{"id":92325,"date":"2021-07-07T10:20:20","date_gmt":"2021-07-07T08:20:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=92325"},"modified":"2025-09-04T19:02:20","modified_gmt":"2025-09-04T17:02:20","slug":"acker","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/acker\/","title":{"rendered":"Acker"},"content":{"rendered":"<p>d<\/p>\n<div id=\"attachment_81649\" style=\"width: 649px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/mohnfeld1freiburg-pan2020juni17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81649\" class=\"size-full wp-image-81649\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/mohnfeld1freiburg-pan2020juni17.jpg\" alt=\"\" width=\"639\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/mohnfeld1freiburg-pan2020juni17.jpg 639w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/mohnfeld1freiburg-pan2020juni17-180x92.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-81649\" class=\"wp-caption-text\">Mohnfeld bei Freiburg am 17.Juni 2020<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Klicken<\/span>\u00a0oder scrollen<\/em><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sommer-2025-reiche-ernte\/\">Sommer 2025 \u2013 reiche Ernte<\/a>\u00a0(4.9.2025)<\/li>\n<li>Windkraft treibt Bodenpreise in die H\u00f6he &#8211; Bauern sind machtlos (3.1.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/beeren\/\">Johannisbeer-Paten in FR-Opfingen: Obsthof F\u00fcnfgelt<\/a>\u00a0(16.6.2024)<\/li>\n<li>So wollen Landwirte mehr Artenvielfalt auf den Acker bringen (27.10.2023)<\/li>\n<li>Kunstd\u00fcnger \u2013 Segen und Fluch (13.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/getreide\/mais\/\">Maispflanzen-W\u00fcste Oberrheingraben<\/a>\u00a0(3.8.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/weizen-in-d-nicht-brotbackfaehig\/\">Weizen in D nicht brotbackf\u00e4hig<\/a>\u00a0(29.7.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaftserhaltungsverband 10 Jahre<\/a> (28.7.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/mit-oekologie-in-die-hungersnot\/\">Mit \u00d6kologie in die Hungersnot<\/a> (23.4.2022)<\/li>\n<li>Arche-Noah-\u00c4cker und Emmer-\u00c4cker (7.7.2021)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/obstbau\/beeren\/\">Beeren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/biodiversitaet\/\">Biodiversitaet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tag-der-artenvielfalt-16-juni-in-fr-betzenhausen-gewann-obergruen\/\">Artenvielfalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaft<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Windkraft treibt Bodenpreise in die H\u00f6he &#8211; Bauern sind machtlos<\/strong><br \/>\nIn der dt. Agrarlandschaft tobt ein Kampf, von dem die meisten St\u00e4dter keine Ahnung haben. Es geht um Grund und Boden \u2013 und um astronomische Summen, die sprachlos machen.<br \/>\nW\u00e4hrend unsere Politiker von der gro\u00dfen Energiewende tr\u00e4umen, vollzieht sich auf dem Land eine stille Revolution: Der Ausverkauf der dt. Ackerfl\u00e4chen an die Solar- und Windkraftindustrie.<br \/>\nDie Zahlen sind so eindeutig wie erschreckend: Wo Landwirte im vergangenen Jahr noch bescheidene 389 Euro pro Hektar zahlten, wedeln Solarunternehmen heute mit Schecks von bis zu 5.000 Euro.<br \/>\nDas ist keine Erh\u00f6hung mehr, das ist eine Explosion.<br \/>\nBei Windkraft wird es noch absurder: Bis zu 50.000 Euro pro Jahr und Anlage werden geboten-<br \/>\nUnd das auch noch \u00fcber staatliche Subventionen (z.B. \u00fcber die EEG-Umlage und Mindestabnahmepreise) querfinanziert.