{"id":95772,"date":"2021-11-02T17:05:47","date_gmt":"2021-11-02T16:05:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=95772"},"modified":"2022-04-22T09:56:31","modified_gmt":"2022-04-22T07:56:31","slug":"afrika-klima","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-klima\/","title":{"rendered":"Afrika-Klima"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Global\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/\">Global<\/a>\u00a0\u00a0&gt;<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Afrika<\/a>\u00a0&gt;<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/entwicklungshilfe\/\">Entwicklungshilfe<\/a> &gt;Afrika-Klima<\/p>\n<div id=\"attachment_95671\" style=\"width: 647px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/herbst-stare-weinberg211027-pan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-95671\" class=\"size-full wp-image-95671\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/herbst-stare-weinberg211027-pan.jpg\" alt=\"\" width=\"637\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/herbst-stare-weinberg211027-pan.jpg 637w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/herbst-stare-weinberg211027-pan-180x98.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-95671\" class=\"wp-caption-text\">Stare vor dem Abflug \u00fcber dem Weinberg bei Freiburg Ende Oktober 2021<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Volker Schl\u00f6ndorffs Afrika-Film: Der Waldmacher (16.4.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-zusammenarbeit\/\">Dietmar Friedhoff: Denken wir Afrika<\/a>\u00a0(28.1.2022)<\/li>\n<li>Deutschland f\u00fcr Afrika weder Klima-Retter noch -Vorbild (2.11.2021)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Volker Schl\u00f6ndorffs Afrika-Film: Der Waldmacher<\/strong><br \/>\n<em>Volker Schl\u00f6ndorff hat einen wertvollen Film \u00fcber Entwicklungshilfe und Renaturierung in Afrika in die Kinos gebracht.<\/em><\/p>\n<p>In einem fr\u00fcheren Artikel f\u00fcr die Achse des Guten hatte ich im Zusammenhang mit der \u201eGr\u00fcnen Mauer\u201c quer durch Afrika und der Geldverschwendung \u00fcbereifriger \u201eGeber\u201c darauf hingewiesen, dass Volker Schl\u00f6ndorff eine Dokumentation \u00fcber den australischen Experten f\u00fcr Wiederaufforstung und Landwirtschaft Tony Rinaudo drehte (\u201eMit Milliarden B\u00e4ume pflanzen\u201c).<br \/>\nSchl\u00f6ndorfs Film &#8222;Der Waldmacher&#8220; \u00fcber die Regeneration zerst\u00f6rter Waldfl\u00e4chen in der W\u00fcste ist dieser Tage ins Kino gekommen. Volker Schl\u00f6ndorff hat deshalb mehrere Interviews gegeben. Aus dem ausf\u00fchrlichsten Gespr\u00e4ch mit der \u201eWelt am Sonntag\u201c (Printausgabe, Seite 64) vom 10. April 2022 m\u00f6chte ich ein paar interessante Bemerkungen festhalten:<br \/>\nZur Aufforstung:<br \/>\n\u201eMan muss keine neuen Wurzeln z\u00fcchten, man muss \u2013 sozusagen \u2013 das Kraftwerk dieses unterirdischen Wurzelnetzwerks nur wieder anwerfen, damit es seine S\u00e4fte erneut nach oben schie\u00dft. Das ist keine neue Erkenntnis, aber man hat sie nie systematisch eingesetzt, bevor Rinaudo kam. Dass das funktioniert, davon habe ich mich \u00fcberzeugt.