{"id":96190,"date":"2021-11-18T18:02:21","date_gmt":"2021-11-18T17:02:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=96190"},"modified":"2025-06-04T15:19:22","modified_gmt":"2025-06-04T13:19:22","slug":"grenze-belarus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/grenzen\/grenze-belarus\/","title":{"rendered":"Grenze-Belarus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">EU<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Finanzsystem\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/\">Finanzsystem<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/grenzen\/grenzenlos\/\">Grenzen<\/a> &gt;Grenze-Belarus<\/p>\n<div id=\"attachment_96136\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-96136\" class=\"size-full wp-image-96136\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-dreisamtal-nebel21nov11pan.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-dreisamtal-nebel21nov11pan.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/schauinsland-dreisamtal-nebel21nov11pan-180x94.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><p id=\"caption-attachment-96136\" class=\"wp-caption-text\">Blick \u00fcber den Nebel zum Schauinsland im Hochschwarzwald am 11.11.2021<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/grenz-regierung-oder-gericht\/\">Grenze: Regierung oder Gericht<\/a>\u00a0(4..6.2025)<\/li>\n<li>Botschafter Andrzej Przy\u0142\u0119bski zur polnisch-weissrussischen Grenze (18.11.2021)<\/li>\n<li>Ent-Grenzung &#8211; Zur Krise an der Grenze Polen-Belarus (16.11.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/osteuropa\/\">Indubio Folge 179: Grenze Polen\/Belarus \u2013 Grenzz\u00e4une auf Weihnachtsm\u00e4rkten<\/a>\u00a0(14.11.21)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/kontrollierte-grenzen\/\">Kontrollierte Grenzen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Botschafter Andrzej Przy\u0142\u0119bski zur polnisch-weissrussischen Grenze<\/strong><br \/>\n<strong>\u201ePolen statuiert ein Exempel\u201c<\/strong><br \/>\n<em>Die Krise an der EU-Grenze eskaliert: Migranten st\u00fcrmen polnische Sperren. Der Philosoph Andrzej Przy\u0142\u0119bski, Botschafter der Republik Polen in Berlin, verteidigt sein Land gegen Kritik<\/em><\/p>\n<p>Exzellenz, warum ist es f\u00fcr Polen wichtig, seine Grenzen zu sch\u00fctzen?<br \/>\nAndrzej Przy\u0142\u0119bski: Weil wir aus den Erfahrungen anderer L\u00e4nder, nicht nur Deutschlands, sondern auch Gro\u00dfbritanniens, der Niederlande oder Frankreichs, gelernt haben: Es kommen Menschen, die sich en masse nicht integrieren wollen. Ihr Frauenbild etwa zeigt das \u2013 auch nach mehreren Jahren des Aufenthalts im Westen \u2013 eindeutig. In unseren Augen sollten sich diese jungen M\u00e4nner am Aufbau der Wirtschaft und des zivilen Lebens in ihrer Heimat beteiligen. So w\u00fcrde es fast jeder Pole machen, was zeigt, wie kulturell unterschiedlich wir sind.<\/p>\n<p>Allerdings kommt aus der sich bildenden Ampel-Koalition im Deutschen Bundestag Kritik an Ihrer rigorosen Grenzschutzpolitik: Geht Polen nicht zu weit?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Nein, wir tun nur das, was jeder EU-Staat tun sollte. Denn es gibt kein Anrecht darauf, da\u00df jeder beliebige Weltbewohner sich dort ansiedeln darf, wo es ihm gef\u00e4llt. Das ist eine falsche Auslegung der Kantischen Subjektivit\u00e4tslehre, die in Deutschland leider verbreitet ist.<\/p>\n<p>Inwiefern?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: F\u00fcr Immanuel Kant ist jeder Mensch ein Erkenntnissubjekt, und als solcher \u2013 eine Person. Deren Hauptmerkmal ist Freiheit, woraus man irrt\u00fcmlicherweise schlu\u00dffolgert, da\u00df er frei sei, den Ort seines Lebens zu w\u00e4hlen, beziehungsweise zu bestimmen. Also habe ein junger Afrikaner das Recht, sich einfach, ohne Zustimmung der Deutschen, in Deutschland anzusiedeln. Die Teilung der Welt in Staaten spielt in diesem Denken kaum eine Rolle. Man vergi\u00dft dabei jedoch, da\u00df es bei Kant auch die Theorie der internationalen Gastfreundschaft gibt, die besagt, da\u00df es der Gastgeber ist, der den Gast einlassen und ausladen darf. Ausl\u00e4nder m\u00fcssen qua Visum eingeladen werden, und die Migranten an der \u00f6stlichen EU-Grenze wurden das nicht. Man mu\u00df Kant im Kontext von Johann Gottlieb Fichtes \u201eReden an die deutsche Nation\u201c lesen!<\/p>\n<p>Hat allerdings etwa Lars Castellucci, migrationspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, nicht recht, wenn er kritisiert: \u201eGewalt und \u2018Pushbacks\u2019 gegen Gefl\u00fcchtete &#8230; sind verboten, und unvereinbar mit der Verpflichtung zum Schutz der Menschenrechte.\u201c<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Ach wissen Sie, ich beobachte, da\u00df die Kritik an Polen seitens deutscher Politiker immer milder wird, beziehungsweise sogar verschwindet. Denn diese begreifen endlich, da\u00df wir auch und vor allem Deutschland sch\u00fctzen. Die Migranten an der polnisch-belarussischen Grenze wollen ja nicht nach Polen, sondern nach Deutschland. Und warum? Weil sie dort von der Sozialhilfe gut leben k\u00f6nnen, ohne arbeiten zu m\u00fcssen, und zwar in den Kommunen ihrer Landsleute, die sich bereits seit Jahren in Ihrem Land befinden.<\/p>\n<p>Auch Viktor Orb\u00e1n hat Deutschland besch\u00fctzt, dennoch wurde er hierzulande daf\u00fcr, sogar von der Kanzlerin, schwer kritisiert. In Deutschland gilt strikter Grenzschutz als nationalistisch, wenn nicht rassistisch.<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: In Deutschland bilden sich viele Menschen ein, der Westen sei f\u00fcr die Probleme in Afrika oder Asien verantwortlich. Ich habe selbst von hochrangigen deutschen Diplomaten geh\u00f6rt, da\u00df wir deshalb erstens alle Wirtschaftsmigranten als \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c einstufen und zweitens in die EU einladen sollten. Auch weil es, wie sie meinten, \u201ekeine Grenzen mehr gibt\u201c, beziehungsweise \u201eGrenzen sich heutzutage nicht mehr verteidigen lassen\u201c. Wir in Polen begreifen ein solches Denken nicht! Wir versuchen stattdessen zu zeigen, da\u00df es anders geht. Und f\u00fcr uns sind diese Hunderte in Irak, Syrien oder Afghanistan vom belarussischen Staatschef Lukaschenko angeworbenen jungen M\u00e4nner keine Fl\u00fcchtlinge, sondern meist gef\u00e4hrliche Migranten, die ihr Leben auf unsere Kosten verbessern wollen.