n<li>Am 27. November j\u00e4hrt sich die Bombardierung Freiburgs zum 80. Mal (23.11.2024)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/freiburg1944\/\">Bombardierung Freiburgs 27. 11.1944: Ausstellung im C-Punkt<\/a> (14.11.2024)<\/li>\n<li>Europaplatz\/Friedrichring: 1944 und heute (22.11.2021)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Am 27. November j\u00e4hrt sich die Bombardierung Freiburgs zum 80. Mal<\/strong><\/p>\n<p>Ein Freiburger Schicksalstag<br \/>\n<em>In den Abendstunden des 27. November 1944 ging das alte Freiburg im Feuersturm eines zwanzigmin\u00fctigen Gro\u00dfangriffs der britischen Royal Air Force zugrunde. Die Altstadt lag zu 80 Prozent in Tr\u00fcmmern, angrenzende Stadtteile waren schwer getroffen worden. Ein Drittel aller Wohnungen war zerst\u00f6rt oder stark besch\u00e4digt. Fast 3000 Tote waren allein nach dieser Nacht zu beklagen, dazu 9600 Verletzte. Am 27. November j\u00e4hrt sich dieser Schicksalstag Freiburgs zum 80. Mal. Auf dieser Sonderseite blicken wir zur\u00fcck auf die Ereignisse von damals und auf das Gedenken, das seither einen festen Platz im Jahresgang der Stadtgesellschaft hat.<br \/>\n<\/em><br \/>\nErstmals war Freiburg am 10. Mai 1940 von Bomben getroffen worden. Drei deutsche Flugzeuge auf dem Weg zu Zielen in Frankreich hatten ihre Bomben auf den St\u00fchlinger geworfen. 57 Menschen, darunter 21 Kinder zwischen drei und zehn Jahren, wurden get\u00f6tet. Die Reichsregierung in Berlin erkl\u00e4rte das Versehen zum Feindangriff und nutzte ihn f\u00fcr ihre Propaganda, unter anderem f\u00fcr die verheerende Bombardierung der britischen Stadt Coventry im November 1940.<\/p>\n<p>Bis in den Oktober 1943 blieb Freiburg von gr\u00f6\u00dferen Bombardements weitgehend verschont. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wogen sich in tr\u00fcgerischer Sicherheit und vertrauten auf Aussagen wie \u201eFreiburg ist doch Lazarettstadt\u201c, \u201eHier gibt es doch nichts Kriegswichtiges\u201c oder \u201eWer wird schon eine Universit\u00e4tsstadt angreifen?\u201c Friedlich, harmlos und fernab vom Fokus des Kriegsgeschehens \u2013 so sahen die Menschen in Freiburg ihre Heimatstadt.<\/p>\n<p><em>\u201eJeder kann sich sch\u00fctzen\u201c<\/em><br \/>\nAuch das Regime hatte den Menschen suggeriert: \u201eJeder kann sich vor den Bomben sch\u00fctzen.\u201c Schon kurz nach der \u201eMachtergreifung\u201c war hierf\u00fcr im April 1933 der \u201eReichsluftschutzbund\u201c gegr\u00fcndet worden, der die \u201eVolksgemeinschaft\u201c systematisch auf Angriffe k\u00fcnftiger Feinde vorbereiten sollte. Es fanden regelm\u00e4\u00dfige \u00dcbungen statt, Hausbesitzer wurden verpflichtet, die Keller als Luftschutzr\u00e4ume einzurichten, die f\u00fcr Neubauten obligatorisch wurden. Dachb\u00f6den mussten von Brandlasten befreit werden, und es war \u00fcberall L\u00f6sch- und Rettungsger\u00e4t bereitzuhalten. Jedermann bekam eine \u201eVolksgasmaske\u201c in Erwachsenen- und Kindergr\u00f6\u00dfen bis hin zum \u201eLuftschutzbettchen\u201c f\u00fcr S\u00e4uglinge und Kleinkinder, die vor Gasangriffen sch\u00fctzen sollten. In allen \u00f6ffentlichen Bauten waren die Wege zu den Luftschutzkellern mit Leuchtfarbe ausgeschildert, und \u00fcberall in der Stadt verwiesen Pfeile auf Fluchtwege zum Schlossberg oder in den Colombipark. Entlang der B\u00e4chle hatte man Gel\u00e4nder installiert, damit man bei ausgeschalteter Stra\u00dfenbeleuchtung sicher in die Schutzr\u00e4ume gelangte. Da Freiburg insgesamt als nicht sehr gef\u00e4hrdet galt, wurden hier im Gegensatz zu anderen St\u00e4dten