{"id":95086,"date":"2021-09-22T20:10:49","date_gmt":"2021-09-22T18:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=95086"},"modified":"2022-11-29T11:05:16","modified_gmt":"2022-11-29T10:05:16","slug":"urbanisierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/stadt\/urbanisierung\/","title":{"rendered":"Urbanisierung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Soziales\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/\">Soziales<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Dienste\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/\">Dienste<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Immobilien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/\">Immobilien<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Wohnen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/wohnen\/\">Wohnen<\/a>\u00a0&gt;Stadt<\/p>\n<div id=\"attachment_69410\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/freiburg-hochhaeuser-berge-pan2018nov.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69410\" class=\"size-full wp-image-69410\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/freiburg-hochhaeuser-berge-pan2018nov.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/freiburg-hochhaeuser-berge-pan2018nov.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/freiburg-hochhaeuser-berge-pan2018nov-180x78.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-69410\" class=\"wp-caption-text\">Blick \u00fcber Freiburg mit Hochh\u00e4usern nach Osten zum Hochschwarzwald im November 2018<\/p><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/migrantenkrawallle-in-b-und-nl\/\">Migrantenkrawalle in B und NL<\/a>\u00a0(28.11.2022)<\/li>\n<li>Urbanisierung. Die Zukunft unserer St\u00e4dte (22.9.2021)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Urbanisierung. Die Zukunft unserer St\u00e4dte<\/strong><br \/>\nIn den letzten zwei Generationen erlebte die ganze Welt eine zunehmende Verst\u00e4dterung, das hei\u00dft die Menschen zogen vom Land in die St\u00e4dte, vor allem in die Gro\u00dfst\u00e4dte. Inzwischen lebt die Mehrheit der Menschen in Gro\u00dfst\u00e4dten, sind diese gro\u00dfen St\u00e4dte immer mehr und gr\u00f6\u00dfer geworden: Weltweit gibt es viele Mega-Millionenst\u00e4dte und haben diese sich auch noch st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfert. F\u00fcr diese Verst\u00e4dterung gab es mehrere Gr\u00fcnde.<br \/>\n.<br \/>\n1) Ein wesentlicher Grund war die Arbeitsm\u00f6glichkeit in den St\u00e4dten. Die Landwirtschaft als Haupterwerbsquelle noch im vergangenen Jahrhundert ging inzwischen auf zwei Prozent BSP zur\u00fcck. Daf\u00fcr wuchs vor allem die Dienstleistungsbranche auf inzwischen 70 Prozent BSP. Viele dieser Dienstleistungen aber sind nicht nur kommunikativ, sondern auch vor allem dort gefragt, wo Menschenansammlungen, Menschenmassen solche Dienstleistungen brauchen. Die Verst\u00e4dterung hat nicht nur den Dienstleistungsbranchen geholfen, sondern umgekehrt auch die Zunahme der Dienstleistungen der Verst\u00e4dterung. B\u00fcros waren nun einmal nicht auf Lande m\u00f6glich, sondern nur in der Stadt, wo deren Dienstleistung gefragt ist und in den Gro\u00dfst\u00e4dten umso mehr gefragt ist.<\/p>\n<p>2) Der zweite Verst\u00e4dterungsgrund ist die Abh\u00e4ngigkeit des Wohnens von der Arbeit. Die Menschen wollen m\u00f6glichst nahe an ihren Arbeitsm\u00f6glichkeiten wohnen. Dies hat aus dem gr\u00f6\u00dferen Arbeitsangebot der St\u00e4dte zum Zuzug in die St\u00e4dte gef\u00fchrt, den Wohnungsbau und Wohnungsmarkt dort beg\u00fcnstigt und zur weiteren Expansion der St\u00e4dte gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>3) Ein dritter Grund liegt in der \u201eSpa\u00dfattraktion\u201c der St\u00e4dte gegen\u00fcber dem Land. In der Stadt gibt es Vergn\u00fcgungsparks, Vergn\u00fcgungsunternehmen, Gro\u00dfveranstaltungen, Kultureinrichtungen und eine Vielfalt an Gastronomieeinrichtungen. Die St\u00e4dte sind mit anderen Worten von ihrem \u201eSpa\u00dfwert\u201c attraktiver als das Land, bieten mehr Freizeit- und Unterhaltungsm\u00f6glichkeiten und sind dadurch ein Zuzugsmagnet.