<\/p>\n<p>Die korrekte Beschreibung w\u00e4re also Grenzverletzer und illegale Einwanderer?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Wir haben Befragungen in den L\u00e4ndern, aus denen sie kommen, gemacht. Wir haben Journalisten dorthin geschickt. Diese Leute sind keine armen Menschen, denn sie k\u00f6nnen sich eine 10.000-Dollar-Anreise leisten. In der belarussischen Hauptstadt Minsk, wo sie schlie\u00dflich ankommen, essen sie in guten Restaurants, kaufen Winterklamotten in den dortigen Gesch\u00e4ften und \u00fcbernachten teilweise in Hotels. Im deutschen Fernsehen aber sieht man arme, wandernde Kurdenfamilien. Dabei besteht die \u00dcberzahl aus jungen M\u00e4nnern, die mit Hilfe der Beamten Lukaschenkos eingeflogen werden. Zum einen will er mit ihrer Schlepperei viel Geld verdienen, zum anderen will er sie als Waffe gegen die EU einsetzen: um diese zu destabilisieren und sie f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung der wei\u00dfrussischen Opposition zu bestrafen. Es mu\u00df also unbedingt klargestellt werden: Das sind keine Kriegsfl\u00fcchtlinge, auch nicht diejenigen aus Afghanistan! Ihre Sympathisanten in der EU, leider auch in Polen, arbeiten jedoch mit dieser verf\u00e4lschten Definition, um f\u00fcr diese Leute in der europ\u00e4ischen \u00d6ffentlichkeit Sympathien zu gewinnen.<\/p>\n<p>Wenn sie sowieso zu uns wollen, warum lotst Polen sie dann nicht einfach nach Deutschland \u2013 und schon w\u00e4re Ihr Land aus dem Schneider?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Wenn es ihnen gelingt, Deutschland zu erreichen, kommen bald die n\u00e4chsten. Zudem fischt Lukaschenko nach solchen \u2013 und das wurde bewiesen \u2013, die mit ISIS zu tun hatten. Lassen wir zu, da\u00df sie in die EU gelangen, werden sie Keimzellen k\u00fcnftigen Terrors dort sein. Aber noch etwas: Deutschland mu\u00df respektieren, da\u00df man das Problem nicht mit Putin l\u00f6sen darf. Denn dessen Methode ist, Konflikte zu erzeugen, um dann bei der L\u00f6sung um Hilfe gebeten zu werden. Damit mu\u00df endlich Schlu\u00df sein! Nicht zuf\u00e4llig droht Lukaschenko, die Russen einzuschalten \u2013 weil ohne Putins Zustimmung das Ganze nicht vorstellbar ist. Die Naivit\u00e4t diesem gegen\u00fcber sollte aufh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Eine andere Kritik aus Deutschland an Polen lautet: \u201eZugang zum Asyl mu\u00df an den EU-Grenze gewahrt sein.\u201c Brauchen wir eine \u00c4nderung des EU-Asylrechts?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Was wir brauchen, ist eine strenge Auslegung des Asylrechts, unter anderem hinsichtlich des Gebrauchs des Begriffs Fl\u00fcchtling. Die Leute an der polnisch-belarussischen Grenze sind, wie gesagt, keine Fl\u00fcchtlinge, auch keine \u201eGefl\u00fcchteten\u201c. Sie kommen aus L\u00e4ndern, in denen es momentan keinen Krieg gibt. Und viele von ihnen werden sp\u00e4ter ihr Leben in Deutschland oder in den Niederlanden wohl mit Kriminalit\u00e4t finanzieren. Erfahrungsgem\u00e4\u00df integrieren sie sich kaum und tragen zum Anwachsen etlicher Gefahren bei.<\/p>\n<p>2015 hat es die Regierung Merkel nicht gewagt, die deutsche Grenze mit Polizei oder Soldaten zu schlie\u00dfen, und sich daf\u00fcr als christlich und human gelobt. Nun unterst\u00fctzt die gleiche Regierung allerdings die Politik Warschaus, inklusive des Einsatzes der polnischen Armee. Ist das nicht ein Widerspruch?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Tut mir leid, aber ich kann nicht glauben, da\u00df Deutschland 2015 aus moralischen Gr\u00fcnden so gehandelt hat. Au\u00dferdem mu\u00df man imstande sein, aus Erfahrungen zu lernen. Sehen Sie, wir Polen haben nichts gegen Migration als solche, denn auch wir brauchen Arbeitskr\u00e4fte. Es mu\u00df aber zivilisiert zugehen, das hei\u00dft: junge Leute melden sich in ihren Heimatl\u00e4ndern in der deutschen beziehungsweise polnischen Botschaft, stellen einen Antrag, zeigen was sie k\u00f6nnen, lernen ein wenig die Sprache des Gastlandes, und erst dann fliegen sie in die EU. Gewaltt\u00e4tiges \u00dcbertreten der Grenze jedoch zeigt, wozu diese Leute imstande sind!<\/p>\n<p>Warum eigentlich ist Polen, im Gegensatz zu Deutschland, mental in der Lage, seine Grenze zu verteidigen?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: F\u00fcr uns Polen ist die Integrit\u00e4t der Gesellschaft sehr wichtig. Verbunden durch das Christentum leben wir noch als eine moderne Gesellschaft \u2013 und nicht als postmoderne Gesellschaft der \u201eElementarteilchen\u201c, wie es der franz\u00f6sische Schriftsteller Michel Houellebecq in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat. Parallelgesellschaften brauchen wir nicht. Dar\u00fcber hinaus wollen wir die Kontrolle \u00fcber unsere St\u00e4dte nicht verlieren \u2013 was in Schweden oder Frankreich ja bereits teilweise der Fall ist. Wenn sich die Menschen kaum integrieren \u2013 auch infolge ihrer anderen Religion \u2013 und wenn wir au\u00dferstande sind, sie als potentielle Gefahr zu kontrollieren, dann ist es sinnvoll, sie nicht ins Land zu lassen. Die Risiken sind dann einfach zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Steckt hinter der Frage nach Schutz der Grenzen und der Asylpolitik in der EU vielleicht ein Kulturkampf?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Das ist insofern der Fall, als die Anh\u00e4nger der verr\u00fcckten No-Border- und Multikulti-Ideologie die eigene Kultur und deren Errungenschaften meist ablehnen, ja hassen und darauf hoffen, da\u00df mit den nichtintegrierbaren Migrantengruppen die europ\u00e4ische Kultur schneller ausgel\u00f6scht wird. Das aber d\u00fcrfen wir nicht zulassen! Auch deshalb m\u00fcssen wir uns also vor illegaler Migration sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wird, wie 2015, ein \u201eKrieg der Bilder\u201c entbrennen, bei dem, wie deutsche Medien damals sp\u00e4ter zugaben, Mitleid inszeniert, statt die Realit\u00e4t abgebildet wird?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Dieser Bilderkrieg hat doch bereits begonnen. Und deutsche Medien spielen hier erneut eine unr\u00fchmliche Rolle \u2013 obwohl es auch Ausnahmen gibt, wie etwa diesmal die Bild-Zeitung. Ein Bericht der ARD zum Beispiel wurde j\u00fcngst mit einer einzelnen, von ihrer Gruppe separierten Kurdenfamilie illustriert. In Wirklichkeit aber greifen unsere Grenze Horden junger M\u00e4nner an, gewappnet mit \u00c4xten, Drahtscheren, Spaten, die sie entweder in Minsk gekauft haben \u2013 wobei die belarussische Miliz ein Auge zudr\u00fcckt. Oder die sie sogar direkt von belarussischen Grenzsoldaten erhalten haben. Nochmals: Das sind Angreifer und keine Fl\u00fcchtlinge!