kaum bombensichere Schutzbauten f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung geschaffen In der Verwaltung dagegen war man sich der drohenden Gefahren schon lange bewusst. Ma\u00dfnahmen zur Sicherung von Kulturgut hatten die Reichsbeh\u00f6rden in Berlin schon 1938 angeordnet; in Freiburg wurden bereits im Sommer 1939 wichtige Kunstwerke des Augustinermuseums eingelagert und die mittelalterlichen Glasfenster des M\u00fcnsters ausgebaut. Reichsweit war die Dokumentation des historischen Baubestands verf\u00fcgt worden. Das Freiburger Hochbauamt beauftragte 1943 die M\u00fcnchner Fotografin Ruth Gro\u00dfAlbenhausen, alle Altstadtstra\u00dfen systematisch aufzunehmen \u201edamit f\u00fcr den Fall eines Fliegerangriffes und einer Zerst\u00f6rung des Altstadtbildes photographische Unterlagen zur Hand sind\u201c.<\/p>\n<p><em>Ein ruhiger Fr\u00fchwintertag<\/em><br \/>\nDer 27. November 1944, ein Montag, war ein ruhiger und sch\u00f6ner Fr\u00fchwintertag, mit etwas Nebel, danach sonnig und recht kalt. Gegen Abend hatte der \u201eH\u00f6llent\u00e4ler\u201c als Windzug von S\u00fcdosten her eingesetzt \u2013 ein Umstand, der sp\u00e4ter die Richtung des Bombenteppichs be- einflussen sollte. Freiburg bereitete sich auf eine ruhige Nacht vor. Wie \u00fcberall im Reich herrschte Verdunklungspflicht, aber Lokale und Kinos hatten ge\u00f6ffnet und waren teilweise gut besucht.<\/p>\n<p><em> &#8222;Ein br\u00fcllendes Flammemeer&#8220;<\/em><br \/>\nDie meisten Menschen in der Stadt traf der vom Bomber Command in Gro\u00dfbritannien akribisch geplante und \u201eTigerfish\u201d genannte Luftangriff zwischen 19.55 und 20.18 Uhr nahezu unvorbereitet, zumal erst kurz zuvor Alarm gegeben wurde. Am Nachmittag des 27. November war Offenburg angegriffen worden, und man hatte nicht mit einem zweiten Angriff in der Region am selben Tag gerechnet. In zwanzig Minuten warfen 351 Flugzeuge \u00fcber 3000 Sprengbomben und mehr als 11.000 Brandbomben mit einem Gesamtgewicht von \u00fcber 1700 Tonnen \u00fcber Freiburg ab. In der Innenstadt w\u00fctete ein Feuersturm. Ein Zeitzeuge berichtete: \u201eDas Stadtzentrum war ein einziges tobendes, br\u00fcllendes, prasselndes, knatterndes Meer aus Flammen, das seine Wogen hoch in den Nachthimmel hinauf spritzte und quer durch die Stra\u00dfen schleuderte, das sich gar nicht rasend genug geb\u00e4rden konnte.\u201c<\/p>\n<p>Der Angriff hatte vor allem den historischen Stadtkern getroffen, von dem nur das Gebiet um Oberlinden und Schwabentor weitgehend verschont blieb. In der \u00fcbrigen Innenstadt, in der Neuburg, in Herdern und im St\u00fchlinger lagen ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in Tr\u00fcmmern. Schwer getroffen waren das Institutsviertel der Universit\u00e4t und das Klinikum. Auch der Hauptfriedhof war von Bomben gesch\u00e4digt worden, wie auch die Stadtteile Lehen und Betzenhausen. 2797 Menschen wurden allein an diesem Abend get\u00f6tet, etwa 9600 wurden verletzt. Fast 6000 Wohnungen waren total zerst\u00f6rt, 3500 schwer und 12.000 leicht besch\u00e4digt. Insgesamt konnte ein Drittel des Wohnungsbestands der Stadt nicht mehr genutzt werden. Gas-, Wasser und Stromversorgung waren vielerorts unterbrochen. Der Angriff hatte unersetzliche Kulturwerte vernichtet oder schwer gesch\u00e4digt, teils unmittelbar, teils bei Br\u00e4nden an den Tagen danach, die angesichts der mit Tr\u00fcmmern gef\u00fcllten Stra\u00dfe und der zerst\u00f6rten Infrastruktur nicht gel\u00f6scht werden konnten. Viele Menschen fl\u00fcchteten aus Angst vor weiteren Angriffen aus der schwer getroffenen Stadt, von deren 110.318 Einwohnern bei Kriegsbeginn nur noch 57.974 verblieben waren.