{"id":89730,"date":"2021-04-13T20:37:00","date_gmt":"2021-04-13T18:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?page_id=89730"},"modified":"2025-01-14T15:04:51","modified_gmt":"2025-01-14T14:04:51","slug":"transhumanismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/transhumanismus\/","title":{"rendered":"Transhumanismus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\">Home<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Kultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/\">Kultur<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Arbeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/\">Arbeit<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Medien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/\">Medien<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Internet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/internet\/\">Internet<\/a>\u00a0&gt;<a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>\u00a0&gt;Digitalisierung<\/p>\n<div id=\"attachment_88376\" style=\"width: 651px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/dreisam-eistrompeten-pan20210222.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88376\" class=\"size-full wp-image-88376\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/dreisam-eistrompeten-pan20210222.jpg\" alt=\"\" width=\"641\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/dreisam-eistrompeten-pan20210222.jpg 641w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/dreisam-eistrompeten-pan20210222-180x63.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-88376\" class=\"wp-caption-text\">Winter an der Dreisam zwischen Freiburg und Schwarzwald: Eistrompeten bei -10 Grad &#8211; Bild Bruno Gebele<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><em>Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen<\/em><\/li>\n<li>Ein Hinchirurg zu Elon Musks Neuralink-Experimenten (13.1.2025)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ernst-wolff-geld-finanz-system\/\">Ernst Wolff: Geld-Finanz-System<\/a>\u00a0(3.11.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/ki-ai-will-never-rule-the-world\/\">KI: \u201eAI will never rule the world\u201c<\/a>\u00a0(15.1.2023)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/wef\/\">Transformation und Transhumanismus des WEF: Nazi-Erbschaft<\/a> (20.8.2022)<\/li>\n<li>Das Menschliche hinter sich lassen &#8211; Transhumanismus (25.3.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/digital-finanzieller-komplex\/\">Digital-finanzieller Komplex<\/a>\u00a0(7.1.2022)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/humanismus\/\">GBS: Die zehn Angebote des evolution\u00e4ren Humanismus<\/a> (15.7.2021)<\/li>\n<li>Der optimierte Mensch &#8211; Transhumanismus (9.4.2021)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/liberalismus\/\">Liberalismus: Wie mit Verschw\u00f6rungstheorien umgehen?<\/a>\u00a0(23.12.2020)<\/li>\n<li><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/corona-virus\/corona-transhumanismus\/\">Corona-Transhumanismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/humanismus\/\">Humanismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/transformation\/\">Transformation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/wef\/\">WEF<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Hinchirurg zu Elon Musks Neuralink-Experimenten<\/strong><br \/>\nZu <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/bigtech\/musk\/\">Elon Musks<\/a> Neuralink-Experimenten und meiner Ablehnung von Transhumanismus und Unsterblichkeit (Acta vom 11. Januar) schreibt Leser ***, Hirnchirurg:<br \/>\n\u201eIrgendwie scheinen Sie diese trans- und