<\/p>\n<p>Australien sperrt seit Jahren seine Grenze f\u00fcr illegale Einwanderung. Seitdem ertrinken dort offenbar kaum noch illegale Einwanderer, weil sie ohne Aussicht auf Erfolg nichts mehr aufs Meer lockt. Nat\u00fcrlich hat Eu\u00adropa eine andere Geographie, aber sollte das australische Modell in der EU nicht zumindest diskutiert werden?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Tats\u00e4chlich hat Australien diesbez\u00fcglich ein Exempel statuiert. Die Einstellung der Regierung in Canberra ist meines Erachtens ganz korrekt: legale Migration ja, illegale nein. Auch Polen wird ein Exempel statuieren, n\u00e4mlich da\u00df die Verteidigung der EU-Grenze m\u00f6glich ist! Ich habe vor kurzem mit einem deutschen Wissenschaftler gesprochen, der mit der Nato in Italien zusammengearbeitet hat. Er sagte mir, da\u00df dies durchaus auch auf dem Mittelmeer m\u00f6glich sei \u2013 die italienische Politik m\u00fcsse es nur befehlen.<\/p>\n<p>Weder schirmen wir Europa konsequent ab, noch holen wir die Migranten direkt ab, was beides das Ertrinken verhindern w\u00fcrde, Folge: Menschen werden en masse angelockt, wobei viele unterwegs umkommen, laut Berichten ermordet, aus Spa\u00df zu Tode gefoltert, vergewaltigt oder versklavt werden beziehungsweise im Mittelmeer ertrinken. Die Bundesregierung und Teile der deutschen Medien nennen diese Politik \u201echristlich\u201c. Wie wird das in Polen betrachtet?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Als falsche Auslegung der christlichen N\u00e4chstenliebe. Denn im Christentum funktioniert in dieser Hinsicht die \u201eCaritas\u201c, also die N\u00e4chstenliebe, in der mit ihr verbundenen Reihenfolge: beginnend mit der Sorge um die eigene Familie, dann um das eigene Vaterland und erst am Ende um die ganze Menschheit. Wir helfen dem Irak nicht, wenn wir die H\u00e4lfte der jungen Iraker nach Europa einladen.<\/p>\n<p>Wann und wie wird die aktuelle Krise enden?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Die Situation ist sehr schwierig, auch wegen des genannten \u201eKriegs der Bilder\u201c. Jetzt kommt auch noch der Winter, und von den Eindringlingen an der Grenze ist zu h\u00f6ren, da\u00df sie niemals zur\u00fcck in ihre L\u00e4nder gehen werden: Entweder Deutschland oder Tod an der Grenze! So beteuern ihre Anf\u00fchrer. Wir hoffen, da\u00df sie dennoch zun\u00e4chst nach Minsk zur\u00fcckkehren, um dann \u2013 wegen der Probleme, die sie Lukaschenko schon jetzt bereiten \u2013 in ihre Herkunftsl\u00e4nder abtransportiert zu werden.<\/p>\n<p>Die Krise zeigt, Europa wird immer wieder mit Massenanst\u00fcrmen konfrontiert sein. Da es die EU trotz der Erfahrung 2015 vers\u00e4umt hat, sich darauf vorzubereiten, ist die Frage: Wird sie diesmal daraus lernen und k\u00fcnftig gewappnet sein? Oder werden wieder keine Konsequenzen gezogen, und den n\u00e4chsten Ansturm m\u00fcssen erneut die Nationalstaaten, wie bisher Ungarn, Griechenland, die T\u00fcrkei oder nun Polen, meistern?<br \/>\nPrzy\u0142\u0119bski: Seien wir realistisch, die Verteidigung der EU-Grenze wird immer in erster Linie die Sache der Einzell\u00e4nder sein. Andere EU-Staaten, Frontex oder auch die Nato k\u00f6nnen nur Beihilfe leisten. Allerdings erwartet Polen Anerkennung f\u00fcr seine Handlungsweise in dieser Krise. Und immer mehr Deutsche bringen diese, etwa in E-Mails an \u201emeine\u201c Botschaft, dankenswerterweise auch zum Ausdruck.<br \/>\n&#8230; Alles vom 18.11.2021 von Moritz Schwartz bitte lesen in JF 47\/21, Seite 3<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de\u00a0<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Andrzej Przy\u0142\u0119bski, der Philosoph, Kulturwissenschaftler und Diplomat mit einer Professur an der Universit\u00e4t Posen ist seit 2016 Botschafter der Republik Polen in Deutschland und geh\u00f6rt dem \u201eNationalen Entwicklungsrat\u201c an, einem Beratungsgremium von Staatspr\u00e4sident Andrzej Duda. Zuvor lehrte er als Gastprofessor an der TU Chemnitz, war Mitglied der polnischen Akademie der Wissenschaften und Vizevorsitzender der Internationalen Hegel-Gesellschaft. Geboren ist er 1958 in Chmielnik bei Posen.<\/em><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ent-Grenzung &#8211; Zur Krise an der Grenze Polen-Belarus<\/strong><br \/>\nvon Dr. Udo Hildenbrand<\/p>\n<p>Eindr\u00fccke in den Kindheits- und jungen Lebensjahren pr\u00e4gen oftmals das weitere Leben. Bei mir z\u00e4hlen dazu auch drei spezifische Eindr\u00fccke im Zusammenhang mit \u201eGrenz- Erfahrungen\u201c \u2013 womit Erfahrungen mit Staatsgrenzen gemeint sind.<\/p>\n<p><strong>\u201eGrenz-Erfahrungen\u201c in jungen Lebensjahren<\/strong><br \/>\nAls etwa Zw\u00f6lfj\u00e4hriger fuhr ich in den 50-er Jahren mit der Bahn erstmals \u00fcber eine Staatsgrenze zu einem mehrt\u00e4gigen Besuch in die benachbarte Schweiz. F\u00fcr mich verwunderlich: Vor jedem Haus die Schweizer Nationalfahne \u2013 so mein damaliger Eindruck. Damit war f\u00fcr mich zugleich verbunden die erste Begegnung mit einem ausgepr\u00e4gten Nationalbewusstsein, das mir bis dahin v\u00f6llig fremd war. Denn Kindheit und Jugendzeit bis hin zum jungen Erwachsenenalter verliefen bei mir und wohl bei den meisten meiner Altersgeneration diesbez\u00fcglich ohne entsprechende Pr\u00e4gung. Heimatgef\u00fchle waren jedoch durchaus vorhanden.<br \/>\n1958 ein Zeltlageraufenthalt im Elsass: Bei einem Sonntagsgottesdienst stie\u00df bei uns Jugendlichen aus Deutschland die franz\u00f6sische Nationalfahne im Altaraum der Kirche auf Verwunderung, ja auf ziemliches Unverst\u00e4ndnis. Die Nationalflagge im Kirchenraum!<br \/>\nAm Ende meiner Studienzeit fuhr ich mit einem holl\u00e4ndischen Studentenschiff von Amsterdam nach New York und von dort zu einem zweimonatlichen Aufenthalt nach Kanada. Von gewissen schifffahrtsbedingten \u00dcbelkeiten abgesehen: Beste Stimmung, viel Abwechslung, permanente Diskussionen. Dann aber kam es: \u201eDu bist Deutscher? Ich w\u00fcrde mich sch\u00e4men, ein Deutscher zu sein\u201c. Das klingt nach Jahrzehnten auch heute noch in meinen Ohren.