\u201c<br \/>\n\u201eMan kann das nicht mit eingeflogenen Helfern machen. Die Bauern selbst m\u00fcssen es machen, und man muss sie dabei in den ersten Jahren unterst\u00fctzen, bis die B\u00f6den regeneriert sind. Leider sind die Landwirtschaftsministerien vollkommen uninteressiert an diesem Konzept. Denen sind gro\u00dfe Pl\u00e4ne viel lieber: Wir pflanzen jetzt eine Million B\u00e4ume, und daf\u00fcr werden 100 Millionen Dollar lockergemacht. Aber dieses Geld bleibt in den Hauptst\u00e4dten h\u00e4ngen und kommt nicht aufs Land.\u201c<\/p>\n<p>Zur derzeitigen Entwicklungshilfe:<br \/>\n\u201eIch besitze kein Patentrezept. Aber so, wie die Entwicklungshilfe jetzt l\u00e4uft, kann es nicht weitergehen, es hat sich in 60 Jahren fast nichts entwickelt. Selbst afrikanische Wirtschaftstheoretiker sagen, es w\u00fcrde ohne Entwicklungshilfe gr\u00f6\u00dferen Fortschritt geben, weil man dann gezwungen w\u00e4re, eigene L\u00f6sungen zu finden\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-geburten\/\">Zur Familienplanung:<\/a><br \/>\n\u201e&#8230;ist dringend notwendig. Die wird aber bislang erst in Ruanda und in Kenia praktiziert.\u201c<br \/>\nSchl\u00f6ndorff hat in den letzten 12 Jahren, nach eigenen Angaben, ein Dutzend l\u00e4ngere Reisen nach Afrika unternommen. F\u00fcr den Film war er in sechs L\u00e4ndern der Sahelzone, jeweils zwei, drei Wochen. Das Filmteam reiste nach Ghana, Niger, Burkina Faso, Mali, Senegal und \u00c4thiopien. Schl\u00f6ndorff begleitet Rinaudo durch die L\u00e4nder, filmt ihn z.B. mit Dorfbewohnern im Niger. Hilfreich ist, dass Rinaudo Hausa spricht und die Leute auch deshalb Vertrauen zu ihm haben. Bis heute k\u00f6nnen die Bauern \u2013 durch die einfache und preiswerte Methode \u2013 die Renaturierung selbst durchf\u00fchren und ihre D\u00f6rfer vor Hunger bewahren. Manche Dinge lassen sich nur vor Ort beurteilen, wenn man Fakten und Zusammenh\u00e4nge kennt.<\/p>\n<p>Ich konnte den Film noch nicht sehen, aber nach den bisherigen \u00c4u\u00dferungen (zu Umwelt, Ern\u00e4hrung, Verschwendung von Entwicklungshilfe, Familienplanung) von Volker Schl\u00f6ndorff glaube ich, dass \u201eDer Waldmacher\u201c f\u00fcr den interessierten Laien eine sachliche Bereicherung in einem Feld ist, auf dem man sonst meist mit Klischees zu tun hat.<br \/>\n&#8230; Alles vom 16..4.2022 von Volker Seitz bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/volker_schloendorffs_afrika_film_der_waldmacher\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/volker_schloendorffs_afrika_film_der_waldmacher<\/a><\/p>\n<p><em>Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen f\u00fcr das deutsche Ausw\u00e4rtige Amt t\u00e4tig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und \u00c4quatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er geh\u00f6rt zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Bestsellers \u201eAfrika wird armregiert\u201c. Die aktualisierte und erweiterte 11. Auflage erschien am 18. M\u00e4rz 2021. Volker Seitz publiziert regelm\u00e4\u00dfig zu afrikanischen Themen und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge (z.B. \u201eWas sagen eigentlich die Afrikaner\u201c, ein Afrika-ABC in Zitaten).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland f\u00fcr Afrika weder Klima-Retter noch -Vorbild<\/strong><br \/>\n<strong>Die Klima-\u00dcberdosis: Afrika und das Achtsamkeits-Milieu<\/strong><br \/>\nLeute aus dem Norden, die als \u201eExperten\u201c f\u00fcr notleidende Menschen auftreten, werden in Afrika immer unbeliebter. Weder k\u00f6nnen wir Afrika \u201eretten\u201c, noch andere von dem \u201ealternativlosen\u201c deutschen Weg \u00fcberzeugen. Ein Situationsbericht anl\u00e4sslich des Klimagipfels.