posthumanen Themen nicht loszulassen. Mich auch nicht. Nur, dass ich mit Forschungsgeldern gelegentlich Dr\u00e4hte in Hirne und R\u00fcckenm\u00e4rker (R\u00fcckenmarke?) reinstecke und auch andere Methoden zur Hirnverschlosserung kenne. Als Hirnschlosser habe ich das Privileg, noch einer Art von postheroischer Mystifizierung anheim zu fallen. Lange wird man diesen Status nicht mehr genie\u00dfen k\u00f6nnen, denn die Verfahren werden immer weniger invasiv. Neuralink ist von beinahe allen Methoden der invasiven Hirnrindenstimulation die primitivste.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nIch glaube inzwischen, wie auch einige andere eher st\u00e4hlerne Wissenschaftler, und auch wenn mir das wirklich Angst macht, dass man letztlich (auch durch postmortale Verbrennung, Verdampfung, Zerhackung, Aufl\u00f6sung in Natronlauge usw.) nicht ausschlie\u00dfen kann, dass man nicht doch in irgendeiner anderen Daseinsform weiter existiert. Dann h\u00e4tte Antoine de Saint-Exupery Recht behalten. Und das w\u00e4re doch auch wieder ein bisschen vers\u00f6hnlich.\u201d<br \/>\n&#8230; Alles vom 13.1.2025 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/01\/das-meint-der-leser-10\/\">https:\/\/www.klonovsky.de\/2025\/01\/das-meint-der-leser-10\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Menschliche hinter sich lassen &#8211; Transhumanismus<\/strong><br \/>\n<strong>Transhumanismus konsequent zu Ende gedacht:<br \/>\nDer Homo sapiens befreit sich von sich selbst<\/strong><br \/>\nvon Dirk Glaser<\/p>\n<p>Unter dem Sammelbegriff Transhumanismus entfaltet sich seit der Jahrtausendwende vor allem im angloamerikanischen Kulturkreis eine vielgestaltige Bewegung, die sich im weitesten Sinne der Optimierung, qualitativen Steigerung und Verl\u00e4ngerung des menschlichen Lebens verschrieben hat. S\u00e4mtliche Krankheiten, Einschr\u00e4nkungen, Unzul\u00e4nglichkeiten und Leiden, die das \u201eM\u00e4ngelwesen Mensch\u201c (Arnold Gehlen) qu\u00e4len und bedrohen, sollen bek\u00e4mpft und noch in diesem Jahrhundert abgeschafft werden. K\u00f6rperliche Schw\u00e4chen, so lautet die frohe Botschaft, lie\u00dfen sich durch Medikamente oder Prothesen beheben, kognitive oder emotionale Defizite durch smart drugs wie Ritalin oder durch Gehirn-Computer-Schnittstellen ausgleichen. Die Notwendigkeit dieser im Zeitalter der digitalen Transformation medizintechnisch erreichbar scheinenden Verbesserung k\u00f6nnte f\u00fcr Transhumanisten nicht schlagender bewiesen werden als durch die Corona-Pandemie, die den Menschen als bis jetzt nicht sehr effizient reagierendes Opfer eines Proteinaggregats (Sars-CoV-2) von unvorstellbarer Winzigkeit vorf\u00fchrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Oliver D\u00fcrr, einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Studienzentrums Glaube und Gesellschaft der Universit\u00e4t Fribourg\/Freiburg, lenkt die Pandemie jedoch nicht automatisch Wasser auf die Propagandam\u00fchlen transhumanistischer Fortschrittsideologen (Zeitschrift f\u00fcr Theologie und Philosophie 143\/2021), stehe das Corona-Management der letzten zwei Jahre doch in scharfem Kontrast zu deren Verhei\u00dfungen. Erst mit der \u2013 freilich auch schon wieder in den Ruch der Wirkungslosigkeit geratenen \u2013 Massenimpfung unterscheide sich der Umgang mit dem Sars-Virus von den Abwehrma\u00dfnahmen, die man am Ende des Ersten Weltkriegs gegen die Spanische Grippe ergriff: Abstand, Maske, Hygiene. Daraus folgert D\u00fcrr, da\u00df zwischen dem medizinisch Machbaren und der transhumanistischen Utopie einer leidensfreien Gesellschaft noch ein tiefer Abgrund klafft.