<\/p>\n<p>Genau erinnere ich mich auch an meine spontane, leicht entschuldigende und zugleich patriotisch gef\u00e4rbte Reaktion auf diesen \u201eAngriff\u201c: \u201eIch kann doch nichts daf\u00fcr, dass wir Deutsche einen Hitler hatten, so wie ich auch nichts daf\u00fcr kann, dass Bach und Goethe Deutsche waren. Und Hitler war \u00fcbrigens ein \u00d6sterreicher.\u201c Schon damals stand die energische Abweisung der Kollektivschuld im Hintergrund meiner Feststellung, gewiss mitgepr\u00e4gt durch mein Theologiestudium.<\/p>\n<p>Offene und geschlossene Grenzen \u2013 Patriotismus \u2013Vaterland \u2013 Nationalbewusstsein \u2013 Nationalismus \u2013 Nationalsozialismus \u2013 Internationalismus: Alles kam dann in den Gespr\u00e4chen und Diskussionen bei dieser \u00dcberfahrt in die \u201eNeue Welt\u201c aufs Tapet. Als Sahneh\u00e4ubchen kam noch hinzu: Als katholischer Christ und Theologiestudent f\u00fchlte ich mich schon damals \u2013 irgendwie stolz \u2013 in spezifischer Weise auch als \u201eInternationalist\u201c. Denn wer katholisch ist, geh\u00f6rt einer weltweiten kirchlichen Glaubensgemeinschaft an.<\/p>\n<p><strong>Patriotisches und zugleich international-weltweites Denken und F\u00fchlen<\/strong><br \/>\nBei dieser Reise \u00fcber den gro\u00dfen Teich wurden in mir patriotische Gedanken und Gef\u00fchle wachgerufen, die jedoch durch meine kirchliche Sozialisation eingebettet waren in ein international-weltweites Denken und F\u00fchlen. Ein nationalistisches \u00dcberlegenheitsdenken und -handeln war ausgeschlossen. Sp\u00e4ter sollte ich immer wieder sagen: \u201eEin gl\u00e4ubiges Mitglied der universalen katholischen Kirche kann eigentlich niemals Nationalist sei, auch wenn es andere Erfahrungen gab und gibt.\u201c<br \/>\nDie anschlie\u00dfende Begegnung mit einem sympathischen Patriotismus in den USA und in Kanada z\u00e4hlte \u00fcbrigens zu den vielen guten Erinnerungen an jenen Amerika-Aufenthalt am Ende meiner Studentenzeit.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Erfahrungen in jungen Jahren haben mich immer mehr verstehen lassen: Nationalbewusstsein und Patriotismus sind bei den Menschen dann gut, wenn sie ihren Mitmenschen aus anderen L\u00e4ndern uneingeschr\u00e4nkt denselben Patriotismus, dasselbe Nationalbewusstsein zugestehen und ihnen Heimatgef\u00fchle w\u00fcnschen. Nationalbewusstsein in diesem Sinne ist niemals \u00fcbersteigerter Nationalismus, \u00dcberh\u00f6hung der eigenen Nation bei gleichzeitiger Abwertung, gar Verachtung der Menschen anderer Nationen und ihrer Kultur. Trefflich ist der Unterschied zwischen einem Patrioten und einem Nationalisten in der folgenden Formulierung auf den Nenner gebracht: \u201eDer Nationalist liebt nur seine eigene Nation und verachtet die anderen Nationen. Der Patriot liebt seine Nation und achtet die anderen Nationen.\u201c<\/p>\n<p>Ein gl\u00e4ubiger Katholik und ein Nationalist in diesem Sinne ist ein krasser Widerspruch in sich. Dementsprechend gilt: Katholisch-Sein ist auch wahres \u201eMulti-Kulti-Sein\u201c.<\/p>\n<p>Seit jener erw\u00e4hnten Zeit fuhr und flog ich \u00fcber die Grenzen zahlreicher L\u00e4nder v\u00f6llig komplikationslos \u2013 mit nur einer Ausnahme: Der mehrmalige Grenz\u00fcbertritt in das diktatorische Unrechtssystem der DDR war mitunter mehr als unangenehm. Das Kennenlernen anderer Kulturen und Lebensweisen waren f\u00fcr mich immer bereichernd. Ein Erlebnis besonderer Art war sp\u00e4ter der Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen von sieben europ\u00e4ischen Staaten im Schengenraum im Jahr 1995. Heute geh\u00f6ren 22 Staaten zur Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>In Laufe der zur\u00fcckliegenden Jahrzehnte habe ich gelegentlich in Gespr\u00e4chen, Ansprachen und Ver\u00f6ffentlichungen den umstrittenen Themenkreis Heimat \u2013 Vaterland \u2013 Patriotismus \u2013 Nationalbewusstsein\/Nationalismus \u2013 Offene\/geschlossene Grenzen gerne diskutiert und beleuchtet \u2013 nicht selten begleitet von recht divergierenden Meinungen. Mein Orientierungspunkt war dabei vor allem auch die auf biblischem Fundament beruhende katholische Soziallehre. Zur Ann\u00e4herung an die in diesem Bericht angezeigte Grenzproblematik nachfolgend zun\u00e4chst einige grundlegende Gedanken zum Verst\u00e4ndnis von Grenze.<\/p>\n<p><strong>Grenzen sind Strukturelemente allen Lebens<\/strong><br \/>\nAlles Leben der Welt ist von Grenzen bestimmt: Von Grenzen ganz unterschiedlicher Art in der organischen und anorganischen Natur sowie in der Menschen- und Tierwelt. Menschliches Miteinander im privat-pers\u00f6nlichen wie im \u00f6ffentlich-gesellschaftlichen Bereich, wie auch das Miteinander der V\u00f6lker und Nationen, ebenso in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik sind nur m\u00f6glich durch Begrenzungen. So sind Grenzen vorgegebene fundamentale Strukturelemente des Lebens<br \/>\nNeben den naturgegebenen Grenzen gibt es aber auch die von Menschen festgelegten Grenzen, die aufgrund von Vereinbarungen aus Eigentums-, Schutz-, Sicherheits-, Kontroll- und Orientierungsgr\u00fcnden bestimmt werden. So sind auch Gesetze, Vertr\u00e4ge und Vereinbarungen nichts anderes als k\u00fcnstliche, von Menschen gesetzte Grenzen, die das zwischenmenschliche Leben im Dienst eines menschenw\u00fcrdigen Zusammenlebens regeln. Sie k\u00f6nnen auch zeitlich begrenzt sein.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es zivilisatorische, ethnische, sprachliche und kulturelle, soziale, politische, religi\u00f6se und weltanschauliche, auch p\u00e4dagogische Grenzen. Nicht zuletzt sind Grenzen auch Ausdruck der abgrenzenden Identit\u00e4tssuche der Menschen in ihrem pers\u00f6nlichen Lebensumfeld sowie auch in den Bereichen ihrer religi\u00f6sen oder ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit.<br \/>\nKeineswegs sind jedoch alle Grenzen per se gut. Sie k\u00f6nnen auch willk\u00fcrlich und ausgrenzend, besonders auch freiheitsberaubend und menschenfeindlich sein, wie z. B. die Berliner Mauer in der DDR (1961-1989) abschreckend belegt.<\/p>\n<p><strong>Grenzen sind die Bedingung von Freiheit<\/strong><br \/>\nOhne Grenzen kann sich keinem Menschen der Raum der Freiheit \u00f6ffnen. Dieser Freiheitsraum kann auch nicht ohne Grenzen bewahrt und erweitert werden. Denn ohne Grenzen bleibt alles menschliche Handeln orientierungs- und richtungslos. Menschlich kann der Mensch also nur mit Grenzen leben. Gleicherweise gilt jedoch auch die alte Einsicht: \u201eSo viel Freiheit wie m\u00f6glich, so viel Grenzen wie n\u00f6tig\u201c \u2013 ein Satz, der sich sowohl bei Maria Montessori als auch bei P. Josef Kentenich findet.