<\/p>\n<p>In den Diskussionen nach meinen Vortr\u00e4gen werde ich seit einiger Zeit aus dem Achtsamkeits-Milieu mit fordernden Fragen und Statements zum Klimawandel in Afrika konfrontiert. Die gutmeinenden Fragesteller gefallen sich in ihrer moralischen \u00dcberlegenheit. Das kommt meines Erachtens von der \u00fcberproportionalen Klimaberichterstattung vor allem in den \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien. ( Afrikaner sagen mir: \u201eC\u2019est l\u2019overdose\u201e). Wetterdienste stellen sich in den Dienst der Katastrophen-Berichterstattung (vergleiche Ulli Kulke am 30.10.21 auf der Achse \u201eKatastrophen-Gedr\u00f6hne zum Klimagipfel \u2013 eine Gebrauchsanleitung\u201c).<\/p>\n<p>Der Klimawandel wird als einziges wichtiges Problem \u2013 auch f\u00fcr Afrika \u2013 dargestellt, dem sich alles andere rigoros unterzuordnen habe. Das Medientrommelfeuer zum Thema Klimaschutz hat bei vielen Menschen Zukunfts\u00e4ngste erzeugt. Wer widerspricht oder die alarmistischen Schlussfolgerungen nicht teilt, wird rasch als Klimaleugner gestempelt. Sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn diese Menschen zur Sache sprechen w\u00fcrden, anstatt sich in Anfeindungen zu verlieren und die Legitimit\u00e4t des Gespr\u00e4chspartners anzugreifen. Aber Positionen, die ihrem Denksystem widersprechen, kommen gar nicht mehr vor.<\/p>\n<p>Wenn ich bei dem Meinungsaustausch auf andere dr\u00e4ngende Probleme der Afrikaner hinweise, etwa dass das Leben in einigen Staaten Afrikas f\u00fcr viele ein t\u00e4glicher \u00dcberlebenskampf ist: Arbeitslosigkeit, dass famili\u00e4re Bindungen bei Stellenbesetzungen wichtiger sind als berufliche Eignung, Nahrungsmittelversorgung, Zugang zu sauberem Trinkwasser, fehlende medizinische Versorgung will man nicht gelten lassen. Das Thema Klimawandel k\u00f6nne nicht \u201ezweitrangig\u201c betrachtet werden.<\/p>\n<p>Kaum einer dieser zur Selbstgef\u00e4lligkeit neigenden Rechtschaffenen wei\u00df, dass \u00fcber die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung Afrikas keinen Zugang zu sanit\u00e4ren Einrichtungen hat. Dass die Versorgung mit Trinkwasser mangelhaft ist. Gesundheitsgefahren wie ein Anstieg von Malaria \u2013 mehr als Covid 19 \u2013 eine gro\u00dfe Sorge sind. Die \u00fcbereifrig achtsamen, meist jungen Menschen m\u00f6chten eine \u201ekonsequente Klimapolitik\u201c in Afrika durchsetzen und Afrikanern \u201ehelfen\u201c daf\u00fcr ein \u201eBewusstsein zu entwickeln\u201c. Denn insbesondere die Deutschen k\u00e4mpfen f\u00fcr das Gute, sind also unfehlbar. Gebildete Afrikaner stehen aber nach meinem Eindruck auf dem Boden von Tatsachen \u2013 und nicht von Einbildungen. Und Leute aus dem Norden, die als \u201eExperten\u201c f\u00fcr notleidende Menschen auftreten, werden in Afrika immer unbeliebter.<\/p>\n<p>\u201eEmpathie wird regelm\u00e4\u00dfig mit blo\u00dfer Identifikation verwechselt und falsch deklariert. Statt mit einem notleidenden Menschen mitzuf\u00fchlen, identifiziert man sich etwa mit dem Retter und Helfer. Das f\u00f6rdert das Wohlbehagen des empathisierenden Menschen, aber auf Kosten der Menschen in Not.