<\/p>\n<p><em>Retter der Kathedrale<\/em><br \/>\nInmitten der zerst\u00f6rten Stadt erhob sich nahezu unbesch\u00e4digt der M\u00fcnsterturm, \u00fcber den der Dichter Reinhold Schneider noch zu Beginn 1944 geschrieben hatte:<br \/>\n.<br \/>\n<em>&#8222;Steh unersch\u00fctterlich, herrlich im Gem\u00fcte<\/em><br \/>\n<em>Du gro\u00dfer Beter glaubensm\u00e4chtiger Zeit! &#8230;<\/em><br \/>\n<em>Du wirst nicht fallen, mein geliebter Turm<\/em><br \/>\n<em>Doch wenn des Dichters Blitze Dich zerschlagen<\/em><br \/>\n<em>Steig&#8216; in Gebeten k\u00fchner aus der Erde!&#8220;<\/em><br \/>\n.<br \/>\nDie weitgehende Unversehrtheit des M\u00fcnsters nach dem Schreckenstag l\u00f6st noch heute ungl\u00e4ubiges Erstaunen aus, war aber nicht mehr und nicht weniger als ein ungeheurer Zufall. Zu den eigentlichen Rettern der Kathedrale wurde eine Gruppe junger Freiburger und Freiburgerinnen aus der M\u00fcnsterpfarrei und den angrenzenden Gemeinden, die zusammen mit franz\u00f6sischen Kriegsgefangenen in den Wochen nach dem Angriff das vom Luftdruck der Explosionen abgedeckte M\u00fcnsterdach mit neuen Ziegeln eindeckten und so Sch\u00e4den durch den strengen Winter 1944\/45 verhinderten<br \/>\n23.11.2024, Peter Kalchthaler<\/p>\n<p><em>Peter Kalchthaler war 1994 bis 2023 Leiter des Museums f\u00fcr Stadtgeschichte in Freiburg<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Europaplatz\/Friedrichring: 1944 und heute<\/strong><br \/>\n<strong>Nach dem Krieg war der Norden Freiburgs lange eine Tr\u00fcmmerlandschaft<\/strong><br \/>\nVon Peter Kalchthaler<br \/>\n<em>Das Quartier im Norden der Altstadt wurde beim Bombenangriff im November 1944 nahezu ausgel\u00f6scht. Der Neubau erfolgte zum Teil erst Jahre sp\u00e4ter.<\/em><br \/>\n.<br \/>\nViele Freiburgerinnen und Freiburger hatten sich 1944 auch im sechsten Kriegsjahr in tr\u00fcgerischer Sicherheit gewiegt. Schlie\u00dflich sei Freiburg nicht &#8222;kriegswichtig&#8220;, eine Universit\u00e4ts- und Lazarettstadt ohne gro\u00dfe Industrie. Zwar waren seit 1940 mehrfach Bomben gefallen, ein Fl\u00e4chenbombardement, wie es seit 1942 bereits die St\u00e4dte L\u00fcbeck, Hamburg oder K\u00f6ln getroffen hatte, konnte oder wollte man sich f\u00fcr Freiburg nicht vorstellen.<br \/>\nDie Institutionen sahen das durchaus realistischer. Bereits kurz nach der &#8222;Machtergreifung&#8220; der Nationalsozialisten 1933 war der Reichsluftschutzbund ins Leben gerufen worden, der die Bev\u00f6lkerung auf einen Luftkrieg vorbereiten sollte. Er wurde dank Zwangsverpflichtung zum gr\u00f6\u00dften Verein des Reichs. Da es in Freiburg kaum \u00f6ffentliche Luftschutzr\u00e4ume gab, wurden Keller entsprechend ausgestattet. Auf den Dachst\u00fchlen hatte L\u00f6schmaterial bereitzustehen, dessen Einsatz regelm\u00e4\u00dfig ge\u00fcbt wurde.<br \/>\nF\u00fcr Neubauten, wie f\u00fcr das 1935\/36 gebaute Verkehrsamt, und f\u00fcr gewerblich genutzte private Geb\u00e4ude waren Luftschutzkeller vorgeschrieben. Schon ein Jahr vor dem angeblich &#8222;\u00fcberraschenden&#8220; Kriegsausbruch 1939 wurden Kunstwerke aus dem M\u00fcnster und dem Augustinermuseum ausgelagert. Ab 1943 lie\u00df das st\u00e4dtische Hochbauamt, veranlasst durch die Reichsbeh\u00f6rden, die gesamte Altstadt systematisch dokumentieren, &#8222;damit f\u00fcr den Fall eines Fliegerangriffes und einer Zerst\u00f6rung des Altstadtbildes photographische Unterlagen zur Hand sind&#8220;, so Oberbaudirektor Joseph Schlippe in einem Schreiben wenige Wochen vor dem Luftangriff 1944.