<br \/>\nBei den aktuellen dramatischen Vorg\u00e4ngen an der Grenze zwischen Polen und Wei\u00dfrussland versuchen derzeit bis zu 10.000 gesch\u00e4tzten Migranten \u2013 meist aus dem Nahen Osten und muslimischen Glaubens \u2013 \u00fcber Polen insbesondere nach Deutschland zu gelangen. Es wird berichtet, dass sie durch das wei\u00dfrussische Milit\u00e4r an die Grenze zu Polen gebracht worden seien mit dem Ziel der \u00dcberflutung und damit der Destabilisierung Europas. Sie werden bei dieser illegalen Migration instrumentalisiert durch die wei\u00dfrussische Regierung und als politische Waffe eingesetzt. \u201eBelarus lockt die Migranten in eine teuflische Falle\u201c \u2013 so die WELT AM SONNTAG vom 13.11.2021.<\/p>\n<p>Damit kommt an der polnischen Grenze zweifach-massives Unrecht in den Blick: Illegale Migration einerseits und andererseits: die Unterst\u00fctzung dieser Migrationsbewegung mit ihren Schlepperdiensten sowie das Herbeif\u00fchen der Notlage der Migranten durch die wei\u00dfrussische Regierung.<\/p>\n<p>Diese Ereignisse sind Anlass, in diesen Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Grenzen zu reflektieren. Denn bestimmte Regierungen, Parteien und politische Akteure bef\u00fcrworten bzw. betreiben aktiv eine ideologiebedingte Politik der offenen Grenzen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Migranten. Hinter dieser Entgrenzungs-Ideologie steht die Ideologie des \u201eHumanitarismus\u201c (Arnold Gehlen), der die Solidarit\u00e4tsverpflichtung nicht auf das eigene Volk bezieht, sondern auf die gesamte Menschheit. Manche meinen, sich auch auf Aussagen der Bibel und der christlichen Lehre berufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch gewisse kirchliche Organisationen erwecken den Eindruck, den Schutz der Grenzen f\u00fcr illegitim zu halten und lehnen territoriale Grenzen als eine Form von \u201eAbschottung\u201c ab. Dabei solidarisieren sie sich mit illegalen Migranten, die teilweise mit Gewalt versuchen, \u00fcber die Grenzen in Polen einzudringen, um insbesondere nach Deutschland zu kommen. Diese vermeintlich christlichen Einstellungen sind nachfolgend auf ihren Wahrheitsgehalt zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung von Grenzen und Mauern in der Bibel<\/strong><br \/>\nDie biblische Ethik thematisiert immer wieder das Gemeinwohl mit den Aspekten der Verantwortung, Solidarit\u00e4t und Gerechtigkeit, auch des Schutzes vor Bedrohung und Gef\u00e4frdungen. Vor allem im Alten Testament finden sich Hinweise auf Grenzen und Mauern, die ausnahmslos in einem positiven Kontext stehen. Die nachfolgend notierten Schriftstellen verweisen (ohne \u201evgl.\u201c) auf die entsprechenden Bibelzitate, denen folgende Aussagen zu entnehmen sind:<\/p>\n<p>1) Das Wirken Gottes: Gott hat \u201edas ganze Menschengeschlecht erschaffen \u2026 und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt\u201c (Apostelgeschichte 17,26) \u2013 Dabei ist die in diesen Grenzen wirkende Staatsgewalt Teil der \u201eOrdnung Gottes\u201c. Sie tr\u00e4gt \u201enicht ohne Grund \u2026 das Schwert\u201c (R\u00f6mer 13,1-7) \u2013 Gott ist \u00fcber \u201ejede feste Mauer\u201c erhaben, was den Menschen zum Gehorsam und zur Demut ihm gegen\u00fcber aufruft (Jesaja 2,15) \u2013 Gott baut \u201ezum Heil\u201c Mauern (Jesaja 26,1) \u2013 Er hat W\u00e4chter auf die Mauer gestellt, um das Volk an die Einhaltung des Gesetzes zu ermahnen (Jesaja 62,6).<br \/>\n2) Das Wirken der Menschen: K\u00f6nig David beginnt den Mauerbau von Jerusalem, der von Salomo abgeschlossen wird (1 K\u00f6nige 3,1) \u2013 Die Mauer ist ein Dienst an Gott und an seinem Volk. Die Mauern werden erneuert, um \u00e4u\u00dfere Bedrohungen abzuwehren (Nehemia 2-4) \u2013 Ein Herrscher sch\u00fctzt sein Volk vor Angreifern, baut Mauern auf und verst\u00e4rkt sie (2 K\u00f6nige 18,5-6; 2 Chronik 32,5; auch ebd. 14,1-6) \u2013 Die Mauer verweist auf den notwendigen sch\u00fctzenden Dienst durch Menschen. Der W\u00e4chter auf der Mauer verteidigt das Gemeinwesen (Sprichw\u00f6rter 25,28) \u2013 Jerusalems Bewohner danken Gott f\u00fcr die Mauern der Stadt (Jesaja 26,1) \u2013 Die W\u00e4chter, die auf der Mauer das Gemeinwesen verteidigen, ermahnen zugleich das Volk, das Gesetz Gottes einzuhalten (Jesaja 62,6).<\/p>\n<p>3) Die Symbolik: Die Mauer ist ein Bild f\u00fcr den Schutz des Volkes, auch seiner religi\u00f6sen Identit\u00e4t (Nehemia 2,4) \u2013 Sie ist auch ein Bild f\u00fcr die bessere Zukunft (vgl. Micha 7,11) sowie ein Bild vom sch\u00fctzenden Dienst. Der Bau von Mauern, deren Ausbesserung und Verst\u00e4rkung sind ebenfalls Bilder f\u00fcr verantwortungsbewusstes und gerechtes Handeln (2 Chronik 32,5) \u2013 Die Mauer ist zugleich ein Bild f\u00fcr das Wirken der Propheten , die vor Bedrohungen und Gefahren warnen und Verfehlungen der weltlichen und geistlichen Eliten anprangern (Jeremia 1,18f) \u2013 Eine verfallene Mauer gleicht der aus Tr\u00e4gheit geborenen Nachl\u00e4ssigkeit, die den Menschen bedrohlichen Gefahren aussetzt (ebd. 24, 30-34) \u2013 Eine zerst\u00f6rte Mauer ist ein Bild f\u00fcr Notzeiten (Jesaja 22,5) \u2013 Risse in der Mauer sind ein Bild f\u00fcr noch nicht bew\u00e4ltigte Bedrohungen (ebd. 30,13) \u2013 Eine Stadt ohne Mauer ist wie ein Mensch ohne Selbskontrolle (Sprichw\u00f6rter 25,28) \u2013 Der Fall der Mauern der Stadt ist der Beginn gro\u00dfer Not (Klagelieder 2,7-9).<\/p>\n<p>4) Die Dienst- und Schutzfunktion (vgl. auch die Nummern 2 u.3): Der Wunsch, dass Frieden in den Mauern (Jerusalems) wohne (Psalm 122,7) \u2013 Grenzen erm\u00f6glichen Frieden (Psalm 147, 13-14) -\u2013 K\u00f6nig Hiskija wird als Idealgestalt gelobt: Er sch\u00fctzt sein Volk vor Angreifern, baut Mauern aus, verst\u00e4rkt sie (2 K\u00f6nige 18,5-6; 2 Chronik 32,5; auch ebd. 14,1-6) \u2013 Fehlende Mauern liefern das Volk dem Wirken des B\u00f6sen aus (Ezechiel 38,11) \u2013 Die Mauer trennt \u201edas Heilige vom Unheiligen\u201c (ebd. 42,20) \u2013 Folgen der Zerst\u00f6rung von sch\u00fctzenden Mauern sind u.a.: Versklavung, Vertreibung und Unterwerfung (Klagelieder 2,7-9).