<br \/>\n3.1.2025<br \/>\n<a href=\"https:\/\/report24.news\/gruener-goldrausch-energiewende-frisst-deutschlands-ackerland-weg\/?feed_id=44093\">https:\/\/report24.news\/gruener-goldrausch-energiewende-frisst-deutschlands-ackerland-weg\/?feed_id=44093<\/a><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>So wollen Landwirte mehr Artenvielfalt auf den Acker bringen<\/strong><br \/>\nDie Artenvielfalt auf dem Acker f\u00f6rdern. Damit haben sich jetzt Landwirte bei einer Veranstaltung in Bad Krozingen-Hausen befasst. Sie brachten Ideen ein, zeigten aber auch Schw\u00e4chen der F\u00f6rderpolitik auf.<br \/>\nDer <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald (LEV)<\/a> bearbeitet seit gut einem halben Jahr das Projekt &#8222;Kollektive Modelle zur F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t&#8220;, kurz KoMBi. Es ist ein sechsj\u00e4hriges F\u00f6rderprojekt des Bundesamts f\u00fcr Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie des Ministeriums f\u00fcr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg. Das Projekt soll dazu beitragen, dass die Artenvielfalt auf bewirtschafteten Fl\u00e4chen erh\u00f6ht wird. Die Betrachtung richtet sich dabei auf die Landschaftsebene und nicht nur auf den einzelnen Betrieb. Verschlankung der Verwaltungsabl\u00e4ufe und mehr Flexibilit\u00e4t im F\u00f6rderwesen sollen damit ebenfalls erreicht werden.<br \/>\nLandwirte und Beh\u00f6rdenvertreter kamen in gr\u00f6\u00dferer Zahl und diskutierten mit den LEV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern. Der Oberrhein mit den Gebieten Tuniberg, Kaiserstuhl und Markgr\u00e4flerland bildet den Kern der sogenannten Modellregion des Projekts. Hier pr\u00e4gen Weinbau und Ackerbau die Landwirtschaft, auf 188 Quadratkilometern gebe es den speziellen Anbau von Saatmais, Soja, Hirse, Getreide und Sonderkulturen wie Spargel, Erdbeeren, Tabak, Kartoffeln und K\u00fcrbisse, erkl\u00e4rte LEV-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Reinhold Treiber. Diese Ackerlandschaft sei durch einen st\u00e4ndigen Wandel und eine gro\u00dfe Nutzungsdynamik charakterisiert. Treiber bat um Mithilfe der Landwirte. &#8222;Sie wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt, wir brauchen ihren Blick und ihre Erfahrungen als Praktiker&#8220;.<\/p>\n<p>Gemeinsames Ziel sei, die Artenvielfalt auf \u00c4ckern zu f\u00f6rdern. Die Rahmenbedingungen seien bekannt: Verlust der Strukturvielfalt, steigende Mindestl\u00f6hne, hohe Handelsmargen etwa bei Kartoffeln, Verpflichtungen im Umfang mit Refugialfl\u00e4chen, gesellschaftliche Anforderungen, teure Bew\u00e4sserung, die Auflagen der Fruchtfolge, die Bio-Auflagen bei der Zertifizierung und damit verbundene hohe Kosten. Auch stehe die Anforderung im Raum, Ackerb\u00f6den als CO2-Speicher zu sehen. Martin Linser vom BLHV-Kreisverband Freiburg, selbst Landwirt, gab einen Impuls zu &#8222;Chancen, M\u00f6glichkeiten und Schw\u00e4chen der Biodiversit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p>Biodiversit\u00e4t umfasse die verschiedenen Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Bakterien, die unterschiedlichen Lebensr\u00e4ume, in denen Arten leben sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. &#8222;Die Vielfalt ist erst durch Landwirtschaft entstanden&#8220;, sagte Linser. Der Artenschwund sei nicht nur auf die Monokultur, die Minerald\u00fcngung und den Pflanzenschutz zur\u00fcckzuf\u00fchren, auch der Verlust von Kulturen, Struktur, Betrieben und Fl\u00e4chen habe gro\u00dfen Anteil am Artensterben. Weniger Struktur bedeute weniger Arten, drum &#8222;m\u00fcssen wir wieder mehr Struktur in die Landschaft bringen&#8220;, betonte Linser. Der Fl\u00e4chenverbrauch m\u00fcsse zudem gestoppt werden.