<\/p>\n<p>Informationstheoretisch sind Menschen wie Computer<br \/>\nDas ist f\u00fcr die Ultras der Gattung Homo Faber zwar eine ern\u00fcchternde Begegnung mit der rauhen Wirklichkeit, d\u00fcrfte aber nach D\u00fcrrs Einsch\u00e4tzung die so offenkundige wie r\u00e4tselhafte Faszinationskraft ihrer Utopie nicht abschw\u00e4chen. Denn ungeachtet der Tatsache, da\u00df sich heute nur sehr wenige Zeitgenossen explizit als Transhumanisten verstehen, teilen doch sehr viele deren Wertvorstellungen und hoffen auf praktische Umsetzungen. Zudem sei die Agenda dieser \u201eProgressisten\u201c, nicht zuletzt dank des Eifers publizistischer Multiplikatoren, in der \u00d6ffentlichkeit westlicher Gesellschaften zumindest als mit dem neoliberalen Zeitgeist verquicktes \u201eHintergrundrauschen\u201c pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Da\u00df diese vor einer Generation nur in esoterischen Futurologenzirkeln gehandelten Sinnstiftungsangebote mittlerweile auf breitere Resonanz sto\u00dfen, erkl\u00e4rt sich f\u00fcr D\u00fcrr aus dem \u201esp\u00e4tmodernen Menschen- und Weltbild unserer Gegenwartskultur\u201c. Dieses sei seit der Aufkl\u00e4rungsepoche innerweltlich und immanent konzipiert, betrachte den Menschen durch die Brille eines \u201ereduktiven Physikalismus\u201c, sehe ihn als evolution\u00e4r gewordene \u201eKonfiguration von Materie und Energie\u201c, wobei auch diese beiden Elemente schlie\u00dflich auf den Nenner \u201eInformation\u201c gebracht w\u00fcrden. Alle Wirklichkeit ist darum f\u00fcr diese Ideologie beschreibbar, erfa\u00dfbar, verf\u00fcgbar und manipulierbar als Information. Die Welt besteht aus Prozessen der Datenverarbeitung. Informationstheoretisch sind Menschen also im wesentlichen wie Computer. Und Computer k\u00f6nnen daher bald im wesentlichen wie Menschen sein.<\/p>\n<p>Wie eine solche Transformation mit welchem Ziel ins Werk zu setzen ist, darin unterscheiden sich biologische und postbiologische Transhumanisten. Erstere favorisieren f\u00fcr ihr Projekt den biologischen, kohlenstoffbasierten K\u00f6rper des \u201ealten\u201c Homo sapiens und wollen ihn entsprechend durch Bio-, Gen- und Nanotechnologien \u201eoptimieren\u201c. Daf\u00fcr k\u00e4me, neben Drogen zur Leistungssteigerung, lebensverl\u00e4ngernden Di\u00e4ten und Prothesentechnik, auch eine \u201eerneuerte Eugenik\u201c mittels Genome Editing in Frage.<\/p>\n<p>Ist hier das Ziel \u201enur\u201c eine radikale Ver\u00e4nderung der Gestalt des Menschlichen, geben sich die postbiologischen Transhumanisten mit derart halben Sachen nicht zufrieden. F\u00fcr sie ist der menschliche K\u00f6rper grunds\u00e4tzlich nicht zu \u201eoptimieren\u201c. Ihnen ist daher klar, da\u00df er abzuschaffen ist, Fleisch und Knochen durch robustere Materialien wie etwa Silizium und Stahl zu ersetzen sind. Da auch beim Gehirn im Vergleich mit dem Computer Kapazit\u00e4tsgrenzen sichtbar w\u00fcrden, k\u00f6nne K\u00fcnstliche Intelligenz demn\u00e4chst an seine Stelle treten. Menschlicher Geist ist f\u00fcr Transhumanisten dieses Schlages ohnehin schlicht \u201eSoftware\u201c, die sich auf ein anderes Substrat wie eben auf eine Festplatte hochladen und damit sogar unsterblich \u201emachen\u201c lasse \u2013 \u201ezumindest solange das Internet besteht\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese radikale Fraktion ist das Transzendieren, das \u201e\u00dcbersteigen\u201c, identisch mit dem Hinter-sich-Lassen des Menschlichen. F\u00fcr wen der Mensch nur eine Art biologischer Computer, eine Information verarbeitende Rechenmaschine sei, f\u00fcr den sei es nur logisch, ihn durch einen leistungsst\u00e4rkeren Digitalrechner zu ersetzen, um darin die Erf\u00fcllung s\u00e4kularer