<br \/>\n5) Die Straftaten: Das Aufl\u00f6sen von Grenzen wird als Gewaltakt des Raubens und der Ungerechtigkeit verurteilt und ausdr\u00fccklich verboten (Jiob 24,2-4; Levitikus 27,5). Der Assyrerk\u00f6nig, der die Grenzen zwischen den V\u00f6lkern beseitigt und Sch\u00e4tze pl\u00fcndert, wird verurteilt (Jesaja 10,7-13) \u2013 \u201eBlinde\u201c W\u00e4chter auf der Mauer werden verurteilt, weil sie die Bedrohungen ignorieren \u2013\u2013\u201eT\u00f6richte Propheten\u201c werden angeklagt, weil sie keine Mauern gebaut haben (Ezechiel 13,5).<br \/>\n6) Die Mauer in der Offenbarung des Johannes. Im letzten Buch der Heiligen Schrift wird eine Vision der vom Himmel kommenden heiligen Stadt beschrieben, die auch eine Stadtmauer mit zw\u00f6lf Grundsteinen Diese bestehen aus zw\u00f6lf verschiedenen Edelsteinen und tragen die Namen der zw\u00f6lf Apostel (Offenbarung21,11\u201327). Wenn nun in diesem vision\u00e4ren Bild die mit wichtigen Attributen ausgestattete Stadtmauer als Teil dieser himmlischen Stadt gezeichnet wird, kann dies als Hinweis verstanden werden, dass nach biblischem Verst\u00e4ndnis im Sinne der oben genannten Werte wie z. B. Schutz und Sicherheit zu einem Gemeinwesen auch Grenzen und Mauern geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>7) Mauern\/Grenzen: Korrepondierende Aussagen. Bereits aus den bisherigen Ausf\u00fchrungen wird deutlich, dass die Aussagen der Bibel \u00fcber Mauern und Grenzen mit den grundlegenden Aussagen \u00fcber das allgemein menschliche Verst\u00e4ndnis von Grenzen korrespondieren. Grenzen bestimmen als Strukturelemnte des Lebens das menschliche Leben und Zusammenleben. Sie geh\u00f6ren zum Menschsein. Diese These wird im Rahmen dieser Ausf\u00fchrungen auch noch durch Hinweise aus dem Leben und der Botschaft Jesu best\u00e4tigt.<br \/>\nIn der Bibel finden sich keine Hinweise auf das Zerst\u00f6ren und Einrei\u00dfen von Mauern im eigenen gesch\u00fctzten Gemeinwesen, auch nicht durch die schlechtesten Herrscher, die im Alten Testament beschrieben werden. Wohl ist etwa in Psalm 18,30 vom \u00dcberspringen von Mauern die Rede, das sich jedoch nicht auf die (realen) Mauern bezieht.<\/p>\n<p><strong>Wenn ein Bischof f\u00fcr \u201eEntgrenzung\u201c pl\u00e4diert \u2013 und die m\u00f6glichen Folgen<\/strong><br \/>\nIm Kontext der Migrations- und Grenzdebatte wird heute von \u201eAbwehrmechanismen\u201c und \u201eAbschottungen\u201c gewarnt, die grunds\u00e4tzlich zu verurteilen seien. So pl\u00e4dierte auch der Bischof der Di\u00f6zese Essen, Franz-Josef Overbeck Foto r., \u00a9 Screenshot YT), in einer Predigt 2020 f\u00fcr die Abschaffung der politischen Grenzen: Es sei uns\u00e4glich, \u201ewenn Menschen sich abgrenzen\u201c. Das \u201eGr\u00e4uel von Sicherheitszonen, gewaltbew\u00e4hrter Abgrenzung und K\u00e4lte\u201c sei zu \u00fcberwinden. Schlie\u00dflich sei die Botschaft Jesu \u201eeine frohe Botschaft der Entgrenzung\u201c. Ob sich der Bischof von Essen \u00fcberhaupt einmal mit der positiven Bedeutung des in der Bibel geschilderten Mauerbaus, dem Gegenteil von Entgrenzung, besch\u00e4ftigt hat, etwa hinsichtlich der Sicherheit der Menschen, aber auch im Blick auf sein bisch\u00f6fliches W\u00e4chteramt?<\/p>\n<p>Gewiss hat Jesus die Botschaft der Freiheit gebracht, soda\u00df Paulus sagen kann: \u201eZur Freiheit hat uns Christus befreit\u201c (Galater 5,1). Aber mit dieser jesuanischen Freiheit ist letztlich die Freiheit von S\u00fcnde, Schuld und Tod gemeint, keineswegs jedoch die Abschaffung vom \u201eGr\u00e4uel von Sicherheitszonen\u201c, keineswegs die \u201eEntgrenzung\u201c der politischen und territorialen Grenzen.<\/p>\n<p>Jedenfalls m\u00f6ge doch der Herr Bischof bitte Sorge daf\u00fcr tragen, dass die \u201eGr\u00e4uel der Sicherheitszonen\u201c seines bisch\u00f6flichen Hauses in Essen \u2013 n\u00e4mlich alle T\u00fcren und Sicherheitsvorkehrungen \u2013 schnellstm\u00f6glichst beseitigt werden, um ein glaubw\u00fcrdiges Zeugnis seiner nachdr\u00fccklichen Forderungen zur Beseitigung der Grenzen zu geben. Damit w\u00fcrde er sich auch nicht dem Vorwurf der \u201egewaltbew\u00e4hrten Abweisung und K\u00e4lte\u201c aussetzen. Ist Bischof Overbeck nicht auch noch Milit\u00e4rbischof, der eigenlich wissen m\u00fcsste, dass eine der wesentlichen Aufgaben des Staates darin besteht, die innere und \u00e4u\u00dfere Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten \u2013 ggf. unterst\u00fctzt auch durch milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen an den Grenzen?<\/p>\n<p>Was aber h\u00f6chstwahrscheinlich so oder \u00e4hnlich passieren kann, wenn Bischof Overbeck die \u201eGr\u00e4uel der Sicherheitszonen\u201c in seinem Bischofshaus nicht entfernen l\u00e4sst, wird von einem meiner guten Bekannten fantasievoll und realit\u00e4tsnah zugleich umschrieben:<\/p>\n<p>\u201eEr d\u00fcrfte alsbald manche ungebetenen G\u00e4ste in seinem Haus antreffen: Leute, die es sich in seinem Wohn- bzw. Arbeitszimmer gem\u00fctlich gemacht haben und bei einer Flasche Bier oder einem Cognac ihre F\u00fc\u00dfe auf seinen Schreibtisch legen, sich in seinem K\u00fchlschrank nach Esswaren umsehen, sein Badezimmer und sein Badetuch benutzen, sich in seinem Vorratskeller und in seinem Kleiderschrank bedienen, in seinen Akten bl\u00e4ttern, seine Briefe lesen und sich schlie\u00dflich in seinem Bett zum Schlafen legen.\u201c<br \/>\nNach dieser Geschichte hat der f\u00fcr Entgrenzung pl\u00e4dierende Bischof noch Gl\u00fcck gehabt. Es h\u00e4tte noch viel schlimmer f\u00fcr ihn kommen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Jesus kennt keine \u201eEntgrenzung\u201c, jedoch Begrenzung und Abgrenzung<\/strong><br \/>\nFra Angelico, Maria mit dem Christuskind als Friedensf\u00fcrsten<br \/>\nDie Botschaft Jesu \u201eeine frohe Botschaft der Entgrenzung\u201c? Gewiss hat er bestimmte Grenzen der damaligen Tradition \u00fcberschritten, Konventionen durchbrochen. So hat er souver\u00e4n mit der ausl\u00e4ndischen Frau am Jakobsbrunnen gesprochen (Johannes 4,6-15) und die Tochter einer Syroph\u00f6nizierin geheilt (Matth\u00e4ua 15,21-28). Auch f\u00fcr seine Gleichniserz\u00e4hlung hat er einen Ausl\u00e4nder aus Samarien als Vorbild der N\u00e4chstenliebe gew\u00e4hlt (Lukas 10,25-37). Im Haus des verachteten Z\u00f6llners Zach\u00e4us hat er gegessen, der f\u00fcr die verhasste r\u00f6mische Besatzungsmacht Steuern eingetrieben und dabei auch noch betrogen hat (Lukas 19,1-10).