<\/p>\n<p>4) Ein vierter Grund liegt seit der Masseneinwanderung darin, dass sich die ausl\u00e4ndischen Zuwanderer auf dem Lande isoliert f\u00fchlen, sich integrieren m\u00fcssten und deshalb in die St\u00e4dte dr\u00e4ngen, wo schon Gruppen eigener Landsleute leben, sie sich nicht integrieren m\u00fcssen, ihre Sprache und Identit\u00e4ten behalten k\u00f6nnen und wo sie auch ohne Arbeitseinkommen mehr Ablenkung und Freizeitangebote finden als auf dem Land. So entstanden die Zuwandererghettos der verschiedenen Immigrantengruppen, der T\u00fcrken, der Syrer, der Kosovaren, der Chinesen oder der Japaner (D\u00fcsseldorf). Dazu beigetragen hat wesentlich, dass unser Sozialsystem \u201ebedarfsgerecht\u201c subventioniert. W\u00e4hrend also Deutsche in \u00fcberf\u00fcllten Gro\u00dfst\u00e4dten selbst f\u00fcr ihre Wohnung sorgen m\u00fcssen, werden Zuwanderern vom Staat Wohnm\u00f6glichkeiten gestellt, l\u00f6st der Staat ihnen \u00fcberall, wo sie wollen das Wohnungsproblem wie auch die anderen Existenzprobleme.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Der Einwohnerzuzug in die St\u00e4dte hat Folgen f\u00fcr das innerst\u00e4dtische Wachstum gehabt, n\u00e4mlich die erh\u00f6hte Nachfrage nach Wohnung, nach G\u00fctern aller Art und Unterhaltungsangeboten. Entsprechend haben sich diese Branchen in der Stadt durch Massenzuzug in die Citys auch \u00fcberproportional entwickelt, sind die St\u00e4dte nicht nur an Menschen gewachsen, sondern auch an Wirtschaftskraft und Angeboten auf deren entsprechende Nachfrage. Dadurch haben Einzelhandel, Gastronomie, Verm\u00f6gensindustrie und sogar die Sozialindustrie und die vielf\u00e4ltigen Verwaltungsdienstleistungen in Gro\u00dfst\u00e4dten mitwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Urbanisierung fand weltweit statt. 1950 lebte ein Drittel, im Jahr 2000 schon die H\u00e4lfte aller Menschen in Gro\u00dfst\u00e4dten, 2050 werden \u201emehr als zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung in st\u00e4dtischen Gebieten leben\u201c. Schon jetzt sind die am st\u00e4rksten urbanisierten Gebiete der Welt Nordamerika (82 Prozent), Lateinamerika und die Karibik (80 Prozent) sowie Europa (73 Prozent). \u201eDie Stadtbev\u00f6lkerung in Afrika wird von heute 40 Prozent auf 56 Prozent im Jahre 2050 steigen, in Asien von 48 Prozent auf 64 Prozent\u201c.<\/p>\n<p>Das bisherige Tempo der Urbanisierung und insbesondere des Wachstums von Mega-St\u00e4dten (schon zwei Dutzend mit mehr als zehn Millionen Einwohnern) k\u00f6nnte aber schon bald an nat\u00fcrliche Grenzen sto\u00dfen \u2013 nicht nur bei den Wohnungsproblemen, sondern auch mit der Umweltverschmutzung, dem Abfallproblem, den Verkehrsproblemen und vor allem mit der Wasserversorgung. Hinzu kommt, dass die Stadtbev\u00f6lkerung total infrastrukturabh\u00e4ngig ist. Fallen in einem Crash hunderttausende Arbeitspl\u00e4tze weg oder bricht die Versorgung der Logistikketten zusammen oder die Wasser-, die Energie- oder Elektrizit\u00e4tsversorgung, so werden diese St\u00f6rungen sofort zum Existenzproblem der Stadtbev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend die landnahe Bev\u00f6lkerung und Landbev\u00f6lkerung sich noch teilweise selbst versorgen kann.<\/p>\n<p>Hier sind es auch wiederum die Zuwanderer, welche am st\u00e4rksten auf die \u00f6ffentlichen Dienstleistungen angewiesen sind. Fallen diese weg, wird diese Bev\u00f6lkerung in ihrer Existenznot dies nicht gutwillig hinnehmen und zum sozialen Unruheherd werden.