\u201c (Fritz Breithaupt, Die dunklen Seiten der Empathie, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, 2017)<\/p>\n<p>Aktuell nehmen 25.000 Weltrettungsbotschafter, Lobbyisten, Klimaaktivisten, NGOs (die ihre Interessen durchdr\u00fccken wollen) an der 26. Weltklimakonferenz in Glasgow teil. An Geld scheint es nicht zu fehlen, denn allein die \u00dcbernachtungskosten betragen bis zu 700 Dollar pro Nacht. Pr\u00e4sident Xi, dessen Land mehr als ein Viertel der globalen CO2-Emissionen emittiert, hat die Teilnahme an der UN-Konferenz abgesagt. (Die EU Mitgliedstaaten sind mit etwa acht Prozent der weltweiten CO 2 Emissionen beteiligt.) Neben Pr\u00e4sident Xi wird auch Wladimir Putin nicht nach Glasgow reisen. Auf der Konferenz werden sich die westlichen Staaten vermutlich mehr oder weniger mit sich selbst besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p><em>Afrika wird nicht an Deutschland und Europa genesen<\/em><br \/>\nAfrikaner zweifeln nicht am Klimawandel. Aber wo endet die notwendige Aufkl\u00e4rung und wo beginnt der Alarmismus? Vor allem wird die Vorbildfunktion Deutschlands erheblich \u00fcberbewertet. Ein wirkliches Gewicht hat Deutschland nicht. Weder k\u00f6nnen wir Afrika \u201eretten\u201c, noch andere von dem \u201ealternativlosen\u201c deutschen Weg \u00fcberzeugen. Afrikaner k\u00f6nnen durchaus zwischen unserem hohen Anspruch und der Wirklichkeit unterscheiden.<\/p>\n<p>Seltsamerweise wollen aber Afrikaner von meist jungen hochm\u00fctigen Europ\u00e4ern, die noch nie einen Fu\u00df auf den Kontinent gesetzt haben, nicht Umweltprojekte und Ratschl\u00e4ge aufgedr\u00e4ngt bekommen und dadurch bevormundet werden.<br \/>\nDie landwirtschaftliche Fakult\u00e4t an der Universit\u00e4t Stellenbosch\/S\u00fcdafrika, ebenso wie die entsprechende Fakult\u00e4t an der Rhodes University in Grahamstown geh\u00f6ren zu den f\u00fchrenden Fakult\u00e4ten auf den Gebieten Umwelt\/Klimawandel. Hinzu kommen die landwirtschaftlichen Fachhochschulen in den SADC-L\u00e4ndern (au\u00dfer S\u00fcdafrika, Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia und Swasiland). Das Thema Klimawandel, Resilience, moderner Landbau in ariden und semi-ariden Gebieten wird dort tagt\u00e4glich gelehrt und dazu geforscht. In vielen F\u00e4llen ist der Erkenntnisstand viel weiter als bei uns in Europa.<\/p>\n<p>Ich habe nicht den \u00dcberblick \u00fcber alle Universit\u00e4ten in Afrika, die sich mit dem Thema besch\u00e4ftigen. Aber eine der renommiertesten privaten Hochschulen Afrikas m\u00f6chte ich noch erw\u00e4hnen:<br \/>\nDer Ghanaer Patrick Awuah Jr. gr\u00fcndete im M\u00e4rz 2002, nach einem Studium in den USA (unter anderem MBA von UC Berkeley\u2019s Haas School of Business) und T\u00e4tigkeit bei Microsoft, die Ashesi University in Accra\/Ghana. Ziel ist es, zuk\u00fcnftige F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten auszubilden. Sie werden finanziell durch Stipendien der Universit\u00e4t unterst\u00fctzt. Die H\u00e4lfte der etwa 2.000 Studenten aus 28 L\u00e4ndern sind Frauen. 2016 wurde das Ghana Climate Innovation Center ins Leben gerufen. Das Hauptaugenmerk ist dabei nicht so sehr Grundlagenforschung, sondern die lokale Umsetzung durch afrikanische Start-Up Jungunternehmer, die schon w\u00e4hrend der Studienzeit lernen sollen, wie man privatwirtschaftlich einen profitablen und nicht subventionierten Beitrag zur Bew\u00e4ltigung des Klimawandels erreichen kann (das hei\u00dft nicht nur einen Pool von Beratern bilden, die dann bei internationalen Organisationen oder NGOs einen eintr\u00e4glichen Job finden). Die Studenten lernen die Techniken, wie man solche Projekte anpackt. Erfreulicherweise legt die Universit\u00e4t auch gro\u00dfen Wert auf eine Analyse, was nicht erreicht wurde (failure-report).