Freiheitshoffnungen zu finden. Nicht l\u00e4nger eingesperrt im K\u00f6rpergef\u00e4ngnis, verwirklicht die unsterbliche Mensch-Maschine endlich die absolute Freiheit individueller Selbstentfaltung und Selbstgestaltung. Insoweit denke der Transhumanismus das neuzeitliche Welt- und Menschenbild nur \u201ekonsequent zu Ende\u201c. Denn die \u201ebefreiende\u201c Atomisierung des Individuums, seine Herausl\u00f6sung aus den hergebrachten Institutionen und kollektiven Identit\u00e4ten Religion, Kirche, Nation, Staat, Kommune, Nachbarschaft und Familie kommt mit der Abschaffung der Gattung Mensch und damit der Zerst\u00f6rung seiner letzten Identit\u00e4t wirklich an ihr Ende.<\/p>\n<p>Mit einer Kritik vom christlichen Standpunkt aus begn\u00fcgt<br \/>\nEs h\u00e4tte nahe gelegen, anhand einiger prominenter Vordenker wie Ray Kurzweil, des \u201eChefentwicklers\u201c bei Google, die \u00f6konomischen Rahmenbedingungen des Transhumanismus zu beleuchten. Doch D\u00fcrr begn\u00fcgt sich mit einer Kritik vom christlichen Standpunkt aus. F\u00fcr Christen ist der Mensch ein Gesch\u00f6pf Gottes, das sich selbst auch mittels K\u00fcnstlicher Intelligenz nicht neu erschaffen kann. Die transhumanistische Selbsterm\u00e4chtigungshybris d\u00fcrfte daher so scheitern wie der Turmbau zu Babel.<br \/>\nGleichwohl sei nicht zu verkennen, da\u00df sich christlicher Glaube und transhumanistische Ideologie in einem zentralen Punkt ber\u00fchren: in der Vision von einer \u201eneuen Sch\u00f6pfung\u201c, dort gedacht als Reich Gottes, hier als Reich der Superintelligenz, die sich des Menschen entledigt hat. Aufgrund dieser partiellen \u00dcbereinstimmung gebe es im angloamerikanischen Sprachraum bereits Ann\u00e4herungsversuche von christlicher Seite. Eine \u201etheologische Anthropologie des Posthumanen\u201c oder einen \u201echristlichen Transhumanismus\u201c halte man dort f\u00fcr m\u00f6glich, wenn im Proze\u00df der Menschenverbesserung gewisse metaphysisch notwendige Merkmals der menschlichen Person wie ihre moralische Subjektivit\u00e4t und intersubjektive Beziehungsf\u00e4higkeit respektiert w\u00fcrden. Fromme W\u00fcnsche.<br \/>\n&#8230; Alles vom 25.3.2022 von Dirk Glaser bitte lesen in der JF 13\/22, Seite 14<\/p>\n<p>Zeitschrift f\u00fcr Theologie und Philosophie<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ztp.jesuiten.org\">https:\/\/ztp.jesuiten.org<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der optimierte Mensch &#8211; Transhumanismus<\/strong><br \/>\nTranshumanismus: Die Medizin ist ein Teil der Informationstechnologie geworden. Nano-, Computer- und Biotechnologie machen unerh\u00f6rte Eingriffe in den menschlichen Leib m\u00f6glich. Segen oder Fluch? Ein \u00dcberblick<br \/>\nDer Begriff Transhumanismus (lat. trans: \u00fcber, \u00fcber \u2026 hinaus, jenseits, und <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/humanismus\/\">humanus<\/a>: menschlich) bezeichnet eine Denkrichtung in der Philosophie, die davon ausgeht, da\u00df sich der Mensch kognitiv, physisch, genetisch oder psychisch und emotional durch Technologie verbessern kann. Beispielsweise mittels k\u00fcnstlicher Gelenke oder Gliedma\u00dfen, die ein nat\u00fcrliches Ausma\u00df an Kraft \u00fcbersteigen und ihren Besitzer etwa \u00fcbernat\u00fcrlich schnell rennen lassen. Andere Ans\u00e4tze gehen in die Richtung, das menschliche Wohlbefinden durch technologische Eingriffe, etwa eingepflanzte Mikrochips, zu steigern, indem man psychische Krankheiten wie Depression unm\u00f6glich macht.<\/p>\n<p><em><strong>F\u00fcr gew\u00f6hnlich wird von Transhumanismus da gesprochen, wo das nat\u00fcrliche Ma\u00df des Menschen \u00fcberschritten wird<\/strong><\/em>.