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-96329\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring1950-180x116.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring1950-180x116.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring1950-640x413.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring1950-768x496.jpg 768w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring1950.jpg 801w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><br \/>\nFr\u00fcher: Der Blick aus dem Leopoldring in die Friedrichstra\u00dfe (heute: Friedrichring) nach Westen entstand um 1950.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-96330\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring2021-180x122.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"122\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring2021-180x122.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/freiburg-europaplatz-friedrichring2021.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><br \/>\nHeute: Das 2017 er\u00f6ffnete Motel One ist bereits der zweite Nachfolge-Neubau nach der Zerst\u00f6rung des Eckhauses.<\/p>\n<p>Die Bomben des 27. November zerst\u00f6rten gro\u00dfe Teile des kurz zuvor noch weitgehend intakten, \u00fcber Jahrhunderte gewachsenen und ver\u00e4nderten Stadtbildes. Besonders schwer hatte es den Nordwesten und Norden des Stadtgebiets getroffen. Hier hatten Spreng- und Brandbomben ganze Arbeit geleistet. Vom M\u00fcnsterplatz mit dem weitgehend unzerst\u00f6rt gebliebenen M\u00fcnster ging der Blick nahezu frei zum Karlsplatz. Das seit etwa 1830 vor dem Ruineng\u00fcrtel der ehemaligen Festung entstandene Klinik- und Institutsviertel der Universit\u00e4t mit der benachbarten evangelischen Ludwigskirche lag v\u00f6llig in Tr\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Unter den Fotografen, die die Zerst\u00f6rung und den Wiederaufbau der Stadt dokumentiert haben, sticht Egon Fehrenbach (1908 bis 1999) hervor. Als Bewohner der Altstadt und Zeitzeuge war Egon Fehrenbach bereits unmittelbar nach dem Angriff in der Nachbarschaft unterwegs gewesen und wurde zum wichtigen Dokumentar des Zeitgeschehens, der auch immer wieder das \u00f6ffentliche Leben festgehalten hat. Seine Familie betrieb die &#8222;Breisgau-Drogerie&#8220; in der Rathausgasse\u200511. Schon Egon Fehrenbachs gleichnamiger Vater war als Fotograf aktiv. Auch er hatte in seiner Ausbildung zum Drogisten fundierte fotografische Kenntnisse erworben und war schon Ende der 1920er Jahre mit seiner Leica in der Stadt unterwegs. Im Sommer 1939 fotografierte er ganz privat mit einem damals extrem seltenen Farbdiafilm Szenen vom Freiburger Kreisparteitag der NSDAP \u2013 geradezu entlarvende Zeitdokumente fernab der \u00fcblichen Parteipropaganda. Einige der Bilder waren 2016 im Augustinermuseum im Rahmen der NS-Ausstellung zu sehen. Der 1944 geborene Sohn des Fotografen, auch er tr\u00e4gt den Vornamen des Vaters und Gro\u00dfvaters, hatte sie zusammen mit weiteren Aufnahmen den St\u00e4dtischen Museen \u00fcberlassen. Im vorigen Jahr erg\u00e4nzte er die Schenkung durch eine Serie von Fotos aus dem sp\u00e4ten 1940er und fr\u00fchen 1950er Jahren. Daher stammt das gezeigte historische Bild.<br \/>\nEgon Fehrenbachs Foto zeigt den Blick vom Leopoldring nach Westen in die v\u00f6llig zerst\u00f6rte Friedrichstra\u00dfe (heute: Friedrichring), die zuvor mit zahlreichen Gesch\u00e4ften zu Freiburgs wichtigsten Flaniermeilen gez\u00e4hlt hatte. Dies zeigt auch die um 1890 entstandene Aufnahme aus dem Atelier Hase &amp; Sohn in die Gegenrichtung.