<br \/>\nIn f\u00fcnf Themenkreisen wurden Erfahrungen abgeholt. Am von Linser moderiertem Kreativtisch wurde festgehalten: Die Bev\u00f6lkerung muss mitgenommen werden, &#8222;Landwirtschaftsb\u00fcrger&#8220; k\u00f6nnten Patenschaften gr\u00fcnden oder aktiv mithelfen: Linser etwa hatte mit dem Naturschutzbund (Nabu) Kopfweiden an einem Bach gepflanzt. Gute Nachrichten m\u00fcssten verbreitet werden, dazu sei eine bessere Vernetzung n\u00f6tig. Alle im Raum k\u00f6nnten dabei Multiplikatoren sein.<\/p>\n<p>Treiber fasste die Gruppenergebnisse zusammen: Stilllegung k\u00f6nne ein Problem sein und f\u00fchre bisweilen zu Unkr\u00e4utern. Extensive Nutzung k\u00f6nne die Biodiversit\u00e4t f\u00f6rdern. Vernetzte oder rotierende Ma\u00dfnahmen mit Blick auf Landschaftsr\u00e4ume seien zielf\u00fchrender als Einzelaktionen. Als K\u00fcmmerer wurde der LEV vorgeschlagen. Unter dessen Fittichen k\u00f6nnten sich Betriebe zusammenschalten und Projekte gemeinsam gestalten. Regionale Bl\u00fchmischungen m\u00fcssten bevorzugt werden, da sie an den Standort angepasst seien. Zur Frage, wie Arten innerhalb der Kulturen gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen, hatte Treiber Beispiele: Der Triel profitiere vom Kartoffelanbau; Feldlerchenfenster, also freie Parzellen in Mais und Getreide, habe man schon in Pachtvertr\u00e4ge integriert, der Vogel sei in \u00c4ckern mit Unkr\u00e4utern zu finden.<\/p>\n<p>Bei der F\u00f6rderung von Biodiversit\u00e4tsma\u00dfnahmen werde mehr Flexibilit\u00e4t gew\u00fcnscht, fasste Lily Weber vom LEV die Stimmen der Landwirte zusammen. Das gelte f\u00fcr den Saatzeitpunkt und auch f\u00fcr die Verpflichtungszeitr\u00e4ume. F\u00fcnf Jahre seien zu lang. F\u00fcr einen besseren Dialog w\u00fcnschten sich viele einen direkteren Austausch mit Beratungsstellen. Die Kommunikation \u00fcber Projekte sei wichtig, und Landwirte sollten sich durchaus an Wettbewerben beteiligen. So berichtete Nico Patriarca vom LEV aus seinen Gruppen. Es m\u00fcsse kurze Wege f\u00fcr den Austausch geben, Ansprechpartner wie die Biodiversit\u00e4tsberater m\u00fcssten vor Ort sein. Bei der Zusammenarbeit w\u00fcnschten sich laut Anne B\u00f6hringer alle mehr Flexibilit\u00e4t, weniger B\u00fcrokratie und K\u00fcmmerer wie den LEV. Gemeinsam m\u00fcssten Leuchtturmprojekte entwickelt und Netzwerke zwischen Landwirten, J\u00e4gern und Natursch\u00fctzern gekn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Treiber dankte und versicherte: &#8222;Wir werden die F\u00e4den aufnehmen, wir werden mit Ihnen wegen der Ma\u00dfnahmen konkret in Kontakt treten. Wir nehmen Dinge und Ideen mit und bringen sie in Verwaltung und Politik ein.&#8220;<br \/>\n&#8230; Alles vom 27.10.2023 von Reinhold John bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/ideen-fuer-mehr-artenvielfalt-gesucht\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/ideen-fuer-mehr-artenvielfalt-gesucht<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.reinhold-john.de\">https:\/\/www.reinhold-john.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kunstd\u00fcnger \u2013 Segen und Fluch<\/strong><br \/>\n<strong>Die globale Agrarrevolution und ihre Folgen f\u00fcr den Stickstoffkreislauf des \u00d6kosystems Erde<\/strong><br \/>\nvon Christoph Keller<\/p>\n<p>Bei Ideologen ist der Hang, die Welt aus einem Prinzip verstehen und aus einem Punkt kurieren zu wollen, \u00fcberdurchschnittlich stark ausgepr\u00e4gt. Anders l\u00e4\u00dft sich die autistische Fixierung der deutschen Gr\u00fcnen auf den \u201emenschengemachten Klimawandel\u201c durch das die Atmosph\u00e4re erw\u00e4rmende Kohlendioxid wohl nicht erkl\u00e4ren. Doch statt wie ein Kaninchen auf die Schlange zu starren, empfiehlt der Wissenschaftsjournalist Klaus Jacob, einmal den Blick schweifen zu lassen, um noch andere Klimakiller ins Visier zu nehmen, denen nicht mit dem Kohleausstieg, m\u00f6glichst gestern, oder dem Verbot des Verbrennungsmotors beizukommen sein wird.