<\/p>\n<p>Ein Klima-Aktivismus wie in Europa funktioniert in Afrika nicht. Ressourcenstarke Staaten, zum Beispiel Angola, Kamerun, Gabun, \u00c4quatorialguinea, haben wenig Interesse an einem Wandel. Mehr Energie k\u00f6nnte auch mehr Wohlstand f\u00fcr die Menschen bedeuten. Die Menschen hoffen auf Besserung ihrer Lage durch die Schaffung neuer Jobs. Leider ist das oft Theorie, weil gerade diese Staaten lausig regiert werden. Beispiel: Nigeria verf\u00fcgt nicht einmal \u00fcber gen\u00fcgend Raffinerien, um den Rohstoff in Benzin zu verwandeln, und ist daher auf Benzinimporte angewiesen.<\/p>\n<p><em>Fossile Stromerzeugung bleibt wichtig<\/em><br \/>\nDie chronische Unterversorgung an umfassender und verl\u00e4sslicher Elektrizit\u00e4t ist ein zentrales Hindernis f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent. Rund 600 Millionen Menschen, also fast die H\u00e4lfte aller Afrikanerinnen und Afrikaner, haben keinen Zugang zu elektrischem Strom. Wo eine Stromversorgung grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist, ist diese oftmals unzuverl\u00e4ssig oder unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuer. Energiearmut ist sowohl f\u00fcr die wachsende Mittelschicht in den gro\u00dfen St\u00e4dten wie auch auf dem Land ein gro\u00dfes soziales Problem. Selbst innerhalb Subsahara-Afrikas gibt es dabei erhebliche Unterschiede: W\u00e4hrend zum Beispiel in S\u00fcdafrika \u00fcber 80 Prozent mit Strom versorgt werden, sind es in S\u00fcdsudan nicht einmal neun Prozent der Bev\u00f6lkerung. In vielen afrikanischen St\u00e4dten kommt es regelm\u00e4\u00dfig zu Stromausf\u00e4llen. Das Surren der Dieselgeneratoren zur Eigenversorgung ist dort ein allseits vertrautes Ger\u00e4usch.<\/p>\n<p>Afrikaner, die unter Stromausf\u00e4llen leiden oder auf dem Land gar kein Stromnetz haben, setzen auf vorhandene Ressourcen: neue Kohlekraftwerke [34 Kohlekraftwerke \u2013 davon 19 in S\u00fcdafrika] liefern derzeit ein Drittel der ben\u00f6tigten Elektrizit\u00e4t auf dem Kontinent, auch wenn das europ\u00e4ischen Klimaaktivisten nicht gef\u00e4llt: In S\u00fcdafrika stammt 90 Prozent der Energie aus Kohle. Auch Botswana, Simbabwe, Tansania, Mosambik und andere L\u00e4nder wollen das Versorgungsdefizit verringern und setzen auf Investitionen in den Kohlesektor. Zahlreiche neue Kohlekraftwerke sind auf dem Kontinent geplant. Die Mehrheit der geplanten oder der sich in Bau befindenden Kraftwerke befinden sich im S\u00fcdosten Afrikas.<\/p>\n<p>China, Russland und Frankreich helfen beim Ausbau der Kohlewirtschaft. Auch Gas soll f\u00fcr Kraftwerke genutzt werden. Es gibt neu entdeckte Gasvorkommen in Mosambik, Tansania, Ghana, Nigeria und dem Senegal. F\u00fcr die gr\u00fcne Energie fehlt es in den meisten L\u00e4ndern \u2013 mit Ausnahme teilweise in Kenia \u2013 an der Infrastruktur.<\/p>\n<p>Nature Energy ver\u00f6ffentlichte 2021 eine Studie nach der es unwahrscheinlich ist, dass die Stromerzeugung in Afrika in diesem Jahrzehnt gr\u00fcn wird. Weiterhin w\u00fcrden fossile Brennstoffe den Energiemix dominieren. Die Wissenschaftler der Universit\u00e4t von Oxford haben mehr als 2.500 in der Planung befindliche Kraftwerke und deren Chancen auf eine erfolgreiche Inbetriebnahme untersucht. Das Ergebnis: Der Anteil von Erneuerbaren Energien \u2013 ohne Wasserkraft \u2013 an der afrikanischen Stromerzeugung bleibt im Jahr 2030 wahrscheinlich unter zehn Prozent.