<\/p>\n<p>Im Anschnitt rechts erkennt man auf dem Fehrenbach-Bild den ausgebrannten Eckturm des sp\u00e4ter wiederaufgebauten Merian-Sautierschen Hauses. Auf einer Verkehrsinsel wartet eine Gruppe von Fahrg\u00e4sten auf die herannahende Stra\u00dfenbahn der Linie 5 nach Herdern. Die mit Werbeplakaten gepflasterte Litfa\u00dfs\u00e4ule und der aus den Tr\u00fcmmern sprie\u00dfende, schon recht hohe Bewuchs zeigen, dass die Aufnahme einige Jahre nach dem Angriff entstanden ist. Erst nach 1960 waren die Tr\u00fcmmergrundst\u00fccke entlang des Friedrichrings wieder komplett bebaut.<\/p>\n<p>Auf dem Eckgrundst\u00fcck entstand Ende der 1950er Jahre ein zweiteiliger B\u00fcrobau mit einem f\u00fcnfgeschossigen Bauk\u00f6rper und einem westlich anschlie\u00dfenden Achtst\u00f6cker. Mit Flachd\u00e4chern setzte sich das Geb\u00e4ude samt seinen Nachbarn zwischen Habsburger- und Rheinstra\u00dfe deutlich von den seitens der Bauverwaltung propagierten Grunds\u00e4tzen ab und wollte offenbar an dieser wichtigen Stelle bewusst einen modernen Akzent setzen. Auch der einst unter anderem von der Rentenversicherung, dem Bertelsmann-Buchclub und dem Herdhaus Stilz genutzte Geb\u00e4udekomplex ist wieder Geschichte. Die markante Kubatur der Vorg\u00e4nger nimmt \u2013 mit erh\u00f6hter Gescho\u00dfzahl \u2013 der 2017 fertiggestellte Neubau des Motel One auf, den die Frankfurter Architekten Landes &amp; Partner geplant haben.<br \/>\n&#8230; Alles vom 22.11.2021 von Peter Kalchthaler bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nach-dem-krieg-war-der-norden-freiburgs-lange-eine-truemmerlandschaft--206620953.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/nach-dem-krieg-war-der-norden-freiburgs-lange-eine-truemmerlandschaft&#8211;206620953.html<\/a><\/p>\n<p>Mehr zum Thema:<br \/>\nFreiburger Stadtgeschichte: So wurde die Friedrichstra\u00dfe vom Wohnquartier zum Stadtboulevard<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/so-wurde-die-friedrichstrasse-vom-wohnquartier-zum-stadtboulevard\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/so-wurde-die-friedrichstrasse-vom-wohnquartier-zum-stadtboulevard<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/an-freiburgs-bertoldstrasse-oeffnet-sich-ein-tor-zur-vergangenheit\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/an-freiburgs-bertoldstrasse-oeffnet-sich-ein-tor-zur-vergangenheit<\/a><br \/>\nAlle Folgen der Serie: Wiedersehen! Orte in Freiburg und ihre Geschichte<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wiedersehen-xbb6twrix\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wiedersehen-xbb6twrix<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Regio\u00a0&gt;Orte\u00a0&gt;Freiburg &gt;Freiburg1944 &gt;Freiburg1944heute &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Bomben auf Freiburg 27.11.1944 (21.11.2025) B\u00fcrgerverein Herdern ehrt Hans Sigmund f\u00fcr sein Lebenswerk\u00a0(7.10.2025) Am 27. November j\u00e4hrt sich die Bombardierung Freiburgs zum 80. Mal (23.11.2024) Bombardierung Freiburgs 27. 11.1944: Ausstellung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/freiburg1944\/freiburg1944heute\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":396,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-96326","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96326"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96326\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141889,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96326\/revisions\/141889"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}