<\/p>\n<p>Zum Beispiel Stickstoff. Mit 78 Prozent ist dieses chemische Element zwar ein Hauptbestandteil der Luft, macht sich aber als Baustoff der Biomolek\u00fcle von Natur aus rar. Weil Stickstoff in der stabilen elementaren Form, wie es in der Atmosph\u00e4re vorkommt, f\u00fcr die meisten Pflanzen und Tiere nicht nutzbar ist. Es gibt jedoch einige Organismen wie Kn\u00f6llchenbakterien, die in Symbiose mit Leguminosen wie Klee, Wicke oder Sojabohne leben, an deren Wurzeln andocken und sie mit Stickstoffverbindungen versorgen. Als es noch keinen Kunstd\u00fcnger gab, trieb man daher h\u00e4ufig Dreifelderwirtschaft und baute f\u00fcr eine Saison Leguminosen an, um den Boden mit Stickstoff anzureichern.<\/p>\n<p>\u00dcberv\u00f6lkerung ist zu einem Umweltproblem geworden<br \/>\nKurz vor dem Ersten Weltkrieg haben dann die Chemiker Fritz Haber und Carl Bosch ein nach ihnen benanntes Hochdruckverfahren entwickelt, das aus Stickstoff, Wasserstoff und einem Katalysator Ammoniak (NH3) erzeugt. Das ist ein Vorprodukt von Kunstd\u00fcnger \u2013 aber auch von Sprengstoff. Nicht nur deshalb, meint Jacob, weil es dem von seiner chilenischen Salpeterzufuhr abgeschnittenen Kaiserreich die Munitionsproduktion w\u00e4hrend des Weltkriegs erm\u00f6glichte, sei das Verfahren Fluch und Segen zugleich gewesen. Auch die vom Kunstd\u00fcnger ausgel\u00f6ste landwirtschaftliche Revolution zeitigte h\u00f6chst ambivalente Wirkungen: Einerseits war sie die Voraussetzung, um die rasch wachsende Weltbev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren, andererseits ist, was Jacob unerw\u00e4hnt l\u00e4\u00dft, die \u00dcberv\u00f6lkerung der Erde inzwischen zu einem Umweltproblem eigener Art geworden. Und es geht noch eine Bedrohung von dieser Erfindung aus: Sie hat den Stickstoffkreislauf erheblich ver\u00e4ndert \u2013 mit weitreichenden Folgen f\u00fcr die \u00d6kosysteme und die menschliche Gesundheit (Max Planck Forschung, 3\/22).<\/p>\n<p>Nach 1945, so erf\u00e4hrt Jacob von S\u00f6nke Zaehle, dem Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie in Jena, sei die Produktion von Kunstd\u00fcnger \u201egeradezu explodiert\u201c. Wie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und dem CO2 sei hier die Menge das Problem. Das Haber-Bosch-Verfahren verschlinge j\u00e4hrlich 1,4 Prozent des Weltenergiebedarfs, weil daf\u00fcr elementarer Wasserstoff, Hitze und hoher Druck erforderlich ist.<\/p>\n<p>Zudem kommen, wie Zaehle vorrechnet, der im Rahmen eines EU-Projekts den gesamten Stickstoffkreislauf des \u00d6kosystems Erde erforscht, allj\u00e4hrlich 90 bis 100 Millionen Tonnen reaktiver Stickstoff in den globalen Kreislauf. Nicht vergessen d\u00fcrfe man auch, die Stickoxide, die Kohle- und Gaskraftwerke sowie Dieselmotoren freisetzen, sowie Waldbr\u00e4nde, die einen Teil des Stickstoffs aus der Biomasse ebenfalls in die Atmosph\u00e4re entlassen. Aus Zaehles Computermodellierungen kristallisiert sich als vorl\u00e4ufiges Fazit schon jetzt ein alarmierender Befund heraus: \u201eDer Mensch hat den Input des Stickstoffkreislaufs seit Beginn der industriellen Revolution mehr als verdoppelt.\u201c<\/p>\n<p>Es gehe dem modernen Menschen also wie Goethes Zauberlehrling, der den b\u00f6sen Geistern, die er rief, nicht mehr Herr wurde. Denn so vielf\u00e4ltig die atmosph\u00e4rische Chemie von Stickstoff ist, so divers sind die sch\u00e4dlichen Wirkungen, die jede seiner Verbindungen nacheinander entfalten kann: \u201eSie ver\u00e4ndern \u00d6kosysteme, lassen Gew\u00e4sser umkippen, sch\u00e4digen das Trinkwasser und die Atemwege, beeinflussen das Klima und zerst\u00f6ren die Ozonschicht.