<\/p>\n<p>Erneuerbare Energien ben\u00f6tigen auch das passende Stromnetz und Speicher, um Schwankungen auszugleichen. Schwankungen bei einer solchen Energieerzeugung entstehen, weil auch in Afrika der Wind unterschiedlich stark weht und die Sonne unterschiedlich stark scheint.<\/p>\n<p>Die afrikanischen L\u00e4nder werden ihre Energieerzeugung auch weiterhin ausbauen. F\u00fcr einen Kontinent, in dem immer noch Millionen Menschen ohne Elektrizit\u00e4t leben, bleibt die fossile Stromerzeugung wichtig, um das Wirtschaftswachstum in den n\u00e4chsten Jahrzehnten voranzutreiben. Kohle ist relativ g\u00fcnstig und der Betrieb der Kraftwerke nicht von den Launen der Natur abh\u00e4ngig, wie es bei Solar-, Wind- und Wasserenergie der Fall ist<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Interesse an Milliardenzahlungen aus den Industriel\u00e4ndern<br \/>\nDie h\u00e4ufigen Demonstrationen zur \u201eRettung der Welt\u201c (afrikanische Kinder gehen auch freitags in die Schule) schaffen politischen Druck und Aufmerksamkeit, f\u00fchren aber kaum zu einer rationalen Umweltpolitik. In China hat die Regierung k\u00fcrzlich 153 zuvor stillgelegte Kohleminen wieder in Betrieb genommen und will die Kohleproduktion um 220 Millionen Tonnen im Jahr steigern \u2013 ein Anstieg um sechs Prozent. Der Import von Kohle wird ebenfalls um 15 Millionen Tonnen oder 50 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr steigen. In China wurden neue Kohlekraftwerke mit einer Kapazit\u00e4t von 100 Gigawatt genehmigt oder sind bereits im Bau. Das ist zweieinhalb Mal so viel wie die Kapazit\u00e4t aller bestehenden Kohlekraftwerke in Deutschland. Beruhigend: China verspricht immerhin dem Westen bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden.<\/p>\n<p>Die prek\u00e4re Situation in afrikanischen L\u00e4ndern ist ein hausgemachtes \u00dcbel, also Ergebnis schlechter und in wirtschaftlicher Hinsicht inkompetenter Regierungsf\u00fchrung und schwache Bildungssysteme. Und \u00fcberall dieselben Verfahren der Veruntreuung, dieselben kleinen Arrangements, dieselben Tricks, derselbe Klientelismus, Kultur der Straffreiheit, dieselbe kl\u00e4gliche Feigheit der Eliten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben diese Politiker \u2013 oft autokratisch regiert \u2013 gro\u00dfes Interesse an Milliardenzahlungen aus den Industriel\u00e4ndern. Diese Politiker f\u00fchren die Misere in ihren L\u00e4ndern \u2013 nachdem die Kolonialzeit nach \u00fcber 60 Jahren nicht mehr so recht zieht \u2013 auf den Klimawandel zur\u00fcck, um \u2013 oft von deutschen und europ\u00e4ischen Gesinnungsethikern unterst\u00fctzt \u2013 als Opfer von ihrem eigenen Versagen abzulenken.<\/p>\n<p>Reformprozesse \u2013 mit Ausnahmen etwa in Ruanda, Botswana, Ghana und dem Senegal \u2013 gehen nur langsam voran. Zwar gibt es auch anderswo immer wieder lokale Erfolge, diese k\u00f6nnen aber h\u00e4ufig noch nicht auf die nationale Ebene \u00fcbertragen werden.<br \/>\n&#8230; Alles vom 2.11.2021 von Volker Seitz bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_klima-Uerberdosis_afrika_und_das_achtsamkeitsmilieu\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/die_klima-Uerberdosis_afrika_und_das_achtsamkeitsmilieu<\/a><br \/>\n.