<\/p>\n<p>Von einer \u201eEntgrenzung der politschen Grenzen\u201c ist bei Jesus jedoch nirgendwo ein Wort oder eine Weisung zu finden, auch nicht durch irgendwelche theologischen Ableitungen. Wohl aber gibt es bei ihm un\u00fcbersehbare Hinweise auf Abgrenzungen unterschiedlicher Art.<\/p>\n<p>So hat er immer wieder glasklare Grenzen gezogen, wenn er sich etwa mit scharfen Worten. von den Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten abgrenzte (Lukas 11,37-54) oder sogar auch von seinen J\u00fcngern (Matth\u00e4us 16,23). In seiner Gerichtsrede hat er deutlich darauf hingewiesen, dass er als Weltenrichter die Schafe von den B\u00f6cken trennen wird (Matth\u00e4us 25, 32). Somit ist die oben genannte bisch\u00f6fliche Interpretation der Botschaft Jesu als \u201efrohe Botschaft der Entgrenzung\u201c auch aus dieser Perspektive zumindest mehr als fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p><strong>Der Schutz von Grenzen entspricht der biblischen Weltsicht<\/strong><br \/>\nDie Christen unter den \u201eEntgrenzungs-Ideologen\u201c und Migrationsaktivisten, die den Schutz der Grenzen als illegitim betrachten, sich f\u00fcr deren Abschaffung und f\u00fcr eine unbegrenzte Massenzuwanderung engagieren, k\u00f6nnen sich jedenfalls nicht auf Jesus und seine Friedens- und Freiheitsbotschaft berufen.<br \/>\nDie biblischen Aussagen zur Bedeutung von Mauern und Grenzen sind eindeutig. Daher ist es unzul\u00e4ssig zur Begr\u00fcndung der ideologiebesetzten Entgrenzungsforderungen auf das Alte und das Neue Testament zu verweisen. Vielmehr entspricht der Schutz von Staatsgrenzen ganz und gar der biblischen Welt-und Heilssicht. Sie steht kontr\u00e4r zur zeitgeistigen Entgrenzungs- bzw. Grenzbeseitigungs-Ideologie.<br \/>\nAllen, die bei ihrem Einsatz f\u00fcr die Abschaffung von Grenzen und f\u00fcr die Masseneinwanderung allzu gern mit dem Gebot der christlichen N\u00e4chstenliebe argumentieren, sei auch in diesem Bericht folgender Hinweis gegeben:<br \/>\nDer zweite Teil des christlichen Hauptgebotes: \u201eDu sollst den N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c (Matth\u00e4us 22,39) schlie\u00dft ausdr\u00fccklich die (recht verstandene) Selbstliebe ein, die auch das Recht auf Selbstschutz und die eigene Sicherheit im individuellen sowie im kollektiven Sinn beinhaltet. Christliche N\u00e4chstenliebe hei\u00dft so immer auch in Verantwortung f\u00fcr sich selbst (und f\u00fcr die Seinen) im eigenen Interesse zu handeln, so auch f\u00fcr sich selbst zu sorgen. Das gilt f\u00fcr jede Privatperson wie auch f\u00fcr jede Gemeinschaft, f\u00fcr jedes Volk und f\u00fcr jeden Staat.<\/p>\n<p>Auch der bereits erw\u00e4hnte Samariter im Gleichnis Jesu hat den von R\u00e4ubern \u00dcberfallenen zwar im Geiste der N\u00e4chstenliebe umsorgt und f\u00fcr ihn dabei auch noch Geld zur\u00fcckgelassen, in sein Haus aber hat er ihn bei seiner R\u00fcckreise nicht mitgenommen (Lukas 10,25-37). Ein Modell im Blick auf die Migrantenproblematik? Ebenso hat der heilige Martin, der weithin bekannte Heilige der N\u00e4chstenliebe, aus diesem Verst\u00e4ndnis heraus dem frierenden Bettler am Stra\u00dfenrand keineswegs den ganzen, sondern nur die H\u00e4lfte seines Mantels gegeben: \u201eDu sollst den N\u00e4chsten lieben wie dich selbst\u201c.<\/p>\n<p><strong>Elf Fragen zum Geschehen an der polnischen Grenze<\/strong><br \/>\n1) Inwiefern ist die Meinung zutreffend, dass eine zu hohe Anzahl von Migranten die Sicherheitsinteressen der Zielstaaten bedrohen und die Migrationsbewegungen auf deren kulturelle und psychologische Verwundbarkeit zielen?<br \/>\n2) Was ist die Tatsache zu bewerten, dass manche Migranten bereits \u201eihren achten Anlauf\u201c bei dieser Migrationsbewegung starten und mehrk\u00f6pfige Familien hohe Geldbetr\u00e4ge \u2013 bis zu 4500 Dollar pro Person \u2013 f\u00fcr die Bezahlung von Visa, Flugreise, Hotel\u00fcbernachtungen, Schlepperdienste usw. aufbringen k\u00f6nnen?<br \/>\n3) Wie ist es zu erkl\u00e4ren, dass die Migranten insbesondere aus islamisch dominierten L\u00e4ndern wie Syrien, Irak, Afghanistan und dem Libanon entfliehen, wo doch die islamische Religion angeblich die besten menschlichen Lebensbedingungen erm\u00f6glicht und die islamische Gemeinschaft weltweit (Umma) die beste Gemeinschaft unter den Menschen ist?<br \/>\n4) Warum wohl schreien die Migranten vor dem Stacheldraht in den polnischen W\u00e4ldern fordernd: \u201eGermany, Germany\u201c, die doch meist als Muslime weithin die deutsche Kultur und Lebensart sowie die der gesamten westlichen Welt ablehnen bzw. verachten?<br \/>\n5) Warum setzen schwangere Frauen und Eltern ihre Kinder den ungeheuren Strapazen, Entbehrungen und Gefahren ausgerechnet jetzt in der kalten Jahreszeit vor dem anbrechenden Winter aus?<br \/>\n6) Warum werden in der Berichterstattung der Fernsehteams erneut wie 2015 immer wieder Bilder mit Kindern und Frauen in den Vordergrund gestellt, die Masse der jungen M\u00e4nner aber weithin ausgeblendet?<br \/>\n7) Wie kommt es, dass Migranten, die wochenlang ohne Strom im Wald leben, mit ihren Handys aber ihre Reiseroute beschreiben k\u00f6nnen?<br \/>\n8) Inwiefern machen sich Migrationsaktivisten strafbar, die mit Bussen an der polnischen Grenze warten, um Migranten nach Deutschland zu schleusen?<br \/>\n9) Welche Konsequenzen ergeben sich aus der m\u00f6glichen \u00d6ffnung der polnischen Grenze hinsichtlich des wei\u00dfrussischen Regimes, aber auch im Blick auf den dann zu erwartenden \u201ePull-Effekt\u201c?<br \/>\n10) Inwiefern w\u00fcrde eine Grenz\u00f6ffnung erneut die Sicherheitsproblematik in Deutschland versch\u00e4rfen und zugleich dem Islamisierungsprozess einen weiteren Schub geben?<br \/>\n11) Inwiefern m\u00fcsste sich die Europ\u00e4ische Union aus Gerechtigkeitsgr\u00fcnden an den erheblichen Kosten beteiligen, die der polnischen Regierung f\u00fcr ihre vertragsgem\u00e4\u00dfen Schutz- und Sicherheitsma\u00dfnahmen zugunsten der EU an der polnisch-wei\u00dfrussischen Grenze entstehen?