\u201c<br \/>\nGerade auf das Klima wirkt sich die \u00dcberversorgung mit Stickstoff aus. Entsteht doch im Stickstoffkreislauf unweigerlich Lachgas, ein starkes Treibhausgas. Denn Bodenorganismen setzen Nitrat unter Sauerstoffabschlu\u00df zu elementarem Stickstoff und Lachgas um. Deshalb gelangt nach jedem Regen, wenn Wasser dem Erdreich die Sauerstoffzufuhr abschneidet, besonders viel Lachgas in die Atmosph\u00e4re. Der Treibhauseffekt dieses Gases ist fast 300mal so hoch wie der von Kohlendioxid. \u00dcberdies bleibt es 110 Jahre in der Atmosph\u00e4re, zehnmal so lange wie Methan. Wie Zaehles Team ermittelte, nahm die Lachgaskonzentration in der Atmosph\u00e4re seit 1750 um 33 Prozent zu. \u00dcbereinstimmend mit den Analysen anderer Forschergruppen fand Zaehles Mannschaft auch heraus, da\u00df davon der gr\u00f6\u00dfte Teil auf das Konto der Landwirtschaft geht \u2013 in Deutschland sind das nahezu 80 Prozent. Dabei ist das zum Lachgas vorliegende Datenmaterial erst ein Mosaikteil aus der Gesamtwirkung von Stickstoff auf das Klima, die in Zaehles Institut noch zu erfassen ist.<\/p>\n<p>Draufsatteln bei gesetzlichen Auflagen belastet Agrarbetriebe<br \/>\nAls gr\u00f6\u00dfte Lachgasquelle steht hingegen bereits der Tiersektor fest. Zwar ging die Menge an freigesetztem reaktivem Stickstoff in der EU, vor allem dank der Br\u00fcsseler Vorgaben, seit 1980 zur\u00fcck. Doch in Asien, S\u00fcdamerika, Afrika und den USA w\u00e4chst sie. Nicht zuletzt, weil in L\u00e4ndern wie China der Fleischkonsum steigt. Darum wird immer mehr Kunstd\u00fcnger f\u00fcr die Futtermittelproduktion eingesetzt und immer mehr G\u00fclle entsorgt. Nicht vernachl\u00e4ssigen sollte man bei dieser Malaise \u00fcbrigens auch die Aquakultur. Sie erzeuge heute die H\u00e4lfte der weltweit konsumierten Fische und kurbele somit den Stickstoffkreislauf kr\u00e4ftig an.<br \/>\nObwohl Zaehle die Landwirtschaft in der Pflicht sieht, zeigt er Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, da\u00df \u201est\u00e4ndiges Draufsatteln bei gesetzlichen Auflagen die Betriebe an nicht hinnehmbare Belastbarkeitsgrenzen f\u00fchrt. Dennoch gehen ihm die EU-Vorgaben und die darauf basierende, zuletzt 2021 von der Bundesregierung versch\u00e4rfte D\u00fcngeverordnung nicht weit genug. Er begr\u00fc\u00dft daher eine Resolution der UN-Umweltorganisation Unep, den Stickstoff\u00fcberschu\u00df bis 2020 zu halbieren. Zus\u00e4tzlich zu diesen drakonischen Ma\u00dfnahmen greift Zaehle auf die Patentrezepte seiner Zunft zur\u00fcck: Erstens mehr \u00f6kologischer Landbau, der keinen Kunstd\u00fcnger und G\u00fclle nur sparsam verwende. Da dann aber geringere Ertr\u00e4ge als im konventionellen Landbau garantiert sind, m\u00fcssen die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten ge\u00e4ndert werden: Mehr Bioprodukte kaufen, weniger Fleisch essen!<\/p>\n<p>Terrestrisches Biosph\u00e4renmodell QUINCY: <a href=\"https:\/\/www.bgc-jena.mpg.de\">https:\/\/www.bgc-jena.mpg.de<\/a><\/p>\n<p>Simulierte globale Stickstoffkreisl\u00e4ufe: <a href=\"https:\/\/bgc-jena.mpg.de\">https:\/\/bgc-jena.mpg.de<\/a><br \/>\n&#8230; Alles vom 13.1.2023 von Christoph Keller bitte lesen in\u00a0 der JF 3\/23, Seite 22<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Arche-Noah-\u00c4cker und Emmer-\u00c4cker<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00fcr die Vielfalt heimischer Arten soll wieder mehr Platz geschaffen werden<\/strong><br \/>\n<em>Der Landschaftserhaltungsverband sucht Teilnehmer f\u00fcr das Projekt &#8222;Arche-Noah-\u00c4cker&#8220;. Ziel ist es, heimische, standorttypische Arten wieder mehr auf den \u00c4ckern anzusiedeln.