<\/p>\n<p><em>Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen f\u00fcr das deutsche Ausw\u00e4rtige Amt t\u00e4tig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und \u00c4quatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er geh\u00f6rt zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Bestsellers \u201eAfrika wird armregiert\u201c. Die aktualisierte und erweiterte 11. Auflage erschien am 18. M\u00e4rz 2021. Volker Seitz publiziert regelm\u00e4\u00dfig zu afrikanischen Themen und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge (z.B. \u201eWas sagen eigentlich die Afrikaner\u201c, ein Afrika-ABC in Zitaten).<br \/>\n<\/em><br \/>\nEinige Kommentare:<br \/>\n<strong>&#8230; sollten wir besser die Klappe halten.<\/strong><br \/>\nEin interessanter und realistischer Bericht. M.E. ist das gr\u00f6\u00dfte Problem Afrikas der Bev\u00f6lkerungsanstieg. Ich will hier gar nicht die Frage nach den Schuldigen er\u00f6rtern. Die Frage ist, wie kommt Afrika von den hohen Geburtenraten runter? In unterentwickelten Gesellschaften geht sowas aller Erfahrung nach nur mit einer Diktatur. Warum tut sich Afrika so schwer mit einer vern\u00fcnftigen wirtschaftlichen Entwicklung? Warum so viele unf\u00e4hige, dysfunktionale Regime? Hat das was mit dem warmen Klima zu tun?<br \/>\n++ Wenn ich n\u00fcchtern nachdenke: S\u00fcd- und Mittelamerika sind auch ziemlich schwach, das gleiche gilt auch f\u00fcr gro\u00dfe Teile der islamischen Welt. Und wenn ich die politischen und gesellschaftliche Entwicklung Europas so betrachte, dann sollten wir besser die Klappe halten.<br \/>\n++ Die Probleme Afrikas k\u00f6nnen nur von Afrika selbst gel\u00f6st werden, und nicht von dekadenten lebensfremden Europ\u00e4ern.<br \/>\n2.11.2021, Th.B.<\/p>\n<p><strong>&#8230; das absolut suizidale Bev\u00f6lkerungswachstum<\/strong><br \/>\nH\u00f6rt sich alles logisch an und die Quellenforschung von Herrn Seitz ist beeindruckend bzgl der inner-afrikanischen Stromversorgung und des Entstehungsmixes. Ich gebe aber noch etwas zu bedenken,das oft(zu oft) \u00fcbersehen wird: das absolut suizidale Bev\u00f6lkerungswachstum(Explosion trifft es eher)&#8230;ein Land wie \u00c4gypten,das 1940 mit rund 40 Millionen Einwohnern gerade so eben f\u00e4hig war,die eigene Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren,ist heute mit bald 120 Millionen weltgr\u00f6sster Getreideimporteur. Dazu sozialistisch mentalisiert,der Effekt ist Diebstahl auf allen Ebenen, die \u201cInnovationsfreude\u201d beim Stromklau ist legend\u00e4r. Wer einmal die dort bekannte \u201cblack Cloud\u201d in den Wintermonaten gesehen hat, den lassen alle hier rumh\u00fcpfenden Gretas v\u00f6llig kalt und der lacht nur \u00fcber Abgas-Messtellen wie in Stuttgart. Anstatt das verbrauchte Zuckerrohr und die Abschnitte nzu kompostieren,wird alles \u00fcber Wochen offen verbrannt. lustige \u201cExperten\u201d von EU\/USAID etc habe ich dort auch getroffen \ud83d\ude42 die fragtn doch echt nach Recycling-Systemen,habe Ihnen geraten,mal auf die Westbank des Nils zu fahren,wo zentral der ganze M\u00fcll aus Luxor in einer Sandkuhle landet und 24\/7 verbrannt wird\u2026 Dieser Kontinent ist nicht \u201cmit Problemen behaftet\u201d,dieser Kontinent ist in den H\u00e4nden der Einheimischen Kleptokraten einfach ein weltweites Desaster,das durch Re-Kolonialisierung gel\u00f6st werden MUSS. Die Einf\u00fchrung der Einkindehe muss ebenso zwingend kommen,denn ansonsten kann selbst der Recourcenreichste Kontinent der Welt(Afrika) seine Bev\u00f6lkerung NIEMALS ernaehren. Diese Themen werden aber von Diplomaten nie wirklich angesprochen,ebenso wenig von \u201cAktivisten\u201d und darum dreht isch alles fein im Kreis<br \/>\n2.11.2021, CH.F.