<\/p>\n<p>Dass es nicht nur nat\u00fcrliche Grenzen des Urbanisierungswachstums gibt, hat der pl\u00f6tzlich in vielen L\u00e4ndern der Welt und auch bei uns verordnete \u201eLockdown\u201c ganzer Branchen gezeigt, wie z. B. der Gastronomie, des Einzelhandels, der Unterhaltungsindustrie, der Innenstadtb\u00fcros (Homeoffice) und des Verbots von Menschenansammlungen. Dies war ein pl\u00f6tzlicher Stopp und Schock f\u00fcr die st\u00e4dtische Wirtschaft und Gesellschaft. Er blieb nur friedlich, weil der Staat mit \u00fcppigsten Hilfsgeldern, F\u00f6rderungen, Darlehen und Kurzarbeitergeld um sich warf, um den Wirtschaftscrash zu verhindern.<br \/>\nEs ist jetzt m\u00fc\u00dfig, dar\u00fcber zu diskutieren, ob bei nicht einmal f\u00fcnf Prozent Corona-Betroffenen unserer Gesamtbev\u00f6lkerung und nicht einmal 0,2 Prozent Verstorbener (d.h. keine \u201e\u00dcbersterblichkeit\u201c) der Wirtschaftsstopp eine panische \u00dcberreaktion oder notwendige Krisenreaktion gewesen ist; der Stopp unserer vor allem Dienstleistungswirtschaft in den Innenst\u00e4dten hatte jedenfalls dramatische Auswirkungen.<br \/>\nJedenfalls hat der von der Regierung verordnete Wirtschaftsstopp zum Gewerbestopp vor allem in den Innenst\u00e4dten mit noch dramatisch werdenden Folgen gef\u00fchrt und ebenfalls zu einem noch nicht dagewesenen Attraktivit\u00e4tsabfall und Funktionsverlust der Citys.<\/p>\n<p>Langfristige City-Tendenzen<br \/>\nVoraussichtlich haben sich viele Menschen w\u00e4hrend der eineinhalbj\u00e4hrigen Corona-Panik ein anderes Verhalten angew\u00f6hnt, bleiben mehr zu Hause, k\u00f6nnen auf Einkaufsbummel und Spa\u00dfangebote verzichten und mussten sich sogar den gewohnten Gastronomiebesuch abgew\u00f6hnen. Ob daraus ein Dauerverhalten wird oder sich wieder fr\u00fcheres Verhalten einstellt, bleibt unsicher. Inzwischen haben n\u00e4mlich z. B. die Konsumenten entdeckt, dass der Versandhandel gleiches Angebot zu billigeren Preisen nach Hause liefern kann, man dazu also nicht mehr in die Stadt braucht. Der Einzelhandel selbst rechnet damit, dass durch den Lockdown weitere 20 Prozent seines Umsatzes an den Versandhandel dauerhaft verloren gehen \u2013 vielleicht mehr. Wenn aber der Einzelhandel in der Stadt zur\u00fcckgeht, geht auch die Attraktivit\u00e4t der Stadt zur\u00fcck, werden auch die Mieten nicht mehr gezahlt werden k\u00f6nnen wie bisher, wird es City-Rezessionswirkungen geben.<\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr die Gastronomie. Diese stand schon l\u00e4nger in einem Wandel von der origin\u00e4ren zur Systemgastronomie. Die Systemgastronomie ihrerseits aber hat bereits schon vor dem Lockdown den Stadtrand gesucht \u2013 auch wegen Verkehrsproblemen und Parken.<\/p>\n<p>Das Mittelstandsinstitut rechnet nach der Urlaubszeit zuerst wieder mit verst\u00e4rkter Gastronomienachfrage der Bev\u00f6lkerung, die immerhin eine Bio. Euro w\u00e4hrend der Pandemiezeit nicht ausgeben konnte und gehortet hat und diese nun wieder fl\u00fcssig machen will. Nach baldigem Ende dieser Nachfragewelle k\u00f6nnte sich die Lockdown-Tendenz zur h\u00e4uslichen Feier und Versorgung wieder durchsetzen, ist also nicht sicher, ob die Gastronomie ihre alten Ums\u00e4tze je wieder erreichen wird.<\/p>\n<p>Noch d\u00fcsterer sieht es mit der Unterhaltungsindustrie aus. Selbst Kulturangebote wie Konzerte, Theater, Museen u.a. hatten es schon bisher schwer, die Zuschauer noch zu fesseln. Die Debatte um den teuren Kulturzirkus mit \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcssen von \u00fcber 100 Euro pro Platz pro Tag (Theater) hat l\u00e4ngst begonnen \u2013 ebenso wie die \u00fcber Unkultur und Staatspropaganda der \u00f6ffentlichen Medien. Ob die seichten Spa\u00dfunterhaltungsangebote den R\u00fcckgang von Kulturangeboten ausgleichen k\u00f6nnen, muss bezweifelt werden. Aber selbst die