<\/em><br \/>\n.<br \/>\nEs bl\u00fcht allerorten, wenn man die B\u00f6schungen am Kaiserstuhl oder auf die R\u00e4nder der Ackerfl\u00e4chen des Markgr\u00e4flerlandes schaut. Zumeist aber sieht man rot, n\u00e4mlich Klatschmohn, eine der dominanten Pflanzen in den von den Landwirten ausges\u00e4ten Bl\u00fchmischungen. Deutlich unscheinbarer und inzwischen kaum mehr vertreten sind heimische, standorttypische Arten wie das winzige Ackerstiefm\u00fctterchen oder der lila-leuchtende Frauenspiegel. Dem m\u00f6chte der <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaftserhaltungsverband (LEV)<\/a> mit sogenannten &#8222;Arche-Noah-\u00c4ckern&#8220; entgegenwirken.<br \/>\n.<br \/>\nReinhold Treiber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des LEV, und Landwirt Thomas Tritschler lauschen in einem Feld nahe Neuenburg und legen dabei den Kopf in den Nacken. \u00dcber ihnen steht eine Lerche in der Luft, und das f\u00fcr den Vogel typische Tirilieren ist zu h\u00f6ren. &#8222;Fr\u00fcher gab es das \u00fcber vielen \u00c4ckern&#8220;, erinnert sich Tritschler. Heute dagegen sei es still. <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/pseudogetreide\/\">Der Acker<\/a>, in dem die beiden M\u00e4nner stehen, sieht selbst f\u00fcr den Laien deutlich anders aus, als alle anderen drum herum. Die einzelnen Hhttp:\/\/pseudogetalme des <em><strong>Emmer<\/strong><\/em>, der hier im ersten Jahr angebaut wird, stehen weit auseinander. Dazwischen ist Platz f\u00fcr allerlei Pfl\u00e4nzchen. Reinhold Treiber kennt jedes davon. Selbst das winzige Ackerstiefm\u00fctterchen, Heimat des Kleinen Perlmutterfalters, eines h\u00f6chst seltenen Schmetterlings, dessen Raupen sich ausschlie\u00dflich von eben jener Pflanze ern\u00e4hren, findet er im Emmer. Die Felder nebenan hingegen erinnern an einen gr\u00fcnen Flokatiteppich \u2013 eng an eng steht gleichf\u00f6rmig Halm an Halm sonst nichts.<br \/>\nDerzeit l\u00e4uft im Oberrheingebiet zwischen Breisach und Schliengen eine Untersuchung von LEV und Landratsamt zum Thema heimische Ackerwildkr\u00e4uter, berichtet Reinhold Treiber. &#8222;Die Ergebnisse sind ern\u00fcchternd. Die Pflanzen sind praktisch ausgestorben&#8220;, lautet die bittere Bilanz des Biologen. In der Jungsteinzeit, vor zirka 7000 Jahren, seien die typischen Ackerwildkr\u00e4uter mit Saatgut aus Syrien in den Breisgau gekommen. &#8222;\u00dcber die Jahrtausende entwickelte sich eine unglaubliche Vielfalt&#8220;, schw\u00e4rmt Reinhold Treiber. Durch die moderne Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden, speziellen Maschinen und eine intensive Ackerbewirtschaftung, seien die \u00c4cker in wenigen Jahrzehnten &#8222;komplett rein&#8220; geworden.<\/p>\n<p>Dem soll nun gleich mit mehreren Projekten entgegengewirkt werden. Zusammen mit J\u00e4gern und Landwirten bem\u00fche man sich mit der &#8222;Allianz f\u00fcr das Niederwild&#8220;, zusammenh\u00e4ngende Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Rebhuhn, Feldhase und Fasan zu schaffen. Rund 16 Hektar Ackerfl\u00e4che sollen als Biotop-Verbund so umgestaltet werden, dass die Tiere wieder gen\u00fcgend R\u00fcckzugsr\u00e4ume finden.