<\/p>\n<p><strong>Energiearmut, besser: Stromarmut ist das Problem der meisten afrikanischen Staaten!<\/strong><br \/>\nIhnen die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verwehren oder zumindest \u00fcbelzunehmen, ist repressiver Neo-Kolonialismus! Kaum zu erwarten ist, dass die 25.000 COP-Deligierten in Glasgow ein Interesse daran haben, Nutzen und Schaden der \u201cFantastilliarden\u201d von Entwicklungshilfe sowie Hunderttausender \u201cEntwicklungshelfer\u201d in NGOs, Kirchen- und UN-Missionen zu EVALUIEREN. Das hie\u00dfe ja, die Ma\u00dfnahmen ggf. aussetzen oder neu planen zu wollen. Und das steht auf keinen Fall zu Debatte, denn zu sehr emotional aufgeladen und zu dysfunktional ist das Ganze. Deshalb bleibt es bei einem Weiterso, koste es was es wolle. Gutmenschen k\u00f6nnen nichts falsch machen &#8211; denkt es in ihnen. Sie haben auf fr\u00fcheren Klimakonferenzen sehr viel in ihre Unverwundbarkeit investiert. Die 195 Staaten, die sich heuer in Glasgow treffen, k\u00f6nnen aber nicht alle \u201cden Westen\u201d repr\u00e4sentieren; er ist, genau genommen, in der Minderheit, verehrter Volker Seitz!<br \/>\n2.11.2021, A.R.<\/p>\n<p><strong>&#8230; nur noch Projekte mit \u201cKlimaschutz\u201d<\/strong><br \/>\nWiderlich, diese deutschen Entwicklungshilfepolitiker, die seit rd. 25 Jahren auch in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern nur noch Projekte mit \u201cKlimaschutz\u201d finanzieren. Dass Milliarden Menschen an unsauberem Wasser leiden, sich mit den eigenen F\u00e4kalien infizieren, keine Arbeit und nicht genug zum \u00dcberleben haben, das verstehen die Gr\u00fcngeister in Berlin und Eschborn offenbar nicht. Zus\u00e4tzlich zu \u201cKlimaschutz\u201d muss in den Projektbeschreibungen auch noch \u201cGender\u201d eingebaut werden. Als ob die Menschen in den armen L\u00e4ndern nichts wichtigeres zu denken haben als die Blase in Berlin-Mitte.<br \/>\n2.11.2021, RM.P.<br \/>\nEnde Kommentare<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Global\u00a0\u00a0&gt;Afrika\u00a0&gt;Entwicklungshilfe &gt;Afrika-Klima &nbsp; Volker Schl\u00f6ndorffs Afrika-Film: Der Waldmacher (16.4.2022) Dietmar Friedhoff: Denken wir Afrika\u00a0(28.1.2022) Deutschland f\u00fcr Afrika weder Klima-Retter noch -Vorbild (2.11.2021) &nbsp; &nbsp; Volker Schl\u00f6ndorffs Afrika-Film: Der Waldmacher Volker Schl\u00f6ndorff hat einen wertvollen Film \u00fcber Entwicklungshilfe und Renaturierung in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/afrika-klima\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":29664,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-95772","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/95772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95772"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/95772\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100379,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/95772\/revisions\/100379"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}