Massen-Spa\u00dfveranstaltungen der schr\u00e4gen Popmusik weichen bereits in Stadien des Stadtrandes aus, d\u00fcrften die Innenst\u00e4dte kaum wiederbeleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Lockdowns standen viele Verwaltungszentren und B\u00fcros leer. Die Mitarbeiter waren zu Homeoffice verpflichtet und haben sich an Homeoffice gew\u00f6hnt. Auch die Verwaltungen selbst haben gemerkt, dass mehr Digitalisierung und Internet B\u00fcroraum sparen kann. Das Institut rechnet damit, dass sich die bisherigen B\u00fcros nie wieder ganz f\u00fcllen werden, dass 20 \u2013 25 Prozent der B\u00fcrokapazit\u00e4t aus der Innenstadt verschwinden wird und dass dadurch auch entsprechend weniger B\u00fcropersonal in der Innenstadt f\u00fcr Umsatz und Attraktivit\u00e4t sorgen wird. Die Digitalisierung wird also doppelte B\u00fcrowirkung haben, sie wird weniger menschliche Arbeit in B\u00fcros ben\u00f6tigen und sie wird den Trend einer Verlagerung der Verwaltung in mietbilligere Randlagen verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend zu Lockdown-Zeiten das Gewerbe in den Innenst\u00e4dten gestoppt und die Arbeitnehmer aus den B\u00fcros vertrieben waren, wurden die Stra\u00dfen entsprechend \u201ewirtschafts\u00e4rmer\u201c. Im Bild der Stra\u00dfen \u00fcberwog pl\u00f6tzlich eine \u00dcberzahl von Immigranten, die ohne Arbeit und ohne Besch\u00e4ftigung auf den Stra\u00dfen lungern und das City-Bild zunehmend bestimmen. Diese Entwicklung wiederum hat dazu gef\u00fchrt, dass sich Damen immer weniger auf die Stra\u00dfen der Innenstadt trauen, dass Abendveranstaltungen nicht mehr besucht werden k\u00f6nnen und dass sich im Gesamt-City-Bild der Anteil der mittelst\u00e4ndischen wirtschaftsaktiven und produktiven Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber einer armen, immigrierten Unterschicht wandelte. Der Ausl\u00e4nderanteil an unserem Volk ist bei einem Viertel, der in unseren St\u00e4dten aber zum Teil schon mehr als die H\u00e4lfte. Diese Auswirkungen sind in den Cities am st\u00e4rksten zu sp\u00fcren, haben sie ver\u00e4ndert und werden sie wohl auch dauerhaft f\u00fcr das Gewerbe, den Arbeitsmarkt und die Attraktivit\u00e4t ver\u00e4ndern, werden sie wie in den USA verslummen lassen.<br \/>\n.<\/p>\n<p>Wie schnell eine City abst\u00fcrzen kann, haben wir in den amerikanischen Megazentren wie Chicago u.a. gesehen. Fehlt das Gewerbe, fehlen die Arbeitspl\u00e4tze, fehlt der Mittelstand. Und meiden die Pendler die City, f\u00e4llt die City wirtschaftlich zur\u00fcck, kann sie sogar ver\u00f6den. Ein wirtschaftlicher Niedergang ist multiplikativ folgenschwer: Wenn das Gewerbe keine Ums\u00e4tze mehr macht, zahlt es auch keine Steuern mehr, fehlen der Stadtverwaltung auch die Mittel f\u00fcr Ordnung, Reinigung, Infrastruktur und Investitionen mit den daraus entstehenden sekund\u00e4ren Abstiegsfolgen.<\/p>\n<p>Und je mehr eine City von Ausl\u00e4ndergangs, Ausl\u00e4nderkonzentrationen und Ausl\u00e4nderansammlungen beherrscht wird, zieht sich der Mittelstand nicht nur mit seiner Wohnung, sondern auch mit seinem Gewerbe und seinem Umsatz aus der City zur\u00fcck, bleibt nur noch Sozialpotenzial mit seinen \u00f6ffentlichen Funktion\u00e4ren unter sich, ohne die mittelst\u00e4ndischen Zahler und Wirtschaftstr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Das Mittelstandsinstitut hat in fr\u00fcheren Untersuchungen nachgewiesen, dass St\u00e4dte wirtschaftlich umso besser dastanden und umso attraktiver waren, je mehr Mittelstand f\u00fcr Arbeit, Umsatz, Steuern und Abgaben sorgte, dass bei zur\u00fcckgehendem Mittelstandsanteil in den St\u00e4dten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wachsen. Transferleistungsempf\u00e4ngermehrheiten in der Stadt wie im Ruhrgebiet schaffen nicht nur Verproletarisierung, sondern auch wirtschaftlichen