<\/p>\n<p>Mindereinnahmen werden dem &#8222;Arche-Noah-Bauern&#8220;ausgeglichen<br \/>\nUm Biotop-Verb\u00fcnde ginge es auch bei den<em><strong> &#8222;Arche-Noah-\u00c4ckern&#8220;<\/strong><\/em>. Mit 2,6 Hektar ist Thomas Tritschler im ersten Jahr mit im Boot. Auf Tritschlers Acker bei Hartheim wurde im November 2020 zun\u00e4chst eine Mischung standorttypischer Wildkr\u00e4uter einges\u00e4t. Gut ein halbes Jahr sp\u00e4ter gleicht die Fl\u00e4che einem lebenden Naturkundemuseum. Alle erdenklichen Ur-Pflanzen finden sich hier. Im zweiten Jahr werde, wie beim Emmer-Acker bei Neuenburg, die eigentliche Bewirtschaftung gestartet und Getreidesamen ausgebracht. &#8222;Idealerweise Wintergetreide, wie eben Emmer, Winterweizen oder Dinkel&#8220;, so Treiber. Durch die extensive Anbauweise muss Thomas Tritschler jedoch auf einen Gutteil der Ernte und damit auf bares Geld verzichten.<br \/>\nUm dies auszugleichen, bekommt der &#8222;Arche-Noah-Bauer&#8220; einen Ausgleich aus dem Topf der Landschaftspflegerichtlinie. Eine weitere M\u00f6glichkeit f\u00fcr Landwirte, die sich f\u00fcr das Projekt interessieren, sei die produktionsintegrierte Kompensation (PiK), so Treiber. PiK bietet die M\u00f6glichkeit, gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten zu f\u00f6rdern und so Kompensationsfl\u00e4chen, die etwa f\u00fcr Bauvorhaben nachgewiesen werden m\u00fcssen, weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen. Minderertr\u00e4ge oder h\u00f6here Aufwendungen durch Bewirtschaftungsauflagen, die die naturschutzfachliche Wertigkeit der Fl\u00e4che erh\u00f6hen, werden vom Eingriffsverursacher finanziell ausgeglichen.<\/p>\n<p>.<br \/>\n&#8222;Wir m\u00f6chten die Artenvielfalt zur\u00fcck vor die Haust\u00fcr bringen und gemeinsam mit den Landwirten Trittsteine in der Landschaft schaffen&#8220;, fasst Treiber das Ziel eines Biotop-Verbundes am s\u00fcdlichen Oberrhein zusammen.<br \/>\n&#8230; Alles vom 7.7.2021 von Julius Streckmeister bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fuer-die-vielfalt-heimischer-arten-soll-wieder-mehr-platz-geschaffen-werden--203205220.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/fuer-die-vielfalt-heimischer-arten-soll-wieder-mehr-platz-geschaffen-werden&#8211;203205220.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald e. V.<\/strong><br \/>\n(Gesch\u00e4ftsstelle des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landschaft\/\">Landschaftserhaltungsverbands<\/a> in der Au\u00dfenstelle des Landratsamts)<br \/>\nEuropaplatz 1, 79206 Breisach<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.breisgau-hochschwarzwald.de\/pb\/267365.html\">https:\/\/www.breisgau-hochschwarzwald.de\/pb\/267365.html<\/a><\/p>\n<p>Reinhold Treiber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>\n<a href=\"mailto:reinhold.treiber@lkbh.de\">reinhold.treiber@lkbh.de<\/a><br \/>\nTelefon 0761 2187-5890<br \/>\nFax 0761 2187-775890<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>d &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags (Artikel\/Datum, Seite\/Inhalt):\u00a0Klicken\u00a0oder scrollen Sommer 2025 \u2013 reiche Ernte\u00a0(4.9.2025) Windkraft treibt Bodenpreise in die H\u00f6he &#8211; Bauern sind machtlos (3.1.2025) Johannisbeer-Paten in FR-Opfingen: Obsthof F\u00fcnfgelt\u00a0(16.6.2024) So wollen Landwirte mehr Artenvielfalt auf den Acker bringen (27.10.2023) Kunstd\u00fcnger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/acker\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1014,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-92325","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/92325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92325"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/92325\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138746,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/92325\/revisions\/138746"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}