<br \/>\nWenn sich ein Mensch aufgrund einer Herzkrankheit ein k\u00fcnstliches Herz einsetzen l\u00e4\u00dft, welches einfach die Funktion des nat\u00fcrlichen \u00fcbernimmt, wird dies nicht als transhumanistisch verstanden.<br \/>\nBietet das k\u00fcnstliche Herz jedoch Vorteile, die \u00fcber das Leistungsniveau eines nat\u00fcrlichen Herzens hinausgehen, kann man von Transhumanismus sprechen.<br \/>\n.<br \/>\nH\u00e4ufig gehen transhumanistische Ideen mit der Vorstellung einher, der Mensch k\u00f6nne durch Technologie auf eine neue Evolutionsstufe gelangen \u2013 der verbesserte Mensch ist dem nat\u00fcrlichen, wie wir ihn kennen, so \u00fcberlegen, da\u00df er ihn im Endeffekt ersetzt. Und damit beg\u00e4nne die Problematik.<br \/>\nAuch wenn vieles noch Zukunftsmusik ist: Vor einem Menschenalter h\u00e4tte sich auch niemand unsere automatisiert-computerisierte, elektronisch durchchipte Gegenwart vorstellen k\u00f6nnen. Die Geschichte lehrt: Was heute gedacht wird, ist morgen Wirklichkeit.<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg zum Cyborg<\/strong><br \/>\nNeuronales Engineering, Brain-Machine-Interface und Brain Hacking bezeichnen Technologien, die ins Gehirn eines Lebewesens eindringen. Die derzeitigen F\u00e4higkeiten werden vorrangig medizinisch eingesetzt und nicht, um psychische oder kognitive Eigenschaften des Menschen zu verbessern.<br \/>\nParkinson-Patienten haben heute schon zentimeterlange Elektroden f\u00fcr die tiefe Hirnstimulation im Kopf (Hirnschrittmacher). Die Injektion winziger Nanopartikel, tausendmal kleiner als ein Haar, die Teile des Gehirns drahtlos stimulieren und Zittern sowie motorische Ausf\u00e4lle vermindern, gelang deutschen Forschern dieses Jahr im Tierversuch. Die Technologie wird in Zukunft eine Routinebehandlung von Parkinson werden.<br \/>\nDas Cochlea-Implantat wird am Nerv der Geh\u00f6rschnecke befestigt und stimuliert diesen elektronisch, um einen Ertaubten wieder h\u00f6ren zu lassen. Der Sprachprozessor mit Mikrofon bleibt extern hinterm dem Ohr. Eine k\u00fcnstliche, computerisierte Bauchspeicheldr\u00fcse im Tierversuch erfolgreich arbeiten zu lassen gelang Dresdner Forschern. Der Bioreaktor kann vom Immunsystem des K\u00f6rpers nicht angegriffen werden.<br \/>\n.<br \/>\nEin im Hirn zu implantierender Computerchip, der \u00fcber eine neurotechnologische Schnittstelle Nervensignale auffangen und drahtlos an ein Smartphone senden k\u00f6nnen soll: Mit dem Projekt Neuralink sorgte Tesla-Chef und Vision\u00e4r <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/elon-musk-und-bill-gates-akw\/\">Elon Musk<\/a> vergangenes Jahr f\u00fcr Schlagzeilen. Da\u00df damit ein Querschnittsgel\u00e4hmter einen Rollstuhl steuern k\u00f6nnte, ist keine Zukunftsmusik. Im August pr\u00e4sentierte Neuralink den derzeitigen Stand ihrer Technik: Ein in Schweinehirnen eingebauter Mikrochip zeichnete die Hirnstr\u00f6me der Tiere auf. Im EEG gelang Menschen die Lenkung eines Fernsteuerungsautos mittels sehr konzentrierter Gedanken.<br \/>\nForscher der amerikanischen Firma Draper stellten 2017 eine genetisch ver\u00e4nderte Libelle vor, deren Fl\u00fcgelbewegungen auf Lichtimpulse reagieren. Indem sie \u00fcber den angezapften Sehnerv die gew\u00fcnschten Lichtimpulse simulieren, l\u00e4\u00dft sich das Insekt von Menschen steuern \u2013 die erste lebendige Cyborg-Drohne der Welt. Forscher in Japan und Singapur manipulierten K\u00e4fer und Schaben auf \u00e4hnliche Weise zu ferngesteuerten Insekten-Computer-Hybriden. Ratten und M\u00e4use lassen sich ebenso durch implantierte Elektroden fernsteuern.