<\/p>\n<p><strong>Papst Franziskus: Recht auf Grenzen \u2013 Bewahrung der europ\u00e4ischen Identit\u00e4t<\/strong><br \/>\nAuch wenn gelegentlich andere T\u00f6ne aus Rom zu h\u00f6ren waren\/sind, kann hier festgehalten werden: Im Sinne der oben aufgezeigten menschlichen Grundgegebenheiten sowie der biblischen Aussagen \u00fcber Grenzen und Mauern hat Papst Franziskus in den vergangenen Jahren in \u00dcbereinstimmung mit der katholischen Soziallehre bei verschiedenen Gelegenheiten darauf aufmerksam gemacht, dass \u2026<br \/>\n&#8211; \u201eein Volk, das sich nicht um seine eigenen Wurzeln k\u00fcmmert, \u2026 ein krankes Volk\u201c sei;<br \/>\n&#8211; die Staaten das Recht haben, ihre Grenzen zu sch\u00fctzen (2017);<br \/>\n&#8211; die Voraussetzung f\u00fcr Frieden unter den V\u00f6lkern die Achtung der eigenen Identit\u00e4t sei ebenso wie die Achtung der Identit\u00e4t von Fremden (2017);<br \/>\n&#8211; die Grenzen nicht auf irrationale Weise f\u00fcr Migranten ge\u00f6ffnet werden sollten (2016);<br \/>\n&#8211; vor falsch verstandener Toleranz und vor Islamisierungstendenzen in Europa gewarnt werden m\u00fcsse (2016);<br \/>\n&#8211; das eigene Erbe angesichts der Bedrohungen wie dem islamistischen Terrorismus verteidigt werden m\u00fcsse (2016);<br \/>\n&#8211; die europ\u00e4ischen Regierungen die Aufgabe haben, die europ\u00e4ische Identit\u00e4t zu bewahren (2014).<\/p>\n<p><strong>Wird \u201edas Deutschland, das wir kennen, durch die Masseneinwanderung verschwinden\u201c<\/strong><br \/>\n\u201e2015 darf sich nicht wiederholen.\u201c Das ist seit jener Zeit eine Art Versprechen der Politik, verbunden mit dem tr\u00fcgerischen Verhei\u00dfungswort: \u201eWir schaffen das\u201c. Unl\u00e4ngst war aus selbigem Munde die geradezu dreiste Behauptung zu h\u00f6ren: \u201eWir haben es geschafft\u201c. Denn die Wirklichkeit sieht ganz anders aus \u2013 wohl auch noch in weiter Zukunft.<\/p>\n<p>Als ein Mensch, dem die Worte Heimat und Vaterland, Patriotismus und Nationalbewusstsein keineswegs Fremd- oder gar Unworte sind, der sich aber gleicherweise als katholischer \u201eInternationalist\u201c versteht und somit solidarisch weltweit denkt und f\u00fchlt, teile ich die Erwartungen und Forderungen vieler Menschen in unserem Land an die Politik:<\/p>\n<p>2015 darf sich unter keinen Umst\u00e4nden wiederholen. Der soziale Frieden, die innere Sicherheit und der Wohlstand in unserem Land m\u00fcssen gewahrt bleiben, z.T. wiederhergestellt werden. Unsere nationale Identit\u00e4t muss gesichert und die Sicherheit unserer europ\u00e4ischen Grenzen muss wieder garantiert werden. Alle diese Forderungen verbinden sich mit dem Wissen um die bleibende Verpflichtung unseres Landes zur angemessenen solidarischen Hilfe f\u00fcr Menschen in Not weltweit.<\/p>\n<p>Viele Gleich- und \u00c4hnlichdenkende erwarten dabei im Zusammenhang mit der Asyl- und Migrationsproblematik und den damit zusammenh\u00e4ngenden drohenden Massenzuwanderungen nachdr\u00fccklich, dass unsere verantwortlichen Politiker\/innen im Interesse unseres Landes jetzt endlich ein F\u00fcnffaches erkennen, ernstnehmen und auch politisch umsetzen:<br \/>\n1) Weder die L\u00e4nder Europas, erst recht nicht Deutschland, k\u00f6nnen die ganze Welt retten.<br \/>\n2) Humane, wirksame Asylpolitik ist nur m\u00f6glich mit kontrollierten Grenzen.<br \/>\n3) Auch in Deutschland m\u00fcssen die \u201eZuwanderungsstr\u00f6me unter Ber\u00fccksichtigung der Erfordernisse des Gemeinwohls\u201c kontrolliert werden (Papst Johannes Paul II.).<br \/>\n4) Kein Migrant, kein Asylsuchender hat das Recht, auf Aufnahme in ein bestimmtes Land.<br \/>\n5) Abgelehnte und straff\u00e4llig gewordene Asylsuchende sind konsequent und zeitnah in ihre Herkunftsl\u00e4nder zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Diese Erwartungen und Forderungen insbesondere an die politischen Verantwortungstr\u00e4ger sind zu sehen auch auf folgendem Hintergrund: Wie jedes Volk haben auch wir als Deutsche das Recht, unsere deutsche Identit\u00e4t zu bewahren und unsere Mehrheitskultur zu sch\u00fctzen. Wir haben \u2013 wie jedes Volk \u2013 das Recht auf Heimat, zugleich auf die Bewahrung und damit auch auf den Schutz der Grenzen unserer Heimat.<br \/>\n2015 hat der Historiker und Gewaltforscher Prof. J\u00f6rg Baberowski folgende Warnung ausgesprochen: \u201eUnd das Deutschland, das wir kennen, wird durch die Masseneinwanderung verschwinden\u201c. Seine Prophezeiung soll nie in Erf\u00fcllung gehen, wie er wohl selbst zusammen mit der gewiss weit \u00fcberwiegenden Mehrheit der deutschen Bev\u00f6lkerung w\u00fcnschen wird.<br \/>\n&#8230;. Alles vom 17.11.2021 von Dr. Udo Hildenbrand bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2021\/11\/17\/ent-grenzung-gegen-die-nationale-identitaet-und-den-schutz-unserer-grenzen\/\">https:\/\/philosophia-perennis.com\/2021\/11\/17\/ent-grenzung-gegen-die-nationale-identitaet-und-den-schutz-unserer-grenzen\/<\/a><\/p>\n<p>.<br \/>\n<em>Dr. theol. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/christen\/naechstenliebe\/\">Hildenbrand, Udo<\/a>: Spiritual in einem Frauenkloster. Zuvor langj\u00e4hriger katholischer Gemeindepfarrer, auch Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl f\u00fcr Liturgiewissenschaft an der Universit\u00e4t Freiburg im Breisgau, Referent f\u00fcr Priesterfortbildung, Di\u00f6zesanpr\u00e4ses des Allgemeinen C\u00e4cilienverbandes der Erzdi\u00f6zese Freiburg, Generalpr\u00e4ses des deutschsprachigen C\u00e4cilienverbandes. Dozent im Fach Liturgik an der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik in Freiburg und an anderen Ausbildungsst\u00e4tten. Herausgeber einiger B\u00fccher und Zeitschriftenartikel mit Schwerpunkt Liturgie und Kirchenmusik.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0&gt;EU\u00a0&gt;Finanzsystem\u00a0&gt;Grenzen &gt;Grenze-Belarus Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Grenze: Regierung oder Gericht\u00a0(4..6.2025) Botschafter Andrzej Przy\u0142\u0119bski zur polnisch-weissrussischen Grenze (18.11.2021) Ent-Grenzung &#8211; Zur Krise an der Grenze Polen-Belarus (16.11.2021) Indubio Folge 179: Grenze Polen\/Belarus \u2013 Grenzz\u00e4une auf Weihnachtsm\u00e4rkten\u00a0(14.11.21) Kontrollierte Grenzen &nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/grenzen\/grenze-belarus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":56211,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-96190","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96190"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":134782,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/96190\/revisions\/134782"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/56211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}