Ruin der Citys, weil dann auch der Rest-Mittelstand \u2013 schon wegen der Schulbildung ihrer Kinder \u2013 aus den St\u00e4dten fl\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Unsere Gr\u00fcnen-Politiker versuchen, die Innenst\u00e4dte noch zus\u00e4tzlich unattraktiv zu machen, indem sie den Autoverkehr aus den Innenstadt verbannen, immer h\u00f6here Grenzwerte f\u00fcr Staub- und Luftanteile f\u00fcr h\u00f6here Innenstadtrestriktionen nutzen und f\u00fcr Mieter die Energiekosten st\u00e4ndig verteuern, so dass immer weniger Menschen die Innenstadtwohnungen vom Markteinkommen bezahlen k\u00f6nnen, dass statt Selbstzahlern also immer mehr \u00f6ffentlich finanzierte Sozialempf\u00e4nger in die Wohnungen einziehen, denen der Staat die teure Wohnung zahlen muss.<\/p>\n<p>Ausblick<br \/>\nDie Diskussionen im <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/industrie\/mittelstand\/\">Mittelstandsinstitut Niedersachsen<\/a> \u00fcber die Zukunft unserer St\u00e4dte war nicht einheitlich. Ein Teil der Diskussionsteilnehmer glaubt, dass die Innenst\u00e4dte ihren Attraktivit\u00e4tszenit erreicht oder sogar \u00fcberschritten haben und nun wegen der vorgenannten Problematik wieder schrumpfen w\u00fcrden. Ein anderer Teil dagegen wies auf die Bev\u00f6lkerungszunahme in der Welt und weitere Massenzuwanderung zu uns als Grund weiterer Massierung der Menschen in den Innenst\u00e4dten hin und glaubt deshalb, dass die Verst\u00e4dterung quantitativ anhalten k\u00f6nnte. Alle waren aber einig, dass die Qualit\u00e4t der St\u00e4dte nachlassen wird, dass die Bev\u00f6lkerungsstrukturen der Citys immer mehr durch Unterschicht gepr\u00e4gt werden und dass dadurch der Mittelstand aus den St\u00e4dten fl\u00fcchten und demgem\u00e4\u00df eine umso gr\u00f6\u00dfere \u201eVerslummung\u201c unserer St\u00e4dte einsetzen wird, je gr\u00f6\u00dfer diese sind.<br \/>\nDas gelte allerdings nicht f\u00fcr die Mittelst\u00e4dte. Zumindest f\u00fcr solche nicht, die nicht von Arbeitermilieu und Gro\u00dfkonzernen bestimmt seien, die also mittelstandsdominiert blieben. Demgem\u00e4\u00df k\u00f6nnte in den n\u00e4chsten Jahrzehnten eine Fluchtbewegung des Mittelstandes aus der Innenstadt der Gro\u00dfst\u00e4dte wenn nicht aufs Land, so doch in die dezentralen Mittelst\u00e4dte stattfinden.<\/p>\n<p>Schichtenspezifisch n\u00e4mlich gilt: In den Wohnvierteln der Ober- und Mittelschicht sorgen diese selbst f\u00fcr Auswahl, Mitbewohner und Attraktivit\u00e4t ihres Wohnsitzes.<br \/>\nWo eine starke mittelst\u00e4ndische Struktur in einer Mittelstadt \u00fcberlebt, wird auch die Attraktion dieser Mittelstadt wirtschaftlich und gesellschaftlich gesund bleiben.<br \/>\nDie von Unterschichten beherrschten Citys der Gro\u00dfst\u00e4dte werden dagegen die unwirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Brennpunkte unserer Gesellschaft werden.<br \/>\n22.9.2021, <a href=\"http:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de\/\">http:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de\/<\/a><\/p>\n<p><em>Prof. Dr. Eberhard Hamer (*15. August 1932 in Mettmann) ist ein deutscher \u00d6konom. Sein Schwerpunkt ist die Mittelstands\u00f6konomie. In den 1970er Jahren gr\u00fcndete er das privat gef\u00fchrte Mittelstandsinstitut Niedersachsen in Hannover und ver\u00f6ffentlichte \u00fcber 20 B\u00fccher zum Thema Mittelstand. Hamer erhielt 1986 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de\/\">http:\/\/www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de\/<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Soziales\u00a0&gt;Dienste\u00a0&gt;Immobilien\u00a0&gt;Wohnen\u00a0&gt;Stadt Migrantenkrawalle in B und NL\u00a0(28.11.2022) Urbanisierung. Die Zukunft unserer St\u00e4dte (22.9.2021) &nbsp; Urbanisierung. 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