<\/p>\n<p><strong>Heilen mit Nanotechnologie<\/strong><br \/>\nNanoteilchen sind Verbindungen aus einigen hundert oder Tausenden Atomen, die etwa die Gr\u00f6\u00dfe von 1 bis 100 Nanometern erreichen \u2013 also extrem klein sind. Nanotechnologie bezeichnet wiederum jegliche Technik, die sich diese geringe Gr\u00f6\u00dfe zunutze macht. Darunter fallen bestimmte Bereiche der Physik ebenso wie die Nanoelektronik. Nanobots, die einzelne Atome und Molek\u00fcle modifizieren k\u00f6nnten, um zum Beispiel Krebs behandeln zu k\u00f6nnen, existieren bisher nur am Forschungshorizont als Ziel, aber nicht in Wirklichkeit.<br \/>\nEinige Transhumanisten sehen in der Nanotechnologie die M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Weiterentwicklung und Optimierung des Menschen, wenngleich solche Innovationen noch in den Anf\u00e4ngen stecken, die Forschung m\u00fchsam und teuer ist und bis jetzt nur wenig Greifbares vorzuweisen hat.<br \/>\nDer deutsche Biophysiker und Biochemiker Gregor Wolbring forscht zu den ethischen Implikationen von nanoskaliger Biotechnologie im Kontext von K\u00f6rperbehinderung und Normierung von Menschen.<\/p>\n<p><strong>Gott spielen mit Genom-Editing<\/strong><br \/>\nAuch beim Genom-Editing liegt der Ursprung in der Medizin. Etwa 500 unserer Gene sind besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Mutationen, die dann ein unkontrolliertes Zellwachstum hervorrufen. Beim Genom-Editing wird dem entgegengewirkt, indem man DNS in menschliche Zellen einsetzt, einzelne Teile entfernt oder austauscht. Der Vorl\u00e4ufer dieses Verfahrens ist wiederum die Gentherapie, bei welcher nur vollst\u00e4ndige Nukleins\u00e4uren wie DNS oder RNS in K\u00f6rperzellen eingesetzt werden. Das neueste Verfahren des Genom-Editing ist die CRISPR\/Cas-Methode.<br \/>\nDabei wird DNS an einer Stelle im Genom gezielt aufgeschnitten (Genschere). An dem daraus entstandenen \u201eDoppelstrangbruch\u201c setzen daraufhin Reparatursysteme ein. 2018 nutzte der chinesische Biophysiker He Jiankui diese Technik, um ein ungeborenes Zwillingsp\u00e4rchen gegen eine HIV-Erkrankung zu immunisieren. Es handelte sich dabei um den ersten Fall eines Menschen, der mit durch das CRISPR-Verfahren modifizierte DNS auf die Welt kam.<br \/>\nEin solcher Eingriff ist nicht ungef\u00e4hrlich und die Gefahr, mit fortschreitender Technik Menschen nach Wunsch zu modellieren, real. Der Hirnforscher und Futurologe Ray Kurzweil sagt, es gebe \u201e23.000 Gene, an denen wir potentiell herumflicken m\u00f6chten\u201c, und prophezeit eine radikale Lebensverl\u00e4ngerung.<\/p>\n<p><strong>Denker der Mensch-Maschine<\/strong><br \/>\nEine Milliarde mal schneller, tausendmal kleiner in 25 Jahren: Durch die exponentielle Entwicklung der IT-Technologie werden die Menschen bald schon in der Lage sein, ihren gesamten Verstand in einem Mind-File hochzuladen und digital \u201eweiterzuleben\u201c. \u201eUnsere Intelligenz wird mit der Intelligenz der Maschinen verschmelzen\u201c \u2013 das ist das Mantra von Ray Kurzweil, Guru des Transhumanismus. Denn: \u201eAls Student fuhr ich mit meinem Fahrrad zum Computer.<br \/>\nHeute ist er an meinem G\u00fcrtel. Irgendwann wird er sich innerhalb meines Hirns befinden. Er wird in einem Blutk\u00f6rperchen Platz haben\u201c, prophezeite der heute 73 Jahre alte Zukunftsforscher und IT-Vision\u00e4r schon vor zehn Jahren. Unsere Gehirnleistung werden wir um den Faktor von Millionen steigern k\u00f6nnen: indem kleine Computer \u00fcber die Blutbahn ins Gehirn gelangen. Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung durch Rechenleistung: \u201eDann k\u00f6nnen wir unsere Denkprozesse und unser Erinnerungsverm\u00f6gen erweitern, uns direkt ans Internet anschlie\u00dfen.<br \/>\nRoboterisierte wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen werden ihrem Immunsystem gegen krankheitsausl\u00f6sende Organismen helfen.\u201c <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kuenstliche-intelligenz-und-go\/\">KI-Computer<\/a> werden des Menschen dominierender Teil, ja sogar: \u201eWir werden zunehmend nichtbiologisch werden, bis zu dem Punkt, wo der nichtbiologische Teil dominiert und der biologische Teil nicht mehr wichtig ist.\u201c Kurzweil sagte in den achtziger Jahren f\u00fcr Mitte der Neunziger die Etablierung des World Wide Web voraus und wurde bel\u00e4chelt. Heute ist Kurzweil Technischer Direktor bei Google. Dort, wo Genialit\u00e4t und Profitinteressen untrennbar verbunden sind.<br \/>\n.<br \/>\nMag Kurweil noch als spleeniger Erfinder erscheinen, tritt Klaus Schwab als Macher und Manager auf. Der Chef des <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/globalisierung\/wef\/\">Weltwirtschaftsforums (WEF)<\/a> spricht in seinen B\u00fcchern (\u201eDie Zukunft der Vierten Industriellen Revolution\u201c, \u201eDer gro\u00dfe Umbruch\u201c) die gleichen Trends in der Neuro- und Biotechnologie in Verbindung mit KI an: \u201eBioprinting organischer Gewebe\u201c, \u201eSmart Dust\u201c, also Ketten von kompletten Nano-Computern mit Antennen, die sich selbst im K\u00f6rper organisieren, Gehirne, die perspektivisch \u00fcber kortikale Modems oder Nanobots mit virtueller Realit\u00e4t verbunden werden, \u201eaktive implantierbare Mikrochips\u201c, so programmiert, da\u00df sie verschwiegene Gedanken oder Stimmungen kommunizieren oder \u201eErinnerungen direkt aus dem Gehirn von Menschen abrufen\u201c k\u00f6nnten.<br \/>\nUnumwunden gibt Schwab zu: \u201eDie Werkzeuge der Vierten Industriellen Revolution erm\u00f6glichen neue Formen der \u00dcberwachung und Kontrolle, die im Widerspruch zu gesunden, offenen Gesellschaften stehen.\u201c Wenn Schwab dann von \u201ema\u00dfgeschneiderten Organismen\u201c spricht, davon, da\u00df \u201ewir\u201c besser in der Lage sein werden, \u201eunsere eigenen Gene und die unserer Kinder zu manipulieren\u201c, und daf\u00fcr \u201eeffektive globale Regierungsf\u00fchrung\u201c ben\u00f6tigten, da\u00df es transhumane Gewinner und Normal-Mensch-Verlierer geben wird, dann f\u00e4llt einem wieder ein, da\u00df Technologien nie ideologisch neutral sind.<br \/>\n&#8230; Alles vom 9.10.2021 von Lorenz Bien und Christian Rudolf<br \/>\nbitte lesen in der JF 15\/21, Seite 7<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.junge-freiheit.de\">https:\/\/www.junge-freiheit.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home\u00a0&gt;Kultur\u00a0&gt;Arbeit\u00a0&gt;Medien\u00a0&gt;Internet\u00a0&gt;Zukunft\u00a0&gt;Digitalisierung &nbsp; Listenauswahl eines Beitrags: Bitte anklicken oder runterscrollen Ein Hinchirurg zu Elon Musks Neuralink-Experimenten (13.1.2025) Ernst Wolff: Geld-Finanz-System\u00a0(3.11.2023) KI: \u201eAI will never rule the world\u201c\u00a0(15.1.2023) Transformation und Transhumanismus des WEF: Nazi-Erbschaft (20.8.2022) Das Menschliche hinter sich lassen &#8211; Transhumanismus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/transhumanismus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":2250,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-89730","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/89730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=89730"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/89730\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129938,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/89730\/revisions\/129938"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}